19-05-17

Constantin Göttfert, Karel van het Reve, Simone van Saarloos, Gijs IJlander, Thera Coppens, H.W.J.M. Keuls, Jodi Picoult, Yahya Hassan, Ruskin Bond

 

De Oostenrijkse dichter en schrijver Constantin Göttfert werd op 19 mei 1979 in Wenen geboren. Zie ook alle tags voor Constantin Göttfert op dit blog.

Uit: Satus Katze

Was ist?, fragte die Frau vor mir.
Als sie nach dem Mobiltelefon griff, bemerkte ich, dass auch ihre Finger durch kleine Risse entstellt waren.
Du hast von einer Katze in Finnland gesprochen, sagte ich.
Die Sonne war zur Hälfte hinter die Fassade gesunken, die Frau fragte mich nicht, ob ich mich setzen wollte, sie legte das Mobiltelefon wieder hin. Das Symbol blinkte nicht mehr.
Was ist mit Finnland?, fragte sie.
Sie schob sich den Löffel aus der Kaffeetasse in den Mund.
Etwas Milchschaum blieb an ihren breiten Lippen kleben.
Es ist die Katze, sagte ich, du hast von der Katze gesprochen.
Ich setzte mich. Bei einem vorbeikommenden Kellner bestellte ich Kaffee.
Sie hob ihr Mobiltelefon wieder kurz an, als wollte sie nur die Uhr ablesen, aber in ihrem Blick registrierte ich eine plötzliche Wachsamkeit. Ich deutete auf die Kratzspuren an ihren
Armen. Sie winkte dem Kellner.
Ich hatte Angst, sie würde ihn um Hilfe bitten. Er würde mich abweisen, ich müsste aufstehen und an meinen Platz zurückkehren.
Sie verwischte die Wassertropfen, die der Brunnen auf ihre verkrusteten Wunden gesprüht hatte.
Es ist ja kein Zufall, sagte ich.
Was meinst du?, fragte sie.
Dass ich dich treffe, sagte ich. Ich kenne deine Stimme.
Du hast neben ihm gesessen, und auch seine Stimme habe ich erkannt.“

 

 
Constantin Göttfert (Wenen, 19 mei 1979)

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19-05-16

Constantin Göttfert, Karel van het Reve, Gijs IJlander, Thera Coppens, Jodi Picoult, Yahya Hassan, Ruskin Bond, Fritz Rudolf Fries, Luuk Wojcik

 

De Oostenrijkse dichter en schrijver Constantin Göttfert werd op 19 mei 1979 in Wenen geboren. Zie ook alle tags voor Constantin Göttfert op dit blog.

Uit: Steiners Geschichte

„Die Gletscherwasser aus dem tschechischen Riesengebirge hatten den aufgeschütteten Kies überschwemmt, sie schaukelten die vertäute Fähre. Hochwasser, kein Betrieb stand dort, Povodefi, z”iadnci prevädzka. Ich erreichte Ina, fasste nach ihrer Hand, um ihr über die Absperrung zu helfen. «Pass auf», sagte ich. Sie setzte den zweiten Fuß über die Kette, schlug sich den Schnee vom Mantelsaum, und noch halb in dieser Bewegung beugte sie sich zu mir und küsste mich auf die Wange.
Die Tür war nur mit einem Riegel gesichert. Ina löste den Mechanismus. Sie bückte sich vor mir in die Kajüte, fasste nach meiner Hand. Ich missverstand sie. «Die Streichhölzer», sagte sie, «gib mir die Streichhölzer.»
Aus einer rußigen Laterne fiel Licht in einen Raum von sieben oder acht Quadratmetern: ein Tisch, ein Stuhl, eine abgelegte Lesebrille, drei Fotos, ein Stapel leerer CD-Hüllen, eine halb ausgetrunkene und eingedrückte Flasche Mineralwasser.
Ich rückte die Lampe in die Mitte des Tisches. Dabei schwappte etwas Petroleum über meine Fingerspitzen. Der Verschluss fehlte. Es war warm und klebrig. Ich wischte es ab.
Ina griff nach einer Blechkanne, in der noch Reste von Kaffee schwammen, sie füllte zwei Tassen, klopfte Trockenmilchpulver aus einer Dose, als wäre sie hier zuhause. Sie trank nur einen einzigen Schluck, bevor sie sich erschöpft in den Stuhl fallen ließ.
«Und jetzt?», fragte ich.
Sie sagte: «Ich weiß es nicht.»
In einem aufgeschlagenen Buch hatte der Fährmann die Anzahl der Fahrgäste aufgelistet, in Spalten getrennt zwischen Autci, Motocykle und Bicykle, alles in Kurrentschrift, die zu lesen mir Mühe machte. An manchen Wintertagen setzten nur vier oder fünf Personen über die March, aber wegen des Hochwassers war er jetzt schon seit fünf Tagen ohne Fuhre gewesen.“

