09-04-17

Palmsonntag (Stefan Zweig)

 

Bij Palmzondag

 

 
De intocht van Christus in Jeruzalem door Peter Paul Rubens, 1632

 

 

Palmsonntag

Du Tag, der jedem Pilger Seligkeit verkündet,
Der jedem Leidensweg ein Morgenrot entzündet,
Du schöner Tag der Kinder, die mit grünen Zweigen
Die Straßen auf und ab sich sehr geschäftig zeigen
Und unterwegs den duftigen Reichtum gerne mehren,
Um Armevoll von frischem Glück nach Haus zu kehren

An jenem Tage sucht auch ich den jungen Ast,
Als Halt für meines Schicksals wintermüde Last.
Ich ging, ich schritt voran, auf trauervollen Wegen
Durch Sonne bald und bald durch grauen Regen,
Von Kerzenglanz verlockt, der unsre Andacht weiht
Und unserm Gottesdienst so holde Anmut leiht.
Die Chöre waren voll von hellem Kindersingen,
Das durch die Kirche zog auf unschuldsfrohen Schwingen;
Und Gott allein vernahm durch diesen lauten Sang
Ein Beten und ein Lied, das weinend aufwärts rang:

»Von einer Verbannung zur anderen ruhlos vertrieben,
Wahrhaftig, ich weiß keine Heimat, die je mir geblieben!
Die Bäume zumindest, sie haben doch Zeit, um zu blühn,
Um Früchte zu tragen, zu wachsen, zu Tode zu glühn,
Mir, mir ward nicht Zeit! Meine Pflicht will nicht warten und weilen,
Gott! Zwing mich nicht immer, aus Frieden in Fremde zu eilen;
Gott! Gönn mir im Schatten am Wegrand ein wenig Bestand,
Meine Kinder im Arm, meine Stirne gestützt in die Hand!

Ich kann nicht mehr gehn. Ich komme ... ich sah ... und ich falle,
Ich holte dort droben vom Berg eine Blume; ich walle
An rosenkranztragenden Gräbern vorbei wie gehetzt,
Die Füße vom steinigen Bergpfad erlahmt und verletzt.
Gott! bin ich der Vogel mit ewig gebreiteten Schwingen,
So laß mich noch einmal das Haupt meines Sohnes umschlingen;

Des blondfrohen Knaben, der ohne mich wandert und strebt,
Die ich sein Gemüt doch mit Seele und Sehnsucht durchwebt!
Du Gott der Bedrückten, — Gott! bist du wirklich mein Vater,
So sei du den Meinen ein Retter, sei mir ein Berater,
Laß nicht meine Sorgen die Boten des Kommenden sein,
Nein, zeig uns den Hafen und führ uns in Frieden hinein;
In Nacht, in verfrühte, laß endlich ein Morgenrot dringen,
Verbiete den Wegen, mich weiter und weiter zu zwingen,
Bezeichne für uns einen Ort, eine Heimat, die Ruh,
Und führe den knieenden Kindern den Vater zu!« —

Die Orgel schwieg; der Glanz erlosch, mein heißes Sinnen
Ward still, um tief im Herzen heimlich fortzuspinnen;
Im Herzen, das nun doch die neue Hoffnung trank,
Die aus dem Lied der vielen in mich niedersank.
Ein Greis beglückte mich mit einem schlanken Zweige,
Weihwasser tropfte durch das Grün in meinen Händen,
Und froh betrat ich meine winterkalten Steige,
Mit festem Schritt den Erdenweg zu enden ...

 


Stefan Zweig (28 november 1881 – 22 februari 1942) 
Wenen. Stefan Zweig werd geboren in Wenen

 

 

Zie voor de schrijvers van de 9e april ook mijn vorige twee blogs van vandaag.

 

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20-03-16

Palmpasen (Bertus Aafjes)

 

Bij Palmzondag

 

 
De intocht van Jezus in Jeruzalem door Pedro Orrente, 1620

 

 

Palmpasen

Het is Palmpasen en ik zie de bomen,
De palmen weer met kinderogen aan:
Hun blaadren die als vogelveren stromen
En in de top der stam gestoken staan.

En alles is bereid Hem te ontvangen,
En de verwachting vlamt op elk gelaat:
De kreupelen die aan hun krukken hangen,
De honden en de blinden van de straat.

Er draaft een ezeltje met rechte oren
Als aan de witte klasmuur van mijn jeugd;
Al heeft het Jezus van zijn rug verloren,
Ik zie Hem in mijn kinderlijke vreugd,
En zachtjens juicht het kind in mij verblijd:
Hosannah die de Zoon van David zijt.

 

 

 
Bertus Aafjes (12 mei 1914 - 22 april 1993)
Amsterdam, Tulpendag 2013. Bertus Aafjes werd geboren in Amsterdam

 

 

Zie voor de schrijvers van de 20e maart ook mijn drie vorige blogs van vandaag.

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29-03-15

Palmzondag (Paul Snoek)

 

Bij Palmzondag

 

 
Benjamin Robert Haydon, Christ's Entry into Jerusalem, tussen 1814 en 1820

 

 

Palmzondag

Witstille duiven
in een vroombemoste straat
verkondigen de vrede
in een psalmendialoog.

