14-04-13

Charles Lewinsky, Helene Hübener, Roberto Schopflocher, Martin Kessel, Gerhard Rohlfs

 

De Zwitserse schrijver en draaiboekauteur Charles Lewinsky werd geboren op 14 april 1946 in Zürich. Zie ook alle tags voor Charles Lewinsky op dit blog.

 

Uit: Johannistag

 

“Wenn man sich der Dorfmitte nähert, rücken die Häuser näher zusammen, sie haben sich auf städtisch herausgeputzt und ihre Gärten hinter sich versteckt, als ob sie sich der Tomatenstauden schämten und der wuchernden Gurken. Wer zu den Beeten will, muss zuerst durch die Garage, die früher mal eine Scheune war, und bevor er wieder auf die Straße hinausgeht, wechselt er die Schuhe. Die Grundstücke sind durch immer neue Erbteilungen verwinkelt und verzahnt; man kennt seine Nachbarn, wenn man hier wohnt, hat ihnen seit Generationen in die Fenster gesehen und in die Geschichten.

Man hat mir zum Beispiel (das wird Dir gefallen) von einem Mann erzählt, der konnte sich zwischen zwei Schwestern nicht entscheiden, heiratete schließlich die eine und nahm die andere mit ins Haus, und immer, wenn die ledige schwanger war, musste sich die verheiratete den Bauch ausstopfen, um das Kind später als ihr eigenes ausgeben zu können. Ich habe die Geschichte gehört, als ob sie sich gestern ereignet hätte oder vorgestern, aber als ich Genaueres wissen wollte, stellte sich heraus, dass sie im letzten Jahrhundert spielt. Wie der Mann geheißen hat und seine zwei Frauen, das wusste man nicht mehr zu sagen, aber das Haus, in dem die beiden immer abwechselnd ihre Kinder geboren haben, das konnte man mir noch zeigen.

Die Leute in diesen Häusern sind anders als die am Rande des Dorfes, obwohl es nur ein paar Schritte dahin sind, bürgerlicher, sie haben Jobs irgendwo in der Umgebung, oder sie ziehen sich

zumindest an, als ob sie Arbeit haben würden, wenn sich nur welche finden ließe. Am Morgen fahren sie mit ihren Autos weg, lassen die grün lackierten Scheunentore offen stehen, so dass man die Stapel mit den Mineralwasser kisten sehen kann und die sauber aufgeräumte Werkbank, am Abend kommen sie wieder zurück, aus ihren Küchen riecht es nach Zwiebeln und Knoblauch, und wenn man später noch einmal vorbeigeht, flackern die Fernsehschirme hinter den Fenstern.”

 

 

 

Charles Lewinsky (Zürich, 14 april 1946)

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14-04-12

Charles Lewinsky, Martin Kessel, Roberto Schopflocher, Helene Hübener, Gerhard Rohlfs

 

De Zwitserse schrijver en draaiboekauteur Charles Lewinsky werd geboren op 14 april 1946 in Zürich. Zie ook alle tags voor Charles Lewinsky op dit blog.

 

Uit: Gerron

 

Er war nett zu mir, und das macht mir Angst. Er hat mich nicht angeschrien, was normal gewesen ware, sondern war hoflich. Ein Tonfall, als ob er mich siezen wurde.

Er hat mich nicht gesiezt, das ware ihm nicht in den Sinn gekommen, aber er hat meinen Namen gewusst. Du, Gerron, hat er zu mir gesagt und nicht Du, Jud.

Es ist gefahrlich, wenn ein Mann wie Rahm deinen Namen kennt.

Du, Gerron, hat er gesagt, ich habe einen Auftrag fur dich. Du wirst einen Film fur mich drehen.

Einen Film.

Er will etwas Privates, habe ich zuerst gedacht, einen Film uber sich selber. Der liebende Vater Karl Rahm mit seinen drei Kindern. Der Herr Obersturmfuhrer als Mensch verkleidet. Etwas in der Art.

Was er an seine Familie in Klosterneuburg schicken kann.

Ja, wir wissen, wie viele Kinder er hat. Wir wissen, wo er herkommt. Wir wissen alles uber ihn. So wie arme Sunder alles uber Gott wissen. Oder uber den Teufel.

Die Ufa, das hat mir Otto erzahlt, dreht jedes Jahr einen Film zum Lob von Joseph Goebbels. Immer zu seinem Geburtstag. Sie schicken ihm einen ihrer Stars, den Ruhmann zum Beispiel, der macht was Niedliches mit den Goebbelsschen Kindern, und damit schleimen sie sich beim Herrn Propagandaminister ein.

So etwas, habe ich mir vorgestellt, will jetzt auch der Rahm. Das ware kein Problem gewesen. Nicht in meiner Lage.

Aber Rahm denkt groser. Der Herr Obersturmfuhrer hat andere Plane.

Hor zu, Gerron, hat er gesagt. Ich hab mal einen Film von dir gesehen. Ich weis nicht mehr, wie er hies, aber er hat mir gefallen. Du kannst was. Das ist das Schone an Theresienstadt: Hier sind

eine Menge Leute, die was konnen. Ihr spielt ja auch Theater und so. Und jetzt will ich eben einen Film.

