02-04-18

Thomas Glavinic, Jay Parini, Anneke Claus, Klaus Ender, Konrad Merz, Ed Dorn, Émile Zola

 

De Oostenrijkse schrijver Thomas Glavinic werd geboren op 2 april 1972 in Graz. Zie ook alle tags voor Thomas Glavinic op dit blog.

Uit:Unterwegs im Namen des Herrn

„Darunter, kleiner gedruckt: Botschaft der Gospa an Mirjana, am 2. August 2010
Liebe Kinder!
Heute lade ich euch ein gemeinsam, mit mir, zu beginnen, das Himmelreich in euren Herzen zu errichten, zu vergessen, was für euch persönlich ist und, durch das Beispiel meines Sohnes geleitet, an das zu denken, was Gottes ist. Was erwartet er von euch? Erlaubt Satan nicht, euch die Wege des irdischen Wohlergehens zu öffnen, die Wege ohne meinen Sohn. Meine Kinder, sie sind trügerisch und von kurzer Dauer. Denn mein Sohn existiert. Ich biete euch ewiges Glück und den Frieden, die Einheit mit meinem Sohn, mit Gott. Ich biete euch das Reich Gottes. Ich danke euch.
Am österreichischen Grenzübergang gibt es keinen längeren Aufenthalt. Als wir kurz hinter einem anderen Bus zu stehen kommen, klebt Rudi ein riesiges Muttergottesbild vorn auf die Windschutzscheibe. Hinter mir sind seltsame Geräusche zu hören, es klingt, als hätte sich jemand verschluckt. Im Niemandsland zwischen Österreich und Slowenien machen wir Toilettenpause. Der Reiseleiter treibt uns bald wieder mit einem schrillen Pfiff zusammen und fragt schon in kleiner Runde an der Tür, wer sich zum Vorbetten meldet. Alle steigen stumm und mit gesenktem Kopf ein. Während wir im Bus auf Nachzügler warten, greift der Reiseleiter zum Mikrophon.
»An dieser Grenze ist es gewesen, da hat eine Pilgerin einmal eine Erweckung gehabt. Genau da drüben war es. Sie war eine Zweifelnde und Suchende. Sie ist neben mir gestanden. Plötzlich packt sie mich am Arm und sagt: ›Du, ich spüre etwas, und ich möchte wissen, spürst du es auch?‹ Na, ich hab nichts gespürt und ihr das auch gesagt. Sie ist fünf Minuten dagestanden, dann ist sie in Tränen ausgebrochen. Einen Monat später war sie Ordensschwester.«
»Jööööh«, sagt die schöne alte Bäuerin verzückt.
»Wow«, ruft Jim der Amerikaner und klatscht.
»Sie hat zu mir gesagt: ›Eigentlich muss ich nicht mehr mitfahren, denn ich weiß alles, was ich wissen wollte. Aber aus Dankbarkeit fahre ich mit.‹ Schwester Antonia heißt sie jetzt. Vergangenes Jahr war sie zum fünfundzwanzigsten Mal unten.«

 

 
Thomas Glavinic (Graz, 2 april 1972)

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27-09-17

Altweibersommer (Klaus Ender), Dolce far niente

 

Dolce far niente

 

 
Indian Summer door Vasily Polenov, 1893

 

 

Altweibersommer

Der Abschied ist nun angesagt,
es trauert die Natur,
der Sommer ist zu sehr betagt,
es läuft jetzt seine Uhr.

Das Werden ist Vergangenheit,
es setzt das Scheiden ein,
es zeigt sich in Erhabenheit
als herbstlich schöner Schein.

Ein silberfarbnes Nachtgewand
ummantelt Berg und Tal,
die Welt – sie glänzt im Ruhestand,
die Sonne leuchtet fahl.

Es perlt der Tau von Halm und Blatt,
der Himmel zeigt sein Blau
und jeder Tropfen spiegelt matt,
verschönt des Abschieds Grau.

Vollzogen wird ein schwerer Gang
in stiller Harmonie,
es ist des Lebens Abgesang,
erlöschen wird es nie.

 

 
Klaus Ender (Berlijn, 2 april 1939)
Berlijn, de geboorteplaats van Klaus Ender

 

 

Zie voor de schrijvers van de 27 september ook mijn vorige blog van vandaag.

