31-12-16

Irina Korschunow, Nicholas Sparks, Gottfried August Bürger, Alexander Smith, Horacio Quiroga, Stephan Krawczyk, Kingbotho

 

De Duitse schrijfster Irina Korschunow werd geboren op 31 december 1925 in Stendal in Sachsen-Anhalt. Zie ook alle tags voor Irina Korschunow op dit blog. 

Uit: Langsamer Abschied

„Aber woher sollte ich wissen, was in Pierres zerstörtem Hirn vor sich gegangen war in der letzten Phase und ob er sich auch jetzt noch die grüne Wiese gewünscht hätte oder doch lieber ein Grab hinter der alten Dorfkirche. Eins konnte so richtig oder falsch sein wie das andere, es gab keine schriftlichen Verfügungen. Weil aber Schwester Gudas Entschlossenheit jeden Einwand zunichte gemacht hatte, stand nun der blumenumwucherte Sarg an dem Altar, wo Pastor Kröger, ein etwas mickriger Mann mit erstaunlich sonorer Stimme, darauf beharrte, den langen Leidensweg eine göttliche Prüfung wie die des Hiob zu nennen, un- erträglich, dieser Vergleich. Nein, das nicht, dachte ich oder murmelte es sogar, denn Schwester Guda neben mir, aufrecht, ihre frisch gestärkte Haube über dem Scheitel, griff nach meiner Hand, es sei doch eine schöne Predigt, der Herr Professor würde sich freuen.
Ich war ohne verwandtschaftlichen Tross gekommen, zwei Einzelkinder, Pierre und ich, jeder von uns hatte nur den anderen gehabt. Nun saß ich allein inmitten der Menge, die darauf wartete, Erde hinter ihm herzuwerfen, Nachbarn aus dem Ort, in dem wir unser Haus gebaut hatten, die Universität mit ihrem Umfeld, sein Institut natürlich in voller Besetzung, dazu die große Zahl der Freunde und Weggefährten aus vergangenen Zeiten, viel zu viele Menschen für die kleine Friedhofskapelle. Sie drängten sich in den Bankreihen und an den Wänden, und während die Predigt weiterhin um Hiob kreiste, sah ich plötzlich Leo unter der Empore stehen. Unsere Blicke trafen sich, ich wandte mich ab, warum musste er kommen nach allem, was passiert war. »Lass ihn endlich los«, hatte er gesagt, »es ist doch Zeit, wirf dich nicht immer wieder dazwischen«, und nun stand der Sarg am Altar, nein, Leo hätte nicht kommen dürfen.“

 

 
Irina Korschunow (31 december 1925 – 31 december 2013)
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31-12-15

Irina Korschunow, Nicholas Sparks, Gottfried August Bürger, Alexander Smith, Horacio Quiroga, Stephan Krawczyk

 

De Duitse schrijfster Irina Korschunow werd geboren op 31 december 1925 in Stendal in Sachsen-Anhalt. Zie ook alle tags voor Irina Korschunow op dit blog. 

Uit: Langsamer Abschied

„Nun also soll Pierre begraben werden, draußen auf dem Einbeeker Heidefriedhof, mit kirchlichem Segen, und selbst als schon die Glocken läuteten, wusste ich noch nicht, ob es richtig war, was ich tat. »Für mich bitte kein Tamtam, nur die grüne Wiese und eine Gitarre mit Yesterday«, hatte er gelegentlich verlauten lassen, früher vor dem Unfall, als Sterben noch irgendwo im Abstrakten hing, nicht seine Sache. Doch dann, gegen Ende des großen Schweigens, hatte er angefangen, die Finger ineinander zu verschränken, erst sporadisch, allmählich häufiger, ein ehernes Bild, Pierre, der Leidensmann, bleich und erstarrt, die gefalteten Hände auf der Bettdecke.
Vielleicht nur eine leere Geste oder der Versuch, sich an sich selbst festzuhalten. Schwester Guda indessen, verantwortlich für das morgendliche Ritual, Säubern, Salben, Lagern und was der Körper sonst noch benötigte, um den Tag zu überstehen, bezeichnete es als Beten, »der Herr Professor betet wieder«, naheliegend für eine in die Jahre gekommene christliche Pflegerin, und keine Frage, dass sie unmittelbar nach seinem letzten Atemzug für eine kirchliche Beerdigung zu kämpfen begonnen hatte, mit dem Argument der gefalteten Hände, und vielleicht sei er im Verlauf seiner Heimsuchung ja längst wieder bei Gott angelangt, »darauf lassen Sie uns hoffen, Frau Nora«.

