06-06-17

Thomas Mann, Aleksandr Poesjkin, Sarah Dessen, Frank Gericke, Jean Cayrol, Pierre Corneille, Hendrik van Teylingen, V. C. Andrews

 

De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875. Zie ook mijn blog van 6 juni 2010 en eveneens alle tags voor Thomas Mann op dit blog.

Uit: Joseph und seine Brüder

„Tief ist der Brunnen der Vergangenheit. Sollte man ihn nicht unergründlich nennen? Dies nämlich dann sogar und vielleicht eben dann, wenn nur und allein das Menschenwesen es ist, dessen Vergangenheit in Rede und Frage steht: dies Rätselwesen, das unser eigenes natürlich-lusthaftes und übernatürlich-elendes Dasein in sich schließt und dessen Geheimnis sehr begreiflicherweise das A und das 0 all unseres Redens und Fragens bildet, allem Reden Gedrängtheit und Feuer, allem Fragen seine Inständigkeit verleiht. Da denn nun gerade geschieht es, daß, je tiefer man schürft, je weiter hinab in die Unterwelt des Vergangenen man dringt und tastet, die Anfangsgründe des Menschlichen, seiner Geschichte, seiner Gesittung. sich als gänzlich unerlotbar erweisen und vor unserem Senkblei, zu welcher abenteuerlichen Zeitenlänge wir seine Schnur auch abspulen, immer wieder und weiter ins Bodenlose zurückweichen. Zutreffend aber heißt es hier: wieder und weiter.; denn mit unserer Forscherangelegendichkeit treibt das Unerforschliche eine Art von foppendem Spiel: es bietet ihr Scheinhalte und Wegesziele, hinter denen, wenn sie erreicht sind, neue Vergangenheitsstrecken sich auftun, wie es dem Küstengänger ergeht, der des Wanderns kein Ende findet, weil hinter jeder lehmigen Dünenkulisse, die er erstrebte, neue Weiiten zu neuen Vorgebirgen vorwärtslocken. So gibt es Anfänge bedingter Art, welche den Ur-Beginn der besonderen Überlieferung einer bestimmten Gemeinschaft, Volkheit oder Glaubensfamilie praktisch-tatsächlich bilden, so daß die Erinnerung, wenn auch wohl belehrt darüber, daß die Brunnenteufe damit keineswegs ernstlich als ausgepeilt gelten kann, sich bei solchem Ur denn auch national beruhigen und zum persönlich-geschichtlichen Stillstande kommen mag.

 

 
Jozef vertelt de droom aan zijn broers door Rafaël, fresco in het Vaticaan, ca. 1515/18.

 

Der junge Joseph zum Beispiel, Jaakobs Sohn und der lieblichen, zu früh gen Westen gegangenen Rahel, loseph zu seiner Zeit, als Kurigalzu, der Kossäer, zu Babel saß, Herr der vier Gegenden, König von Schumir und Akkad, höchst wohltuend dem Herzen Bel-Marudugs, ein zugleich strenger und üppiger Gebieter, dessen Bartlöckchen so künstlich gereiht erschienen, daß sie einer Abteilung gut ausgerichteter Schildträger glichen;— zu Theben aber, in dem Unterlande, das Joseph »Mizraime oder euch »Kerne, das Schwarze«, zu nennen gewohnt war, seine Heiligkeit der gute Gott, genannt .Antun ist zufrieden« und dieses Namens der dritte, der Sonne leiblicher Sohn, zum geblendeten Entzücken der Staubgeborenen im Horizont seines Palastes strahlte; als Assur zunahm durch die Kraft seiner Götter und auf der großen Straße am Meere, von Gaza hinauf zu den Pässen des Zederngebirges, königliche Karawanen Höflichkeitskontributionen in Lapislazuli und gestempeltem Golde zwischen den Höfen des Landes der Ströme und dem Pharaos hin und her führten; als man in den Städten der Amoriter zu Beth-San, AjaInn, Ta'anek, Urusalini der Aschtarti diente, zu Sichern und Beth-Lahama das siebentägige Klagen um den Kehrhaften Sohn, den Zerrissenen, erscholl und zu Gebal, der Buchstadt, El angebetet ward, der keines Tempels und Kultus bedurfte: Joseph also, wohnhaft im Distrikte Kenana des Landes, das ägyptisch das Obere Retenu hieß, in seines Vaters von Terebinthen und immergrünen Steineichen beschattetem Familienlager bei Hebron, ein berühmt angenehmer Jüngling, angenehm namentlich in erblicher Nachfolge seiner Mutter, die hübsch und schön gewesen war, wie der Mond. wenn er voll ist, und wie lschtars Stern, wenn er milde im Reinen schwimmt, außerdem aber, vom Vater her, ausgestattet mit Geistesgaben, durch welche er diesen wohl gar in gewissem Sinne noch übertraf, - Joseph denn schließlich (zum fünften- und sechstenmal nennen wir seinen Namen und mit Befriedigung; denn um den Namen steht es geheimnisvoll, und uns ist, als gäbe sein Besitz uns Beschwörerkraft über des Knaben zeitversunkene, doch einst so gesprächig-lebensvolle Person) - Joseph für sein Teil erblickte in einer südbabylonischen Stadt namens Uru, die er in seiner Mundart »Ur Kaschdim«, »Ur der Chaldäer« zu nennen pflegte, den Anfang aller, das heißt: seiner persönlichen Dinge.“

