21-05-17

Gabriele Wohmann, Amy Waldman, Maria Semple, Urs Widmer, Emile Verhaeren, Robert Creeley, Alexander Pope, Tudor Arghezi, Suzanne Lilar

 

De Duitse schrijfster Gabriele Wohmann werd op 21 mei 1932 in Darmstadt geboren als Gabriele Guyot. Zie ook alle tags voor Gabriele Wohmann op dit blog.

Uit: Wachsfiguren

„- Ach so, Hase geht auch mit, sagte Lilia mit fallendem Ton.
- Natürlich geht das Häschen mit, rief Tante Else.
Hase stand in seiner gewohnten Abwehrhaltung mit so weit wie möglich weggedrehtem Gesicht. Er spürte Wärme, plötzlich dicht: Tante Else hatte sich neben ihn gekauert, ihre Arme waren zu eifrig.
- Heute geht es mit, nicht wahr, das Häschen, sagte Tante Else.
Es tat Hase leid um Lilia: sie hatte das neue Kleid an mit den roten und schwarzen Sprit­zern und sah so erwachsen aus. Sie konnte ihn nicht gebrauchen. Er sagte nichts, die Lippen ließen sich nicht bewegen, aber es tat ihm leid. Das wäre nicht der Sonntag, den sie mit diesem Kleid haben könnte.
Onkel Willi kam aus der Küche ins Vorzimmer und ließ die Tür offen, und der heiße Waschgeruch strömte herein. Onkel Willi roch festlich nach den Blumen und Kräutern seiner Rasierpaste. Sein speckiges Gesicht war nicht hart wie an Werktagen, sondern vom heißen Wasser aufgequollen und rot.
- Was macht der Hase für ein böses Gesicht, sagte er mit seiner Sonntagsstimme. Was macht er fürn böses Gesicht, wenn er mitgehn darf, he?
Hase gab sich Mühe, zu lächeln, aber das tat immer noch ein bißchen weh, fast zwei Jahre nach der Operation, die Oberlippe hatte nicht genug Platz, oder was war es sonst, auf jeden Fall fühlte er sich nicht wohl, wenn er lächeln mußte.
- Macht er ein böses Gesicht? rief Tante Else. Macht er denn eins?
- Na klar, sagte Onkel Willi, ich kann's nicht verstehn an so einem Tag, wo wir ihn mit­nehmen.
Hase spürte, daß er jetzt etwas unternehmen mußte - nie war ein Frieden stabil genug. Er stieß eine Folge bettelnder Laute aus, hob die Hände, zwang sich, den Kopf ganz ihnen allen zuzukehren, das Gesicht zu heben, zu zeigen. Böses Gesicht. Lächeln, schlimmer als Schmerz, Unbehagen wie Krankheit. Kleines schreckliches Gesicht, schartig verzerrt und riesig rot geflügelt von den Ohrschalen. Es tat ihm leid für Lilia, auch ein bißchen für Tante Else, und sogar für Onkel Willi, weil er so weich und sonn­täglich gestimmt war.
- Na laßt uns doch gehn, sagte Tante Else. Undankbare Kinder verdienen ja gar nicht, daß man sich so mit ihnen anstellt.
Es tat ihm leid um Lilias Kleid, weil alle Aufmerksamkeit unterwegs, im Omnibus und in der Vorhalle an der Kasse, wie immer auf ihn gezogen war. Häschen mit der Häschen­scharte, Mäuschen mit den Fledermäuschenohren. Es tat ihm so leid für Lilia. Wie hieß er eigentlich wirklich? Hatte er einen Namen? Wie die andern: Willi, Else, Lilia. Kein Gesicht, keinen Namen. Er lief hinter den ändern her mit gesenktem Kopf, fühlte sich schläfrig vor Kummer“.

 

 
Gabriele Wohmann (21 mei 1932 – 22 juni 2015)
In 1969

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21-05-15

Gabriele Wohmann, Urs Widmer, Emile Verhaeren, Robert Creeley, Alexander Pope, Tudor Arghezi

 

De Duitse schrijfster Gabriele Wohmann werd op 21 mei 1932 in Darmstadt geboren als Gabriele Guyot. Zie ook alle tags voor Gabriele Wohmann op dit blog.

Uit:Schönes goldenes Haar

“Ich versteh dich nicht", sagte sie, "sowas von Gleichgültigkeit versteh ich einfach nicht. Als wär's nicht deine Tochter, dein Fleisch und Blut da oben." Sie spreizte den Zeigefinger von der Faust und deutete auf die Zimmerdecke. Aufregung fleckte ihr großes freundliches Gesicht. Sie ließ die rechte Hand wieder fallen, schob den braunen Wollsocken unruhig übers Stopfei. Gegenüber knisterte die Wand der Zeitung. Sie starrte seine kurzen festen Finger an, die sich am Rand ins Papier krampften: fette Krallen, mehr war nicht von ihm da, keine Augen, kein Mund. Sie rieb die Fingerkuppe über die Wollrunzeln.
"Denk doch mal nach", sagte sie. "Was sie da oben vielleicht jetzt treiben. Man könnt meinen, du hättest deine eigene Jugend vergessen. "
Seine Jugend? Der fremde freche junge Mann; es schien ihr, als hätten seine komischen dreisten Wünsche sie nie berührt. Sie starrte die fleischigen Krallenpaare an und fühlte sich merkwürdig losgelöst. Es machte ihr Mühe, sich Laurela vorzustellen, da oben, über ihnen, mit diesem netten, wirklich netten und sogar hübschen und auch höflichen jungen Mann, diesem Herrn Fetter ‑ ach, war es überhaupt ein Vergnügen für Frauen? Sie seufzte, ihr Blick bedachte die Krallen mit Vorwurf. Richtige Opferlämmer sind Frauen.
"Ich versteh's nicht", sagte sie, "deine eigene Tochter, wirklich, ich versteh's nicht."
Der Schirm bedruckter Seiten tuschelte.
"Nein, ich versteh's nicht." Ihr Ton war jetzt werbendes Gejammer. Wenn man nur darüber reden könnte. Sich an irgendwas erinnern. Sie kam sich so leer und verlassen vor. Auf den geräumigen Flächen ihres Gesichtes spürte sie die gepünktelte Erregung heiß. Er knüllte die Zeitung hin, sein feistes viereckiges Gesicht erschien.
"Na was denn, was denn, Herrgott noch mal, du stellst dich an", sagte er.
Sie roch den warmen Atem seines Biers und der gebratenen Zwiebeln, mit denen sie ihm sein Stück Fleisch geschmückt hatte. Sie nahm den Socken, bündelte die Wolle unterm Stopfei in der heißen Faust. Nein: das hatte mit den paar ausgeblichenen Bildern von damals überhaupt nichts mehr zu tun.
"Na, weißt du", sagte sie, "als wärst du nie jung gewesen." Sie lächelte steif, schwitzend zu ihm hin.“