 

 

Charles Lewinsky (Zürich, 14 april 1946)

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14-04-11

Charles Lewinsky, Martin Kessel, Roberto Schopflocher, Helene Hübener, Gerhard Rohlfs

 

De Zwitserse schrijver en draaiboekauteur Charles Lewinskywerd geboren op 14 april 1946 in Zürich. Zie ook mijn blog van 14 april 2009. en ook mijn blog van 14 april 2010.

 

Uit: Der A-Quotient

 

„Wir haben ein Arschloch als Individuum definiert, auf dessen Verhalten der AQ größeren Einfluss hat als der IQ. So allgemein gefasst ist diese Aussage aber noch nicht praktikabler als die Feststellung, dass ein durchschnittliches deutsches Ehepaar 1,9 Kinder hat. Das mag zwar statistisch durchaus richtig sein, trotzdem werden Sie nie in die Lage kommen, einem befreundeten Ehepaar zur Geburt von null komma neun Babies gratulieren zu müssen.

So wie sich die 1,9 Kinder aus den ganz verschiedenen Nachwuchszahlen von Millionen von Ehepaaren errechnen, so wird auch mit der Aussage „Dieser Mensch ist ein Arschloch“ immer nur ein statistischer Durchschnittswert beschrieben. Im großen Ganzen, sagen wir damit, wird dieses Individuum mehr vom AQ als vom IQ bestimmt; in Einzelbereichen seiner Persönlichkeit kann das AQ/IQ-Verhältnis aber ganz anders aussehen.

Am einfachsten kann man diese Aussage anhand der weit verbreiteten Spezies des Autofahr-Arschlochs belegen. Jeder von uns kennt diesen Typus, der mit der Drehung des Zündschlüssels von Kopf- auf Arschdenk umzuschalten scheint. Da spüren die mildesten Müslis plötzlich den Tiger im Tank, koppeln sich mit dem ersten Tritt auf die Kupplung von jedem vernünftigen Verhalten ab, kämpfen um eine Parklücke wie ein Kreuzritter um den heiligen Gral und sind immer, immer im Recht, selbst wenn sie gerade mit Vollgas in falscher Richtung durch eine Einbahnstraße brausen. Und kaum haben sie den Wagen abgestellt, sind sie wieder feinsinnig wie eh und je.“

 

 


Charles Lewinsky
(Zürich, 14 april 1946)

 

 

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14-04-10

Landolf Scherzer, Helene Hübener, Martin Kessel, Gerhard Rohlfs, Daniela Danz, Roberto Schopflocher


De Duitse schrijver Landolf Scherzer werd geboren op 14 april 1941 in Dresden. Zie ook mijn blog van 14 april 2009.

 

Uit: Immer geradeaus

 

„Mittags erreiche ich an der Kreuzung bei Backi Sokolac die Fernverkehrsstraße nach Novi Sad und Belgrad. Auf ihr werde ich heute bis Backa Topola laufen. Neben der Kreuzung lädt eine Gaststätte die Autofahrer zur Rast ein. Ich entschließe mich, frisches Wasser zu holen und vielleicht doch noch nach einem serbischen Sonntagsmenü wie Hackfleisch mit schwarzen Bohnen zu fragen.
Weder im noch vor dem Restaurant sitzt ein Gast. Ich suche lange, bis ich den Wirt hinter dem Haus finde. Wasser sei kein Problem, sagt er. Aber kochen würde er erst abends. Er könnte mir, und er öffnet die Gefriertruhe, eine Dr.-Oetker-Pizza »Venedig« warm machen.
Eine Dr.-Oetker-Pizza »Venedig« will ich in Backi Sokolac nicht essen und so laufe ich weiter, bis ich an der Nebenstraße nach Oreškovica den nächsten Friedhof mit schattigen Bäumen finde. Über dem Maschendraht, der den Friedhof umzäunt – ich traue meinen Augen nicht –, ist ein doppelreihiger Stacheldraht gespannt! Ein vom Stacheldraht umzäunter Friedhof!
Ich will weitergehen, setze mich aber doch an den Zaun in den Schatten. Alles ist hier sonntäglich friedlich. Bauern fahren mit hochbeladenen Pferdewagen das Heu nach Hause. Andere kommen mit dem Traktor vom Pflügen. Nicht nur die hoch droben auf dem Heu Sitzenden grüßen mich, auch die mit ihrer geschulterten Heugabel Vorbeilaufenden winken mir zu. Ich staune, dass sie sonntags arbeiten.
»Nicht immer sonntags«, sagt mir einer. »Aber morgen wird es regnen.«Ich glaube es nicht, denn am strahlendblauen Himmel ist kein Wölkchen zu sehen.
Regen und Kühle!
Was ist das?
Diesmal bin ich zu faul, nach dem Essen sofort aufzustehen und weiterzulaufen.
Manchmal wird Faulheit sofort bestraft.“

 

 

 

Scherzer
Landolf Scherzer (Dresden, 14 april 1941)

 

 

 

 

De Duitse schrijfster Helene Hübener werd geboren op 14 april 1843 in Sternberg. Zie ook mijn blog van 14 april 2007 en ook mijn blog van 14 april 2009.

