07-05-17

Am dritten Sonntage nach Ostern (Annette von Droste-Hülshoff)

 

Bij de derde zondag na Pasen

 

 
Joannes de Evangelist door Valentin de Boulogne, ca. 1621-22

 

 

Am dritten Sonntage nach Ostern
»Über ein kleines werdet ihr mich sehen.« (Joh: 16:16)

Ich seh dich nicht!
Wo bist du denn, o Hort, o Lebenshauch?
Kannst du nicht wehen, daß mein Ohr es hört?
Was nebelst, was verflatterst du wie Rauch,
Wenn sich das Aug' nach deinen Zeichen kehrt?
Mein Wüstenlicht,
Mein Aaronsstab, der lieblich könnte grünen,
Du tust es nicht;
So muß ich eigne Schuld und Torheit sühnen!

Heiß ist der Tag;
Die Sonne prallt von meiner Zelle Wand,
Ein traulich Vöglein flattert ein und aus;
Sein glänzend Auge fragt mich unverwandt:
Schaut nicht der Herr zu diesen Fenstern aus?
Was fragst du nach?
Die Stirne muß ich senken und erröten.
O bittre Schmach!
Mein Wissen mußte meinen Glauben töten.

Die Wolke steigt,
Und langsam über den azurnen Bau
Hat eine Schwefelhülle sich gelegt.
Die Lüfte wehn so seufzervoll und lau
Und Angstgestöhn sich in den Zweigen regt;
Die Herde keucht.
Was fühlt das stumpfe Tier, ist's deine Schwüle?
Ich steh gebeugt;
Mein Herr berühre mich, daß ich dich fühle!

Ein Donnerschlag!
Entsetzen hat den kranken Wald gepackt.
Ich sehe, wie im Nest mein Vogel duckt,
Wie Ast an Ast sich ächzend reibt und knackt,
Wie Blitz an Blitz durch Schwefelgassen zuckt;
Ich schau ihm nach.
Ist's deine Leuchte nicht, gewaltig Wesen?
Warum denn, ach!
Warum nur fällt mir ein was ich gelesen?

Das Dunkel weicht;
Und wie ein leises Weinen fällt herab
Der Wolkentau; Geflüster fern und nah.
Die Sonne senkt den goldnen Gnadenstab,
Und plötzlich steht der Friedensbogen da.
Wie? wird denn feucht
Mein Auge, ist nicht Dunstgebild der Regen?
Mir wird so leicht!
Wie? kann denn Halmes Reibung mich bewegen?

Auf Bergeshöhn
Stand ein Prophet und suchte dich wie ich:
Da brach ein Sturm der Riesenfichte Ast,
Da fraß ein Feuer durch die Wipfel sich;
Doch unerschüttert stand der Wüste Gast.
Da kam ein Wehn
Wie Gnadenhauch und zitternd überwunden
Sank der Prophet,
Und weinte laut und hatte dich gefunden.

Hat denn dein Hauch
Verkündet mir, was sich im Sturme barg,
Was nicht im Blitze sich enträtselt hat?
So will ich harren auch, schon wächst mein Sarg,
Der Regen fällt auf meine Schlummerstatt.
Dann wird wie Rauch
Entschwinden eitler Weisheit Nebelschemen,
Dann schau ich auch,
»Und meine Freude wird mir niemand nehmen.«

 

 
Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)
De kapel van Burg Hülshoff

 

 

Zie voor de schrijvers van de 7e mei ook mijn volgende twee blogs van vandaag.

23-04-17

Thomas (Nel Benschop)

 

Bij Beloken Pasen

 


De ongelovige Thomas door Gerrit van Honthorst, 1620

 

 

Thomas

Ik was er niet, toen Jezus bij hen kwam
en hun de tekens toonde in Zijn handen,
toen Hij hun uitgedoofde vuur deed branden
en ieder uit Zijn handen 't brood aannam.

Ik wilde niet, zo volgzaam als een lam
mij bij de kudde trouwe schapen voegen
die van de herder alles maar verdroegen;
ik wilde zelf bepalen of ik kwam.

