12-03-17

Kathrin Schmidt, Henrike Heiland, M. A. Numminen, Gabriele d'Annunzio, Irving Layton, Helga Goetze, Françoise d'Eaubonne, Antony Deschamps, Sergej Michalkov

 

De Duitse dichteres en schrijfster Kathrin Schmidt werd geboren op 12 maart 1958 in Gotha. Zie ook alle tags voor Kathrin Schmidt op dit blog.

Uit: Du stirbst nicht

„Helene spürt eine Hand auf der Stirn. Es ist die von Matthes, sie merkt es, noch ehe sie die Augen geöffnet hat. Matthes sieht nicht zornig aus. Er war sehr oft zornig in den letzten beiden Jahren. Ihr Anblick allein reichte schon aus, ihn in Rage zu versetzen. Aber stimmt das überhaupt? Leise, wie eben geschlüpfte Schlangen, züngelt Unsicherheit. Was gerade wie eine Erinnerung anmutete, kommt ihr in diesem Moment wie ein jäher, plötzlicher und eigentlich unmotivierter Verdacht vor. Hat die Gegenwart sie als Geisel genommen, um die Vergangenheit freizupressen? Aber wer sollte damit zu erpressen sein ... Ihr will niemand einfallen. Die Unsicherheit leckt die Haut der Unterarme, die Härchen stellen sich auf. Sie fröstelt. Nun reicht Matthes’ Anblick, sie in Rage zu versetzen: wie verständnisvoll, er auf sie schaut, wie allwissend! Ganz Vater, der sein kleines, unbeholfenes Kind begütigend und mit ebenjenem Hauch Spott auf den Lippen besänftigen will, der das Fass zum Überlaufen bringt. Das Kind windet sich, tritt, schlägt um sich. Der Vater lächelt und hält es fest.
Sie kann nicht ausdrücken, was sie denkt.
Es ist furchtbar, aber sie ist es, die sich windet. Die schlägt.“

 

 
Kathrin Schmidt (Gotha, 12 maart 1958)

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12-03-16

Kathrin Schmidt, Henrike Heiland, M. A. Numminen, Gabriele d'Annunzio, Irving Layton, Helga Goetze, Françoise d'Eaubonne, Antony Deschamps, Sergej Michalkov

 

De Duitse dichteres en schrijfster Kathrin Schmidt werd geboren op 12 maart 1958 in Gotha. Zie ook alle tags voor Kathrin Schmidt op dit blog.

Uit: Du stirbst nicht

„Wenigstens lächelt der Mann. Je länger sie ihn anschaut, umso seltsamer findet sie sein Lächeln. Angepflockt hängt es zwischen den Wangenknochen wie eine Salzgurke. Salt cucumber, sagt sie. Gibt es das überhaupt auf Englisch?
Geboren am 3. 12. 1972, wohnt in Hückelhoven … Halt! Das ist sie aber nicht! Warum kann sie das nicht so laut ausrufen, wie sie möchte? Verdammt, das muss doch gehen! Nun regen Sie sich aber mal schön ab, wir kommen ja gleichzu Ihnen! Wer hat das gesagt? Der junge Mann da? Sie kann, glaubt sie, beide Augen gleichzeitig öffnen. Es geht ein bisschen schwer, irgendetwas scheint auf den Lidern zu liegen. Der junge Mann lächelt, aber das beruhigt sie kaum. Das ist sie doch nicht! Sie ist vierzehn Jahre älter und wohnt doch nicht in Hückelhoven!
I don´nt … I don´t …
Warum kommt sie nicht weiter mit dem Satz? Jetzt sagt der junge Mann den anderen Männern in blauen Kitteln, dass es beinahe so klinge, als ob sie englisch zu sprechen versuche, seit sie hin und wieder wach werde. Die Männer lachen. Sie sucht nach einer Frau. Hinter den Männern steht eine, aber die scheint mit irgendetwas beschäftigt zu sein. Einer der Männer beugt sich über sie. Können Sie mich hören? Sie wird dem doch nicht sagen, ob sie ihn hören kann. Soll er ruhig weiter so brüllen. Augen zu.“

 

 
Kathrin Schmidt (Gotha, 12 maart 1958)

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12-03-12

Edward Albee, Kathrin Schmidt, Henrike Heiland, M. A. Numminen


De Amerikaanse schrijver
Edward Albee werd geboren op 12 maart 1928 in Washington DC. Zie ook alle tags voor Edward Albee op dit blog.

 

Uit: Wer hat Angst vor Virginia Woolf (Vertaald door Alissa en Martin Walser)

 

“GEORGE: ...Oder wem...

MARTHA: ...Oder wem...und sie will dauernd nach Chicago, weil sie in

diesen Schauspieler mit der Narbe verliebt ist...Aber dann

wird sie krank und setzt sich an ihren Schminktisch...

GEORGE: Was für ein Schauspieler? Mit einer Narbe?

MARTHA: Mein Gott, ich hab seinen Namen vergessen. Wie heißt der

Film? Ich möchte wissen, wie der Film heißt. Sie setzt sich

an den Schminktisch...und hat diese

Bauchfellentzündung...und sie versucht, sich ihre Lippen

anzumalen, aber sie schafft es nicht...und verschmiert ihr

ganzes Gesicht...aber sie will trotzdem nach Chicago und...

GEORGE: Chicago! Chicago heißt er.

MARTHA: Hm? Was...wer heißt?

GEORGE: Der Film...er heißt Chicago...

MARTHA: Mein Gott! Was weißt du eigentlich? Chicago war ein Musical

in den Dreißigern, mit der kleinen Alice Faye. Was weißt du

eigentlich?

GEORGE: Das war wahrscheinlich vor meiner Zeit, aber...

MARTHA: Halt’s Maul! Hör bloß auf damit! Dieser Film...Bette Davis

kommt nach einem harten Tag im Lebensmittelladen heim...

GEORGE: Sie arbeitet in einem Lebensmittelladen?

MARTHA: Sie ist Hausfrau; sie kauft ein...und kommt mit den

Lebensmitteln nach Hause, und sie tritt in das bescheidene

Wohnzimmer in einem bescheidenen Häuschen, das sie

einem bescheidenen Joseph Cotten verdankt...

GEORGE: Sind sie verheiratet?

MARTHA: (ungeduldig) Ja. Sie sind verheiratet. Miteinander. Flasche!

Und sie kommt rein, sieht sich um und sie stellt die

Lebensmittel ab und sagt „Was für ein tristes Loch!“

GEORGE: (Pause) Ach.

MARTHA: (Pause) Sie ist unzufrieden.

GEORGE: (Pause) Ach.

 

 

Edward Albee (Washington DC, 12 maart 1928)

Scene uit de film van Mike Nichols met Richard Burton en Elizabeth Taylor (1966)

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12-03-11

Kathrin Schmidt, Henrike Heiland, M. A. Numminen, Gabriele d'Annunzio, De Schoolmeester

 

De Duitse dichteres en schrijfster Kathrin Schmidt werd geboren op 12 maart 1958 in Gotha. Zie ook mijn blog van 12 maart 2009en ook mijn blog van 12 maart 2010.

 

 

ein, aus


gebe ich einen laut ins luft?
zupfe ich aus dem luft einen laut?
das luft steht ausgegossen wie spülicht (höricht, fühlicht)
zwischen den hauszeilen, deren knotige schriften
ins verlassene driften zum ortsrand hin, nebelgelenke
verbinden die domizile der wachsamkeit, das luft hat den fuß
in der tür, die hand an der klinke, schwelt, sickert ins
fadenkreuz der gebogenen brauen, von wo es ein
katzsprung ist ins kalkül, durch den kopf
schießt das luft mit gedoppelter flinte, die tinte
vergessens löscht aus, was da war, war da was?,
das luft wird naß vom gebrauch, schmaucht
aus den lungen ins spülicht zurück, fühl ich,
hör ich, mein laut hat den ausgang gefunden,
ins luft, aus luft



 

 

 

Kathrin Schmidt (Gotha, 12 maart 1958)

 

 

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12-03-10

Dave Eggers, Jack Kerouac, Shihab Nye, Edward Albee, Kathrin Schmidt, Henrike Heiland


De Amerikaanse schrijver Dave Eggers werd geboren op 12 maart 1970 in Chicago. Zie ook mijn blog van 12 maart 2007 en ook mijn blog van 12 maart 2008 en ook mijn blog van 12 maart 2009.