 

 
Gabriele Wohmann (Darmstadt, 21 mei 1932)

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17-07-14

Summer (Alexander Pope)

 

Dolce far niente

 

 
Kudde schapen in een veld na de oogst door Camille Pissarro, 1889

 

 

Summer

See what Delights in Sylvan Scenes appear!
Descending Gods have found Elysium here.
In Woods bright Venus with Adonis stray’d;
And chast Diana haunts the Forest Shade.
Come lovely Nymph, and bless the silent Hours,
When Swains from Sheering seek their nightly Bow’rs;
When weary Reapers quit the sultry Field,
And crown’d with Corn, their Thanks to Ceres yield.
This harmless Grove no lurking Viper hides,
But in my Breast the Serpent Love abides.
Here Bees from Blossoms sip the rosy Dew,
But your Alexis knows no Sweet but you.
Some God conduct you to these blissful Seats,
The mossie Fountains, and the Green Retreats!
Where-e’er you walk, cool Gales shall fan the Glade,
Trees, where you sit, shall crowd into a Shade,
Where-e’er you tread, the blushing Flow’rs shall rise,
And all things flourish where you turn your Eyes.
Oh! how I long with you to pass my Days,
Invoke the Muses, and resound your Praise;
Your Praise the Birds shall chant in ev’ry Grove,
And Winds shall waft it to the Pow’rs above.
But would you sing, and rival Orpheus’ Strain,
The wond’ring Forests soon shou’d dance again,
The moving Mountains hear the pow’rful Call,
And headlong Streams hang list’ning in their Fall!

But see, the Shepherds shun the Noon-day Heat,
The lowing Herds to murm’ring Brooks retreat,
To closer Shades the panting Flocks remove,
Ye Gods! and is there no Relief for Love?
But soon the Sun with milder Rays descends
To the cool Ocean, where his Journey ends;
On me Love’s fiercer Flames for ever prey,
By Night he scorches, as he burns by Day.

 

 

 
Alexander Pope (21 mei 1688 – 30 mei 1744)
Portret door Michael Dahl, rond 1727

 

 

Zie voor de schrijvers van de 17e juli ook mijn blog van 17 juli 2013 en ook mijn blog van 17 juli 2011 deel 2.

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21-05-14

Gabriele Wohmann, Urs Widmer, Emile Verhaeren, Robert Creeley, Alexander Pope, Tudor Arghezi

 

De Duitse schrijfster Gabriele Wohmann werd op 21 mei 1932 in Darmstadt geboren als Gabriele Guyot. Zie ook alle tags voor Gabriele Wohmann op dit blog.

Uit: Die Klavierstunde

“Das hatte jetzt alles keine Beziehung zu ihm: die flackernden Sonnenkleckse auf dem Kiesweg, das Zittern des Birkenlaubs; die schläfrige Hitze zwischen den Hauswänden im breiten Schacht der Straße. Er ging da hindurch (es war höchstens eine feindselige Beziehung) mit hartnäckigen kleinen Schritten. Ab und zu blieb er stehen und fand in sich die fürchterliche Möglichkeit, umzukehren, nicht hinzugehen. Sein Mund trocken vor Angst: er könnte wirklich so etwas tun. Er war allein; niemand, der ihn bewachte. Er könnte es tun. Gleichgültig, was daraus entstünde. Er hielt still, sah finster geradeaus und saugte Spucke tief aus der Kehle. Er brauchte nicht hinzugehen, er könnte sich widersetzen. Die eine Stunde möglicher Freiheit wog schwerer als die mögliche Unfreiheit eines ganzen Nachmittags. Erstrebenswert: der ungleiche Tauschhandel; das einzig Erstrebenswerte jetzt in dieser Minute. Er tat so, als bemerke er nichts davon, dass er weiterging, stellte sich überrascht, ungläubig. Die Beine trugen ihn fort, und er leugnete vor sich selbst den Befehl ab, der das bewirkte und den er gegeben hatte.
Gähnend, seufzend, streckte sie die knochigen Arme, ballte die sehr dünnen Hände zu Fäusten; sie lag auf der Chaiselongue. Dann griff die rechte Hand tastend an die Wand, fand den Bilderrahmen, in dem der Stundenplan steckte; holte ihn, hielt ihn vor die tränenden Augen. Owehowehoweh. Die Hand bewahrte den sauber geschriebenen Plan wieder zwischen Bild und Rahmen auf: müde, renitent hob sich der Oberkörper von den warmen Kissenmulden.
Owehowehoweh. Sie stand auf; empfand leichten Schwindel, hämmernde Leere hinter der faltigen Stirnwand; setzte sich wieder, den nassen Blick starr, freudlos auf das schwarze Klavier gerichtet. Auf einem imaginären Bildschirm hinter den Augen sah sie den Deckel hochklappen, Notenhefte sich voreinanderschieben auf dem Ständer; verschwitzte Knabenfinger drückten fest und gefühllos auf die gelblichen Tasten, die abgegriffenen; erzeugten keinen Ton.”

