18-08-17

Dolce far niente, Hans Andreus, Ulrich Woelk, Marc Degens, Luciano de Crescenzo, Alain Robbe-Grillet, Idea Vilariño

 

Dolce far niente

 

 
Fiets in Amsterdam door Leonid Afremov, 2013

 

 

Dinsdagmorgengracht

De mussen pikken kleine witte edelstenen brood
een rok fietst op een fiets die vrouw is enkel rok
een mannelijke jas en een vrouwelijke jas
gaan kouwelijk de fiets die ook al rok is achterna
de dikke pijl met vleugels van een meeuw gaat bovenal
maar daar weer boven gaat de hemel uitgestreken blauw.

lk hoor opeens het orgel waar de man aan draait
hij draait een driekwartsmaat hij is ook zelf driekwart
toch draait hij zich te boven langzaam met het wiel
draait hij zichzelf te boven driekwartshemel van
het uitgestreken blauw maar wees vooral gerust
hij weet het niet hij is er lang al aan gewend.

Maar dan rukken de vuilnisbakkenmannen op en op
hoor de muziek der vuilnismannen hoor het orgel zwijgt
triomfmars en het blauw der mannen is ook al triomf
meer dan de hemel dan het uitgestreken blauw
want meer zoals de meeuw zoals de gracht die zwijgt en lacht
zoals de mussen en hun kleine witte edelstenen brood.

 

 
Hans Andreus (21 februari 1926 – 9 juni 1977) 
Amsterdam, Palmgracht. Hans Andreus werd in Amsterdam geboren.

 

Lees meer...

18-08-16

Marc Degens, Ulrich Woelk, Jami, Luciano de Crescenzo, Alain Robbe-Grillet, Brian Aldiss, Hugo Bettauer

 

De Duitse schrijver Marc Degens werd geboren op 18 augustus 1971 in Essen. Zie ook alle tags voor Marc Degens op dit blog.

Uit: Das kaputte Knie Gottes

„Mal ist es eine Anspielung auf einen alten Lehrer oder eine nicht mehr existierende Bäckerei - sogar die Frese taucht in den Briefen regelmäßig auf.
Dennis’ Schreiblust war das Gegenteil von meiner - ich habe ihm höchstens eine Handvoll Briefe geschickt. Ich besitze keine Kopien von ihnen, doch ich bin sicher, dass sie sich im Vergleich so spannend lesen wie Einkaufszettel. Statt Briefe zu schreiben wollte ich lieber telefonieren. Um ein Gespräch in eine Richtung lenken und Fragen stellen zu können - auf viele Dinge ging Dennis in seinen Briefen gar nicht ein. Ich wollte wissen, wie er lebt. Und wovon. Ob er Freunde gefunden hat.
Drei Jahre lang habe ich mehr mit seinem Anrufbeantworter als mit ihm gesprochen. Wenn er anrief, dann fast immer zu unmöglichen Zeiten, nach Mitternacht oder Sonntagfrüh. Dennis lebte in den Tag hinein und schien manchmal nicht zu wissen, in welcher Stadt er übermorgen aufwachen wird. Er kam mir vor wie ein Spielball von höheren Mächten, der sich nicht dafür interessiert, in welche Richtung er geworfen wird.
Ich war zu stolz, um ihm hinterherzurennen. Sein wortloser Abschied aus Wattenscheid hatte mich verletzt. An dem Tag seines Umzugs hatte ich mit seinen Eltern gesprochen, auch sie standen vor einem Rätsel. Sie wussten nicht, woher Dennis das Geld für den Umzug genommen und wieso er seine Wohnung Hals über Kopf verlassen hatte. Er hatte seinen Eltern nur gesagt, dass er nach Berlin ziehen würde und sie sich keine Sorgen machen sollten. Eine Adresse oder Telefonnummer hatte er nicht hinterlassen, dafür aber Dog.
Ich wartete auf eine Erklärung von Dennis - und ich musste lange warten. Noch nicht einmal Weihnachten hielt er es für nötig, sich zu melden. Von Tag zu Tag wuchs meine Enttäuschung. Auch Lily hatte noch kein Lebenszeichen von ihm erhalten. Erst nach mehreren Monaten bekam ich den ersten ellenlangen Brief von ihm, der mehr Fragen aufwarf als Antworten lieferte.“

 

 
Marc Degens (Essen,  18 augustus 1971)

Lees meer...

18-08-15

Marc Degens, Ulrich Woelk, Jami, Luciano de Crescenzo, Alain Robbe-Grillet, Brian Aldiss

 

De Duitse schrijver Marc Degens werd geboren op 18 augustus 1971 in Essen. Zie ook alle tags voor Marc Degens op dit blog.

Uit: Fuckin Sushi

„ZURG: Stellt euch bitte mal vor.
R@: Also ich bin R@. Ich bin achtzehn Jahre alt und Sänger und Gitarrist von Fuckin Sushi. Und das neben mir ist Nino, sie spielt bei uns Keyboards.
NINO: Prost.
ZURG: Und Wie alt bist du?
NINO: Sechzehn.
R@: Und das ist Niels am Bass. Er Wird nächstes Jahr achtzehn. Und das ist Lloyd, unser Schlagzeuger. Wie alt bist du eigentlich?
LLOYD: Zweiundzwanzig.
R@: Was? Das ist ja uralt!
ZURG: Geht ihr noch zur Schule?
LLOYD: Ich schon lange nicht mehr, die anderen schon.
ZURG: Und was machst du beruflich?
LLOYD: Ich bin in der Internetbranche.
R@ (lacht): So kann man das auch nennen.
ZURG: Ich habe grad euer Konzert gesehen und fand es hammer. Wie lang gibt es Fuckin Sushi schon?
R@: Seit über einem Jahr. Angefangen haben Wir als Straßenmusiker. Das heißt Niels und ich. Wir waren ein Duo und nannten uns R@‘n'Niels. Unseren ersten Auftritt hatten wir in einem kleinen Kaffvor dem Oma-Café von Heino. Es war auch unser einziger Auftritt und eine Art musikalisches Bombing.
ZURG: Vor dem Heino-Café? Lebt der eigentlich noch?
R@: Keine Ahnung.
NIELS: Na klar!
R@: Meinetwegen. Als Nachstes kam Lloyd dazu und zum Schluss Nino. Unseren ersten Auftritt zu viert hatten Wir dann dieses Jahr im Marz.
ZURG: Es gibt nicht viele Madchen, die in einer Jungsband spielen. Wie ist das denn so?
NINO: Gut.“

 

 
Marc Degens (Essen,  18 augustus 1971)

Lees meer...

