17-06-17

Peter Rosei, Kamel Daoud, Gail Jones, Ron Padgett, Ward Ruyslinck, Adriaan van der Hoop jr, Hanna Johansen, Max Dendermonde

 

De Oostenrijkse dichter en schrijver Peter Rosei werd geboren op 17 juni 1946 in Wenen. Zie ook mijn blog van 17 juni 2009 en eveneens alle tags voor Peter Rosei op dit blog.

Uit: Die Globalisten

“Was soll ich Ihnen schon sagen? Ich bin ja nur ein kleines, ein winziges Schräubchen im Getriebe. Ich will das gar nicht verschweigen, o nein! Aber auch so kann man eine schöne Stange Geld verdienen und sein Glück machen, nicht wahr?« Der etwas stockige, untersetzte Mann musterte sein Gegenüber. »Wir versuchen doch alle nur, auf der goldenen Kugel zu tanzen, ganz egal, wie und wohin sie rollt«, sprach er rasch weiter, und dann hob er neuerlich den Blick, den er für einen Moment zu seinen auf dem Tisch liegenden Händen gesenkt gehabt hatte. »Haben Sie Kinder?«, fragte er unvermittelt. »Das ist doch nicht Ihr Ernst, Herr Weill!«, rief sein Gegenüber da aus, ein noch jugendlich wirkender, schwarzhaariger, elastischer Mensch, der in einem guten, blauen Tuchanzug steckte und bisher stillgehalten hatte: »Wollen Sie mich verarschen?!« Er brachte die Worte mit hartem, slawischem Akzent vor. »Aber nein!«, beteuerte darauf der so Angesprochene, sein feistes Gesicht lief jetzt noch mehr an, es war ohnehin schon von roten Flecken übersät gewesen — und dann brach er in ein leutseliges, ja in ein gutmütig breites Lachen aus. »Es geht doch nicht um uns, keineswegs«, meinte er, die Stimme dämpfend, in jener Tonart, die dem Flüstern näher ist als der normalen Stimmlage, der Kellner im Hintergrund hatte, die über den Arm gelegte Serviette zurechtrückend, wegen des lauten Gelächters schon missbilligend herübergeschaut: »Das Spielchen dreht sich doch nicht um uns! Worum dreht sich's denn, na? — Um die Zukunft natürlich, um diese wunderschöne Fee!«
Die Szene spielte im CaM IMPERIAL in Wien, in jenem prächtig inszenierten Raum, der auf die Ringstraße hinausgeht, die beiden Herren saßen auf der gepolsterten Bank, die an der Wand entlangführt und mit kleinen Marmortischen bestückt ist. Gerade oberhalb der Herren und ihrer Köpfe hing eine märchenhaft aufgefasste Alpenlandschaft in schwerer Goldrahmung, auf dem Tischchen vor ihnen standen Tassen samt halb vollen Wassergläsern, die Sonne schien hell durch die großen Fenster, der im Hintergrund postierte Kellner hatte sich beflissen am Kuchenbüfett zu schaffen gemacht. Nur wenig Leute da! Wenig Kundschaft! — Es ist ja auch erst elf Uhr, dachte Weill, sein Blick hatte dabei seine Armbanduhr kurz gestreift. Jetzt sitze ich schon eine geschlagene Stunde mit dem Trottel herum, und nichts geht weiter. »Wissen Sie was? Ich will Ihnen etwas erzählen. — Es war einmal ein kleiner Junge«, hob er an und unterdrückte dabei mit forscher Miene jeden etwa aufkeimenden Protest, »die Familie stammte aus einem abgelegenen Nest in der Westschweiz her, wo sie sich seit Generationen mehr schlecht als recht mit dem Uhrmachen durchgebracht hatte.“

 
Peter Rosei (Wenen, 17 juni 1946)

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17-06-16

Peter Rosei, Kamel Daoud, Gail Jones, Ward Ruyslinck, Adriaan van der Hoop jr, Hanna Johansen, Max Dendermonde

 

De Oostenrijkse dichter en schrijver Peter Rosei werd geboren op 17 juni 1946 in Wenen. Zie ook mijn blog van 17 juni 2009 en eveneens alle tags voor Peter Rosei op dit blog.