 

Uit: A Heartbreaking Work of Staggering Genius

 

Through the small tall bathroom window the December yard is gray and scratchy, the trees calligraphic. Exhaust from the dryer billows clumsily out from the house and up, breaking apart while tumbling into the white sky.
The house is a factory.
I put my pants back on and go back to my mother. I walk down the hall, past the laundry room, and into the family room. I close the door behind me, muffling the rumbling of the small shoes in the dryer, Toph's.
"Where were you?" my mother says.
"In the bathroom," I say.
"Hmph," she says.
"What?"
"For fifteen minutes?"
"It wasn't that long."
"It was longer. Was something broken?"
"No."
"Did you fall in?"
"No."
"Were you playing with yourself?"
"I was cutting my hair."
"You were contemplating your navel."
"Right. Whatever."
"Did you clean up?"
"Yeah."
I had not cleaned up, had actually left hair everywhere, twisted brown doodles drawn in the sink, but knew that my mother would not find out. She could not get up to check.
My mother is on the couch. At this point, she does not move from the couch. There was a time, until a few months ago, when she was still up and about, walking and driving, running errands. After that there was a period when she spent most of her time in her chair, the one next to the couch, occasionally doing things, going out, whatnot. Finally she moved to the couch, but even then, for a while at least, while spending most of her time on the couch, every night at 11 p.m. or so, she had made a point of making her way up the stairs, in her bare feet, still tanned brown in November, slow and careful on the green carpet, to my sister's old bedroom. She had been sleeping there for years -- the room was pink, and clean, and the bed had a canopy, and long ago she resolved that she could no longer sleep with my father's coughing.
But the last time she went upstairs was weeks ago. Now she is on the couch, not moving from the couch, reclining on the couch during the day and sleeping there at night, in her nightgown, with the TV on until dawn, a comforter over her, toe to neck. People know.“

 

 

 

Eggers
Dave Eggers (Chicago, 12 maart 1970)

 

 

 

 

 

De Amerikaanse schrijver Jack Kerouac werd geboren op 12 maart 1922 in Lowell, in de Amerikaanse staat Massachusetts. Zie ook mijn blog van 12 maart 2007 en ook mijn blog van 12 maart 2008.en ook mijn blog van 12 maart 2009.

 

Uit: The Dharma Bums

 

“Throughout all these parties I always stole off for a nap under the eucalyptus trees, instead of my rosebush, which was all hot sun all day; in the shade of the trees I rested well. One afternoon as I just gazed at the topmost branches of those immensely tall trees I began to notice that the uppermost twigs and leaves were lyrical happy dancers glad that they had been apportioned the top, with all that rumbling experience of the whole tree swaying beneath them making their dance, their every jiggle, a huge and communal and mysterious necessity dance, and so just floating up there in the void dancing the meaning of the tree. I noticed how the leaves almost looked human the way they bowed and then leaped up and then swayed lyrically side to side. It was a crazy vision in my mind but beautiful. Another time under those trees, I dreamt I saw a purple throne all covered with gold, some kind of Eternity Pope or Patriarch in it...And as I say, that hummingbird, a beautiful little blue hummingbird no bigger than a dragonfly, kept making a whistling jet dive at me, definitely saying hello to me, every day, usually in the morning, and I always yelled back at him a greeting. Finally he began to hover in the open window of the shack, buzzing there with his furious wings, looking at me beadily, then, flash, he was gone. That California humming guy...

Though sometimes I was afraid he would drive right into my head with his long beaker like a hatpin.

There was also an old rat scrambling in the cellar under the shack and it was a good thing to keep the door closed at night. My other great friends were the ants, a colony of them that wanted to come in the shack and find honey. ('Calling all ants, calling all ants, come and get your ho-ney!' sang a little boy

one day in the shack), so I went out to their anthill and made a trail of honey leading them into the back garden, and they were at the new vein of joy for a week. I even got down on my knees and talked to the ants. There were beautiful flowers all around the shack, red, purple, pink, white, we kept making bouquets, but the prettiest of all was the one Japhy made of just pine cones and a sprig of pine needles. It had that simple look that characterized all his life.”

 

 

 

 

jack_kerouac
Jack Kerouac (12 maart 1922 – 21 oktober 1969)

 

 

 

 

De Amerikaanse dichteres en schrijfster Shihab Nye werd geboren op 12 maart 1952 in St. Louis, Missouri. Zie ook mijn blog van 12 maart 2009.

 

 

Half-And-Half

 

You can't be, says a Palestinian Christian

on the first feast day after Ramadan.

So, half-and-half and half-and-half.

He sells glass. He knows about broken bits,

chips. If you love Jesus you can't love

anyone else. Says he.

 

At his stall of blue pitchers on the Via Dolorosa,

he's sweeping. The rubbed stones

feel holy. Dusting of powdered sugar

across faces of date-stuffed mamool.

 

This morning we lit the slim white candles

which bend over at the waist by noon.

For once the priests weren't fighting

in the church for the best spots to stand.

As a boy, my father listened to them fight.

This is partly why he prays in no language

but his own. Why I press my lips

to every exception.

 

A woman opens a window—here and here and here—

placing a vase of blue flowers

on an orange cloth. I follow her.

She is making a soup from what she had left

in the bowl, the shriveled garlic and bent bean.

She is leaving nothing out.

 

 

 

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Shihab Nye (St. Louis,12 maart 1952)

 

 

 

 

 

De Amerikaanse schrijver Edward Albee werd geboren op 12 maart 1928 in Washington DC. Zie ook mijn blog van 12 maart 2007 en ook mijn blog van 12 maart 2008. en ook mijn blog van 12 maart 2009.

 

Uit: The Cambridge Companion to Edward Albee  (Redactie: Stephen Bottoms)

 

„It is now more than forty years since Edward Albee’s Who’s Afraid of Virginia Woolf? – the play for which he is still best known – gave him his first Broadway hit and propelled him into the front rank of American playwrights. Today, he is frequently listed alongside Eugene O’Neill, Tennessee Williams, and Arthur Miller as one of the nation’s great (white, male) dramatists of the twentieth century. Other candidates for that shortlist have appeared since (David Mamet, perhaps Sam Shepard, Tony Kushner), but these writers, operating primarily in the decentered, post-1960s world of off-Broadway and regional theatre, have never been Broadway mainstays in the way their predecessors were. Thus Albee, who hit Broadway just before Broadway’s preeminence as a launching pad for serious drama began seriously to be questioned, has for many years tended to be seen as “the last of the line,” and, consequently, as a figure not only of the establishment, but also of the past. In a fragmented, postmodern theatre culture full of young pretenders and competing, multicultural voices, it is all too easy to forget that the somewhat patrician figure of Edward Albee was himself once a controversial young iconoclast, and indeed that, throughout his long career, he has consistently refused to do what is expected of him – and has the sling and arrow scars to prove it.

   Albee’s somewhat paradoxical position in American culture was perhaps summed up by the Kennedy Center’s honors ceremony of 1996, at which he was lauded by (the perhaps equally paradoxical) President Clinton: “Tonight our nation – born in rebellion – pays tribute to you, Edward Albee. In your rebellion, the American theatre was reborn.”1 Still sufficient of a rebel to become the first playwright to provide a sympathetic treatment of bestiality on the Broadway stage – with 2002’s The Goat, or Who is Sylvia? – Albee seems to delight, even now, in prodding and unsettling conventional sensibilities, often with a kind of vaudevillian glee. And yet he is also a deeply serious, highly erudite figure, very much a member of the literary establishment. He is, in short, a writer of many faces, many moods, and any assessment of Albee’s fascinating, diverse body of plays should, perhaps, be similarly multifaceted.“

 

 

 

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Edward Albee (Washington DC, 12 maart 1928)

 

 

 

 

De Duitse schrijfster Kathrin Schmidt werd geboren op 12 maart 1958 in Gotha. Zie ook mijn blog van 12 maart 2009.

 

Uit: Du stirbst nicht

 

ES KLAPPERT UM SIE HERUM. Als ihre Schwester heiratete, hatte die Mutter das Silberbesteck in eine Blechschüssel gelegt, auf eine Alufolie. Heißes Salzwasser darüber. Das saubere Besteck wurde nach einiger Zeit aus der Schüssel genommen und abgetrocknet: Es hatte genauso geklappert. Wer heiratet denn? Sie versucht die Augen zu öffnen. Fehlanzeige. Mehr als Augenöffnen versucht sie nicht. Ist genügsam. Sie kann aber sehr deutlich die Stimme ihrer Mutter hören. Ah, also doch das Besteck! Was sagt ihre Mutter?
Die rechte Hand ist aber viel kälter als die linke, sagt sie, und der rechte Fuß genauso.
Warum hat die Mutter eine kalte rechte Hand?, fragt sie sich. Muss lächeln, als sie sich vorstellt, sie überprüfe die Temperatur ihrer Füße.
Sie lacht!, sagt ihre Mutter.
Sie verzieht nur das Gesicht.
Hat das ihr Vater gesagt? Aber ja, das war unzweifelhaft die Stimme ihres Vaters! Jetzt möchte sie doch die Augen öffnen. Was hat sie in der Küche ihrer Eltern zu suchen, wo mit Besteck geklappert und die Hand- und Fußtemperatur untersucht wird und sie ihre Augen nicht öffnen kann?
O, where do you come from? From London?
Das hat sie zu ihrer Tochter gesagt. Hat sie? Ein Auge kann sie öffnen. Sie tut es. Vierzehn ist das Mädchen und heute auf eine Sprachreise nach England gefahren. Warum ist sie schon wieder da? Sie heult. Aus irgendeinem Grund heult sie. Deshalb hat sie ja auch englisch sprechen wollen, um sie aufzumuntern. Es scheint nichts zu nützen, dass sie fröhlich ist. Das Mädchen hat Kummer. Aber welchen? Wen könnte sie fragen? Der Blick wandert. Da! Neben der Tochter steht ihr Mann. My husband, sagt sie. Darüber wird aber doch hoffentlich gelacht werden …
Nichts.“

 

 

 

 

KathrinSchmidt
Kathrin Schmidt (Gotha, 12 maart 1958)

 

 

 

 

De Duitse schrijfster Henrike Heiland werd geboren op 12 maart 1975 in Solms. Zie ook mijn blog van 12 maart 2008.en ook mijn blog van 12 maart 2009.