18-08-14

Ulrich Woelk, Marc Degens, Jami, Luciano de Crescenzo, Alain Robbe-Grillet, Brian Aldiss

 

De Duitse schrijver Ulrich Woelk werd geboren op 18 augustus 1960 in Beuel bij Bonn. Zie ook alle tags voor Ulrich Woelk op dit blog.

Uit: Freigang

“Ich habe meinen Vater umgebracht. Die Idee kam im Suff. (Ich schwöre es.)
Schreiben als Funktion des Gedächtnisses: Ich schreibe, um Nina noch einmal zu erleben.
Seit meiner Einlieferung werde ich nicht müde zu gestehen. Ich gestehe den Ärzten, insbesondere Doktor Früger, den Pflegerinnen und Pflegern, insbesondere Schwester Leonie.
Seit der Nacht: Neonlicht, die Glastür, die Friedenstaube, die Treppen, Nina in der Dunkelheit.
Seit der Nacht gestehe ich, hartnäckig, verlange ein ordentliches Verfahren.
Was schreckt die Gerichte ab, sich für meinen Fall zu interessieren? Warum überlassen sie mich bereitwillig Doktor Früger?
Allein die Umstände meines Geständnisses: Nina, die vor mir zurückweicht, unbekleidet; allein die Umstände müßten für eine Strafverfolgung ausreichen.
Mein Geständnis: Alle zeigen sich interessiert, doch die Art, mit der sie darüber hinweggehen, befremdet mich, macht mich von Zeit zu Zeit mutlos.
Früger mit seinem weißen Kittel. Die Hornbrille, mit der er nicht spielt, während er redet: er nimmt sie nicht ab, zeigt nicht mit ihr auf imaginäre Punkte, betrachtet sie nicht nachdenklich oder putzt sie gar, um einer belanglosen Rede Bedeutung zu verleihen. Hat er mich begrüßt, versenkt er die Hände meist in den Taschen des weißen Kittels, nimmt sie nur heraus, sich gelegentlich zu kratzen.
Was erwartet man von mir? Was kann man mehr von mir verlangen, als daß ich geständig bin?
Nina trifft keine Schuld.
Einmal zu Früger: Die Justiz ist hochmütig geworden. Sie fühlt sich durch ein Geständnis beleidigt, empfindet es als Zweifel an ihrer Fähigkeit, einen Fall auch ohne die bereitwillige Mithilfe des Angeklagten zu klären. Nur in einem Indizienprozeß können Staatsanwalt und Verteidiger glänzen. Und die Richter? Sie fühlen sich durch ein Geständnis zur Nutzlosigkeit verdammt: ein Richter, der nichts zu richten hat.“

 

 
Ulrich Woelk (Beuel, 18 augustus 1960)

Lees meer...

18-08-13

Marc Degens, Ulrich Woelk, Jami, Susanne Fischer, Luciano de Crescenzo

 

De Duitse schrijver Marc Degens werd geboren op 18 augustus 1971 in Essen. Zie ook alle tags voor Marc Degens op dit blog.

 

Uit: Sternenflüchtig

 

“Mein Abitur war das viertbeste, das jemals auf Salem abgelegt wurde. Zwei der Besserbenoteten wurden Politiker, einer davon Ministerpräsident, der dritte starb an einer Überdosis. Mir standen alle Türen offen. Ich hatte ein Stipendium der Studienstiftung in der Tasche, Lynn ebenfalls.
Lynns Mutter hatte uns einen Erholungsurlaub in Neuseeland spendiert, anschließend wollten wir vierzehn Tage mit dem Auto durch Kalifornien reisen. Anfang September sollte unser Studium an der UCLA beginnen, wir hatten Plätze an der Anderson School of Management bekommen, es hat meinen Vater zwei Anrufe gekostet, die zusammen keine zehn Minuten dauerten. Zehn Minuten waren für ihn allerdings eine Ewigkeit.
Lynn war in Paris und kleidete sich neu ein, drei Tage bevor unser Flug nach Christchurch via Dubai gehen sollte. Meine Mutter war mit ihrem neuen Liebhaber auf einer Koksinsel in der Karibik. Ich schickte ihr eine Abschiedsmail, die mit Zitaten aus „Siddharta“ gespickt war, andere Teile hatte ich aus der Kriegsdienstverweigerung eines Mitschülers, dessen Powerbook wir zerlegt hatten, kopiert.
Ich schrieb meiner Mutter, dass ich zunächst den Strand auf Kreta, an dem sich Zeus in einen Adler verwandelte, aufsuchen und anschließend nach Poona ziehen wolle. Ich wusste, dass sie das stolz machen würde, sie glaubte auch fest daran, dass ich der Sohn eines Rolling Stone sei.
Meinen tatsächlichen Aufenthaltsort kannte niemand, nicht einmal mein bester Freund Adrian. Es bereitete mir einen Mordsspaß, mir vorzustellen, wie mein Vater seinen Vertrauten durch alle Hippie-Höhlen dieser Erde scheuchen würde, diesen gottverdammten Leichenwäscher Berger. Dabei hielt ich mich die ganze Zeit nur knapp hundert Kilometer von Berlin auf. Zunächst auf dem Brezelfest in Ringenwalde, dann auf der Boitzenburger Woche in Wichmannsdorf, anschließend auf dem Schützenmarkt in Pinnow und der Warnitzer City-Kirmes.”