Uit: Das große Töten

„Nachdem er diesen Schriftzug eingehend studiert hatte, als enthalte der in seiner Lakonie irgendeine verborgene oder verklausulierte Nebenbedeutung, eine Botschaft, die sich vielleicht gerade an den Betrachter jetzt richtete, senkte der Mann langsam den Kopf, so als bedenke er, was er gesehen, ging er aus der Küche, in der er gesessen war, in die anliegende Kammer hinaus und betrachtete sich im Spiegel, der da über dem Waschtisch hing: Ja - ohne Zweifel: Er sah dem Vater ähnlich!
Warum schaute er das Photo nur so gern an? Waren das nicht Dummheiten?
Langsam ging der Mann jetzt wieder in den anderen Raum, in die weiß möblierte und mit einem Kohlenherd ausgestattete Küche, und setzte sich neuerlich an den Tisch. Er überrechnete, das Bild wieder zur Hand nehmend, wie lang die Aufnahme jetzt zurücklag.
Dreißig, fünfunddreißig Jahre?
Eine kleine Weile studierte der Mann den lose fallenden Uniformrock des Vaters. - War es ein Mantel? In der Mitte war ein großer, runder Knopf, der den Kragen zusammenhielt.
Das Photo war wohl im Herbst oder Spätherbst aufgenommen. Als der Mann von draußen, vom Hof her, eine Tür, die Eingangstür gehen hörte, hängte er das Photo, das er so ausführlich betrachtet hatte, rasch an den Nagel an der Küchenwand: Dort hing das Bild alle Tage.
"Hallo, Franz!" sagte die Frau, die jetzt geschäftig in die Küche trat.
"Hallo, Mama!" sagte er, ohne indes vom Tisch aufzuschauen oder sich sonstwie freundlich zu zeigen. Die Mutter ging, ihr schwarzes Kopftuch abbindend, an den großen Kühlschrank, nahm eine Flasche Bier heraus, machte sie auf und stellte sie vor ihren Sohn hin.
"Bist frei heute?" fragte die Frau.
"Was dagegen?!" antwortete der.“

 

 
Peter Rosei (Wenen, 17 juni 1946)

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17-06-14

Peter Rosei, Gail Jones, Ward Ruyslinck, Hanna Johansen, Max Dendermonde, James Weldon Johnson

 

De Oostenrijkse dichter en schrijver Peter Rosei werd geboren op 17 juni 1946 in Wenen. Zie ook mijn blog van 17 juni 2009 en eveneens alle tags voor Peter Rosei op dit blog.

Uit: Madame Stern

„Sie haben also auch Kinder?“
„Eins. Unsere kleine Sophie.“ Die Frau Doktor sagte es in liebevollem Ton und mit fürsorglichem Nachdruck.
„Wir haben auch ein Mäderl, meine Frau und ich!“ Niki Schestak brachte es herzig heraus.
„Wie alt ist sie denn?“
Man saß im Café Mozart, Schestak hatte den Treffpunkt vorgeschlagen: „Dann können wir zum Essen gleich ins Sacher hinübergehen.“
„Ob ich so lang Zeit haben werde?“, hatte die Frau Doktor Stern darauf gesagt.
Sie saßen in einer der komfortablen Nischen, in einer etwas entlegeneren Ecke, und hatten den Saal vor sich. Mäßig besetzt. Wie üblich ein paar Japaner, eine Reisegruppe, mit ihren unvermeidlichen Sonnenhüten auf den Köpfen, leise miteinander schnatternd. Einige Zeitung lesende ältere Herrschaften, bequem in die Polster zurückgelehnt, ihre Morgenmelange vor sich.
„Ein schöner Tag heute.“
„Ein wunderbarer Tag!“
„Um diese Jahreszeit ist Wien doch am schönsten.“
Schestak hatte Frau Doktor Stern zu dieser Aussprache gebeten. Nach einigem Hin und Her mit dem Terminkalender hatte sie doch eingewilligt.
Die leichteste, die am besten abgesicherte Route führt über die Familie: Haben Sie Kinder? Wie viele? Wie reizend! Und die Masern? Was macht denn Ihr Mann? Dazu Anmerkungen übers Wetter, über die Jahreszeit, übers Essen eingestreut. Vielleicht speist sie gern fein? Oder was Kulturelles? Ins Kunsthistorische vielleicht? Sport war für Frauen für gewöhnlich wenig zielführend.
„Und was macht Ihr Mann, wenn ich fragen darf?“, fragte Schestak, sich dabei ein wenig vorbeugend.
Frau Doktor Stern zog die Augenbrauen in die Höhe, gerade so, als hätte ihr der Magister mit dieser Frage einen Antrag gemacht. Mein Gott! Was die sich ziert! Trampel. Sie antwortete knapp: „Er arbeitet bei der Sachwalterschaft.“

 

 
Peter Rosei (Wenen, 17 juni 1946)

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17-06-11

Hanna Johansen, Henry Lawson, Ferdinand Freiligrath, Henrik Wergeland, John Hersey, Felix Hartlaub, Ossip Schubin

 

De Zwitserse schrijfster Hanna Johansen (eig. Hanna Margarete Meyer) werd geboren op 17 juni 1939 in Bremen. Zie ook mijn blog van 17 juni 2009

 

Uit: Lena

 

Um vier will sie hiersein.

