23-11-16

Paul Celan, Marcel Beyer, Max Goldt, Jennifer Michael Hecht, Sipko Melissen, Henri Borel, Sait Faik Abasıyanık, Nirad C. Chaudhuri

 

De Duits-Roemeense dichter Paul Celan werd onder de naam Paul Antschel op 23 november 1920 geboren in Czernowitz, toentertijd de hoofdstad van de Roemeense Boekovina, nu behorend bij de Oekraïne. Zie ook alle tags voor Paul Celan op dit blog.

 

UNTEN

Heimgeführt ins Vergessen
das Gast-Gespräch unsrer
langsamen Augen.

Heimgeführt Silbe um Silbe, verteilt
auf die tagblinden Würfel, nach denen
die spielende Hand greift, groß,
im Erwachen.

Und das Zuviel meiner Rede:
angelagert dem kleinen
Kristall in der Tracht deines Schweigens.


 

NACHT

Kies und Geröll. Und ein Scherbenton, dünn,
als Zuspruch der Stunde.

Augentausch, endlich, zur Unzeit:
bildbeständig,
verholzt
die Netzhaut –:
das Ewigkeitszeichen.

Denkbar:
droben, im Weltgestänge,
sterngleich,
das Rot zweier Münder.

Hörbar (vor Morgen?): ein Stein,
der den andern zum Ziel nahm.

 

 

...ruist de bron

Jullie gebed-, jullie laster-, jullie
gebedscherpe messen
van
mijn zwijgen.

Jullie met mij ver-
kreupelende woorden, jullie
mijn oprechte.

En jij:
jij, jij, jij
mijn dagelijks waar- en warer-
geschonden later
der rozen-:

Hoeveel, o hoeveel
wereld. Hoeveel
wegen.

Kruk jij, vleugel. Wij- -

Wij zullen het kinderlied zingen, dat,
hoor je, dat
met de men, met de sen, met de mensen, ja dat
met het kreupelhout en met
het ogenpaar, dat daar gereedlag als
traan-en-
als-traan.

 

Vertaald door Frans Roumen

 

 
Paul Celan (23 november 1920 – 20 april 1970)
Cover

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23-11-15

Paul Celan, Marcel Beyer, Max Goldt, Jennifer Michael Hecht, Sipko Melissen, Henri Borel

 

De Duits-Roemeense dichter Paul Celan werd onder de naam Paul Antschel op 23 november 1920 geboren in Czernowitz, toentertijd de hoofdstad van de Roemeense Boekovina, nu behorend bij de Oekraïne. Zie ook alle tags voor Paul Celan op dit blog.

 

Die Silbe Schmerz

Es gab sich Dir in die Hand:
ein Du, todlos,
an dem alles Ich zu sich kam. Es fuhren
wortfreie Stimmen rings, Leerformen, alles
ging in sie ein, gemischt
und entmischt
und wieder
gemischt.

Und Zahlen waren
mitverwoben in das
Unzählbare. Eins und Tausend und was
davor und dahinter
größer war als es selbst, kleiner, aus-
gereift und
rück- und fort-
verwandelt in
keimendes Niemals.

Vergessenes griff
nach Zu-Vergessendem, Erdteile, Herzteile
schwammen,
sanken und schwammen. Kolumbus,
die Zeit-
lose im Aug, die Mutter-
Blume,
mordete Masten und Segel. Alles fuhr aus,

frei,
entdeckerisch,
blühte die Windrose ab, blätterte
ab, ein Weltmeer
blühte zuhauf und zutag, im Schwarzlicht
der Wildsteuerstriche. In Särgen,
Urnen, Kanopen
erwachten die Kindlein
Jaspis, Achat, Amethyst – Völker,
Stämme und Sippen, ein blindes

E s  s e i

knüpfte sich in
die schlangenköpfigen Frei-
Taue –: ein
Knoten
(und Wider- und Gegen- und Aber- und Zwillings- und Tau-
sendknoten), an dem
die fastnachtsäugige Brut
der Mardersterne im Abgrund
buch-, buch-, buch-
stabierte, stabierte.

 

 

EENMAAL,
toen hoorde ik hem,
toen wies hij de wereld,
ongezien, nachtlang,
werkelijk.

Een en Oneindig,
ontwricht,
ichten.

Licht was. Redding.

 

Vertaald door Frans Roumen

 

 
Paul Celan (23 november 1920 – 20 april 1970)

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23-11-14

Paul Celan, Marcel Beyer, Jennifer Michael Hecht, Sipko Melissen, Henri Borel

 

De Duits-Roemeense dichter Paul Celan werd onder de naam Paul Antschel op 23 november 1920 geboren in Czernowitz, toentertijd de hoofdstad van de Roemeense Boekovina, nu behorend bij de Oekraïne. Zie ook alle tags voor Paul Celan op dit blog.

 

Wasser und Feuer

So warf ich dich denn in den Turm und sprach ein Wort zu den Eiben,

draus sprang eine Flamme, die maß dir ein Kleid an, dein Brautkleid:

Hell ist die Nacht,
hell ist die Nacht, die uns Herzen erfand
hell ist die Nacht!

Sie leuchtet weit übers Meer,
sie weckt die Monde im Sund und hebt sie auf gischtende Tische,
sie wäscht sie mir rein von der Zeit:
Totes Silber, leb auf, sei Schüssel und Napf wie die Muschel!

Der Tisch wogt stundauf und stundab,
der Wind füllt die Becher,
das Meer wälzt die Speise heran:
das schweifende Aug, das gewitternde Ohr,
den Fisch und die Schlange –

Der Tisch wogt nachtaus und nachtein,
und über mir fluten die Fahnen der Völker,
und neben mir rudern die Menschen die Särge an Land,
und unter mir himmelts und sternts wie daheim um Johanni!

Und ich blick hinüber zu dir,
Feuerumsonnte:
Denk an die Zeit, da die Nacht mit uns auf den Berg stieg,
denk an die Zeit,
denk, daß ich war, was ich bin:
ein Meister der Kerker und Türme,

ein Hauch in den Eiben, ein Zecher im Meer,
ein Wort, zu dem du herabbrennst.

 

 

Zähle die Mandeln

Zähle die Mandeln,
zähle, was bitter war und dich wachhielt,
zähl mich dazu:

Ich suchte dein Aug, als du’s aufschlugst und niemand dich ansah,
ich spann jenen heimlichen Faden,
an dem der Tau, den du dachtest,
hinunterglitt zu den Krügen,
die ein Spruch, der zu niemandes Herz fand, behütet.

Dort erst tratest du ganz in den Namen, der dein ist,
schrittest du sicheren Fußes zu dir,
schwangen die Hämmer frei im Glockenstuhl deines Schweigens,
stieß das Erlauschte zu dir,
legte das Tote den Arm auch um dich,
und ihr ginget selbdritt durch den Abend.

Mache mich bitter.
Zähle mich zu den Mandeln.

 

 

Bloem

De steen.
De steen in de lucht die ik volgde.
Jouw oog, zo blind als de steen.

We waren
handen,
we schepten de duisternis leeg, we vonden
het woord dat opsteeg de zomer in:
bloem.

Bloem - een blindenwoord.
Jouw oog en mijn oog:
ze zorgen
voor water.

Wasdom.
Aan hartwand komt er
blad na blad bij.

Een woord nog, als dit, en de hamers
zwaaien vrij buiten.

 

Vertaald door Frans Roumen

 

 
Paul Celan (23 november 1920 – 20 april 1970)

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26-01-14

Bhai, Rudolf Alexander Schröder, François Coppée, Eugène Sue, Jochen Missfeldt

 

De Surinaamse dichter Bhai (eig.James Ramlall) werd geboren op 26 januari 1935 in het toenmalige district Suriname. Zie ook alle tags voor Bhai op dit blog.

 

ma-beta
(Moeder en Zoon)

Blank
is het rijstveld.
Een slanke vrouw
met bibit in d'r hand

Mááaaa............!

De stilte verbroken;
brokstukken vallen uiteen.
De echo weergalmt,
De luchtzee resoneert,
De blanke watermassa rimpelt,
De bladeren aan de bomen ritselen.
Dan richt de vrouw zich op,
kijkt,
legt de jonge plantjes neer
en glimlacht:
Mijn zoon is thuisgekomen!

 

 

chiriya aur naiya
(Vogel en Schip)

Ik ben een kleine, niet'ge koyal,
gezeten op een amrud-twijg.
De baren van de luchtzee
doen deinen mijn tere weke boot....
Schommel maar mijn scheepje,
dein maar op en neer.
Je lading zal nimmer kantelen,
noch zinken zal ze ooit:
Weet dat jouw lading vleugels heeft!

 

 
Bhai (District Suriname, 26 januari 1935)

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23-11-13

Paul Celan, Marcel Beyer, Jennifer Michael Hecht, Sipko Melissen, Henri Borel

 

De Duits-Roemeense dichter Paul Celan werd onder de naam Paul Antschel op 23 november 1920 geboren in Czernowitz, toentertijd de hoofdstad van de Roemeense Boekovina, nu behorend bij de Oekraïne. Zie ook alle tags voor Paul Celan op dit blog.


VERBRACHT
ins
Gelände
mit der untrüglichen Spur:

Gras, auseinandergeschrieben. Die Steine, weiß,
mit den Schatten der Halme:
Lies nicht mehr – schau!
Schau nicht mehr – geh!

Geh, deine Stunde
hat keine Schwestern, du bist –
bist zuhause. Ein Rad, langsam,
rollt aus sich selber, die Speichen
klettern,
klettern auf schwärzlichem Feld, die Nacht
braucht keine Sterne, nirgends
fragt es nach dir.

 

Schoß an, schoß an.
                                                                                Dann

Nächte, entmischt. Kreise,
grün oder blau, rote
Quadrate: die
Welt setzt ihr Innerstes ein
im Spiel mit den neuen
Stunden. – Kreise,

rot oder schwarz, helle
Quadrate, kein
Flugschatten,
kein
Meßtisch, keine
Rauchseele steigt und spielt mit.

 

Pau, later

In je oog-
hoeken, vreemde,
de Albigenzenschaduw-
na
het Waterlooplein,
naar de verweesde
bastschoen, naar 't
meeversjacherde amen,
de eeuwige
huisleemte zing ik
je in:
dat Baruch, de nooit
huilende
rond om je de
hoekige,
onbegrepen, ziende,
traan op maat
moge slijpen.

 

Vertaald door Frans Roumen

 

 
Paul Celan (23 november 1920 – 20 april 1970)

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23-11-12

Paul Celan, Marcel Beyer, Jennifer Michael Hecht, Sipko Melissen

 

De Duits-Roemeense dichter Paul Celan werd onder de naam Paul Antschel op 23 november 1920 geboren in Czernowitz, toentertijd de hoofdstad van de Roemeense Boekovina, nu behorend bij de Oekraïne. Zie ook alle tags voor Paul Celan op dit blog.