 

 
Constantin Göttfert (Wenen, 19 mei 1979)

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19-05-15

Constantin Göttfert, Karel van het Reve, Gijs IJlander, Thera Coppens, Jodi Picoult, Yahya Hassan, Ruskin Bond, Luuk Wojcik

 

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Uit: Steiners Geschichte

„Ina stellte den Motor nicht ab, auch die Scheinwerfer nicht, sie kurbelte nur das Fenster einen Spalt weit hinab, sodass ich einen Moment lang dachte, sie wolle einem Mann, der drüben am anderen Ufer entlangging, etwas zurufen.
Sie hatte kurz geweint. Jetzt blickte sie mit ruhig an- und abschwellender Brust über ihre kleinen Hände, die immer noch auf dem Lenkrad ruhten, hinweg auf die dunkle March.
«Du willst jetzt dort hingehen?», fragte ich. «Und warum?»
Ich wusste es. Sie suchte eine Geschichte. Eine Geschichte über ihren Großvater.
Sie schob den Türhebel hoch. Mit dem Ellenbogen stieß sie die Tür auf, setzte zuerst einen Stiefel aus dem Wagen, bevor sie mit dem Körper nachrutschte und den sich bereits deutlich unter ihrer Jacke wölbenden Bauch vom Druck des Lenkrades befreite. Mit beiden Händen fasste sie nach dem Wagendach, zog sich aus dem Wagen heraus.
In einem Schlammloch sank sie ein, sie taumelte. Eine Krähe riss sich kreischend vor ihr aus dem schlammigen Unterholz. Ina sah ihr nach, bis sie hinter dem schneebedeckten Dach einer Fischerhütte verschwand. Ich widerstand dem Impuls, Ina nachzueilen. Ich drückte nur selbst die Wagentür auf und beugte mich hinaus, um besser sehen zu können, wohin sie ging. Ich wollte ihr etwas nachrufen, aber ich wusste nicht, was. Man konnte hören, wie die Eisschollen vom Flussufer brachen und leise an die Blechwand der vertauten Fähre klopften. Der Geruch der faulenden Blätter in den quadratischen Netzen der Fischer stieg jetzt zu mir in die Kabine, die Fäulnis von morschem Holz.
«Jetzt komm schon!», rief sie. «Komm schon!» Dabei schlug sie sich 7 mit den behandschuhten Handflächen auf die Oberschenkel. Das sah aus, als wollte sie einen Hund zu sich rufen.“

 

 
Constantin Göttfert (Wenen, 19 mei 1979)

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19-05-14

Constantin Göttfert, Karel van het Reve, Gijs IJlander, Jodi Picoult, Yahya Hassan, Ruskin Bond

 

De Oostenrijkse dichter en schrijver Constantin Göttfert werd op 19 mei 1979 in Wenen geboren. Zie ook alle tags voor Constantin Göttfert op dit blog.

