09-03-17

Peter Altenberg, Ed Hoornik, Peter Zantingh, Heere Heeresma, Vita Sackville-West, Josef Weinheber, Taras Sjevtsjenko, Umberto Saba, Agnes Miegel

 

De Oostenrijkse schrijver Peter Altenberg werd geboren op 9 maart 1859 in Wenen. Zie ook alle tags voor Peter Altenberg op dit blog.

Uit: Erinnerung

“Ich verstehe das alles nicht von der Kindheit, von diesem Gegensatze nämlich der Kindertage und der späteren. Das verstehe ich nicht. Denn hierin habe ich doch eine Kontrolle, da ich 49 Jahre alt bin und mit 9 Jahren nach Vöslau kam im Sommer. Der Arzt hatte zu meiner wunderbar schönen überzarten Mama gesagt: »Da Sie also Ihren geliebten Gatten während der Sommermonate nicht in Wien für sich einsam arbeiten lassen wollen, andererseits aber Sie und Ihr Söhnchen sehr zart organisiert sind, so rate ich Ihnen dringend zu Vöslau. Es ist trockene staubfreie Luft, stundenlange Tannenwälder, ein Bad von 22 Grad Réaumur, und ihr geliebter Gatte kann jeden Abend hinausgelangen.« Ich lernte das grünbewachsene Geländer des kleinen Bahnhofes damals fanatisch lieben, die lange eigentlich melancholische Bahnhofstraße mit dem braunen Bache, in welchem Wäsche gewaschen wurde oder Enten ein Bad nahmen, das nur die letzte Vorbereitung war zum Abgestochenwerden. Rechts war die riesige Spinnfabrik. Man wußte nichts von ihr, als daß der Direktor ein persönlicher Freund meines Vaters sei. Man war erstaunt, an einem Landaufenthalt eine große Spinnfabrik anzutreffen, mit Gärten und Blumenbeeten und stark vergittert und schweigsam. Man sah Rauch aus langen dünnen Schloten und dachte nicht weiter nach. Dann kam man zum Bade, wo es nach Linden roch und nach den sonngedörrten Planken, die das Bad umfriedeten. Bänke waren da für die Ausruhenden vom Bade, für die Wartenden und Erwartenden. Die graublaue Quelle kam aus dem Innern der Erde und floß über Kieselgrund. Die Natur bot nirgends eine Pracht und Fülle, aber jede Eiche war bekannt und beliebt auf dem schütteren trockenen Wiesengrunde. Im Walde waren Büsche mit roten Beeren, mit schwarzen Beeren und mit hellgrünen Beeren, und Blumen waren nur zu zählen. Die Tannen würzten an heißen Stellen die Luft. Dem Boden fehlte entschieden Wasser, und die angeschnittenen Tannen gaben Harz von sich, ihren Lebensbalsam. »In drei Jahren müssen sie daran zugrunde gehen«, sagte unser Hofmeister, »aber der Herr Baron wird davon leben.« »Es tut ihnen aber wenigstens nicht weh«, erwiderte ich. – »Weißt du es?!« sagte mein geliebter Hofmeister. Bei der »Waldandacht« begann eigentlich erst für mich die Wildnis. Diese Waldschlucht bis Merkenstein kam mir vor wie unentdeckte Wege zum Viktoria-Nyanza. Ich war erstaunt, daß man keine scharfen Beile benötigte, um sich durch undurchdringliches Gestrüppe einen Weg zu bahnen. Immerhin war es eine Waldschlucht, die sich hinzog ins Unendliche. Der Name »Merkenstein«, dort, wo das Tal endete, war wie der Name »Ewigkeit«. In Vöslau selbst liebte ich alles, alles, jeden Gartenzaun, und die Blicke in die trostlose Ebene, wo das Bahngeleise war.“

 

 
Peter Altenberg (9 maart 1859 – 8 januari 1919)
Cover

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09-03-16

Peter Altenberg, Peter Zantingh, Ed Hoornik, Heere Heeresma, Vita Sackville-West, Josef Weinheber

 

De Oostenrijkse schrijver Peter Altenberg werd geboren op 9 maart 1859 in Wenen. Zie ook alle tags voor Peter Altenberg op dit blog.