 

 

Und mit dem Buch aus Tarussa

Все поэты жиды

(Marina Zwetajewa)

 

Vom

Sternbild des Hundes, vom

Hellstern darin und der Zwerg-

leuchte, die mitwebt

an erdwärts gespiegelten Wegen,

 

von

Pilgerstäben, auch dort, von Südlichem, fremd

und nachtfasernah

wie unbestattete Worte,

streunend

im Bannkreis erreichter

Ziele und Stelen und Wiegen.

 

Von

Wahr- und Voraus- und Vorüber-zu-dir-,

von

Hinaufgesagtem,

das dort bereitliegt, einem

der eigenen Herzsteine gleich, die man ausspie

mitsamt ihren un-

verwüstlichen Uhrwerk, hinaus

in Unland und Unzeit. Von solchem

Ticken und Ticken inmitten

der Kies-Kuben mit

der auf Hyänenspur rückwärts,

aufwärts verfolgbaren

Ahnen-

reihe Derer-

vom-Namen-und-Seiner-

Rundschlucht.

 

Von

einem Baum, von einem.

Ja, auch von ihm. Und vom Wald um ihn her. Vom Wald

Unbetreten, vom

Gedanken, dem er entwuchs, als Laut

und Halblaut und Ablaut und Auslaut, skythisch

zusammengereimt

im Takt

der Verschlagenen-Schläfe,

mit

geatmeten Steppen-

halmen geschrieben ins Herz

der Stundenzäsur – in das Reich,

in der Reiche

weitestes, in

den Großbinnenreim

jenseits

der Stummvölker-Zone, in dich

Sprachwaage, Wortwaage, Heimat-

waage Exil.

 

Von diesem Baum, diesem Wald.

 

Von der Brücken-

quader, von der

er ins Leben hinüber-

prallte, flügge

von Wunden, - vom

Pont Mirabeau.

 

Wo die Oka nicht mitfließt. Et quels

amours! (Kyrillisches, Freunde, auch das

ritt ich über die Seine,

ritts übern Rhein.)

 

Von einem Brief, von ihm.

Vom Ein-Brief, vom Ost-Brief. Vom harten,

winzigen Worthaufen, vom

unbewaffneten Auge, das er

den drei

Gürtelsternen Orions – Jakobs-

stab, du,

abermals kommst du gegangen! –

 

zuführt auf der

Himmelskarte, die sich ihm aufschlug.

 

Vom Tisch, wo das geschah.

 

Von einem Wort, aus dem Haufen,

an dem er, der Tisch,

zur Ruderbank wurde, vom Oka-Fluß her

und den Wassern.

 

Vom Nebenwort, das

ein Ruderknecht nachknirscht, ins Spätsommerohr

seiner hell-

hörigen Dolle:

 

Kolchis.

 

 

 

 

Kristal

Niet aan mijn lippen zoek je mond,
niet voor de poort de vreemde,
niet in het oog de traan.

Zeven nachten hoger nadert rood tot rood,
zeven harten dieper klopt aan de poort de hand,
zeven rozen later ruist de bron.

 

 

Vertaald door Frans Roumen

 

 

 


Paul Celan (23 november 1920 – 20 april 1970)

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04-03-12

Robert Kleindienst, Kristof Magnusson, Khaled Hosseini, Irina Ratushinskaya, J. Rabearivelo

 

De Oostenrijkse dichter en schrijver Robert Kleindienst werd geboren op 4 maart 1975 in Salzburg. Hij studeerde germanistiek, pedagogie en politicologie. Kleindienst schrijft gedichten, proza en drama. Zie ook mijn blog van 4 maart 2009 en ook mijn blog van 4 maart 2010 en ook mijn blog van 4 maart 2011.

 

Uit: Beim Tode! Lebendig!

 

"Diese Lyriker! Letzten Endes muß man ihnen denn doch wünschen, daß sie eines Tages einen richtigen Roman zu Papier bringen", pointierte Celan 1958 als Antwort auf eine Umfrage der Pariser Librairie Flinker. Zweifellos ist es hinsichtlich seines Œuvres unumgänglich, nicht von seinen Gedichten Abstand zu nehmen, in die er ein "Äußerstes an menschlicher Erfahrung in dieser unserer Welt und dieser unserer Zeit" einbrachte.

Gedichte sah Celan als "Geschenke an die Aufmerksamen", als "Schicksal mitführende Geschenke." Im Gegensatz zum literaturtheoretischen Verständnis Roland Barthes', dass es nichts außerhalb des Textes gebe und das Verhältnis jeder historischen Darstellung zur Wirklichkeit dem Verhältnis eines rein literarischen Textes zur Wirklichkeit ähnlich sei, weist Celans Sprache einen hohen Wirklichkeitsbezug auf, wie er selbst immer wieder betonte - so auch in Zusammenhang mit seinem Band Ausgewählte Gedichte: "Mein letztes Buch wird überall für verschlüsselt gehalten. Glauben Sie mir - jedes Wort ist mit direktem Wirklichkeitsbezug geschrieben. Aber nein, das wollen und wollen sie nicht verstehen"

Als Schlüssel zum Verständnis werden in der literarischen Öffentlichkeit bei Celan - der selbst "kein Freund der Vergesellschaftung des Innenlebens" war - Teile seiner Privatsphäre wie Briefe und Notizen aus der Nachlassbibliothek betrachtet. "Nein", widersprach er Bedenken Franz Wurms während der Zusammenstellung einer Auswahl aus Kafkas Briefen an Felice Bauer, "ich finde die Veröffentlichung dieser Briefe keine Indiskretion, die Indiskretionen kommen erst, wenn die Leute darüber schreiben. "

In der Herangehensweise an sein eigenes Werk wird die Privatsphäre häufig stärker in den Vordergrund gestellt als das Geschriebene selbst, wobei dem öffentlichen Umgang mit der Person Celan insofern Gewicht zukommt, als dass dieser als mitverantwortlich für seine schwere Krise und Depression, die letztendlich zu seinem Tod führte, betrachtet werden kann.

Womit wieder Barthes' These vom Verschwinden im Raum steht. Zugegeben, wäre der Tod des Autors bereits konsequent in der literaturwissenschaftlichen Praxis umgesetzt und würde er den Bereich Lyrik nicht ausschließen, wäre das Schreiben dieses Buches ungemein schwerer gefallen: Celans Texte müssten als auf Sprache Reduziertes gelesen werden, hinter der man einen Autor mit seiner einzigartigen Lebensgeschichte allenfalls vermuten dürfte.“

 

 

Robert Kleindienst (Salzburg, 4 maart 1975)

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23-11-11

Paul Celan, Marcel Beyer, Jennifer Michael Hecht, Sipko Melissen, Henri Borel

 

De Duits-Roemeense dichter Paul Celan werd onder de naam Paul Antschel op 23 november 1920 geboren in Czernowitz, toentertijd de hoofdstad van de Roemeense Boekovina, nu behorend bij de Oekraïne. Zie ook alle tags voor Paul Celan op dit blog.

 

 

Schliere

Schliere im Aug:
von den Blicken auf halbem
Weg erschautes Verloren.
Wirklichgesponnenes Niemals,
wiedergekehrt.

Wege, halb - und die längsten.

Seelenbeschrittene Fäden,
Glasspur,
rückwärtsgerollt,
und nun
vom Augen-Du auf dem steten
Stern über dir
weiß überschleiert.

Schliere im Aug:
daß bewahrt sei
ein durchs Dunkel getragenes Zeichen,
vom Sand(oder Eis?) einer fremden
Zeit für ein fremderes Immer
belebt und als stumm
vibrierender Mitlaut gestimmt.

 

 

 

Tenebrae

Nah sind wir, Herr,
nahe und greifbar.

 

Gegriffen schon, Herr,
ineinander verkrallt, als wär
der Leib eines jeden von uns
dein Leib, Herr.

 

Bete, Herr,
bete zu uns,
wir sind nah.

 

Windschief gingen wir hin,
gingen wir hin, uns zu bücken
nach Mulde und Maar.

 

Zur Tränke gingen wir, Herr.

 

Es war Blut, es war,
was du vergossen, Herr.

 

Es glänzte.

 

Es warf uns dein Bild in die Augen, Herr
Augen und Mund stehn so offen und leer, Herr.
Wir haben getrunken, Herr.
Das Blut und das Bild, das im Blut war, Herr.

 

Bete, Herr.
Wir sind nah.

 

 

 

 

Spreektralie

 

Oogbol tussen de spijlen.

Trildiertje ooglid
roeit zich naar boven,
geeft een blik vrij.

Iris, zwemster, droomloos en dof:
de hemel, hartgrijs, moet nabij zijn.

Schuin, in de ijzeren houder,
de walmende spaander.
Aan de lichtzin
herken je de ziel.

(Was ik als jij. Was jij als ik.
Stonden we niet
onder één en dezelfde passaat?
We zijn vreemden.)

De plavuizen. Erop,
dicht bij elkaar, de beide
hartgrijze poelen:
twee
mondvol zwijgen.

 

 

 

Vertaald door Frans Roumen

 

 

 


Paul Celan (23 november 1920 – 20 april 1970)

Celan (rechts) met vriend Klaus Demus in Parijs, 1953

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23-11-10

Paul Celan, Marcel Beyer, Jennifer Michael Hecht

 

De Duits-Roemeense dichter Paul Celan werd onder de naam Paul Antschel op 23 november 1920 geboren in Czernowitz, toentertijd de hoofdstad van de Roemeense Boekovina, nu behorend bij de Oekraïne. Zie ook mijn blog van 23 november 2006 en ook mijn blog van 29 maart 2006  en ook mijn blog van 23 november 2007 en ook mijn blog van 23 november 2008 en ook mijn blog van 23 november 2009.

 

 

Sprich auch du

Sprich auch du,
sprich als letzter,
sag deinen Spruch.

Sprich -
Doch scheide das Nein nicht vom Ja.
Gib deinem Spruch auch den Sinn:
gib ihm den Schatten.

Gib ihm Schatten genug,
gib ihm so viel,
als du um dich verteilt weißt zwischen
Mittnacht und Mittag und Mittnacht.

Blicke umher:
sieh, wie's lebendig wird rings -
Beim Tode! Lebendig!
Wahr spricht, wer Schatten spricht.

 

Nun aber schrumpft der Ort, wo du stehst:
Wohin jetzt, Schattenentblößter, wohin?
Steige. Taste empor.
Dünner wirst du, unkenntlicher, feiner!
Feiner: ein Faden,
an dem er herabwill, der Stern:
um unten zu schwimmen, unten,
wo er sich schimmern sieht: in der Dünung
wandernder Worte

 

 

 

 

Harnischstriemen

Harnischstriemen, Faltenachsen,
Durchstich-
punkte:
dein Gelände.