Uit: Satus Katze

„Sie sprach Englisch in ein Mobiltelefon, das Gespräch schien bereits am Ende angelangt. Mehrmals sagte sie: Ja, ich verstehe, ja, wie du willst, du kannst machen, was du willst. Ich will nicht dabei sein.
Sie saß hinter dem Brunnen. Nur eine graue Tasche, die an ihren gebräunten Beinen lehnte, konnte ich sehen. Mit ihren weißen Sandalen zog sie Furchen in den Kies, die sie später wieder verwischte.
Und du bist sicher, hörte ich ihre Stimme wieder, dass du die Katze nicht mit zurück nach Finnland nehmen willst?
Kurze Zeit später stand ich an ihrem Tisch. Sie war eine Frau Anfang dreißig, ihre Haare sahen aus, als wären sie absichtlich mit Haarspray zu groben Strähnen verklebt worden: hellbraun und gelockt, Wangen und Stirn waren bleich geschminkt, als wollte sie hässlich und verwahrlost erscheinen.
Sie las eine SMSvon ihrem aufgeklappten Handy, schüttelte den Kopf. An der Innenseite ihres Oberarms waren mehrere Kratzer.
Du starrst mich an, sagte sie plötzlich.
Sie legte das Mobiltelefon auf den Tisch zurück, ohne den Blick von mir abzuwenden. Auf dem Display ihres Mobiltelefons las ich die Worte: Kurzmitteilung gelöscht.
Die ganze Zeit über, sagte sie, starrst du mich an.
Ich deutete auf ihr Mobiltelefon auf dem Tisch. Ein blinkendes Symbol deutete an, dass eine neue Nachricht eingetroffen war.
Finnland, sagte ich.
Das Plakat vom Theater gegenüber sprang mir wieder ins Auge, ich bildete mir ein zu sehen, wie die Katze plötzlich den Kopf hob.“

 

 
Constantin Göttfert (Wenen, 19 mei 1979)

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19-05-13

Constantin Göttfert, Karel van het Reve, Gijs IJlander, Jodi Picoult, Ruskin Bond

 

De Oostenrijkse dichter en schrijver Constantin Göttfert werd op 19 mei 1979 in Wenen geboren. Zie ook mijn blog van 29 december 2010.

 

Uit: Satus Katze

 

„Das Plakat der Freien Bühne zeigte eine hässliche schwarze Katze, deren Fell mehrere kahle Stellen aufwies. Ich beugte mich wei-ter vor, Schweiß hatte den Rücken meines Hemdes mit der Sessellehne verklebt. Von meinem Klapptisch im gegenüberliegenden Gastgarten des Café Wortner konnte ich den Namen des Stückes nicht erkennen. Der Springbrunnen in der Mitte  des Platzes warf Feuchtigkeit auf die Zeitungen der Gäste, bei jedem Windstoß segelten winzige weiße Blüten blätter aus den Kirschbaumzweigen auf meine Unterarme herab. Mit einer  Hand schirmte ich die Augen gegen die tief stehende Sonne ab, aber die Buchstaben auf dem Plakat blieben unleserlich.

Es war Mitte Mai. Nach längerer Abwesenheit war ich wieder nach Wien zurückgekehrt. Durch ein Stipendium einer Kulturstiftung der Universität Oulu hatte ich einige Monate in Finnland verbracht. Per Vertrag war ich dazu verpfl ichtet, über den Fortschritt des eingereichten Arbeitsprojektes Auskunft zu geben, und seit meiner Ankunft in Wien Schwechat überlegte  ich nun, wie ich der Universität klarmachen konnte, dass ich schon seit Stipendienbeginn nichts mehr geschrieben hatte.

Ich blätterte durch die Seiten meines Notizbuches, überflog einige Einträge, blätterte weiter, die Blütenblätter klebten an meinen Unterarmen. Nichts von dem, was ich in Finnland erlebt hatte, hatte ich niedergeschrieben, nicht einen Satz, nicht ein Wort, doch nun nahm ich den Stift, blickte auf das Plakat an der gegenüberliegenden Straßenseite, in die halb geschlossenen Augenlider der Katze, und mit rasender Geschwindigkeit schrieb ich die Worte:

die Katzen meiner Nachbarin nieder.