 

Uit: Von wegen Traummann!.

 

„Meine Mutter konnte jedes Mal riechen, wenn ich Sex hatte. Sie roch es drei Straßen weiter in ihrer

Wohnung. Spätestens wenn ich mir den BH aufmachte, nahm sie Witterung auf. Tastete ich nach den

Kondomen neben dem Bett, griff sie zum Telefon und wartete. Kurz vorm Höhepunkt begann sie zu wählen. Und das Klingeln brachte mich natürlich komplett raus. Frank sagte dann immer, ich solle es einfach ignorieren. Aber das brachte überhaupt nichts, weil mein Anrufbeantworter anging, und wer will sich schon Mutters vorwurfsvolle Stimme im Nebenzimmer anhören, während man damit beschäftigt ist, wenigstens einmal, nur ein einziges Mal in dieser Woche einen Orgasmus herbeizuführen – und zwar keinen handgemachten?

Ich hatte keine Ahnung, wie man die Mithörfunktion an meinem Anrufbeantworter ausstellte. Nach jedem Mutterdesaster nahm ich mir vor, Frank um Hilfe zu bitten, aber dann vergaß ich es wieder. Ich hatte auch schon überlegt, den Anrufbeantworter auszuschalten, wenn er da war. Daran hinderte mich aber neben meiner Vergesslichkeit mein schlechtes Gewissen. Mein schlechtes Gewissen hatte mir nämlich das Leben geschenkt, mich unter größten Entbehrungen ganz alleine großgezogen und litt nun an den Spätfolgen meiner unbarmherzigen Geburt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Zurück zum Sex. Wir kamen nach jedem Störfall doch noch dazu. Frank war einer dieser seltenen Männer, die für alles Verständnis haben und alles richtig machen. Er brachte zum Beispiel jedes Mal einen exzellenten Wein und bezaubernde Blumen mit, bestand auf Kerzenlicht, dachte selbst bei Fußballländerspielen nicht daran, mit Freunden in einer Kneipe zu sitzen statt mit mir auf dem

Minibalkon, und ertrug ohne Murren die durchschnittlich einstündigen Anrufe meiner Mutter.“

 

 

 

HenrikeHeiland
Henrike Heiland (Solms, 12 maart 1975)

 

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 12e maart ook mijn vorige blog van vandaag.

 

13-10-09

Deutscher Buchpreis voor Kathrin Schmidt, Herman Franke, Colin Channer, Migjeni, Arna Wendell Bontemps, Conrad Richter

 

In het kader van de Frankfurter Buchmesse is aan de  Duitse schrijfster Kathrin Schmidt de Deutsche Buchpreis 2009 toegekend voor haar roman Du stirbst nicht. Zie ook mijn blog van 12 maart 2009.

 

Uit:Du stirbst nicht

 

„Es klappert um sie herum._ Als ihre Schwester heiratete, hatte die Mutter das Silberbesteck in eine Blechschüssel gelegt, auf eine Alufolie. Heißes Salzwasser darüber. Das saubere Besteck wurde nach einiger Zeit aus der Schüssel genommen und abgetrocknet: Es hatte genauso geklappert.

Wer heiratet denn? Sie versucht die Augen zu öffnen. Fehlanzeige. Mehr als Augenöffnen versucht sie nicht. Ist genügsam. Sie kann aber sehr deutlich die Stimme ihrer Mutter hören. Ah, also doch das Besteck! Was sagt ihre Mutter?

Die rechte Hand ist aber viel kälter als die linke, sagt sie, und der rechte Fuß genauso.

Warum hat die Mutter eine kalte rechte Hand?, fragt sie sich. Muss lächeln, als sie sich vorstellt, sie überprüfe die Temperatur ihrer Füße.

Sie lacht!, sagt ihre Mutter.

Sie verzieht nur das Gesicht.

Hat das ihr Vater gesagt? Aber ja, das war unzweifelhaft die Stimme ihres Vaters! Jetzt möchte sie doch die Augen öffnen. Was hat sie in der Küche ihrer Eltern zu suchen, wo mit Besteck geklappert und die Hand- und Fußtemperatur untersucht wird und sie ihre Augen nicht öffnen kann?

O, where do you come from? From London?

Das hat sie zu ihrer Tochter gesagt. Hat sie? Ein Auge kann sie öffnen. Sie tut es. Vierzehn ist das Mädchen und heute auf eine Sprachreise nach England gefahren. Warum ist sie schon wieder da? Sie heult. Aus irgendeinem Grund heult sie. Deshalb hat sie ja auch englisch sprechen wollen, um sie aufzumuntern. Es scheint nichts zu nützen, dass sie fröhlich ist. Das Mädchen hat Kummer. Aber welchen?

Wen könnte sie fragen? Der Blick wandert. Da! Neben der Tochter steht ihr Mann. My husband, sagt sie. Darüber wird aber doch hoffentlich gelacht werden …

Nichts.

Wenigstens lächelt der Mann. Je länger sie ihn anschaut, umso seltsamer findet sie sein Lächeln. Angepflockt hängt es zwischen den Wangenknochen wie eine Salzgurke.

Salt cucumber, sagt sie. Gibt es das überhaupt auf Englisch?

… geboren am 3. 12. 1972, wohnt in Hückelhoven …

Halt! Das ist sie aber nicht! Warum kann sie das nicht so laut ausrufen, wie sie möchte? Verdammt, das muss doch gehen!

Nun regen Sie sich aber mal schön ab, wir kommen ja gleich zu Ihnen!

Wer hat das gesagt? Der junge Mann da? Sie kann, glaubt sie, beide Augen gleichzeitig öffnen. Es geht ein bisschen schwer, irgendetwas scheint auf den Lidern zu liegen. Der junge Mann lächelt, aber das beruhigt sie kaum.

Das ist sie doch nicht! Sie ist vierzehn Jahre älter und wohnt doch nicht in Hückelhoven!

I don’t … I don’t …

Warum kommt sie nicht weiter mit dem Satz? Jetzt sagt der junge Mann den anderen Männern in blauen Kitteln, dass es beinahe so klinge, als ob sie englisch zu sprechen versuche, seit sie hin und wieder wach werde. Die Männer lachen. Sie sucht nach einer Frau. Hinter den Männern steht eine, aber die scheint mit irgendetwas beschäftigt zu sein.

Einer der Männer beugt sich über sie.

Können Sie mich hören?

Sie wird dem doch nicht sagen, ob sie ihn hören kann. Soll er ruhig weiter so brüllen.

Augen zu.

 

 

kathrin_schmidt
Kathrin Schmidt (Gotha, 12 maart 1958)

 

 

 

 

De Nederlandse schrijver Herman Franke werd geboren op 13 oktober 1948 in Groningen. Zie ook mijn blog van 13 oktober 2006 en ook mijn blog van 13 oktober 2007 en ook mijn blog van 13 oktober 2008.