An beiden Polen
der Kluftrose, lesbar:
dein geächtetes Wort.
Nordwahr. Südhell.

 

 

 

 

 

Met wisselende sleutel

Met wisselende sleutel
ontsluit je het huis, waarin
de sneeuw van 't verzwegene woedt.
Naar gelang het bloed opwelt
uit je oog of je mond of je oor
wisselt je sleutel.

Wisselt je sleutel, wisselt het woord
dat woeden mag met de vlokken.
Naar gelang de wind die jou wegstoot,
balt om het woord zich de sneeuw.

 

 

Vertaald door Frans Roumen

 

 

 

 

Paul Celan (23 november 1920 – 20 april 1970)

 

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23-11-09

Paul Celan, Jennifer Michael Hecht, Marcel Beyer, Sait Faik Abasıyanık, Guy Davenport, Nigel Tranter, Nirad C. Chaudhuri, Marieluise Fleißer


De Duits-Roemeense dichter Paul Celan werd onder de naam Paul Antschel op 23 november 1920 geboren in Czernowitz, toentertijd de hoofdstad van de Roemeense Boekovina, nu behorend bij de Oekraïne. Zie ook mijn blog van 23 november 2006 en  mijn blog van 29 maart 2006  en ook mijn blog van 23 november 2007 en ook mijn blog van 23 november 2008.

 

 

Todesfuge


Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
wir trinken und trinken
wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der
      schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar
      Margarete
er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne er
pfeift seine Rüden herbei
er pfeift seine Juden hervor lässt schaufeln ein Grab in der Erde
er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der
      schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar
      Margarete
Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab in den Lüften
      da liegt man nicht eng

Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und
      spielt
er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind
      blau
stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt weiter zum Tanz
      auf

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen

Er ruft spielt süsser den Tod der Tod ist ein Meister aus
      Deutschland
er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die
      Luft
dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland
wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Maragrete
er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft
er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister
      aus Deutschland

dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith

 

 

 

EINMAL
da hörte ich ihn,
da wusch er die Welt,
ungesehn, nachtlang,
wirklich.

 

Eins und Unendlich,
vernichtet,
ichten.

 

Licht war. Rettung.

 

 

 

 

 

Een oog, open

Uren, meikleurig, koel.
Wat niet meer te noemen is, heet,
hoorbaar in de mond.

Van niemand de stem, weer.

Kwellende oogappeldiepte:
het lid
staat niet in de weg, de wimper
telt niet, wat intreedt.

De traan, half,
de scherpere lens, beweegbaar,
zoekt je de beelden.

 

 

 

 

Vertaald door Frans Roumen

 

 

 

 

 

celan_paul_17jahre

Paul Celan (23 november 1920 – 20 april 1970)

Celan op 17-jarige leeftijd

 

 

 

 

 

De Amerikaanse dichteres en schrijfster Jennifer Michael Hecht werd geboren op 23 november 1965 in New York. Zie ook mijn blog van 23 november 2006 en ook mijn blog van 23 november 2008.

 

 

Love Explained

 

Guy calls the doctor, says the wife’s

contractions are five minutes apart.

Doctor says, Is this her first child?

guy says, No, it’s her husband.

 

I promise to try to remember who

I am. Wife gets up on one elbow,

 

says, I wanted to get married.

It seemed a fulfillment of some

 

several things, a thing to be done.

Even the diamond ring was some

 

thing like a quest, a thing they

set you out to get and how insane

 

the quest is; how you have to turn

it every way before you can even

 

think to seek it; this metaphysical

refraining is in fact the quest. Who’d

 

have guessed? She sighs, I like

the predictability of two, I like

 

my pleasures fully expected,

when the expectation of them

 

grows patterned in its steady

surprise. I’ve got my sweet

 

and tumble pat. Here on earth,

I like to count upon a thing

 

like that. Thus explained

the woman in contractions

 

to her lover holding on

the telephone for the doctor

 

to recover from this strange

conversational turn. You say

 

you’re whom? It is a pleasure

to meet you. She rolls her

 

eyes, but he’d once asked her

Am I your first lover? and she’d

said, Could be. Your face looks

familiar. It’s the same type of

 

generative error. The grammar

of the spoken word wall flip, let alone

 

the written, until something new is

in us, and in our conversation.

 

 

 

 

 

 

Jennifer
Jennifer Michael Hecht (New York, 23 november 1965)

 

 

 

 

 

De Duitse dichter, schrijver en essayist Marcel Beyer werd op 23 november 1965 in Tailfingen / Württemberg geboren. Zie ook mijn blog van 23 november 2006 en ook mijn blog van 23 november 2008.

 

 

 

Junge Hunde

 

Ach, die Gutgebügelten, junge

Luden am Nebentisch, trinken

das Panzerpils und tauschen

Herrenheftchen. Einer wirft beim

Aufstehn die Flasche Bier um,

schmiert dann, nach und nach, ein

ganzes Paket Tempos über den

Plastiksitz. Kurzschnitte, und

Pomade. Totes Büffet. Im Jungsklo,

schöne Teile. Ein alter Glatzkopf

zupft sich etwas von den Lippen.

Humer-Bursche. Geschlipst. Gewienert.

Junge Hunde. Fickriges Blau. Im

Klappergang, Wien West, verschwitzte

Gürteltiere. Rauch schneller, Lude.

Ohneservice. Vielleicht Ein- bis

Zweihundert, in Randbezirken,

Arbeiterbeisln, Siebzehnter. Trotte

im Regen, aus einem offenen Fenster,

obere Etage, Dampf.

 

 

 

 

 

Im Hotel Orient

 

Wir sind gepuderte Gestalten

auf Polstern in der Sitzecke

halbdunkel, schwarzer Samtverschnitt.

Das sind die wahren Etablissements,

Männer im Unterhemd öffnen die Tür.

Ich bin jedoch nur Augen- / Ohrenkunde:

Gibt es das Räuspern noch? Das Schnupfen?

Das Verhören? „Die waren hungrig“, nachts,

im Nebenzimmer, spät bis Drei.

Und wir sind traurige Figuren

am Lacktisch, Nachtgespräch.

Augen, halboffen. Frisch rasierte Schläfen:

Gibt es das Flüstern noch? Das Rauchen?

Spiele die Koksnase: das mitgegangene

Tütchen Zucker, SANTORA, vor dem

kalkfleckigen Spiegel inhaliert.

MAXIM FUTUR-Spiegelung: Gibt es

das Schlucken noch? Und stehe da

wie aromatisiert: heiß, holundrisch

und schwach.

 

 

 

 

 

Beyer
Marcel Beyer (Tailfingen, 23 november 1965)

 

 

 

 

 

De Turkse schrijver Sait Faik Abasıyanık werd geboren op 23 november 1906 in Adapazarı. Zie ook mijn blog van 23 november 2008.

 

Uit: Hisht, Hisht!... (Vertaald door Ufuk Özdağ)

 

“I WAS WALKING. The more I walked, the better I started to feel about things. I’d left home with so much anger piled up inside me. Maybe it was the razor blade that made me so angry. Oh yes, certainly. The razor blade! For sure, that’s what got me so mad.

The green of the grass, the blue of the sea, cloudless clear skies . . . Well these, mind you, are things to ponder, certainly. Who on Earth would deny this? Foolishness! What if it rained . . . what if the green grass was purple . . . what if the blue sea was red . . . If that were the case, that would be a thing to worry about, indeed.

I saw a leaf the color of chocolate, a goat the color of green almond. Someone, from behind, called out:

Hisht!

I turned around to check. The still not-so-tall fresh thistles at the edge of the road and the French lavender stared at me with a plum-tasting look. My teeth squeaked. There was no one on the road, not a single soul. I saw the roof of a house, one or two birds flying in the distance, the sea through the leaves. As I continued walking, I heard:

Hisht, hisht!

I wanted to turn around and look. Maybe because I wanted to so much I could not. Well, that could be it. Maybe a bird flew overhead, sounding hisht hisht. Maybe a snake, a tortoise, or a hedgehog passed from behind me. Perhaps there is a certain beetle, sounding like hisht hisht.

Hisht! it said again.

This time, perhaps out of unwillingness, I turned around and looked: I had a slight feeling that someone might be hiding in the bushes.

I knelt down at the edge of the sidewalk. A little in the distance, a donkey was grazing; it too had the color of green almond; its mouth, teeth, ears, neck . . . What a beauty. Grazing. Eating the grass with a sound like crunch crunch crunch. Could it be that I heard this crunch crunch sound as a hisht hisht? A sound quite different from the sound of a donkey biting off grass went:

Hisht hisht hisht!

It happens that sometimes, on your earlobe, a voice that you are very familiar with suddenly calls out your name. Isn’t that possible? Very rarely, though. Maybe it could be that, I thought, a voice that you love, that you remember, from inside your own head, calling out to you, voiceless. Quite a possibility.

All of a sudden a strange yellow fog, with no resemblance to a cloud, covered the sun. A dirty hand culled and pulled a cloth from the green almond back of a donkey. It dressed the donkey with the usual ash gray color, old threadbare overcoat. I stepped down to the road. Well, I said to myself, he may keep on saying “hisht” as much as he wants . . . whether he is a real, fun-loving friend, or whether there is no one around and it is me, my very self, a madman, whispering “hisht hisht” to my own ear . .„

 

 

 

 

saitfaik
Sait Faik Abasıyanık (23 november 1906 – 11 mei 1954)

 

 

 

 

Zie voor onderstaande schrijvers ook mijn blog van 23 november 2008.

 

De Bengaals-Indische schrijver Nirad C. Chaudhuri werd geboren op 23 november 1897 in Kishoreganj.

 

De Amerikaanse schrijver, vertaler, schilder, illustrator Guy Mattison Davenport werd geboren op 23 november 1927 in Anderson, South Carolina.

 

De Schotse schrijver en historicus Nigel Tranter werd geboren op 23 november 1909 in Glasgow.


De Duitse schrijfster Marieluise Fleißer werd geboren op 23 november 1901 in Ingolstadt.

 

20-01-09

Edward Hirsch, Nazim Hikmet, Guy Helminger, Eugen Gomringer, Batya Gur, Sawako Ariyoshi, Axel Hacke, Egon Bondy, Edeltraud Eckert, Robert Olen Butler Jr, Qurratulain Hyder, Raymond Roussel, Michiel de Swaen


De Amerikaanse dichter en letterkundige Edward Hirsch werd geboren op 20 januari 1950 in Chicago. Hij studeerde folklore aan de University of Pennsylvania. Hij werkte als docent Engels aan de Wayne State University en de University of Houston. Hirsch publiceerde o.a. in The New Yorker, The New York Review of Books, American Poetry Review, and The Paris Review. Hij had ook een wekelijkse column over poëzie in de Washington Post Book World van 2002 tot 2005. Zijn eerste bundel For the Sleepwalkers verscheen in 1981.