 

 

 

Marc Degens (Essen,  18 augustus 1971)

Lees meer...

18-08-11

Marc Degens, Ulrich Woelk, Jami

 

De Duitse schrijver Marc Degens werd geboren op 18 augustus 1971 in Essen. Zie ook mijn blog van 18 augustus 2007 en ook mijn blog van 18 augustus 2008 en ook mijn blog van 18 augustus 2009 en ook mijn blog van 18 augustus 2010.

 

Uit: Hier keine Kunst

 

“Sogleich nahmen die beiden anderen Mädchen wieder ihre Plätze ein. Sie hoben das Seil auf, griffen die Enden und ließen es im hohen Bogen um das Mädchen kreisen. Freudig und aufgeregt fielen sie in den Gesang mit ein:

 

Teddybär, Teddybär
mach dich krumm
Teddybär, Teddybär
hüpf auf einem Bein
Teddybär, Teddybär
das muß sein

 

Reizend. Kurz überlegte ich, das Trio zu bitten, mich auf meinem Gang zu begleiten. Wir würden uns an die Hände fassen, einen christlichen Kanon anstimmen und tanzend in die Fußgängerzone einfallen ... Doch nein, schließlich hatte ich eine Aufgabe und ein Ziel vor Augen: Ich wollte Lottokönig werden! Ich hatte schon fast die Lottoannahmestelle am Marktplatz erreicht, als durch die Glastür von Erikas Friseursalon Latte hinausstolziert kam und mir direkt in die Arme lief.
– Hey, Alter. Was für ein Zufall. Hab mir grad die Spitzen schneiden lassen. Wie gefällt es dir?
– Sieht gut aus, echt. Und sonst? Alles paletti?
– Klar, Mann. Hab gestern acht Stunden am Stück gefickt. Du rätst nicht wen.
– Ich will es auch gar nicht wissen.
– Alter, du bist so verklemmt, das ist dein Problem. Ey, was rauchst du denn da für ne Priemel?
– Hat mir der alte Höttges geschenkt. Zum Geburtstag. Ich bin heute dreiunddreißig geworden.
– Im Ernst? Siehst älter aus. Komm, ich lad dich auf nen Kaffee ein. In mein neues Stammcafé. Hier lang.
– Wo willst du denn hin?
– Na, in die Wullie.
Tatsächlich lotste mich Latte geradewegs in die Woolworth. Vor dem Geschäft verabschiedete ich mich von meiner Zigarre, dann betraten wir die heiligen Hallen. Mit der Rolltreppe fuhren wir in die erste Etage, hier waren die Haushaltswaren- und Bekleidungsabteilung angesiedelt. Noch nie zuvor hatte ich einen Fuß in dieses Stockwerk gesetzt. Latte steuerte in die Ecke mit den Umkleidekabinen. Ta ta, da stand er! Erhaben und unerschütterlich. Ein dunkelbrauner, mannshoher Getränkeautomat für Selbstbediener. Genauso ein Leuchtturm bewacht auch die Kopiergeräte in der Stadtbibliothek.
– Alter, was darf es sein? Kaffee? Schokolade? Zitronentee? Mocca? Oder vielleicht eine Tomatensuppe?
– Einen Kaffee, bitte.
– Mit Milch? Zucker? Extra viel Milch?
– Einfach nur schwarz.
– Krass, Alter. Ach, hast du vielleicht ein bißchen Kleingeld? Der hier nimmt keine Scheine.
– Sicher.”

 

 

 


Marc Degens (Essen,  18 augustus 1971)

Lees meer...

19:22 Gepost door Romenu in Literatuur | Permalink | Commentaren (0) | Tags: marc degens, ulrich woelk, jami, romenu |  Facebook |

18-08-10

Marc Degens, Ulrich Woelk, Jami, Alain Robbe-Grillet, Brian Aldiss, Susanne Fischer, Luciano de Crescenzo, Hugo Bettauer, Václav Bolemír Nebeský

 

Zie voor de volgende schrijvers van de 18e augustus mijn blog bij seniorennet.be

  

Marc Degens, Ulrich Woelk, Jami, Alain Robbe-Grillet

 

 

Zie voor de volgende schrijvers van de 18e augustus ook bij seniorennet.be mijn vorige blog van vandaag.

 

Brian Aldiss, Susanne Fischer, Luciano de Crescenzo, Hugo Bettauer, Václav Bolemír Nebeský

 

18-08-09

Ulrich Woelk, Susanne Fischer, Marc Degens, Jami


De Duitse schrijver Ulrich Woelk werd geboren op 18 augustus 1960 in Beuel bij Bonn.

 

Uit: Sternenklar

 

“Stella lernt in der Schule gerade, was Jahreszeiten sind. „Januar, Februar, März, April – die Jahresuhr steht niemals still“, heißt es in einem kleinen Lied, das sie gelegentlich vor sich hinträllert. In

Wahrheit ist es natürlich die Erde, die niemals still steht, aber ich wollte nicht schon wieder zu ›astronomisch‹ sein.

„Schon vor ganz langer Zeit“, sagte ich vielmehr zu ihr, „vor etwa dreitausend Jahren haben die Menschen festgestellt, dass zwischen zwei Sommern etwa zwölf mal Vollmond ist. Deswegen haben sie das Jahr in zwölf Monate eingeteilt. Aber leider stimmt das System nicht ganz genau. Es gibt nämlich auch Jahre, in denen nicht zwölf, sondern dreizehn mal Vollmond ist, und das ist für viele Kulturen ein Problem. Dann ist es ein bisschen wie bei ›Die Reise nach Jerusalem‹: Es gibt nicht genug Monate für alle Vollmonde.“

„Und warum ist das so?“ wollte sie wissen.

„Nun ja“, sagte ich. „Zwölf Vollmonde dauern etwa 355 Tage, aber das Jahr hat 365 Tage. Wenn man sich nach dem Mond richtet, fehlen einem also immer zehn Tage pro Jahr. Im ersten Jahr ist das vielleicht noch nicht so schlimm, aber schon nach drei Jahren ist das ganze System um dreißig Tage, also etwa um einen Monat aus dem Rhythmus geraten. Der Januar läge dann im Dezember und der Dezember im November und so weiter. Und wenn man noch etwas länger wartet, etwa achtzehn Jahre, dann liegt der Dezember mitten im Hochsommer und der Juli im tiefsten Winter.