Mit dem Zug, sagt sie. Nicht daß sie kein Auto hätte. Autos sind zum Fahren da, sage ich. Ach, Lena, sagt sie. Sie weiß, daß ich alles über die Klimaveränderung weiß, und ist so lieb, mich nicht daran zu

erinnern. Wie spät? Noch nicht mal eins, Zeit genug, den Tisch zu decken. Hier vorne in der Veranda, wo sie so gern sitzt und auf die Straße sieht. Zwetschgenkuchen hat sie sich wieder gewünscht,

wenn's geht, hat sie gesagt, und Zwetschgenkuchen geht heutzutage sogar im November. Daß sie ausgerechnet am zwölften kommen will, wundert mich. Ich glaube, sie weiß gar nicht, daß das Ludwigs Geburtstag ist.

Ich habe es ihr jedenfalls nie gesagt. Nicht mal fünfundneunzig, als sie bei mir gewohnt hat. Ein ganzes Jahr mit Phia, das habe ich mir oft gewünscht. Und es ist so schön gewesen. In dem Jahr habe ich mir überlegt, ob ich sie mitnehmen sollte auf den Friedhof, weil es sein Sechzigster war. Mein kleiner Bruder, mit achtundvierzig. Er ist immerhin ihr Onkel. Aber wir hätten damit rechnen müssen, seiner Witwe in die Arme zu laufen, und das wollte ich ihr ersparen. Schließlich weiß sie nichts über all die Vorwürfe, die in der Luft liegen, und was soll ich sie damit belasten. Habe ich gedacht. Vielleicht war das falsch. Wir müssen darüber reden, wenn sie kommt.

Kalt war es heute, so früh am Morgen. Aber ich friere nicht nur morgens, und der Friedhof ist immer windig, im November erst recht, wenn das ganze Laub schon unten ist. Früher hat mir diese Jahreszeit gefallen, aber jetzt wird es glatt mit all den nassen Blättern. Ich gehe trotzdem zu Fuß. Lächerlich käme ich mir vor, in einem Taxi. So viele Krähen wie heute morgen sind sonst nie dagewesen. Krähen wie früher, wenn ich den langen Weg auf der Heerstraße in die Schule gegangen bin. Und genauso laut. Oben in den Eichen hatten sie ihre Nester. Erst in der vierten Klasse habe ich keine Angst mehr gehabt vor ihnen.“

 

 

Hanna Johansen (Bremen, 17 juni 1939)

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17-06-09

Peter Rosei, Gail Jones, Ward Ruyslinck, Max Dendermonde, Hanna Johansen, John Hersey, Henry Lawson, Ferdinand Freiligrath, Felix Hartlaub, Ossip Schubin, Henrik Wergeland


De Oostenrijkse dichter en schrijver Peter Rosei werd geboren op 17 juni 1946 in Wenen. Zie ook mijn blog van 17 juni 2006 en mijn blog van 17 juni 2007  en ook mijn blog van 17 juni 2008.

 

Uit: Verzauberung

 

“Zu zweit ist es natürlich ein bißchen eng hier.

Ich schaue zu meiner Freundin hinüber: Sie sitzt lässig vor dem Tisch und schenkt sich gerade ein Bier ein. Ich gehe zum Schrank hinüber und öffne die beiden Flügel der Schranktür.

Der Vorleger mit seiner schiefen Ecke.

Die Freundin beugt sich vor, sitzt jetzt, die Beine überschlagen, auf unserem Sessel, sie bückt sich zu ihren Zehen hinunter und begutachtet sie. Die Zehen sind rot lackiert.

Auf dem Tisch stehen in einer Vase Blumen.

Ich stehe, an die Wand gelehnt, entspannt und großmächtig da.

Vom Schrank her rinnt ein rotes Farbrinnsal gegen die Mitte des Zimmers. Dort muß der Boden ein bißchen tiefer sein als an den Rändern.

Aus dem Kasten dringt schrecklicher Gestank.

Ich kann's gleich zugeben: Wir haben die Leiche des Königs in den Kasten gestopft, und das tote Königsfleisch stinkt jetzt ganz jämmerlich. Es verstinkt uns die ganze Bude.

Meine Freundin tut Milchflaschen ins Netz, sie will einkaufen gehen. Aber ich kann sie nur warnen: Ich deute aus dem Fenster. Draußen -

»Das ist ja lebensgefährlich«, sage ich.

»Da hast du recht«, sagt die Feundin.