 

 
Gabriele Wohmann (Darmstadt, 21 mei 1932)

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21-05-11

Gabriele Wohmann, Urs Widmer, Robert Creeley, Alexander Pope

 

De Duitse schrijfster Gabriele Wohmann werd op 21 mei 1932 in Darmstadt geboren als Gabriele Guyot. Zie ook mijn blog van 21 mei 2007 en ook mijn blog van 21 mei 2008 en ook mijn blog van 21 mei 2009 en ook mijn blog van 21 mei 2010

 

Uit: Wann kommt die Liebe

 

Weil auch diesmal seine alte Freundin wieder einen bedrückten Eindruck machte, fragte ihr Sonntagsteegast nach dem Genuss des zweiten Himbeertörtchens, den er sich durch keine andere Beanspruchung einzutrüben beabsichtigte: Stimmt was nicht? In seinem Innern frohlockte es, auf eine gutmütige Weise war er ein bisschen gemein. Seine Freundin sah jetzt muffelig aus, und er wusste, was nicht stimmte, und er kannte die Antwort auf seine Zusatzfrage: Immer noch keine Post von ihm? Oh, wie hervorragend einfältig sie war, nicht durch und durch, sie konnte ganz schön schlitzohrig sein, aber wenn der menschliche Faktor hinzukam, hakte etwas bei ihr aus. Und einmal pro Woche wusste ihr Gast eine Dosis Dummheit zu schätzen.
Ach ja. Und ich verstehs nicht. Ich hätte nie von ihm gedacht, er könnte undankbar sein. Ein Mann, der solch sensible Hände hat! Die gute alte Hermine seufzte, und ihr kleines aufgepolstertes Pekinesengesicht, auf dem sich alle Merkmale, die in ein Gesicht gehörten, wie aus Platzmangel zusammendrängten, wurde richtig mürrisch. Aber war sie es auch? Ihr Beobachter konnte nicht beurteilen, ob sie so aussah, wie ihr zumute war.
Ratlos? Traurig? Oder böse? Traurigkeit abzubilden ging bei ihrer von den vielen kämpferischen Lebensjahren geprägten Physiognomie nicht. Gut möglich, dass ihre Nachbarn Hermine für eine grimmige alte Frau hielten, und sie wars ja auch manchmal, ganz schön grimmig und garstig und rasch bei der Hand, wenns um Beschwerden ging.”

 

 

 

Gabriele Wohmann (Darmstadt, 21 mei 1932)

 

 

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21-05-10

Gabriele Wohmann, Urs Widmer, Robert Creeley, Alexander Pope, Emile Verhaeren, Tudor Arghezi, Suzanne Lilar, Jaap Robben

De Duitse schrijfster Gabriele Wohmann werd op 21 mei 1932 in Darmstadt geboren als Gabriele Guyot. Zie ook mijn blog van 21 mei 2007 en ook mijn blog van 21 mei 2008 en ook mijn blog van 21 mei 2009.

 

Uit: Ein netter Kerl

 

Ich habe ja so wahnsinnig gelacht, rief Nanni in einer Atempause. Genau wie du ihn beschrieben hast, entsetzlich.
Furchtbar fett für sein Alter, sagte die Mutter. Er sollte vielleicht Diät essen.
Übrigens, Rita, weißt du, ob er ganz gesund ist?
Rita setzte sich gerade und hielt sich mit den Händen am Sitz fest. Sie sagte: Ach, ich glaube schon, dass er gesund ist. Genau wie du es erzählt hast, weich wie ein Molch, wie Schlamm, rief Nanni. Und auch die Hand, so weich.
Aber er hat dann doch auch wieder was Liebes, sagte Milene, doch Rita, ich finde er hat was Liebes, wirklich.
Na ja, sagte die Mutter, beschämt fing auch sie wieder an zu lachen; recht lieb, aber doch grässlich komisch. Du hast nicht zu viel versprochen, Rita, wahrhaftig nicht. Jetzt lachte sie laut heraus. Auch hinten im Nacken hat er schon Wammen, wie ein alter Mann, rief Nanni. Er ist ja so fett, so weich, so weich! Sie schnaubte aus der kurzen Nase, ihr kleines Gesicht sah verquollen aus vom Lachen.
Rita hielt sich am Sitz fest. Sie drückte die Fingerkuppen fest ans Holz.
Er hat so was Insichruhendes, sagte Milene. Ich find ihn so ganz nett, Rita, wirklich komischerweise.
Nanni stieß einen witzigen Schrei aus und warf die Hände auf den Tisch; die Messer und Gabeln auf den Tellern klirrten.
Ich auch, wirklich, ich find ihn auch nett, rief sie. Könnt ihn immer ansehen und mich ekeln.
Der Vater kam zurück, schloß die Eßzimmertür, brachte kühle nasse Luft mit herein. Er war ja so ängstlich, dass erseine letzte Bahn noch kriegt, sagte er.So was von ängstlich.
Er lebt mit seiner Mutter zusammen, sagte Rita.
Sie platzten alle heraus, jetzt auch Milene. Das Holz unter Ritas Fingerkuppen wurden klebrig. Sie sagte: Seine Mutter ist nicht ganz gesund, so viel ich weiß.
Das Lachen schwoll an, türmte sich vor ihr auf, wartete und stürzte sich dann herab, es spülte über sie weg und verbarg sie: lang genug für einen kleinen schwachen Frieden. Als erste brachte die Mutter es fertig, sich wieder zu fassen.
Nun aber Schluss, sagte sie, ihre Stimme zitterte, sie wischte mit einem Taschentuchklümpchen über die Augen und die Lippen. Wir können ja endlich mal von was anderem reden.“

Wohmann

Gabriele Wohmann (Darmstadt, 21 mei 1932)

 

 

 

De Zwitserse schrijver Urs Widmerwerd geboren op 21 mei 1938 in Basel. Zie en ook mijn blog van 21 mei 2009.

