01-04-13

Am Ostermontage (Annette von Droste-Hülshoff)

 

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Vrolijk Pasen!

 

 

Noli me tangere door Antonio da Correggio, ca 1534

 

 

 

 

Am Ostermontage

Ev: Von den Jüngern die nach Emmaus gingen


Herr, eröffne mir die Schrift,
Deiner Worte Liebesmorgen,
Daß er leis' im Herzen trifft,
Was gewißlich drin verborgen.
Weiß es selber nicht zu finden,
Bin doch aller Hoffnung voll:
O, die Wolken werden schwinden,
Wenn die Sonne scheinen soll!

Soll der Glaube ferne sein,
Da die Liebe nicht verloren,
Da in Nächten stiller Pein
Mir die Hoffnung neu geboren?
Du mein Gott der Huld und Treue,
Den des Würmleins Krümmen rührt,
Hättest du umsonst die Reue
In dies starre Herz geführt?

Nein, mein Herr, das hast du nicht,
Deine Seelen sind dir teuer;
Wo nur noch ein Fünklein spricht,
Nahst du gern mit deinem Feuer.
O, ich fühl' es wohl, wie leise
Sich das neue Leben regt,
An der Gnade zarte Speise
Seine schwachen Lippen legt.

Manches ist mir wunderbar,
Manches muß mir dunkel scheinen;
Doch in deiner Liebe klar
Wird sich Alles freudig einen.
War der Nebel nur des Bösen,
Was als Nacht mich zagen ließ:
Wie sich meine Sünden lösen,
Tret' ich aus der Finsternis.

Herr, mit Tränen dank ich dir
Für dein übergnädig Walten,
Daß du deinen Glauben mir
In der Sünde vorenthalten:
Ach, ich hätte wie im Grimme
Neue Frevel nur erspäht,
Bis mir des Gewissens Stimme
Von dem Sturme überweht.

Deine Gnad' ist weich und warm,
Mag der Sorgfalt nicht entbehren,
Und mein Herz war kalt und arm
Solchen zarten Gast zu nähren.
Aber wie die Quellen springen,
Losgerissen von dem Weh,
Taucht sie sich mit milden Schwingen
In den heißen roten See.

Herr, ich habe viel geweint,
Daß ich oft wie zu zergehen
In der Seelennot gemeint,
Und wie ist mir heut' geschehen!
Daß ich gar so voll der Freuden
Und mich keine Angst bezwingt,
Ob mir gleich das alte Leiden
Riesig an die Seele dringt.

Und bei deinem heil'gen Buch,
Was mir heute fast wie offen,
Denk ich keinen einz'gen Fluch,
Kann nur lieben, kann nur hoffen,
Seh dich nur als Kindlein neigen,
Alles lieblich, alles lind;
Deine harten Worte schweigen,
Und ich weiß nicht, wo sie sind.

Das ist nur für diesen Tag,
O, viel anders wird es kommen;
Denn zu groß ist meine Schmach,
Solche Lust kann ihr nicht frommen;
Hast nur deinen Blitz gesendet,
Daß nicht irr' in meiner Pein
Ich mich wieder zugewendet
Dem verlaßnen Götzenhain.

Du unendlich süßes Glück,
Muß ich wieder dich verlieren,
Laß mir nur dein Bild zurück,
In dem Grolle mich zu rühren!
Oder, Herr, soll dieser Stunde
Überschwenglich Heil erstehn,
O, so laß des Grolles Wunde
Mir als Trauer offen gehn!

 

 

 

Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

Burg Hülshoff

 

 


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mijn drie vorige blogs van vandaag.

31-03-13

Am Ostersonntage (Annette von Droste-Hülshoff)

 

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een Vrolijk Pasen!

 


Verrijzenis door Raffaelino del Garbo, 1510

 

 

 

Am Ostersonntage

 

O, jauchze, Welt, du hast ihn wieder,

Sein Himmel hielt ihn nicht zurück!

O jauchzet! jauchzet! singet Lieder!

Was dunkelst du, mein sel'ger Blick?

 

Es ist zu viel, man kann nur weinen,

Die Freude steht wie Kummer da;

Wer kann so großer Lust sich einen,

Der all so große Trauer sah!

 

Unendlich Heil hab' ich erfahren

Durch ein Geheimnis voller Schmerz,

Wie es kein Menschensinn bewahren,

Empfinden kann kein Menschenherz.

 

Vom Grabe ist mein Herr erstanden,

Und grüßet alle die da sein,

Und wir sind frei von Tod und Banden,

Und von der Sünde Moder rein.

 

Den eignen Leib hat er zerrissen,

Zu waschen uns mit seinem Blut,

Wer kann um dies Geheimnis wissen,

Und schmelzen nicht in Liebesglut!

 

Ich soll mich freun an diesem Tage

Mit deiner ganzen Christenheit,

Und ist mir doch, als ob ich wage,

Da Unnennbares mich erfreut.