Ich versuche, die schwankende Bühnendekoration zu stützen. Mit den Händen. Die Freundin hat die Milchflaschen wieder neben den Ausguß gestellt.

Ich hole meine Schuhe unter dem Bett hervor und versuche, sie zu putzen. Ich spucke auf die Kappen, um sie blank zu kriegen. Ein kleines Tier, ein kleines, kluges Tier, steht, zwischen meiner Freundin und mir, auf den Hinterläufen aufgerichtet auf dem Tisch. Wir sind in irgendeiner Wirtschaft.

Aber da liege ich schon auf dem Fußboden und starre zur Lampe hinauf. Meine Freundin rührt in einer runden Schüssel den Gips an.

Das kleine Tier, Wiesel oder Ratte, steht auf dem Tisch, ich kann es aus den Augenwinkeln gerade noch ausnehmen.

Die Freundin kommt auf allen Vieren auf mich gekrochen, sie schiebt die Schüssel mit dem Gips vor sich her.

Auf der Straße draußen entfernt sich mein Bekannter.”

 

 

 

 

 

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Peter Rosei (Wenen, 17 juni 1946)

 

 

 

 

 

De Australische schrijfster Gail Jones werd geboren op 17 juni 1950 in Harvey. Gail Jones publiceert korte verhalen en romans. Ze doceert literatuur aan de Universiteit van West-Australië. Voor haar literaire werk werd zij al diverse keren bekroond.

 

Uit: Sorry

 

„A whisper: sssshh. The thinnest vehicle of breath.

This is a story that can only be told in a whisper.

There is a hush to difficult forms of knowing, an abashment, a sorrow, an inclination towards silence. My throat is misshapen with all it now carries. My heart is a sour, indolent fruit. I think the muzzle of time has made me thus, has deformed my mouth, my voice, my wanting to say. At first there was just this single image: her dress, the particular blue of hydrangeas, spattered with the purple of my father's blood. She rose up from the floor into this lucid figure, unseemly, but oh! vivacious with gore. I remember I clung to her, that we were alert and knowing. There might have been a snake in the house, for all our watchful attention.

'Don't tell them,' she said. That was all: Don't tell them.

Her eyes held my face, a fleck in watery darkness. Then we both wept; she washed me away. And when for comfort we held hands, overlapping as girls do, in riddled ways, in secret understandings and unspoken allegiances, the sticky stuff of my father's life bound us like sisters. Outside, at the screen door, our kelpie scratched and whimpered, demanding admittance. Mary and I ignored him. The scale and meaning to do things at that moment was obdurately human.“

 

 

 

 

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Gail Jones (Harvey, 17 juni 1950)

 

 

 

 

De Vlaamse schrijver Ward Ruyslinck (pseudoniem van Raymond Charles Marie De Belser) werd geboren in Berchem op 17 juni 1929. Zie ook mijn blog van 17 juni 2006 en eveneens mijn blog van 17 juni 2007 en ook mijn blog van 17 juni 2008.

 

Uit: Engagement of escapisme? (Interview met Fernand Auwera, 1985)

 

In ons vorig gesprek vreesde je reeds een verontrustende verschuiving naar het totalitarisme. Dat is nu in zoverre realiteit dat ik me afvraag of we nog wel echt kunnen spreken van ‘democratie’. Behoort dat woord reeds niet tot ‘newspeak’?

 

In ons vorig gesprek heb ik, naar aanleiding van een gelijkaardige vraag, de klacht van Goethe's Faust aangehaald: ‘Ich finde nicht die Spur von einem Geist und alles ist Dressur.’ Die constatering geldt ook vandaag nog, misschien meer dan ooit. Ons democratisch bestel is, net als om het even welk totalitair regime, gedegenereerd tot een vulgaire dressuur waaraan de geestelijke waarden, voor zover ze erkend worden, ondergeschikt zijn. Ook de artistieke expressie wordt van bovenaf gemanipuleerd, geconsacreerd of verworpen, hoe dan ook op een ongenuanceerde wijze geëtiketteerd. Het verschil met totalitaire regimes is dat wij weliswaar mogen zeggen en schrijven wat we willen, maar dat er niet naar ons wordt geluisterd. Ik zou dat liever geen ‘newspeak’ noemen - het klimaat van Orwells samenleving is goddank (nog) niet te vergelijken met het klimaat van de onze - maar veeleer ‘deafspeak’, praatjes voor dovemansoren.“

 

 

 

 

 

ruyslinck
Ward Ruyslinck (Berchem, 17 juni 1929)

 

 

 

 

 

 

De Nederlandse dichter en schrijver Max Dendermonde (pseudoniem van Hendrik Hazelhoff) werd geboren op 17 juni 1919 in Winschoten. Zie ook mijn blog van 17 juni 2006 en mijn blog van 17 juni 2007 en ook mijn blog van 17 juni 2008.