 

 
Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)
Portret door Max Oppenheimer, 1926

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19-03-17

Mano Bouzamour, Hans Mayer, Philip Roth, Kirsten Boie, Lynne Sharon Schwartz, Lina Kostenko, Petar Preradović

 

De Nederlandse schrijver Mano Bouzamour werd geboren op 19 maart 1991 in Amsterdam. Zie ook alle tags voor Mano Bouzamour op dit blog.

Uit: Samir, genannt Sam (Vertaald door Bettina Bach)

„Mann, Maria voller Gnade, ich darf aufs Gymnasium, verdammt noch mal. Mein Bruder und ich liefen gut gelaunt zwischen rauchenden Jugendlichen die Eingangstreppe der Schule hinunter, wo ich gerade mein Kennenlerngespräch geführt hatte. Weil meine bescheuerte Grundschullehrerin mir nur eine Hauptschulempfehlung gegeben hat, obwohl ich laut Abschlusstest fürs Gymnasium geeignet bin, sollte ich mit einem Elternteil zum Gespräch kommen. Dann wollten sie entscheiden, ob ich aufs Gymnasium durfte oder nicht. Wie immer bei Schulgesprächen war mein Bruder dabei.
Eine Niederländischlehrerin nahm mich ins Kreuzverhör. Hätte nur noch gefehlt, dass sie mich an den Stuhl fesselt. Eine Dreiviertelstunde später schloss sie mit der Frage: »Versprichst du mir, dir wirklich Mühe zu geben, wenn du hier bei uns einen Platz bekommst?«
»Aber selbstverständlich.«
Sie hatte zu meinem Bruder geschaut, der neben mir saß.
»Sie haben das auch gehört? Sehr schön. Dann habe ich ja einen Zeugen. Sorgen Sie dafür, dass er Wort hält?«
»Wie ein Gefängniswärter, da können Sie ganz beruhigt sein. Die nächsten sechs Jahre gehört er mir.«
Mein Bruder legte mir seine warme Hand in den Nacken. Wir überquerten die Straße und gingen zu Soussi, dem engsten Freund meines Bruders, der auf dem Bürgersteig auf uns wartete. Er saß auf seiner eigenen Vespa, die Füße aber hatte er auf den Roller meines Bruders gestellt. Mein Bruder flüsterte: »Tu so, als wärst du ganz geknickt«, und dann rief er Soussi zu: »Nimm die Flossen von meinem Roller!«
Soussi sprang auf, als er uns sah. Er sprach platteren Amsterdamer Dialekt als der Schlagersänger André Hazes. »Hier an der Schule laufen echt klasse Weiber rum, Alter. Und? Was hat se gesagt? Wie lief’s? Haste nen Platz gekriegt?«
Ich spielte mit dem Schirm meiner verkehrt herum aufgesetzten roten Lacoste-Kappe, aus der meine Tolle wie eine hohe Welle aufragte, seufzte tief und sagte: »Nee, Mann.«

 
Mano Bouzamour (Amsterdam, 19 maart 1991)

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08-03-17

Jeffrey Eugenides, Hafid Bouazza, Walter Jens, A. Marja, Aslı, Erdoğ,an, John McPhee, Mouloud Feraoun, Mechtilde Lichnowsky, Dominic Angeloch

 

De Amerikaanse schrijver Jeffrey Eugenides werd geboren op 8 maart 1960 in Detroit. Zie ook alle tags voor Jeffrey Eugenides op dit blog.

Uit: The Marriage Plot

“All over College Hill, in the geometric gardens of the Georgian mansions, the magnolia-scented front yards of Victorians, along brick sidewalks running past black iron fences like those in a Charles Addams cartoon or a Lovecraft story; outside the art studios at the Rhode Island School of Design, where one painting major, having stayed up all night to work, was blaring Patti Smith; shining off the instruments (tuba and trumpet, respectively) of the two members of the Brown marching band who had arrived early at the meeting point and were nervously looking around, wondering where everyone else was; brightening the cobblestone side streets that led downhill to the polluted river, the sun was shining on every brass doorknob, insect wing, and blade of grass. And, in concert with the suddenly flooding light, like a starting gun for all the activity, the doorbell in Madeleine’s fourth-floor apartment began, clamorously, insistently, to ring.
The pulse reached her less as a sound than as a sensation, an electric shock shooting up her spine. In one motion Madeleine tore the pillow off her head and sat up in bed. She knew who was ringing the buzzer. It was her parents. She’d agreed to meet Alton and Phyllida for breakfast at 7:30. She’d made this plan with them two months ago, in April, and now here they were, at the appointed time, in their eager, dependable way. That Alton and Phyllida had driven up from New Jersey to see her graduate, that what they were here to celebrate today wasn’t only her achievement but their own as parents, had nothing wrong or unexpected about it. The problem was that Madeleine, for the first time in her life, wanted no part of it. She wasn’t proud of herself. She was in no mood to celebrate. She’d lost faith in the significance of the day and what the day represented.
She considered not answering. But she knew that if she didn’t answer, one of her roommates would, and then she’d have to explain where she’d disappeared to last night, and with whom. Therefore, Madeleine slid out of the bed and reluctantly stood up.
This seemed to go well for a moment, standing up. Her head felt curiously light, as if hollowed out. But then the blood, draining from her skull like sand from an hourglass, hit a bottleneck, and the back of her head exploded in pain.“