Das ist wirklich sehr unpraktisch. Du hättest dann zum Beispiel immer in einer anderen Jahreszeit Geburtstag. Und in manchen Jahren würden wir in den Sommerferien Weihnachten feiern.“

„Das geht doch gar nicht. Da schneit es doch nicht.“

„Na ja, das geht schon“, sagte ich, „zum Beispiel ist es in Australien oder Südafrika so, aber das hat andere Gründe. Jedenfalls werden in manchen Kulturen Mondkalender für religiöse Feste

und Rituale durchaus noch benutzt, zum Beispiel im Islam oder im Judentum. Der islamische Fastenmonat Ramadan zum Beispiel ist so ein Fest.”

 

 

 

 

Woelk
Ulrich Woelk (Beuel, 18 augustus 1960)

 

 

 

 

 

De Duitse schrijfster Susanne Fischer werd geboren op 18 augustus 1960 in Hamburg. Zie ook mijn blog van 16 augustus 2007

 

Uit: Interview mit meinem Stuhl

 

Interviewerin: Bier? Wein? Schnaps?
Herr Jules: I wo. Kaffee, Wasser, Tee. Jedenfalls solange ich dabei bin.
Interviewerin: Na, das ist doch nicht schlimm.
Herr Jules: Nicht schlimm? Jetzt will ich Ihnen mal was sagen: Die Frau hat schon zwei Computertastaturen mit Kaffee ruiniert. Seit sie einen Laptop hat, ist sie vorsichtiger geworden. Aber nicht viel. Was glauben Sie wohl, warum sie mich ausgesucht hat?
Interviewerin: Weil Sie so blau sind? Und aus schönem harten Holz?
Herr Jules: Weil ich Löcher habe. Sonst müsste sie in einer Kaffeepfütze sitzen.
Interviewerin: Naja, das führt ja alles etwas weg vom Thema. Wie ist denn das nun mit dem Schreiben bei Susanne Fischer? Tut sie das gern? Ungern? Sie sind ja wohl immer dabei?
Herr Jules: Ich habe keine Ahnung. Schauen Sie sich doch mal um, wie es hier aussieht. Alles voller Papierstapel, Zeitungen, Briefe und so. Wir haben das kleinste und kälteste Zimmer im Haus. Den ganzen Tag sitzt sie woanders im Büro. Da hat sie ihren Stuhl übrigens auch schon ruiniert, die Stellschrauben sind herausgefallen; allmählich bekomme ich Angst. Abends schlendert sie dann manchmal bei mir vorbei, so um halb neun, wenn das Kind im Bett ist und andere Möbel Feierabend machen dürfen. Dann ächzt sie herum, als würde sie gequält, und lässt sich auf mich plumpsen, rücksichtslos. Und dann –
Interviewerin: – schreibt sie?
Herr Jules: Dann legt sie virtuelle Patiencen auf ihrem Computer. Das muss man sich mal vorstellen. Das ist ja wohl das Dämlichste, womit man sich überhaupt beschäftigen kann. Ich habe mich schon gefragt, ob ihr Fernseher kaputt ist, aber die ist einfach so.
Interviewerin: Könnte man das nicht als eine Art, nun, mechanische Entleerung des Kopfes vom Alltag, ein Fegen der poetischen Bühne betrachten, ein Umschalten, ehe es richtig losgeht mit der Kreativität?
Herr Jules: Na, Sie machen mir Spaß. Die Frau hat einfach Angst vorm Schreiben. Jeden Tag wieder. Soll sie doch Fernsehen gucken. Und all die Bücher, die hier ungelesen rumliegen, dabei liest sie angeblich gern. Das könnte sie doch auch abends tun. Statt dessen hängt sie vor ihrem Computer herum und ächzt und ruckelt mit dem Stuhl auf diese besonders unangenehme Weise.”

 

 

 

 

Fischer
Susanne Fischer (Hamburg, 18 augustus 1960)

 

 

 

 

 

De Duitse schrijver Marc Degens werd geboren op 18 augustus 1971 in Essen.

 

Uit: Einladung, Peter Handke zu lesen

 

Dennoch schätze ich ihn als den besten lebenden deutschsprachigen Schriftsteller, da ich bei jeder Handke-Lektüre den Eindruck habe, etwas wahrlich Authentisches in Händen zu halten. Und das ist der ehrlichste Ausdruck von Kunst, denn Kunst ist in meinen Augen die Schönheit des Wahren.
Diese Schönheit stand und steht für Handke im Mittelpunkt seines Schaffens. Und jedes einzelne seiner Werke erzeugt und vermittelt dieses Wesen gleichviel. Insofern kann ich auf die obengestellte Frage stets nur antworten, daß es zwar kein Buch von Handke gibt, das man unbedingt - weil es so hervorragend ist, daß man unter keinen Umständen daran vorbeikommt - gelesen haben muß, (Handke hat halt keinen "Zeno Cosini", "Ulysses", "Mann ohne Eigenschaften", "Tod auf Kredit" und keine "Masken der Illuminaten" verfaßt,) aber, daß alle seine Werke dermaßen vortrefflich sind, daß sich ihre Lektüre jederzeit lohnt. Und, daß sollte man einmal den Zugang zu seinen Büchern gefunden und sich der Schönheit seiner Werke geöffnet haben, diese einen daraufhin niemehr loslassen werden. Denn spätestens dann ist das Lesen nicht mehr nur schön, dann wird es plötzlich auch spannend, dann stürzen die Inhalte und Handlungen auf einen ein. Schließlich benutzt Handke für seine Werke stets nur Schablonen: die Schablone des Krimis, die Schablone des Reiseberichts, die des Fernsehfilms, Rührstückes oder die der Autobiographie. Schablonen, die mit den Handlungen und vordergründigen Inhalten bloß spielen - die eigentlichen, wahrhaftigen Inhalte verraten sich jedoch erst in der Kontinuität seiner Bücher verraten oder wie im Fall der "Chronik der laufenden Ereignisse" (1971) in der Zeitgeschichte viele Jahre später, dort konkret im Deutschen Herbst 77. Und so kann man Handke eigentlich nur dann richtig genießen, falls man Buch um Buch von ihm liest - egal in welcher Reihenfolge.”