 

 

 

Liefde

 

De dingen hebben soms eenzelfde naam:

Een lichte kus, elkaar verwilderd bijten,

Zacht mokken, blindelings met huisraad smijten,

Vreemd, het valt alles onder liefde saam.

 

Wie liefheeft en daar langzaam aan gewent,

Ontdekt verbijsterd achter maan en rozen

Het kleine tijdperk van twee tomelozen,

Waar men om de beurten tart en temt.

 

Eerst zacht van zin, later snel uitgestoeid,

Elkander prikkelen, dan ronduit haten,

En ouder wordend: zacht weer, en vermoeid.

 

Zò gaat het ons, misschien in milder mate…

Twee slingerplanten in één wilde groei,

Die ondanks alles elkaar niet verlaten.

 

 

 

 

 

Het beeldje

 

Het beeldje, zwevend op een teen,

hield strak een pijl tussen de boog,

en zocht fe richting scheef omhoog.

Het gips, dat enkel glimlach scheen,

was weggebrokkeld rond zijn oog.

 

En ’s ochtends traag langs het gazon,

kwam steeds de freule door de laan.

Een pekinees sprong voor haar aan,

kort hijgend tot hij bloemen vond,

want daar bleef ook de dame staan.

 

Zij bond dan bloemen tot een krans

en wond die teer om Amors haar;

blij brak het rag van boog tot snaar.

Het beeldje, levend in zijn dans,

richtte zijn pijl en wondde haar.

 

Maar sinds het late zomer was,

kwam slechts de hond langs het gazon.

En Amor, die geen doel meer vond,

wierp pijl en boog weg in het gras

en viel in brokjes op de grond...

 

 

 

 

 

 

dendermonde
Max Dendermonde (17 juni 1919 – 24 maart 2004)

 

 

 

 

 

De Zwitserse schrijfster Hanna Johansen (eig. Hanna Margarete Meyer) werd geboren op 17 juni 1939 in Bremen. Zij studeerde oude talen, germanistiek en pedagogie aan de universiteiten van Marburg en Göttingen. In 1972 trok zij met haar toenmalige echtgenoot, de schrijver Adolf Muschg, nach Kilchberg bij Zürich, waar zij nu nog woont. Johansen begon als vertaalster van Amerikaanse avantgarde auteurs. In 1978 debuteerde zij met de roman Die stehende Uhr.

 

Uit: Die Schöne am untern Bildrand

 

"Das Photo war auf dem Flur an unserer Pinnwand festgemacht, wo es sich neben Belanglosigkeiten und anerkannten Marksteinen unserer Familiengeschichte fand, und zwar so, dass seine untere Hälfte verdeckt war, solange man nicht die obere Ecke unseres alljährlichen Gartenkalenders beiseiteschob. Es hatte nur noch wenige Farben, und nicht die schönsten. Ich sitze in der Mitte zwischen zwei strahlenden Vettern an einem Tisch und strecke dem Photographen strahlend das Glas entgegen. Mein Mann war es, der die Aufnahme gemacht hat, und er war es auch, der sie dann aufgehängt hat. Weil ich ihm darauf so gut gefalle, sagte er. Ich sehe allerdings nicht nur strahlend aus auf diesem Bild, sondern auch etwas aus dem Leim gegangen, und nicht nur, weil wir dabei waren, Onkel Hermanns Geburtstag zu feiern. Mir gefiel das Photo nicht, aber ich respektierte seine Entscheidung."

 

 

 

 

johansen
Hanna Johansen (Bremen, 17 juni 1939)

 

 

 

 

De Amerikaanse schrijver en journalist John Hersey werd geboren op 17 juni 1914 in Tientsin in China. John Hersey was correspondent in het Verre Oosten voor Time Magazine. Tijdens de Tweede Wereldoorlog schreef hij voor Life en The New Yorker. Hij deed verslag van de invasie van Sicilië en het vasteland van Italië door het Amerikaanse leger. In 1944 deed hij verslag van de oorlog in de Stille Oceaan. Hersey was een van de eerste westerse journalisten die het verwoeste Hiroshima bezochten. Zijn bekendste boek is Hiroshima dat de uitwerkingen van het bombardement van 1945 beschrijft. Voor zijn roman A Bell for Adano kreeg hij in 1945 de Pullitzer prijs.