 

 

In Memoriam Paul Celan

 

Lay these words into the dead man's grave

next to the almonds and black cherries---

tiny skulls and flowering blood-drops, eyes,

and Thou, O bitterness that pillows his head.

 

Lay these words on the dead man's eyelids

like eyebrights, like medieval trumpet flowers

that will flourish, this time, in the shade.

Let the beheaded tulips glisten with rain.

 

Lay these words on his drowned eyelids

like coins or stars, ancillary eyes.

Canopy the swollen sky with sunspots

while thunder addresses the ground.

 

Syllable by syllable, clawed and handled,

the words have united in grief.

It is the ghostly hour of lamentation,

the void's turn, mournful and absolute.

 

Lay these words on the dead man's lips

 

like burning tongs, a tongue of flame.

A scouring eagle wheels and shrieks.

Let God pray to us for this man.

 

 

 

 

 

 

Lay Back the Darkness

 

My father in the night shuffling from room to room

on an obscure mission through the hallway.

 

Help me, spirits, to penetrate his dream

and ease his restless passage.

 

Lay back the darkness for a salesman

who could charm everything but the shadows,

 

an immigrant who stands on the threshold

of a vast night

 

without his walker or his cane

and cannot remember what he meant to say,

 

though his right arm is raised, as if in prophecy,

while his left shakes uselessly in warning.

 

My father in the night shuffling from room to room

is no longer a father or a husband or a son,

 

But a boy standing on the edge of a forest

listening to the distant cry of wolves,

 

to wild dogs,

to primitive wingbeats shuddering in the treetops.

 

 

 

 

Hirsch
Edward Hirsch (Chicago, 20 januari 1950)

 

 

 

 

 

De Turkse schrijver Nazim Hikmet werd op 20 januari 1902 geboren in Thessaloniki. Zie ook mijn blog van 20 januari 2007  en ook mijn blog van 20 januari 2008.

 

 

 

Today is Sunday

 

Today is Sunday.

For the first time they took me out into the sun today.

And for the first time in my life I was aghast

that the sky is so far away

          and so blue

          and so vast

              I stood there without a motion.

Then I sat on the ground with respectful devotion

leaning against the white wall.

Who cares about the waves with which I yearn to roll

Or about strife or freedom or my wife right now.

The soil, the sun and me...

I feel joyful and how.

 

 

 

 

Translated by Talat Sait Halman.

 

 

 

 

Angina Pectoris

 

If half my heart is here, doctor,

      the other half is in China

with the army flowing

     toward the Yellow River.

And, every morning, doctor,

every morning at sunrise my heart

     is shot in Greece.

And every night,c doctor,

when the prisoners are asleep and the infirmary is deserted,

my heart stops at a run-down old house

                                       in Istanbul.

And then after ten years

all i have to offer my poor people

is this apple in my hand, doctor,

one read apple:

               my heart.

And that, doctor, that is the reason

for this angina pectoris--

not nicotine, prison, or arteriosclerosis.

I look at the night through the bars,

and despite the weight on my chest

my heart still beats with the most distant stars.

 

 

 

 

 

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Nazim Hikmet (20 januari 1902 – 3 juni 1963)

 

 

 

 

 

 

De Duitse (Luxemburgse) schrijver Guy Helminger werd geboren op 20 januari 1963 in Esch-sur-Alzette. Zie ook mijn blog van 20 januari 2007 en ook mijn blog van 20 januari 2008.

 

Uit: Morgen war schon

 

Der Nieselregen hatte aufgehört. Sie überholten einen Bus und blieben auf der linken Spur, obwohl kein Wagen vor ihnen zu sehen war. Feltzer bemerkte plötzlich, daß Bergrath den Kopf gewendet hatte und ihn ansah. Jetzt sprich nur ein Wort, dachte Feltzer, und es knallt.

Ein schmaler Streifen Mond tauchte auf, strich matt über den Himmel, bevor er zurück in die Dunkelheit glitt.

Als Bergrath tatsächlich den Mund aufmachte, bremste Feltzer sofort, während seine linke Hand in die Türablage griff. Die Räder rutschten über den Asphalt. Etwas weiter hinter ihnen rollten die Busscheinwerfer auf sie zu. Feltzer steuerte den Wagen auf den Seitenstreifen und brüllte: „Ich habe dich gewarnt. Habe ich dich nicht gewarnt?“ Er sah, wie Bergrath versuchte, aus dem Wagen zu flüchten. Auf der Fahrbahn rauschte der Bus an ihnen vorbei. Feltzer schloß einen Moment lang die Augen. Er sah, daß bereits alles rot war.“

 

 

 

 

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Guy Helminger (Esch-sur-Alzette, 20 januari 1963)

 

 

 

 

 

De Zwitserse dichter en schrijver Eugen Gomringer werd op 20 januari 1925 geboren in Cachuela Esperanza, Bolivia. Zie ook mijn blog van 20 januari 2007.

 

 

 

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Eugen Gomringer (Cachuela Esperanza,  20 januari 1925)

 

 

 

 

 

De Israëlische schrijfster, journaliste en literatuurwetenschapster Batya Gur werd geboren op 20 januari 1947 in Tel Aviv. Zie ook mijn blog van 20 januari 2008.

 

Uit: Murder in Jerusalem

 

„Michael Ohayon laid A Suitable Boy, the heavy volume in which he had been immersed for weeks, especially the past two, during his vacation, at the foot of his bed. How was it possible to write a novel like this and at the same time live one's life? How suddenly familiar and true were the claims voiced by many women in his life, claims he had heard often enough from his only son as well, about the manner in which he lost himself in his work, how there was no approaching him while he was on a case. To create and write about some reality or to investigate it seemed suddenly to him like the very same effort, the very same anxiety.

A sudden noise cut his thoughts short. He hurried to the hallway, and from there to the bathroom. He had left the cabinet door under the sink open so that the dampness there would not grow moldy. The bucket he had placed under the sink had overturned, as if a cat had passed by. But no cat had passed by. The windows were shut and the blinds were closed and rain was pounding and a puddle of dirty water was gathering by the front door. There was no explanation for the overturned bucket. "The butterfly effect," Tzilla would say had she witnessed the scene, which would be certain to irritate Balilty: "Effects again?" he would exclaim. "Butterflies again?“

 

 

 

 

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Batya Gur (20 januari 1947 – 19 mei 2005)

 

 

 

 

 

De Japanse schrijfster Sawako Ariyoshi werd geboren op 20 januari 1931 in Wakayama. Zie ook mijn blog van 20 januari 2007.

 

Uit: Le miroir des courtisanes Vertaald door Corinne Atlan)

 

Pendant son séjour à l'hôpital, Tomoko avait reçu, outre les fleurs, nombre de boîtes de bonbons et de biscuits secs. Tandis qu'elle sortait les biscuits un à un de leur emballage individuel, Jôji tendait la main pour les attrapper et les dévorait. Tomoko servit du thé, et, en regardant le visage innocent de l'enfant qui croquait ses biscuits, elle se sentit envahie par un sentiment inattndu de paix intérieure.
          - Tu peux venir me voir quand tu veux. Moi, j'ai le temps, je n'ai rien d'autre à faire que de me reposer.
          - Mmh.
          - Qu'est ce qui te ferais plaisir ? Si tu as envie de quelque chose, je te l'achèterai, tu n'as qu'à me le dire.
          - Mmh.
          Cette réponse de petit garçon, ce « Mmh » à toutes les questions, plaisait à Tomoko, elle sentait un élancement de joie dans son coeur chaque fois qu'elle l'entendait.
          Elle s'était souvent dit que la vie consistait à voir mourir les autres autour de soi. Chacun de nous, né d'une mère, doit vivre puis mourir pareillement, seule la durée de la vie diffère. Elle avait vu mourir des gens plus âgés qu'elle, mais ausi de plus jeunes, comme ce frère ou cette soeur de Jôji né quelques années avant lui, qui était mort avant d'avoir pu respirer sur cette terre. Et la mort de tous les êtres si longtemps qu'ils aient vécu, paraissait regrettable, et toujours soudaine. La mort de Tsuna. La mort du comte Kônami. La mort de Shûichi Nôzawa, de Fumike Ezaki, et puis celle d'Ikuyo, sa mère... Oui, jusque là, Tomoko s'était toujours dit que vivre, c'était dire adieu aux êtres chers, les voir disparaître dans la mort. Par quel miracle la simple vue de ce petit garçon croquant des biscuits salés suscitait-elle un tel élan dans son coeur, et des pensées si différentes ?“

 

 

 

 

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Sawako Ariyoshi (20 januari 1931 – 30 augustus 1984)

 

 

 

 

 

De Duitse schrijver en journalist Axel Hacke werd geboren op 20 januari 1956 in Braunschweig. Hij bezocht de journalistenschool in München en studeerde politicologie. Van 1981 tot 200o werkte hij als redacteur bij de Süddeutschen Zeitung. In 2004 verscheen zijn succesvolste boek Der weiße Neger Wumbaba, waarin hij op amusante wijze verkeerd verstane liedteksten behandelt.

 

Uit: Der weisse Neger Wumbaba

 

Fest steht aber: Wir, die wir immer alle Texte falsch verstehen, so­bald wir sie nicht lesen, sondern hören, sobald sie gesungen, gebe­tet oder sonstwie vorgetragen werden, wir leben in einer rätselhaf­ten, doch auch reichen, poetischen Welt, bevölkert von Wesen, die niemand ausser uns auch nur zu kennen imstande ist. Nehmen wir jenen Herrn, der mich nach einer Lesung ansprach, um mir seine Version von Matthias Claudius' Der Mond ist aufge­gangen mitzuteilen. Da heisst es:
»Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weisse Nebel wunderbar.«
Dieser Mann erzählte mir, was in seinen Ohren klang: »Der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget der weisse Neger Wumbaba.«
Das hat nun etwas, das weit über Claudius hinausweist: Von wei­ssen Nebeln singen kann, mit Verlaub, jeder. Aber einen weissen Neger namens Wumbaba zu ersinnen - das ist sehr gross. Sehr viel später meldete sich bei mir noch Leser L. aus München, der eine münchnerisch-bayerische Version vortrug, die auf seine Enkel zurückgeht, und in der es heisst:
»Und aus der Isar steiget der weisse Neger Wumbaba.«
Das ist natürlich auch nicht zu verachten, wenngleich ich es doch schöner finde, diese sagenhaft fremd-schöne Wumbaba-Gestalt aus nebelüberhangenen Wiesen aufsteigen zu sehen, die sich vor einem schwarzen Walde erstrecken. Da kann die Isar nicht leicht mithalten.“

 

 

 

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Axel Hacke (Braunschweig, 20 januari 1956)

 

 

 

 

 

De Tsjechische dichter, schrijver en filosoof Egon Bondy werd geboren op 20 januari 1930 in Praag. Hij publiceerde talrijke dichtbundels, essays en ander proza en een geschiedenis van de filosofie in zes delen. Daarnaast vertaalde hij gedichten van Christian Morgenstern naar het Tsjechisch.