 

 
Irina Korschunow (31 december 1925 – 31 december 2013)

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31-12-14

Irina Korschunow, Nicholas Sparks, Gottfried August Bürger, Alexander Smith, Horacio Quiroga, Stephan Krawczyk

 

De Duitse schrijfster Irina Korschunow werd geboren op 31 december 1925 in Stendal in Sachsen-Anhalt. Zie ook alle tags voor Irina Korschunow op dit blog. 

Uit: Glück hat seinen Preis

»War das mein Leben?« fragte sie, als ob ich eine Antwort wissen müßte. Für wen? Für sie? Für mich? Ich werde sie finden. Ich habe die Bilder im gelben Karton, die Geschichten dazu. Und auch die Stadt, in die ich fahren kann auf meiner Spurensuche. Die Abrißkolonnen sind darüber hinweggegangen und später der Krieg, aber ein paar Straßenläufe gibt es noch, ein paar Häuser, ein paar Gräber, ein paar Menschen: Kiel, dänisch-beschaulich bis 1866, dann unter preußischer Herrschaft zur Großstadt explodiert, Stadt der Marine, der Schiffe, der Werften, Hafenstadt, Kaiserstadt, in die mein Großvater Peersen am 5. März 1887 kam, um sein Glück zu machen.
»Er kam vom Dorf«, sagte meine Mutter, wenn sie von seinen Anfängen erzählte. »Seine Eltern hatten einen kleinen Hof in der Probstei. Aber er träumte vom Häuserbauen, dein Großvater Peersen, und ist Maurer geworden und eines Tages nach Ellerbeck gegangen und mit einem Fischer rüber nach Kiel gefahren.«
Ich stelle mir meinen Großvater Peersen vor, nicht den Mann mit dem grauen Kinnbart und den runden Schultern, wie meine Mutter sie von ihm geerbt hat und ich vielleicht auch, sondern jung, breit, einsneunzig groß, mit hellen Haaren und hellen Augen, die er zusammenkniff, weil dort, von wo er herkam, immer ein Wind wehte.
»Lat mi mit röver«, sagte er zu dem Fischer im breiten Platt seines Dorfes hinter der Förde. Er war als Geselle auf Wanderschaft gewesen, danach zwei Jahre bei einem Meister in Flensburg. Er hatte sein Erbe verkauft, sechs Hektar Ackerland, Koppeln, das reetgedeckte Haus mit den Kastanien, die es vor dem Wind schützen sollten, ein paar Stück Vieh, und die Schwestern ausgezahlt. In seiner Tasche steckte der Meisterbrief. Maurermeister Johann Peersen.“

 

 
Irina Korschunow (31 december 1925 – 31 december 2013)

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31-12-13

Nicholas Sparks, Gottfried August Bürger, Alexander Smith, Horacio Quiroga, Irina Korschunow, Stephan Krawczyk

De Amerikaanse schrijver Nicholas Sparks werd geboren in Omaha, Nebraska op 31 december 1965. Zie ook alle tags voor Nicolas Sparks op dit blog.

Uit: Dear John

“Like all cities, Wilmington is rich in places and poor in others, and since my dad had one of the steadiest, solid-citizen jobs on the planet -- he drove a mail delivery route for the post office -- we did okay. Not great, but okay. We weren't rich, but we lived close enough to the rich area for me to attend one of the best high schools in the city. Unlike my friends' homes, though, our house was old and small; part of the porch had begun to sag, but the yard was its saving grace. There was a big oak tree in the backyard, and when I was eight years old, I built a tree house with scraps of wood I collected from a construction site. My dad didn't help me with the project (if he hit a nail with a hammer, it could honestly be called an accident); it was the same summer I taught myself to surf. I suppose I should have realized then how different I was from my dad, but that just shows how little you know about life when you're a kid.
My dad and I were as different as two people could possibly be. Where he was passive and introspective, I was always in motion and hated to be alone; while he placed a high value on education, school for me was like a social club with sports added in. He had poor posture and tended to shuffle when he walked; I bounced from here to there, forever asking him to time how long it took me to run to the end of the block and back. I was taller than him by the time I was in eighth grade and could beat him in arm-wrestling a year later.”