Ik wilde zien en voelen of ik niet
met dromen mij in slaap zou laten wiegen,
of mij door schone schijn laten bedriegen;
dat konden zij misschien doen, maar ik niet.

Toen zag ik Hem - en ik had geen verweer
maar kon slechts stamelen: "Mijn God, mijn Heer!"

 

 

 
Nel Benschop (16 januari 1918 – 31 januari 2005)
De Nieuwe Kerk in Den Haag. Nel Benschop werd in Den Haag geboren.

 

 

Zie voor de schrijvers van de 23e april ook mijn vorige twee blogs van vandaag.

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17-04-17

Pasen (Gabriël Smit)

 

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Vrolijk Pasen! 

 

 
Noli me Tangere door Abrham Janssens (figuren) en Jan Wildens (landschap), ca. 1620

 

 

Pasen

Alles aan U doet nog pijn.
Drie dagen slapen is niet genoeg,
U bent wel opgestaan, maar te vroeg,
zelfs U kunt nog niet beter zijn.

U bent Uzelf nog niet, U bent
nog de tuinman, een man van
groen dat nog uitbotten kan,
nog niet klaar, niet herkend.

De zon gaat wel op, maar is
nog niet opgegaan, er hangt
nevel die naar U verlangt,
even bedeesd als Uzelf nog is.

U wijkt uit: ‘Raak mij niet aan!’
Uw wonden trekken, wij hebben U
zo verschrikkelijk pijn gedaan.
Straks misschien kan het, niet nu.

Maar dat straks is genoeg. Het moet
zeggen: U bent er al, maar
U komt. Haal diep adem, sta klaar.
Je hebt Mij altijd tegoed.

 

 

 
Gabriël Smit (25 februari 1910 – 23 mei 1981)
Utrecht, de Dom. Gabriël Smit werd geboren in Utrecht.

 

 

Zie voor de schrijvers van de 17e april ook mijn vorige twee blogs van vandaag.

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16-04-17

Osterwind (Hilde Domin)

 

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Vrolijk Pasen! 

 

 
De verrijzenis van Christus door Nicolas Bertin, ca. 1730

 

 

Osterwind

Wir haben es den Blumen und Bäumen voraus:
Unsere Jahreszeiten
sind schneller.

Der Tod
steigt im Stengel unseres Traumes
alle Blüten werden dunkel
und fallen.
Kaum ein Herbst.
Der Winter kommt
in einer Stunde.

Doch da ist keine Wartezeit,
sicheres Warten
für kahle Zweige.

So wie der Vogel
innehält und sich wendet im Flug,
so jäh, so ohne Grund
dreht sich das Klima des Herzens.
Weisse Flügelsignale im Blau,
Auferstehung
all unserer toten

Blumen
im Osterwind
eines Lächelns.

 

 

 
Hilde Domin (27 juli 1909 - 22 februari 2006)
Keulen, Grote St. Martin en Dom. Hilde Domin werd in Keulen geboren.

 

 

Zie voor de schrijvers van de 16e april ook mijn twee vorige blogs van vandaag.

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15-04-17

Stille Zaterdag (Nel Benschop)

 

Bij Stille zaterdag

 

 
De kruisafneming door Jacopo Tintoretto, ca.1518-1594

 

 

Stille Zaterdag

't Is morgen Pasen - God, maar overal is dood;
en zou ik dan van leven moeten spreken?
Mijn denken blijft bij Goede Vrijdag steken,
want daar leed Jezus onze diepste nood.

't Is morgen Pasen - maar waar blijft de zon
die onze zieke wereld kan genezen?
Ik sta met Uw discipelen in angst en vrezen
bij 't lege graf, waar 'k U niet vinden kon.

't Is morgen Pasen - feest van het gericht
dat U gevoerd hebt tegen dood en lijden,
feest van voorbijgaan van de dood, feest van bevrijden;
Heer, doe ons opstaan in Uw levenslicht!

 

 

 
Nel Benschop (16 januari 1918 – 31 januari 2005)
De Grote Kerk in Den Haag. Nel Benschop werd in Den Haag geboren.

 

 

Zie voor de schrijvers van de 15e april ook mijn twee vorige blogs van vandaag.