 

Uit: Die invaliden Geschwister (Vertaald door Mira Sonnenschein)

 

„Als er die Anhöhe erklommen hatte, breitete sich die Hochebene vor ihm aus. Auf dem Acker standen drei Bäume. Der letzte Schnee taute auf dem Weg, der bereits voller Pfützen war. Gleich brockenweise blieb der Lehm an den Schuhsohlen kleben. Unter den Bäumen angekommen, stolperte er über eine Leiche. Sie befand sich im Zustand fortgeschrittener Verwesung. Man konnte nicht mehr erkennen, ob sie männlich oder weiblich war. Als er mit dem Fuß gegen diesen Körper stieß, quoll Schlamm heraus. Es war die Leiche der Welt. Das Wetter war häßlich, der Himmel trüb. Nach einigen Kilometern erreichte er eine Kneipe. Da er die letzten Tage ununterbrochen und viel getrunken hatte, plagte ihn ein großer Katzenjammer.
Die Wirtin schenkte ihm ein Bier ein. Sie war dick, aber noch nicht alt. Ihr dauergewelltes, aber zerzaustes Haar war schwarz und glänzend. Nachdem er in der Ecke Platz genommen hatte, verschwand sie hinter einer verglasten Tür in der Küche. Unmittelbar darauf hörte man, wie sie sich dort mit jemandem paarte. Der Küchenschrank wackelte, Geschirr und Gläser schepperten. Die Stimme eines Mannes wurde laut und das Stöhnen der Frau. Zwei Beinpaare rutschten und scharrten über den Fußboden. Der kleine Dorfplatz hinter dem Fenster war menschenleer. Die Fenster in den kleinen Häusern waren dunkel, verhängt mit kleinen bunten oder gehäkelten Gardinen. In den Räumen mußte es selbst jetzt zur Mittagszeit schummrig sein. Nur aus einzelnen Schornsteinen stieg Rauch auf.“

 

 

 

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Egon Bondy (20 januari 1930 – 9 april 2007)

 

 

 

 

De Duitse dichteres en schrijfster Edeltraud Eckert werd geboren op 20 januari 1930 in Hindenburg.In 1949 begon zij aan een studie pedagogie aan de Humboldt universitei in Berlijn. Zij hoorde over het voortbestaan van Russische gevangenenkampen in de DDR en vormde samen met een groep vrienden een anticommunistische „verzetsgroep tegen onmenselijkheid.“ Op 10 mei 1950 werd zij in Potsdam gearresteerd. Haar werk bestaat uit gedichten die zij in de volgende jaren van haar gevangenschap schreef of die door medegevangenen van buiten waren geleerd. Bij een groter publiek werd zij pas in 2005 bekend door de publicatie van haar werk  door het "Archiv Unterdrückter Literatur in der DDR". Edeltraud Eckert was al in 1955 gestorven, enkele maanden nadat zij bij werkzaamheden in de gevangenis ernstig verwond was geraakt.

 

 

 

Abschied

 

Du riefst mich noch einmal zurück,

Weil ich vergaß Lebwohl zu sagen.

Noch einmal fand ich deinen Blick

Und wandte mich und ging zum Wagen.

 

Wie oft sah ich dies Bild vor mir,

Du lächelnd, ja beinah heiter,

Ein letztes Mal stand ich vor dir,

Ein Händedruck und dann - nichts weiter.

 

Ich musste gehen und wusste schon,

Mein Schritt ging deiner Welt verloren,

Ich hatte noch den warmen Ton,

Den Klang der Stimme in den Ohren.

 

Auf Wiedersehen sagtest du,

Ich nickte, wollte dir nicht wehren,

Und wusste doch so gut wie du,

Ich würde lange Zeit nicht wiederkehren.

 

 

 

 

 

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Edeltraud Eckert (20 januari 1930 – 18 april 1955)

 

 

 

 

 

De Amerikaanse schrijver Robert Olen Butler Jr. Werd geboren op 20 januari 1945 in Granite City, Illinois. Hij studeerde aan de Northwestern University (theater) en de University of Iowa (playwriting).Zijn eerste roman The Alleys of Eden verscheen in 1981, gevolgd door Sun Dogs in 1983. Korte verhalen publiceerde hij in bladen als The New Yorker, Esquire, Harper's, The Atlantic Monthly, GQ, and Zoetrope: All-Story. Voor zijn eerste verhalenbundel A Good Scent from a Strange Mountain kreeg hij in 1993 de  Pulitzer Prize voor fictie.

 

 

Uit: This is Earl Sandt

 

   „I’ve seen a man die, but not like this. There was silence suddenly around us when he disappeared beyond the trees, silence after terrible sounds, that hammering of his engine, the engine of his aeroplane, and the other sound, after.
        He had climbed miraculously up and he had circled the field and we all took off our hats as one, the men among us. Mine as well. Hooray, we cried. My son cried out, too. Hooray. This was why we’d come to this meadow. We would peek into the future and cheer it on.
        And Earl Sandt hammered overhead and down to the far edge of the pasture, defying the trees, defying the earth. The propeller of his engine spun behind him and he sat in a rattan chair, as if he was on his front porch smoking a cigar. Then he came back from the tree line, heading our way.
        I reached down and touched my son on the shoulder. I had never seen an aeroplane and something was changing in me as it approached. I suppose it scared me some. I had no premonition, but I needed to touch my son at that moment. The plane came toward us and there was a stiff wind blowing—the plane bucked a little, like a nervous horse, but Earl Sandt kept him steady, kept him coming forward, and I felt us all ready to cheer again.
        Then there was a movement on the wing. With no particular sound. Still the engine. But there was a tearing away. If I had been Earl Sandt, if I had been sitting in that rattan chair and flying above these bared heads, I might have heard the sound and been afraid.
        I lifted my camera. This had nothing to do with the thing happening on the wing. I was only vaguely aware of it in that moment. I lifted my camera and I tripped the shutter, and here was another amazing thing, it seemed to me. One man was flying above the earth, and with a tiny movement of a hand, another man had captured him.“

 

 

RoberOlenButler
Robert Olen Butler Jr. (Granite City, 20 januari 1945)

 

 

 

 

 

De Indiaase schrijfster Qurratulain Hyder werd geboren op 20 januari 1927 in Aligarh, Uttar Pradesh. Na de deling van India in 1947 trok zij naar Pakistan, maar zij keerde na een paar jaar weer terug. Zij heeft twaalf romans op haar naam staan, waarvan Aag ka dariya  (River of Fire) de bekendste is, en talrijke korte verhalen. Zij ontving diverse belangrijke prijzen en onderscheidingen. Rode draad in veel van haar werk is de pijn om de deling van India.

 

Uit: River of Fire

 

„It was the first beerbahuti of the season that Gautam had seen. The prettiest of rain-insects, clothed in god's own red velvet, the beerbahuti was called the Bride of Indra, Lord of the Clouds. This one was crawling upon a blade of grass. A gust of easterly wind brought it rolling down onto the sodden earth. Gautam scooped it up tenderly with the help of a twig and placed it on his palm. Come the rains and the beerbahutis appeared all over the green. From where do they emerge, so perfect in shape and colour, and where do they go? What a brief span of existence they have, but for them it's a lifetime. This was a solitary beerbahuti and it looked so alone in the expanse and depth of the forest. Right now it sat cosily in its own silence on Gautam's palm. It could soon be crushed by an animal or a passer-by.

Gautam put it down and made a boat out of a bargad leaf. A brook of rainwater was rippling past the gnarled roots of the banyan where Gautam had been sitting. He let the beerbahuti slide into her barge and put it out to sea. For this minute creature the rivulet must seem like an ocean. "Farewell, Indra's bride," Gautam said as the waves carried the leaf-boat away.

He looked up at the sky, collected his staff and cloth bag and resumed his journey. He noticed another red beerbahuti on the lush green grass, slowly making its progress from somewhere to nowhere. He could unwittingly trample these lovely, helpless little beings. He walked carefully across the patch of green and reached the mud track.“

 

 

 

 

Qurratulain_Hyder
Qurratulain Hyder (20 januari 1927 – 21 augustus 2007)

 

 

 

 

 

De Franse dichter en schrijver Raymond Roussel werd geboren op 20 januari 1877 in Parijs als zoon van zeer wekgestelde ouders. De schatrijke Raymond Roussel kon, net zoals zijn jeugdvriend Marcel Proust, zijn hele leven wijden aan het schrijven. Zijn werkmethode, waarin homofonie en homonymie een belangrijke rol speelde, heeft die van de OULIPO-auteurs duidelijk beïnvloed.. Tijdens zijn leven verguisd, dankte hij zijn latere roem aan surrealisten als André Breton en Marcel Duchamp, die hem als hun voorloper beschouwden. Zijn tweede roman Afrikaanse impressies verscheen in 1997 nog in Nederlandse vertaling.

 

 

Gaspard reprend...

 

[...] Gaspard reprend : " Tu sais, on croit qu'il va neiger

À Paris, il paraît qu'une nuit la surface

Des bassins a gelé ; je ne crois pas qu'il fasse

Pourtant pendant le jour encore un froid de loup ;

Nous pourrions bien avoir ici le contre-coup

De ça. " Roberte dit : " Oui, ce serait à craindre,

Mais jusqu'à présent nous n'avons pas à nous plaindre.

Il faut dire que sauf deux ou trois jours, depuis

Une bonne quinzaine au moins, même les nuits

Sont très douces aussi, c'est extraordinaire. "

 

Il dit : " Je ne suis pas sûr qu'il soit centenaire,

Celui-là, " lui montrant un tout petit palmier

À droite, rabougri, mince. " C'est le premier,

Je suis sûr, que je vois encore aussi grotesque ;

Je crois qu'en essayant il m'arriverait presque

A l'épaule, en trichant. " Roberte dit : " Au fond,

C'est ridicule, tous ces embarras qu'ils font

En paraissant se croire en plein dans les tropiques,

En transplantant tous leurs palmiers microscopiques ;

Ce sont à peine des mandarines que leurs

Oranges soi-disant ; et les envois de fleurs,

Elles sortent toujours directement des serres,

Et du reste elles sont à peu près aussi chères

Qu'à Paris. "Il répond : " Oh ! bien meilleur marché,

ça non. "

 

Elle reprend : " On a beaucoup marché

Par ici, " lui montrant sur la terre un peu molle,

Humide, on ne comprend trop comment, et qui colle,

Dans tous les sens, beaucoup, là, de traces de pas ;

Un talon a de gros clous carrés ; il dit : " Pas

En ce moment toujours, c'est vraiment incroyable

Comme on voit peu de gens, nous devons être au diable

Déjà, je suis sûr, nous n'avons plus de raisons

Pour jamais revenir sur nos pas, nous causons

Sans penser que nous nous éloignons. " [...]