 

 
Nicholas Sparks (Omaha, 31 december 1965)

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31-12-10

Irina Korschunow, Nicholas Sparks, Stephan Krawczyk, Nicolas Born

 

De Duitse schrijfster Irina Korschunow werd geboren op 31 december 1925 in Stendal in Sachsen-Anhalt. Zie ook mijn blog van 31 december 2007 en ook mijn blog van 31 december 2008 en ook mijn blog van 31 december 2009.

 

Uit: Glück hat seinen Preis

 

„Es gibt ein Bild von meiner Mutter, das Bild mit dem Fächer. Siebzehn war sie damals. Sie steht neben einem Sessel, den Kopf zur Seite geneigt, Blumen im Haar, den halbgeöffneten Reiherfächer in der linken Hand und das Kleid voller Spitzen.

»Echte Chamonixspitzen, Janne«, sagte sie jedesmal, wenn wir das Bild ansahen. Irgendwann, als ich klein war, muß es eine Zeit der Fotografien gegeben haben, tagelanges Wühlen in dem gelben Karton, Geschwister, Eltern, Tanten, Onkel, quer durch die Zeiten. »Onkel Justus mit drei Jahren. Und Tante Mieke als Baby. Und das ist die Hochzeit von Onkel Hans. Dahinten steht Tante Lena, sie ist auch schon längst verheiratet. Großvater Peersen? Der lebte damals doch nicht mehr. Aber hier, er und Großmutter Marie, noch ganz jung. Und das bin ich, mit dem Fächer . . .«

Die Stimme meiner Mutter, die Bilder und die Ge- schichten zu den Bildern. Wir sitzen im Wohnzimmer unter dem rosa Lampenschirm. Sie hat den Arm um mich gelegt, und alles an ihr ist rund und warm und weich. Ich bohre meinen Finger in ihr Doppelkinn, und sie schiebt ihn weg und sagt: »Woher ich das nur habe! Bei meiner Mutter ist es mir nie aufgefallen. Aber sie mußte ja auch

schon mit achtunddreißig sterben.«

Wie alt war ich damals? Vier vielleicht, und meine Mutter Mitte Vierzig, wie ich heute. Nur die Art, wie sie den Kopf auf die Seite legt, und die Augen erinnern noch an das Mädchen im Spitzenkleid.

»Echte Chamonixspitzen. Ich habe es zum Ball in der ›Harmonie‹ bekommen, das schönste Kleid, dein Großvater Peersen wollte das. Wir sollten die schönsten Kleider anhaben, meine Mutter und ich. Gott, war er stolz, als er mit uns in den Ballsaal ging, rechts meine Mutter, links ich, und dieser Glanz, diese Lichter. Nie wieder habe ich so etwas erlebt, so ein Fest.«

Achtundsechzig Jahre später ist sie gestorben. Bevor sie das Bewußtsein verlor, ihre Hände waren schon ruhig geworden, sah sie mich noch einmal an.“

 

 

 


Irina Korschunow (Stendal, 31 december 1925)

 

 

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31-12-09

Bastian Böttcher, Jacob Israël de Haan, Arjen Duinker, Kingbotho, Irina Korschunow, Nicholas Sparks, Stephan Krawczyk, Nicolas Born, Dieter Noll


De Duitse dichter schrijver Bastian Böttcher werd op 31 december 1974 in Bremen geboren. Zie ook mijn blog van 31 december 2006 en ook mijn blog van 31 december 2007 en ook mijn blog van 31 december 2008.

 

 

Dran glauben

 

Häng deine Hoffnung

an ein Plastikschwein made in Taiwan

Häng deine Hoffnung

an ein Pflasterstein und andern Kleinkram

Zur Show gibt es Kitsch

Zum Popstar das Image

Zur Schönheit die Bräunung

Zum Glück gibt’s die Täuschung

Also:

Dran glauben!

Kram kaufen!

Augen schließen!

Den Schwindel genießen!