Kinderen op hun schommelpaarden
wuiven wierook naar de dag
en druivenranken
die niet groeien wilden vroeger
tonen witte alleluia’s aan elkaar.

Maar glazen mensen
in een palmen mens verborgen
houden ingepalmd
hun glazen maandagadem in.

 

 

 
Paul Snoek (17 december 1933 – 19 oktober 1981)
Sint-Niklaas, Grote Markt met Sint Nicolaaskerk,
Paul Snoek werd geboren in Sint-Niklaas

 

 

Zie voor de schrijvers van de 29e maart ook mijn vorige twee blogs van vandaag.

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13-04-14

Palmsonntag (Maximilian von Schenkendorf)

 

Bij Palmzondag

 

 
Hippolyte Flandrin, De intocht van Christus in Jeruzalem, 1842
 

 

Palmsonntag

Mildes warmes Frühlingswetter!
Weh' mich an, du laue Luft!
Allen Bäumen wachsen Blätter,
Veilchen senden süßen Duft.

Zu des alten Domes Hallen
Hell und menschenreich der Pfad;
Frohe Botschaft hör' ich schallen,
Daß der Liebeskönig naht.

Eilet, geht ihm doch entgegen,
Wandelt mit ihm Schritt vor Schritt,
Auf den blutbesprengten Wegen
In den Garten, wo er litt.

Habt ihr auch die Mär' vernommen,
Wie der Frühling mit ihm zieht,
Und im Herzen aller Frommen
Süßes Wunder schnell erblüht?

Kindlein stehn mit grünen Zweigen
Um den heiligen Altar,
Und die Engel Gottes neigen
Sich herab zur Kinderschaar.

Blüht empor, ihr Himmelsmaien,
Palmen, blüht aus meiner Brust,
Christi Wege zu bestreuen,
Der euch hegt in Lieb' und Lust.

 

 

 
Maximilian von Schenkendorf (11 december 1783 – 11 december 1817)
Tilsit, Deutsche Straße (Maximilian von Schenkendorf werd geboren in Tilsit)

 

 

Zie voor nog de schrijvers van vandaag ook mijn vorige twee blogs van vandaag.

24-03-13

Am Palmsonntage (Annette von Droste-Hülshoff)

 

Bij Palmzondag

 

 

 

Intocht van Jezus in Jeruzalem

Mozaïek. Palermo, Cappella Palatina, meester van de paleiskapel, rond 1150

 

 

 

Am Palmsonntage

 

Der Morgentau will steigen;
Sind denn die Palmen grün?
Auf, laßt mit hellen Zweigen
Uns ihm entgegen ziehn!
Er will in unser Haus,
In unsre Kammern kommen;
Schon ziehen rings die Frommen
Mit Lobgesang heraus.

Ich kann nicht mit euch gehen,
Mir ist der Odem schwer;
Die Kreuzesfahnen wehen,
Ich folge nimmermehr.
Wie wird so klar die Luft?
O Jesu, süße Helle,
Du kömmst in meine Zelle,
In meine Modergruft!

Was soll ich dir bereiten,
Du wunderlieber Gast?
Ich möchte dich verleiten
Zu langer Liebesrast.
Wohlan, ich schmücke dich,
Will dich mit Blumen binden;
Du sollst dich nicht entwinden,
Das weiß ich sicherlich.

Aus deiner Mutter Rechten
Will ich um deinen Fuß
Die reine Lilie flechten
Mit demutsvollem Gruß.
Daß ich dich feßle ganz
Mit Liebesblumenringen,
Will um dein Haupt ich schlingen
Den heil'gen Rosenkranz.

Den Boden will ich streuen
Mit Palmen ganz und gar,
Mein Leiden dir zu weihen,
Was ich in diesem Jahr
Oft still, oft schwerer trug.
Es liegt zu deinen Füßen,
Es soll mich nicht verdrießen,
Dein Will' ist mir genug!

Wie soll ich mich doch finden
In deine Liebesmacht,
Daß du an meine Sünden
So gar nicht hast gedacht!
Ich lasse nicht von dir,
Mußt du gleich wieder scheiden.
Ich fühl' es wohl in Freuden,
Du kömmst noch oft zu mir.

 

 

 

 


Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

Italiaanse kamer in het Rüschhaus nabij Drostes geboortehuis Burg Hülshoff

 

 

 

Zie voor de schrijvers van de 24e maart ook mijn vorige drie blogs van vandaag.

01-04-12

Johann Wolfgang von Goethe, Milan Kundera, Nikolaj Gogol, Max Nord, Urs Allemann, Rolf Hochhuth

 

Bij Palmzondag

 

 


Intocht in Jeruzalem, Giotto di Bondone, 1304

 

 

 

Gedicht zum Palmsonntag

Im Vatikan bedient man sich
Palmsonntags echter Palmen.
Die Kardinäle beugen sich
und singen alte Psalmen.
Dieselben Psalmen singt man auch,
Ölzweiglein in den Händen,
Muss im Gebirg zu diesem Brauch
Stechpalmen gar verwenden.
Zuletzt, man will ein grünes Reis,
So nimmt man Weidenzweige.
Damit der Fromme Lob und Preis
auch im geringsten zeige.


Johann Wolfgang von Goethe (28 augustus 1749 – 22 maart 1832)

Het Goethehaus in Weimar

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