20-08-17

Sylvie Richterová, Ernst-Jürgen Dreyer, Boleslaw Prus, Menno Lievers, Vasili Aksjonov, Jacqueline Susann

 

De Tsjechische schrijfster Sylvie Richterová werd geboren op 20 augustus 1945 in Brno. Zie ook mijn blog van 20 augustus 2007 en ook mijn blog van 20 augustus 2010.

Uit: Abc-Buch der Vatersprache

„Hinter ihr die beiden Mädchen, die Susanna beim Aussteigen nicht aus den Augen ließ, um zu sehen, wie sie die Emigration aufnahmen.
Markétka war sieben Jahre alt, Tereska fünf, sie sahen vor sich ihren Vater, ihre Tante, also mich, die Cousine Milena, die Freundin Ivana, deren Eltern, und eine Stadt, die sie nur am Rande wahrnahmen, die sich aber auf den ersten Blick keineswegs von Brünn unterschied, namentlich in Schwechat nicht, wohin alle gleich fuhren. Markétka bemerkte zwar, daß die Wohnung kleiner war, schmutziger und dunkler, aber Susanna begann gleich aufzuräumen und zu waschen, was ging und was nicht ging, und sie versicherte ihr auch, daß die Wohnung mit der Zeit besser und besser und vielleicht auch größer werden würde. Aleš war inzwischen mit der Toilette beschäftigt, die zum Empfang verstopft war oder gleich nach dem Empfang und mit einer Aufschrift in Tschechisch: /I/ Nichts, auch kein Papier hineinwerfen, versehen war, was die Kinder nicht durchgelesen hatten. Für die Kinder war es das beste, irgendwohin spielen zu gehen, bis die Wohnung wenigstens etwas wohnlich hergerichtet war, aber nicht auf die Straße, weil da außer dem Gehsteigrest nur der nicht abreißende Strom von mit Autobahngeschwindigkeit dahinrasenden Autos war. Und auch nicht in den Hof, denn dort bestand ein schriftliches Verbot, daß Kinder keinen Zutritt haben, auf einem Zettel, der am Eingang hing. Die Mama übersetzte es ihnen in einer Pause zwischen zwei Flugzeugen aus dem Deutschen ins Tschechische.
Mama, sagte darauf Tereska mit Hoffnung in der Stimme, wenn wir zur Großmutter gehen, kaufst du mir an der Ecke zur Palackýstraße ein Eis, ja! In diesem Moment begann Susanna zu begreifen, daß für Kinder das Emigrationsproblem äußerlich unsichtbar ist.
Und wahrscheinlich um so größer. Sie versprach Tereska ein österreichisches Eis, wenn sich auch das Kind unter diesem Eigenschaftswort nichts vorzustellen vermochte. Die Assoziation mit Eis verlieh Österreich immerhin doch etwas Verlockendes. Bevor es zu dem Eis kam, erhielten die Kinder noch ein Brot mit Marmelade, beides aus der Kiste aus Brünn ausgepackt, und aßen es im Park, der auch in Brünn hätte sein können, aber er war in Schwechat. Daß es auch das Eis in Brünn hätte sein können, merkte Tereska am Geschmack. Besser gesagt, sie erkannte keinen Unterschied.“

 

 
Sylvie Richterová (Brno, 20 augustus 1945)

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20-08-16

Sylvie Richterová, Ernst-Jürgen Dreyer, Boleslaw Prus, Menno Lievers, Vasili Aksjonov, Jacqueline Susann

 

De Tsjechische schrijfster Sylvie Richterová werd geboren op 20 augustus 1945 in Brno. Zie ook mijn blog van 20 augustus 2007 en ook mijn blog van 20 augustus 2010.

Uit: Abc-Buch der Vatersprache

„Die Flüchtlingsorganisation teilte ihm eine Wohnung in Schwechat zu, wo sich der Wiener Flughafen befindet und wo die Straßen ganz wie in der Vorstadt von Brünn sind. Einige gleichen den Straßen in einer schönen Brünner Vorstadt, andere denen in der häßlichsten und staubigsten Brünner Vorstadt. Die Wohnung befand sich gerade dort, nämlich in einer Hauptstraße, die sicher einstmals Gehsteige gehabt hatte. In der Gegenwart aber waren sie der Südautobahn gewichen, so daß von ihnen nur wenig mehr als die Bordsteinkanten übriggeblieben sind. Von den Häusern ist der Putz abgefallen, seit dem Krieg sind sie nicht neu verputzt worden, genau so wie in der Brünner Vorstadt, nur daß Susanna und Aleš dort nicht gewohnt hatten, erst jetzt sollten sie es, in Wien.
Das Haus war weitläufig, mit einem großen, geräumigen Treppenhaus, in das die Küchenfenster gingen, und durch diese Fenster die Küchendünste, die im übrigen ganz angenehm und nach Wohlstand rochen. Die Zimmerfenster gingen zur Autobahn und erzitterten sehr oft von den sie überfliegenden Flugzeugen, die auf dem Flugplatz gerade landeten oder starteten. Aleš und sein Freund, der in Brünn in der Nachbarschaft gewohnt hatte und jetzt wiederum in Wien sein Nachbar war, trugen die paar Möbelstücke und die Kisten mit dem verzollten Familienbesitz in die Wohnung, damit der Chauffeur zurückfahren konnte, dann fiel Aleš in einen bleiernen Schlaf, und als er aufwachte, war es zwei Tage später am Morgen. Er lief zum Autobus, mit dem Susanna und die Kinder kommen sollten. Noch wacher wurde er, als sich zeigte, daß der Autobus Verspätung hatte, eine Stunde, zwei, drei Stunden. Nach drei Stunden befiel ihn lähmendes Entsetzen, die Familie könnte am Ende nicht über die Grenze gekommen sein. Sie kam, mit nur dreieinhalbstündiger Verspätung, einem kleinen Riß in der Zeit, der nur dann von Bedeutung ist, wenn man in ihm versinkt. Er hörte auf zu versinken, als er sah, wie sich schon von Ferne die hochgewachsene Susanna angespannt im Busfenster abzeichnete.“

 

 
Sylvie Richterová (Brno, 20 augustus 1945)

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20-08-10

Arno Surminski, Ernst-Jürgen Dreyer, Maren Winter, Edgar Guest, Charles de Coster, Salvatore Quasimodo, Boleslaw Prus, Menno Lievers, Vasili Aksjonov, Jacqueline Susann, Tarjei Vesaas, Sylvie Richterová

 

Zie voor de volgende schrijvers van de 20e augustus mijn blog bij seniorennet.be

  

Arno Surminski, Ernst-Jürgen Dreyer, Maren Winter, Edgar Guest, Charles de Coster, Salvatore Quasimodo 

 

Zie voor de volgende schrijvers van de 20e augustus ook bij seniorennet.be mijn vorige blog van vandaag.