 

Mit Todesqualen hat gerungen

Die Seligkeit von Ewigkeit,

Gleich Sündern hat das Graun bezwungen

Die ewige Vollkommenheit.

 

Mein Gott, was konnte dich bewegen

Zu dieser grenzenlosen Huld!

Ich darf nicht die Gedanken regen

Auf unsre unermessne Schuld.

 

Ach, sind denn aller Menschen Seelen

Wohl sonst ein überköstlich Gut,

Sind sie es wert, dass Gott sich quälen,

Ersterben muss in Angst und Glut!

 

Und sind nicht aller Menschen Seelen

Vor ihm nur eines Mundes Hauch?

Und ganz befleckt von Schmach und Fehlen,

Wie ein getrübter dunkler Rauch?

 

Mein Geist, o wolle nicht ergründen,

Was einmal unergründlich ist;

Der Stein des Falles harrt des Blinden,

Wenn er die Wege Gottes misst.

 

Mein Jesus hat sie wert befunden

In Liebe und Gerechtigkeit;

Was will ich ferner noch erkunden?

Sein Wille bleibt in Ewigkeit!

 

So darf ich glauben und vertrauen

Auf meiner Seele Herrlichkeit!

So darf ich auf zum Himmel schauen,

In meines Gottes Ähnlichkeit!

 

Ich soll mich freun an diesem Tage:

Ich freue mich, mein Jesu Christ,

Und wenn im Aug' ich Tränen trage,

Du weißt doch, daß es Freude ist!

 

 

 

Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

Tuinkamer in het Rüschhaus nabij Drostes geboortehuis Burg Hülshoff


 

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30-03-13

Am Karsamstage (Annette von Droste-Hülshoff)

 

Bij Stille Zaterdag



Pietà door Pietro Perugino, c. 1483-1493

 

Am Karsamstage

 

Tiefes, ödes Schweigen,

Die ganze Erd' wie tot!

Die Lerchen ohne Lieder steigen,

Die Sonne ohne Morgenrot.

Auf die Welt sich legt

Der Himmel matt und schwer,

Starr und unbewegt,

Wie ein gefrornes Meer.

O Herr, erhalt' uns!

 

Meereswogen brechen,

Sie toben sonder Schall;

Nur die Menschenkinder sprechen,

Doch schaurig schweigt der Widerhall.

Wie versteinet steht

Der Äther um uns her;

Dringt wohl kein Gebet

Durch ihn zum Himmel mehr.

O Herr, erhalt'uns!

 

Sünden sind geschehen,

Für jedes Wort zu groß,

Daß die Erde müßt' vergehen,

Trüg' sie nicht Jesu Leib im Schoß.

Noch im Tod voll Huld

Erhält sein Leib die Welt,

Daß in ihrer Schuld

Sie nicht zu Staub zerfällt.

O Herr, verschon' uns!

 

Jesus liegt im Grabe,

Im Grabe liegt mein Gott!

Was ich von Gedanken habe,

Ist doch dagegen nur ein Spott.

Kennt in Ewigkeit

Kein Jesus mehr die Welt?

Keiner der verzeiht,

Und keiner der erhält?

O Herr, errett' uns!

 

Ach, auf jene Frommen,

Die seines Heils geharrt,

Ist die Glorie gekommen

Mit seiner süßen Gegenwart.

Harrten seiner Huld:

Vergangenheit die Zeit,

Gegenwart Geduld,

Zukunft die Ewigkeit.

O Herr, erlös' uns!

 

Lange, lange Zeiten

In Glauben und Vertraun,

Durch die unbekannten Weiten

Nach unbekanntem Heil sie schaun.

Dachten sich so viel,

Viel Seligkeit und Pracht.

Ach, es war wie Spiel,

Von Kindern ausgedacht.

O Herr, befrei' uns!

 

Herr, ich kann nicht sprechen

Vor deinem Angesicht!

Laß die ganze Schöpfung brechen,

Diesen Tag erträgt sie nicht.

Ach, was naht so schwer,

Ist es die ew'ge Nacht,

Ist's ein Sonnenmeer,

In tausend Strahlen Pracht?

O Herr, erhalt' uns!

 

 

 

Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

Het Rüschhaus nabij Drostes geboortehuis Burg Hülshoff, tuinkant

 

 

 

 

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28-03-13

Am Gründonnerstage (Annette von Droste-Hülshoff)

 

Bij Witte Donderdag

 

Het Laatste Avondmaal door Jacopo Bassano, 1542

 

 

 

Am Gründonnerstage

 

O Wundernacht, ich grüße!
Herr Jesus wäscht die Füße.
Die Luft ganz stille stand;
Man hört den Atem hallen
Und wie die Tropfen fallen
Von seiner heil'gen Hand.

Da Jesus sich tut beugen,
Ins tiefe Meer sich neigen
Wohl Inseln diesem Gruß.
Ist er so tief gestiegen,
So muß ich ewig liegen
Vor meines Nächsten Fuß.