Häng deine Ziele an den Masterplan von Microsoft

Häng deine Ziel an die Straßenbahn zum Luxusloft

Zum Reichtum gibt’s Schätze

Zum Brechen Gesetze

Zur Unschuld die Leugnung

Zum Glück gibt’s die Täuschung

 

 

 

 

Babylon 2.8

 

Berlin, Paris, London, Ballermann, Balaton.

Wir leben in Babylon 2.8.

Reden wie im Mythos – verdreifacht geregeltes Mediengerede,

und speisen’s in Festplatten, Köpfe und Geräte.

So wie in Babel in der Bibel lieben People die Piepen,

und die, die dienen, verdienen viel weniger, als sie verdienten.

Google mal Babylon! Babel mal Googylon,

Bubblegum, Goodie, Booty, Party on, Babylon!

Während wir Wörter wie Werte verwirren,

werden wagenweise Waren vertrieben. Und im Gehirn

platzen Dotcom-Hypotheken-Sprechblasen wie Pustefix.

Komplett Geplättete fragen mich, warum tuste nix.

Propaganda geht runter wie Öl und rauf wie Ölpreise,

nur wer sich selbst umschaut, wird auf seine Weise weise.

Google mal Babylon! Babel mal Googylon,

Bubblegum, Goodie, Booty, Party on, Babylon!

Bubble ma goodylon! Goody ma Babylon,

Berlin, Paris, London, Ballermann, Balaton.

 

 

 

 

 

BastianBoett01
Bastian Böttcher (Bremen, 31 december 1974)

 

 

 

 

De Nederlandse schrijver, dichter, publicist, rechtsgeleerde Jacob Israël de Haan werd geboren in Smilde op 31 december 1881. Zie ook mijn blog van 31 december 2007 en ook mijn blog van 31 december 2008.

 

 

Antwerpsche libertijnen

 

1

Uw stad was machtig en uw vorstlijk volk van zinnen fel,

In koop- en kaapvaart kloek.

Hoe klaar beeldt gij hun werk en spel

In uw schoon boek.

 

Ik las, ik las verheugd en vond voor het hongrend hart schoon,

In vreugdenloozen tijd

Dus worde u, veel of weinig loon

Mijn lied gewijd.

 

 

2

Geen kapers kloeker en in geene stormen stouter schuimer

Dan een Antwerpsche maat

Zij meten zeeën, ruwer, ruimer

Dan één volk gaat.

 

Maar werven winsten ook méér dan één volk, het vol vertier

Dringt over brug, door poort

Langs weg en water, vaart en veer

Ter Scheldeboord.

 

Daar woelt de vlotte vreugd, vrij door de bonte havenbuurt

Tot in den laten nacht,

Want elk schip boordvol uitgestuurd

Keert schatbevracht.

 

En elke maat, die met zijn zeiler veilig binnenkomt

Brengt van zijn blijde jeugd

Schat, ongewogen, onbesomd

Aan lust en vreugd.

Want in geen stad bloeien zoo schoon de zinnelijke knapen,

Handen smal, rank van voet,

De mond voor lach en min geschapen,

Het hart in gloed.

 

O, jeugd, o jeugd, o schat, die zonder zorgen uitgegeven,

Herwint geen spaarzaamheid,

O, lieve lente van het leven,

Meer dan de oogsttijd.

 

Als drijvers jeugd en lust dringen wilden in ban en band,

Streed het volk nooit getemd,

En brak met wraakwoedende hand,

Wat zinnen klemt.

 

Gent, Brugge noch Brussel, waar het volk voor zijn zinnenvrijheid

Zóó juichend streed en viel

Zijn leus: ‘Niet min der zinnen blijheid

Dan 't heil der ziel.’

 

 

 

 

dehaan_als_arabier
Jacob Israël de Haan (31 december 1881 - 30 juni 1924)

De Haan hier gekleed als Arabier

 

 

 

 

De Nederlandse dichter en schrijver Arjen Duinker werd geboren in Delft op 31 december 1956. Zie ook mijn blog van 31 december 2007 en ook mijn blog van 31 december 2008.

 

 

De steen bloeit

 

De steen bloeit.
De steen die niet kan bloeien,
Wat bloeit die steen.

Zijn bloesems zijn veelkleurig.
Gekleurd als de wolken wanneer de maan hen beschijnt,
Gekleurd als jouw ogen, liefste,
En warm.
Gekleurd als vrolijke ideeën,
Veelkleurig als golven die tot aan de horizon golven.