 

Uit: Weg van loze dromen 

 

„Een dodelijk sombere proloog

Het was in de herfst van een buitengewoon zomers jaar dat Lucien een Amsterdams allemanscafé binnen stapte en een dodelijk sombere monoloog afstak, eerst tegen een mooi meisje dat niet wilde luisteren, toen tegen een jongen met krullend haar en droevige ogen die alleen in ruil voor veel drank bereid bleek hem tot het uitzichtloze einde aan te horen. Het was de herfst die volgde op de herfst waarin de Berlijnse muur viel. De tussenliggende zomer was zo heet geweest dat de damp nog van de daken sloeg, alsof Nederland zojuist uit de oven was gehaald. Het was een monoloog die eerder Luciens beste vriend Jos Oldemonnikhof fataal was geworden en die nog veel en veel eerder romantische jongelingen uit Weltschmerz tot zelfmoord bracht. De monoloog had ook het leven van Sanne ingrijpend beïnvloed. Op een krakende stoel aan een tafeltje met een truttig rood-wit geblokt kleedje bracht Lucien plompverloren de beste van alle mogelijke werelden van de grote Duitse filosoof Leibniz ter sprake. Om het moeilijke gespreksonderwerp toch nog een beetje in overeenstemming te brengen met de volkse entourage, sprak hij de beroemde naam Amsterdams uit. Lààpnis. Dat was een voorbarige tegemoetkoming aan het vermeende intellectuele peil van zijn gesprekspartner want voor een werkende jongere bleek deze redelijk ontwikkeld te zijn. Hij had uit vrije wil boeken gelezen, wat lang niet alle studenten van zichzelf konden zeggen. Lucien putte er moed uit. `Als het alwetende onbewuste, God voor mijn part, zich een betere wereld had kunnen voorstellen, dan was die wereld er wel geweest,' zei hij tegen de argeloze krullekop. Daar viel geen speld tussen te krijgen. Het probleem was dat de best mogelijke wereld heel goed een puinhoop kon zijn vol verdriet en ellende. En als de best mogelijke wereld meer ongeluk dan geluk voortbracht, kon zij beter niet bestaan.“

 

 

Franke
Herman Franke (Groningen, 13 oktober 1946)

 

 

 

 

De Jamaicaanse schrijver Colin Channer werd geboren op 13 oktober 1963 in Kingston. Zie ook mijn blog van 13 oktober 2008.

 

Uit: Satisfy My Soul

 

„Up ahead a herd of cattle toddle down a path. They moo and jostle as they splash into the ocher river, triggering the flowers on a tree festooned with Spanish moss to burst into a spray of screeching birds.

In theory this is stunning. But in Jamaica, an island that produces elemental drama daily, no one stops to look. Not the women spreading clothes on white boulders. Not the naked children swinging out on leafy vines. Not the men in trunks and soccer shorts who wade upstream, waist deep, empty bamboo rafts in tow, hunched against the current, delivering the vessels to the starting point for tips.

Fifteen feet away from us the captain of our raft is punting with a slender pole. The braided muscles in his back are coiling. His navy polo shirt is snug. Water tongues the grooves between the knuckled stems that form the hull. In essence we are sailing on a fence.

People are watching me. Waiting. A bead of perspiration stretches from my beard and bursts against my shirt.

Then as the captain steers around a bar of silt I find a question.

“Okay, Chadwick, on the night before you’re set to go to the gallows you get a set of choices. A last book. A last song. A last meal with any writer living or dead. And the chance to sleep with anyone in the whole wide world—a living anyone, of course.”

The producer on the raft beside us smiles and makes a fist. This is how she told me that she wants the show to be—arch and energetic.

I am a guest on Trapped in Transit, a travel show on A&E.

Each week on TIT, as all the members of the crew appear to call it, an odd couple chosen from the worlds of politics and entertainment take a journey: Howard Stern and Yasir Arafat canoeing in Mongolia. Martha Stewart and Biz Markie on a llama in Peru.

Chadwick is a congressman. If his reparations bill is passed, every black American will receive a million dollars in exchange for relocation to Liberia.

I’m a playwright and director whose grandfather moved to Harlem from West Africa in the twenties. Chadwick is fifty. I am thirty-eight. Chadwick is married. I will never be. He is a Republican. I like to call myself a negro. He is bald. My locks are wrapped around my head to form a turban.

His freckled cheeks are settling into jowls. His nose is sharp and owlish. He does not have an upper lip. His forehead lasts forever.

“I think I’d have a rack of lamb,” he answers. “And it is always hard for me to sleep without my wife. My favorite book has always been Heart of Darkness. Conrad is amazing. You should read him. I would dine with Rudy Kipling. As a boy in Oklahoma I felt connected to his stories . . . all the Indians. I know that our natives aren’t the same as Kipling’s Hindus, but I could still relate. As far as music is concerned I think I’d listen to Aretha Franklin. And you—you asked the question. What would you do?”

 

 

colinchanner
Colin Channer (Kingston, 13 oktober 1963)

 

 

 

 

De Albanese dichter Migjeni (eigen. Millosh Gjergj Nikolla) werd geboren op 13 oktober 1911 in Shkodra. Zie ook mijn blog van 13 oktober 2008.

 

 

Autumn on parade

 

Autumn in nature and autumn in our faces.

The sultry breeze enfeebles, the glowering sun

Oppresses the ailing spirit in our breasts,

Shrivels the life trembling among the twigs of a poplar.

The yellow colours twirl in the final dance,

(A frantic desire of leaves dying one by one).

Our joys, passions, our ultimate desires

Fall and are trampled in the autumn mud.

 

An oak tree, reflected in the tears of heaven,

Tosses and bleeds in gigantic passion.

"To live! I want to live!" - it fights for breath,

Piercing the storm with cries of grief.

 

The horizon, drowned in fog, joins in

The lamentation. In prayer dejected fruit trees

Fold imploring branches - but in vain, they know.

Tomorrow they will die... Is there nowhere hope?

 

The eye is saddened. Saddened, too, the heart

At the hour of death, when silent fall the veins

And from the grave to the highest heavens soar

Despairing cries of long-unheeded pain.

 

Autumn in nature and autumn in our faces.

Moan, desires, offspring of poverty,

Groan in lamentation, bewail the corpses,

That adorn this autumn among the withered branches.

 

 

 

Vertaald door Robert Elsie

 

 

 

Migjeni
Migjeni
(13 oktober 1911 – 26 augustus 1938)

 

 

 

 

 

De Amerikaanse dichter en schrijver Arna Wendell Bontemps werd geboren op 13 oktober 1902 in Alexandria in Louisiana. Zie ook mijn blog van 13 oktober 2008.

 

 

Reconnaissance

 

After the cloud embankments,

the lamentation of wind

and the starry descent into time,

we came to the flashing waters and shaded our eyes

from the glare.

 

Alone with the shore and the harbor,

the stems of the cocoanut trees,

the fronds of silence and hushed music,

we cried for the new revelation

and waited for miracles to rise.

 

Where elements touch and merge,

where shadows swoon like outcasts on the sand

and the tried moment waits, its courage gone--

there were we

 

in latitudes where storms are born.

 

 

 

 

Length of Moon

 

Then the golden hour

Will tick its last

And the flame will go down in the flower.

A briefer length of moon

Will mark the sea-line and the yellow dune.

Then we may think of this, yet

There will be something forgotten

And something we should forget.

It will be like all things we know: .

A stone will fail; a rose is sure to go.

It will be quiet then and we may stay Long at the picket gate

But there will be less to say.

 

 

 

bontemps
Arna Wendell Bontemps (13 oktober 1902 – 4 juni 1973)

 

 

 

 

De Amerikaanse schrijver Conrad Richter werd geboren op 13 oktober 1890 in Pine Grove, Pennsylvania. Zie ook mijn blog van 13 oktober 2008.

 

Uit: The Trees

 

And still Worth wouldn't stop. Not till he had worked out his mind. He had to make a last splurge. This would be a mortal handy thing for a house, something you had to pay tax on if you had one down in Pennsylvania. He steadied the logs with wedges, marked them with a straight edge and chopped out a hole, dressing it smooth with axe and knife. Over the hole he plastered a few cross sticks and fast to the sticks the marriage paper the Conestoga dominie had given them. Worth had always plagued Jary for lugging such a useless thing around with her. But now that he greased it with bear's oil, he reckoned it might be of some account. It let the sun through like glass. Oh, then it was a sight to see in that dark cabin, a window light blazing up like it was a fire and making all the cubbyholes and corners plain as outside till you could see the marks the barkworms left on the logs.”

 

 

richter
Conrad Richter (13 oktober 1890 – 30 oktober 1968)

 

Deutscher Buchpreis voor Kathrin Schmidt, Herman Franke, Colin Channer, Migjeni, Arna Wendell Bontemps, Conrad Richter

 

In het kader van de Frankfurter Buchmesse is aan de  Duitse schrijfster Kathrin Schmidt de Deutsche Buchpreis 2009 toegekend voor haar roman Du stirbst nicht. Zie ook mijn blog van 12 maart 2009.

 

Uit:Du stirbst nicht

 

„Es klappert um sie herum._ Als ihre Schwester heiratete, hatte die Mutter das Silberbesteck in eine Blechschüssel gelegt, auf eine Alufolie. Heißes Salzwasser darüber. Das saubere Besteck wurde nach einiger Zeit aus der Schüssel genommen und abgetrocknet: Es hatte genauso geklappert.