 

Uit: Die Pension

 

Herr von Buchwald suchte für seinen zwölfjährigen Sohn eine Pension in der Landeshauptstadt. Er hatte sich das nicht so schwierig vorgestellt, umso weniger, als er auf eine Zeitungsanzeige Berge von Zuschriften bekam. „Siehst du, Mamachen“, hatte er die ängstlich sorgende Mutter getröstet, „so viele Häuser sind bereit, unsern Kurt aufzunehmen!“

„Lass uns erst prüfen und dann sehen, wie viele bleiben.“

Und bald erwies sich ein Drittel der Zuschriften als völlig wertlos; doch blieben immer noch genug, um vielleicht beim nächsten Besuch in der Stadt etwas Passendes zu finden. Herr von Buchwald hatte sich auf einige Tage in einem Hotel eingemietet, um die Suche mit Ruhe betreiben zu können; ihm lag das Wohl seines Jungen zu sehr am Herzen, als dass er nur oberflächlich und flüchtig geprüft hätte.

So war er durch viele Straßen gewandert, treppauf, treppab gestiegen, doch ohne Erfolg. Er kehrte ermüdet und missmutig ins Hotel zurück. Bei dem einen war die Wohnung eng und ungesund gelegen, beim andern herrschte neben äußerer Eleganz unverkennbare Unordnung und Unsauberkeit. Hier unchristlicher, oberflächlicher Sinn, der sich beim Gespräch gar bald zeigte, dort wieder zu hohe Forderungen, die ans Unverschämte grenzten und deutlich erkennen ließen, wie alles nur aufs Verdienen abgestellt war. Hier fehlte wieder die männliche Autorität, die dem Jungen so durchaus notwendig war, kurz, Herr von Buchwald hatte sich nicht entschließen können, sein Kind einem der besuchten Häuser anzuvertrauen.

„Beim Rektor des Gymnasiums bist du angemeldet, aber eine Pension finde ich nicht für dich, was nun?“, sagte Herr von Buchwald zu seinem Sohn, als er im unteren Saal des Hotels mit ihm gespeist hatte.“

 

 

 

Huebener

Helene Hübener (14 april 1843 – 5 juni 1918)

 

 

 

 

De Duitse dichter en schrijver Martin Kessel (eig. Hans Brühl) werd geboren op 14 april 1901 in Plauen (Vogtland). Zie ook mijn blog van 14 april 2009.

 

 

die erde ist so elend nicht

 

die erde ist so elend nicht
das sie nicht spürte was da reift
was aus der tiefe schicht um schicht
ins höhere leben übergreift
was in den planzen so im tier
an wissenswertem tut sich kund
so auch in jedem menschen hier
so auch noch durch den kleinsten mund

die erde ist so elend nicht
das sie nicht lachte wen sie schaut
wie rings um bei verhülltem licht
der wiederschein des himmels blaut
und wie an manch endzücktem ort
zwei küsse sich um ein bemühen
und selbst die stillsten wasser dort
erröten oder sphärisch glühn

die erde ist so elend nicht
das sie nicht böte sich zum trost
ob ein geliebtes auge bricht
ob gar ein krieg vorüber tost
und seis auch das sie sagt halt fest
du aber senst dich nach ruh
so deckt sie doch mit einem rest
von hoffnung das verlorene zu

die erde ist so elend nicht
das sie nicht spürte was da schwärt
was durch gesetz und weltgericht
mehr als ein hohn zu sein begehrt
und was ob auch der wurm drin fraß
einmal sich doch entreißt der not
und wieder brings ins rechte maß
und wieder brings ins rechte lot

die erde ist so elend nicht
das ich nicht wagte sie zu sehen
mit hungrig heißem angesicht
nach ihren wundern auszuspähen
mit schaudern seis auch wüst durchhaust
seis von der wahrheit kühn gebrägt
und hat es mich auch oft gegraust
es ist die erde die mich trägt

 

 

 

Kessel
Martin Kessel (14 april 1901 – 14 april 1990)

 

 

 

De Duitse schrijver en Afrikareiziger Gerhard Rohlfs werd geboren op 14 april 1831 in Vegesack bij Bremen. Zie ook mijn blog van 14 april 2007 en ook mijn blog van 14 april 2009.

 

Uit: Im Auftrage Sr. Majestät des Königs von Preussen mit dem Englischen Expeditionscorps nach Abessinien

 

Es war Ende November 1867, als ich mich an Bord der Peluse, Dampfer der Messagerie impériale, in Marseille einschiffte, um nach Aegypten zu fahren. So kalt das Wetter bis dahin in Frankreich gewesen war, denn selbst in Marseille hatte es am letzten Tage noch Eis gefroren, so schön und sommerlich war es, als wir uns an Bord begaben.

Seine Majestät der König von Preussen hatte mich beauftragt, der englischen Expedition, die bekanntlich durch die Gefangennahme der englischen Consuln und Gesandten durch König Theodor von Abessinien hervorgerufen wurde, beizuwohnen, und nach einem fünfmonatlichen Aufenthalte in Europa, der mich von den Fiebern und Anstrengungen, die ich auf meiner letzten Reise in Centralafrika zu erleiden gehabt, erstärkt hatte, beeilte ich mich, dieser ehrenvollen und für mich so interessanten Aufforderung Folge zu leisten. Da die Engländer in Ertheilung der Erlaubniss, sich der Expedition anschliessen zu dürfen, nicht bloss für Ausländer, sondern auch für ihre eigenen Landsleute sehr schwierig waren, so hatte mir Graf von Bismarck durch seinen Einfluss diese direct beim Indian Board erwirkt und mir einen Introductionsbrief vom Chef dieser Behörde für Sir Robert Napier, der das Expeditionscorps leiten sollte, zukommen lassen.