Herr, ob sich gleich betöret
Die Seele mein empöret
Vor aller Niedrigkeit,
Daß ich vielmehr mein Leben
In Qualen aufzugeben
Für deinen Ruhm bereit:

So gib, daß ich nicht klage,
Wenn du in meine Tage
Hast alle Schmach gebannt;
Laß brennen meine Wunden,
So du mich stark befunden
Zu solchem harten Stand!

O Gott, ich kann nicht bergen,
Wie angst mir von den Schergen,
Die du vielleicht gesandt
In Krankheit oder Grämen
Die Sinne mir zu nehmen,
Zu töten den Verstand!

Es ist mir oft zu Sinnen,
Als wolle schon beginnen
Dein schweres Strafgericht;
Als dämmre eine Wolke,
Doch unbewußt dem Volke,
Um meines Geistes Licht.

Doch wie die Schmerzen schwinden,
Die mein Gehirn entzünden,
So flieht der Nebelduft,
Und mit geheimem Glühen
Fühl' ich mich neu umziehen
Die frische starke Luft.

Mein Jesu, darf ich wählen,
Ich will mich lieber quälen
In aller Schmach und Leid,
Als daß mir so benommen,
Ob auch zu meinem Frommen,
Die Menschenherrlichkeit.

Doch ist er so vergiftet,
Daß es Vernichtung stiftet,
Wenn er mein Herz umfleußt:
So laß mich ihn verlieren,
Die Seele heimzuführen,
Den reichbegabten Geist.

Hast du es denn beschlossen,
Daß ich soll ausgegossen
Ein tot Gewässer stehn
Für dieses ganze Leben:
So will ich denn mit Beben
An deine Prüfung gehn.

 

 

 


Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

Keuken in het Rüschhaus nabij Drostes geboortehuis Burg Hülshoff

 

 

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24-03-13

Am Palmsonntage (Annette von Droste-Hülshoff)

 

Bij Palmzondag

 

 

 

Intocht van Jezus in Jeruzalem

Mozaïek. Palermo, Cappella Palatina, meester van de paleiskapel, rond 1150

 

 

 

Am Palmsonntage

 

Der Morgentau will steigen;
Sind denn die Palmen grün?
Auf, laßt mit hellen Zweigen
Uns ihm entgegen ziehn!
Er will in unser Haus,
In unsre Kammern kommen;
Schon ziehen rings die Frommen
Mit Lobgesang heraus.

Ich kann nicht mit euch gehen,
Mir ist der Odem schwer;
Die Kreuzesfahnen wehen,
Ich folge nimmermehr.
Wie wird so klar die Luft?
O Jesu, süße Helle,
Du kömmst in meine Zelle,
In meine Modergruft!

Was soll ich dir bereiten,
Du wunderlieber Gast?
Ich möchte dich verleiten
Zu langer Liebesrast.
Wohlan, ich schmücke dich,
Will dich mit Blumen binden;
Du sollst dich nicht entwinden,
Das weiß ich sicherlich.

Aus deiner Mutter Rechten
Will ich um deinen Fuß
Die reine Lilie flechten
Mit demutsvollem Gruß.
Daß ich dich feßle ganz
Mit Liebesblumenringen,
Will um dein Haupt ich schlingen
Den heil'gen Rosenkranz.

Den Boden will ich streuen
Mit Palmen ganz und gar,
Mein Leiden dir zu weihen,
Was ich in diesem Jahr
Oft still, oft schwerer trug.
Es liegt zu deinen Füßen,
Es soll mich nicht verdrießen,
Dein Will' ist mir genug!

Wie soll ich mich doch finden
In deine Liebesmacht,
Daß du an meine Sünden
So gar nicht hast gedacht!
Ich lasse nicht von dir,
Mußt du gleich wieder scheiden.
Ich fühl' es wohl in Freuden,
Du kömmst noch oft zu mir.

 

 

 

 


Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

Italiaanse kamer in het Rüschhaus nabij Drostes geboortehuis Burg Hülshoff

 

 

 

Zie voor de schrijvers van de 24e maart ook mijn vorige drie blogs van vandaag.

13-02-13

Am Aschermittwoch (Annette von Droste-Hülshoff), Karol Wojtyla

 

 

Bij Aswoensdag

 

 

Aswoensdag door Franz Everhard Bourel, 1839

 

 

 

Am Aschermittwoch

 

Auf meiner Stirn dies Kreuz
Von Asche grau:
O schnöder Lebensreiz,
Wie bist du schlau
Uns zu betrügen!
Mit Farben hell und bunt,
Mit Weiß und Rot
Deckst du des Moders Grund;
Dann kömmt der Tod
Und straft dich Lügen.

Und wer es nicht bedacht
Und wohl gewußt,
Sein Leben hingelacht
In eitler Lust,
Der muß dann weinen;
Er achtet nicht was lieb;
Und was ihm wert,
Das flieht ihn wie ein Dieb,
Fällt ab zu Erd'
Und zu Gebeinen.