18:26 Gepost door Romenu in Literatuur | Permalink | Commentaren (0) | Tags: klaus ender, dolce far niente, romenu |  Facebook |

02-04-17

Klaus Ender

 

De Duitse dichter, schrijver en fotograaf Klaus Ender werd geboren op 2 april 1939 in Berlijn. Ender leefde tot 1945 met zijn moeder in Landsberg / Warthe. In 1945 werd de familie verdreven en vestigde zich in het oosten van het naoorlogse Duitsland. Om politieke redenen verliet Ender in 1957 de DDR en ging naar het westen. In Friedrichshafen am Bodensee voltooide hij zijn opleiding tot bakker. Vanaf zijn eerste loon kocht hij een camera. In 1958 keerde hij terug naar de DDR en werd in 1960 lid van de Kulturbund Sektionsfotografie. Vanaf 1962 werkte hij als seizoensbakker op het eiland Rügen. In 1963 maakte hij zijn eerste opnames en stichtte de Fotoclub Sassnitz. In 1966 ontving hij zijn licentie als beeldverslaggever en werkte hij als freelance medewerker voor ongeveer 50 DDR-uitgevers. In 1971 publiceerde Fotokino & Fachbuchverlag Leipzig zijn eerste boek "Mein Modell", waarvan 95.000 exemplaren verkocht werden. Achtervolgd door politieke agitatie en repressie verhuisde Ender in 1972 naar Potsdam. In 1975 realiseerde hij de tentoonstelling “Akt & Landschaft” werd in 1975 die door ruim 100.000 bezoekers werd bezocht. Gedurende zijn loopbaan heeft Ender ongeveer 60 prijzen ontvangen, waaronder de internationale eretitel ARTISTE FIAP (AFIAP). In 1981 verhuisde hij om politieke redenen naar Oostenrijk. In 1989 volgde zijn internationale doorbraak met diverse boeken, agenda's en als auteur voor vele tijdschriften. Sinds 2002 schrijft Ender ook gedichten en aforismen. Voor veel uitgevers illustreerde hij meer dan 120 cadeau-poëzieboeken.

 

Die Stockmalve

Sie ist des Sommers letzte Pracht
am Haus und auch im Garten,
- hat es zum Gardemass gebracht
und lässt gern auf sich warten.

Rosettenhaft am Stiel gereiht,
verharren ihre Blüten,
erst wenn die Sonne sie geweiht,
wird sie uns das vergüten.

In sommer-herbstlich warmem Licht
entfaltet sie ihr Leben,
ganz oben - und in schönster Sicht,
beginnt - das nach der Sonne-streben.

Doch auch in niedersten Gefilden
erblüht nun stiel-voll dieser Stock
und jede Blüte wird nun bilden,
ein Treppenspiel - so Rock an Rock.

 

 

Das bittere Ende

Wer nie den Sinn des Lebens fand,
der hat umsonst gelebt,
der hat gebaut - auf losem Sand,
obwohl die Erde bebt.

Und hatte man statt losem Sand
ein starkes Fundament,
dann sagt uns trotzdem der Verstand,
es gibt kein Happyend.

Solange sich die Erde dreht,
so lang' der Mensch auch hofft,
des Menschen Tun am End' verweht,
es kommt nicht unverhofft.

Ein Leben lang wird es verdrängt,
dass ALLES nur auf Zeit,
egal, wie man am Leben hängt,
egal, ob man bereit.

Der Abschied kommt nie ohne Frust,
es ist ein hoher Preis,
der Lebenslauf fragt nicht nach Lust,
es schließt sich nur der Kreis.

 

 

Die Pfütze

Wer macht sich bloß
Gedanken groß
um Pfützen irgendwo.

Sie spritzen bloß,
seh'n schmutzig aus,
ist sonst nicht viel mit los.

Wer Augen hat - Sinn für Natur,
der findet sie ganz toll,
der sagt: das ist Natur - ganz pur -
und nennt sie wundervoll.

 

 
Klaus Ender (Berlijn, 2 april 1939)

12:10 Gepost door Romenu in Literatuur | Permalink | Commentaren (0) | Tags: klaus ender, romenu |  Facebook |