Meine Ausrüstung hatte ich vornehmlich in Paris gemacht, und meine Begleitung bestand bis jetzt bloss in meinem kleinen Neger Noel, der mich auf meiner letzten Reise durch Afrika auch begleitet hatte, und sich dabei, so jung er auch noch war, als äusserst nützlich erwiesen hatte. An Bord angekommen, dauerte es auch nicht lange mehr und die Peluse dampfte aus dem Hafen und gewann, beim Château d’If vorbeifahrend, bald die hohe See. Im Winter, wo die Tage so kurz sind, konnten wir uns nicht lange der schönen Ufer der französischen Küste erfreuen; obgleich der Dampfer Südost haltend noch lange ziemlich nahe den zackigen Gebirgsausläufern blieb, entzog uns die Dunkelheit bald jede Fernsicht.“

 

 

 

 gerhardrohlfs

Gerhard Rohlfs (14 april 1831 – 2 juni 1896)

 

 

 

Onafhankelijk van geboortedata:

 

 

De Duitse dichteres en schrijfster Daniela Danz werd in 1976 in Eisenach geboren Na het volgen van de school in Ruhla studeerde zij kunstgeschiedenis en germanistiek in Tübingen, Praag, Berlijn en Halle / Saale. Ze doceert aan de Universiteit van Osnabrück, en is deelneemster in het Peter Szondi collegium. Danz ' literaire werk omvat poëzie en korte verhalen. In haar werk houdt zij zich bezig met de klassieke canon, zoals de epen van Homerus of de Metamorfosen van Ovidius. Van daaruit experimenteert Danz met overgangen naar de meer recente geschiedenis, zoals de Tweede Wereldoorlog, en de huidige sociaal-politieke vraagstukken zoals migratie.

 

 

Overkill

 

Durch die Schlacken sind wir gekommen
durch Schlachtensediment
persönliche Kämpfe und Dunkelziffern
dem Hintermann flüstern wir zu
bück dich nicht heb nichts auf vergiß
was du dir einbildest zu sehen es ist
nichts als ein richtig gutes Training
aus den Minenschildern haben die
Einheimischen längst Kaninchenställe gebaut
auf dem Acker stattdessen
Streichholzschachteln mit verschiedenen Motiven
historische Schlachten Füchse aus Deutschland
und Mohn hefte den Blick auf den Nacken
des Vordermanns gib die Hinweise weiter
laß die Hand an der Naht du willst doch
zurück mit leichtem Gepäck ins Büro

 

 

 

Danz_Daniela
Daniela Danz (Eisenach, 1976)

 

 

 

 

Zie voor onderstaande schrijver ook mijn blog van 14 april 2009.

 

De Duits-Argentijnse schrijver Roberto Schopflocher werd geboren op 14 april 1923 in Fürth.

14-04-09

Alexandre Jardin, Gabriele Stötzer, Péter Esterházy, Charles Lewinsky, Tjitse Hofman, Helene Hübener, Martin Kessel, Landolf Scherzer, Roberto Schopflocher, Gerhard Rohlfs

 

De Franse schrijver Alexandre Jardin werd geboren in Neuilly op 14 april 1965. Zie ook mijn blog van 14 april 2007 en ook mijn blog van 14 april 2008.

 

Uit: Le goût de la liberté

 

« - Si on reste à l'école, on ne saura que ce qu'on aura appris, comme des cons. Faut qu'on se tire.

- Comment ? demanda-t-il incrédule.

Claude venait d'entrouvrir une brèche dans ses défenses. Je m'y engouffrai, tête baissée.

- Tout de suite, on file à Paris.

Avant même qu'il ait eu le temps de réaliser ce qui se passait, je l'ai pris par la main et on a filé par un sentier. Autour de nous, la forêt était irriguée de multiples chemins. Surpris par les événements, Claude riait en courant dans les bois. Je galopais ventre à terre, sautant par dessus les fougères, fuyant le collège de mon enfance. Adieu vilaine époque qui m'avait enchaîné aux bancs des écoles comme sur une galère. Adieu vilaine époque qui ne m'avait doté de mains que pour tenir des porte-plume au lieu de caresser les seins des femmes. Nous courions vers notre avenir, vers la liberté.

Essoufflé et inquiet, Claude s'arrêta. Nous avions semé le groupe. La distance nous protégeait.

- Dis, je n'ai pas de fric. Tu en as, toi ? me demanda-t-il.

- Imbécile, on ne va pas à Paris avec de l'argent. On y va pour en gagner.

- Mais on sait rien faire...

La remarque était d'une grande justesse ; mais elle me dérangeait. Je m'en sortis en grommelant quelques mots inarticulés. Je ne m'étais jamais posé le problème dans ces termes. La richesse m'apparaissait comme un attribut de ma nature. Claude semblait tourmenté. Je sentais que ses inquiétudes financières en cachaient une beaucoup plus profonde.

- Et puis ça va barder à la maison, avoua-t-il.

Il avait sans doute raison. Mais bon Dieu, on ne demande pas la permission de grandir. On se sacre adulte soi-même, comme un grand, en prenant la couronne sans attendre qu'on vous la pose sur la tête. Et puis j'avais besoin de Claude. Les véritables aventures se vivent toujours à deux. Pour rire il faut être au moins deux. Pour s'aimer et se trahir il faut aussi être deux. »

 

 

 

 

jardin
Alexandre Jardin (Neuilly, 14 april 1965)

 

 

 

 

De Duitse schrijfster Gabriele Stötzer werd geboren op 14 april 1953 in Emleben inThüringen in de toenmalige DDR. Zie ook mijn blog van 14 april 2007 en ook mijn blog van 14 april 2008.