 

Boleslaw Prus, Menno Lievers, Vasili Aksjonov, Jacqueline Susann, Tarjei Vesaas, Sylvie Richterová

 

20-08-09

Arno Surminski, Ernst-Jürgen Dreyer, Maren Winter, Edgar Guest, Charles de Coster, Salvatore Quasimodo


De Duitse schrijver Arno Surminski werd geboren op 20 augustus 1934 in Jäglack in Oostpruisen.

 

Uit: Jokehnen oder Wie lange fährt man von Ostpreußen nach Deutschland?

 

„Gegen Mittag setzten die Wehen ein. Da Steputat eines der drei Telefone besaß, die es im Dorf Jokehnen gab, konnte er selber die Hebamme in Drengfurt anrufen, die einzige, die in der kleinen Stadt und den umliegenden Dörfern die Kinder ans Licht der Welt brachte, sofern die Klapperstörche sie nicht aus den zahlreichen Poggenteichen der Umgebung fischten. Bis vor einem Jahr war die gute Frau noch zu Fuß auf die Dörfer gekommen, aber die neuen Herren, die es gern sahen, wenn viele Kinder schnell auf die Welt kamen, hatten ihr ein Fahrrad besorgt. Aber was hilft ein Fahrrad im Herzen Ostpreußens! Das reicht doch höchstens für die Angerburger Chaussee, die über Drengfurt an Jokehnen vorbei nach Korschen führt. Auf den je nach Jahreszeit verschlammten oder versandeten Nebenwegen der Dörfer bedeutete ein Fahrrad eher ein Hindernis als eine Erleichterung. Aber immerhin, ein Fahrrad! Steputat beruhigte der Gedanke, daß die Hebamme für die sechs Kilometer von Drengfurt nach Jokehnen nur eine halbe Stunde brauchen würde. Als er Martha nebenan stöhnen hörte, spielte er für einen Augenblick mit dem Gedanken, die Hebamme für zwanzig Reichsmark im Auto kommen zu lassen. Aber das ließ sich nicht machen, nicht in Jokehnen. Die Jokehner würden ihn für verrückt halten, wenn er wegen einer Geburt viel Aufhebens machte. Kinder bekam man in Jokehnen zur Vesperpause hinter der Haferhocke oder beim Kühemelken. Um eins wollte sie in Jokehnen sein. Also gut, nun fahr los mit dem Fahrrad! Hol ihn raus, den kleinen Steputat, damit die Geschichte beginnen kann. Denn es ist seine Geschichte und dazu noch ein bißchen Geschichte der zweihundert Jokehner Seelen. Da radelte sie endlich aus der Drengfurter Vorstadt den Berg hinunter, an den entgegenkommenden Erntewagen vorbei, an den Knechten, die die Mütze zogen vor der Wehfrau. Und sie saß steif auf dem Sattel, ganz aufrecht, und sah ziemlich böse aus, wie eine Amtsperson. Wie sollte Karl Steputat die Zeit bis zum Eintreffen der Wehfrau verbringen? In der Schneiderstube hielt es ihn nicht. Mit seinem Gesellen, dem alten Heinrich aus Masuren, konnte er kein Gespräch über das Kinderkriegen führen. Der verstand davon so viel wie vom Hühnerfühlen. Nein, Steputat mußte hinaus ins Freie.“

 

 

 

 

surminski
Arno Surminski (Jäglack, 20 augustus 1934)

 

 

 

 

 

De Duitse schrijver, dichter, vertaler en muziekwetenschapper Ernst-Jürgen Dreyer werd geboren op 20 augustus 1934 in Oschatz in Saksen.

 

 

Die Brücke

 

Ein Hampelmann taucht vor euch auf im Dunkeln,

im Fernlicht-Konus weiße Marionette;

er zappelt, wedelt – Brillengläser funkeln –

und springt beiseite, schrumpft zur Silhouette.

 

...ein Unfall? Leute, die im Dunkeln munkeln?

ob man zu halten und zu helfen hätte?

nicht fragen! singen! lachen! weiterschunkeln!

gib Gas! – und aufgedreht die Popkassette! –

 

da neigt sich – ungehört verhallt die Hupe –

die Welt, die Kiste stürzt sich von der Piste

des Viadukts, der einbrach knall und fall.

 

Im Flußbett schlummern andere Vermißte:

die Schrecksekunde, groß wie durch die Lupe,

wird Aufgang eines Lichts schon vor dem Knall.

 

 

 

 

Dreyer
Ernst-Jürgen Dreyer (Oschatz, 20 augustus 1934)

 

 

 

 

 

De Duitse schrijfster Maren Winter werd geboren op 20 augustus 1961 in Lübeck.