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14-04-17

Karfreitag (Peter Hille)

 

Bij Goede Vrijdag

 

 
Kruisiging door Jusepe de Ribera, ca. 1620

 

 

Karfreitag

Karfreitags Krone. Heldenkönig! Einsames Haupt.
Verstoßen. Erheben
Die feige Flucht verdammender Hände.
Ein suchender führender Quell.
Wenn ich erhöht sein werde, will ich alle zu mir ziehen.
Und die Welt, die schwere Welt, die leichtsinnschwere Welt,
Fast schon oben, reißt ab, eine Wunde reißt auf,
Der Seele, Wunde des Leibes, Wunde des Todes:
Vater verzeihe ihnen, sie wissen nicht, was sie tun.
Zum schmerzlichen Hohn der Dornenkrone
Fallen kühlende Tropfen fühlender Größe.
Dem bedeutenden, einsamen Menschen an seinem Tage nahe sei,
So ist stiller Freitag, so ist Ostern
Trauerhelles Opferglück.
Abschiednehmendes Wiedersehn.

 

 

 
Peter Hille (11 september 1854 - 7 mei 1904)
Erwitzen, kapel Sint Agatha. Peter Hille werd in Erwitzen geboren.

 

 

Zie voor de schrijvers van de 14e april ook mijn vorige blog van vandaag.

 

 

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13-04-17

Gethsemane und Golgatha (Friedrich Nietzsche)

 

Bij Witte Donderdag

 

 
Christus in de tuin van Gethsemane door Heinrich Hofmann, 1890

 

 

Gethsemane und Golgatha

Des Mondes Helle zuckt in ungewissen,
Zerstreuten Strahlen durch die Mitternacht;
Die Wolken fliegen wie vom Sturm zerrissen,
Ein aufgelöstes Heer nach wilder Schlacht,
Der Kidron braust in ungestümem Drängen -
Der Ölberg ruht auf stummen Felsenhängen.

Herr, deine Jünger schlafen, hingestreckt
Auf feuchtem Boden, und manch' ängstlich Bild
Scheucht ihrer Seelen Ruhe und erschreckt
Die Stille, die die Schlummernden umhüllt.
Sie sehen dich im Traum zu ihnen treten,
Sie sehn dich seufzen, sehn dich ängstlich beten.

Doch du liegst einsam! Keine Welt erfaßt
Die Qualen, die dein großes Herz umfluten;
Du liegst gebeugt von ungemess'ner Last,
Und alle Wunden brechen auf und bluten.
Das ist dein letztes, schwerstes Todesringen,
Und Erd' und Hölle will dich niederzwingen.

Da steht vor deinem Blick ein Berg der Qual
Darauf ein Kreuz und frecher Spötter Fülle;
Das ist dein Berg, dein Kreuz, dein Marterpfahl.
Das ist dein Los, - nein, 's ist dein eigner Wille.
Und nicht genug - was nie ein Mensch kann sagen -
Die Hölle selber kommt dich anzuklagen.

Du willst die Sünde tragen, und sie naht,
Aus tiefster Finsternis ans Licht gekrochen;
Da naht verstörten Blicks des Zweifels Saat,
Und Greuel, stumm und tief, nie ausgesprochen!
Sie nahen dir mit drohender Gebärde,
Sie wolln dich niederziehn zu Tod und Erde.

Du ringst gewaltig - blutger Tränen Flut
Sie künden deiner Seelen tiefstes Wehe,
"Vorüber geht er nicht, der Kelch voll Blut,
Du mußt ihn trinken, Gott, Dein Will' geschehe."
Und wieder naht mit leisem Flügelschlage
Ein Engel, wie an dem Versuchungstage.

O Stätten heiligster Vergangenheit!
Gethesemane und Golgatha! Ihr tönet
Die frohste Botschaft durch die Ewigkeit,
Ihr kündet, daß der Mensch mit Gott versöhnet,
Versöhnet durch das Herz, das hier gerungen,
Das dort verblutet und den Tod bezwungen!