Wer heiratet denn? Sie versucht die Augen zu öffnen. Fehlanzeige. Mehr als Augenöffnen versucht sie nicht. Ist genügsam. Sie kann aber sehr deutlich die Stimme ihrer Mutter hören. Ah, also doch das Besteck! Was sagt ihre Mutter?

Die rechte Hand ist aber viel kälter als die linke, sagt sie, und der rechte Fuß genauso.

Warum hat die Mutter eine kalte rechte Hand?, fragt sie sich. Muss lächeln, als sie sich vorstellt, sie überprüfe die Temperatur ihrer Füße.

Sie lacht!, sagt ihre Mutter.

Sie verzieht nur das Gesicht.

Hat das ihr Vater gesagt? Aber ja, das war unzweifelhaft die Stimme ihres Vaters! Jetzt möchte sie doch die Augen öffnen. Was hat sie in der Küche ihrer Eltern zu suchen, wo mit Besteck geklappert und die Hand- und Fußtemperatur untersucht wird und sie ihre Augen nicht öffnen kann?

O, where do you come from? From London?

Das hat sie zu ihrer Tochter gesagt. Hat sie? Ein Auge kann sie öffnen. Sie tut es. Vierzehn ist das Mädchen und heute auf eine Sprachreise nach England gefahren. Warum ist sie schon wieder da? Sie heult. Aus irgendeinem Grund heult sie. Deshalb hat sie ja auch englisch sprechen wollen, um sie aufzumuntern. Es scheint nichts zu nützen, dass sie fröhlich ist. Das Mädchen hat Kummer. Aber welchen?

Wen könnte sie fragen? Der Blick wandert. Da! Neben der Tochter steht ihr Mann. My husband, sagt sie. Darüber wird aber doch hoffentlich gelacht werden …

Nichts.

Wenigstens lächelt der Mann. Je länger sie ihn anschaut, umso seltsamer findet sie sein Lächeln. Angepflockt hängt es zwischen den Wangenknochen wie eine Salzgurke.

Salt cucumber, sagt sie. Gibt es das überhaupt auf Englisch?

… geboren am 3. 12. 1972, wohnt in Hückelhoven …

Halt! Das ist sie aber nicht! Warum kann sie das nicht so laut ausrufen, wie sie möchte? Verdammt, das muss doch gehen!

Nun regen Sie sich aber mal schön ab, wir kommen ja gleich zu Ihnen!

Wer hat das gesagt? Der junge Mann da? Sie kann, glaubt sie, beide Augen gleichzeitig öffnen. Es geht ein bisschen schwer, irgendetwas scheint auf den Lidern zu liegen. Der junge Mann lächelt, aber das beruhigt sie kaum.

Das ist sie doch nicht! Sie ist vierzehn Jahre älter und wohnt doch nicht in Hückelhoven!

I don’t … I don’t …

Warum kommt sie nicht weiter mit dem Satz? Jetzt sagt der junge Mann den anderen Männern in blauen Kitteln, dass es beinahe so klinge, als ob sie englisch zu sprechen versuche, seit sie hin und wieder wach werde. Die Männer lachen. Sie sucht nach einer Frau. Hinter den Männern steht eine, aber die scheint mit irgendetwas beschäftigt zu sein.

Einer der Männer beugt sich über sie.

Können Sie mich hören?

Sie wird dem doch nicht sagen, ob sie ihn hören kann. Soll er ruhig weiter so brüllen.

Augen zu.

 

 

kathrin_schmidt
Kathrin Schmidt (Gotha, 12 maart 1958)

 

 

 

 

De Nederlandse schrijver Herman Franke werd geboren op 13 oktober 1948 in Groningen. Zie ook mijn blog van 13 oktober 2006 en ook mijn blog van 13 oktober 2007 en ook mijn blog van 13 oktober 2008.

 

Uit: Weg van loze dromen 

 

„Een dodelijk sombere proloog

Het was in de herfst van een buitengewoon zomers jaar dat Lucien een Amsterdams allemanscafé binnen stapte en een dodelijk sombere monoloog afstak, eerst tegen een mooi meisje dat niet wilde luisteren, toen tegen een jongen met krullend haar en droevige ogen die alleen in ruil voor veel drank bereid bleek hem tot het uitzichtloze einde aan te horen. Het was de herfst die volgde op de herfst waarin de Berlijnse muur viel. De tussenliggende zomer was zo heet geweest dat de damp nog van de daken sloeg, alsof Nederland zojuist uit de oven was gehaald. Het was een monoloog die eerder Luciens beste vriend Jos Oldemonnikhof fataal was geworden en die nog veel en veel eerder romantische jongelingen uit Weltschmerz tot zelfmoord bracht. De monoloog had ook het leven van Sanne ingrijpend beïnvloed. Op een krakende stoel aan een tafeltje met een truttig rood-wit geblokt kleedje bracht Lucien plompverloren de beste van alle mogelijke werelden van de grote Duitse filosoof Leibniz ter sprake. Om het moeilijke gespreksonderwerp toch nog een beetje in overeenstemming te brengen met de volkse entourage, sprak hij de beroemde naam Amsterdams uit. Lààpnis. Dat was een voorbarige tegemoetkoming aan het vermeende intellectuele peil van zijn gesprekspartner want voor een werkende jongere bleek deze redelijk ontwikkeld te zijn. Hij had uit vrije wil boeken gelezen, wat lang niet alle studenten van zichzelf konden zeggen. Lucien putte er moed uit. `Als het alwetende onbewuste, God voor mijn part, zich een betere wereld had kunnen voorstellen, dan was die wereld er wel geweest,' zei hij tegen de argeloze krullekop. Daar viel geen speld tussen te krijgen. Het probleem was dat de best mogelijke wereld heel goed een puinhoop kon zijn vol verdriet en ellende. En als de best mogelijke wereld meer ongeluk dan geluk voortbracht, kon zij beter niet bestaan.“

 

 

Franke
Herman Franke (Groningen, 13 oktober 1946)

 

 

 

 

De Jamaicaanse schrijver Colin Channer werd geboren op 13 oktober 1963 in Kingston. Zie ook mijn blog van 13 oktober 2008.

 

Uit: Satisfy My Soul

 

„Up ahead a herd of cattle toddle down a path. They moo and jostle as they splash into the ocher river, triggering the flowers on a tree festooned with Spanish moss to burst into a spray of screeching birds.

In theory this is stunning. But in Jamaica, an island that produces elemental drama daily, no one stops to look. Not the women spreading clothes on white boulders. Not the naked children swinging out on leafy vines. Not the men in trunks and soccer shorts who wade upstream, waist deep, empty bamboo rafts in tow, hunched against the current, delivering the vessels to the starting point for tips.

Fifteen feet away from us the captain of our raft is punting with a slender pole. The braided muscles in his back are coiling. His navy polo shirt is snug. Water tongues the grooves between the knuckled stems that form the hull. In essence we are sailing on a fence.

People are watching me. Waiting. A bead of perspiration stretches from my beard and bursts against my shirt.

Then as the captain steers around a bar of silt I find a question.

“Okay, Chadwick, on the night before you’re set to go to the gallows you get a set of choices. A last book. A last song. A last meal with any writer living or dead. And the chance to sleep with anyone in the whole wide world—a living anyone, of course.”

The producer on the raft beside us smiles and makes a fist. This is how she told me that she wants the show to be—arch and energetic.

I am a guest on Trapped in Transit, a travel show on A&E.

Each week on TIT, as all the members of the crew appear to call it, an odd couple chosen from the worlds of politics and entertainment take a journey: Howard Stern and Yasir Arafat canoeing in Mongolia. Martha Stewart and Biz Markie on a llama in Peru.

Chadwick is a congressman. If his reparations bill is passed, every black American will receive a million dollars in exchange for relocation to Liberia.

I’m a playwright and director whose grandfather moved to Harlem from West Africa in the twenties. Chadwick is fifty. I am thirty-eight. Chadwick is married. I will never be. He is a Republican. I like to call myself a negro. He is bald. My locks are wrapped around my head to form a turban.

His freckled cheeks are settling into jowls. His nose is sharp and owlish. He does not have an upper lip. His forehead lasts forever.

“I think I’d have a rack of lamb,” he answers. “And it is always hard for me to sleep without my wife. My favorite book has always been Heart of Darkness. Conrad is amazing. You should read him. I would dine with Rudy Kipling. As a boy in Oklahoma I felt connected to his stories . . . all the Indians. I know that our natives aren’t the same as Kipling’s Hindus, but I could still relate. As far as music is concerned I think I’d listen to Aretha Franklin. And you—you asked the question. What would you do?”

 

 

colinchanner
Colin Channer (Kingston, 13 oktober 1963)

 

 

 

 

De Albanese dichter Migjeni (eigen. Millosh Gjergj Nikolla) werd geboren op 13 oktober 1911 in Shkodra. Zie ook mijn blog van 13 oktober 2008.