 

Uit: Herr Adamson

 

„Gestern bin ich vierundneunzig Jahre alt geworden. Wir feierten, wie wir das immer an Geburtstagen tun. Susanne hatte einen Schokoladenkuchen gebacken, eine bäuerische Variante der Sachertorte, deren Rezept meine Mutter von ihrer Großmutter geerbt und das zwei Kriege und die Weltwirtschafts- krise überstanden hat. Noëmi, unsere Tochter, die alle Geburtstage liebt, nur ihren eigenen nicht, versuchte wie jedes Jahr, möglichst viele Kerzen in den Kuchen zu stecken. Diesmal hatte sie es geschafft, etwa fünfzig (sie kaufte das winzig - kleinste Kaliber) auf den rund hundert Quadratzentimetern des Kuchens zu verteilen. Die Schokolade war kaum mehr zu sehen und wohl tatsächlich von den Kerzen verdrängt worden. Die übrigen vierundvierzig standen in konzentrischen Kreisen um den Kuchen herum. Noëmi sah zufrieden auf ihr Werk und sagte: »Hundert darfst du aber nicht werden, Papa. Mehr Kerzen schaΣ ich nicht.« –

Es war gar nicht so einfach, sie anzuzünden. Da brannte eine nahe dem Zentrum nicht, als längst alle Kerzen der Peripherie loderten, und dort, während Noëmi mit den letzten beschä∫igt war, gingen die ersten schon wieder aus. Noëmi verbrannte sich jedenfalls ein paar Mal die Finger.

Aber dann leuchteten endlich alle gemeinsam. Es sah wie ein nordisches Sonnenwendfeiersymbol aus, oder wie ein magisches Kultobjekt der Maya. Wir riefen Ah! und Oh!, und dann bliesen wir die Kerzen aus. Ich so ungefähr keine, Susanne zwei oder drei, Noëmi rund zwanzig, und Anni, meine

auch längst erwach sene Enkelin, den Rest. Das heißt, ihre zwei Buben halfen ihr dabei, bliesen tüchtig mit auf geblasenen Backen über das Feuer hinweg. Der Rauch, als der Brand gelöscht war, füllte das ganze Zimmer. Ich hustete, Susanne rieb sich die trä nenden Augen, Noëmi riss alle Fens ter auf, Anni lachte, und die beiden Buben kreischten.“

 

 

Widmer

Urs Widmer (Basel, 21 mei 1938)

 

 

 

 

De Amerikaanse dichter Robert Creeley werd geboren op 21 mei 1926 in Arlington, Massachusetts. Zie ook mijn blog van 21 mei 2009.

 

 

Water Music 

 

The words are a beautiful music.

The words bounce like in water.

 

Water music,

loud in the clearing

 

off the boats,

birds, leaves.

 

They look for a place

to sit and eat--

 

no meaning,

no point.

 

 

 

Four Days In Vermont 

 

Window's tree trunk's predominant face

a single eye-leveled hole where limb's torn off

another larger contorts to swell growing in around

imploding wound beside a clutch of thin twigs

hold to one two three four five six dry twisted

yellowish brown leaves flat against the other

gray trees in back stick upright then the glimpse

of lighter still grayish sky behind the close

welted solid large trunk with clumps of gray-green

lichen seen in boxed glass squared window back

of two shaded lamps on brown chiffonier between

two beds echo in mirror on far wall of small room. 

 

 

creeleyrobert

Robert Creeley (21 mei 1926 – 30 maart 2005)

 

 

 

 

De Engelse dichter Alexander Pope werd geboren in Londen op 21 mei 1688.

 

 

On Mr. Gay 

 

Of Manners gentle, of Affections mild;

In Wit, a Man; Simplicity, a Child:

With native Humour temp'ring virtuous Rage,

Form'd to delight at once and lash the age:

Above Temptation, in a low Estate,

And uncorrupted, ev'n among the Great:

A safe Companion, and an easy Friend,

Unblam'd thro' Life, lamented in thy End.

These are Thy Honours! not that here thy Bust

Is mix'd with Heroes, or with Kings thy dust;

But that the Worthy and the Good shall say,

Striking their pensive bosoms-

Here

lies GAY.

 

 

 

Argus 

 

When wise Ulysses, from his native coast

Long kept by wars, and long by tempests toss'd,

Arrived at last, poor, old, disguised, alone,

To all his friends, and ev'n his Queen unknown,

Changed as he was, with age, and toils, and cares,

Furrow'd his rev'rend face, and white his hairs,

In his own palace forc'd to ask his bread,

Scorn'd by those slaves his former bounty fed,

Forgot of all his own domestic crew,

The faithful Dog alone his rightful master knew!

 

Unfed, unhous'd, neglected, on the clay

Like an old servant now cashier'd, he lay;

Touch'd with resentment of ungrateful man,

And longing to behold his ancient lord again.

Him when he saw he rose, and crawl'd to meet,

('Twas all he could) and fawn'd and kiss'd his feet,

Seiz'd with dumb joy; then falling by his side,

Own'd his returning lord, look'd up, and died! 

 

 

Alexander_Pope

Alexander Pope (21 mei 1688 – 30 mei 1744)

 

 

 

De Vlaamse dichter Emile Verhaeren werd geboren in Sint Amands op 21 mei 1855.

 

 

Hoe wij hem ook zien bloeien voor onze ogen

 

Hoe wij hem ook zien bloeien voor onze ogen

Deze klare tuin die ons stil wil gedogen,

Het plant zich weelderig in ons voort

's Werelds onschuldigste en zoetste oord.

 

Want wij genieten van alle bloemen,

Van alle kruiden en alle palmen

Die wij lachend en wenend benoemen

In geluk dat onvermengd blijft talmen.

 

Want wij beleven de vreugderoes

Van felle feest- en lentekreten,

Die wij ongeremd in de smeltkroes

van verrukkelijke woorden smeten.

 

O, diep bevredigd zijn wij en vol lof

Voor 's werelds vrolijkste en zoetste hof.

 

 

 

Mijn dorp

 

Een nietig plein en enkele straten,

met aan het kruispunt een Lieve Heer;

En de grijze barse Schelde met het veer

en de toren, weerspiegeld in het water;

En de wijk van Den Dam, melaats en pover,

op goed geluk in het gras gesmeten;

En bij het kerkhof in het dichte lover,

ik weet het nog na die lange tijd,

de kapel aan de heilige maagd gewijd,

door een matroos, die ik niet ken

en die na de grote vaart besloot,

weer naar zijn scheldedorp te varen.

Sint-Amands waar ik geboren ben

en mijn jeugd beklemmend heb ervaren,

tussen mensen die zwoegden voor hun boterham,

touwslager, smid, breeuwer en timmerman,

met de machtige stroom diep in mijn gedachten...