 

Uit: Der Stundensammler

 

Severin wurde zur Unzeit geboren.
Das Jahr hatte sich soeben vollendet und das nächste noch nicht begonnen.
Genau zwischen Tag und Nacht, im Wechsel der Sternbilder, als die Erde für einen Augenblick stillstehen wollte, krümmte sich eine kleine Bettelmaid verborgen im Röhricht und biss auf ein Bündel Segge, damit man ihren Wehenschrei nicht hörte.
In jenem Moment glitt Severin aus dem Mutterleib und fiel zwischen die jungen Spitzen des Rohrkolbens, die wie Lanzen aus dem Uferschlamm staken.
Das Wasser des Dutzenteiches begann gerade zu gefrieren. Myriaden von winzigen Eissplittern schaukelten auf den kleinen Wellen, rieben sich aneinander und rieben die Schilfhalme wund, sodass sich ein feines Sirren über dem ganzen Ufer erhob.
Lais kippte vornüber auf die Knie. Sie stützte sich in den Morast und tastete nach Messer und Faden in ihrer Manteltasche. Mit steifen Fingern band sie die Nabelschnur ab. Wie sie es bei Nachbarinnen gesehen hatte, versuchte sie dann die Fessel zu durchtrennen. Sie brauchte mehrere Schnitte dazu. Ihre Haut war nass von Schweiß und Tränen, und der schneidende Wind machte ihren Körper fast empfindungslos. Mit einer mechanischen Bewegung strich sie sich Unterrock und Wollkleid über die Schenkel und zog den abgewetzten Mantel fest um ihre Schultern. Befremdet starrte sie auf das dampfende Häuflein Leben unter sich.

Wie groß der Knabe schon aussah, und weißlich, wie die Larve einer Drohne, die nach Honig verlangte, um nichts weiter zu tun als zu wachsen. Selbst sein erster Laut war fordernd gewesen. Aber seine Augen blickten Lais einsichtsvoll und ernst von unten an. Sollten Neugeborene nicht blaue Augen haben? Konnten sie überhaupt schon etwas erkennen?”

 

 

 

 

winter
Maren Winter (Lübeck, 20 augustus 1961)

 

 

 

 

 

 

De Engelse dichter Edgar Albert Guest werd geboren op 20 augustus 1881 in Birmingham, Engeland. Zie ook mijn blog van 20 augustus 2006.

  

 

A Boy and His Dog

 

A boy and his dog make a glorious pair:

No better friendship is found anywhere,

For they talk and they walk and they run and they play,

And they have their deep secrets for many a day;

And that boy has a comrade who thinks and who feels,

Who walks down the road with a dog at his heels.

 

He may go where he will and his dog will be there,

May revel in mud and his dog will not care;

Faithful he'll stay for the slightest command

And bark with delight at the touch of his hand;

Oh, he owns a treasure which nobody steals,

Who walks down the road with a dog at his heels.

 

No other can lure him away from his side;

He's proof against riches and station and pride;

Fine dress does not charm him, and flattery's breath

Is lost on the dog, for he's faithful to death;

He sees the great soul which the body conceals--

Oh, it's great to be young with a dog at your heels!

 

 

 

 

 

guest
Edgar Guest (20 augustus 1881 – 5 augustus 1959)

 

 

 

 

 

 

De Belgische schrijver Charles de Coster werd geboren in München op 20 augustus 1827.

 

Uit: De legende en de heldhaftige, vroolijke en roemrijke daden van Uilenspiegel en Lamme Goedzak in Vlaanderenland en elders

 

“Terwijl Uilenspiegel zich laafde aan de levensbron, ontwaakten al de vogelkens in ’t veld.

Klaas, die mutsaards bond, bezag zijne vrouw, die Uilenspiegel de borst gaf.

—Zeg eens, vrouw, sprak hij, hebt ge nog veel van die lekkere melk?

—De kruiken zijn vol, man, antwoordde zij, maar dat is niet voldoende om mijn hert te verblijden.

—Gij spreekt zoo treurig en het is zoo vroeg nog in den morgen.

—Ik denk er aan, dat er geen oortje meer steekt in de tassche, die daar aan den muur hangt.

Klaas nam de tassche van den wand; maar hij had goed schudden, er rinkelde geen geld in. Hij was er onthutst over; doch hij wilde zijne vrouw moed inspreken, en zei:

—Waarover bekommert gij U? Hebben wij in de schapraai den koek niet liggen, dien Katelijne ons gisteren gaf? Zie ik daar geen groot stuk vleesch, dat ten minste voor drie dagen goede melk aan ’t kind zal geven? Die zak boonen daar in den hoek, is die een voorteeken van hongersnood? En dat kuipje boter bestaat toch niet in mijne verbeelding? In mijne verbeelding ook niet, die appelen, welke, met elven in ’t gelid, op onzen zolder liggen? En de dikke tonne schuimende Brugsche kuite, noodt zij ons niet, met haren vollen buik, tot een gulle drinkpartij?

—Als ’t kind gedoopt wordt, zei Soetkin, moeten er twee oortjes zijn voor den pastoor en één gulden voor ’t festijn.

Daarop kwam Katelijne het huis binnen met een grooten bundel kruiden en zij sprak:

—Aan het kind bied ik de angelica, die den man voor ontucht behoedt en de venkel, die Satan van hem verwijderd houdt....

—Hebt gij het kruideken niet, vroeg Klaas, dat guldens aantrekt?

—Neen, zegde zij.

—Dan ga ik zien of er iets in de vaart is te vinden.

Hij ging heen, met zijn hengel en zijn net, zeker dat hij niemand ontmoeten zou, want het was nog een heel uur vóór oosterzon, wat in Vlaanderen vijf uren zeggen wil.”

 

 

 

 

Coster_Uilenspiegel_Brugge
Charles de Coster (20 augustus 1827 - 7 mei 1879)

Beeld van Uilenspiegel in Brugge

 

 

 

 

 

De Italiaanse dichter en criticus Salvatore Quasimodo werd geboren op 20 augustus 1901 in Modica op Sicilië. Zie ook mijn blog van 20 augustus 2006.

 

 

Enemy of Death

(For Rossana Sironi)

 

You should not have

ripped out your image

taken from us, from the world,

a portion of beauty.

What can we do

we enemies of death,

bent to your feet of rose,

your breast of violet?

Not a word, not a scrap

of your last day, a No

to earth’s things, a No

to our dull human record.

The sad moon in summer,

the dragging anchor, took

your dreams, hills, trees,

light, waters, darkness,

not dim thoughts but truths,

severed from the mind

that suddenly decided,

time and all future evil.

Now you are shut

behind heavy doors

enemy of death.

 

Who cries?

You have blown out beauty

with a breath, torn her,

dealt her the death-wound,

without a tear

for her insensate shadow’s

spreading over us.

Destroyed solitude,

and beauty, failed.