 

 

Autumn on parade

 

Autumn in nature and autumn in our faces.

The sultry breeze enfeebles, the glowering sun

Oppresses the ailing spirit in our breasts,

Shrivels the life trembling among the twigs of a poplar.

The yellow colours twirl in the final dance,

(A frantic desire of leaves dying one by one).

Our joys, passions, our ultimate desires

Fall and are trampled in the autumn mud.

 

An oak tree, reflected in the tears of heaven,

Tosses and bleeds in gigantic passion.

"To live! I want to live!" - it fights for breath,

Piercing the storm with cries of grief.

 

The horizon, drowned in fog, joins in

The lamentation. In prayer dejected fruit trees

Fold imploring branches - but in vain, they know.

Tomorrow they will die... Is there nowhere hope?

 

The eye is saddened. Saddened, too, the heart

At the hour of death, when silent fall the veins

And from the grave to the highest heavens soar

Despairing cries of long-unheeded pain.

 

Autumn in nature and autumn in our faces.

Moan, desires, offspring of poverty,

Groan in lamentation, bewail the corpses,

That adorn this autumn among the withered branches.

 

 

 

Vertaald door Robert Elsie

 

 

 

Migjeni
Migjeni
(13 oktober 1911 – 26 augustus 1938)

 

 

 

 

 

De Amerikaanse dichter en schrijver Arna Wendell Bontemps werd geboren op 13 oktober 1902 in Alexandria in Louisiana. Zie ook mijn blog van 13 oktober 2008.

 

 

Reconnaissance

 

After the cloud embankments,

the lamentation of wind

and the starry descent into time,

we came to the flashing waters and shaded our eyes

from the glare.

 

Alone with the shore and the harbor,

the stems of the cocoanut trees,

the fronds of silence and hushed music,

we cried for the new revelation

and waited for miracles to rise.

 

Where elements touch and merge,

where shadows swoon like outcasts on the sand

and the tried moment waits, its courage gone--

there were we

 

in latitudes where storms are born.

 

 

 

 

Length of Moon

 

Then the golden hour

Will tick its last

And the flame will go down in the flower.

A briefer length of moon

Will mark the sea-line and the yellow dune.

Then we may think of this, yet

There will be something forgotten

And something we should forget.

It will be like all things we know: .

A stone will fail; a rose is sure to go.

It will be quiet then and we may stay Long at the picket gate

But there will be less to say.

 

 

 

bontemps
Arna Wendell Bontemps (13 oktober 1902 – 4 juni 1973)

 

 

 

 

De Amerikaanse schrijver Conrad Richter werd geboren op 13 oktober 1890 in Pine Grove, Pennsylvania. Zie ook mijn blog van 13 oktober 2008.

 

Uit: The Trees

 

And still Worth wouldn't stop. Not till he had worked out his mind. He had to make a last splurge. This would be a mortal handy thing for a house, something you had to pay tax on if you had one down in Pennsylvania. He steadied the logs with wedges, marked them with a straight edge and chopped out a hole, dressing it smooth with axe and knife. Over the hole he plastered a few cross sticks and fast to the sticks the marriage paper the Conestoga dominie had given them. Worth had always plagued Jary for lugging such a useless thing around with her. But now that he greased it with bear's oil, he reckoned it might be of some account. It let the sun through like glass. Oh, then it was a sight to see in that dark cabin, a window light blazing up like it was a fire and making all the cubbyholes and corners plain as outside till you could see the marks the barkworms left on the logs.”

 

 

richter
Conrad Richter (13 oktober 1890 – 30 oktober 1968)

 

12-03-09

Dave Eggers, Shihab Nye, Jack Kerouac, Edward Albee, Kathrin Schmidt, Henrike Heiland, M. A. Numminen, Gabriele d'Annunzio, De Schoolmeester, Helga Goetze, Irving Layton, Françoise d'Eaubonne, Sergej Michalkov


De Amerikaanse schrijver Dave Eggers werd geboren op 12 maart 1970 in Chicago. Zie ook mijn blog van 12 maart 2007 en ook mijn blog van 12 maart 2008.

 

Uit: You Shall Know Our Velocity!

 

I was talking to Hand, one of my two best friends, the one still alive, and we were planning to leave. At this point there were good days, good weeks, when we pretended that it was acceptable that Jack had lived at all, that his life had been, in its truncated way, complete. This wasn't one of those days. I was pacing and Hand knew I was pacing and knew what it meant. I paced like this when figuring or planning, and rolled my knuckles, and snapped my fingers softly and without rhythm, and walked from the western edge of the apartment, where I would lock and unlock the front door, and then east, to the back deck's glass sliding door, which I opened quickly, thrust my head through and shut again. Hand could hear the quiet roar of the door moving back and forth on its rail, but said nothing. The air was arctic and it was Friday afternoon and I was home, in the new blue flannel pajama pants I wore most days then, indoors or out. A stupid and nervous bird the color of feces fluttered to the feeder over the deck and ate the ugly mixed seeds I'd put in there for no reason and lately regretted--these birds would die in days and I didn't want to watch their flight or demise. This building warmed itself without regularity or equitable distribution to its corners, and my apartment, on the rear left upper edge, got its heat rarely and in bursts. Jack was twenty-six and died five months before and now Hand and I would leave for a while. I had my ass beaten two weeks ago by three shadows in a storage unit in Oconomowoc--it had nothing to do with Jack or anything else, really, or maybe it did, maybe it was distantly Jack's fault and immediately Hand's--and we had to leave for a while. I had scabs on my face and back and a rough pear-shaped bump on the crown of my head and I had this money that had to be disseminated and so Hand and I would leave. My head was a condemned church with a ceiling of bats but I swung from this dark mood to euphoria when I thought about leaving.“

 

 

 

dave_eggers
Dave Eggers (Chicago, 12 maart 1970)

 

 

 

 

De Amerikaanse dichteres en schrijfster Shihab Nye werd geboren op 12 maart 1952 in St. Louis, Missouri. Zij heeft een Palestijnse vader en een Amerikaanse moeder. Gedurende haar middelbare schooltijd woonde zij in Ramallah en in Jeruzalem. Zij studeerde daarna Engels en wereldreligies aan Trinity University in Texas. Nye publiceerde verschillende bundels, waaaronder You and Yours (2005) en 19 Varieties of Gazelle: Poems of the Middle East (2002).

 

 

Blood

  

"A true Arab knows how to catch a fly in his hands,"

my father would say. And he'd prove it,

cupping the buzzer instantly

while the host with the swatter stared.

 

In the spring our palms peeled like snakes.

True Arabs believed watermelon could heal fifty ways.

I changed these to fit the occasion.

 

Years before, a girl knocked,

wanted to see the Arab.

I said we didn't have one.

After that, my father told me who he was,

"Shihab"--"shooting star"--

a good name, borrowed from the sky.

Once I said, "When we die, we give it back?"

He said that's what a true Arab would say.

 

Today the headlines clot in my blood.

A little Palestinian dangles a truck on the front page.

Homeless fig, this tragedy with a terrible root

is too big for us. What flag can we wave?

I wave the flag of stone and seed,

table mat stitched in blue.

 

I call my father, we talk around the news.

It is too much for him,

neither of his two languages can reach it.

I drive into the country to find sheep, cows,

to plead with the air:

Who calls anyone civilized?

Where can the crying heart graze?

What does a true Arab do now?

 

 

 

 

 

NaomiShihabNye
Shihab Nye (St. Louis,12 maart 1952)

 

 

 

 

 

De Amerikaanse schrijver Jack Kerouac werd geboren op 12 maart 1922 in Lowell, in de Amerikaanse staat Massachusetts. Zie ook mijn blog van 12 maart 2007 en ook mijn blog van 12 maart 2008.

 

Uit: On The Road

 

Dean stands in the back, saying, 'God! Yes!' -- and clasping his hands in prayer and sweating. 'Sal, Slim knows time, he knows time.' Slim sits down at the piano and hits two notes, two C's, then two more, then one, then two, and suddenly the big burly bass-player wakes up from a reverie and realizes Slim is playing 'C-Jam Blues' and he slugs in his big forefinger on the string and the big booming beat begins and everybody starts rocking and Slim looks just as sad as ever, and they blow jazz for half an hour, and then Slim goes mad and grabs the bongos and plays tremendous rapid Cubana beats and yells crazy things in Spanish, in Arabic, in Peruvian dialect, in Egyptian, in every language he knows, and he knows innumerable languages. Finally the set is over; each set takes two hours. Slim Gaillard goes and stands against a post, looking sadly over everybody's head as people come to talk to him. A bourbon is slipped into his hand. 'Bourbon-orooni -- thank-you-ovauti ...' Nobody knows where Slim Gaillard is. Dean once had a dream that he was having a baby and his belly was all bloated up blue as he lay on the grass of a California hospital. Under a tree, with a group of colored men, sat Slim Gaillard. Dean turned despairing eyes of a mother to him. Slim said, 'There you go-orooni.' Now Dean approached him, he approached his God; he thought Slim was God; he shuffled and bowed in front of him and asked him to join us. 'Right-orooni,' says Slim; he'll join anybody but won't guarantee to be there with you in spirit. Dean got a table, bought drinks, and sat stiffly in front of Slim. Slim dreamed over his head. Every time Slim said, 'Orooni,' Dean said 'Yes!' I sat there with these two madmen. Nothing happened. To Slim Gaillard the whole world was just one big orooni.'