 

 

Vertaald door Gaston D'Haese

 

 

 

Verhaeren

Emile Verhaeren (21 mei 1855 - 27 november 1916) 

Theo van Rysselberghe, Emile Verhaeren schrijvend

 

 

 

Zie voor de twee bovenstaande schrijvers ook mijn blog van 21 mei 2009 en ook mijn blog van 21 mei 2008. en ook mijn blog van 21 mei 2007 en ook mijn blog van 22 mei 2006

 

 

 

De Roemeense dichter en schrijver Tudor Arghezi werd geboren op 21 mei 1880 in Boekarest. Zie ook mijn blog van 21 mei 2009.

 

 

Psalm VI

 

I trace you, both in deep silence and loud brawl,

And hunt you down in time, like game,

To see: are you the falcon that I aim?

Am I to kill you? Or on my knees to fall?

 

Looking for reasons to believe or doubt, I 

Am searching boldly and in vain, it seems.

You are the most exquisite of my dreams,

And I don’t dare overthrow you from the sky.

 

Like paths that in the water shiver,

You seem to be, and then you’re not, at times;

I spotted you among the fish and stars,

As the wild boar drinking at the river.

 

In your great story, we’re now the last of enemies.

I’m staying here to confront you face to face,

But I do not aspire to take the winner’s place.

I only want to touch you and then scream: “There is!”

 

 

 

Vertaald door Lori Tiron-Pandit

 

 

 

argheze

Tudor Arghezi (21 mei 1880 – 14 juli 1967)

 

 

 

 

De Vlaamse schrijfster Suzanne Lilar werd geboren als Suzanne Verbist in Gent op 21 mei 1901. Zie ook mijn blog van 21 mei 2009.

 

Uit:Le sacré

 

„Une fois l’an au mois de mai, mois de Marie, qui était aussi celui de ma naissance, elle m’emmenait à la grotte d’Oostakker, le Lourdes flamand. Bien que fort modeste, ce déplacement prenait toujours l’allure d’une véritable expédition. Renâclant à la fois contre elle-même et contre l’absurdité des pèlerinages mais tenue, j’imagine, par quelque voeu fait au moment de ma naissance ou de la broncho-pneumonie qui avait failli m’emporter, remettant de jour en jour l’exécution de sa promesse, c’est dans les tout derniers jours du mois que brusquement elle se décidait, courant avec moi jusqu’à la porte d’Anvers d’où partait le chemin de fer vicinal de Lourdes. Nous sautions dans un wagon qui déjà s’ébranlait et à coups de trompe, de grincements affreux et de secousses, nous rendait finalement à destination vers midi.

Comme la campagne sentait bon, comme les jours étaient chauds, comme les blés étaient beaux en ce temps-là ! Ce champ splendide que nous avions à longer pour gagner la grotte me jetait dans de véritables transports. Je lui prêtais une âme, comme il résulte de mon premier poème Blés mouvants. En dépit de mes bonnes intentions et d’un vers passable, ce “poème”, plus descriptif que lyrique, ne laisse rien paraître de l’ivresse qui me soulevait. Le sacré m’atteignait là à l’état pur. Je rendais grâce. Je remerciais d’être au monde.“

 

 

S_Lilar,M_Fredericq-Lilar

Suzanne Lilar (21 mei 1901 - 12 december 1992)

Suzanne Lilar met haar dochter Marie Fredericq-Lilar

 

 

 

Onafhankelijk van geboortedata:

 

 

De Nederlandse dichter en theatermaker Jaap Robben werd geboren in Oosterhout in 1984. Zie ook mijn blog van 21 mei 2009.

 

 

Is al het water ooit verdriet geweest?

 

Zijn mijn tranen aan te wijzen

in het blauw van onze wereldbol?

.

Komen ze elkaar tegen

in de damp boven de thee

of in de harde herfstregen

die mijn raam wakker houdt?

.

Misschien ontmoet de een de ander

in een ijspegel aan een brug

of zien ze elkaar

op een wang

pas weer terug

 

 

 

 

Bakjes geur

 

De oranje zomeravond ruikt

naar afgekoelde zomerdag.

.

Met een hersluitbaar bakje van de Chinees

vang ik haar laatste restjes geur.

‘Kliekje’ schrijf ik erop

met een watervaste stift.

.

Bewaar hem in mijn vriesvak

bij de verzameling

geuren van dagen

overheerst door geluk.

 

 
Robben

Jaap Robben (Oosterhout, 1984)

21-05-09

Gabriele Wohmann, Urs Widmer, Robert Creeley, Alexander Pope, Emile Verhaeren, Tudor Arghezi, Suzanne Lilar, Jaap Robben


De Duitse schrijfster Gabriele Wohmann werd op 21 mei 1932 in Darmstadt geboren als Gabriele Guyot. Zie ook mijn blog van 21 mei 2007 en ook mijn blog van 21 mei 2008.

 

Uit: Sonntag bei den Kreisands

 

“Es ist Abend. Die Kreisands sitzen gemütlich in ihrem schönen gepflegten Wohnzimmer. Was für ein angenehmer Sonntag. Der Wein, den sie genießen, schmeckt nicht nur gut, er stammt auch aus einer exquisiten Lage und wird ihnen wohl bekommen.  Er wurde dem Keller des Schwiegervaters entnommen. Artur selbst besitzt nicht die Mittel, sich einen guten Weinkeller anzulegen. Man kann nicht alles haben [...] Dafür, dass sie beide so treu und anhänglich fast jede zweite Woche zu den alten Leutchen hinübergehen – beinah immer mittwochs, seit sie herausgefunden haben, dass es eigentlich immer mittwochs nichts Rechtes im Fernsehen gibt – für diese anderthalb bis zwei Stunden, Opfer an die Verwandtschaft, entschädigen sie sich mit der kleinen Extravaganz, Wein zu entwenden. Während Elisabeth bei ihren Eltern zu sitzen pflegt bis zum Abschied und Aufbruch, verlässt Artur des Zimmer etwas früher; über sein langes Ausbleiben wundert sich keiner. Wer Artur kennt, kennt auch seine Verdauungsbeschwerden. Abschließend betätigt Arthur die Wasserspülung im WC, hat aber nicht dort, sondern im Weinkeller Erfolg gehabt.