Wat bloeit de steen,
Wat bloeit de steen die niet kan bloeien...

Hij geurt naar de wind die het gehuil uiteenslaat,
Hij geurt naar het vanzelfsprekende,
Naar bloed,
Gepofte kastanjes,
Drukte in de straten.
Hij geurt naar een vrijheid van zien en voelen
En betovert veelkleurige vlinders.

Zo bloeit de steen,
De steen die niet kan bloeien.
Ik kom terug,
Ik kom terug, liefste, met een van zijn bloesems.

 

 

 

 

Overzicht

 

Toen je ouder dan 50 was,
At je alleen nog kreeften en splinters.

Toen je ouder dan 40 was,
Keek je naar gozers met flitsende heupen.

Toen je ouder dan 30 was,
Bezocht je Romaanse kerkjes op dinsdag.

Toen je ouder dan 20 was,
Luisterde je steeds naar kale geluiden.

Toen je ouder dan 10 was,
Begon je al van de hel te dromen.

Toen je ouder dan 0 was,
Kocht je een ouderwetse vissersboot.

Toen je ouder dan -10 was,
Sneed je bij herhaling je polsen door.

Toen je ouder dan -20 was,
Hield je erg van oorlogsdocumentaires.

Toen je ouder dan -30 was,
Spiegelde je graag aan discuswerpers.

Toen je ouder dan -40 was,
Vond je een plek om krankzinnig te zwijgen.

 

 

 

 

arjenduinker
Arjen Duinker (Delft, 31 december 1956)

 

 

 

 

De Surinaamse dichter (Kingbotho), percussionist, beeldend kunstenaar, Surinamist, toneelschrijver, regisseur, acteur en maatschappelijk werker Noeki André Mosis werd geboren in het District Marowijne op 31 december 1954. Hij is een marron, behorend tot het Ndyuka-volk, en sinds 1990 woonachtig in Nederland. Van 1972 tot 1980 werkte Mosis voor de Surinaamse Dienst Bodemkartering (voor het in kaart brengen van het binnenland). Van 1980 tot 1990 was hij verbonden aan de afdeling Cultuurstudies van het Surinaamse Ministerie van Onderwijs en Cultuur.

Mosis werkte van 1991 tot 1993 als magazijnmedewerker bij AT&T in Den Haag, en van 1996 tot 1999 als toezichthoudend medewerker bij Werkraat in dezelfde stad. Sinds 1990 is hij verbonden aan de Stichting Het Koorenhuis in Den Haag als medewerker communicatie en voorlichting, en docent Afro-Surinaamse en Afrikaanse percussie. Noeki André Mosis schreef poëzie onder de naam Kingbotho. Van zijn hand verscheen nooit een complete bundel, maar hij gebruikte zijn gedichten wel voor zijn voordrachten. Verspreid werden enkele gedichten in het Ndyuka gepubliceerd, zoals `Mi tyubua' [Mijn woon¬plaats] in de Spiegel van de Surinaamse poëzie.

Tussen 1990 en 1997 schreef en regisseerde Mosis diverse dansdrama’s: Bro [Adem/Geest], Fri Yeye [Vrije geest], Het kapsel en Voetspoor, die zich afspelen binnen verschillende contexten van de Surinaamse samenleving. Buba [Lippen] en Mooi benadrukken het integratieproces in multicultureel Nederland.  Zijn beeldend werk werd geëxposeerd in Suriname, Nederland en Frans-Guyana en bevindt zich ook in collecties elders in de wereld, o.m. in Washington D.C., New York en Hong Kong.

 

 

 

Mijn vaste woonplaats

Loop voorbij dat deel van mijn land,
waar eb en vloed in oneindige beweging
altijd zorgdragen voor het overbrengen van al
wat drijvend is, van de overstromingsvlakten naar de oceaan.

Voorbij dat deel van mijn land,
waar het maaiveld van de klei-afzettingen
onder de waterspiegel ligt.
Sta op een der schollen en rust.

Ga erdoorheen, de dagamabossen in het deklandschap,
waar de pegassen zich ophopen
in de geulen over uitgestrekte arealen.
Sta in het gebleekte broszand van de savana en tuur.