 

 

 

 

Jack_Kerouac
Jack Kerouac (12 maart 1922 – 21 oktober 1969)

 

 

 

 

 

De Amerikaanse schrijver Edward Albee werd geboren op 12 maart 1928 in Washington DC. Zie ook mijn blog van 12 maart 2007 en ook mijn blog van 12 maart 2008.

 

Uit: Which Theatre Is the Absurd One?

 

„A theatre person of my acquaintance--a man whose judgement must be respected, though more for the infallibility of his intuition than for his reasoning--remarked just the other week, "The Theatre of the Absurd has had it; it's on its way out; it's through."

Now this, on the surface of it, seems to be a pretty funny attitude to be taking toward a theatre movement which has, only in the past couple of years, been impressing itself on the American public consciousness. Or is it? Must we judge that a theatre of such plays as Samuel Beckett's "Krapp's Last Tape," Jean Genet's "The Balcony" (both long, long runners off-Broadway) and Eugene Ionesco's "Rhinoceros"--which, albeit in a hoked-up production, had a substantial season on Broadway--has been judged by the theatre public and found wanting?

And shall we have to assume that The Theatre of the Absurd Repertory Company, currently playing at New York's off-Broadway Cherry Lane Theatre--presenting works by Beckett, Ionesco, Genet, Arrabal, Jack Richardson, Kenneth Koch and myself--being the first such collective representation of the movement in the United States, is also a kind of farewell to the movement? For that matter, just what is The Theatre of the Absurd?

Well, let me come at it obliquely. When I was told, about a year ago, that I was considered a member in good standing of The Theatre of the Absurd I was deeply offended. I was deeply offended because I had never heard the term before and I immediately assumed that it applied to the theatre uptown--Broadway.“

 

 

 

Albee2009
Edward Albee (Washington DC, 12 maart 1928)

 

 

 

 

De Duitse schrijfster Kathrin Schmidt werd geboren op 12 maart 1958 in Gotha. Van 1976 tot 1981 studeerde zij psychologie in Jena, daarna was zij wetenschappelijk assistente in Leipzig en wetenschappelijk medewerkster aan het Institut für Vergleichende Sozialforschung in Berlijn. 1986/87 studeerde zij aan het Literaturinstituut "Johannes R. Becher". Na de val van de muur werd zij redactrice bij het vrouwenblas Ypsilon. Sinds 1994 is zij zelfstandig schrijfster.

 

Uit: Die Gunnar-Lennefsen-Expedition

 

“Josepha Schlupfburgs Faible für Taschenkalender geht weit über jenes Maß hinaus, das sich aus bloßer Erwerbsarbeit ergeben könnte. Du steckst in den Kalender eine Ewigkeit, den du entblätterst bei Kaffee und Bodenfrost, murmelt sie, wenn ihre Nächte unter der Rassel eines vorsintflutlichen (falls der Leser das Wort Sintflut als Synonym für den letzten Krieg gelten zu lassen geneigt ist) Weckers regelmäßig dahinsterben, aller Schlaf einer splittrigen Scheibe Toast zum Opfer fällt und der dicke braune Aufguß der Marke Rondo Melange mindestens dreimal ihre Tasse füllt. In der Küche einer Wohnung übrigens, die Josepha Schlupfburg seit ihrem sechsten Lebensjahr mit ihrer Urgroßmutter Therese teilt, mehr in Freud denn in Leid - und doch durch die Not an Wohnungen gedrungen, seit sie erwachsen ist und gern ein Eigenes hätte, ihren Rhythmus zu finden. Gewohntem ergeben, steht die Druckerin Josepha Schlupfburg auch heute (wie eh und je) mit der fünften Stunde auf, zu der die alte Therese zum ersten Mal zur Toilette zu schlurfen pflegt. Die Außenwand bezeichneter Küche, die den Hintergrund des hier zu schildernden morgendlichen Aufbruchs abgibt, hat Josepha Schlupfburg mit exakt zweiundzwanzig bebilderten Kalendern behängt, deren erster aus dem Jahre ihrer Geburt stammt und wie die der darauffolgenden sechs Jahre von Thereses Hand mit nicht zu vergessenden Terminen, Geburts- und Namenstagen und einer Vielzahl kaum zu entschlüsselnder Zeichen, Kreuzchen und Punkte übersät worden ist. Vom Jahr ihres Schulbeginns an hat dann Josepha die Feder geführt und vermerkt, was zu vermerken ihr wichtig schien. Zu den Weihnachtsfesten brachte sich Therese den Inhabern der Buch- und Schreibwarengeschäfte als treue Kundin in Erinnerung: Sie kaufte Kalender. Die Küchenwand bietet Tier-, Zirkus-, Pferde-, Kunst-, Vogel-, Blumen-, Kirchen- und Frauenkalender, deren monatliche Seiten eine Plastspirale zusammenhält oder Papierleim. Josepha, die sich beim Frühstücken unbeobachtet weiß, hat sich mit den Jahren einen rituellen Spaß daraus gemacht, mittels der ihr innewohnenden magischen und Zeitverschiebungs-Kräfte am jeweils Ersten des Monats durch einen besonderen Klapp-Blick die entsprechende Seite aufzuschlagen.”

 

 

 

 

KarinSchmidt
Kathrin Schmidt (Gotha, 12 maart 1958)

 

 

 

 

 

De Duitse schrijfster Henrike Heiland werd geboren op 12 maart 1975 in Solms. Zie ook mijn blog van 12 maart 2008.

 

Uit: Späte Rache

 

„Der Raum glich einer dieser Zellen in psychiatrischenAnstalten. Zellen, in denen man die Patienten einschließt, dieaggressiv gegen sich und andere sind. Wo die Wände mitweichem Polster verkleidet sind, so dass sich die Patientennicht verletzen können. Aber es war keine Gummizelle, in dieer sie gesperrt hatte. Der Raum war großzügiger als eine Zelle,und auch wenn die Wände gepolstert waren, der Boden warmit einem grauen, fleckigen Teppichboden ausgelegt.Außerdem gab es überall Steckdosen, und die Tür war keineZellentür. Aber auch sie war von innen mit schwerem,weichem Polster verkleidet. Das Schaumstoffpolster an denWänden war schäbig und dreckig.Es war dunkel. Der Raum hatte nur ein einziges Fenster,aber das führte nicht nach draußen. Es führte in einenanderen Raum. Und es war sowieso mit einem schwarzen Tuchabgeklebt, so dass kein Licht hindurchdringen konnte. Nurmanchmal, wenn er die Tür öffnete, kam Licht herein, unddann konnte sie sich etwas umsehen.“

 

 

 

Heiland
Henrike Heiland (Solms, 12 maart 1975)

 

 

 

 

 

De Finse schrijver, dichter, zanger, componist, entertainer en filmmaker Mauri Antero Numminen werd geboren op 12 maart 1940 in Somero. Vanaf 1960 studeerde hij in Helsinki acht jaar lang economie, sociologie, filosofie en Fins. Al tijdens zijn studie verscheen zijn eerste roman Energiasäästäjä (Energiespaarder). Ook nam hij toen al muziek op en draaide hij korte films. In 1970 richtte hij het Uusrahvaanomainen Jatsiorkesteri (Neorustikaal Jazzorkest) op. In hetzelfde jaar verscheen de bundel Kauneimmat runot (De mooiste gedichten). Sindsdien publiceerde hij in onregelmatige afstanden nieuwe bundels, briefwisselingen en romans. Zijn bekendste roman is Tango on intohimoni (Duits: Tango ist meine Leidenschaft, 1998).

