21-06-14

Jean-Paul Sartre, Machado de Assis, Georg Lentz, Chitra Gajadin, Helmut Heißenbüttel, Françoise Sagan

 

De Franse schrijver Jean Paul Sartre werd geboren op 21 juni 1905 in Parijs. Zie ook alle tags voor Jean-Paul Sartre op dit blog.

Uit: Nausea (Vertaald door Robert Baldick)

“I jump up: it would be much better if I could only stop thinking. Thoughts are the dullest things. Duller than flesh. They stretch out and there's no end to them and they leave a funny taste in the mouth. Then there are words, inside the thoughts, unfinished words, a sketchy sentence which constantly returns: "I have to fi. . . I ex. . . Dead . . . M. de Roll is dead . . . I am not ... I ex. . ." It goes, it goes . . . and there's no end to it. It's worse than the rest because I feel responsible and have complicity in it. For example, this sort of painful rumination: I exist, I am the one who keeps it up. I. The body lives by itself once it has begun. But though I am the one who continues it, unrolls it. I exist. How serpentine is this feeling of existing, I unwind it, slowly. ... If I could keep myself from thinking! I try, and succeed: my head seems to fill with smoke . . . and then it starts again: "Smoke . . . not to think . . . don't want to think ... I think I don't want to think. I mustn't think that I don't want to think. Because that's still a thought." Will there never be an end to it?
My thought is me: that's why I can't stop. I exist because I think . . . and I can't stop myself from thinking. At this very moment, it's frightful, if I exist, it is because I am horrified at existing. I am the one who pulls myself from the nothingness to which I aspire: the hatred, the disgust of existing, there are as many ways to make myself exist, to thrust myself into existence. Thoughts are born at the back of me, like sudden giddiness, I feel them being born behind my head ... if I yield, they're going to come round in front of me, between my eyes, and I always yield, the thought grows and grows and there it is, immense, filling me completely and renewing my existence.”

 

 
Jean-Paul Sartre (21 juni 1905 - 15 april 1980)
Portret op een muur in Saint-Romain-au-Mont-d'Or

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21-06-12

Robert Menasse, Jean-Paul Sartre, Machado de Assis, Chitra Gajadin, Helmut Heißenbüttel

 

De Oostenrijkse schrijver Robert Menasse werd geboren op 21 juni 1954 in Wenen. Zie ook alle tags voor Robert Menasse op dit blog.

 

Uit: Permanente Revolution der Begriffe

 

“Aus diesem Grund gilt in der Arbeitstheorie nicht die Zeit, die man für eine Arbeit benötigt hat, sondern nur die dafür »gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit« als Arbeitszeit.

Was natürlich heißt, dass die vielen Stunden, die ich nun gearbeitet habe, ohne dass sie gesellschaftlich notwendigwaren, keine Arbeit darstellen. Wenn dieser Text im Netz erscheint,

werden spätestens jetzt, also nur wenige Minuten nach Beginn der Lektüre, die ersten Poster erste Posting-Sätze mit einer Leichtigkeit, die sich von selbst versteht, schreiben können, etwa »Richtig: Menasse gesellschaftlich nicht notwendig!« und dergleichen. Und sie werden in ihrem glücklichen Hohn natürlich nicht begreifen, dass sie sich selbst dabei verhöhnen, weil sie damit hinausposten in

die Welt, dass sie selbst nur ihre eigene verblödende Fronarbeit in braver Unterwürfigkeit unter dieMarktgesetze für gesellschaftlich notwendnotwendig halten, also ihre Unfreiheit, und dass sie, wie schon oft beschrieben, aber von ihnen nicht gelesen, die freiwillige Zustimmung zu ihrer Unfreiheit mit