O Stätten heilig ernster Gegenwart!
Zu denen sich die müde Seele führet
Und still der ewigen Lebensfluten harrt,
Die auch noch jetzt ein Engel Gottes rühret.
Es nah'n die Kranken - und der Himmel schließet
Sich auf, und Lebenswasser fließet!

O Stätten, ihr, der Zukunft Weltgericht,
Der Frommen Hoffnung und der Sünder Grauen!
Vor euch wird eitler Ruhm und Glanz zunicht,
Von euch wird Segen auf die Welten tauen.
So schaut ihr, vorwärts, rückwärts, auf die Zeiten,
Merksteine in dem Strom der Ewigkeiten.

 

 

 
Friedrich Nietzsche (15 oktober 1844 – 25 augustus 1900)
Röcken, de geboorteplaats van Friedrich Nietzsche

 

 

Zie voor de schrijvers van de 13e april ook mijn vorige blog van vandaag.

28-03-16

Der Auferstandene (Rainer Maria Rilke)

 

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Vrolijk Pasen! 

 

 
Noli me tangere door Anton Raphael Mengs, 1770-71

 

 

Der Auferstandene

Er vermochte niemals bis zuletzt
ihr zu weigern oder abzuneinen,
daß sie ihrer Liebe sich berühme;
und sie sank ans Kreuz in dem Kostüme
eines Schmerzes, welches ganz besetzt
war mit ihrer Liebe größten Steinen.
 
Aber da sie dann, um ihn zu salben,
an das Grab kam, Tränen im Gesicht,
war er auferstanden ihrethalben,
daß er seliger ihr sage: Nicht

Sie begriff es erst in ihrer Höhle,
wie er ihr, gestärkt durch seinen Tod,
endlich das Erleichternde der Öle
und des Rührens Vorgefühl verbot,

um aus ihr die Liebende zu formen
die sich nicht mehr zum Geliebten neigt,
weil sie, hingerissen von enormen
Stürmen, seine Stimme übersteigt.

 

 

 
Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
Jezusbeeld op de Karelbrug in Praag. Rainer Maria Rilke werd geboren in Praag.

 

 

Zie voor de schrijvers van de 28e maart ook mijn drie vorige blogs van vandaag.

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27-03-16

Haec Dies (Jan Engelman)

 

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Vrolijk Pasen! 

 


De Verrijzenis van Christus door Tintoretto, 1565

 

 

Haec Dies

De dood, de duist're, hield Hem niet,
geen steen, geen wade of breidel –
Hij steeg als 't eerste merellied,
want was dit wonder niet geschied:
zijn woorden bleven ijdel.

En alle leven is in 't Woord
voor wie zijn ziel kan dragen
zoo nieuw als lied'ren die men hoort
wanneer de merel, ongestoord,
het lente-licht ziet dagen.

O licht, o lied, o merelkeel
die voor den grafsteen beven –
was ooit een menschenwoord te veel
wanneer het voor een enkel deel
in Zijn geluk wil leven?

De Meesterzanger overal
maakt dronken van geluiden,
zij gaan als golven door het dal –
o zingend hart, gij weet het al:
de klok komt uit het Zuiden.

Het ritselt reeds in de spelonk
waar klare waters vloeien,
een vlam sprong uit de tondelvonk,
een lijkkleed zonk, het lichaam blonk,
geslaakt zijn alle boeien.

Hij stijgt, de horizon wordt rood,
Zijn purp'ren wonden lichten –
nu zweeft Hij boven hel en dood
en maakt het exultemus groot
in monden en gezichten.

Geen mensch is zoo melaatsch en klein
die hier niet kan genezen,
want alle wonden worden rein
en ieder ijdel woord een schijn
als Christus is verrezen.

 

 


Jan Engelman (Utrecht 7 juni 1900—Amsterdam 20 maart 1972)
Pieter Jansz. Saenredam: Gezicht op de Mariaplaats en de Mariakerk te Utrecht, 1662
Jan Engelman werd geboren in Utrecht.

 

 

Zie voor de schrijvers van de 27e maart ook mijn vorige drie blogs van vandaag.