 

Uit: Ich bin die Frau von gestern

 

“Da war der Mann, der sonst immer zwei Tische entfernt saß. Unbeweglich und still, wie ein sterbender Indianer, aufrecht und der Blick ging ins Endlose. Nie hatte er etwas getan, den Kopf bewegt, die Hände gehoben. Sein Haar war immer akkurat gekämmt und seine Lippen hatten ein tonloses Rot. Der Anzug farblos. Ich hatte den Mann gesehen, fern, unantastbar, und ich hatte sein in die Länge gezogenes Sterben akzeptiert.
Als er so vor mir saß und mich ansah, bemerkte ich eine Neugier in seinen Augen. Er sah gewöhnlicher aus, ich merkte, wie ein Bild zu zerfließen begann. Ich würde ihn nie wieder wie vordem sehen können. Nie mehr ohne Mitleid. Er war älter als ich.
Ich stellte es fest und fühlte Triumph.
Nur wir beide waren in der Lage, das fest zu stellen, denn die anderen um uns herum waren unsäglich jünger, und die Jugend hat für das Alter keine Jahre. Er wollte mit mir reden. Er war offen, er war allein.
Vor Jahren gab es hier noch Zeitungen, zusammengeknüpft, so dass man sie bequem umblättern konnte. Und es gab noch Heimlichkeiten, die man sich zuflüstern
konnte. Man hatte auch manchmal noch Träume, die trugen uns über das Land hinaus. Auch der Kaffee schmeckte noch. Und ich hatte Freunde. In der langen Zeit ist nichts passiert, doch es ist, als hätte ein Krieg alles zerstört. Überall sind jetzt nur noch diese ganz jungen Leute. Auf den Straßen, in den Bussen. Sie haben fremde Worte. Wenn ich ein Wort verstehe, dann meinen sie es gar nicht. Ich weiß nicht, ob das nur in dieser Stadt so ist oder schon im ganzen Land. Die Theater sind aufgelöst, es spielt sich alles auf der Straße ab. Der Zufall ist wichtig. Fällt ihnen einmal ein neues Wort ein, dann verwenden sie es unbeschwert. Sie wollen nicht wissen, was es einmal bedeutet hat. Sie sind frei, brutal, ohne Nostalgie. Die Nutten sind in der Überzahl. Sie tragen das Gleiche ohne die kleinste Variante: Tüllkleider, gold, silbern und schwarz.”

 

 

 

 

stoetzer
Gabriele Stötzer (Emleben, 14 april 1953)

 

 

 

 

De Hongaarse schrijver Graaf Péter Esterházy van Galántha werd geboren in Boedapest op 14 april 1950. Zie ook mijn blog van 14 april 2007 en ook mijn blog van 14 april 2008.

 

Uit: Deutschlandreise im Strafraum  (Vertaald door György Buda)

 

Fußball gespielt hat jeder, auch der, der es nicht getan hat, das ist die Conditio sine qua non des Fußballs. Nicht ein jeder ist aber ein Fußballspieler. Ich war einer. Ein Fußballer vierter Klasse. Wenn ich das ausspreche (ansonsten eher fünfter, mal vierter, mal fünfter), lachen die meisten, als hätten sie einen Witz gehört, als nähme ich meine Aussage gleich in selbstironischer Weise zurück, als zöge das Attribut »vierter Klasse« das Substantiv in die Lächerlichkeit, als übte ich Selbstkritik.

O nein. Als sagte ich, wenn ich vierter Klasse sage, ich wäre schlecht gewesen, mies, tolpatschig, ein verirrter Handballer, nicht der Rede wert. Ein Fußballer vierter Klasse indessen ist kein verpatzter Fußballer erster Klasse, er ist kein untalentierter Fußballer zweiter Klasse oder ein undisziplinierter, ein Möchtegern-Fußballer dritter Klasse. Jede Ebene hat ihr eigenes Niveau, das ist ein hierarchisch wohlorganisiertes Ressort, ein guter Spieler vierter Klasse ist ein guter Spieler in der vierten Klasse. – Ich entstamme übrigens einer alten Fußballerfamilie. Wenn wir auch noch nicht unter den Habsburgern gespielt haben (ich stelle mir meinen Großvater, den Ministerpräsidenten,vor, wie er links außen davonzieht, nach einem Doppelpaß mit Kaiser Franz Josef I. über den Kopf Wilhelms II. hinweg, der zu weit herausgelaufen ist, den Ball ins Netz hebt; der verruchte Clemenceau aber entscheidet auf Abseits, er pfeift den ganzen Weltkrieg ab, und sie unterzeichnen die schrecklichen Friedensdiktate von Versailles, St. Germain und Trianon), so hat doch mein Vater schon Fußball gespielt (meine Brüder und ich vermuten fachmännisch und kaum ödipal, er sei katastrophal gewesen), sodann spielten alle meiner Brüder, und nicht nur so, spaßeshalber, vor dem Haus oder auf der Wiese (obwohl auch das, jeden Tag, wirklich jeden Tag), sondern richtig, in einer Mannschaft, in einem Verein. Ja, mein jüngster Bruder wurde sogar Profifußballer, zuerst spielte er in der ehemaligen Mannschaft von Ferenc Puskás im Budapester Honvéd, dann verpflichtete er sich nach Griechenland, zum AEK Athen, dann zu Panathinaikos, und in der ungarischen Nationalmannschaft spielte er wohl dreißigmal."