 

 
Jeffrey Eugenides (Detroit, 8 maart 1960) 

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03-03-17

Manfred Flügge, Hans Verhagen, Tjitske Jansen, James Merrill, Kola Boof, Clifton Snider, Gudrun Pausewang, Josef Winkler, Chris Kraus

 

De Duitse schrijver Manfred Flügge werd geboren op 3 maart 1946 in Kolding, Denemarken. Zie ook alle tags voor Manfred Flügge op dit blog.

Uit: Das Jahrhundert der Manns

„Im Deutschen werden Personennamen ohne Artikel gebraucht. Für Vornamen gelten regional geprägte Eigenheiten, mal mit, mal ohne Artikel. Wer die Sippschaft meint, sollte also sagen: Bei Manns wurde Weihnachten seit Generationen groß gefeiert. Und doch heißt es längst überall Die Manns, als handle es sich um eine Firma, ein Unternehmen, ein Markenzeichen. Dabei schwingt etwas Abschätziges mit, im Sinne von »diese Manns«, mit denen es, wie man ja wisse, etwas Besonderes auf sich habe.
Auf ihrer Weltreise von 1927 traten Klaus und Erika Mann als »die literarischen Mann Zwillinge« auf, als Angehörige eines Kollektivs wie Kinder aus einer berühmten Zirkusfamilie. Vielleicht hatte sie Rudolf Grossmanns bebilderter Artikel »Die Romanzwillinge. Thomas und Heinrich Mann« auf diese Idee gebracht, der am 9. Februar 1926 im Berliner Tageblatt erschienen war. Die Pluralform bezog sich ursprünglich auf das schreibende Brüderpaar mit seinen Unterschieden in Schreib- und Lebensstil, im Denken und öffentlichen Auftreten. Im November 1918 wurden in München Postkarten mit den beiden Türmen der Frauenkirche gedruckt, deren Kuppeln jeweils die Köpfe der beiden Romanciers darstellten: »Feindliche Brüder?«
Links der schmunzelnde Heinrich über einer roten Fahne, rechts Thomas, missmutig hinüberschielend und von lästigen Krähen umschwärmt.
Schon als junger Autor war Klaus Mann Gegenstand von Karikaturen. Th. Th. Heine zeichnete ihn 1925 im Simplicissimus mit einem Manuskript in der Hand, hinter seinem Vater stehend: »Du weißt doch, Papa, Genies haben niemals geniale Söhne, also bist du kein Genie.« Egon Friedrich Maria Aders illustrierte seinen Artikel »Die Dichterdynastie Mann«, der 1927 in der Essener Wochenschauerschien, mit eigenen Zeichnungen: »Heinrich: Aristokrat und Grandseigneur in Gang und Haltung, Manieren und Kleidung, nicht aber im Zuschnitt der Lebensführung, der Behausung und der Repräsentation«. Thomas skizzierte er flau, glatt, konturlos; im Text hieß es, man würde ihn nie für einen Dichter halten, gleichwohl umgebe ihn ein besonderer Glanz im Gegensatz zu Heinrich. »Klaus Mann, der älteste Sohn von Thomas, auch bereits als Dichter bekannt, ist ein sehr begabter Junge, jedenfalls besser als seine allzu scharfen Kritiker.«

 

 
Manfred Flügge (Kolding, 3 maart 1946)
Thomas en Heinrich Mann in New York, 1940

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12-08-16

Dolce far niente, Thomas Mann, Hans-Ulrich Treichel, Stefano Benni, Marcellus Emants, Naoki Higashida

 

Dolce far niente

 

 
Uitgeest

 

 

Uitgeester volkslied

Dorpstrouw
(Melodie: 'Aan het Noordzeestrand', Will Tura)

Waar de golfjes kabbelen langs het Buitenmeer,
zet de binnenvisser 's avonds fuiken neer,
Waar de witte zeilen over het water gaan,
en het riet blijft groeien, eeuwig af en aan,
Daar in 't groen verscholen, ligt mijn mooi Uitgeest,
stipje op de landkaart, telt voor mij het meest.

Waar de gele treinen rijden af en aan.
vol met mensen die naar huis of werk toe gaan,
Waar men al 100 jaren melksuiker maakt,
en iedereen in juli, naar de kermis raakt,
Tussen boterbloemen traag het melkvee graast,
daar ligt mijn Uitgeest, dorpje zonder haast.