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26-03-16

Pietà (Rainer Maria Rilke)

 

Bij Stille Zaterdag

 

 
Peter Paul Rubens: De bewening van Christus door Maria en Johannes, 1614

 

 

Pietà

So seh ich, Jesus, deine Füße wieder,
die damals eines Jünglings Füße waren,
da ich sie bang entkleidete und wusch;
wie standen sie verwirrt in meinen Haaren
und wie ein weißes Wild im Dornenbusch.

So seh ich deine niegeliebten Glieder
zum erstenmal in dieser Liebesnacht.
Wir legten uns noch nie zusammen nieder,
und nun wird nur bewundert und gewacht.

Doch, siehe, deine Hände sind zerrissen-:
Geliebter, nicht von mir, von meinen Bissen.
Dein Herz steht offen, und man kann hinein:
das hätte dürfen nur mein Eingang sein.

Nun bist du müde, und dein müder Mund
hat keine Lust zu meinem wehen Munde-.
O Jesus, Jesus, wann war unsre Stunde?
Wie gehn wir beide wunderlich zugrund.

 

 

 
Rainer Maria Rilke (4 december 1875 – 29 december 1926)
Praag. Rainer Maria Rilke werd geboren in Praag.

 

 

Zie voor de schrijvers van de 26e maart ook mijn vorige twee blogs van vandaag.

25-03-16

Good Friday (Christina Rossetti)

 

Bij Goede Vrijdag

 

 
De kruisiging door Peter Paul Rubens, 1619-1620

 

 

Good Friday
 

Am I a stone, and not a sheep,
That I can stand, O Christ, beneath Thy cross,
To number drop by drop Thy blood’s slow loss,
And yet not weep?

Not so those women loved
Who with exceeding grief lamented Thee;
Not so fallen Peter weeping bitterly;
Not so the thief was moved;

Not so the Sun and Moon
Which hid their faces in a starless sky,
A horror of great darkness at broad noon –
I, only I.

Yet give not o’er,
But seek Thy sheep, true Shepherd of the flock;
Greater than Moses, turn and look once more
And smite a rock.

 

 

 
Christina Rossetti (5 december 1830 - 27 december 1894)
Londen, Westminster Abbey door Thomas Hosmer Shepherd, 18e eeuw
Christina Rossetti werd in Londen geboren.

 

 

Zie voor de schrijvers van de 25e maart ook mijn vorige blog van vandaag.

24-03-16

Gethsemane (Annette von Droste-Hülshoff)

 

Bij Witte Donderdag

 

 
Christus in de hof van Gethsemane door Eugène Delacroix, 1824- 1827

 

 

Gethsemane

Als Christus lag im Hain Gethsemane
auf seinem Antlitz mit geschloss'nen Augen, -
die Lüfte schienen Seufzer nur zu saugen,
und eine Quelle murmelte ihr Weh,
des Mondes blasse Scheibe widerscheinend, -
das war die Stunde, wo ein Engel weinend

von Gottes Throne ward herabgesandt,
den bittern Leidenskelch in seiner Hand.
Und vor dem Heiland stieg das Kreuz empor;
daran sah seinen eignen Leib er hangen,
zerrissen, ausgespannt; wie Stricke drangen
die Sehnen an den Gliedern ihm hervor.
 
Die Nägel sah er ragen und die Krone
auf seinem Haupte, wo an jedem Dorn
ein Blutestropfen hing, und wie im Zorn
murrte der Donner mit verhaltnem Tone.
Ein Tröpfeln hört' er; und am Stamme leis
herniederglitt ein Flimmern qualverloren.

Da seufzte Christus, und aus allen Poren
drang ihm der Schweiß.
Und dunkel ward die Nacht, im grauen Meer
schwamm eine tote Sonne, kaum zu schauen
war noch des qualbewegten Hauptes Grauen,
im Todeskampfe schwankend hin und her.

Am Kreuzesfuße lagen drei Gestalten;
er sah sie grau wie Nebelwolken liegen,
er hörte ihres schweren Odems Fliegen,
vor Zittern rauschten ihrer Kleider Falten.

O welch ein Lieben war wie seines heiß?
Er kannte sie, er hat sie wohl erkannt;
das Menschenblut in seinen Adern stand,
und stärker quoll der Schweiß.