Was schmückt sich denn so hold
In bunter Seid'?
Was tritt einher in Gold
Und Perlgeschmeid'?
O Herr! ich hasche
Nach Allem, was nicht gut,
Nach Wahn und Traum,
Und hänge Erd' und Blut
Und Meeresschaum
Um bunte Asche.

Was wird so heiß geliebt?
Was legt in Band,
Ob's gleich nur Schmerzen gibt,
Sinn und Verstand?
O Herr, verzeihe!
Die Seele minnt man nicht,
Die edle Braut,
Und wagt um ein Gesicht,
Aus Staub gebaut,
Die ew'ge Reue!

Stellt ein Geripp' sich dar
Vor meinem Blick,
So sträubt sich mir das Haar;
Ich fahr' zurück
Vor dem, was ich einst bleibe,
Und werd' es selber noch,
Und weiß es schon,
Und trag' es selber doch
Zu bitterm Hohn
Im eignen Leibe!

Fühl' ich des Pulses Schlag
In meiner Hand,
Worüber sinn ich nach?
O leerer Tand:
Ob ich gesunde!
Und denke nicht betört,
Daß für und für
Ein jeder Pulsschlag zehrt
Am Leben mir,
Schlägt Todeswunde!

Du schnöder Körper, der
Mich oft verführt,
Mit Welt und Sünde schwer
Mein Herz gerührt,
Noch hast du Leben!
Bald liegst du starr wie Eis,
Der Würmer Spott,
Den Elementen preis;
O möge Gott
Die Seele heben!

 

 

 

Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

Meersburg: Fürstenhäusle met Droste-Museum

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10-01-13

Antonio Muñoz Molina, Annette von Droste-Hülshoff, Dennis Cooper, Adrian Kasnitz, Mies Bouhuys, Harrie Geelen

 

De Spaanse schrijver Antonio Muñoz Molina werd geboren op 10 januari 1956 in Úbeda in de provincie Jaén. Zie ook alle tags voor Antonio Muñoz Molina op dit blog

 

Uit: Sepharad (Vertaald door Margaret Sayers Peden)

 

“We had been away from our homes and our city for long, long months, but the smell and taste of them offered the same consolation as a letter, the same profound happiness and melancholy we felt after talking on the phone with our mothers or sweethearts. Our children, who spend the whole day glued to the telephone, talking for hours with someone they've seen only a short while before, can't believe that for us, not only in our childhood but our early teens as well, the telephone was still a novelty, at least in ordinary families, and because the system wasn't as yet automated, calling from one city to another-ringing someone up, as we said then-was a rather difficult undertaking that often meant standing in line for hours, waiting your turn in a public telephone office crammed with people. I'm not exactly an old man (although at times my wife says I seem ancient enough), but I remember when I had to call my mother at a neighbor's house and wait until they went to get her, all the while hearing footsteps in the wooden booth at the telephone company on the Gran Vía. Finally I would hear her voice and be overcome by an anguish I have felt only rarely since, a sensation of being far away and of having left my mother to grow old alone. We both would be nearly tongue-tied, because we used that exotic instrument so seldom that it made us very nervous, and we were consumed by the thought of how much we were paying for a conversation in which we barely managed to exchange a few formalities as trite as those in our letters: Are you well? Have you been behaving? Don't forget to wear your overcoat when you go out in the morning, it's getting cold. You had to swallow hard to work up the nerve to ask the person you were talking with to send a food package, or a money order. You hung up the telephone and suddenly all that distance was real again, and with that, besides the desolation of going outside on a Sunday evening, there was the contemptible relief of having put behind you an uncomfortable conversation in which you had nothing to say”.

 

Antonio Muñoz Molina (Úbeda, 10 januari 1956)

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25-07-12

Dolce far niente (Burg Hülshoff, Münster)

 

Dolce far niente

 

 

De Duitse dichteres en schrijfster Annette von Droste-Hülshoff werd op 10 januari 1797 op het slot Hülshoff in Westfalen geboren. Zie ook alle tags voor Annette von Droste-Hülshoff op dit blog.

 

 

Grüße

Steigt mir in diesem fremden Lande
Die allbekannte Nacht empor,
Klatscht es wie Hufesschlag vom Strande,
Rollt sich die Dämmerung hervor,
Gleich Staubeswolken mir entgegen
Von meinem lieben starken Nord,
Und fühl' ich meine Locken regen
Der Luft geheimnisvolles Wort -

Dann ist es mir, als hör' ich reiten
Und klirren und entgegenziehn
Mein Vaterland von allen Seiten,
Und seine Küsse fühl' ich glühn;
Dann wird des Windes leises Munkeln
Mir zu verworrnen Stimmen bald,
Und jede schwache Form im Dunkeln
Zur tiefvertrautesten Gestalt.

 

 

 

Burg Hülshoff



Und meine Arme muß ich strecken,
Muß Küsse, Küsse hauchen aus,
Wie sie die Leiber könnten wecken,
Die modernden, im grünen Haus;
Muß jeden Waldeswipfel grüßen,
Und jede Heid' und jeden Bach,
Und alle Tropfen, die da fließen,
Und jedes Hälmchen, das noch wach.

