05-09-17

250 jaar August Wilhelm Schlegel, Marcel Möring, Herman Koch, Jos Vandeloo, Margaretha Ferguson, Ward S. Just, Heimito von Doderer, Rachid Boudjedra, Peter Winnen

 

De Duitse literatuurcriticus, dichter, schrijver en verrtaler August Wilhelm Schlegel werd geboren in Hannover op 5 september 1767. Dat is vandaag precies 250 jaar geleden. Zie ook alle tags voor August Wilhelm Schlegel op dit blog

 

Zueignung des Trauerspiels Romeo und Julia

Nimm dieß Gedicht, gewebt aus Lieb' und Leiden,
Und drück' es sanft an deine zarte Brust.
Was dich erschüttert, regt sich in uns beiden,
Was du nicht sagst, es ist mir doch bewußt.
Unglücklich Paar! und dennoch zu beneiden;
Sie kannten ja des Daseins höchste Lust.
Laß süß und bitter denn uns Thränen mischen,
Und mit dem Thau der Treuen Grab erfrischen.

Den Sterblichen ward nur ein flüchtig Leben:
Dieß flücht'ge Leben, welch ein matter Traum!
Sie tappen, auch bei ihrem kühnsten Streben,
Im dunkel hin, und kennen selbst sich kaum.
Das Schicksal mag sie drücken oder heben:
Wo findet ein unendlich Sehnen Raum?
Nur Liebe kann den Erdenstaub beflügeln,
Nur sie allein der Himmel Thor entsiegeln.

Und ach! sie selbst, die Königin der Seelen,
Wie oft erfährt sie des Geschickes Neid!
Manch liebend Paar zu trennen und zu quälen
Ist Haß und Stolz verschworen und bereit.
Sie müßen schlau die Augenblicke stehlen,
Und wachsam lauschen in der Trunkenheit,
Und, wie auf wilder Well' in Ungewittern,
Vor Todesangst und Götterwonne zittern.

Doch der Gefahr kann Zagheit nur erliegen,
Der Liebe Muth erschwillt, je mehr sie droht.
Sich innig fest an den Geliebten schmiegen,
Sonst kennt sie keine Zuflucht in der Noth.
Entschloßen sterben, oder glücklich siegen
Ist ihr das erste, heiligste Gebot.
Sie fühlt, vereint, noch frei sich in den Ketten,
Und schaudert nicht bei Todten sich zu betten.

Ach! schlimmer droh'n ihr lächelnde Gefahren,
Wenn sie des Zufalls Tücken überwand.
Vergänglichkeit muß jede Blüth' erfahren:
Hat aller Blüthen Blüthe mehr Bestand?
Die wie durch Zauber fest geschlungen waren,
Löst Glück und Ruh und Zeit mit leiser Hand,
Und, jedem fremden Widerstand entronnen,
Ertränkt sich Lieb' im Becher eigner Wonnen.

Viel seliger, wenn seine schönste Habe
Das Herz mit sich in's Land der Schatten reißt,
Wenn dem Befreier Tod zur Opfergabe
Der süße Kelch, noch kaum gekostet, fleußt.
Ein Tempel wird aus der Geliebten Grabe,
Der schimmernd ihren heil'gen Bund umschleußt.
Sie sterben, doch im letzten Athemzuge
Entschwingt die Liebe sich zu höherm Fluge.

Dieß mildert dir die gern erregte Trauer,
Die Dichtung führt uns in uns selbst zurück.
Wie fühlen beid' in freudig stillem Schauer,
Wir sagen es mit schnell begriffnem Blick:
Wie unsers Werths ist unsers Bundes Dauer,
Ein schön Geheimniß sichert unser Glück.
Was auch die ferne Zukunft mag verschleiern,
Wir werden stets der Liebe Jugend feiern.