(…) Schlaf ist wichtiger. Zärtlichkeiten und dergleichen sind nicht mehr bei ihnen zu erwarten. Elisabeth hat nie sehr viel davon gehalten und fühlt sich jetzt so ziemlich außer Gefahr. Artur gegenüber hat sie sich aber all die Jahre nichts anmerken lassen, stoisch brachte sie ihre immer selteneren Opfer. Gut: auch das hat man überwunden. Auch für Artur gut, meint Elisabeth, so lang er so früh aufstehen muss.”

 

 

 

 

Wohmann
Gabriele Wohmann
(Darmstadt, 21 mei 1932)

 

 

 

 

 

De Zwitserse schrijver Urs Widmer werd geboren op 21 mei 1938 in Basel. Hij studeerde germanistiek, romanistiek en geschiedenis in Basel, Montpellier en Parijs. Na zijn promotie in 1966 werkte hij als lector bij de Walter Verlag in Olten en bij Suhrkamp in Frankfurt. Samen met andere lectoren richtte hij in 1969 de Verlag der Autoren op. In 1968 debuteerde hij zelf als schrijver met de roman Alois. Tegenwoordig woont en werkt hij als zelfstandig schrijver in Zürich.

 

Uit: Im Kongo

 

ALLES BEGANN AM 29. Juli 1994. Einem Freitag. Mein Vater hatte eben, um ein Haar, einen Postboten erschossen, und ich kniete auf dem Fußboden eines Zimmers im Altenheim von Fluntern – Fluntern ist ein anderer Stadtteil von Zürich, zehn Autominuten von Witikon entfernt – und sagte zu Herrn Berger, eigentlich nur, um unser zäh dahinplätscherndes Gespräch in Schwung zu halten: »Ich bin jetzt sechsundfünfzig, Herr Berger. Seit meinem einunddreißigsten Lebensjahr arbeite ich hier. Ich bin der beste Pfleger im Haus. Mir kann niemand etwas vormachen, nicht mal Schwester Anne. Und schauen Sie, was ich tue!«

Ich war damit beschäftigt, mit einem Küchenmesser die Kaugummis zu entfernen, die Frau Schroth, die Bewohnerin des Zimmers, in zwanzig Jahren auf den Fußboden gespuckt und flachgetreten hatte. Frau Schroth war am Vorabend gestorben, neunundneunzig Jahre alt. Ich war ja eigentlich Pfleger im Heim, Oberpfleger!, nicht Hauswart, aber so konnte ich das Zimmer einem neuen Bewohner nicht übergeben. Die Putzfrauen, zwei jobbende Studentinnen aus den USA, hatten den Dreck von zwei Jahrzehnten in einer knappen Viertelstunde weggefegt, mit so viel Chemie, als wollten sie Vietnam ein zweites Mal entlauben, und Schwester Anne hatte das Zimmer abgenommen, ohne eine Sekunde zu zögern. Trotz den Flecken, die den grünen Linoleumboden wie eine Blumenwiese im Mai aussehen ließen.

Normalerweise wären die Kaugummis auch mir egal gewesen, aber in dieses Zimmer sollte an diesem Abend noch mein Vater einziehen, mein eigener Papa. Eben wegen dem Schuß auf den Postmann. Es war aus mit dem Haus am Wald. Seinen Lebensrest mußte er, ob er wollte oder nicht, mit mir verbringen, mit einem Altenpfleger, der sein Sohn war. Er war inzwischen einundachtzig. Bis vor wenigen Wochen war alles gutgegangen – er allein in dem einsamen Haus, in dem einmal in der Woche eine Mitarbeiterin der Pro Senectute nach dem Rechten sah –, aber dann hatte er damit begonnen, Treppen hinunterzustürzen und in falsche Straßenbahnen einzusteigen.”

 

 

 

widmer
Urs Widmer (Basel, 21 mei 1938)

 

 

 

 

 

De Amerikaanse dichter Robert Creeley werd geboren op 21 mei 1926 in Arlington, Massachusetts. Hij was bevriend met schrijvers als Charles Olson, Robert Duncan, Allen Ginsberg en John Wieners en wordt wel tot de Black Mountain poets gerekend. Vanaf 1943 studeerde hij aan Harvard, maar onderbrak de studie om in het leger te dienen. Hij doceerde aan verschillende Hogescholen en werd tenslotte hoogleraar Engelse literatuur aan de State University of New York in Buffalo.

 

 

The Carnival

  

Whereas the man who hits

the gong dis-

proves it, in all its

simplicity --

 

Even so the attempt

makes for triumph, in

another man.

 

Likewise in love I

am not foolish or in-

competent. My method is not a

 

tenderness, but hope

defined. 

 

 

 

 

 

 

The Rain

  

All night the sound had

come back again,

and again falls

this quite, persistent rain.

 

What am I to myself

that must be remembered,

insisted upon

so often? Is it

 

that never the ease,

even the hardness,

of rain falling

will have for me

 

something other than this,

something not so insistent--

am I to be locked in this

final uneasiness.

 

Love, if you love me,

lie next to me.

Be for me, like rain,

the getting out

 

of the tiredness, the fatuousness, the semi-

lust of intentional indifference.

Be wet

with a decent happiness.

 

 

 

 

 

creeley
Robert Creeley (21 mei 1926 – 30 maart 2005)

 

 

 

 

 

De Engelse dichter Alexander Pope werd geboren in Londen op 21 mei 1688. Zie ook mijn blog van 21 mei 2008. en ook mijn blog van 21 mei 2007 en ook mijn blog van 22 mei 2006

 

 

Sound and Sense

  

True ease in writing comes from art, not chance,

As those move easiest who have learned to dance.

'Tis not enough no harshness gives offense,

The sound must seem an echo to the sense:

Soft is the strain when Zephyr gently blows,

And the smooth stream in smoother numbers flows;

But when loud surges lash the sounding shore,

The hoarse, rough verse should like the torrent roar;

When Ajax strives some rock's vast weight to throw,

The line too labors, and the words move slow;

Not so, when swift Camilla scours the plain,

Flies o'er the unbending corn, and skims along the main.