 

Uit: Hiroshima

 

„Dr. Sasaki and his colleagues at the Red Cross Hospital watched the unprecedented disease unfold and at last evolved a theory about its nature. It had, they decided, three stages. The first stage had been all over before the doctors even knew they were dealing with a new sickness; it was the direct reaction to the bombardment of the body, at the moment when the bomb went off, by neutrons, beta particles, and gamma rays. The apparently uninjured people who had died so mysteriously in the first few hours or days had succumbed in this first stage. It killed ninety-five per cent of the people within a half-mile of the center, and many thousands who were farther away. The doctors realized in retrospect that even though most of these dead had also suffered from burns and blast effects, they had absorbed enough radiation to kill them. The rays simply destroyed body cells– caused their nuclei to degenerate and broke their walls. Many people who did not die right away came down with nausea, headache, diarrhea, malaise, and fever, which lasted several days. Doctors could not be certain whether some of these symptoms were the result of radiation or nervous shock. The second stage set in ten or fifteen days after the bombing. Its first symptom was falling hair. Diarrhea and fever, which in some cases went as high as 106, came next. Twenty-five to thirty days after the explosion, blood disorders appeared: gums bled, the white-blood-cell count dropped sharply, and petechiae [eruptions] appeared on the skin and mucous membranes. The drop in the number of white blood corpuscles reduced the patient's capacity to resist infection, so open wounds were unusually slow in healing and many of the sick developed sore throats and mouths.“

 

 

 

 

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John Hersey (17 juni 1914 – 24 maart 1993)

 

 

 

 

De Australische dichter en schrijver Henry Archibald Lawson werd geboren op 17 juni 1867 in Grenfell, New South Wales. Zie ook mijn blog van 17 juni 2007 en ook mijn blog van 17 juni 2008.

 

 

A Prouder Man Than You

           

If you fancy that your people came of better stock than mine,

If you hint of higher breeding by a word or by a sign,

If you're proud because of fortune or the clever things you do --

Then I'll play no second fiddle: I'm a prouder man than you!

 

If you think that your profession has the more gentility,

And that you are condescending to be seen along with me;

If you notice that I'm shabby while your clothes are spruce and new --

You have only got to hint it: I'm a prouder man than you!

 

If you have a swell companion when you see me on the street,

And you think that I'm too common for your toney friend to meet,

So that I, in passing closely, fail to come within your view --

Then be blind to me for ever: I'm a prouder man than you!

 

If your character be blameless, if your outward past be clean,

While 'tis known my antecedents are not what they should have been,

Do not risk contamination, save your name whate'er you do --

`Birds o' feather fly together': I'm a prouder bird than you!

 

Keep your patronage for others! Gold and station cannot hide

Friendship that can laugh at fortune, friendship that can conquer pride!

Offer this as to an equal -- let me see that you are true,

And my wall of pride is shattered: I am not so proud as you!

 

 

 

 

 

henry_lawson
Henry Lawson (17 juni 1867 – 2 september 1922)

Standbeeld in Gulgong

 

 

 

 

 

De Duitse dichter en schrijver Ferdinand Freiligrath werd geboren op 17 juni 1810 in Detmold. Zie ook mijn blog van 17 juni 2007 en ook mijn blog van 17 juni 2008.

 

 

 

Ruhe in der Geliebten

 

So laß mich sitzen ohne Ende,

So laß mich sitzen für und für!

Leg deine beiden frommen Hände

Auf die erhitzte Stirne mir!

Auf meinen Knien, zu deinen Füßen,

Da laß mich ruhn in trunkner Lust;

Laß mich das Auge selig schließen

In deinem Arm, an deiner Brust!

 

Laß es mich öffnen nur dem Schimmer,

Der deines wunderbar erhellt;

In dem ich raste nun für immer,

O du mein Leben, meine Welt!

Laß es mich öffnen nur der Träne,

Die brennend heiß sich ihm entringt;

Die hell und lustig, eh' ich's wähne,

Durch die geschloßne Wimper springt!

 

So bin ich fromm, so bin ich stille,

So bin ich sanft, so bin ich gut!

Ich habe dich - das ist die Fülle!

Ich habe dich - mein Wünschen ruht!

Dein Arm ist meiner Unrast Wiege,

Vom Mohn der Liebe süß umglüht;

Und jeder deiner Atemzüge

Haucht mir ins Herz ein Schlummerlied!

 

Und jeder ist für mich ein Leben! -

Ha, so zu rasten Tag für Tag!

Zu lauschen so mit sel'gem Beben

Auf unsrer Herzen Wechselschlag!

In unsrer Liebe Nacht versunken,

Sind wir entflohn aus Welt und Zeit:

Wir ruhn und träumen, wir sind trunken

In seliger Verschollenheit!