 

 

 

Degens
Marc Degens (Essen,  18 augustus 1971)

 

 

 

 

Zie voor alle bovenstaande schrijvers mijn blog van 18 augustus 2007  en ook mijn blog van 18 augustus 2008.

 

 

 

 

De Perzische dichter Moulana Nuruddin Abdorrahman Jami werd geboren op 18 augustus 1414 in een dorpje bij Jam, in het huidige Afghanistan. Zie ook mijn blog van 18 augustus 2008.

 

 

Gar dar dele to gol gozarad gol baashi
Var bolbol biqaraar bolbol baashi
To jozvi o haqq koll ast agar ruzi chand
Andisheye koll pishe koni koll baashi

 

And if it would be a restless nightingale, be a nightingale!
You are a part and Reality is the Whole,
So for a few days only meditate on the Whole, be the Whole!
If in your heart a rose appears, be a rose!

 

 

 

Zaan zamzameyam ze paye taa sar hame ‘eshq
Haqqa keh be ‘ahdha nayaayam birun
Bar ‘ude delam nawaakht yak zamzameye ‘eshq
Az ‘ahdeye haqq gozaari yakdameye ‘eshq

 

On the lute of my heart plays only one song of love:
Because of this melody, from head to foot, I am in love.
Truly, for ages I’ll never be able
To pay what I owe for one moment of love.

 

 

 

 

 

Jami
Jami (18 augustus 1414 – 19 november 1492)

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 18e augustus ook mijn vorige blog van vandaag.

 

 

18-08-08

Marc Degens, Ulrich Woelk, Jami, Alain Robbe-Grillet, Brian Wilson Aldiss, Hugo Bettauer, Václav Bolemír Nebeský


De Duitse schrijver Marc Degens werd geboren op 18 augustus 1971 in Essen. Zie ook mijn blog van 18 augustus 2007.

 

Uit: Hier keine Kunst

 

„Ich trat vor die Haustür und ein warmer, wundervoller Frühlingstag schloß mich in die Arme. Die Magnolien und die Zierkirschen in den Vorgärten blühten prachtvoll, ebenso die Wildtulpen und der Rhododendron. Am Straßenrand grünten die Kastanien, und die Sonne funkelte fröhlich am ansonsten restlos blauen Himmel. Ein Gönner hatte ringsherum Aufmerksamkeiten verteilt, rot und gelb und blau leuchtende Geschenke. Kostbare Darreichungen, die meine Augen voller Freude pflückten und in die Kammern meines Herzens schafften. Ich zündete die Zigarre an, die Manni Höttges spendiert hatte, und ließ die ersten beiden Züge tief in meiner Körperflora verschwinden. Die Drosseln flöteten, die Rotkehlchen trillerten, und die Buchfinken jubelten. Herrlich, im Herzen bin ich Rentner!
Auf der unbefahrenen Straße spielte ein Mädchentrio Seilhüpfen. Vergnügt sprangen und sangen die drei:

 

Hau Ruck
Donald Duck
Micky Maus
du bist auu

 

Die lustig in der Mitte hüpfende Elfe im Blumendirndl berührte mit der Fußspitze das Seil, geriet aus dem Gleichgewicht, vertrat sich ... Und fiel wie ein Holzbrett auf den Asphalt. Erschrocken ließen ihre Spielkameradinnen die Seilenden fallen und eilten ihr zu Hilfe. Sie reichten dem Mädchen die Hand und halfen ihr auf. Eine breite Schramme verunstaltete ihr linkes Knie, und helles Blut quoll aus der Wunde ... Doch das Mädchen ließ sich nichts anmerken. Sie lachte, klatschte zweimal laut in die Hände, rief avanti! und stürmte zurück in die Mitte:

 

Teddybär, Teddybär
dreh dich um“

 

 

 

 

degens
Marc Degens (Essen,  18 augustus 1971)

 

 

 

 

De Duitse schrijver Ulrich Woelk werd geboren op 18 augustus 1960 in Beuel bij Bonn. Zie ook mijn blog van 18 augustus 2007.

 

Uit: Einstein on the Lake

 