Waar de hopen staan van geurig goudgeel hooi,
en de tuintjes pronken met hun bloementooi,
Waar de twee spitse torens naar de hemel gaan,
en vijf watermolens in de polder staan,
Waar 't Oude Regthuis staat op het dorpsplein,
daar ligt mijn Uitgeest, daar leef ik pas fijn.

Waar in koude winters ligt een sprei van sneeuw,
op zijn wijde wieken drijft de zilvermeeuw,
Waar op gladde ijzers heel de dorpsjeugd zwiert,
over 't Binnenmeertje, dat de polder siert,
Heerlijk daar te wonen, dorp waar ik van hou,
jou, mijn mooi Uitgeest, blijf ik altijd trouw.

 

 
Poldermolen, Uitgeest

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24-07-16

Robert Graves, Johan Andreas der Mouw, Banana Yoshimoto, Rosemarie Schuder, Katia Mann, Junichirō Tanizaki

 

De Engelse dichter en schrijver Robert Graves werd geboren in Londen (Wimbledon) op 24 juli 1895. Zie ook alle tags voor Robert Graves op dit blog.

Uit: I, Claudius

« I dictated most of the first four volumes to a Greek secretary of mine and told him to alter nothing as he wrote (except, where necessary, for the balance of the sentences, or to remove contradictions or repetitions). But I admit that nearly all the second half of the work, and some chapters at least of the first, were composed by this same fellow Polybius (whom I had named myself, when a slave-boy, after the famous historian) from material that I gave him. And he modelled his style so accurately on mine that, really, when he had done, nobody could have guessed what was mine and what was his.
It was a dull book, I repeat. I was in no position to criticize the Emperor Augustus, who was my maternal granduncle, or his third and last wife, Livia Augusta, who was my grandmother, because they had both been officially deified and I was connected in a priestly capacity with their cults; and though I could have pretty sharply criticised Augustus' two unworthy Imperial successors, I refrained for decency's sake. It would have been unjust to exculpate Livia, and Augustus himself, in so far as he deferred to that remarkable and—let me say at once—abominable woman, while telling the truth about the other two, whose memories were not similarly protected by religious awe.
I let it be a dull book, recording merely such uncontroversial facts as, for example, that So-and-so married So-and-so, the daughter of Such-and-such who had this or that number of public honours to his credit, but not mentioning the political reasons for the marriage nor the behind-scene bargaining between the families. Or I would write that So-and-so died suddenly, after eating a dish of African figs, but say nothing of poison, or to whose advantage the death proved to be, unless the facts were supported by a verdict of the Criminal Courts. I told no lies, but neither did I tell the truth in the sense that I mean to tell it here.
When I consulted this book to-day in the Apollo Library on the Palatine Hill, to refresh my memory for certain particulars of date, I was interested to come across passages in the public chapters which I could have sworn I had written or dictated, the style was so peculiarly my own, and yet which I had no recollection of writing or dictating. If they were by Polybius they were a wonderfully clever piece of mimicry (he had my other histories to study, I admit), but if they were really by myself then my memory is even worse than my enemies declare it to be. Reading over what I have just put down I see that I must be rather exciting than disarming suspicion, first as to my sole authorship of what follows, next as to my integrity as an historian, and finally as to my memory for facts. But I shall let it stand; it is myself writing as I feel, and as the history proceeds the reader will be the more ready to believe that I am hiding nothing—so much being to my discredit.”

 

 
Robert Graves (24 juli 1895 - 7 december 1985)
Scene uit de Britse tv-serie met o.a. Derek Jacobi als Claudius (rechts), 1976

Bewaren

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06-06-16

Thomas Mann, Aleksandr Poesjkin, Sarah Dessen, Jean Cayrol, Pierre Corneille, Hendrik van Teylingen, V. C. Andrews, Henry Newbolt

 

De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875. Zie ook mijn blog van 6 juni 2010 en eveneens alle tags voor Thomas Mann op dit blog.

Uit: Doktor Faustus

„Mit aller Bestimmtheit will ich versichern, daß es keineswegs aus dem Wunsche geschieht, meine Person in den Vordergrund zu schieben, wenn ich diesen Mitteilungen über das Leben des verewigten Adrian Leverkühn, dieser ersten und gewiß sehr vorläufigen Biographie des teuren, vom Schicksal so furchtbar heimgesuchten, erhobenen und gestürzten Mannes und genialen Musikers, einige Worte über mich selbst und meine Bewandtnisse vorausschicke. Einzig die Annahme bestimmt mich dazu, daß der Leser — ich sage besser: der zukünftige Leser; denn für den Augenblick besteht ja noch nicht die geringste Aussicht, daß meine Schrift das Licht der Öffentlichkeit erblikken könnte, — es sei denn, daß sie durch ein Wunder unsere umdrohte Festung Europa zu verlassen und denen draußen einen Hauch von den Geheimnissen unserer Einsamkeit zu bringen vermöchte; — ich bitte wieder ansetzen zu dürfen: nur weil ich damit rechne, daß man wünschen wird, über das Wer und Was des Schreibenden beiläufig unterrichtet zu sein, schicke ich diesen Eröffnungen einige wenige Notizen über mein eigenes Individuum voraus, — nicht ohne die Gewärtigung freilich, gerade dadurch dem Leser Zweifel zu erwecken, ob er sich auch in den richtigen Händen befindet, will sagen: ob ich meiner ganzen Existenz nach der rechte Mann für eine Aufgabe bin, zu der vielleicht mehr das Herz als irgendwelche berechtigende Wesensverwandtschaft mich zieht.