 

Uit: Tango ist meine Leidenschaft (Vertaald door Eike Fuhrmann)

 

“Das Glied schwillt an und stört beim Tanzen. Auf dem Land verschwinde ich dann immer gleich nach dem Tanz in den Wald, reiße einen Birkenzweig ab und bestrafe das Glied mit scharfen kleinen Hieben. Die Züchtigung bringt es wieder zur Räson, und ich kann zurück und eine andere Braut auf den Tanzboden holen.
In der Stadt muß ich dazu auf die Toilette, aus der hinteren Hosentasche die spezielle Gliedpeitsche hervorholen und das steife Organ durchhauen. Klar, daß es sich beruhigt. Gewalt ist das einzige Mittel, das Glied schlaff zu kriegen. Obwohl es sich wie zum Trotz in irgendeiner Kurve beim nächsten GehTango schon wieder aufrichtet. Scheint, als kapiert es nicht, was aus so einem Benehmen folgt. Besonders ärgerlich find ich, daß ich, immer wenn das Glied steif wird, gerade mit einer Frau am Tanzen bin. Zu Hause, wenn ich im Gedenken an meine Jugend mit dem Besen tanze, zeigt das Glied nicht die geringste Irritation. Es ist biologisch auf Frauen fixiert. Ich selbst halte viel von Frauen, geistig, aber ich laß mich deswegen doch nicht vom Sinn meines Lebens abbringen”

 

 

 


ma_numminen
M. A. Numminen (Somero, 12 maart 1940)

 

 

 

 

 

De Italiaans schrijver, dichter en politicus Gabriele d'Annunzio werd geboren in Pescara op 12 maart 1863. Zie ook mijn blog van 12 maart 2007 en ook mijn blog van 12 maart 2008.

 

 

THE SOWERS 1

 

The sturdy peasants plod across the field

Leading the oxen, slow and placid-faced;

Behind them smokes the furrow, iron-traced,

And open for the coming season's yield.

Then with a flinging gesture of the hand

The sower casts the grain; the agecl seem

To lift to heaven all their prayers, and dream

Of copious harvests — if the Lord command.

Almost a pious human gratitude

Today honors the Earth. In the faint light

Of dusk the temples of the hills, snow-white,

Arise at vespers, while men lift a crude

Plain chant on high, and there is in their mien

A sacerdotal majesty serene.

 

 

 

 

 

gabriele_d'annunzio
Gabriele d'Annunzio (12 maart 1863 - 1 maart 1938)

 

 

 

 

 

De Nederlandse dichter De Schoolmeester (Gerrit van de Linde) werd geboren op 12 maart 1808 in Rotterdam. Zie ook mijn blog van 12 maart 2007 en ook mijn blog van 12 maart 2008.

 

 

De Dankbare Zoon

 

Ik ben een zeer gelukkig kind,

Wanneer men dit bedenkt:

Mijn vader is mijn beste vrind,

  Die my schier alles schenkt:

Zijn afgedragen zomervest,

Zijn oude broeken, en de rest;

  Maar dat weet Moeders naaister best.

 

Hoe lekker smaakt die boterham,

  Met dat Sint Nikolaas,

Dat mijn mama my brengen kwam

  In plaats van Leidsche kaas.

En och! hoe menig arme man

Zijn zoontjen proeft daar nimmer van;

Daar de ouwe 't niet betalen kan!

 

En daarop noopt my dankbaarheid,

  Reeds op het pad der deugd

(Gelijk mijn vader dikwerf zeit)

  Te wand'len in mijn jeugd:

Altijd den rechten weg te gaan,

En, met mijn Zondags buisjen aan,

Nooit ergens tegen aan te staan.

 

Wanneer Papa uit wandlen gaat,

  Neemt hy ons dikwijls meê

En reciteert soms over straat

 't Sanscitiesch a, b, c:

En, als ik 't hem dan nazeg, ik

Dan lees ik in zijn vaderblik:

"Ik ben ontzachlijk in mijn schik."

 

En daarom is mijn vast besluit,

  O dierbaar ouderpaar -

Dat ik, ofschoon uw jongste guit,

  Uw meekrapkleurig hair

Nooit grijs doe worden voor den tijd,

Noch dat ik door gebrek aan vlijt

Het vaderhart u openrijt.

 

Integendeel, door mijn gedrag

  Hoop ik al meer en meer,

- Als ik het zoo 'reis noemen mag, -

  Te strekken tot uw eer.

Zoo moogt gy eenmaal, oude liên!

Nog in uw jongste telg misschien

Uw evenbeeld gespiegeld zien.

 

Verleden week zag ik een zoon,

  Die zijne grootmama

Behandlen dorst met smaad en hoon,

  De moeder van zijn pa!

Hy zei: haar man, die ouwe paai,

Sprak naamlijk als een schorre kraai....

- Dat stond dien jongen heer niet fraai.

 

 

 

 

Schoolmeester
De Schoolmeester (12 maart 1808 – 27 januari 1858)

 

 

 

 

 

De Duitse dichteres, kunstenares en politiek activiste Helga Goetze werd geboren op 12 maart 1922 in Magdeburg. Zie ook mijn blog van 12 maart 2007.

 

Ich bin das vierte Programm!

 

Ich bin das vierte Programm.

Wer geht da schon ran?

Das erste, das zweite, das dritte -

mehr faßt der Mensch nicht, ich bitte -

wie sollte da noch ein viertes in den Kanal?

Ander Mal!

Ander Mal!

 

Ich bin das vierte Programm!

Der Krimi, die Tagesschau und die Schlagerparade,

die fremden Länder, die Sporte vom Tage.

Und nun noch "life" ein Programm vom DU?

Wie komm ich dazu!

Laß mich in Ruh!

 

Ich bin das vierte Programm!

Hör zu

Fremde Geschichten hast du zu oft gehört,

man hat dich berieselt, man hat dich betört.

Nun stell doch endlich die Apparate aus

und kriech in dich rein in dein eigenes Haus

und empfange mal mich.

Und ich besuche dich!

 

Du meinst, das gibt kein gutes Programm?

Fang doch mal an!

Fang doch mal an!

 

 

 
 
Helga-Goetz
Helga Goetze (12 maart 1922 – 29 januari 2008)

 

 

De Canadese schrijver Irving Layton werd geboren als Israel Pincu Lazarovici op 12 maart 1912 in Tîrgu Neamt, Roemenië. Zie ook mijn blog van 12 maart 2007.

 

 

INSOMNIA

 

After the bath

you lay on the bed

exposing layers

of beautiful washed skin

we both stared at in surprise;

long strands of hair, shiny and damp

under the yellow sunlight,

fell over your shoulders:

they made two exclamation marks

with your stiffened nipples.

 

And gently you fell asleep

at my side;

while I, my sweet, stayed awake

all night

who had your uncovered beauty

to think about,

your nipples troubling me

in the night

like two mysterious asterisks.

 

 

 

layton
Irving Layton 12 maart 1912 – 4 janauri 2006)

 

 

 

 

 

De Franse schrijfster en feministe Françoise d'Eaubonne werd geboren op 12 maart 1920 in Parijs. Haar jeugd werd getekend door de ziekte van haar vader die in de loopgraven van WO I aan mosterfgas was blootgesteld. Toen zij zestien was brak de Spaanse burgeroorlog uit, later gevolgd door WO II. In 1971 behoorde zij tot de oprichters van FHAR, een revolutionaite homobeweging. In 1974 muntte zij in haar boek Le féminisme ou la mort de term ecofeminsme. d'Eaubonne schreef meer dan vijftig boeken : romans, essays, gedichten en science fiction.

 

Uit: An Open Letter to the Pope (1998)

 

Sexocide is the right word because it was a matter of misogyny striking an entire sex under pretext of witchcraft and held responsible for Original Sin, as were the Jews for the death of Christ: a misogyny brought to a head by the writings of the Fathers of the Church as well as by brilliant theologians like Tertullien and Origene. For a long time, amidst the influence of Thomas Aquinas, Jean Chrysostome and Saint Jerome among so many others, the insults and curses of this tradition served to lay the way for this "witch-hunt" which was, above all, a "woman-hunt" more than a hunt for witchcraft itself, because just as the Malleus of Kramer and Sprenger states, "Sorcerers (male witches) are of little consequence."We remind Your Holiness that these two authors were not the fathers, yet the birthers of this bane – the plague of misogyny – the most famous being the Dominican Jakob Sprenger (1436-1496) now recognized by historians as a sexual obsessive on the brink of psycopathology despite his chaste morality.

On the contrary it was the completely corrupt Pope Innocent VIII, whose orgies maintained the anxiety of Sin and the fear of the daughters of Eve, who gave print to this wide call to murder and upheld it. He approved of Sprenger’s choice to elect the term Maleficarum rather than Maleficorum to underline that it was especially a question of pursuing and killing the Evil in women, hardly in male witches. These are well-known historical truths.

The story is even more remarkable when one considers that despite the passage of time, a very convincing case of heresy in regards to this famous manual, prelude to Mein Kampf, has never been exposed.

 

 

 

deaubonne
Françoise d'Eaubonne (12 maart 1920 – 3 augustus 2005)

 

 

 

 

Zie voor onderstaande schrijver ook mijn blog van 12 maart 2007.

 

De Russische dichter Sergej Michalkov werd geboren op 12 maart 1913 in Moskou.