 

 
August Wilhelm Schlegel (5 september 1767 — 12 mei 1845)
Portret door Johann Friedrich August Tischbein, rond 1800

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05-09-16

August Wilhelm Schlegel

 

De Duitse literatuurcriticus, dichter, schrijver en verrtaler August Wilhelm Schlegel werd geboren in Hannover op 5 september 1767. August Wilhelm Schlegel was de oudere broer van Friedrich Schlegel. De gebroeders Schlegel stonden aan de wieg van een romantische beweging, die niet enkel op literair, maar ook op historisch-taalkundig gebied vruchtbaar is geweest. De gebroeders Schlegel ontwikkelden een nieuwe vorm van recenseren, in hun zoektocht naar karakteristieken. De hele vroeg-romantische beweging was een reactie op de nuchtere, sobere Verlichting, die als gevoelloos ervaren werd. De vader van August en Friedrich was Johann Adolf Schlegel, Luthers predikant en zelf een dichter. August stamt uit een gezin met dertien kinderen. Hij bezocht het gymnasium in zijn geboortestad en studeerde in Göttingen waar hij theologie voor filologie inwisselde. Gottfried August Bürger beïnvloedde zijn leerling. In 1788 behaalde hij zijn eerste academische prijs met een verhandeling over geografie bij Homerus. In 1790 kwam zijn broer Friedrich naar de Universiteit van Göttingen. In 1791 sloot August zijn studie af en leverde een gedeeltelijke vertaling uit “De goddelijke komedie” van Dante en Shakespeare's “Midsummer Night’s Dream”. Van 1791-1795 was Schlegel huisleraar bij de Amsterdamse koopman/bankier Hendrik Muilman. Na Amsterdam vestigde hij zich in Jena omdat hij door Schiller werd uitgenodigd als medewerker aan het tijdschrift Horen. Jena bleek een unieke stad, daar woonden toentertijd ook Novalis, Johann Gottlieb Fichte en Hegel. De tegenstellingen tussen Schiller en zijn broer Friedrich, die elkaars werk bekritiseerden, leiden uiteindelijk tot ontslag van August. De broers kwamen in oktober 1797 tot de conclusie zelf een tijdschrift op te richten. De bedoeling was door te dringen tot de kern van iedere wetenschap, ieder systeem en iedere auteur. In december verliet Friedrich de stad en trok naar Berlijn. In het tijdschrift “Athenäum”, dat vanaf mei 1798 twee keer per jaar uitkwam, werden de Franse Revolutie, het werk van Goethe en Fichtes wetenschapsleer besproken. Friedrich was de theoreticus en filosoof van het tijdschrift, August de filoloog en criticus, Schleiermacher de moralist en theoloog van de "romatische academie". Tieck was de populaire verteller en Novalis de esoterische mysticus. Ook Caspar David Friedrich werkte mee. In 1798 werd August benoemd als buitengewoon hoogleraar en gaf college esthetiek. Rond het jaar 1800 waren Schlegel en zijn broer bijzonder gezaghebbende figuren. In zijn huwelijk kreeg hij problemen en August vertrok naar Berlijn. Ook Friedrich kreeg ruzie met zijn schoonzuster en met zijn broer. De voordrachten van August trokken in Berlijn de aandacht van vele literatoren. Het was duidelijk dat de Romantiek een stroming was die oorspronkelijk wilde zijn: in deze periode kwam het onderzoek naar de historische taalkunde op gang. August Schlegel was een der eersten die hierbij uitgebreid aandacht aan het oude Indië besteedden; hij wordt soms wel de grondlegger van de oriëntalistiek genoemd. In Berlijn ontmoette Schlegel Madame de Staël, die hem tot haar raadsman en vertrouweling maakt en hem meenam op haar reizen naar Italië, Frankrijk, Oostenrijk en Zweden. Veel van de ideeën die deze schrijfster in haar gezaghebbende boek “De l’Allemagne” heeft neergelegd, zijn haar door August Wilhelm ingegeven. Hij bleef in deze functie tot 1817. Na een tijd in Zwitserland, Noorwegen, Italië en Frankrijk verbleven te hebben keerde hij in 1815 naar Bonn terug. Hij werd er professor in de kunst- en literatuurgeschiedenis. Zijn werk concentreerde zich nu op vertalingen, waarin hij uitblonk: werk van Calderón de la Barca en Dante vertaalde hij virtuoos. Zijn naam is ook verbonden aan de complete vertaling van de werken van Shakespeare, die hij samen met Ludwig Tieck opzette (al dient opgemerkt dat de meerderheid ervan door Tiecks dochter Dorothea werd voltooid), de zogenaamde Schlegel-Tieck-vertaling. Zeer geslaagd zijn verder zijn vertaalde sonnetten van Petrarca.