 

 

 

 

 

Freiligrath
Ferdinand Freiligrath (17 juni 1810 – 18 maart 1876)

Portret door Johann Peter Hasenclever, 1851

 

 

 

 

 

De Duitse schrijver Felix Hartlaub werd geboren op 17 juni 1913 in Bremen. Hij groeide in een kunstzinnige familie op en bezocht de Odenwaldschule in Heppenheim. Vanaf 1932 studeerde hij romanistiek, geschiedenis en kunstgeschiedenis in Heidelberg en (vanaf 1934) in Berlijn. Aan het begin van WO II ging hij in dienst. Door zijn contacten met historici kon hij in 1940 bij de historische archiefcommissie gaan werken. In 1941 was hij voor korte tijd weer even soldaat. Van mei 1942 tot maart 1945 behoorde hij tot de staf die verantwoordelijk was voor het oorlogsdagboek van de Wehrmacht. Gedurende deze tijd had hij toegang tot de buitenste zones van de Führerhauptquartieren in Winniza. Vanaf mei 1945 gold hij als vermist. Felix Hartlaub heeft tijdens zijn leven weinig gepubliceerd en is later bekend geworden wegens zijn aantekeningen uit de oorlogsjaren. In 1955 werden deze door zijn zuster Geno Hartlaub onvolledig en omgewerkt uitgegeven. Pas in 2002 volgde een volledige uitgave.

 

Uit: Brief an Klaus Gysi und Irene Lessing

 

„Wilhelmshaven, 14. September 1939

(...)

Schlimm ist der Sender Bremen, der uns nach unserer Belieferung mit Volksempfänger Tag und Nacht in den Ohren liegt; zum Glück meist auf englisch und holländisch, was hier leider nicht gesprochen wird. Im Augenblick macht sich der Krematoriumsdirektor, unser Chef, Bratkartoffeln, die herrlich schmecken, Willi (von Silberstein) liest mit gerunzelter Stirn das Buch „Eine Armee meutert“ von Ellinghofer (über die französischen Meutereien im Weltkrieg nach der Nivelle-Offensive) und ich häufele um mich die Fundamente eines neuen Zettelkastens, Ausdruck der wachsenden Torschlusspanik, in der ich mich in Bezug auf meine eigene Produktion befinde.

Das Bier, das wir vor uns haben, rührt von einer der vielen

verlorenen Wetten über den Termin des Kriegsendes her. Heute nacht kommen die Urlauber zurück, darunter zwei grosse Maulerotiker, so dass es mit der Ruhe hier weitgehend zu Ende sein wird. - Völlig unwahrscheinlich, wie harmlos, fast idyllisch wir es hier wieder mal getroffen haben. Merkwürdig auf Eis gelegt, unwirklich suspendiert kommt man sich vor, aufgespart wofür? Während der Nachtwachen ergehe ich mich in krampfhaftem Plänemachen für eine ev. Wiederaufnahme der zivilen Existenz, ohne dabei Festland zu gewinnen. Die Jahreszahl des Geburtstags, den ich neulich wieder durchmachen musste, hat bereits einen gewissen krassen Klang von allerhöchster Eisenbahn. - Von der Weltgeschichte strebe ich mit allen Fasern weg, habe das immer penetrantere Gefühl, dass dabei das Meiste nicht stimmt. Die Völker und Menschen sind nicht dabei und darin, obwohl sie die Heere stellen.“

 

 

 

HartlaubBio
Felix Hartlaub (17 juni 1913 – begin mei (?) 1945)

Boekomslag van een biografie (Geen portret beschikbaar)

 

 

 

 

 

De Tsjechisch-Oostenrijkse schrijfster Ossip Schubin (eig. Aloisia Kirschner) werd geboren op 17 juni 1854 in Praag. Zij beschreef voornamelijk het maatschappelijke leven van haar tijd, vooral in de salons. In haar jeugd reisde zij met haar moeder naar München, Parijs, Brussel en Rome, waarbij zij met allerlei kunstenaars en geleerden in contact kwam. Zo leerde zij Toergenjev en George Sand kennen. Haar eerste novelle verscheen in het Praagse blad Bohemia.

 

Uit: Ein Frühlingstraum

 

“An einem Aprilabend war's – einem Aprilabend in Paris. Eine finstere, bleigraue Wolke hatte soeben einen Platzregen über die Stadt ausgeschüttet und war dann plötzlich vor der Sonne davongelaufen. Lustig neckende Frühlingswinde hatten den Himmel reingefegt – das nasse Macadam, worin er sich spiegelte, glänzte wie Lapis lazuli, und die leichten Blechstühle vor den Cafés flimmerten wie aus Silber geformt. Die kleinen, hellgrünen, in sich zusammengerollten Blätter an den Boulevardplatanen schüttelten so mutwillig die Regentropfen von sich ab, als ahnten sie nicht, wie bald sie von der Sonne versengt, vom Staube erstickt sein würden. Über den stolzen Blütenkerzen der Roßkastanien in den Alleen der Champs Elysées schimmerte es wie ein leises Erröten, und die Fliederrispen leuchteten weiß und rein wie Engelsflügel aus der grünen Wirrnis der Gärten heraus.