Die Sonnenleiche schwand, nur schwarzer Rauch,
in ihm versunken Kreuz und Seufzerhauch;
ein Schweigen, grauser als des Donners Toben,
schwamm durch des Äthers sternenleere Gassen;
kein Lebenshauch auf weiter Erde mehr,
ringsum ein Krater, ausgebrannt und leer,
und eine hohle Stimme rief von oben:
"Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verlassen!"

Da weinte Christus mit gebrochnem Munde:
"Herr, ist es möglich, so laß diese Stunde
an mir vorübergehn!"
Ein Blitz durchfuhr die Nacht; im Lichte schwamm
das Kreuz, o strahlend mit den Marterzeichen,
und Millionen Hände sah er reichen,
sich angstvoll klammernd um den blut'gen Stamm,
o Händ' und Händchen aus den fernsten Zonen!

Und um die Krone schwebten Millionen
noch ungeborner Seelen, Funken gleichend;
ein leiser Nebelhauch, dem Grund entschleichend,
stieg aus den Gräbern der Verstorbnen Flehn.
Da hob sich Christus in der Liebe Fülle,
und: "Vater, Vater," rief er, "nicht mein Wille,
der deine mag geschehn!"

Still schwamm der Mond im Blau, ein Lilienstengel
stand vor dem Heiland im betauten Grün;
und aus dem Lilienkelche trat der Engel
und stärkte ihn.

 

 
Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)
Het graf van Annette von Droste-Hülshoff vlakbij de Friedhofskapelle in Meerrsburg.

 

 

Zie voor de schrijvers van de 24e maart ook mijn vorige blog van vandaag.

12-04-15

Am ersten Sonntage nach Ostern (Annette von Droste-Hülshoff)

 

Bij Beloken Pasen

 

 
Het Ongeloof van Sint Thomas door Guercino, 1621

 

 

Am ersten Sonntage nach Ostern

Evang.: Jesus geht durch verschlossene Türen
und spricht: "Der Friede sei mit Euch!"

Und hast du deinen Frieden denn gegeben
An Alle, die dich sehnen um dein Heil,
So will ich meine Stimme auch erheben:
Hier bin ich, Vater, gib mir auch mein Teil!
Warum sollt' ich, ein ausgeschloßnes Kind,
Allein verschmachtend um mein Erbe weinen?
Warum nicht sollte deine Sonne scheinen,
Wo doch im Boden gute Keime sind?

Oft mein' ich zwar, zum Beten sei genommen
Mir alles Recht, da es so trüb und lau;
Mir könne nur geduldig Harren frommen
Und starrer Aufblick zu des Himmels Blau:
Doch Herr, der du dem Zöllner dich gesellt,
O laß nicht zu, daß ich in Nacht verschwimme;
Dem irren Lamme ruft ja deine Stimme,
Und um den Sünder kamst du in die Welt.

Wohl weiß ich, wie es steht in meiner Seelen,
Wie glaubensarm, wie trotzig und verwirrt,
Wohl weiß ich, daß sich manches mochte hehlen;
Ich fühle, wie es durch die Nerven schwirrt,
Und kraftlos folg' ich seiner trüben Spur.
Mein Helfer, was ich nimmer mag ergründen,
Du kennst es wohl, du weißt es wohl zu finden,
Du bist der Arzt, ich bin der Kranke nur.

Und hast du tief geschaut in meine Sünden,
Wie nicht ein Menschenauge schauen kann;
Hast du gesehn, wie in den tiefsten Gründen
Noch schlummert mancher wüste, dunkle Wahn:
Doch weiß ich auch, daß keine Trän' entschleicht,
Die Deine treue Hand nicht hat gewogen,
Und daß kein Seufzer dieser Brust entflogen,
Der dein barmherzig Ohr nicht hat erreicht.

Du, der verschloßne Türen kann durchdringen,
Sieh,
meine Brust ist ein verschloßnes Tor.
Zu matt bin ich, die Riegel zu bezwingen;
Doch siehst du, wie ich angstvoll steh' davor.
Brich ein, brich ein! O komm mit deiner Macht,
Laß Liebe gelten, da gering der Glaube,
O laß mich schauen deine Friedenstaube,
Laß fallen deinen Strahl in meine Nacht!