You have signalled

into the dark,

inscribed your name in air,

your No

to everything that crowds here

and beyond the wind.

I know what you were

looking for in your new dress.

I understand the unanswered question.

Neither for you nor us, a reply.

Oh, flowers and moss,

Oh, enemy of death.

 

 

 

 

 

salvatore-quasimodo
Salvatore Quasimodo (20 augustus 1901 - 14 juni 1968)

 

 

 

Zie voor alle bovenstaande schrijvers ook mijn blog van 20 augustus 2007 en ook mijn blog van 20 augustus 2008.

Zie voor nog meer schrijvers van de 20e augustus ook mijn vorige blog van vandaag.

20-08-08

Maren Winter, Ernst-Jürgen Dreyer, Edgar Guest, Charles de Coster, Salvatore Quasimodo, Arno Surminski, Sylvie Richterová, Bolesław Prus


De Duitse schrijfster Maren Winter werd geboren op 20 augustus 1961 in Lübeck. Zie ook mijn blog van 20 augustus 2007.

 

Uit: Das Erbe des Puppenspielers

 

...Da standen wir nun, mein Bruder Ansgar und ich, unmündige Burschen, die ihre Bündel an die Brust pressten und sich vor der neuen Heimat fürchteten. Weit waren wir gefahren, immer gen Norden bis an den Rand des christlichen Reiches.
Gegen den weißen Himmel erhob sich die civitas, der Fronhof von Rinhausen, ein mächtiger Bau aus Stein, umgeben von unzähligen Ställen und Scheunen, Back- und Brauhäusern. Weit breitete sich das Salland aus, dessen Erträge allein dem Fronherrn zugute kamen. Im Osten drängten sich kleine Felder mit schiefen Hütten, die ein paar Kolonenbauern ermöglichten, ihr eigenes Brot zu essen. Von der Insel im Rhein klang die Klosterglocke herüber, und wir erahnten den Gesang der Mönche, die Tag und Nacht für unser Heil beteten. Dahinter aber drohte endlos der Wald. Dort hielten sich die Sachsen verborgen.
Der Hausmeier stieß uns durch das Tor. "Wir sind zu Hause", sagte er. Das waren die ersten Worte, die er direkt an uns richtete, nachdem er uns in seine Obhut genommen hatte.
Eine Welle lärmender Geschäftigkeit rollte über uns hinweg. Wagen polterten, Kinder liefen schreiend umher, Pferdehufe klapperten, und dazwischen stoben die Hühner auseinander. Irgendwo wurden scharfe Befehle gerufen, und in einem offenen Verschlag hämmerte der Schmied ohrenbetäubend auf das Eisen. Die Luft war kalt, voll von Staub und fremden Gerüchen.
Ansgar streckte sich, und das Muster aus Lehm und Schmutz auf seinem Hals zog sich auseinander. Seine Tunika war mürbe und die Säume aufgerissen, der Stoff bedeckte nicht einmal seine Knie. Er besaß nichts anderes, sonst hätte er mir das kratzige Ding schon längst vererbt.
Ich fror. Bestimmt sah ich genauso schäbig aus.”

 

 

 

 

Winter
Maren Winter (Lübeck, 20 augustus 1961)

 

 

 

 

 

 

De Duitse schrijver, dichter, vertaler en muziekwetenschapper Ernst-Jürgen Dreyer werd geboren op 20 augustus 1934 in Oschatz in Saksen. Zie ook mijn blog van 20 augustus 2007.

 

Uit: Die Spaltung

 

Da du grad von diesem Typ Frauen sprichst: diese Frauen üben auf dich und mich, die wir aus der gleichen Klasse kommen, starke Anziehung aus. So will ich dir ein Erlebnis erzählen, das, wenn du so willst, ein ganzer Roman ist. Es ist dabei auch so eine Frau im Spiel. Aber vielleicht sollte ich, bevor ich damit beginne, analysieren, inwiefern gerade wir diesem Zauber so ausgeliefert sind. Wir sind auch der Arbeiterklasse gegenüber sehr kritisch. Klassenbewußtsein wird ja heute mit Lokalpatriotismus verwechselt. Ja der plötzliche Emanzipationsprozeß unserer Klasse setzt gerade die Eigenschaften frei, die wir schon als Kinder mit Mißtrauen betrachtet haben. Wir fallen diesen Frauen gegenüber auf folgenden Irrtum herein: Wir halten sie für das Bild dessen was unsere Mütter hätten sein sollen, aber nicht werden konnten. Dann verwundert man sich des Todes, mit welcher Grobheit man diese Frauen, die uns – auch deshalb, weil sie, wegen des Altersunterschieds, unser Begehren nicht mehr erreicht – wie Göttinnen scheinen, von ihren eigenen Töchtern behandelt sieht. Also stimmt auch da nicht alles hundertprozentig. Wir vergessen in der Verwirrung das Relative. Wir glauben uns vor ihnen bewähren zu müssen. Das ist auch an deiner Geschichte die eigentliche Pointe. Du gingst also davon mit einem Glücksgefühl, das etwas an sich hatte wie von bestandener Prüfung. Durch deine proletarische Hülle hindurch hat sie dich erkannt, glaubst du. Aber darin irrst du dich sehr. Sie sehen auf dich wie die gnädige Frau auf den Kutscher sieht, und du bist einfach ihrer vollendeten Sitten zu ungewohnt, als daß du durchschauen könntest, daß sie dich keinen Augenblick als gleichberechtigt empfunden haben. Wenn du davongehst wie auf Wolken, dann ahnst du nicht, daß du dich pausenlos und mit jedem Wort vor ihnen blamiert hast. Oder besser gesagt: sie haben dich vor sich selber blamiert auf eine so feine Art, daß du nicht einmal im Traum dahinterkämest. Genug, ich rate dir zur Vorsicht ihnen gegenüber; ihnen dein Herz auszuschütten wäre das falscheste was du tun kannst und wenn du dich auf den Boden geworfen hättest, wie du nachträglich wünschtest, so wäre deine Blamage vollkommen gewesen – so vollkommen, daß vielleicht sogar du – sagen wir, du hörst, wie sie, kaum daß du zur Tür hinaus bist, in Gelächter ausbricht (aber es gehört zu ihrer Art damit zu warten bis du es eben nicht mehr hörst) – sogar du gemerkt hättest, wo der wahre Defekt liegt, denn der liegt in aller Blamage nie beim Blamierten, sondern bei dem, der blamiert.”