Goldener Abenddunst umglänzte die ganze Stadt, und durch ihr rastlos nüchternes Treiben schlich sich's wie ein Zug üppiger Müdigkeit. Die Vorübergehenden schleppten den Schritt, spähten vor sich hin, schienen etwas zu suchen, eine verlorene Illusion – einen Traum. Selbst die vornehmsten Müßiggänger vergaßen für einen Moment ihre alles bespöttelnde Gleichgültigkeit und erinnerten sich inmitten des verjüngenden Frühlingshauchs an irgend etwas, das ihnen einst heilig gewesen war.

Etwas Moussierendes, Gärendes lag in der Luft, stieg einem zu Kopfe wie junger Wein.

Ich schlenderte über das Boulevard und tändelte mit dem Entschluß, in die Oper zu gehen. Auf den großen Anschlagszetteln stand »Faust«. Ich hatte soeben den Kopf vorgestreckt, um mich darüber zu vergewissern, wer denn eigentlich heute die Margarete singe, als ich plötzlich knapp neben der neuen Oper, von deren Gesimse zwei Engel ihre goldenen Flügel in den dunkelblauen Himmel emporstrecken, – einen kleinen Savoyarden bemerkte.“

 

 

 

 

Schubin_ossip
Ossip Schubin (17 juni 1854 – 10 februari 1934)

 

 

 

 

 

De Noorse dichter en schrijver Henrik Wergeland werd op 17 juni 1808 in Kristiansand (aan de zuidkust van Noorwegen) geboren. Toen hij negen jaar oud was is de familie Wergeland naar Eidsvoll (ten noorden van Oslo) verhuisd, waar zijn vader Nicolai Wergeland als dominee begon te werken. In de periode 1825-29 heeft hij aan de universiteit theologie gestudeerd. Hij was ook buitengewoon geïnteresseerd in politiek, cultuur, geschiedenis en plantkunde. Tijdens zijn studie heeft hij ook een groot aantal toneelstukken en gedichten geschreven. Nadat Wergeland geslaagd was voor zijn doctoraal examen theologie, heeft hij meerdere reizen naar het buitenland gemaakt waar hij ook kennis maakte met het revolutionaire Europa. Naast revolutionaire ideeën heeft de periode 1830-34 voor Wergeland vooral in het teken van de volksontwikkeling gestaan.

Een functie als predikant heeft hij nooit gekregen. Een van de belangrijkste redenen daarvoor is waarschijnlijk dat hij in 1833 de eerste 17de mei- (de Dag van de Grondwet en de nationale feestdag van Noorwegen) redevoering heeft gehouden. Nog steeds is Wergeland voor vele Noren nauw verbonden met de nationale feestdag en de manier waarop deze dag gevierd.

 

 

JULEAFTENEN – HEILIGERABEND (Fragment)

 

Wer er innert nicht,

Einen Sturm, er glaubt, nichts Schlimmeres kann der Himmel schicken?

Ein Sturm wie alle Seelen,

von Kain bis jenem,

der Gott zuletzt verriet,

von der Welt verbannt und der Höll’ entflohen,

und trachtete den Himmel zu betrügen?

Ein Sturm von hasserfüllter Stimme,

die nie vergessen werden wird?

Dass ein jeder glaubt:

Er kam allein für mich, der Donner des Orkans , er klagt mich an und mich allein,

von meinen Sünden die Geister eben erst erfuhren...

Ein Sturm so stark,

zu lehren, Priester ebenso wie Fromme,

Elementdämonen zu verehren, deren Stöhnen,

von Kindesbeinen an,

in des Alten grauen Ohren klingt,

Ein Beben in den Wolken, der jüngste Tag der Lüfte?

Ein Sturm,

der des starken Mannes Herz

in der Brust erbeben lässt.

Einen Sturm des Himmels aus dem er Geister,

von Böen vorbeigetragen,

seinen Namen rufen hört,

und alle Wipfel schreien wie Raben?

Doch die Raben verbergen

sich in Spalten, der Wolf verbergend seinen Hunger

und der Fuchs wagt sich nicht hinaus .

Alles Licht gelöscht,

der Hund verbleibt im Hause.

In solchem Sturm vernimmt man Beten, Gott!

 

 

 

 

 

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Henrik Wergeland (17 juni 1808 – 12 juli 1845)

Portret door Carl Peter Lehmann