 

 

 

 

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Raymond Roussel (20 januari 1877 – 14 juli 1933)

 

 

 

 

 

De Vlaamse dichter, rederijker en heelmeester Michiel de Swaen werd geboren in Duinkerke op 20 januari 1654.  Michiel de Swaen studeerde aan het Jezuïetencollege van zijn geboortestad, waar hij waarschijnlijk een humanistische vorming genoot. Na een zesjarige opleiding - drie jaar bij een heelmeester en drie jaar op een onbekende plaats, vestigde De Swaen zich in Duinkerke als heelmeester en barbier. Terzelfder tijd was hij betrokken bij het letterkundige leven van die stad.

 

Sonnet aen den Heer Van Heel

 

Wat claegt gy, heer van Heel, wat doet gy Hollant treuren,

Omdat een wilde Swaen syn kust verlaten heeft?

De Swaen, met een meerder recht, tot rouwe sigh begeeft,

Nu een soo soet verblyf niet meer hem magh gebeuren.

 

O Hollant ! vreedsaem lant, waerin de vryheyt leeft,

Wat socht ik die vergeefs by uwe nagebueren,

Waer Frans en Castiliaen de rust en vrede schueren,

Waar't hooft der borgery voor vreemde heeren beeft...

 

O had ik, lieve Lant, in uw begryp gebleven,

Hoe vroylyk wiert myn stem tot singen voorts gedreven,

Of aen de Rotte-stroom, of midden op de Maes!

 

Nu leef ik in een oort waer vreughde is uytgeweken;

Myn spys is bittre gal, myn sang... Eylaes! Eylaes!

Och! Och! waer heb ik my, misleyde Swaen, versteken!’

 

 

 

 

deswaen
Michiel de Swaen (20 januari 1654 – 3 mei 1707)

 

 

23-11-08

Paul Celan, Jennifer Michael Hecht, Marcel Beyer, Sait Faik Abasıyanık, Guy Davenport, Nigel Tranter, Nirad C. Chaudhuri, Marieluise Fleißer


De Duits-Roemeense dichter Paul Celan werd onder de naam Paul Antschel op 23 november 1920 geboren in Czernowitz, toentertijd de hoofdstad van de Roemeense Boekovina, nu behorend bij de Oekraïne. Zie ook mijn blog van 23 november 2006 en  mijn blog van 29 maart 2006  en ook mijn blog van 23 november 2007.

 

 

Auch heute abend

 

Voller,

da Schnee auch auf dieses

sommerdurchschwommene Meer fiel,

blüht das Eis in den Körben,

die du zur Stadt trägst.

 

Sand

heischst du dafür,

denn die letzte

Rose daheim

will auch heute abend gespeist sein

aus rieselnder Stunde.

 

 

 

 

 

Wo Eis ist

 

Wo Eis ist, ist Kühle für zwei.
Für zwei: so ließ ich dich kommen.
Ein Hauch wie von Feuer war um dich -
Du kamst von der Rose her.

 

Ich fragte: Wie hieß man dich dort?
Du nanntest ihn mir, jenen Namen:
ein Schein wie von Asche lag drauf -
Von der Rose her kamst du.

 

Wo Eis ist, ist Kühle für zwei:
ich gab dir den Doppelnamen.
Du schlugst dein Aug auf darunter -
Ein Glanz lag über der Wuhne.

 

Nun schließ ich, so sprach ich, das meine - :
Nimm dieses Wort - mein Auge redet's dem deinen!
Nimm es, sprich es mir nach,
sprich es mir nach, sprich es langsam,
sprich's langsam, zögr es hinaus,
und dein Aug - halt es offen so lang noch!

 

 

 

 

 

ER ZAL iets zijn, later,

dat vult zich met jou

en stijgt op

naar een mond.

 

Uit de stukgeslagen

waan

sta ik op

en kijk naar mijn hand,

hoe die de ene

enige

kring trekt.

 

 

 

 

Vertaald door Frans Roumen

 

 

 

 

 

 

Celan
Paul Celan (23 november 1920 – 20 april 1970)

 

 

 

 

 

 

De Amerikaanse dichteres en schrijfster Jennifer Michael Hecht werd geboren op 23 november 1965 in New York. Zie ook mijn blog van 23 november 2006.

 

 

My Guy    

 

Oh little fishy. You, you brought the bottle

green tint to the world, the blue bauble glint.

 

Young and in love. This is a legacy that

has it on mud and lumber, oh yes,

 

that breathes through its blue glass bones.

 

Easy fella. In a flatbed Ford, a coaster

on rollers, a cloudy August afternoon.

 

They are out on errands and everything

is quiet. I must chase the golden fish away

 

to rhapsodize about him, little fish. 

The guy has my eyes. Keen canoodling,

 

Zen commanding. Ken kaput. Fair of cheek,

huge of foot. Can not yet be tickled.

 

 

 

 

 

Zoo Review

 

To begin is to let things out of control.

The park’s caged condor stumbles to the fore.

The mind can not be told what it does not know.

 

Let us begin by calling a massive bird a soul;

each wing wide as the height of a man or more.

To begin is to help things out of control

 

with a clasp of fence in beak and a forceful fold

of what was given, then out the rifted door.

The mind must graze what it can not hold.

 

If the population of the park took up a goal

of leaving, it wouldn’t stop to wonder where to go.

To begin is to chase thoughts out of control.

 

Likewise, as love and birth have come to show,

much can not be seen before we are ashore

where minds find what, at sea, they did not know.

 

The bird adjusts its shoulder-feathers like a stole,

a bristling cape, a heft of flight, a height left low.

To begin is to let things out of control.

The mind can not be told what it does not know.

 

 

 

 

 

 

Hecht
Jennifer Michael Hecht (New York, 23 november 1965)

 

 

 

 

De Duitse dichter, schrijver en essayist Marcel Beyer werd op 23 november 1965 in Tailfingen / Württemberg geboren. Zie ook mijn blog van 23 november 2006.

 

Uit: Kaltenburg

 

“Ludwig Kaltenburg wartet bis zu seinem Tod im Februar 1989 auf die Rückkehr der Dohlen. Besuchern gegenüber äußert er sich noch in seinem letzten Winter zuversichtlich, eines Tages werde ein Paar dieser von ihm geliebten, von ihm bewunderten weißäugigen Krähenvögel den Kamin im Arbeitszimmer als Nistplatz wählen und mit seiner Brut eine neue Dohlenkolonie ins Leben rufen. »Ich weiß, sie werden erst in einigen Monaten mit dem Nestbau beginnen«, erklärt er Weggefährten, Schülern oder Journalisten, die von Wien eine knappe Autostunde durch die niederösterreichische Schneelandschaft gefahren sind. Ihm stehe die Zukunft vor Augen. In eine Wolldecke gehüllt, sitzt der große Zoologe Ludwig Kaltenburg am Fenster, das Karomuster und das volle weiße Haar, er hört nur noch sehr schlecht, seine Geistesgegenwart aber hat nicht gelitten.

»Die Vögel fliehen den Rauch«, sagt er, darum halte er es nicht für ratsam, den Ofen in dem kleinen Anbau vom frühen Morgen bis in die Abendstunden brennen zu lassen. Der späte Kaltenburg wird von mehreren elektrischen Heizöfchen eingerahmt. Er ist gelöster Stimmung. »Die jungen Dohlen werden ohne mich zurechtkommen müssen, dessen bin ich mir durchaus bewußt.«

Ehe die Gäste höflich protestieren können, der hochverehrte Herr Professor werde sie am Ende alle überleben, schildert Kaltenburg den Abstieg einer sogenannten Kamindohle zu ihrem in völliger Dunkelheit liegenden Nest. Der Vogel springt nach einigem Zögern und Herumlaufen mit dem Schnabel voran in den Eingang der künstlichen Höhle, vollführt eine Drehung, findet mit abgespreizten Flügeln am rauhen Kamingemäuer Halt, streckt die Beine aus und stützt sich mit den Krallen ab. Dann geht es vorsichtig, man könnte sagen: Schritt für Schritt, hinunter in die Tiefe, zwei Meter oder mehr. Das laute Poltern, Rasseln, Schleifen. Momentaufnahmen dieser viele Male am Tag wiederholten Prozedur vermitteln den Eindruck, die Dohle stürze hilflos aus großer Höhe herab, aber das Gegenteil ist der Fall, jede Bewegung zeugt von überlegtem Vorgehen und äußerster Geschicklichkeit ».

 

 

 

 

marcel-beyer
Marcel Beyer (Tailfingen, 23 november 1965)

 

 

 

 

 

 

De Turkse schrijver Sait Faik Abasıyanık werd geboren op 23 november 1906 in Adapazarı. Toen Griekse troepen de stad innamen vluchtte zijn familie naar Bolu en na de oorlog trok zij naar Istanbul, waar Sait Faik het gymnasium bezocht. Dit maakte hij af in Bursa. Hij studeerde vervolgens tot 1930 literatuurwetenschappen in Istanbul. In de jaren 1931 – 1935 verbleef hij in Frankrijk, waar hij in Grenoble nog twee  jaar literatuur studeerde. Hij werd door zijn vader teruggeroepen naar Turkije om een beroep te gaan uitoefenen, werkte als leraar, handelaar en tenslotte als correspondent bij het gerechtshof. Sait Faik schreef twee romans en talrijke korte verhalen. Hij was het die het moderne korte verhaal in Turkije introduceerde. Zijn verhalen gaan over het stadse leven van vissers, kroeglopers, matrozen, scheepspassagiers, straatvergers, postbodes, Armeniërs, joden en straatmuzikanten. Istanbul  of de eilanden in de regio zijn de plaatsen waar het zich allemaal afspeelt.

 

Uit: Simit with Tea (Vertaald door Hatice Orun Ozturk)

 

“I would’ve liked to add “aged cheese” to this heading but it is better that I don’t because next to the companionship of simit and tea, it fades away to the background. We do have days when we have both simit and tea but the three of them?...Maybe I should’ve separated tea from simit too. Only simit, that delicious man made fruit of the morning should have been my topic. But what can you do? I couldn’t bear to leave out the tea. Although tea is secondary to simit, their companionship nevertheless is a genuine one. No breakfast can take the place of simit with tea! If a person eats a breakfast of butter, preserves, honey and even grapefruit but doesn’t leave his house in a car, one should get upset with him. After a breakfast like that, you must hop into a car without getting your shoes wet. Sitting in your fancy office chair without any mud on your shoes you must start a phone call:

 

-“Just like I said last night. Not a dime less.” You must hang up the phone and start

another call:

 

- “How is the stock market? Did you say 76.20 ? Don’t sell, wait. I am telling you to wait. Obviously I know something. I won’t sell for 77 either. Not a dime less than 80. OK I am waiting. If I don’t hear from you by noon, I may change my mind. Mark my words….” You must say.