 

 

 

 

ernst-juergen-dreyer
Ernst-Jürgen Dreyer (Oschatz, 20 augustus 1934)

Zelfportret

 

 

 

 

 

 

 

De Engelse dichter Edgar Albert Guest werd geboren op 20 augustus 1881 in Birmingham, Engeland. Zie ook mijn blog van 20 augustus 2006 en ook mijn blog van 20 augustus 2007.

 

 

I see you've travelled some

 

Wherever you may chance to be—
Wherever you may roam,
Far away in foreign lands;
Or just at Home Sweet Home;
It always gives you pleasure,
it makes your heart strings hum
Just to hear the words of cheer,
"I see you've travelled some."

 

When you get a brother’s greeting,
And he takes you by the hand,
It thrills you with a feeling
that you cannot understand,
You feel that bond of brotherhood
that tie that’s sure to come
When you hear him say in a friendly way
"I see you've travelled some."

 

And if you are a stranger,
In strange lands all alone
If fate has left you stranded—
Dead broke and far from home,
It thrills you—makes you dumb,
When he says with a grip of fellowship,
"I see you've travelled some."

 

And when your final summons comes,
To take a last long trip,
Adorned with Lambskin Apron White
and gems of fellowship—
The Tiler at the Golden Gate,
With Square and Level and Plumb
Will size up your pin and say "Walk In",
"I see you've travelled some."

 

 

 

 

 

edgar_a_guest
Edgar Guest (20 augustus 1881 – 5 augustus 1959)

 

 

 

 

 

 

De Belgische schrijver Charles de Coster werd geboren in München op 20 augustus 1827. Zie ook mijn blog van 20 augustus 2007.

 

Uit: De legende en de heldhaftige, vroolijke en roemrijke daden van Uilenspiegel en Lamme Goedzak in Vlaanderenland en elders

 

In meimaand, als de hagedoorn in bloei stond, werd te Damme, in Vlaanderenland, Uilenspiegel, de zoon van Klaas geboren.

Terwijl Katelijne, de vroedvrouw, hem in warme doeken bakerde, bezag ze zijn hoofd en riep ze blijde uit:

--Hij is met den helm geboren!

Maar weldra jammerend, met den vinger een zwart stipje op den schouder van den boorling toonend:

--Laas! schreide zij, dat is het zwarte merk van den vinger des duivels!

--Heer Satan is vandaag vroeg opgestaan, antwoordde Klaas, dat hij

alreeds den tijd vond om mijn zoon te teekenen?

--Satan sliep nog niet, zei Katelijne, want luister, nu eerst kraait Kanteklaar de hennen wakker.

En zij gaf het kind over aan Klaas en ging naar buiten.

De dageraad verdreef nu het nachtelijk duister, de zwaluwen vlogen kwetterend rakelings over de weide, en de zon kleurde vuurrood de kimme.

Klaas deed het venster open en sprak tot Uilenspiegel:

--Kind met den helm, zie, daar is moeder de Zon, die Vlaanderenland komt groeten. Bezie haar als uwe kijkers zullen open zijn; verkeert gij later ooit in twijfel, weet gij niet wat te doen om goed te doen, ga dan om raad bij de Zonne; zij is warm en helder: wees zoo goed

als zij warm, zoo eerlijk als zij helder is.

--Klaas, mijn man, zei Soetkin, ge spreekt tot een doove; kom en drink, mijn jongen.

En de moeder stak den boorling hare schoone, blanke borsten toe.”

 

 

 

 

Coster
Charles de Coster (20 augustus 1827 - 7 mei 1879)

 

 

 

 

 

 

 

De Italiaanse dichter en criticus Salvatore Quasimodo werd geboren op 20 augustus 1901 in Modica op Sicilië. Zie ook mijn blog van 20 augustus 2006 en ook mijn blog van 20 augustus 2007.

 

 

BOOM

Van U gaat een schaduw uit
dat de mijne wel dood lijkt
al trilt die ook bij mijn bewegen
of breekt hij het frisse, zachtblauwe water
aan de oever van de Anapo, waar ik

vanavond terugkeer
omdat maart met zijn maanlicht
mij voortdrijft
rijk als hij reeds is aan kruiden
en vogels

ik leef niet alleen van schaduw
want aarde en zon en het zoete geschenk van water
hebben voor u al uw loof vernieuwd
terwijl ik mij buig en verdor
en mijn gezicht voelt aan als uw schors

 

 

 

 

Vertaald door Dr. Catharina Ypes

 

 

 

 

Salvatore_Quasimodo
Salvatore Quasimodo (20 augustus 1901 - 14 juni 1968)

 

 

 

 

 

 

De Duitse schrijver Arno Surminski werd geboren op 20 augustus 1934 in Jäglack in Oostpruisen. Zie ook mijn blog van 20 augustus 2007.

 

Uit: Die Vogelwelt von Auschwitz

Während des Zweiten Weltkrieges erschien in einer wissenschaftlichen Zeitschrift in Wien ein Aufsatz mit dem Titel »Beobachtungen über die Vogelwelt von Auschwitz«.

Der Autor, ein Biologe, hatte als SS-Wachmann im KZ Auschwitz von 1940 bis Ende 1941 Dienst geleistet und dort die Vogelfauna erforscht, um darüber eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben. Der Titel dieser Novelle ist jenem Aufsatz entlehnt, die Personen, ihre Gedanken und Träume sind frei erfunden, die Welt, in der es geschah, war real.   1.

In der alten Königsstadt am Ufer der Weichsel lebte in der Mitte des 20. Jahrhunderts ein Mensch namens Marek Rogalski, den kriegerische Um stände in ein Gefangenenlager gebracht hatten. Diese Umstände begannen in den Septembertagen des Jahres 39; niemand wusste zu sagen, wie lange sie andauern würden. Marek Rogalski war jung an Jahren und gehörte in die Hörsäle der Kunst und der Wissenschaften, doch die erwähnten Umstände hatten seinen Studien ein plötzliches Ende gesetzt.