Du Vaterhaus, mit deinen Türmen,
Vom stillen Weiher eingewiegt,
Wo ich in meines Lebens Stürmen
So oft erlegen und gesiegt: -
Ihr breiten, laubgewölbten Hallen,
Die jung und fröhlich mich gesehn,
Wo ewig meine Seufzer wallen
Und meines Fußes Spuren stehn.

Du feuchter Wind von meinen Heiden,
Der wie verschämte Klage weint,
Du Sonnenstrahl, der so bescheiden
Auf ihre Kräuter niederscheint; -
Ihr Gleise, die mich fortgetragen,
Ihr Augen, die mir nachgeblinkt,
Ihr Herzen, die mir nachgeschlagen,
Ihr Hände, die mir nachgewinkt.

 

 

Burg Hülshoff


Und Grüße, Grüße, Dach, wo nimmer
Die treuste Seele mein vergißt
Und jetzt bei ihres Lämpchens Schimmer
Für mich den Abendsegen liest,
Wo bei des Hahnes erstem Krähen
Sie matt die graue Wimper streicht
Und einmal noch vor Schlafengehen
An mein verlaßnes Lager schleicht.

Ich möcht' euch alle an mich schließen,
Ich fühl' euch alle um mich her,
Ich möchte mich in euch ergießen,
Gleich siechem Bache in das Meer.
O, wüßtet ihr, wie krank gerötet,
Wie fieberhaft ein Äther brennt,
Wo keine Seele für uns betet
Und keiner unsre Toten kennt!

 

 

 

Annette von Droste-Hülshoff(10 januari 1797 — 24 mei 1848)
Borstbeeld in de tuin van Burg Hülshoff



Zie voor de schrijvers van de 25e juli ook mijn blog van 25 juli 2011 deel 1 en eveneens deel 2.

27-05-12

Annette von Droste-Hülshoff, Louis-Ferdinand Céline, Jan Blokker, Niels 't Hooft

 

Prettige Pinksterdagen!

 

 

 

The Descent of the Holy Spirit, Anthony van Dyck. 1618-1620

 

 

 

 

Am Pfingstsonntage

 

Still war der Tag, die Sonne stand

So klar an unbefleckten Domeshallen;

Die Luft in Orientes Brand

Wie ausgedorrt, ließ matt die Flügel fallen.

Ein Häuflein sieh, so Mann als Greis,

Auch Frauen knieend, keine Worte hallen,

Sie beten leis.

 

Wo bleibt der Tröster, treuer Hort,

Den scheidend doch verheißen du den Deinen?

Nicht zagen sie; fest steht dein Wort,

Doch bang und trübe muß die Zeit wohl scheinen.

Die Stunde schleicht; schon vierzig Tag'

Und Nächte harrten sie in stillem Weinen,

Und sahn dir nach.

 

Wo bleibt er? wo nur? Stund' an Stund',

Minute will sich reihen an Minuten.

Wo bleibt er denn? – und schweigt der Mund:

Die Seele spricht es unter leisem Bluten.

Der Wirbel stäubt, der Tiger ächzt

Und wälzt sich keuchend durch die sand'gen Fluten,

Die Schlange lechzt.

 

Da horch! ein Säuseln hebt sich leicht!

Es schwillt und schwillt und steigt zu Sturmes Rauschen.

Die Gräser stehen ungebeugt;

Die Palme starr und staunend scheint zu lauschen.

Was zittert durch die fromme Schar,

Was läßt sie bang' und glühe Blicke tauschen?

Schaut auf! nehmt wahr!

 

Er ist's, er ist's; die Flamme zuckt

Ob jedem Haupt; welch wunderbares Kreisen,

Was durch die Adern quillt und ruckt!

Die Zukunft bricht, es öffnen sich die Schleusen,

Und unaufhaltsam strömt das Wort

Bald Heroldsruf und bald im flehend leisen

Geflüster fort.

 

O Licht, o Tröster, bist du, ach!

Nur jener Zeit, nur jener Schar verkündet?

Nicht uns, nicht überall, wo wach

Und trostesbar sich eine Seele findet?

Ich schmachte in der schwülen Nacht,

O leuchte, eh das Auge ganz erblindet;

Es weint und wacht!

 

 



Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

Het kabinet ‚Annette von Droste-Hülshoff’ in het Stadtmuseum, Münster

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17-05-12

Christi Himmelfahrt (Annette von Droste-Hülshoff)

 

Bij Hemelvaart

 

 

'L’Ascensione di Cristo' door Il Garofalo, 1510-1520

 

 

 

Christi Himmelfahrt

 

Er war ihr eigen drei und dreißig Jahr.

Die Zeit ist hin, ist hin!

Wie ist sie doch nun alles Glanzes bar,

Die öde Erd', auf der ich atm' und bin!