Loop verder, voorbij de plateau’s en de heuveltoppen
van de residuaire gronden, waar ferriet en kwartsgrind
het palet domineren tussen het verweerde graniet
in de dalen, op de hellingen.

De paadjes onder de bossen van de granietgronden
lemig en vruchtbaar,
leiden naar de dorpen
midden in de rivieren.

Daar woon ik.
Een dorp te midden der stroomversnellingen.
De hutten zijn beschilderd met kleuren die spreken:
Harmonische wereld.

Gasten die mijn voetsporen hebben betreden
om mij te bezoeken ontvang ik als mijn vrienden.
Zij die over mijn voetsporen heen willen vliegen
zal ik ontvangen als mijn aartsvijanden.

Ik ben waar ik thuis hoor.

 

 

 

 

 

andremosis
Kingbotho (District Marowijne, 31 december 1954)

 

 

 

 

De Duitse schrijfster Irina Korschunow werd geboren op 31 december 1925 in Stendal in Sachsen-Anhalt. Zie ook mijn blog van 31 december 2007 en ook mijn blog van 31 december 2008.

 

Uit: Die Sache mit Christoph

 

„Heute haben wir Christoph begraben.

Nein, nicht wir.

Sie haben ihn begraben.

Ich war nicht dabei.

In die Kirche bin ich noch gegangen. Sie liegt oben auf einem Hügel, mitten zwischen den Gräbern,

eine kleine weiße Dorfkirche mit rundem Turm und einem Altarbild ganz in Rosa und Hellblau, von dem Christoph einmal gesagt hatte, dass es sicher ein Gemeinschaftswerk des Oberrieder Jungfrauenvereins sei.

Jetzt stand sein Sarg vor dem Bild. Die Beerdigung sollte um elf anfangen. Kurz vor elf, als ich kam, war die Kirche schon voll. Das halbe Dorf war da, und die Schule natürlich: unsere Klasse, die Parallelklassen, fast sämtliche Lehrer. Die meisten wohnen nicht in Oberried. Sie waren zusammen mit der Bahn herausgefahren, wie bei einem Schulausflug, und eine halbe Stunde zu früh eingetroffen. Ich bekam keinen Platz mehr und musste stehen. Ich stand an der Wand und sah sie

in den Bänken sitzen, einen neben dem andern, die Göbler, Mathe-Mayer, Bio-Mayer, Hansen, den

Musiklehrer. . . Nur der Hansen hatte Christoph gemocht, die anderen nicht, und ich konnte sie kaum aushalten mit ihren dunklen Kleidern und diesen passenden Gesichtern dazu. Der dicke Morgenfeld bekam es sogar fertig, unglücklich auszusehen. Vor ein paar Tagen hatte er noch zu Christoph gesagt: »Das Leben wird Ihnen schon genug blaue Flecken verpassen, Sie arroganter Kerl, und weiß Gott, die gönne ich Ihnen.«

Dass er es überhaupt gewagt hatte herzukommen, nach allem, was geschehen war. Er hätte in die Schule gehen sollen, er und die anderen, vor allem die Göbler, bei der wir im letzten Jahr Deutsch hatten und die wenigstens ehrlich genug war keine Trauermiene aufzusetzen. Niemand von denen hätte kommen dürfen, auch die Klasse nicht. »Die Meute« hatte Christoph sie genannt, obwohl sie ihn nicht gehetzt hatten, weil es nicht ging, weil sie sich nicht rantrauten. Nur Ulrike hätte dabei sein dürfen, Ulrike und ich. Aber da saßen sie und glotzten auf den Sarg und ich biss mir die Lippen kaputt, weil ich es nicht aushalten konnte, dass sie ihn anstarrten, den braunen Sarg

mit Christoph darin, und sich vorstellten, wie er aussähe, vielleicht in einem weißen Hemd und die

Hände gefaltet. Ja, so war es, ich hielt es nicht aus.“

 

 

 

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Irina Korschunow (Stendal, 31 december 1925)

 

 

 

 

De Amerikaanse schrijver Nicholas Charles Sparks werd geboren in Omaha, Nebraska op 31 december 1965. Zie ook mijn blog van 31 december 2008.