Er wusste nicht, warum sie ihn festhielten. Die alte Gewohnheit, Menschen in Gewahrsam zu nehmen oder gar zu töten, wenn sie Böses getan hatten und zu besorgen war, dass sie es weiter tun würden, reichte der neuen Zeit nicht. In jenem Krieg, der in Europa wütete, verfielen sie darauf, Menschen in Verwahrung zu nehmen, nur weil sie einem bestimmten Volk, einer Klasse, einer Rasse angehörten. Oft genügte es, denken zu können. Letzteres war Marek Rogalski zum Verhängnis geworden.

Das Lager befand sich zwischen den Flüssen Sola und Weichsel unweit der Stadt Owicim. Dort hatten sie alte Militärkasernen hergerichtet, einen Stacheldrahtzaun um sie gezogen und graue Wachtürme in die Landschaft gesetzt. Am Eingang zum Lager bauten sie ein Tor und stellten bewaffnete Posten auf, manchmal waren da auch Hunde.“

 

 

 

 

Surminski
Arno Surminski (Jäglack, 20 augustus 1934)

 

 

 

 

 

Zie voor onderstaande schrijvers ook mijn blog van 20 augustus 2007.

 

De Tsjechische schrijfster Sylvie Richterová werd geboren op 20 augustus 1945 in Brno.

 
De Poolse schrijver Bolesław Prus (eig. Aleksander Glowacki) werd geboren in Hrubieszów, Lublin, op 20 augustus 1847.

 

 

 

20-08-07

Charles de Coster, Maren Winter, Sylvie Richterová, Arno Surminski, Ernst-Jürgen Dreyer, Edgar Guest, Bolesław Prus, Salvatore Quasimodo


Voor meer schrijfsters en schrijvers kunt u nog steeds terecht op mijn alternatieve blog adres en hiernaast bij Romenu II. 

 

 

De Belgische schrijver Charles de Coster werd geboren in München op 20 augustus 1827. Hij had een Vlaamse vader en een Waalse moeder en studeerde aan de Université Libre de Bruxelles waar hij zich aansloot bij de democratische en anti-clerikale opvattingen. Hij werd eerst journalist en later leraar aan de Koninklijke Militaire School in Brussel. Zijn voornaamste werk La Légende et les Aventures héroïques, joyeuses et glorieuses d'Ulenspiegel et de Lamme Goedzak au pays de Flandres et ailleurs viel niet in de smaak in Belgische conformistische kringen. Het was gekend in de hele wereld en vertaald in alle Europese talen, maar in eigen land genegeerd. In de jaren 70 werd het verfilmd in het Russisch, tegen de achtergrond van de Tachtigjarige Oorlog.

 

Uit: La légende d'Ulenspiegel

 

“A Damme, en Flandre, quand mai ouvrait leurs fleurs aux aubépines, naquit Ulenspiegel, fils de Claes.

Une commère sage-femme & nommée Katheline l'enveloppa de langes chauds &, lui ayant regardé la tête, y montra une peau.

- Coiffé, né sous une bonne étoile! dit-elle joyeusement.

Mais bientôt se lamentant & désignant un petit point noir sur l'épaule de l'enfant:

- Hélas! pleura-t-elle, c'est la noire marque du doigt du diable.

- Monsieur Satan, reprit Claes, s'est donc levé de bien bonne heure qu'il a déjà eu le temps de marquer mon fils?

- Il n'était pas couché, dit Katheline, car voici seulement Chanteclair qui éveille les poules.

Et elle sortit, mettant l'enfant aux mains de Claes.

Puis l'aube creva les nuages nocturnes, les hirondelles rasèrent en criant les prairies, & le soleil montra pourpre à l'horizon sa face éblouissante.

Claes ouvrit la fenêtre, & parlant à Ulenspiegel:

- Fils coiffé, dit-il, voici monseigneur du Soleil qui vient saluer la terre de Flandre. Regarde-le quand tu le pourras, &, quand plus tard tu seras  empêtré en quelque doute, ne sachant ce qu'il faut faire pour agir bien, demande-lui conseil; il est clair & chaud: sois sincère comme il est clair, & bon comme il est chaud.

- Claes, mon homme, dit Soetkin, tu prêches un sourd; viens boire, mon fils.

Et la mère offrit au nouveau-né ses beaux flacons de nature.

 

 

 

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Charles de Coster (20 augustus 1827 - 7 mei 1879)

 

De Duitse schrijfster Maren Winter werd geboren op 20 augustus 1961 in Lübeck. Zij volgde een opleiding tot poppenspeelster aan het marionettentheater. In 1996 verhuisde zij met haar man naar de Finse eilandengroep Åland. Samen richtten zij een theater op en gaven voorstellingen in Scandinavië en Duitsland. In Finland begon zij ook aan haar eerste historische roman, waarin zij het verleden van haar beroepsgroep beschrijft. In 2003 verscheen Das Erbe des Puppenspielers. In 2006 verscheen een roman over  de uitvinder van het zakhorloge Peter Henlein, Der Stundensammler.

 

Uit:  Der Stundensammler

 

Severin wurde zur Unzeit geboren.
Das Jahr hatte sich soeben vollendet und das nächste noch nicht begonnen.
Genau zwischen Tag und Nacht, im Wechsel der Sternbilder, als die Erde für einen Augenblick stillstehen wollte, krümmte sich eine kleine Bettelmaid verborgen im Röhricht und biss auf ein Bündel Segge, damit man ihren Wehenschrei nicht hörte.
In jenem Moment glitt Severin aus dem Mutterleib und fiel zwischen die jungen Spitzen des Rohrkolbens, die wie Lanzen aus dem Uferschlamm staken.
Das Wasser des Dutzenteiches begann gerade zu gefrieren. Myriaden von winzigen Eissplittern schaukelten auf den kleinen Wellen, rieben sich aneinander und rieben die Schilfhalme wund, sodass sich ein feines Sirren über dem ganzen Ufer erhob.