Eine Straßenbahn zog ratternd über die Wiedner Hauptstraße, gefolgt von einer Kolonne Autos, aus deren offen stehenden Seitenscheiben Musik kam.

Ich schlug das Notizbuch zu und bückte mich nach dem Stift, der über die Tischkante in den Kies gerollt war, als ich auf die Stimme einer jungen Frau aufmerksam wurde, die an einem der Nachbartische telefonierte.“

 

 

 

Constantin Göttfert (Wenen, 19 mei 1979)

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19-05-12

Constantin Göttfert

 

De Oostenrijkse dichter en schrijver Constantin Göttfert werd op 19 mei 1979 in Wenen geboren. Zie ook mijn blog van 29 december 2010.

 

Uit: Im Hotelzimmer

“Auf dem Bett lagen ein Mann und eine Frau, beide völlig nackt. In einem Anflug von Zärtlichkeit hatte er eben ihren Kopf zu sich herangezogen, mit beiden Händen hielt er ihn jetzt, ihre spitzen Ohren zwischen Zeige- und Mittelfinger eingeklemmt, als das Telefon am Nachtkästchen kurz klingelte, nicht öfter als zwei oder dreimal, lang genug jedoch, um ihn aus seinem Tagtraum zu reißen.
Es war ein grünes Tastentelefon. Wählen Sie 0 für den Zimmerservice stand dort in mehreren Sprachen. Es ängstigte ihn. Er wollte jetzt alles fallenlassen und aufstehen, den riesigen Zimmerschlüssel aus dem Aschenbecher nehmen, aber er hatte nicht die Kraft dazu.
Die Balkontür war nur angelehnt, er hörte die Brandung und die Möwen, die über den nackten, roten Felsen gegen den Wind ankämpften, er hörte ihr Kreischen wie das von Kindern. Eine graue Wolkenschicht überdeckte das Dorf mit seinen unzähligen Giebeln und Kirchturmspitzen, hüllte es ein, verschlang es.
Eine Hitze stieg in ihm hoch. Er musste sich darüber klar werden, wo er war. Der Kopf der jungen Frau lag in seinen Handschalen, immer noch waren ihre Augen geschlossen. Der Ausdruck in ihrem Gesicht erschien ihm jetzt vielmehr unverbindlich als liebevoll, ein Lächeln wie es Zimmermädchen hatten, die in Anwesenheit des Gastes die Decke glatt strichen. Sie schlief noch fest, er wollte sie nicht wecken.”

 

 


Constantin Göttfert (Wenen, 19 mei 1979)

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12-04-11

José Gautier Benítez, Alexander Ostrovski, Guillaume-Thomas Raynal, Edward de Vere, Constantin Göttfert

 

De Puertoricaanse dichterJosé Gautier Benítez werd geboren op 12 april 1848 in Caguas. Zie ook mijn blog van 12 april 2007 en ook mijn blog van 12 april 2009en ook mijn blog van 12 april 2010.

 

Uit: Puerto Rico (Fragment)

 

Above the waters of the sea, which you rule;

A vase of flowers, swaying

Among foam and coral, perfumes and pearls;

You, that at evening pour over the sea,

With the colors that your sunset put on,

Another ocean of floating flames;

You, that give me the air I breathe,

And life, and the song that breaks forth of its own accord! . . .

of this (American) world, you are the most beautiful fragment,

 

O my fatherland! broken off and flung into the sea

By a violent cataclysm.

But you brought only the beauty of the vast continent.

Without copying its pomp, or the terrors of its greatness.

Upon your mountains, neither the tiger, the lion, nor the jaguar

Utters its fierce and terrifying cry,

Nor does the boa constrictor coil upon the plains,

Nor does the untamed and savage alligator

Disturb the pure, transparent water

Of your gentle rivers . . .