MIT ZWANZIG wollte ich Schriftsteller werden. Mein erster Roman, den ich auf sechs- bis siebenhundert Seiten veranschlagte, handelte von einem Mann, für den sich die Richtung der Gravitation über Nacht umkehrte. Mein Held – eine autobiographisch gefärbte, existentialistische Charaktermixtur – wachte auf, weil er an die Zimmerdecke gefallen war, und betrachtete verwundert das über ihm schwebende Bett, das am Fußboden festzukleben schien. Ich tippte die Geschichte, eine Menge Zigaretten rauchend, auf einer elektrischen Olivetti, trank Rotwein und ergab mich mit melancholischer Inbrunst und durchdrungen von dem Wunsch, etwas Großes und Besonderes zu erschaffen, in das, was ich für mein zukünftiges Schriftstellerleben hielt. Draußen, irgendwo weit fort von mir und meinen Gedanken, war es Winter, und es fiel nicht sehr viel Licht ins Zimmer. Sowieso hatte ich den Schreibtisch gegen eine fensterlose Zimmerwand gerückt, um den kafkaesken Charakter meines Werks nicht durch störende Realitätseinflüsse zu gefährden. Akribisch und ganz von meiner literarischen Mission überzeugt beschrieb ich, wie es ist, wenn alles auf dem Kopf steht und jeder Handgriff und jede Selbstverständlichkeit zu einem gewaltigen Problem wird. Ich schlief auf einer Klappcouch, und wenn ich ein paar Absätze vollendet hatte, lag ich dort, stierte an die Zimmerdecke und dachte über diesen eigenartigen Kosmos nach, den zu erschaffen ich mich im Begriff sah. Und bei allem, was mein unglücklicher, zum Surrealismus verurteilter Held tat, ob er durch Türöffnungen kletterte oder ein Ei zum Braten in die Pfanne steigen ließ, war eines immer gewiß: Er würde das Haus, in dem er wohnte, niemals mehr verlassen können. Vor der Tür, dort, wo für andere die Welt und das Leben begann, lag für ihn nichts als ein unendlich tiefer Abgrund.
Soweit ich mich erinnere, schrieb ich rund hundert Seiten in diesem Winter, von dem ich ansonsten nur wenig mitbekommen habe. Aber im Frühjahr, als die Sonne wieder höher stieg und ein schönes Lichtmuster auf die Rauhfasertapete warf, kam ich mit dem Roman nur noch schleppend voran. Ich öffnete die Haustür, und als ich in die weiche Frühlingsluft hinaustrat mit ihrem dichten erdigen Wachstumsgeruch, den ich tief einsog, erfüllte mich der brennende Wunsch, ganz und gar in diesem einen Augenblick aufzugehen. Mein literarischer Ehrgeiz verflüchtigte sich, und irgendwann gab ich es auf, der Welt und dem Leben den Rücken zu kehren. Mein erster und einziger Roman blieb unvollendet.”

 

 

 

 

 

woelk
Ulrich Woelk (Beuel, 18 augustus 1960)

 

 

 

 

 

De Perzische dichter Moulana Nuruddin Abdorrahman Jami werd geboren op 18 augustus 1414 in een dorpje bij Jam, in het huidige Afghanistan. Zie ook mijn blog van 18 augustus 2007.

 

 

All that exists in the created universe is illusion,

fantasy, reflections in mirrors, or shadows.
But the Sun of Guidance has dawned in the shadow

of "Other than God", so be not perplexed in the desert

of error!
Who is man? The reflection of the Eternal Light.

What is the world? A wave on the Everlasting Sea.
How could the reflection be cut off from the Light?

How could the wave be separate from the Sea?
Know that this reflection and this wave are that very Light and Sea,

for here duality is impossible, impossible.
Look at the travelers on the Path of Love,

 how each has a different spiritual state.
The one sees in each atom of the world a Sun

radiant and imperishable,
Another directly witnesses in the mirror of existence

the beauty of the hidden archetypes,
And a third sees each one in the other,

without veiling or defect

 

 

 

jami-small1
Jami (18 augustus 1414 – 19 november 1492)

 

 

 

 

 

De Franse schrijver en filmmaker Alain Robbe-Grillet werd geboren in Brest op 18 augustus 1922. Robbe-Grillet wordt beschouwd als de meester van de nouveau roman, en was lid van de Académie française. Zijn echtgenote was de romanschrijfster Catherine Robbe-Grillet, die schreef onder de naam Jeanne de Berg.  Alain Robbe-Grillet studeerde agrarische wetenschappen en werkte eerst voor het nationale instituut voor statistiek in Parijs. Het begrip Nouveau Roman is terug te voeren op zijn essay Pour un Nouveau Roman uit 1963. De roman moest geen werkelijkheid weergeven of overtuigingen overbrengen, maar literaire vormen en hun ontwikkeling laten zien. Zijn eerste roman Les Gommes verscheen in 1953.

 

Uit: Le miroir qui revient

 

« Je n’ai jamais parlé d’autre chose que de moi. Comme c’était de l’intérieur, on ne s’en est guère aperçu. Heureusement. Car je viens là, en deux lignes, de prononcer trois termes suspects, honteux, déplorables, sur lesquels j’ai largement contribué à jeter le discrédit et qui suffiront, demain encore, à me faire condamner par plusieurs de mes pairs et la plupart des mes descendants : « moi », « intérieur », « parler de ».

Le second de ces petits mots à l’inoffensive apparence ressuscite à lui seul, fâcheusement, le mythe humaniste de la profondeur (notre vieille taupe, à nous autres écrivains), tandis que le dernier ramène en catimini celui de la représentation, dont le difficile procès traînait toujours. Quant au moi, de tout temps haïssable, il prépare ici sans aucun doute une entrée en scène encore plus frivole : celle du biographisme.

[…]

J’ai moi-même beaucoup encouragé ces rassurantes niaiseries. Si je me décide aujourd’hui à les combattre, c’est qu’elles me paraissent avoir fait leur temps : elles ont perdu en quelques années ce qu’elle pouvaient avoir de scandaleux, de corrosif, donc de révolutionnaire pour se ranger dorénavant parmi les idées reçues, alimentant encore le militantisme gnangnan des journaux de mode, mais avec leur place déjà préparée dans le glorieux caveau de famille des manuels littéraires. L’idéologie, toujours masquée, change facilement de figure. C’est une hydre-miroir, dont la tête coupée reparaît bien vite à neuf, présentant à l’adversaire son propre visage, qui se croyait vainqueur. »

 

 

 

 

robbe-grillet
Alain Robbe-Grillet
(18 augustus 1922 – 18 februari 2008)

 

 

 

 

 

 

De Britse schrijver Brian Wilson Aldiss werd geboren in East Dereham (Norfolk) op 18 augustus 1925. Tijdens WO II iwerd Aldiss in Birma gelegerd en daarna werkte hij als boekhandelaar in Oxford. Naast korte SF-verhalen voor verschillende tijdschriften, schreef hij korte verhalen voor een tijdschrift van boekhandelaren over het leven in een denkbeeldige boekhandel. Dit trok de aandacht van de uitgever Faber and Faber en resulteerde in zijn eerste boek The Brightfount Diaries (1955), een verzameling van de boekhandelstukken.