Hear how Timotheus' varied lays surprise,

And bid alternate passions fall and rise!

 

 

 

 

Couplets on Wit

  

II

 

Wit is like faith by such warm Fools profest

Who to be saved by one, must damn the rest.

 

 

III

 

Some who grow dull religious strait commence

And gain in morals what they lose in sence.

 

 

 

 

 

 

 

Pope
Alexander Pope (21 mei 1688 – 30 mei 1744)

William Powell Frith, Pope makes love to Lady Mary Montagu, 1852.

 

 

 

 

 

De Vlaamse dichter Emile Verhaeren  werd geboren in Sint Amands op 21 mei 1855. Zie ook mijn blog van 21 mei 2008. en ook mijn blog van 21 mei 2007 en ook mijn blog van 21 mei 2006.

 

 

Quoique nous le voyions fleurir devant nos yeux

 

Hoe wij hem ook zien bloeien voor onze ogen

Deze klare tuin die ons stil wil gedogen,

Het plant zich weelderig in ons voort

's Werelds onschuldigste en zoetste oord.

 

Want wij genieten van alle bloemen,

Van alle kruiden en alle palmen

Die wij lachend en wenend benoemen

In geluk dat onvermengd blijft talmen.

 

Want wij beleven de vreugderoes

Van felle feest- en lentekreten,

Die wij ongeremd in de smeltkroes

van verrukkelijke woorden smeten.

 

O, diep bevredigd zijn wij en vol lof

Voor 's werelds vrolijkste en zoetste hof.

 

 

 

 

Mon village

 

Une place minime et quelques rues,

Avec un Christ au carrefour ;

Et l'Escaut gris et puis la tour

Qui se mire, parmi les eaux bourrues ;

Et le quartier du Dam, misérable et lépreux,

Jeté comme au hasard vers les prairies ;

Et près du cimetière aux buis nombreux,

La chapelle vouée à la Vierge Marie,

Par un marin qui s'en revint

On ne sait quand

Des Bermudes ou de Ceylan ;

Tel est - je m'en souviens après combien d'années -

Le village de Saint-Amand

Où je suis né.

C'est là que je vécus mon enfance angoissée,

Parmi les gens de peine et de métier,

Corroyeurs, forgerons, calfats et charpentiers,

Avec le fleuve immense au bout de ma pensée...

 

 

 

 

 

Verhaeren_rysselberghe
Emile Verhaeren (21 mei 1855 - 27 november 1916) 

Portret door Theo Van Rysselberghe, 1892

 

 

 

 

 

De Roemeense dichter en schrijver Tudor Arghezi werd geboren op 21 mei 1880 in Boekarest. Hij bezocht een kloosterschool en publiceerde in 1896 zijn eerste gedicht in het tijdschrift Liga Ortodoxa. Van 1900 tot 1904 leefde hij als monnik in het klooster Cemica. In 1905 ging hij naar het buitenland. In Frankrijk bekeerde hij zich tot het katholicisme. In 1912 keerde hij naar Roemenië terug waar hij in verschillende tijdschriften gedichten en artikelen publiceerde. Tijdens WO I zette hij zich in voor de neutraliteit van zijn land. In 1927 verscheen zijn eerste dichtbundel Cuvinte potrivite. Tijdens WO II behoorde hij tot de oppositie van de regering en werd gevangengezet. Na de intocht van de Sovjet Unie in 1944 werd hij vrijgelaten en gerehabiliteerd en zelfs tot nationale dichter gestileerd.

 

 

Ungewißheit

 

Sieh an meinem Fenster hängen,

blaues Himmelsgras in Mengen.

Sterne an tausend Fäden bahnen

sich den Weg, ohne's zu ahnen.

 

Wie ein Schwamm saugt meine Seele

leise Tränen, ohne Fehle,

zitternd, glänzend, Reih' um Reih',

aus den Sternen sich nun frei.

Mit der Vielfalt meiner Trauer...

mischten sich der Nächte Schauer

und des Herrgotts Augenbrau´

fällt ins Tintenfaß mir, schau!

 

Öff'n ein Buch ich, stöhnt's alleine,

such' die Zeit ich, Zeit ist keine!

Singen? Nein, doch sieh: ich bin!

Bin ich wohl? Was sagt mein Sinn?

 

Mein Gedanke - wem gehört der?

Und in welchem Märchen führt er -

mich auf der Erinn'rung Wege,

wo in allem ich einst rege...

 

Ja, so schreib' ich, selbstvergessen,

von dem Ruf des Moor's besessen,

aus dem Reich der Poesie...

Und "Arghezi" zeichn' ich sie.

 

 

 

 

Vertaald door Anny Leonhardt

 

 

 

 

Tudor_Arghezi
Tudor Arghezi (21 mei 1880 – 14 juli 1967)

 

 

 

 

 

De Vlaamse schrijfster Suzanne Lilar werd geboren als Suzanne Verbist in Gent op 21 mei 1901. Lilar schreef essays, romans en toneelstukken in het Frans. Haar echtgenoot was Albert Lilar, de Belgische Minister van Justitie en Minister van Staat. Ze was de moeder van de schrijfster Françoise Mallet-Joris en de kunsthistorica Marie Fredericq-Lilar. In 1956 werd Lilar verkozen tot lid van de Académie royale de langue et de littérature françaises de Belgique. Voor haar litterair oeuvre was Lilar in 1976 met de erfelijke titel van barones vereerd.

 

Uit: Le Burlador

 

« Isabelle. – Suis-moi et ne fais pas de bruit. Le roi dort dans un cabinet au fond de ce couloir. Arrête. Encore un instant. Je ne puis me résoudre à te laisser partir. Est-ce absurde? Il me semble que tu ne reviendras jamais. Jure-moi que tu reviendras.

Don Juan. – Je te le jure.

Isabelle. – Octavio, c'est de cette nuit seulement que je t'aime. Sais-tu quand cela a commencé? Quand tu t'es glissé dans ma chambre, je ne t'aimais pas encore. C'est lorsque tu as posé la main sur mes cheveux. Je la sentais peser doucement sur ma tête. Je me suis trouvée comme un oiseau pris au piège qui se débattrait inutilement.