Nor do your mountains, shaken upon their foundations,

Sound with sudden tumult.

When, with hoarse, titanic breathing,

Orizaba and Cotopaxi roar.

 

No Niagara makes your soil tremble

With the fall of its immense cataract.

Where Iris, painter of heaven,

Joins to its borders of shining silver,

Gold and crimson, purple and topaz.

While the condor, monarch of space,

Mirrors himself proudly in its crystal;

 

 

 

José Gautier Benítez (12 april 1848 – 24 januari 1880)

Standbeeld in Caguas, Puerto Rico

 

 

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29-12-10

Brigitte Kronauer, Carmen Sylva, Herbert Hindringer, Constantin Göttfert

 

De Duitse schrijfster Brigitte Kronauer werd geboren op 29 december 1940 in Essen. Zie ook mijn blog van 29 december 2006  en ook mijn blog van 29 december 2007 en ook mijn blog van 29 december 2008 en ook mijn blog van 29 december 2009.

 

Uit: Teufelsbrück

 

„Im EEZ, unmittelbar vor dem Zusammenstoß mit einem fremden Paar, muß ich in merkwürdiger Stimmung gewesen sein. Momentan keine Ahnung, wieviel Zeit inzwischen vergangen ist. Ich hatte auf meine Uhr gesehen. Genau sechs! Und dann auf eine männliche Schaufensterpuppe, die einen dreifarbigen Slip trug. Das lebensecht gewölbte Mittelstück grün, die gelben Seitenteile durch rote Abnäher fröhlich separiert, und mir war so traurig zumute. Ich wußte nicht, warum.

»Mein Vöglein mit dem Ringlein rot
singt Leide, Leide, Leide,
es singt dem Täublein seinen Tod
singt Leide, Lei -«
ging mir noch durch den Kopf. Da lag ich schon auf den Knien, spürte einen eindeutigen körperlichen Schmerz und hörte wie von fern:
»Zuküth, ziküth, ziküth.«
»Wie blöd, wie blöd«, wurde gleichzeitig oder in Wirklichkeit ganz in meiner Nähe geflüstert. Aber der Mann, der umständehalber mit mir auf dem Boden kniete und mich versehentlich umschlang, hatte es nicht gesagt. Er lächelte ja, ohne den Mund zu öffnen, ohne die Lider zu heben, was mich sofort aufreizte. Noch bevor ich feststellen konnte, daß wir in unseren gegenwärtigen Positionen gleich groß waren , genoß ich den Eindruck, blitzschnell, ehe er vorüber war, in den Armen eines eleganten Verbrechers gelandet zu sein. Hatte ich mir das etwa mein Leben lang gewünscht?“

 

 

 

 

Brigitte Kronauer (Essen, 29 december 1940)

 

 

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12-04-10

Alexander Ostrovski, José Gautier Benítez, Guillaume-Thomas Raynal, Edward de Vere, Constantin Göttfert


De Russische toneelschrijver Alexander Nikolajewitsj Ostrovski werd geboren op 12 april 1823 in Moskou. Zie ook mijn blog van 12 april 2007 en ook mijn blog van 12 april 2008 en ook mijn blog van 12 april 2009.

 

Uit: Sin And Sorrow Are Common To All

 

„KARP is unfastening a valise, and ZÁYCHIKHA (PROKÓFYEVNA) is looking out of the window.

PROKÓFYEVNA. Just look, dear sir, how many people have gathered.

KARP. What do they want? Why are they curious?

PROKÓFYEVNA. Every one, dear sir, wishes to know who it is that has arrived.

KARP. They say you're provincials, and you certainly are provincials. Well, tell them that it's Babáyev, Valentin Pávlich, a landowner.

PROKÓFYEVNA. [Speaking through the window] Babáyev, a landowner. [To
KARP] They're asking why you came.

KARP. On business, of course. Did you think we came here for sport? Much chance there would be for that here.

PROKÓFYEVNA. [Through the window] For business. [To KARP] Will you remain long?