Freiheit verwechseln. Oder es wird ein katholischer Pater aus einem berühmten österreichischen Stift, also ein Prediger der Liebesreligion, wieder einmal einen hasserfüllten Leserbrief schreiben, weil ich seine Schäfchen verwirre, statt sie, so wie er, zu scheren. Oder es wird ein berühmter Anwalt mit einer noblen Anwaltsadresse in Wien seine Sekretärin zum Diktat rufen und ohne Umschweife in wenigen

Sekunden, die Fingerkuppen seiner Hände bedächtig aneinandergelegt, die Formulierung finden, dass er sich in der von ihm abonnierten Zeitung Artikel von mir verbiete, und die Sekretärin wird das tippen, ohne seine unfreiwillig komische Formulierung (»sich« kann er ja »verbieten«,was er will, ohne einen Leserbrief zu schreiben) zu korrigieren, weil er hat es so gesagt und dann hat er es auch unterschrieben, er hat ja sehr viel zu unterschreiben, derHerr Doktor, er ist ja geradezu ein Unterschriftsteller. Es werden also nur wegen meiner vielen Stunden des Nicht-Schreibens viele

Sätze produziert werden – und auch hier: weit und breit niemand, der gearbeitet hat. Mit einer einzigen Ausnahme.”

 

 

Robert Menasse (Wenen, 21 juni 1954)

 

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21-06-11

Robert Menasse, Jean-Paul Sartre, Machado de Assis, Chitra Gajadin, Helmut Heißenbüttel

 

De Oostenrijkse schrijver Robert Menasse werd geboren op 21 juni 1954 in Wenen. Zie ook mijn blog van 21 juni 2007 en ook mijn blog van 21 juni 2008 en ook mijn blog van 21 uni 2009.

 

Uit: Permanente Revolution der Begriffe

 

“Arbeit ist ein Verhängnis.

Diesen ersten Satz, der noch nicht unbedingt etwas bedeutenmuss, brauchte ich aus zwei Gründen: erstens, weil man immer einen ersten Satz braucht, und zweitens, weil ich seit Stunden einen zweiten Satz habe, der aber leider nicht als erster Satz taugt. Ich brauchte also nicht nur wie immer einen

ersten Satz, was schon kompliziert genug ist, sondern einen, der zu einem ganz bestimmten zweiten Satz hinführt.

Nun führt allerdings jeder erste Satz zum zweiten Satz, zumindest erscheint uns das imNormalfall so, aber ich glaube mit einigem Recht vermuten zu dürfen, dass Sie sich noch nie mit der Frage auseinandergesetzt haben, was es bedeutet, die Arbeitslogik auf den Kopf stellen zu müssen: also

einen ersten Satz zu finden, der dem zweiten so entspringt, dass er ihm vorangestellt werden kann, auf eineWeise, dass Sie dann glauben, dass es der zweite ist, der logisch dem ersten entspringt.

Ich habe – wie gesagt – Stunden damit zugebracht, Arbeitsstunden, nach denen ich aber kein Arbeitsprodukt vorweisen konnte.

Ist das korrekt? Kann man all die Stunden als Arbeitsstunden bezeichnen, in denen nicht einmal das Produkt »erster Satz« hergestellt wurde? Man kann diese Stunden zweifellos imvordergründigen Sinnemeines ersten Satzes als »Verhängnis « bezeichnen, aber nicht als Arbeit.Warum? Nicht deshalb, weil nichts produziert wurde, sondern deshalb, weil man diese Stunden nicht einrechnen kann in die Zeit, die es im gesellschaftlichen Durchschnitt braucht, einen Satz zu schreiben oder schreiben zu lassen, der einigermaßen im Kontext von Ort, Zeit und Anlass funktioniert. Kein Mensch, der eine wichtige und richtige Arbeit hat, kann es sich leisten, einen halben Tag mit nichts anderem zuzubringen als damit, keinen ersten Satz zu schreiben, nur deshalb, weil er eingeladen wurde, »ein paar Worte zu sagen«.

 

 

Robert Menasse (Wenen, 21 juni 1954)

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