Warum durft' ich nicht leben, als sein Hauch

Die Luft versüßte, als sein reines Aug'

Gesegnet jedes Kraut und jeden Stein?

Warum nicht mich? Warum nicht mich allein

O Herr, du hättest mich gesegnet auch!

 

Dir nachgeschlichen wär' ich überall

Und hätte ganz von fern,

Verborgen von gebüschesgrünem Wall,

Geheim betrachtet meinen liebsten Herrn.

Zu Martha hätt' ich bittend mich gewandt

Um einen kleinen Dienst für meine Hand:

Vielleicht den Herd zu schüren dir zum Mahl,

Zum Quell zu gehn, zu lüften dir den Saal –

Du hättest meine Liebe wohl erkannt.

 

Und draußen in des Volkes dichtem Schwarm

Hätt' ich versteckt gelauscht,

Und deine Worte, lebensreich und warm,

So gern um jede andre Lust getauscht;

Mit Magdalena hätt' ich wollen knien,

Auch meine Träne hätte sollen glühn

Auf deinem Fuß; vielleicht dann, ach, vielleicht

Wohl hätte mich dein selig Wort erreicht:

Geh hin, auch deine Sünden sind verziehn!

 

Umsonst! Und zwei Jahrtausende nun fast

Sind ihrem Schlusse nah',

Seitdem die Erde ihren süßen Gast

Zuletzt getragen in Bethania.

Schon längst sind deine Märtyrer erhöht,

Und lange Unkraut hat der Feind gesät;

Gespalten längst ist deiner Kirche Reich,

Und trauernd hängt der mühbeladne Zweig

An deinem Baume; doch die Wurzel steht.

 

Geboren bin ich in bedrängter Zeit;

Nach langer Glaubensrast

Hat nun verschollner Frevel sich erneut;

Wir tragen wieder fast vergeßne Last,

Und wieder deine Opfer stehn geweiht.

Ach, ist nicht Lieben seliger im Leid?

Bist du nicht näher, wenn die Trauer weint.

Wo Drei in deinem Namen sind vereint,

Als Tausenden in Schmuck und Feierkleid?

 

'S ist sichtbar, wie die Glaubensflamme reich

Empor im Sturme schlägt,

Wie Mancher, der zuvor Nachtwandlern gleich,

Jetzt frisch und kräftig seine Glieder regt.

Gesundet sind die Kranken; wer da lag

Und träumte, ward vom Stundenschlage wach;

Was sonst zerstreut, verflattert in der Welt,

Das hat um deine Fahne sich gestellt,

Und jeder alte, zähe Firnis brach.

 

Was will ich mehr? Ist es vergönnt dem Knecht,

Die Gabe seines Herrn

Zu meistern? Was du tust, das sei ihm recht!

Und ist dein Lieben auch ein Flammenstern,

Willst läutern du durch Glut, wie den Asbest,

Dein Eigentum von fauler Flecken Pest:

Wir sehen deine Hand und sind getrost,

Ob über uns die Wetterwolke tost,

Wir sehen deine Hand und stehen fest.

 

 

 

Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

Burcht Hülshoff bij Münster op een ansichtkaart

 

 

 

Zie voor de schrijvers van de 17e mei ook mijn vorige blog van vandaag.

06-04-12

Am Karfreitage (Annette von Droste-Hülshoff)

 

Bij Goede Vrijdag

 

 

 

Andrea del Castagno, Jezus aan het kruis, rond 1450,

National Gallery, Londen)

 

 

Am Karfreitage

 

Weinet, weinet, meine Augen,
Rinnt nur lieber gar zu Tränen,
Ach, der Tag will euch nicht taugen,
Und die Sonne will euch höhnen!
Seine Augen sind geschlossen,
Seiner Augen süßes Scheinen.
Weinet, weinet unverdrossen,
Könnt doch nie genugsam weinen!

 

Als die Sonne das vernommen,
Hat sie eine Trauerhülle
Um ihr klares Aug' genommen,
Ihre Tränen fallen stille.
Und ich will noch Freude saugen
Aus der Welt, der hellen, schönen?
Weinet, weinet meine Augen,
Rinnt nur lieber gar zu Tränen!

 

Still, Gesang und alle Klänge,
Die das Herze fröhlich machen!
"Kreuz'ge, kreuz'ge!" brüllt die Menge,
Und die Pharisäer lachen.
Jesu mein, in deinen Schmerzen
Kränkt dich ihre Schuld vor allen;
Ach, wie ging es dir zu Herzen,
Dass so viele mussten fallen!

 

Und die Vöglein arm, die kleinen,
Sind so ganz und gar erschrocken,
Dass sie lieber möchten weinen,
Wären nicht die Äuglein trocken;
Sitzen traurig in den Zweigen,
Und kein Laut will rings erklingen.
Herz, die armen Vöglein schweigen,
Und du musst den Schmerz erzwingen!