 

Uit: The Wedding

 

It's heartbreaking to think that your wife may not love you, and that night, after Jane had carried the perfume up to our bedroom, I sat on the couch for hours, wondering how this situation had come to pass. At first, I wanted to believe that Jane was simply reacting emotionally and that I was reading far more into the incident than it deserved.
Yet the more I thought about it, the more I sensed not only her displeasure in an absentminded spouse, but the traces of an older melancholy-as if my lapse were simply the final blow in a long, long series of careless missteps.
Had the marriage turned out to be a disappointment for Jane? Though I didn't want to think so, her expression had answered otherwise, and I found myself wondering what that meant for us in the future. Was she questioning whether or not to stay with me? Was she pleased with her decision to have married me in the first place? These, I must add, were frightening questions to consider—with answers that were possibly even more frightening—for until that moment, I'd always assumed that Jane was as content with me as I'd always been with her.
What, I wondered, had led us to feel so differently about each other?
I suppose I must begin by saying that many people would consider our lives fairly ordinary. Like many men, I had the obligation to support the family financially, and my life was largely centered around my career. For the past thirty years, I've worked with the law firm of Ambry, Saxon and Tundle in New Bern, North Carolina, and my income-while not extravagant-was enough to place us firmly in the upper middle class. I enjoy golfing and gardening on the weekends, prefer classical music, and read the newspaper every morning. Though Jane was once an elementary school teacher, she spent the majority of our married life raising three children. She ran both the household and our social life, and her proudest possessions are the photo albums that she carefully assembled as a visual history of our lives. Our brick home is complete with a picket fence and automatic sprinklers, we own two cars, and we are members of both the Rotary Club and the Chamber of Commerce. In the course of our married life, we've saved for retirement, built a wooden swing set in the backyard that now sits unused, attended dozens of parent-teacher conferences, voted regularly, and contributed to the Episcopal church each and every Sunday. At fifty-six, I'm three years older than my wife.“

 

 

 

sparks
Nicholas Sparks (Omaha, 31 december 1965)

 

 

 

 

De Duitse schrijver en musicus Stephan Krawczyk werd geboren op 31 december 1955 in Weida in Thüringen. Hij studeerde muziek in Weimar. Vanaf 1984 was hij liederenmaker en protestzanger in Oost-Berlijn. In 1985 kreeg hij een „Berufsverbot“ en drie jaar later werd hij gearresteerd en uitgezet naar het westen. Hij publiceerde o.a. "Das irische Kind" (1996) en recent  "Feurio" alsook de cd "Die Queen ist in der Stadt".

 

Uit: Steine hüten

 

„Manche sind schöner, wenn sie angezogen sind, bei Margaretha ist es anders, nicht umgekehrt, denn wer nackt schön ist, wäre bekleidet ja nur dann weniger schön, wenn es am Geschmack haperte.

Daran hapert es bei ihr nicht, man kann sogar sagen, ihr Geschmack weiß die Nacktheit zu berücksichtigen, sie trägt keinen Schmuck, ihr Hals, zum Beispiel, braucht weder Kette noch Klunkern, ihre Ohrläppchen bieten sich dem Betrachter nackt und auch seinen Lippen, wenn ihm Margaretha gnädig ist.

Ich empfinde dies als Vorteil an einer Begehrten, weil mir persönlich Metall nicht schmeckt. Wenn ich mich auf einen Abstand von etwa zehn Zentimetern an sie herangepirscht habe - sagen wir, ich sitze mit ihr in einem Strandkorb, warme Sommernacht, alles die Paarung Begünstigende wurde herbeirufen, ist gekommen und anwesend -, tauche ich in ihren Duft ein, und dies ist kein künstlicher Lockstoff, er ist von dem edlen Weibe höchstselbst hergestellt.

Dann fange ich an zu vergessen:

Eigentlich wollte ich mit ihr besprechen, daß es so mit uns nicht mehr weitergeht. Es geht von allein weiter. Sie wölbt ihre Stirn gen Himmel. Wann lag die Nacht heller im Vollmondlicht? Ich sehe sie so gern lächeln, wenn ich ihr Ohrläppchen küsse. Sie schließt die Augen und lächelt beseelt. "Mein Kätzchen", flüstere ich und greife nach ihrer Hand. Die ist feucht geworden. Manchmal wischt sie die Hände vorher am Kleid ab. Aber das nützt meist nichts, bald ist sie wieder feucht. Jetzt ist es ihr egal. Unsere Finger spielen Betasten, Umschließen, Verschränken, während mein Mund immer noch an ihrem Ohrläppchen nuckelt - bis sie schnurrt.“

 

 

 

 

StephanKrawczyk
Stephan Krawczyk (Weida, 31 december 1955)

 

 

 

 

De Duitse dichter en schrijver Nicolas Born werd geboren op 31 december 1937 in Duisburg. Zie ook mijn blog van 31 december 2008.