 

 
Armel Loriquet als Echo en Jon Finch als Adrian Leverkühn in de film uit 1982

 

Ich überlese die vorstehenden Zeilen und kann nicht umhin, ihnen eine gewisse Unruhe und Beschwertheit des Atemzuges anzumerken, die nur zu bezeichnend ist für den Gemütszustand, in dem ich mich heute, den 23. Mai 1943, zwei Jahre nach Leverkühns Tode, will sagen: zwei Jahre nachdem er aus tiefer Nacht in die tiefste gegangen, in meinem langjährigen kleinen Studierzimmer zu Freising an der Isar niedersetze, um mit der Lebensbeschreibung meines in Gott ruhenden — o möge es so sein! — in Gott ruhenden unglücklichen Freundes den sächlich hat das Erlebnis mich gezwungen, über dieses Problem so angestrengt, so inständig nachzudenken,»daß es mir schreckhafter Weise zuweilen schien, als würde ich damit über die mir eigentlich bestimmte und zukömmliche Gedankenebene hinausgetrieben und erführe selbst eine »unlautere« Steigerung meiner natürlichen Gaben ...“

 

 
Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)
In 1947

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02-06-16

Jim Knipfel, Marcel Reich-Ranicki, Sibylle Berg, Carol Shields, Jean Nelissen, Thomas Hardy, Markies De Sade, Joy Ladin

 

De Amerikaanse schrijver Jim Knipfel werd geboren op 2 juni 1965 in Green Bay, Wisconsin. Zie ook alle tags voor Jim Knipfel op dit blog.

Uit: Slackjaw: A Memoir

"There, you see? Can you imagine how they would feel if you killed yourself?"
"So, what, I should go on living solely out of guilt? Guilt overhow they would feel if I were to end it? That's not much to workwith." I chuckled.
"See? You just laughed! If you laugh, that must meansomething. Everything's not completely dark."
"Well, Wagner said," I responded, one more young man whotook his Wagner too seriously, "`Amidst laughter should we faceour doom.'"
"Who?"
"Never mind," I told her, knowing the whole thing was amistake. It wasn't going anywhere, and never would go anywhere."Thanks for taking the time, but I'm suddenly real tired. I'mgoing to bed."
"Are you still thinking about hurting yourself?"
"Well, yeah. But right now I'm just too damn tired." Thesefew minutes on the phone with her had completely sapped whatenergy I had left. She began to say something else, but I hungup. Useless. I lay down on my mattress, still dressed, and fellasleep.
The next morning was brisk and clear outside. Therewere things I was supposed to be doing, but for the life of me, Icouldn't remember what. I put on my hat and coat, left theapartment, and started walking in a direction I'd never gone. I hadstarted wearing a black fedora everywhere when I was sixteenyears old. At the time, I thought it made me look like Bogart. Iwas mistaken. So many of us go through life trying to be Bogartor Cagney, but we mostly end up like Elisha Cook, Jr. I certainlydid. But the hat stayed. It was my most identifiable feature.
I walked for hours, hoping I could exhaust myself and walkthe bad thoughts out of my head. Once my legs started gettingnumb, I turned around and started back home. While I walked,I took inventory, only to discover that there was nothing to count.
When I got home, I opened the door, threw my hat and coaton the mattress, snatched the razors off the desk, took them into the bathroom, and searched in vain for a comfortable spot on the tiled floor. After a few minutes I gave up on that silly notion and set to work on the right wrist."

 

 
Jim Knipfel (Green Bay, 2 juni 1965)

Bewaren

Bewaren

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21-04-16

Charlotte Brontë, Patrick Rambaud, John Mortimer, Charles den Tex, Michael Mann, Peter Schneider, Gerrit Wustmann

 

De Britse schrijfster Charlotte Brontë werd geboren in Thornton op 21 april 1816. Zie ook alletags voor Charlotte Brontë op dit blog.