 

Weg mit goldenen Pokalen,
Süßem Wein vom edlen Stamme!
Ach, ihn sengt in seinen Qualen
Noch des Durstes heiße Flamme!
Dass er laut vor Schmerz muß klagen,
Erd und Himmel muß erbleichen,
Da die Henkersknecht' es wagen,
Gall' und Essig ihm zu reichen!

 

Weiche Polster, seidne Kissen,
Kann mir noch nach euch verlangen,
Da mein Herr, so gar zerrissen.
Muß am harten Kreuze hangen?
O wie habt ihr ihn getroffen,
Dorn und Nagel, Rut' und Spieße!
Doch das Schuldbuch liegt ja offen,
Dass sein heilig Blut es schließe.

 

In der Erde alle Toten
Fahren auf wie mit Entsetzen,
Da sie mit dem heil'gen, roten
Blute sich beginnt zu netzen.
Können nicht mehr ruhn die Toten,
Wo sein köstlich Blut geflossen;
Viel zu heilig ist der Boden,
Der so teuren Trank genossen.

 

Er, der Herr in allen Dingen,
Muss die eigne Macht besiegen,
Dass er mit dem Tod kann ringen,
Und dem Tode unterliegen.
Gänzlich muß den Kelch er trinken,
Menschenkind, kannst du's ertragen?
Seine süßen Augen sinken,
Und sein Herz hört auf zu schlagen.

 

Als nun Jesu Herz tut brechen:
Bricht die Erd' in ihren Gründen,
Bricht das Meer in seinen Flächen,
Bricht die Höll' in ihren Schlünden,
Und der Felsen harte Herzen
Brechen all mit lautem Knalle.
Ob in Wonne, ob in Schmerzen?
Bricht's der Rettung, bricht's dem Falle?

 

Und für wen ist denn gerungen
In den qualenvollen Stunden,
Und der heil'ge Leib durchdrungen
Mit den gnadenvollen Wunden?
Herz, mein Herz, kannst du nicht springen
Mit den Felsen und der Erde,
Nur, daß ich mit blut'gen Ringen
Neu an ihn gefesselt werde?

 

Hast du denn so viel gegeben,
Herr, für meine arme Seele?
Ist ihr ewig, ewig Leben
Dir so wert trotz Schuld und Fehle?
Ach, so laß sie nicht gefunden
Sein, um tiefer zu vergehen!
Lass sie deine heil'gen Wunden
Nicht dereinst mit Schrecken sehen!

 

 

 


Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

Sterfkamer van Annette von Droste-Hülshoff

 

 

Zie voor de schrijvers van de 6e april ook mijn vorige blog van vandaag.

10-01-12

Antonio Muñoz Molina, Annette von Droste-Hülshoff, Dennis Cooper, Adrian Kasnitz, Mies Bouhuys, Harrie Geelen

De Spaanse schrijver Antonio Muñoz Molina werd geboren op 10 januari 1956 in Úbeda in de provincie Jaén. Zie ook mijn blog van 10 januari 2009 en ook mijn blog van 10 januari 2010 en ook mijn blog van 10 januari 2011.

 

Uit: Die Nacht der Erinnerungen (Vertaald doorWilli Zurbrüggen)

 

„Inmitten des T rubels der Pennsylvania Station ist Ignacio Abel stehen geblieben, als er jemanden seinen Namen rufen hört. Zuerst sehe ich ihn von ferne in der zu den Zügen strömenden Menge, zwergenhaft im Vergleich zur Architektur ringsum, eine männliche Gestalt, die sich nicht von anderen

unterscheidet, wie auf einer Fotografie aus jener Zeit: leichte Übergangsmäntel, Trenchcoats und Hüte; Damenhüte mit schräger Krempe und kleinen Federn an der Seite; rote Schirmmützen von Gepäckträgern und Schaffnern; undeutliche Gesichter in der Ferne; offene Mäntel mit wehenden

Schößen des rasch Dahinschreitenden; sich begegnende Menschenströme, die jedoch nie zusammenstoßen. Jeder Mann und jede Frau eine Gestalt, die den anderen ähnelt und dennoch

eine Identität besitzt, so einzigartig wie der Weg, den sie nimmt, um an ihr Ziel zu gelangen: Richtungspfeile, Tafeln mit Ortsnamen und Abfahrts- und Ankunftszeiten, hallende Eisentreppen, die unter dem Ansturm der Schritte erbeben; Uhren, die von eisernen Bögen hängen oder vertikale Anzeigetafeln mit großen Kalenderblättern krönen, auf denen schon von ferne das Datum abzulesen ist. Man sollte sich alles genau merken: Die Buchstaben und Zahlen, vom gleichen tiefen Rot wie die Mützen der Eisenbahnbediensteten, zeigen einen Tag gegen Ende Oktober 1936. Auf den beleuchteten Zifferblättern der Uhren, die wie Fesselballons hoch über den Köpfen der Menschen hängen, ist es zehn vor vier am Nachmittag. Zu dieser Zeit geht Ignacio Abel durch die Bahnhofshalle, einen luftigen Raum mit Marmor, hohen Eisenkonstruktionen und rußigen Bogenfenstern, durch die ein gelbliches Licht hereinfällt, in dem flirrender Staub und der Klang von Stimmen und Schritten träge dahintreiben.“