KARP. We certainly haven't come to settle here. We may stay two days; not longer, you may be sure.

PROKÓFYEVNA. [Through the window] For two days. [Withdraws from the window] Now I've satisfied them. In five minutes the entire city will know.

KARP. Your lodging is all right; it's clean.

PROKÓFYEVNA. Certainly it's clean, sir. No great frills, but it's clean. Of course there's no great travelling to our town.

KARP. It isn't on the highway.

PROKÓFYEVNA. Highway, not much! Yet the best people that do come here, lodge with me. I know a lot of the landowners who come here. They are used to me; very few of them ever go to the hotel.

KARP. Because it's so noisy.

PROKÓFYEVNA. Yes, I should say so! Down-stairs is a bar-room; and on market days the noise is dreadful. Please tell me, wasn't your master's mother Sofya Pavlovna, the wife of General Babáyev?“

 

 

 

 

Ostrovski
Alexander Ostrovski (12 april 1823 – 14 juni 1886)

Portret door Vasily Perov, 1871

 

 

 

 

De Puertoricaanse dichter José Gautier Benítez werd geboren op 12 april 1848 in Caguas. Zie ook mijn blog van 12 april 2007 en ook mijn blog van 12 april 2009.

 

Pueto Rico (Fragment)

 

Borinquen, name so pleasant to the mind,

Like some sweet memory of a love profound!

Garden of beauty, where can mortals find

Its equal even where lovely spots abound?

 

Pearl that the sea from deep shellpile has snatched

Amid the pounding of its pleasant waves,

A sleepy heron in white spume unmatched,

You doze as foamy tide your shoreline laves.

Island bedecked by palm fronds, in the breeze

Tossing a kiss afar across the seas.

 

You seem to one arriving on your soil

A lovely mystic city made of foam,

Fantastic haven far removed from toil

That mermaids sporting near regard as home.

 

 

 

Vertaald door W. K. Jones en Roberto Màrquez

 

 

 

 

benitez
José Gautier Benítez (12 april 1848 – 24 januari 1880)

Standbeeld in Caguas, Puerto Rico

 

 

 

 

De Franse schrijver Guillaume-Thomas Raynal (Abbé Raynal ) werd geboren op 12 april 1713 in Lapanouse de Séverac. Zie ook mijn blog van 12 april 2007 en ook mijn blog van 12 april 2009.

 

Uit: l'Histoire des deux Indes

 

„Ignore le péril qui te menace, puisque tes alarmes empoisonneraient tous les instants de ta vie et ne te garantiraient de rien. Ignore combien ton existence est précaire. Ignore qu’elle tient à la chute fortuite d’un ruisseau, à l’infiltration peut-être avancée d’une petite quantité des eaux qui t’environnent dans la chaudière souterraine à laquelle on a voulu que ton domicile servit de couvercle. Si tu sortais un moment de ta stupidité, que deviendrais tu ? Tu verrais la mort circuler sous tes pieds. Le bruit sourds des torrents de souffre mis en expansion, obséderait ton oreille. Tu sentirais osciller la croute qui te soutient. Tu l’entendrais s’entrouvrir avec fracas. Tu t’élancerais de ta maison. Tu courrais éperdu dans tes rues. Tu croirais que les murs de ton habitation, que tes édifices s’ébranlent et que tu vas descendre au milieu de leurs ruines, dans le gouffre creusé, si non pour toi, du moins pour tes infortunés descendants. La consommation du désastre qui les attend, sera plus courte que mon récit. Mais s’il existe une justice vengeresse des grands forfaits, s’il est des enfers : c’est là, je l’espère, qu’iront gémir dans les flammes qui ne s’éteindront point, les scélérats qui aveuglés par des vues d’intérêts, en ont imposé au trône, et dont les funestes conseils ont élevé le monument d’ignorance et de stupidité que tu habites, et qui n’a peut être qu’un moment à durer ».
 