Uit: Jane Eyre

"Wake! wake!" I cried. I shook him, but he only murmured and turned: the smoke had stupefied him. Not a moment could be lost: the very sheets were kindling, I rushed to his basin and ewer; fortunately, one was wide and the other deep, and both were filled with water. I heaved them up, deluged the bed and its occupant, flew back to my own room, brought my own water-jug, baptized the couch afresh, and, by God's aid, succeeded in extinguishing the flames which were devouring it.
The hiss of the quenched element, the breakage of a pitcher which I flung from my hand when I had emptied it, and, above all, the splash of the shower-bath I had liberally bestowed, roused Mr. Rochester at last. Though it was now dark, I knew he was awake; because I heard him fulminating strange anathemas at finding himself lying in a pool of water.
"Is there a flood?" he cried.
"No, sir," I answered; "but there has been a fire: get up, do; you are quenched now; I will fetch you a candle."
"In the name of all the elves in Christendom, is that Jane Eyre?" he demanded. "What have you done with me, witch, sorceress? Who is in the room besides you? Have you plotted to drown me?"
"I will fetch you a candle, sir; and, in Heaven's name, get up. Somebody has plotted something: you cannot too soon find out who and what it is."
"There! I am up now; but at your peril you fetch a candle yet: wait two minutes till I get into some dry garments, if any dry there be--yes, here is my dressing-gown. Now run!"
I did run; I brought the candle which still remained in the gallery. He took it from my hand, held it up, and surveyed the bed, all blackened and scorched, the sheets drenched, the carpet round swimming in water.
"What is it? and who did it?" he asked. I briefly related to him what had transpired: the strange laugh I had heard in the gallery: the step ascending to the third storey; the smoke,--the smell of fire which had conducted me to his room; in what state I had found matters there, and how I had deluged him with all the water I could lay hands on.”

 

 
Charlotte Brontë (21 april 1816 – 31 maart 1855)
Mia Wasikowska als Jane Eyre in de gelijknamige film uit 2011

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19-03-16

Hans Mayer, Philip Roth, Mano Bouzamour, Kirsten Boie, Lynne Sharon Schwartz, Lina Kostenko, Petar Preradović

 

De Duitse literatuurwetenschapper, schrijver, criticus, jurist en socioloog Hans Mayer werd geboren op 19 maart 1907 in Keulen. Zie ook alle tags voor Hans Mayer op dit blog.

Uit: Du störst mich nicht (Über Thomas und Heinrich Mann: Briefwechsel 1900-1949)

„Thomas dagegen schreibt am 31. Juli, auch aus Kalifornien und nachKalifornien: „Wir haben große Personalnot, unsere Dunklen verlassen uns und neue sind teils unerschwinglich, teils unerträglich. Aber einmal werden wir ja wieder in Ordnung kommen und hoffen, dann Nelly und Dich recht bald einen Abend bei uns zu haben.“ Dieser Briefwechsel macht es Verehrern Thomas Manns nicht leicht.
Da ist noch mehr. Für den biographischen und auch literarischen Hintergrund des Frühwerks von Thomas Mann nämlich sind seine Briefe an Heinrich von einzigartiger Bedeutung.
Den ersten der erhaltenen Briefe schreibt der 25jährige Thomas Mann nach Abschluß von „Buddenbrooks“; das Manuskript liegt nun beim Verleger Samuel Fischer, aber noch hat der Autor über sein Werk „nichts Neues“ gehört; gleichzeitig gratuliert er ein bißchen säuerlich zur Verleger-Reklame für Heinrichs Roman „Im Schlaraf-fehlend“. Man lebt in einem Zeitalter der Migränen, ästhetischen Ressentimente und Nervenkrisrm, und der junge Thomas Mann, arg auf Modernität erpicht, läßt es sich gesagt sein. Leidenschaften werden .durchlitten‚ genossen und literarisch filtriert, was Schmerzhaftes nicht ausschließt.
Als .‚Buddenbrooks“ endlich angenommen ist, teilt der Verfasser dem älteren Bruder etwas ironisch mit: „Ich werde mich photographieren lassen, die Rechte in der Frackweste und die Linke auf die drei Bände gestützt; dann kann ich eigentlich getrost in die Grube fahren.“ Im selben Brief aber (13. Februar 1901} hieß es Vorher: „Depressionen wirklich arger Art mit vollkommen ernst gemeinten Selbstabschaffungsplänen haben mit einem unbeschreiblichen, reinen und unverhoftten Herzensglück gewechselt‚ mit Erlebnissen, die sich nicht erzählen lassen, und deren Andeutung natürlich wie Renommage wirkt.“ Es ist schwer, hier vom Bericht. über ein .,ernstes Leben“ zu sprechen.“

 

 
Hans Mayer (19 maart 1907 – 19 mei 2001)
Heinrich en Thomas Mann rond 1902

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08-03-16

Hafid Bouazza, Jeffrey Eugenides, Walter Jens, A. Marja, John McPhee, Mouloud Feraoun, Mechtilde Lichnowsky

 

De Marokkaans-Nederlandse schrijver Hafid Bouazza werd geboren op 8 maart 1970 in Oujda, Marokko. Zie ook alle tags voor Hafid Bouazza op dit blog.