Nicht weich' ich, eh' ich einen Schein gesehen,
Und wär' er schwach wie Wurmes Flimmer auch;
Und nicht von dieser Schwelle will ich gehen,
Bis ich vernommen deiner Stimme Hauch.
So sprich, mein Vater, sprich denn auch zu mir
Mit jener Stimme, die Maria nannte,
Als sie verkennend, weinend ab sich wandte,
O sprich: "Mein Kind, der Friede sei mit dir!"

 

 

 
Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)
Slot Hülshoff met de kapel

 

 

Zie voor de schrijvers van de 12e april ook mijn vorige twee blogs van vandaag.

06-04-15

Maria Magdalena op paasmorgen (Michel van der Plas)

 

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Vrolijk Pasen! 

 

 
Guercino, De opgestane Jezus verschijnt aan de maagd Maria, rond 1630

 

 

Maria Magdalena op paasmorgen

Toen al de anderen waren weggegaan
Ik zag ze bij de tuinmuur in de verte
nog redetwisten en verwoed gebaren,
Petrus voorop de stofwolk die de weg wees,
scheen het stiller dan ooit.
 
En ik besefte opeens dat ik alleen was
en de angst om de geboorte van de bleke dag
te storen had de krekels zelfs bevangen
zo stil en weifelend rees het licht,
dat bomen grijparmen werden, bloemen valse ogen,
en ik moet zelf een smalle kaars geweest zijn,
daar in de dunne mist, bij het lege graf.
 
En de twee mannen die in witte kleden
plotseling  voor mij stonden schenen beelden
uit een oud geheimzinnig speelliedje
en maakten mij weer tot een kind. En juist
als in dat spel van vroeger hield ik bei
mijn handen tegen mijn gezicht gedrukt
en schreide, wat ik vroeger had gezongen:
Waar hebben ze mijn meester neergelegd?
 
Ik was een schreiend kind, ik moest maar weggaan
voordat ze zouden lachen om mijn dwaasheid;
ik moest maar weggaan, net als al de anderen,
weg uit de spooktuin, weg uit het valse licht,
als al de anderen. En ik keerde me om
en veegde met mijn mouw mijn tranen weg,
toen ik de tuinman zag.
 
Hij stond er zo gerust en groot.
En ’t was of al de bloemen
nu opeens bloemen werden en de bomen
hun groen herkregen, toen hij naar mij keek,
en of ik niet alleen meer was, en of
het graf achter mijn rug niet meer bestond,
niet meer als leegte, als holle angst, en of
een leeuwerik opschoot in zijn stem: Maria!
 
Ik heb het al zo vaak verteld Johannes,
maar steeds als jij mij met Pasen aanziet is het
alsof ik hem mijn naam weer hoor zeggen,
misschien omdat jij op hem lijkt misschien,
omdat het licht van deze dag jouw kleed zo wit
maakt als het zijne op die ochtend.
 
Maar nee, dat is het niet
het is omdat het brood dat jij nu in je handen hebt
 en mij te eten geeft zijn lichaam is.
Zijn leven, en daarom hoor ik hem vandaag
en meer en ik wil je zeggen dat vandaag
zijn liefde pas geopenbaard wordt,
want je weet Johannes dat hij die ochtend in de tuin zei:
houdt me niet vast.
 
En zie nu komt hij zelf, nu komt hij zelf
om mij weer naar zich toe te trekken,
vast te houden, vast te houden. O, ik weet het wel,
ik kan niet zeggen wat ik zeggen wil vandaag,
maar ‘k ben een kaars die van zijn glorie brandt en
ik ben zo gelukkig want zijn leven is mijn leven.
En dit witte brood, o deze liefde is sterker dan de dood.

 

 
Michel van der Plas (23 oktober 1927 -21 juli 2013)
Den Haag, Grote of Sint-Jacobskerk. Van der Plas werd geboren in Den Haag.

 

 

Zie voor de schrijvers van de 6e april ook mijn vorige drie blogs van vandaag.

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