Uit: Tulpen

„Cäcilia sagte zu ihm: »Sie, Sie sind wirklich ein zuwiderer Kerl. Erstens nie elegant. Schauen Sie den Beamten an. Zweitens dieser Schnurrbart, so slowakisch. Und dann überhaupt – – – was glauben Sie eigentlich?! Ich kann fliegen auf wen ich will. Und just!«
Als sie sah, dass sie ihn gekränkt hatte, bekam jedoch ihr Antlitz einen Zug von unerhörter Milde.
»Wie Katzen sind wir wirklich,« fühlte sie, »schade, allein wir sind es!«
Er sass da, am Marterpfahl der Seele, wünschte hinweggeschwemmt zu werden in einem Bach von Thränen. Nicht mehr sein, nicht mehr sein! Jedoch man ist, man bleibt!
Er schlief natürlich die ganze Nacht nicht.
Morgens ging er in den grossen Park, welcher eben Mai-Toilette angelegt hatte.
Ein riesiges Blumenbeet leuchtete wie Gluth und Brand, wie Schnee und übertriebene Schminke.
Tulpen! Auf ganz kurzen festen Stengeln, kerzengerade, standen sie da, ziemlich gedrängt, Blumen- Regimenter, unerhört rothe, unerhört weisse im Morgensonnenlichte und ganz oben, als Gipfel des Farbenberges, geflammte, wie Blumen gewordene Fackeln. Sie dufteten gleichsam von Farbe, Farben-Vanille, Farben-Jasmin, erzeugten Migräne durch die Augen. Farbe gewordene Düfte!
Er setzte sich dem Tulpenbeete gegenüber, welches unerhörte Pracht ausströmte, Extrakt von Prächten und welches man, obzwar es einem nicht gehörte, ganz und leidenschaftlich geniessen durfte.
Um das Tulpenbeet herum standen Greise in schwarzen langen Röcken, junge Damen in weissen Kleidern, Kinder und Militär, eine Theater-Elevin und Studenten mit kleinen Heften.
Alle begatteten sich gleichsam mit den Tulpen, genossen sie ohne Rest, sogen sie ein in sich, berauschten sich, vergassen an die Pflichten und versanken – – –.
Eine Bonne sagte: »Des tulipes, mes enfants –.« Damit war alles gesagt.
Die Theater-Elevin jedoch machte ein verklärtes Gesicht. Denn es gehörte zu ihrem Berufe.
Er aber sass da, ausgepumpt, genussunfähig, direktement greisenhaft, hatte Kopfschmerzen, fühlte:
»Die Hand ausstrecken – – – eins! Deinen Hals fassen – – – zwei! Zupressen – – – drei!« Dann dachte er: »Verlegt Ihr uns vielleicht nicht die Athemwege?! Nun also! Tulpen darf man lieben.“

 

 
Peter Altenberg (9 maart 1859 – 8 januari 1919)
Als beeld in Cafe Central, Wenen

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02-02-16

Lichtmess (Josef Weinheber)

 

Bij Maria Lichtmis

 


Presentatie in de tempel door Jan van Scorel, ca 1530

 

Lichtmess

Der Tag weht grau herauf.
Der Schnee vor meinem Fenster
liegt meterhoch zuhauf.

Und heute wird es wieder schnein,
und frieren tut es Stein und Bein —
Ich steh gleich gar nicht auf.

Was braut im nahen Tann?
Es will ein Licht sich rühren,
daß man es spüren kann.
Es wächst der Tag, so kindeljung,
schon gar um einen Hirschensprung —
Ich zieh mich hurtig an.

Will schauen, wie ichs mach.
Zu Lichtmeß Schnee und Finster,
das ist die rechte Sach.
Heraus den Schlitten — Jörg, spann ein,
die Wachsstöck leg mir hinterdrein,
fein unters Wagendach.

Und der da ist der größt.
Und gegen Blitz und Hagel
entzündt, das allerbest.
Mit dem geh ich ums Immenhaus,
und der treibt Sucht und Fieber aus —
So bin ich wohlgetröst.

In Gottes Namen denn!
Du liebe Sonne, scheine,
du gutes Lichtel, brenn!
Steig an und geh mit mildem Schein
ins Jahr, ins dunkle Herz hinein,
daß ich das Heil erkenn.

 

 

 
Josef Weinheber (9 maart 1892 - 8 april 1945)
Wenen. Josef Weinheber werd in Wenen geboren.

 


Zie voor de schrijvers van de 2e februari ook mijn vorige blog van vandaag.