Na publicatie van zijn eerste SF-boek Space, Time and Nathaniel (1957) wijdde hij zich geheel aan het schrijven.Tijdens de Worldcon van 1958 werd hij uitverkozen tot meest belovende nieuwe auteur en in 1960 werd hij voorzitter van de British Science Fiction Association. Gedurende de jaren 60 was hij literair redacteur bij de krant Oxford Mail. Aldiss was niet alleen met zijn eigen werk zeer succesvol, maar ook als samensteller van bloemlezingen.

 

Uit: The Glass Forest

 

WE CAN DRAW A CLEAR LINE AT THE POINT WHERE LIFE BEGINS. The expulsion from the womb marks our entry into the world. Where a life-story begins is less clear. So mine will open with the Tea Vision. The Tea Vision marked a first awareness that I enjoyed an interior life apparently not communicable to others.

I was three years old. Our living room, high above our shop, had large windows and comfortable window seats, from which one could look out at the people coming and going in Norwich Street. Opposite was the grocers, Kingston & Hurn. In the upper windows, my 'unt' Nellie Hurn could be glimpsed occasionally, living out her life in velvets, playing patience behind her clicking bead curtains.

In the shop windows below, Nellie's husband installed an advert for Mazawattee Tea, based on Alice in Wonderland characters. There sat Alice, at the head of the table, pouring Mazawattee tea from a huge red pot into cups which the Mad Hatter and the March Hare were holding. Beaming with pleasure, they lifted the cups to their mouths to drink. When they lowered the cups, the cups were immediately refilled. No pause in the action was permitted. In those days the design would be solidly made of three-ply and worked off the electric mains.

Passers-by in the street watched the advert for a moment, smiled and walked on. I was its captive. I could not stop observing from my window. The pleasures of the Mad Hatter and the March Hare never dimmed. Their smiles never grew less. The teapot never emptied. They never had too much Mazawattee Tea.”

 

 

 

 

brian-aldiss
Brian Wilson Aldiss (East Dereham, 18 augustus 1925)

 

 

 

 

 

 

Zie voor onderstaande schrijvers ook mijn blog van 18 augustus 2007.

 

De Oostenrijkse schrijver en journalist Hugo Bettauer werd geboren op 18 augustus 1872 in Baden bij Wenen.

 

De Tsjechische dichter en vertaler Václav Bolemír Nebeský werd geboren op 18 augustus 1818 in Nový Dvůr.

 

 

 

18-08-07

Marc Degens, Ulrich Woelk, Jami, Hugo Bettauer, Václav Bolemír Nebeský


Voor meer schrijfsters en schrijvers kunt u nog steeds terecht op mijn alternatieve blog adres en hiernaast bij Romenu II.  

 

De Duitse schrijver Marc Degens werd geboren op 18 augustus 1971 in Essen. Hij studeerde germanistiek en sociologie in Bochum. Sinds 1999 leeft hij als zelfstandig schrijver in Berlijn. Hij is lid van de band Superschiff en uitgever van het online magazine satt.org en van de serie Schöner Lesen die wordt uitgegeven door de Berlijnse uitgeverij SuKuLTuR en die, opvallend genoeg, sinds 2004 in Duitsland wordt verspreid via snoepautomaten. Uit 1997 stamt zijn roman „vanity love“. In 2006 verscheen het verhaal RÜCKBAU, geïllustreerd met eigen tekeningen. 

 

Uit: unsere popmoderne

 

"vor uns, hinter uns, links, rechts, überall: polizei! sie knüppelten auf alles und jeden. auf frauen und männer, auf burschen und mädchen, jung und alt!
wir waren eingekesselt. marijke schluchzte und schrie. ich hatte eine volle ladung tränengas abbekommen. ich konnte nicht mehr atmen, schien zu ersticken, sackte zu boden, sah nur noch schwarz. marijke nahm meine hand, zerrte mich in eine seitenstraße. blind stolperte ich hinterher.
es war eine sackgasse. ich lehnte mich an die hauswand und übergab mich. marijke heulte vor wut. – das können die doch nicht tun! das können die doch nicht tun!
doch.
wir alle waren friedlich gewesen. der protestzug hielt vor der absperrung, wir skandierten sprechchöre, – keine gewalt, reckten transparente in die höhe, – assediarne 8 per liberare tutti, niemand war vermummt, der schwarze block war ganz woanders."

 

   
marc-degens2
Marc Degens (Essen,  18 augustus 1971)

 

De Duitse schrijver Ulrich Woelk werd geboren op 18 augustus 1960 in Beuel bij Bonn. Tot 1987 studeerde hij natuurkunde in Tübingen, in 1991 promoveerde hij aan de Technische Universiteit in Berlijn. Tot 1994 was hij daar werkzaam als astrofysicus. Sinds 1995 leeft hij als zelfstandig schrijver in Berlijn. In 1990 ontving hij de Aspekte-Literaturpreis.

 Werk o.a:  Tod, Liebe, Verklärung (1992),  Amerikanische Reise (1996), Die letzte Vorstellung (2002), Die Einsamkeit des Astronomen (2005) .

Uit: Liebespaare (2001) 

“Ein Mann und eine Frau in einem Hotelzimmer auf einem Bett, dessen Decke dabei auf den Boden gerutscht ist. Haut und Nacht. Es ist zwei, halb drei vielleicht, draußen regnet es, der Schein der Straßenlaternen dringt von dort herein, und ein weiches Ineinander von Licht und Dunkelheit füllt den Raum. Neben ihr, auf dem Nachttisch, glimmen die roten Ziffern des Radioweckers, starr wie die Augen eines Tieres, das einen verschlingen wird. Zeit. Drei Uhr sieben, mit nutzloser Genauigkeit. Es ist kühl jetzt, so ohne Decke. Auf dem Boden liegen ihre Sachen, seine. Wirre Häuflein aus Dunkelheit. Einander ausziehen: Schultern, Arme, Nervosität. Jetzt liegt sein Körper reglos auf dem Laken, das Gelände seines Rückens weiß und flach wie der Mond. So nah und so fern. Mit den Händen seine Haut berühren, noch einmal darüberstreichen ...
Als sie aufsteht vom Bett, behält das kurz aufraschelnde Laken ihre Warme zurück, einen unsichtbaren Abdruck ihres Körpers, der sich auflösen und bis zum Morgen verwehen wird. Der Flor des Teppichbodens schluckt das Geräusch ihrer Schritte, als wäre sie schon jetzt nicht mehr da. Sie geht zum Fenster und sieht hinaus auf den Platz, es ist der Gendarmenmarkt, kein Mensch dort unten jetzt, das Pflaster eine weite wäßrige Leere heute nacht, über den Türmen der beiden Dome vermischt sich der Regen mit den Lichtern der Stadt zum kuppelförmigen Glitzern eines riesigen Schüttelglases. Eine Puppenstadt. Ist alles nur ein Spiel, die Liebe.“
   