 

However, after drinking tea with simit, we can walk on the muddy streets and with sesame seeds still between our teeth, we can run from place to place. It rains as we run, sweat drips down our foreheads. With sesame seeds between our teeth, we can still smell the morning tea. When will the day end? When will we finish the pile of paper in front of us and lay down in our beds and get some rest? See, it is morning again! Acem Hasan Efendi must have brewed the tea. Where is this dimwitted simit seller? He comes and sells us the simit from yesterday, or he doesn’t come and the tea loses its taste.”

 

 

 

 

saitfaik
Sait Faik Abasıyanık (23 n
ovember 1906 – 11 mei 1954)

 

 

 

 

 

De Amerikaanse schrijver, vertaler, schilder, illustrator Guy Mattison Davenport werd geboren op 23 november 1927 in Anderson, South Carolina. Van 1948 tot 1950 was hij een “Rhodes Scholar”aan het Merton College in Oxford, waar hij Oude Engelse literatuur studeerde bij J. R. R. Tolkien. Hij schreef er Oxford’s eertse scriptie over James Joyce. Na zijn terugkeer in de VS diende hij twee jaar in het leger, doceerde twee jaar aan de Washington University in St. Louis tot 1955, toen hij een studie in Harvard begon. Zijn dissertatie schreef hij over de dichter Ezra Pound, die hij ook persdoonlijk kende. Het werk verscheen onder de titel Cities on Hills in 1983. Tot 1990 doceerde Davenport aan de universiteit van Kentucky. Een MacArthur Fellowship stelde hem in staat vroegtijdig met pensien te gaan. Davenport debuteerde met fictief werk in 1970 toen “The Aeroplanes at Brescia" verscheen, gebaseerd op een bezoek van Franz Kafka aan een vliegshow in september 1909. Naast fictie schreef hij meer dan vierhonderd essays, artikele, introducties, recensies, twee boeken over kunst en een handvol gedichten.

 

Uit: Tatlin (six stories)

 

“Dat gaat te ver, they heard Erika say.

The dull iron mountains beyond which stretch the lava fields of the Palus Somnii and the mercurial black hills and dismal quarries of the Mare tranquilllitatis take the dawn of the moon’s sixth day on their garnet peaks, then as a feathery limelight on the spines of their gullies, and hold in their piedmont rubble a coral of lightning.

A hand on a sandy thigh, drone of the sea, unending kiss. Ook aan de langste zomerdag komt een einde.

Across the white bones of the rim of Atlas, silent from the storms of fiery rock at the moon’s birth to the holocaust of time, steel light as if flashed from tungsten strikes next the mountain, dolomite and terrible, in the crater’s desolate midst, and next, above black valleys of shadow, the sooty promontories of Hercules, and spreads on to the dead stone rings of Aristotle and Eudoxus.”

 

 

 

 

davenport
Guy Davenport (23 november 1927 – 4 januari 2005)

 

 

 

 

 

 

De Schotse schrijver en historicus Nigel Tranter werd geboren op 23 november 1909 in Glasgow en volgde een opleiding aan George Heriot's School in Edinburgh. Hij had een opleing als boehouder en werkte bij een verzekeringsbedrijf. Vanaf zijn jeugd had hij grote belangstelling voor kastelen. In 1935 verscheen zijn eerste boek over dit onderwerp. Tussen 1962 en 1971 verscheen in vijf delen The Fortified House in Scotland. Tijdens het schrijven van deze werken realiseerde Tranter zich dat er veel gebeurtenissen en personen in de Schotse geschiedenis waren die stof zouden kunnen zijn voor romans. The Queen's Grace (1953) was zijn eerste roman over een historisch onderwerp. De MacGregor Trilogy (1957-1962) en de Master of Gray Trilogy (1961-1965) volgden. Tranter werd van toen af beschouwd als een schrijver van serieuze historische fictie.

 

Uit: The Bruce Trilogy

 

“His information that Comyn would he in town today was quickly confirmed. He learned that his enemy, who was much involved in this bout of litigation, had installed himself at the small monastery of the Franciscan or Grey Friars, founded by the Lady Devorgilla, Balliol's mother, in the Castle Wynd, conveniently close to the castle itself. Here Bruce sought him-to learn that his quarry was at present attending the court nearby, but would be back. Bruce declared grimly that he would wait.

He had with him his brothers Nigel and Thomas, and his new brother-in- law Sir Christopher Seton, whom Christian of Mar had recently married. As Bruce anticipated, the news that he was back in Scotland and in fact here in Dumfries, very speedily was conveyed to Comyn in the castle, who promptly found his business there insufficiently vital to detain him from coming to verify the matter.

With a party of relatives and supporters he arrived at the monastery, and even though warned, the sight of Bruce sitting waiting for him before the fire of the refectory undoubtedly perturbed him. He stared.

"I had not looked to see you, my lord. Back. Here in Scotland," he jerked. "So soon." "No? I warrant you did not! But I am here. Safe and in order." Bruce's voice may have sounded steady enough, but only iron control hid the quivering tension that had been part of the man since the fact of Comyn's treachery had struck him four days before.

"You come from London? From Edward?" "From Edward, yes. That surprises you?"

"Only that you are not long gone. To return so soon. Comyn shrugged. "You saw the King? Spoke with him?"

"I did."

The other obviously was nonplussed. "He treated you kindly?"

"Not kindly, no. Edward is seldom kind to Scots."

"Did he speak ... of me?"

"What he said is for your privy ear, my lord."

"Ah, yes. To be sure." Comyn looked around him at all the interested throng of his own supporters and Bruce's, filling the small refectory. He beckoned to the Prior, who fussed about, in a flutter with all this splendid company. "Where may I speak alone with my lord of Carrick?" he demanded.”

 

 

 

 

Nigel_Tranter
Nigel Tranter (23 november 1909 – 9 januari 2000)

 

 

 

 

 

 

De Bengaals-Indische schrijver Nirad C. Chaudhuri werd geboren op 23 november 1897 in Kishoreganj. Hij studeerde met lof af aan de universiteit van Calcutta (nu Kolkata) en begon een loopbaan als klerk in het Indische leger. In dezelfde tijd begon hij artikelen te schrijven voor populaire tijdschriften. Hij richtte er ook zelf twee op, maar die waren geen lang leven beschoren. In 1938 werd hij secretaris van de politicus Sarat Chandra Bose. Daardoor kwam hij in contact met beroemdheden als Mahatma Gandhi en Jawaharlal Nehru. Zijn meesterwerken, The Autobiography of an Unknown Indian uit 1951 en The Continent of Circe uit 1965 maakten hem tot een van de grote Indisch-Engelse schrijvers.

 

Uit: Three Horsemen Of The New Apocalypse

 

“Another natural inclination of Nehru's, which was created by his entire upbringing and education by an English tutor at home, and at Harrow and Cambridge later, was that he would not employ anybody who was not educated abroad, especially at Cambridge or Oxford. As all Indians so educated were, as a class, pure opportunists who only pursued self-interest, he got a whole cohort of them round himself.

 

His political colleagues he was compelled to accept as the unavoidable company imposed on him by the new universal franchise. But he would not accept them as fellow-workers. He got together those who were educated abroad. This made him select as his highest adviser on foreign policy Sir Girija Shanker Bajpai, a member of the Indian Civil Service, who under the British had carried on active propaganda against the Congress in the United States. But at least he was a decent and refined opportunist. Most of the others whom he selected for important jobs were maldodorus like skunks. Thus India under the Nehru government was like castles in Spain resting on kitchens, if not sewers.

 

I assumed that this unnatural government could not last in India and the power of the Anglicised Indian would disappear with Nehru's death, which in any case could not be far distant. At that time I was asked by a very important journal in India to write an article on the question: 'After Nehru, What?' was the crucial question and not 'Who'. My assumption did not prove to be correct. The dictatorship of the Nehru dynasty continued with short interruptions, which were like the 'accidentals' in a musical composition. The normal key was quickly restored.”

 

 

 

 

chaudhuri
Nirad C. Chaudhuri (23 november 1897 – 1 augustus 1999)

 

 

 

 

 

De Duitse schrijfster Marieluise Fleißer werd geboren op 23 november 1901 in Ingolstadt. Vanaf 1919 studeerde zij in München Duits en theaterwetenschappen. Daarna leefde zij als zelfstandig schrijfster in Berlijn. In 1935 kreeg zij een schrijfvervod en keerde naar Ingolstadt terug. Na 1945 begon zij weer met schrijven. In 1929 werd haar stuk Pioniere in Ingolstadt voor het eerst opgevoerd, onder de regie van Bertolt Brecht. Het werd een schandaal, doordat Brecht het stuk geradicaliseerd had. Op het toneel werd een ontmaagding in getoond. Fleißer werd persona non grata in haar eigen stad. Vanaf 1950 ontving zij enkele literaire prijzen, waaronder de Bayerische Poetentaler. Eind jaren zestig werd zij herontdekt, om te beginnen door Rainer Werner Fassbinder. Sinds 1981 bestaat er een Marieluise-Fleißer-Preis, verleend door de stad Ingolstadt.

 

Uit: Marieluise Fleißer. Leben im Spagat.(Samengesteld door Elfi Hartenstein)

 

"Ich schaue mein Stück an, ich schaue Ihren Protest an – ich kann mir nicht helfen, Herr Oberbürgermeister, ich bringe die beiden Dinge nicht unter einen Hut. Faktisch habe ich doch eine Riesenreklame für meine Vaterstadt gemacht, und ich habe sie gerne gemacht, da ich eine begeisterte Ingolstädterin bin. Sie sind mir da wirklich etwas in den Rücken gefallen. (...)

Aus Ingolstadt schrieb man mir sogar, daß man mich dort totschlagen würde. Seid doch nicht gleich so derb, liebe Leute. Da hätte ich ja, wenn es nach euch ginge, in meinem Stück ganz anders derb sein müssen, um den volkstümlichen Ton zu treffen, mir macht das Kummer. Es ist nicht fein, wenn man ein Mädchen totschlägt. Es ist auch dann noch nicht fein, wenn dies Mädchen zufällig in Berlin aufgeführt wird. Die Mädchen genießen heute größere Freiheit. Wir leben nicht mehr im Zeitalter der Hexenprozesse. ...."