Lais kippte vornüber auf die Knie. Sie stützte sich in den Morast und tastete nach Messer und Faden in ihrer Manteltasche. Mit steifen Fingern band sie die Nabelschnur ab. Wie sie es bei Nachbarinnen gesehen hatte, versuchte sie dann die Fessel zu durchtrennen. Sie brauchte mehrere Schnitte dazu. Ihre Haut war nass von Schweiß und Tränen, und der schneidende Wind machte ihren Körper fast empfindungslos. Mit einer mechanischen Bewegung strich sie sich Unterrock und Wollkleid über die Schenkel und zog den abgewetzten Mantel fest um ihre Schultern. Befremdet starrte sie auf das dampfende Häuflein Leben unter sich.“

 

 

 

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Maren Winter (Lübeck, 20 augustus 1961)

 

De Duitse schrijver, dichter, vertaler en muziekwetenschapper Ernst-Jürgen Dreyer werd geboren op 20 augustus 1934 in Oschatz in Saksen. Hij studeerde muziekwetenschap, filosofie en kunstgeschiedenis in Weimar, Jena en Leipzig. In 1959 vluchtte hij uit de DDR naar Frankfurt am Main. Van 1961 tot 1972 werkte hij voor het Goethe instituut. Tot 1986 was hij ook als  journalist werkzaam, o.a. voor de FAZ, de Hessischer Rundfunk en de Bayerischer Rundfunk. In 1993 verhuisde hij naar Kaarst in Nordrhein-Westfalen. De uitgever Klaus Piper verzocht hem in 1959 een roman over de Duitse deling te schrijven. Het boek kwam echter pas in 1974 klaar en de toezegging om te publiceren was al lang ingetrokken. Dreyer gaf het toen in eigen beheer uit. In 1980 kreeg hij er de Hermann Hesse prijs voor. Daarna vond hij er wel een uitgever voor en kreeg het boek deels uitstekende jritieken.

 

Verkaarstung

 

Der Herrgott führte sie ins Paradies.
»Pfui Teufel!« schrien sie. »Widerlicher Schatten,
wo Kröten brüten, Ratten sich begatten,
Mikroben, Molche, Kobras, Kolibris!

Die Kronen runter! Licht in das Verlies!
Die Schreddermasse kommt auf die Rabatten!
Weg das Gehölz! Und rechts und links der Platten
wird eingekürzt bis unterhalb des Knies!«

Den siebten Tag verbrachten sie zufrieden
in ihrem mit Insektoherbiziden
desinfizierten Eden – dernier cri! –,

umzirkt von Plastik-Lego-Eisenbahnen,
von Lego-Moulin-rouges und Plastikplanen,
im Liegestuhl auf ihrer Deponie.

 

 

 

Kurhaus Klassik Open Air

 

Wie einst zu John, Paul, George und Ringo,
so strömt trotz Hexenschuß und Fango,
trotz Fußball, Tagesschau und »Django«
zu Hundertausenden der Gringo

 

zur Show von Placido Domingo.
Domingo pinselt, singt, tanzt Tango -
doch ob Zarzuela, ob Fandango:
ich bleibe einsam wie ein Dingo.

 

Der Dingo wittert, spitzt die Öhrchen -
doch was an seine Sinne dringt
von Monitoren und Membranen,

 

hat nichts zu tun mit dem Tenörchen,
das fern und winzig, kaum zu ahnen,
da vorn womöglich wirklich singt.

 

 

 

 

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Ernst-Jürgen Dreyer (Oschatz, 20 augustus 1934)

 

De Engelse dichter Edgar Albert Guest werd geboren op 20 augustus 1881 in Birmingham, Engeland. Zie ook mijn blog van 20 augustus 2006.

 

 

On Quitting

 

How much grit do you think you've got?
Can you quit a thing that you like a lot?
You may talk of pluck; it's an easy word,
And where'er you go it is often heard;
But can you tell to a jot or guess
Just how much courage you now possess?
You may stand to trouble and keep your grin,
But have you tackled self-discipline?
Have you ever issued commands to you
To quit the things that you like to do,
And then, when tempted and sorely swayed,
Those rigid orders have you obeyed?

Don't boast of your grit till you've tried it out,
Nor prate to men of your courage stout,
For it's easy enough to retain a grin
In the face of a fight there's a chance to win,
But the sort of grit that is good to own
Is the stuff you need when you're all alone.
How much grit do you think you've got?
Can you turn from joys that you like a lot?
Have you ever tested yourself to know
How far with yourself your will can go?
If you want to know if you have grit,
Just pick out a joy that you like, and quit.

It's bully sport and it's open fight;
It will keep you busy both day and night;
For the toughest kind of a game you'll find
Is to make your body obey your mind.
And you never will know what is meant by grit
Unless there's something you've tried to quit.

 

 

 

 

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Edgar Guest (20 augustus 1881 – 5 augustus 1959)

 

De Poolse schrijver Bolesław Prus (eig. Aleksander Glowacki) werd geboren in  Hrubieszów, Lublin, op 20 augustus 1847. Zijn ervaringen als opstandeling en gevangene verwerkte hij in zijn werk. Tussen 1886 en 1895 publiceerde hij vier grote romans (waaronder De Pop en Farao) die de sociale en maatschappelijke verhoudingen in zijn tijd weerspiegelen.

 

Uit: Shades

 

“At that moment, on the streets of Warsaw that are falling desert, there appears the curious figure of a man with a small flame over his head. He dashes down the sidewalk as if pursued by the darkness, stops for an instant at each lamp, then having kindled a merry light, vanishes like a shade.

And so it is every day of the year. Whether, in the fields, spring breathes out a fragrance of blossoms, or a July storm rages; whether, in the streets, unbridled autumn gales hurl clouds of dust, or winter snows billow through the air — always, as soon as evening comes, he runs down the city's sidewalks with his little flame, kindles light, then disappears like a shade.

Where do you come from, man, and where do you keep yourself, that we know not your features nor hear your voice? Have you wife or mother who awaits your return? Or children who, having set your lantern in the corner, climb to your lap and embrace your neck? Have you friends to whom you tell your joys and sorrows, or acquaintances with whom you might speak of everyday events?