Uit: Paravion

"In groene valleien waar anemonen bloeiden, hoedde een oude herder zijn schapen en schramde met zijn schalmei de frisse stilte. De echo floot terug.
Aan de Narvelzee haalde de visser zijn netten op die zwaar waren van lijken en spartelend zilver. Overal rondom hem dwarrelden witte uilen en vroegen ‘hoehoe’, een veel droeviger gezang dan het geluid van de geitenbellen.
In de mirage werd Paravion geboren, een spel van trillende lijnen en zwemmende kleuren. De kerktorens zwegen tegen een achtergrond van gebochelde wolken, de klokken waren oud en uit het nauwelijks zichtbare verleden hoorden zij als een kinderherinnering hun geschal als het geluid van de geitenbellen."
(…)

“Kijk dàn!
De lente was feestelijk geweest na de zegenende regens van de winter en had alles en iedereen in een roes gebracht:De vallei Abqar was in opperbeste stemming.
De; geiten gaven melk, ze hadden gejongd; Waar zoogdieren samen zijn, vermenigvuldigen zij zich; Alles groeide, zelfs in dat gehucht. De beek kwebbelele vroiijk als winkelende vrouwen en droeg bladeren en ruikers mee alsof hij een bloemist had bezocht; een sneeuwval van amandelbloesems bedwelmde de neus met dodelijke geuren. De vijgenbomen staarden eindeloos naar hun onrustige reflectie, de heesters en struwelen, de witte en roze oleanders stalden hun snoepgoed uit: Nu kwam de wind alles afdrogen en stofte hij de bladeren af die levendìg begonnen te zwatelen. De vogels roddelden vrijelijk.
Baba Baloek en de jonge vrouwen van het gehucht waren gelukkiger dan ooit in hun vruchtbare, bloeìende en vruchtvolle vrijheid: Demoeders waren gestorven, van dementie naar een zalig onbestaan vergeleden."

 

 
Hafid Bouazza (Oujda, 8 maart 1970)

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03-03-16

Manfred Flügge, Hans Verhagen, Tjitske Jansen, James Merrill, Kola Boof, Clifton Snider, Gudrun Pausewang

 

De Duitse schrijver Manfred Flügge werd geboren op 3 maart 1946 in Kolding, Denemarken. Zie ook alle tags voor Manfred Flügge op dit blog.

Uit: Das Jahrhundert der Manns

„Im Sommer 1997 reiste Frido Mann zum ersten Mal nach Nidden, einem kleinen Ort auf der Kurischen Nehrung. Oberhalb des Ostseestrandes stand noch immer das geräumige Sommerhaus seiner Großeltern. Bei einem Abstecher von Königsberg aus hatten sie den Ort im Jahr 1929 entdeckt und beschlossen, dort ein Feriendomizil zu errichten. Als das braungestrichene Holzhaus mit Strohdach und blauen Fensterläden im Sommer 1930 bezogen wurde, kam es zu einem Auflauf wie bei einem Volksfest. Die Einheimischen feierten den zum Nobelpreisträger avancierten Autor und seine Angehörigen. Auch in den beiden folgenden Jahren verbrachten die Manns hier ausgedehnte Ferien, dann beendete das Exil diese Phase. In wechselndem Besitz überdauerte das Gebäude die Jahrzehnte und Regime, ehe es im souveränen Litauen restauriert und als Thomas-Mann-Kulturzentrum eingeweiht werden konnte.
Frido Mann ist mehrmals wiedergekommen und konnte erleben, wie sich an diesem Ort auf der schmalen Landzunge zwischen Meer und Haff die Epochen überlagern und alle noch spürbar sind. 1997 reiste er auch in den brasilianischen Küstenort Paraty, wo seine Urgroßmutter Julia da Silva-Bruhns geboren wurde, die Mutter von Heinrich und Thomas Mann. Von Nidden bis Paraty, von Lübeck bis Venedig, von München bis Los Angeles, von Capri bis Halifax reichen die Schicksalswege der Mitglieder dieser besonderen Familie, deren Erlebnisse ein Jahrhundert beleuchtet und deren Werke alle Themen ihrer Zeit berührt haben.
»Die Manns kommen!« Dieser Schreckensruf tönte Thomas Mann entgegen, als er eines Tages in der Nähe seines Münchner Hauses mit seinem Hund spazieren ging. Ein paar Kinder flüchteten ... vor seinem eigenen Nachwuchs. »Die Mannkinder«, wie man auch sagte, ärgerten ihre Nachbarschaft mit Telefonterror, Ladendiebstählen und anderen bösen Streichen (vielleicht weil im Haus des Vaters immer Ruhe herrschen musste). Kadidja Wedekind erinnerte sich: »Zuweilen, wenn wir so am Isarufer hinpilgerten, begegneten wir vor einer eleganten Villa einigen finster blickenden, etwas verwahrlosten Kindern, und wir erfuhren, daß dies ›Thomas Manns‹ seien.«
Der Roman, der den Grundstein für den Mythos der Familie Mann bildete, trägt in seinem Titel keinen bestimmten Artikel: Buddenbrooks.“

 

 
Manfred Flügge (Kolding, 3 maart 1946)
Cover 

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09-11-15

Ivan Toergenjev, Erika Mann, Jens Christian Grøndahl, Jan Decker, Roger McGough, Anne Sexton

 

De Russische schrijver Ivan Sergejevitsj Toergenjev werd geboren op 9 november 1818 in Orjol, in de Oekraïne. Zie ook mijn blog van 9 november 2010 en eveneens alle tags voor Ivan Toergenjev op dit blog.