 

 

 

 

Esterhazy
Péter Esterházy (Boedapest, 14 april 1950)

 

 

De Zwitserse schrijver en draaiboekauteur Charles Lewinsky werd geboren op 14 april 1946 in Zürich. Lewinsky studeerde germanistiek en theaterwetenschappen in Zürich en Berlijn. Daarna werkte hij als regieassistent en als dramaturg bij verschillende toneelgezelschappen. Ook werkte hij voor de Zwitserse televisie, o.a als redacteur. In 1984 publiceerde hij samen met Doris Morf zijn eerste boek Hitler auf dem Rütli. Bij een breed publiek werd hij midden jaren negentig bekend als schrijver van de sitcom Fascht e Familie. Met de joodse familiesaga Melnitz (Nederlands: Het lot van de familie Meijer) kreeg hij in 2006 erkenning als schrijver.

Uit: Melnitz

 

Man einigte sich schließlich auf einen Kompromiss, mit dem niemand zufrieden war.

«Wenn keiner wirklich gewonnen hat», sagte Zalman hinterher zu Hinda, «dann hat auch keiner wirklich verloren.» Obwohl es nicht um eine Lohnverhandlung gegangen war, sondern um eine Liebesgeschichte, hatte er damit wahrscheinlich recht.

Die Lösung, die keine wirkliche Lösung war und deshalb von allen akzeptiert werden konnte, bestand darin, die Entscheidung aufzuschieben. Die beiden Verliebten wurden verpflichtet, sich ein ganzes Jahr lang nicht zu sehen; wenn sie sich hinterher ihrer Sache immer noch so sicher wären - «Was Gott verhüten möge!» -, dann würde man weitersehen. Schlimmstenfalls müsse man sie dann eben gewähren lassen, wenn auch zu hoffen stünde - «Sehr zu hoffen!» -, dass sie bis dahin zur Vernunft gekommen sein würden. Désirée und Alfred behaupteten, dass nichts, aber auch gar nichts, sie trennen könne? Na schön, nun würden sie Gelegenheit haben, diese Überzeugung unter Beweis zu stellen.

Solange allerdings beide in Zürich blieben, da waren sich die Meijers und die Pomeranz einig, konnte man sich nicht darauf verlassen, dass sie ein gegebenes Wort auch tatsächlich halten würden. In Heimlichkeiten waren sie geübt, und auch ohne Esther Weills Hilfe würden sie Mittel und Wege finden, jede Abmachung zu umgehen. In den letzten Monaten hatte Désirée bewiesen, dass sie ihre Eltern schamlos anzulügen verstand, vor allem ihre Mutter, die sich doch - «Tu m'as déchirée, ma petite!» - ihr ganzes Leben lang für sie aufgeopfert hatte.

Deshalb beschloss der Familienrat, dass Alfred während dieser Warte- oder Probezeit sein Studium unterbrechen und ins Ausland gehen würde. Vielleicht war es ein Fehler gewesen, ihn so jung schon studieren zu lassen, und die verwöhnten reichen Söhne aus seiner Verbindung waren wohl auch nicht immer die besten Vorbilder für ihn gewesen. Eine gründliche Dosis praktischer Arbeit, so François' Hoffnung, würde ihm die Flausen schon aus dem Kopf treiben. In Paris - das war weit genug weg - hatte François einen Geschäftsfreund, einen gewissen Monsieur Charpentier, der dort ebenfalls ein Warenhaus betrieb; mit dem wollte er sich ins Benehmen setzen und ihn bitten, seinen Sohn als Volontär bei sich aufzunehmen.“

 

 

 

Lewinsky
Charles Lewinsky (Zürich, 14 april 1946)

 

 

De Nederlandse dichter Tjitse Hofman werd geboren in Assen op 14 april 1974. Hij groeide op in het Drentse dorp Gasteren en verhuisde in 1993 naar Groningen. Sinds 2007 woont hij in Onderdendam. Na diverse bundels met De Dichters uit Epibreren en meerdere losse publicaties debuteerde hij in 1999 met de bundel TV 2000. Zijn tweede bundel verscheen in 2003. Hij is lid van het in 1994 opgerichte gezelschap De Dichters uit Epibreren, dat sinds 1998 bestaat uit Tjitse Hofman, Jan Klug en Bart FM Droog. Hofman ontving samen met dit gezelschap de Johnny van Doornprijs in 2003.

 

 

Alles op de stoep en in de regen

 

De slabak
nog van mijn
tante uit Spanje

 

De slaapbank
ik ben het
luchtbed zat

 

En de klok
al weet ik reeds
hoe laat het is

 

Wil ik
als het even kan
wel mee

 

Plus 1
van de 3
televisies.

 

 

 

 

Tjitse_Hofman
Tjitse Hofman (Assen, 14 april 1974)

 

 

 

 

 

De Duitse schrijfster Helene Hübener werd geboren op 14 april 1843 in Sternberg. Zie ook mijn blog van 14 april 2007.