 

 

raynal
Guillaume-Thomas Raynal (12 april 1713 – 6 maart 1796)

 

 

 

 

De Engelse hoveling, dichter en toneelschrijver Edward de Vere, 17e graaf van Oxford, werd geboren op 12 april 1550 in Castle Hedingham. Zie ook mijn blog van 12 april 2009.

 

 

Love Thy Choice

 

Who taught thee first to sigh, alas, my heart ?
Who taught thy tongue the woeful words of plaint ?
Who filled your eyes with tears of bitter smart ?
Who gave thee grief and made thy joys to faint ?
Who first did paint with colours pale thy face ?
Who first did break thy sleeps of quiet rest ?
Above the rest in court who gave thee grace ?
Who made thee strive in honour to be best ?
In constant truth to bide so firm and sure,
To scorn the world regarding but thy friends ?
With patient mind each passion to endure,
In one desire to settle to the end ?
Love then thy choice wherein such choice thou bind,
As nought but death may ever change thy mind.

 

 

 

 

Edward-de-Vere-1575
Edward de Vere (12 april 1550 – 24 juni 1604)

Gravure door J. Brown naar G.P. Harding, 1575

 

 

Onafhankelijk van geboortedata:

 

De Oostenrijkse schrijver Constantin Göttfert werd in 1979 in Wenen geboren. Hij studeerde germanistiek en literatuurwetenschappen in Wenen en sinds 2007 volgt hij tevens een studie aan het Deutsche Literaturinstitut Leipzig. Naast zijn schrijverschap werkt hij als vertaler, redacteur en tekstschrijver. In 2007 ontving hij de Wiener Werkstattpreis. In 2009 werd hij stadsschrijver van Schwaz / Tirol.

 

Uit: Detroit

 

„Wir sollen sofort anhalten, sagte er. Ich saß am Beifahrersitz, er hinten, ausgestreckt, den Kopf zwischen den Händen haltend, als wolle er ihn zerdrücken. „Du schläfst nicht mehr?“, fragte ich. Seine Augen wirkten wie hineingesteckt in diesen haarlosen, glatten Schädel. „Er übergibt sich“, sagte ich, ohne wegsehen zu können, „Gerhard, du musst anhalten!“ - „Scheiße“, kam die Antwort. Wir waren Brüder. Gerhard bremste ab,schaltete die Warnblinkanlage ein. „Scheiße, ich bin mitten am Highway“, sagte er.

   Man zog hier die Landschaft an den Autos vorbei. Derselbe gelbe Pickup schon seit Stunden neben uns wie ein alter Bekannter. Millionen von Menschen in ihren fahrenden Käfigen im Gleichschritt, während sich die Highways wie unendlich lange Förderbänder durch die Landschaft fraßen. Lebewesen aus Blech, fünfspurig diszipliniert in der Art, wie sie durch diese Landschaft kriechen durften.

   Von der Rückbank Würgelaute: Er schluckte Magensaft, verzog das Gesicht und hielt beide Hände vor den Mund. Endlich unser Wagen am Pannenstreifen, der „hard shoulder“, wie sie es aufgrund der Rillen in der Fahrbahn nannten. Unser Lincoln dröhnte. Augenblicke, nachdem wir standen, hörte ich, wie Manuel die Autotür aufriss.

   „Wenn ich sage sofort, meine ich sofort“, sagte Manuel. Sein Gesicht war grau, tief darin die kleinen, schwitzenden Augen. Sein glatt rasierter Schädel erinnerte mich an einen Stein. „Scheiße“, sagte Gerhard leise. „35 Meilen noch bis Detroit.“ Er drehte sich um: „Schaffst du das?“ Ich blickte auf die Uhr: Es war kurz nach 11. Im Wagen geisterhafte Stille, während draußen die Autos an uns vorbeischossen. Wir wechselten Blicke: Manuel sah mich an, dann Gerhard, der wieder mich und ich wieder Manuel: ein Reigen. Jemand musste sprechen.“

 

 

 

goettfert
Constantin Göttfert (Wenen, 1979)