Uit: Virgin Soil (Vertaald door R. S. Townsend)

“At one o'clock in the afternoon of a spring day in the year 1868, a young man of twenty-seven, carelessly and shabbily dressed, was toiling up the back staircase of a five-storied house on Officers Street in St. Petersburg. Noisily shuffling his down-trodden goloshes and slowly swinging his heavy, clumsy figure, the man at last reached the very top flight and stopped before a half-open door hanging off its hinges. He did not ring the bell, but gave a loud sigh and walked straight into a small, dark passage.
“Is Nejdanov at home?” he called out in a deep, loud voice.
“No, he’s not. I’m here. Come in,” an equally coarse woman’s voice responded from the adjoining room.
“Is that Mashurina?” asked the newcomer.
“Yes, it is I. Are you Ostrodumov?
“Pemien Ostrodumov,” he replied, carefully removing his goloshes, and hanging his shabby coat on a nail, he went into the room from whence issued the woman’s voice.
It was a narrow, untidy room, with dull green coloured walls, badly lighted by two dusty windows. The furnishings consisted of an iron bedstead standing in a corner, a table in the middle, several chairs, and a bookcase piled up with books. At the table sat a woman of about thirty. She was bareheaded, clad in a black stuff dress, and was smoking a cigarette. On catching sight of Ostrodumov she extended her broad, redhand without a word. He shook it, also without saying anything, dropped into a chair and pulled a half-broken cigar out of a side pocket. Mashurina gave him a light, and without exchanging a single word, or so much as looking at one another, they began sending out long, blue puffs into the stuffy room, already filled with smoke.
There was something similar about these two smokers, al- though their features were not a bit alike. In these two slov- enly figures, with their coarse lips, teeth, and nose.
Ostrodumov was even pock-marked), there was something honest and firm and persevering.
“Have you seen Nejdanov?” Ostrodumov asked.
“Yes. He will be back directly. He has gone to the library with some books.”

 

 
Ivan Toergenjev (9 november 1818 – 3 september 1883)
Portret door Vasily Perov, 1872

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12-08-15

Thomas Mann, Hans-Ulrich Treichel, Anthony Swofford, Stefano Benni, Marcellus Emants

 

Op 12 augustus 1955 overleed de Duitse schrijver Dat is vandaag precies 60 jaar geleden. Thomas Mann. Zie ook mijn blog van 12 augustus 2010 en eveneens alle tags voor Thomas Mann op dit blog.

Uit: Tagebücher

„Geburtstag am D-Day
06.06.1944
Pacif. Palis., Dienstag den 6. Juni 1944. Invasion Frankreichs
Mein 69. Geburtstag. Stand ½ 9 auf. Es war neblig-aufklärend. Wurde von K. und der Schwarzen, die sang, empfangen. Während K. mir ihre Geschenke zeigte (Armstuhl fürs Schlafzimmer, Schlafrock, Platten, Ledernützlichkeiten, Seife, Süßigkeiten) rief Mrs. Meyer aus Washington an, von der ich, bevor ich die Zeitungen gesehen, erfuhr, dass die Invasion Frankreichs bei Caen, Calais, Le Havre begonnen hat. Eigentümliches Zusammentreffen. Beim Frühstück die Zeitungsnachrichten. Die Meyer erklärte, befriedigende direkte Nachrichten aus dem Kriegsministerium zu haben. Spannung auf coordinierte Aktionen der Russen. Telephon mit Franks. Man erwartet eine weitere Ansprache des Präsidenten. – Schrieb am Schluss des XVII. Kapitels. Besuch von Revy mit altem Goethe-Bändchen. Mittags auf der Promenade. Viel Post, Briefe von Kahler, Auerheimer. Nach Tische Gottlieb und Guggenheim mit Cigarren.

 

 
De villa die Thomas Mann liet bouwen in Pacific Palisades

 

Zum Thee Neumanns, ebenfalls mit Blumen und den rar gewordenen Cigarren. Telephon mit Heinrich. Blumen-Arrangements von der Meyer. 7 Uhr Werfels und Franks mit französ. Champagner, großer Ascheschale, Abendessen zu sechsen mit Champagner. Nach dem Kaffee auf Werfels Wunsch Vorlesung aus dem Roman: da Schleppfuß fehlte, das Kapitel mit Adrians Brief. Gespräch über die Welt des Buches. Nach Wefels Weggang liest Frank die für mich geschriebene Kino-Novelle. Gut gemacht. – Hörten 11 Uhr ausführliche Invasionsnachrichten aus Hollywood und London. – Blumentelegramme von Oprechts-Giese, Bermanns.“

 

 
Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)

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