Have you, indeed, a home where you may be found? a name by which you may be called? needs and feelings that would make you a man like us? Or are you truly a formless, silent and intangible being that appears only at twilight, kindles light, then disappears like a shade?”

 

 

 

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Bolesław Prus (20 augustus 1847 – 19 mei 1912)

 

De Italiaanse dichter en criticus Salvatore Quasimodo werd geboren op 20 augustus 1901 in Modica op Sicilië. Zie ook mijn blog van 20 augustus 2006.

 

Als liefde je maar treft

Vergeet niet dat je leeft te midden van dieren
paarden, katten, ratten uit de riolen,
donker als de vrouw van Salomo, ontzaglijk
slagveld met zwaaiende banieren,
vergeet niet de hond, met tong en staart in de harmonie
met het irreële, noch de groene hagedis, de merel
nachtegaal, adder, hommel.  Of denk je soms
dat je leeft tussen reine mannen en deugdzame
vrouwen die niet weten van de kreet van de
verliefde kikker, groen als de groenste tak
van het bloed.
De vogels kijken je aan uit de bomen, en de
bladeren weten best dat de Geest dood is, voorgoed
het overschot ervan ruikt naar verbrand kraakbeen
en uitgebeten plastic; vergeet niet
dat je een vaardig en soepel dier bent
dat bruuskweg geweld aandoet en alles wil hebben
hier op aarde, voor de laatste schreeuw,
als het lichaam verval is van verdorde herinnering
en de geest naar het eeuwige einde dringt :
denk erom dat je het hoogste wezen kunt zijn
als liefde je maar goed in hart en nieren treft.

 

 

Vertaald door Catharina Ypes

 

 

 

Quasimodo
Salvatore Quasimodo (20 augustus 1901 - 14 juni 1968)

 

De Tsjechische schrijfster Sylvie Richterová werd geboren op 20 augustus 1945 in Brno. Na haar eindexamen gymnasium studeerde zij talen en volgde een opleiding tot tolk Frans en Russisch. In 1971 emigreerde zij naar Italië. Zij werkt aan de universiteit van Padua.

 

Uit: Abc-Buch der Vatersprache

 

Susanna verließ mit ihrer Familie die Tschechoslowakei im August 1981. Aleš fuhr als erster mit einem Lkw, den sie sich inklusive Fahrer gemietet hatten, um Familienmobiliar und verschiedene nützliche Gegenstände, einen Eimer zum Fußbodenwischen, Töpfe, Besteck, Handtücher und auch Bücher, von Brünn nach Wien zu transportieren. Es war nicht viel, aber der kleine Lkw war voll.

In Wien kletterte Aleš abgemagert und bleich aus der Fahrerkabine, weil er bis unmittelbar vor der Abfahrt der Großmutter den Umzug in die neue Wohnung in Brünn hatte machen müssen, den Familienbesitz teilen, den Familienbesitz einpacken, schätzen, verzollen, Verzeichnisse über seinen und den Familienbesitz schreiben, die Ausfuhrgenehmigung besorgen für Patenteinweckgläser, leer, einen getäfelten antiken Sekretär, beschädigt, chinesische Porzellanschüsseln, 2 Stück, Kinderschuhe, 6 Paar, etc. Er vollendete auch den Umbau des Einfamilienhauses, das ihm nicht mehr gehörte und in der Zukunft niemals außer in den Erinnerungen gehören sollte, in dem auch ein neues Bad nicht fehlte – er hatte es selbst installiert und gekachelt. Und er verabschiedete sich, von der Großmutter, von der anderen Großmutter, von der Großmutter, die er bestimmt noch sehen würde, von der Großmutter, die er

bestimmt nicht mehr wiedersehen würde, vom Großvater und so weiter.

 

 

 

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Sylvie Richterová (
Brno,
20 augustus 1945)

 

De Duitse schrijver Arno Surminski werd geboren op 20 augustus 1934 in Jäglack in Oostpruisen. Bekend werd hij met talrijke verhalen en romans die veelal gaan over zijn geboortestreek en het lot van de mensen die daaruit verdreven werden.

 

Uit: Vaterland ohne Väter

 

So geht es den Soldaten: Sie sind Könige, wenn sie nach Hause kommen. Schwester Dorchen zog ihm die Stiefel aus, brachte ihm warme Puschen und machte sich daran, die verstaubten Knobelbecher zu putzen. Opa Wilhelm kam mit der Flasche, Mutter Bertha deckte den Tisch; noch bevor sie Platz nehmen konnten, geschah die Merkwürdigkeit, daß der Heimkehrer morgens um halb sieben im Stubensessel einschlief. So vergingen die ersten fünf Stunden seines Urlaubs im Schlaf. Als er aufwachte, fand er den Tisch festlich geschmückt. Seine Mutter trug Klopse auf und Kartoffelflinsen, zum Nachtisch brachte Dorchen eine Terrine kalter Brotsuppe, in der wie Kaulquappen süße Rosinen schwammen. Sie tafelten stundenlang, gerade so, als sei ein großes Fest, sagen wir mal eine Hochzeit, zu feiern. Auch den kleinen Franzosen holten sie an die gedeckte Tafel; Gerhard erklärte ihm, sein Bruder habe Frankreich besiegt. »Ob es Krieg gibt?« fragte die Mutter in die Brotsuppe hinein. »Ach, was du immer denkst, es ist ja längst Krieg!« Gerhard erzählte, die vielen Soldaten marschierten nach Indien, wo der Pfeffer wächst. Das hatte ihnen der Jungzugführer beim HJ-Unterricht gesagt. Klaren Schnaps für die Männer, die Frauen mußten sich mit Johannisbeerwein begnügen, der im vorigen Sommer gezogen worden war. 1940 war ein guter Weinsommer, wie überhaupt sich jenes Jahr gut anließ. Es wird wieder gute Jahre geben und Wein für kommende Feste. »Noch haben wir von allem genug«, beteuerte die Mutter. Opa Wilhelm nahm den Urlauber beiseite, um ihm zu sagen, die Russen seien gutmütige Menschen, nur wenn sie Wodka bekämen, neigten sie zur Wildheit.“

 

 

 

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Arno Surminski (Jäglack, 20 augustus 1934)