19:00 Gepost door Romenu in Literatuur | Permalink | Commentaren (0) | Tags: maria lichtmis, josef weinheber, romenu |  Facebook |

09-03-15

Josef Weinheber

 

De Oostenrijkse dichter, schrijver en essayist Josef Weinheber werd geboren op 9 maart 1892 in Wenen als zoon van een slager en een naaister. Na de scheiding van zijn ouders verbleef hij van 1901 tot 1909 in een weeshuis. Voor hij met schrijven begon werkte hij als dagloner, en van 1911 tot 1918 bij de post. Vanaf 1919 verschenen bijdragen van hem in het satirische tijdschrift “Die Muskete”. In 1918 verliet hij de Rooms-Katholieke Kerk, en in 1927 werd hij protestants. In 1920 verscheen zijn eerste bundel poëzie "Der einsame Mensch". Weinheber stond vooral onder de literaire invloed van Rainer Maria Rilke, Anton Wildgans en Karl Kraus. Hij stond op vriendschappelijke voet met zijn collega-schrijvers Mirko Jelusich en Robert Hohlbaum. Van 1931 tot 1933 en vanaf 1944 was Weinheber was lid van de nazi-partij. Met de publicatie van zijn bundel gedichten "Adel und Untergang” werd hij een van de meest vooraanstaande dichters van zijn tijd. Vooral bewonderd werd de bundel "Wien wörtlich" die gedeeltelijk in Weens dialect werd geschreven. Maar de uit veertig odes bestaande cyclus 'Zwischen Göttern und Dämonen”uit 1938 wordt beschouwd als zijn poëtische meesterwerk. Ten prooi gevallen aan alcohol tijdens de latere gebeurtenissen van WO II, pleegde hij zelfmoord door het nemen van een overdosis morfine ten tijde van de opmars van het Rode Leger. Hij werd begraven in het dorp Kirchstetten, waar hij woonde vanaf 1936. Een deel van zijn huis, gelegen aan Josef Weinheber-Strasse, is bewaard gebleven als museum ter zijner ere. De Engels dichter W. H. Auden, die van 1958 tot 1973 zijn zomers doorbracht in Kirchstetten uit 1958 schreef een ontroerend gedicht over Weinheber genaamd "Josef Weinheber." Auden erkent Weinhebers steun aan het nazisme, maar registreert ook zijn antwoord op nazi-minister van propaganda Joseph Goebbels 'aanbod om de Oostenrijkse cultuur verrijken: "in Ruah Lossen" (laat ons met rust).


Wassermann

So du, o Christ, geboren bist
im Zeichen des, der Wasser gießt,
lauf nicht zu geil dem Neuen zu,
mit Schwärmen nicht dein Herz vertu!
Zuviel des Denkens, das ist meist
gefährlich dem gesunden Geist.
Den Amethyst trag überm Bauch,
tilgt flinken Hirnes Rausch und Rauch.
Was sonsten noch? Im Hornung trink
fest Würzwein und das Tanzbein schwing!

 


März

Die Wälder brausen nah und fern.
Die Erde riecht, es regnet gern.
Windröschen stehn im apern Grund,
an Kunigund wirds warm von unt.
Die Kranich ziehn, bald blüht der Schleh:
Um Benedikt den Hafer säe!
Den Hering iß zu Okuli,
das Licht zur Gleiche löscht Marie,
sie kommt und richt' die Reben auf,
nimmt auch den leichten Frost in Kauf;
und ist getan, was nötig war,
so gebe Gott ein gutes Jahr!

 


Bauer

Wir Bauern sind aus hartem Holz,
im Reden schwer, im Werken stolz.
Wir haben Weib und Kind und Knecht,
und Sonntags ist ein Spaß uns recht.
Wir geben euch das Brot, den Wein,
und unsre Söhne obendrein,
und unsrer Töchter Liebeskraft,
daß nimmer das Geschlecht erschlafft,
daß sich sein Kern, sein Glück und Glut
erweise im gesunden Blut.

Wir hangen zäh am alten Brauch,
ziehn Zauber auch aus Kraut und Lauch,
wir von dem Ahn zum Enkel hin
auf eignem Grund seit Anbeginn.
Nicht minder als die Herren Herr,
wenn Herr nicht unser Herrgott wär.
Der Erde treu mit treuer Hand,
und unvergänglich wie das Land:
Stürzt Babylon verwirrt zuhauf —
Wir bauen Korn und Rebe drauf.

 

 
Josef Weinheber (9 maart 1892 - 8 april 1945)
Borstbeeld in Wenen

19:05 Gepost door Romenu in Literatuur | Permalink | Commentaren (0) | Tags: josef weinheber, romenu |  Facebook |