Uit: Vorlesungen über schöne Literatur und Kunst

„„Das Schöne ist eine symbolische Darstellung des Unendlichen [...]. Man halte das Unendliche nicht etwan für eine philosophische Fiktion, man suche es nicht jenseits der Welt; es umgibt uns überall, wir können ihm niemals entgehen; wir leben, weben und sind im Unendlichen. Freilich haben wir seine Gewähr nur in unsrer Vernunft und Phantasie; mit den äußern Sinnen und dem Verstände können wir es nie ergreifen, denn diese bestehen eben nur durch ein beständiges Setzen von Endlichkeiten und Verneinen des Unendlichen. Das Endliche macht die Oberfläche unsrer Natur aus, sonst könnten wir keine bestimmte Existenz haben; das Unendliche die Grundlage, sonst hätten wir überall keine Realität.
Wie kann nun das Unendliche auf die Oberfläche, zur Erscheinung gebracht werden? Nur symbolisch, in Bildern und Zeichen. Die unpoetische Ansicht der Dinge ist die, welche mit den Wahrnehmungen der Sinne und den Bestimmungen des Verstandes alles an ihnen für abgetan hält; die poetische, welche sie immerfort deutet und eine figürliche Unerschöpflichkeit in ihnen sieht. [...] Dadurch wird erst alles für uns lebendig. Dichten ist nichts andres als ein ewiges Symbolisieren: Wir suchen entweder für etwas Geistiges eine äußere Hülle, oder wir beziehen ein Ã"ußres auf ein unsichtbares Innres.
[...]

Wie wir eben sahen, geht die Sprache vom bloßen Ausdruck durch willkürlichen Gebrauch zur Darstellung fort; wenn aber die Willkür ihr herrschender Charakter wird, so verschwindet die Darstellung, d. h. der Zusammenhang des Zeichens mit dem Bezeichneten; und die Sprache wird alsdann nichts als eine Sammlung logischer Ziffern, tauglich die Rechnungen des Verstandes damit abzumachen. Um sie wieder poetisch zu machen, muß also ihre Bildlichkeit hergestellt werden, weswegen allgemein das Uneigentliche, Ãobertragene, Tropische als dem poetischen Ausdrucke wesentlich betrachtet wird. Gewöhnlich macht man aber in den Vorschriften der Dichtkunst den bloßen Verstand zum Richter über die Schicklichkeit dieser, wie man meint, erlaubten Zieraten: es sollen Bilder und Vergleichungen gebraucht werden, aber sie dürfen nicht zu kühn sein, sondern sich nur eben über die nüchterne Prosa erheben. Manerkennt nicht an, daß die Poesie hierin überschwenglich und absolut ist, daß sie, nachdem ihr jedesmaliger Charakter es mit sich bringt, auch das Entfernteste verknüpfen und ineinander übergehen lassen kann. Die gegenseitige Verkettung aller Dinge durch ein ununterbrochenes Symbolisieren, worauf die erste Bildung der Sprache sich gründet, soll ja in der Wiederschöpfung der Sprache, der Poesie, hergestellt werden; und sie ist nicht ein bloßer Notbehelf unsers noch kindischen Geistes, sie wäre seine höchste Anschauung, wenn er je vollständig zu ihr gelangen könnte.“

 

 
August Wilhelm Schlegel (5 september 1767 - 12 mei 1845)
Portret door Adolf Hohneck, rond 1830