Offener Brief an den Oberbürgermeister von Ingolstadt, Berliner Tageblatt, 17 April 1929"

 

 

 

Fleisser
Marieluise Fleißer (23 november 1901 – 2 februari 1974)

 

 

 

 

23-11-07

Paul Celan, Jennifer Michael Hecht, Marcel Beyer


De Duits-Roemeense dichter Paul Celan werd onder de naam Paul Antschel op 23 november 1920 geboren in Czernowitz, toentertijd de hoofdstad van de Roemeense Boekovina, nu behorend bij de Oekraïne. Zie ook mijn blog van 23 november 2006.

 

 

Kristall

Nicht an meinen Lippen suche deinen Mund,
nicht vorm Tor den Fremdling,
nicht im Aug die Träne.

Sieben Nächte höher wandert Rot zu Rot,
sieben Herzen tiefer pocht die Hand ans Tor,
sieben Rosen später rauscht der Brunnen.

 

 

 

 

Schibboleth

Mitsamt meinen Steinen,
den großgeweinten
hinter den Gittern,

schleiften sie mich
in die Mitte des Marktes,
dorthin,
wo die Fahne sich aufrollt, der ich
keinerlei Eid schwor.

Flöte,
Doppelflöte der Nacht:
denke der dunklen,
Zwillingsröte
in Wien und Madrid.

Setz deine Fahne auf Halbmast,
Erinnrung.
Auf Halbmast
für heute und immer.

 

Herz:
gib dich auch hier zu erkennen,
hier, in der Mitte des Marktes.
Ruf's, das Schibboleth, hinaus
in die Fremde der Heimat:
Februar. No pasaran.

Einhorn:
du weißt um die Steine
du weißt um die Wasser,
komm,
ich führ dich hinweg
zu den Stimmen
von Estremadura.

 

 

 

Pau, später

In deinen Augen-
winkeln, Fremde,
der Albigenserschatten-

nach
dem Waterloo-Plein,
zum verwaisten
Bastschuh, zum
mitverhökerten Amen,
in die ewige
Hauslücke sing ich
dich hin:

daß Baruch, der niemals
Weinende
rund um dich die
kantige,
unverstandene, sehende,
Träne zurecht-
schleife.
 

 

 

GEEN ZANDKUNST meer, geen zandboek, geen meesters.

Niets bedobbeld. Hoeveel
Stommen?
Zeventien.

Jouw vraag - jouw antwoord.
Jouw gezang, wat weet het?

Diepinsneeuw,
                        Iepinneeuw,
                                            I-i-e.

 

 

Vertaald door Frans Roumen

 

 

 

 

 

 

celan
Paul Celan (23 november 1920 – 20 april 1970)

 

 

 

 

Zie voor onderstaande schrijvers ook mijn blog van 23 november 2006.

 

 

De Amerikaanse schrijfster en dichteres Jennifer Michael Hecht werd geboren op 23 november 1965 in New York.

 

De Duitse dichter, schrijver en essayist Marcel Beyer werd op 23 november 1965 in Tailfingen / Württemberg geboren.

 

 

23-11-06

Paul Celan, Jennifer Michael Hecht, Marcel Beyer


Paul Celan werd onder de naam Paul Antschel op 23 november 1920 geboren in Czernowitz, toentertijd de hoofdstad van de Roemeense Boekovina, nu behorend bij de Oekraïne. Czernowitz was een verzamelplaats van allerlei volkeren en culturen: er woonden Tsjechen, Polen, Russen, Roemenen, joden en zigeuners. Door de meertaligheid van zijn omgeving maakte Celan zich het Jiddisch, Roemeens, Duits, Russisch, Frans en Hebreeuws eigen. Paul Celans ouders waren Duitssprekende joden die hun zoon joods opvoedden en hem naar Duitse christelijke scholen stuurden. Celans jeugd werd getekend door antisemitisme. Tijdens de Russische en later Duitse bezetting werd hij tot drie keer gedwongen van school en universiteit te wisselen. Na het uitbreken van de oorlog werden meer dan 3000 vooraanstaande joden uit de streek vermoord, 45.000 mensen werden gedwongen in een getto te leven. In 1942 werden Celans ouders door de Duitse bezetter naar een werkkamp gedeporteerd en daar vermoord. Hijzelf wist aanvankelijk onder te duiken, maar moest vanaf juli 1942 in een werkkamp dwangarbeid verrichten. Celan overleefde de oorlog. Via Boekarest en Wenen vestigde Celan zich in 1948 in Parijs. In 1950 voltooide hij een studie germanistiek en taalwetenschap, nadat hij in 1938 kort medicijnen, in 1939 romanistiek had gestudeerd. In Parijs was Celan werkzaam als dichter, vertaler en doceerde hij aan de prestigieuze Ecole Normale Supérieure. Aanvankelijk werd Celan vanwege zijn poëzie bejubeld, maar vooral later werd hij negatief bejegend. Celan reageerde met wantrouwen en teleurstelling. Dat hij overlevende van een volkerenmoord was, veroorzaakte bij hem gevoelens van schuld en wanhoop. De hevige depressies en spanningen die zulks met zich meebracht, leidden er uiteindelijk toe dat hij op vermoedelijk 20 april 1970 zijn leven zelf beëindigde door in de Seine te springen.

 

Corona

Aus der Hand frißt der Herbst mir sein Blatt: wir sind Freunde.
Wir schälen die Zeit aus den Nüssen und lehren sie gehen:
die Zeit kehrt zurück in die Schale.

Im Spiegel ist Sonntag,
im Traum wird geschlafen,
der Mund redet wahr.

Mein Aug steigt hinab zum Geschlecht der Geliebten:
wir sehen uns an,
wir sagen uns Dunkles, wir lieben einander wie Mohn und Gedachtnis,
wir schlafen wie Wein in den Muscheln,
wie das Meer im Blutstrahl des Mondes.

Wir stehen umschlungen im Fenster, wir sehen uns zu von der Straße:
es ist Zeit, daß man weiß!
Es ist Zeit, daß der Stein sich zu blühen bequemt,
daß der Unrast ein Herz schlägt.
Es ist Zeit, dass es Zeit wird.

Es ist Zeit.

 

Blume

Der Stein.
Der Stein in der Luft, dem ich folgte.
Dein Aug, so blind wie der Stein.

Wir waren
Hände,
wir schöpften die Finsternis leer, wir fanden
das Wort, das den Sommer heraufkam:
Blume.

Blume - ein Blindenwort.
Dein Aug und mein Aug:
sie sorgen
für Wasser.

Wachstum.
Herzwand um Herzwand
blättert hinzu.

Ein Wort noch, wie dies, und die Hämmer
schwingen im Freien.

 

Psalm

Niemand kneedt ons nogmaals uit aarde en leem,
niemand beleest onze stof.
Niemand.

Uw naam zij geprezen. Niemand.
Om uwentwille
zullen wij bloeien.
U
tegemoet.

Een niets
waren wij, zijn wij, zullen
wij blijven, bloeiend:
de niets -, de
niemandsroos.

Met
de stijl zielshelder,
de meeldraad hemelswoest,
de bloemkroon rood
van 't purperwoord dat wij zongen
boven, o boven
de doorn.

Vertaling: Frans Roumen

 

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Paul Celan (23 november 1920 – 20 april 1970)

 

De Amerikaanse schrijfster en dichteres Jennifer Michael Hecht werd geboren op 23 november 1965 in New York. Zij prompveerde in de wetenschapsgeschiedenis aan de Columbia University in 1995 en studeerde daarna nog enige tijd in Caen en Angers. Tegewoordig doceert zij poëzie en filosofie en is verbonden aan het New York Institute for the Humanities. Hechts wetenschappelijke artikelen verschenen in talrijke bladen en tijdschriften. Ook schreef zij recensies voor The New York Times, The Washington Post en The American Scholar. In 2002 won zij met haar poëziedebuut The Next Ancient World  de Norma Farber First Book Award from the Poetry Society of America en de Fore Word Magazine's award for Poetry Book of the Year.

 

 

Blind Love

Lady says, Doc, I think I need glasses.
Teller says, You sure do, Lady, this is a bank.

Lady wanders out, it's winter, wonders whether
other things have got mistaken, too.

At home she ambles through the house
with the sudden feeling that it all has been

rewritten. Notices a shadow as ivy peels from brick,
clatter of silverware drawer, a quarter

on her bathroom floor. As on a vase the piper
plays not to the ear but to the more endeared

inner listener, so, quiet in an April afternoon,
late sun erupts a riot into her room.

Coin and cutlery grow red; wood glows golden in the hall.
Outside, ivy tendrils find new purchase on the wall.

 

 

 

History

Even Eve, the only soul in all of time
to never have to wait for love,
must have leaned some sleepless nights
alone against the garden wall
and wailed, cold, stupefied, and wild
and wished to trade-in all of Eden
to have but been a child.

In fact, I gather that is why she leapt and fell from grace,
that she might have a story of herself to tell
in some other place.

 

 

 

JENNIFFER_HECHT
Jennifer Michael Hecht (New York, 23 november 1965)

 

De Duitse dichter, schrijver en essayist Marcel Beyer werd op 23 november 1965 in Tailfingen / Württemberg geboren.

 

 Uit: Wasserstandsbericht...

 

„ Vorhin habe ich am Telefon erzählt, wie ich spät abends auf dem Weg vom Atelier zurück nach Hause als einer der letzten über die Elbbrücke gekommen bin, zwei sind während des Tages gesperrt worden, an der dritten standen die Polizeiwagen mit Blaulicht hinter der Sperre, und auch die vierte war bereits mit Absperrungen versehen, dazwischen eine Lücke, ich habe das Verbotsschild nicht beachtet, hinter mir kein weiterer Wagen mehr. Ich habe von den Umleitungen am Vormittag erzählt, von den vier Stunden auf dem Bahndamm, durch die Stadt, von Lachen, Strömen und dem Druck der Kanalisation. Nachdem ich aufgelegt hatte, bin ich noch einmal vor die Tür gegangen, mit Wegwerfkamera, doch ohne Taschenlampe.
Schon ab der nächsten Kreuzung ist die Straßenbeleuchtung ausgefallen. Selbst in den Fenstern kein Licht. Ich folge den Straßenbahnschienen, so bietet sich mir eine gewisse Orientierung in der Dunkelheit, denn seltsamerweise leuchten die Werbetafeln an den Haltestellen noch, vielleicht Restenergie aus der Solaranlage, vielleicht ein eigenes Netz, nun einzige Lichtflächen in der Nacht, alle paar hundert Meter. Eine Leuchttafel zeigt einen überschwemmten Zwinger, der mit hellen Kohlensäurepunkten durchsetzte leichte blaue Schimmer läßt Mauerwerk, Bodenplatten und Kies im Hof verschwimmen.“

 

 

 

Beyer23
Marcel Beyer
(Tailfingen, 23 november 1965)