 

Uit:Die Familie Stark

 

“„Das war aber schön heute!“, rief eine frische, wohlklingende Stimme. „Erquickend, erfrischend nach den dunklen, trüben Tagen. Ein klarer Frosttag ist doch Goldes wert. Wie schön war es auf dem See! Ihr seid töricht, Elvira und Rika, dass ihr nicht mitkommt, dass ihr die dumpfe Stube der reinen Winterluft vorzieht.“

„Dumpfe Stube, Olga?“, fragte Elviras sanfte Stimme.

„Du weißt, ich muss die allzu kalte Luft meiden, zumal ich heute Mittag schon einige Krankenbesuche im Dorf machte. Nennst du unsere schöne Weihnachtsstube dumpf, die Stube mit dem würzigen Duft des Christbaumes, der lieblichen Weihnachtskrippe mit dem schönen Transparent und dem Tisch mit den Weihnachtsgaben, die von der Liebe unserer Eltern zeugen? Ich finde es nirgends schöner als in der Weihnachtsstube, es werden unsere Gedanken von den irdischen Gaben auf die große himmlische Gabe gerichtet, die Gott uns in seinem Sohn gegeben hat.“ Elviras Augen leuchteten, als sie dies sagte. Sie hob den feinen Kopf von ihrer Arbeit, mit der sie beschäftigt war, und sah freundlich zu Olga, der jüngsten Schwester, hin, die sich ihrer Pelzjacke entledigte und das runde Filzhütchen abnahm. Sie stand da in lieblicher Jugendfrische, mit

geröteten Wangen; sie hatte einen blonden Krauskopf und lebhafte, kluge Augen. Energisch ging sie auf die ältere Schwester zu, die, mit einer Näharbeit beschäftigt, ernst am Tisch saß.

„Rika, sage doch auch etwas. Du bist immer so stumm, freust du dich eigentlich über gar nichts?“

 

 

 

Huebener
Helene Hübener (14 april 1843 – 5 juni 1918)

 

 

 

 

De Duitse dichter en schrijver Martin Kessel (pseud. Hans Brühl) werd geboren op 14 april 1901 in Plauen (Vogtland). Hij studeerde in Berlijn, München und Frankfurt filosofie, literatuur, theater- en kunstwetenschappen. Nadat hij in 1923 op Thomas Mann gepromoveerd was werd hij zelfstandig schrijver in Berlijn. Hij ontving o.a. de Wolfgang-Borchert-Kurzgeschichtenpreis en de Theodor-Fontane-Preis. Werk o.a. Gebändigte Kurven (Gedichten, 1926), Die Schwester des Don Quijote (Roman, 1938), Lydia Faude (Roman, 1965,

 

Das Andere

 

Du gehst noch einen Schritt,

du bist dir noch ganz gleich,

da geht schon jemand mit

aus einem anderen Reich.

 

Du stehst noch voll im Licht

Und sagst noch ich und du,

da lauscht schon ein Gesicht

Und lächelt still dazu.

 

Vielleicht, es fällt der Schnee

auf dein erträumtes Haus,

es tut auch gar nicht weh,

da trägt man dich hinaus.

 

Wer sagt, wie unterdes

dein Herz dir so entkam?

Ob wohl ein Sperling es

im Flug so mit sich nahm?

 

 

   

kessel
Martin Kessel (14 april 1901 – 14 april 1990)

 

 

 

De Duitse schrijver Landolf Scherzer werd geboren op 14 april 1941 in Dresden. In zijn werk houdt hij zich kritisch bezig met de DDR en het politieke systeem ervan. Publiceren was daarom voor hem tot de val van de muur lastig. Na 1989 beschreef hij hij in lange reportages de moeilijkheden, maar ook de kansen van de hereniging. Bekende boeken van hem zijn Fänger und Gefangene“ (over leven en werken op een “volkseigen vissersboot) en “Der Erste“ (over het handelen en de illusies van een SED-functionaris.)

 

Uit: Die Fremden

 

“Die Geschichte vom schwarzen Briefträger in Vachdorf: Tomas Setou wurde vom Arbeitsamt vermittelt und von der Post in Meiningen als Aushilfsbriefträger für die kleinen Orte Bellrieth, Vachdorf und Leutersdorf eingestellt. Kurze Einweisung durch seine Vorgängerin. Aber niemand von der Post informierte wenigstens die Bürgermeister, daß ein neuer Briefträger (was im Dorf immer ein Ereignis ist) die Post austrägt, geschweige denn, daß er ein Afrikaner ist! In Vachdorf dagegen ist das Postaustragen schwerste Detektivarbeit. Die Häusernummern sind dort nicht in der Reihenfolge, in der die Häuser stehen, angebracht, sondern nach dem Baujahr der Häuser durcheinander gemischt. Also neben dem alten Haus mit der 4 steht vielleicht das gerade gebaute mit der 102 und dann folgt die 18 ... "Aber wie soll sich ein neuer Briefträger damit auskennen und wie erst ein afrikanischer, der jahrelang bemüht war, sich die deutsche Ordnung anzugewöhnen!" Tomas fragte also die Vachdorfer, wo dieser Werner und wo jener Werner (über zwanzig Familien heißen in Vachdorf mit Nachnamen Werner) wohnt. Und einige schickten - ob aus Spaß oder aus Ernst weiß niemand genau - den schwarzen Briefträger in die falsche Richtung. Und dann das: "Ich klingele, ein Mann öffnet, und ich frage höflich, ob er der richtige Adressat des Briefes sei. Da schreit er mich an: >Verschwinden Sie, Sie Neger! Seit wann trägt ein Schwarzer hier die Post aus? Wir wollen keine Post von einem Neger !< Ich dachte zuerst, immer denke ich das erst einmal in solchen Situationen: Der macht Spaß. Aber er machte keinen Spaß.”