 

 

Antonio Muñoz Molina (Úbeda, 10 januari 1956)

 

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06-01-12

Am Feste der heiligen drei Könige (Annette von Droste-Hülshoff)

 

Bij het feest van Driekoningen

 

 

 

Aanbidding door de drie koningen, Hendrick ter Brugghen, 1619

 

 

 

 

Am Feste der heiligen drei Könige

 

Durch die Nacht drei Wandrer ziehn,
Um die Stirnen Purpurbinden,
Tiefgebräunt von heißen Winden
Und der langen Reise Mühn.
Durch der Palmen säuselnd Grün
Folgt der Diener Schar von weiten;
Von der Dromedare Seiten
Goldene Kleinode glühn,
Wie sie klirrend vorwärts schreiten,
Süße Wohlgerüche fliehn.

 

Finsternis hüllt schwarz und dicht
Was die Gegend mag enthalten;
Riesig drohen die Gestalten:
Wandrer, fürchtet ihr euch nicht?
Doch ob tausend Schleier flicht
Los' und leicht die Wolkenaue:
Siegreich durch das zarte Graue
Sich ein funkelnd Sternlein bricht.
Langsam wallt es durch das Blaue,
Und der Zug folgt seinem Licht.

 

Horch, die Diener flüstern leis:
"Will noch nicht die Stadt erscheinen
Mit den Tempeln und den Hainen,
Sie, der schweren Mühe Preis?
Ob die Wüste brannte heiß,
Ob die Nattern uns umschlangen,
Uns die Tiger nachgegangen,
Ob der Glutwind dörrt' den Schweiß:
Augen an den Gaben hangen
Für den König stark und weiß."

 

Sonder Sorge, sonder Acht,
Wie drei stille Monde ziehen
Um des Sonnensternes Glühen,
Ziehn die Dreie durch die Nacht.
Wenn die Staublawine kracht,
Wenn mit grausig schönen Flecken
Sich der Wüste Blumen strecken,
Schaun sie still auf jene Macht,
Die sie sicher wird bedecken,
Die den Stern hat angefacht.

 

O ihr hohen heil'gen Drei!
In der Finsternis geboren
Hat euch kaum ein Strahl erkoren,
Und ihr folgt so fromm und treu!
Und du meine Seele, frei
Schwelgend in der Gnade Wogen,
Mit Gewalt ans Licht gezogen,
Suchst die Finsternis aufs Neu!
O wie hast du dich betrogen;
Tränen blieben dir und Reu!

 

Dennoch, Seele, fasse Mut!
Magst du nimmer gleich ergründen,
Wie du kannst Vergebung finden:
Gott ist über Alles gut!
Hast du in der Reue Flut
Dich gerettet aus der Menge,
Ob sie dir das Mark versenge
Siedend in geheimer Glut,
Läßt dich nimmer dem Gedränge,
Der dich warb mit seinem Blut.

 

Einen Strahl bin ich nicht werth,
Nicht den kleinsten Schein von oben.
Herr, ich will dich freudig loben,
Was dein Wille mir beschert!
Sei es Gram, der mich verzehrt,
Soll mein Liebstes ich verlieren,
Soll ich keine Tröstung spüren,
Sei mir kein Gebet erhört:
Kann es nur zu dir mich führen,
Dann willkommen Flamm' und Schwert!

 

 

 

Annette von Droste-Hülshoff (10 januari 1797 – 24 mei 1848)

Jeugdportret, rond 1820

 

 

 

Zie voor de schrijvers van de 6e januari ook mijn vorige blog van vandaag.

01-01-12

Nieuwjaar (Leonard Nolens, Leo Vroman, Annette von Droste-Hülshoff)

 

Aan alle bezoekers en mede-bloggers een gelukkig Nieuwjaar!

 

 

 

 

De Waag, Nieuwmarkt te Amsterdam, Willem Koekoek(1839-1895)

 

 

 

Nieuwjaarsbrief

 

Gelukkig nieuwjaar, Zoet, en dank je voor het oude.
Mijn jaren duren lang en die van ons zijn kort.
Je kerstboom staat zijn groen nog in het rond te neuriën
Van de bossen ginder, allemaal zijn zij gekomen
Naar de Daenenstraat om ons hier toe te geuren.
Gelukkig nieuwjaar, Zoet, en dank je voor het oude.

 

Die dag in maart dat jij mij langzaam overkwam
Is ook vandaag mijn zon. Het sneeuwt de kamer onder
Met herinneringen die wij worden, warm en koud
Zijn wij voortaan elkaars geheugen en vergetelheid.
Ook straks gaan wij gearmd en stil dit wit in daar.
Gelukkig nieuwjaar, Zoet, en dank je voor het oude.

 

 

 


Leonard Nolens(Bree, 11 april 1947)

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