 

woelk
Ulrich Woelk (Beuel, 18 augustus 1960)

 

De Perzische dichter Moulana Nuruddin Abdorrahman Jami werd geboren op 18 augustus 1414 in een dorpje bij Jam, in het huidige Afghanistan. Zijn familie verhuisde naar Heart, waar hij wiskunde, natuurkunde, Arabische literatuur en islamitische filosofie kon studeren. Hij voltooide zijn studies in Samarkand. Zijn nalatenschap bestaat uit 81 werken, waaronder gedichtbundels, geschiedkundige, filosofische, taalkundige werken en commentaren.  

One who travell'd in the Desert
Saw MAJNUN where he was sitting
All alone like a Magician
Tracing Letters in the Sand.
'Oh distracted Lover! writing
What the Sword-wind of the Desert
Undeciphers so that no one
After you shall understand'.
MAJNUN answer'd --- 'I am writing
Only for myself, and only
"LAILA" ---if for ever "LAILA"
Writing, in that Word a Volume,
Over which for ever poring,
From her very Name I sip
In fancy, till I drink, her Lip'.

                  *

  

God said to the Prophet David--
'David, whom I have exalted
From the sheep to be my People's
Shepherd, by your Justice my
Revelation justify.
Lest the misbelieving---yea,
The Fire-adoring Princes rather
Be my Prophets, who fulfill,
Knowing not my WORD, my WILL'.

Vertaald door Edward Fitzgerald   

 

jam1
Jami (18 augustus 1414 – 19 november 1492)

 

De Oostenrijkse schrijver en journalist Hugo Bettauer werd geboren op 18 augustus 1872 in Baden bij Wenen. In 1899 trok hij naar New York waar hij als correspondent en redacteur bij verschillende kranten werkte. Na zijn terugkeer naar Oostenrijk in 1910 was de Amerikaanse staatsburger redacteur bij de Neue Freien Presse en in 1924 richtte hij het tijdschrift Er und Sie op, Wochenschrift für Lebenskultur und Erotik, dat echter na vijf afleveringen moest stoppen. Zijn roman „Die Stadt ohne Juden" uit 1922 werd verfilmd en was bij de première in 1924 aanleiding voor hevige demonstraties. Een half jaar later werd Bettauer in Wenen door een nationaalsocialistische fanaticus doodgeschoten. Ook zijn roman "Die freudlose Gasse" werd verfilmd, en wel met niemand minder dan Greta Garbo.

 

Uit: Die Stadt ohne Juden 

“Von der Universität bis zur Bellaria umlagerte das schöne, ruhige und vornehme Parlamentsgebäude eine einzige Menschenmauer. Ganz Wien schien sich an diesem Junitag um die zehnte Vormittagsstunde versammelt zu haben, um dort zu sein, wo sich ein historisches Ereignis von unabsehbarer Tragweite abspielen sollte. Bürger und Arbeiter, Damen und Frauen aus dem Volke, halbwüchsige Burschen und Greise, junge Mädchen, kleine Kinder, Kranke im Rollwagen, alles quoll durcheinander, schrie, politisierte und schwitzte. Und immer wieder fand sich ein Begeisterter, der plötzlich an den Kreis um ihn herum eine Ansprache hielt und immer wieder brauste der Ruf auf: »Hinaus mit den Juden!« Sonst pflegten bei ähnlichen Demonstrationen hier und dort Leute mit gebogener Nase oder besonders schwarzem Haar weidlich verprügelt zu werden; diesmal kam es zu keinem solchen Zwischenfall, denn Jüdisches war weit und breit nicht zu sehen, und zudem hatten die Kaffeehäuser und Bankgeschäfte am Franzens- und Schottenring, in weiser Erkenntnis aller Möglichkeiten, ihre Pforten geschlossen und die Rollbalken herabgezogen.”    

 

 

Bettauer
Hugo Bettauer (18 augustus 1872 – 26 maart 1925)

 

De Tsjechische dichter en vertaler Václav Bolemír Nebeský werd geboren op 18 augustus 1818 in Nový Dvůr. Hij studeerde filosofie, Griekse geschiedenis en Tsjechische literatuur aan de Karelsuniversiteit in Praag. In 1850 werd hij redacteur van het tijdschrift Muzejník, dat hij tot 1861 leidde. Daarnaast was hij secretaris van het Tsjechische museum. In 1874 werd hij ernstig ziek en ging hij met vervroegd pensioen. Zijn grootste liefde was de poëzie. Ook vertaalde hij dramatisch werk van Griekse dichters.  

 

Es war Täuschung und süße Träumerei ... 

Es war Täuschung und süße Träumerei,
nie verwinde ich diese Zeit;
die Erinnerung an meine Liebe
macht wie Efeu auf Gräbern sich breit.
 

Die Erinnerung überglänzt bei weitem
meiner Wehmut Abendrot am Horizont,
in meinem Herzen will es tönen
wie es abends vom Kirchturm kommt.
 

Für meine Seele wird deine Liebe
ein Lied sein wie Nachtigallen,
denen im nahen, verwilderten Hain
zu spät es ist eingefallen.
  

Vertaald door Brigitte Struzyk    

 

nebesky
Václav Bolemír Nebeský (18 augustus 1818 – 17 augustus 1882)