 

 

 

 

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Landolf Scherzer (Dresden, 14 april 1941)

 

 

 

 

De Duits-Argentijnse schrijver Roberto Schopflocher werd geboren op 14 april 1923 in Fürth. In 1937 emigreerde hij samen met zijn ouders naar Buenos Aires, Argentinië. Na een studie agronomie in Cordoba werkte hij als manager op verschillende nederzettingen van de Jewish Colonization Association in Argentinië. Sinds de jaren tachtig werkt hij mee aan verschillende tijdschriften in  Argentinië en in de VS. Ook begon hij toen met het schrijven van romans en verhalen in het Spaans. In de jaren negentig volgde er literait werk in het Duits. In 2008 ontving hij de Jakob-Wassermann-Preis van de stad Fürth.

 

Uit: Wie Reb Froike die Welt rettete

 

“Sie eilten durch Vorzimmer. Beamte und Sekretärinnen, die sie am Vordringen hindern wollten, wurden zur Seite geschoben. Und ehe sie sich versahen, befanden sie sich in einem geräumigen Büro, in dem ein Ventilator surrte. An der Wand hing ein großes Kruzifix und das Bild unseres Nationalhelden San Martin. Hinter einem gewaltigen Schreibtisch saß ein Herr in blütenweißem Leinenanzug. Er blätterte in seinem Aktenstoß und rauchte. Eine stille Insel, fernab vom Lärm der Straße, vom Karneval, von den Flüchtlingsschiffen. Nach einer Weile unterbrach der Beamte seine Tätigkeit und blickte ungehalten auf die vor ihm stehenden Besucher. Ein dickliches Gesicht mit Schnurrbärtchen und Pomade im Haar. Ein süßlicher Geruch nach Friseurladen ging von ihm aus. Am Finger der behaarten Rechten ein goldener Siegelring. Im Gehirn vermutlich ein gefährliches Gemisch von Kastengeist, Bigotterie, Halbbildung, Klassenneid und einer durch allerlei Ausreden vor sich selbst beschönigten Bestechlichkeit. Im Herzen aber eine träge Gutmütigkeit und das bemühte Bestreben, sich bei den Mitmenschen auf möglichst billige Weise beliebt zu machen.
Abschätzig musterte er die Eindringlinge: die bäuerisch angezogene Frau mit hellen Augen und gar nicht so übler Figur; den bärtigen Hebräer, der es nicht einmal für nötig hielt, seinen Hut in der Amtsstube abzunehmen; womöglich hatte er Läuse. Schon wieder diese aufdringlichen Juden; noch nicht einmal am Karneval können sie einen in Ruhe lassen! Obwohl der gegenteilige Beweis kaum hundert Schritt von ihm entfernt vor Anker lag, war er von der Allmacht Judas überzeugt.”

 

 

 

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Roberto Schopflocher (Fürth, 14 april 1923)

 

 

 


De Duitse schrijver en Afrikareiziger Gerhard Rohlfs werd geboren op 14 april 1831 in Vegesack bij Bremen. Zie ook mijn blog van 14 april 2007.

 

Uit: Reise von Tripolis nach der Oase Kufra

 

“Einer der grössten Afrikareisenden hat den Anstoss gegeben zu einer wirklichen Periode der Entdeckungen, in welcher wir seit fast einem Jahrzehnt leben, um den schwarzen Continent zu entschleiern. Neidlos sagen wir es, dieser Afrikareisende war kein Deutscher, sondern ein Engländer. Bewundernd mussten wir aufsehen zu dem Manne, der nicht nur selbst so Grosses leistete, sondern dessen anregende Persönlichkeit eine Reihe von Expeditionen ins Leben rief, welche in der That für die afrikanische Entdeckungsgeschichte, sowie für die Civilisation der Neger von einschneidendsten Folgen gewesen sind. Denn war nicht Cameron’s Reise verursacht worden durch die Kunde, Livingstone sei verschollen? Und die bedeutendste Entdeckung bezüglich hydrographischer Verhältnisse im letzten Decennium, ich meine die Erforschung des Congo durch Stanley, war diese nicht eine natürliche Folge seiner Reise: “Wie ich Livingstone fand”? Und als der grosse Erforscher und Dulder am 1. Mai 1873 seinen Leiden und körperlichen Anstrengungen in Ilala am Bangueolosee erlag und dann seine Leiche von seinen treuen Dienern auf den Schultern bis zum Ocean getragen wurde, um sie am 18. April 1874 in der Westminster-Abtei in London beizusetzen, hatte damit keineswegs seine Wirksamkeit aufgehört.

Auch über das Grab hinaus dauert die Kette fort, die uns mit Livingstone verbindet; denn durch die Nachricht, Livingstone sei verschollen, wurde der König der Belgier, dieser hochherzigste und uneigennützigste Förderer afrikanischer Interessen, zuerst auf den Gedanken gebracht, den verschwundenen und todtgeglaubten englischen Reisenden aufsuchen zu lassen."

 

 

 

 

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Gerhard Rohlfs (14 april 1831 – 2 juni 1896)