 

 

Selbstbildnis

 

»Oft für kompakt gehalten

für eine runde Sache

die geläufig zu leben versteht –

doch einsam frühstücke ich

nach Träumen

in denen nichts geschieht.

Ich mein Ärgernis

mit Haarausfall und wunden Füßen

einssechsundachtzig und Beamtensohn

bin mir unabkömmlich

unveräußerlich kenne ich

meinen Wert eine Spur zu genau

und mach Liebe wie Gedichte nebenbei.

Mein Gesicht verkommen

vorteilhaft im Schummerlicht

und bei ernsten Gesprächen.

Ich Zigarettenraucher halb schon Asche

Kaffeetrinker mit den älteren Damen

die mir halfen

wegen meiner sympathischen Fresse und

die Rücksichtslosigkeit mit der

ich höflich bin.«

 

 

 

 

Miniatur


Käfersammlung, begrenzte Farben, blaue Kohle
meine Taschenuhr hab ich zum Reinigen gebracht
nun ist der Uhrmacher gestorben
Fahrräder surren an seinem Laden vorbei
meine Handschrift, liebesunfähig
unter dem Aschenbecher mit Kippen, Kronkorken
Kugelschreiber schwarz, Not am Mann
Kontoauszug als Lesezeichen im Nabokov (Ada)
das Gesicht unserer Erde: eine Riesenlibelle
vor dick aufgetragenem Abendrot
Großer Teddy auf dem Fenstersims im Hof

 

 

 

 

SchriftstellerNicolasBorn1972

Nicolas Born (31 december 1937 – 7 december 1979)

 

 

 

 

De Duitse schrijver Dieter Noll werd geboren op 31 december 1927 in Riesa. Zie ook mijn blog van 31 december 2008.

 

Uit: Die Abenteuer des Werner Holt

Dieter ist der Sohn einer halbjüdischen Mutter, die 1943 nach Theresienstadt eingeliefert wurde, und eines nichtjüdischen Apothekers. Ich bin Sprößling einer Frau, die in der Zeit der Weltwirtschaftskrise vom Protestantismus zu den "Zeugen Jehovas" konvertierte - welches Faktum ihr ab 1938 weit über ein halbes Jahrzehnt lebensbedrohlichen Aufenthalts im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück einbrachte - und eines Mannes, der als Stabsoffizier der Fliegertruppe und am Ende des Krieges als Kommandeur eines Luftwaffenfeldregiments Dienst tat.
Wir beiden Halbwüchsigen schlossen Freundschaft, wie das so unter 15- (ich) bis 16jährigen (Dieter) Jungen so üblich ist, ohne es zunächst zu bemerken. Ab der 5. oder 6. Klasse der "Oberschule für Jungen", wie das Realgymnasium in der sächsischen Großstadt seinerzeit firmierte, schrieb ich vor Unterrichtsbeginn seine Mathe- und Physikarbeiten ab. Im Gegenzug warnte ich ihn vor Übergriffen der Mitschüler, die ihn mehr als einmal verprügeln wollten. Ohne jeden ersichtlichen Grund, nur so, möglicherweise, weil er ihnen irgendwie fremd anmutete. Mich erinnerte die aggressive Haltung seiner "Kameraden" an das Verhalten meiner früheren Berliner Volksschulklasse gegen einen Buben mit Familiennamen Mangold. Wir haben den armen Kerl mehrfach auf dem Schulweg verhauen, wohl weil wir wußten, daß er Jude war. Ich schäme mich noch heute dafür und hoffe von Herzen, daß das Knäblein den wenige Jahre später einsetzenden Holocaust überlebt hat.“

 

 

 

 

Noll
Dieter Noll (31 december 1927 – 6 februari 2008)

Noll (helemaal rechts) als hulpje van de luchtmacht, midden 1944.

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 31e december ook mijn vorige blog van vandaag.