Don Juan. – Pourquoi cette pensée? C'est donc que tu désirais m'échapper si tu songeais à te débattre. Isabelle. Je veux que tu m'assures que cette nuit je n'ai rien fait contre ta volonté. Répète-moi que je te tiens de ton amour seul et que je t'ai conquise vraiment, et non possédée par surprise.

Isabelle. – Voilà bien les hommes! En un pareil moment, tu ne songes qu'à couver ton orgueil. Octavio, si vieille que je devienne, jamais je n'oublierai le poids de ton silence lorsque tu m'as approchée. Je sentais se ramasser sur moi toute ta douce cruauté. Pour la première fois, j'ai goûté le désir de me laisser emporter, dévorer, d'être une proie.

Don Juan. – Orgueilleuse! Jusque dans l'humilité. Mais ton désir, Isabelle?

Isabelle. – Mon désir attendait chacune de tes caresses. Que me fais-tu dire? Je rougirais de honte si les limites de la honte ne me semblaient reculées. C'est cette nuit seulement que je suis née. Tout est neuf, tout est fort, comme au premier matin du monde. Tu sens bon, mon amour! Sais-tu que tes cheveux sentent l'encens? Et ta bouche, la framboise. Comment se fait-il que je ne m'en sois jamais aperçue? C'est très important. »

 

 

 

 

Suzanne_Lilar
Suzanne Lilar (21 mei 1901 - 12 december 1992)

 

 

 

 

Onafhankelijk van geboortedata:

 

De Nederlandse dichter en theatermaker Jaap Robben werd geboren in Oosterhout in 1984. Hij studeerde Milieu- en Maatschappij wetenschappen en ging vervolgens naar de KoningstheaterAkademie in Den Bosch. Per september 2008 is Jaap voor twee jaar benoemd tot Stadsdichter van Nijmegen. Robben schrijft sinds 2000 gedichten en korte verhalen voor zowel kinderen als volwassenen en publiceerde drie bundels; ‘Twee vliegen’ – 2004, ‘De nacht krekelt’ – 2007 en ‘Zullen we een bos beginnen?’ – 2008 (Nominatie Gouden Uil voor jeugdliteratuur 2009. Hij won in 2000 de Kunstbende NB in de categorie Theater, in 2001 de Trouw Columnistenprijs en in 2002 de NRC Examenverhalenprijs.  Zo nu en dan presenteert Robben festivals en literaire programma’s zoals de Kunstbende, Hadjegedicht! en Write Now. Naast schrijver en dichter is Jaap theatermaker. Hij speelde in de voorstelling ‘De bammen zijn op’ van Productiehuis Het LAB, maakte de kindervoorstelling ‘Het verloren sporen museum’ en speelde mee in de cabaretvoorstelling VET van stichting Theaterplan.

 

 

Archeologische vondst

 

Als ik ooit opgegraven word

op een vergeten begraafplaats,

waar nieuwbouw verrijst

en ijzer van een spade

op mijn kale holle schedel stuit.

 

Word ik dan uitgegraven?

Zand en stof met een kwastje

van mijn ribben geveegd?

Zorg ik voor bouwvertraging

en weet men wie ik was?

 

Zal mijn naakte skelet

aan nieuwsgierig publiek

in een museum worden getoond?

Laat de archeoloog zijn dochter schrikken

door mijn schedel te verstoppen in haar bed

 

Zullen museumbezoekers

met de adem uit hun neus

condens maken op mijn vitrine?

Zou men dan een ansichtkaart

van mijn botten willen hebben?

 

Als ik ooit opgegraven word,

hoop ik in een museum te komen

en een vader zijn kind voorleest

van het bordje bij mijn skelet:

 

Vrouw, 12e eeuw voor Christus.

 

 

 

 

 

robben
Jaap Robben (Oosterhout, 1984)

 

 

21-05-08

Gabriele Wohmann, Alexander Pope, Emile Verhaeren


In verband met een korte vakantie van Romenu zijn de postings even wat minder uitvoerig.

 

 

 

De Duitse schrijfster Gabriele Wohmann werd op 21 mei 1932 in Darmstadt geboren als Gabriele Guyot. Zie ook mijn blog van 21 mei 2007.

 

Uit: Schön und gut

 

Keiner in der kleinen Familie hatte große Lust zum Auto-Ausflug an einem Schönwetter-Samstag Anfang Juni, Ziel Kloster St. Martin am See, nicht einmal Louis, das Oberhaupt. Aber er hielt viel davon, turnusmäßig dorthin zu fahren. Obwohl evangelisch, hatte er im St. Martin’s Kolleg seine letzten drei Schuljahre hinter sich gebracht und das sogar gern. Das wurde von den drei anderen regelmäßig bespöttelt: Wie konnte man Schule, und sei es die angenehmste, überhaupt gern haben? Louis war daran gewöhnt. Das Essen im Internat war katholisch, deshalb um vieles besser als im evangelischen beziehungsweise eher religionslosen Hardenberg-Internat, das er vorher besucht hatte und wohin es ihn als Erwachsenen nicht mehr zog. Die St. Martin’s Lehrer brachten ihn weiter. Louis, kein Mann für Männerfreundschaften, kein Schach-Skatrundentyp und keiner für Kegelabende, Stammtische, Louis nahm sogar an den St. Martin’s-Klassentreffen teil. Nicht jedes Jahr, prinzipiell jedoch schon.
Flora ließ, weil sie den Volvo nahmen, Louis ans Steuer. Sie hatte ein locker fallendes graues Gewand an, kaum Stoff über den dünnen Schultern, es hieß bei ihr Gefängniskleid. Sie lebte mit Louis und David, dessen Mutter früh gestorben war, als die erste Frau, mit der es nach ehelicher Dauer aussah, aber Louis und sie heirateten nicht. Sie hatten es nicht rechtzeitig, nicht früh genug erledigt, und nun schien ihnen der richtige Zeitpunkt entgangen zu sein; es sähe lächerlich aus, fand Flora, es wäre wie bei einem Menschen, der sich erst in der zweiten Lebenshälfte taufen lassen würde. Sie sagten nicht vor andern mein Mann, meine Frau, und David sagte nicht Mutter, sie benutzten die Vornamen. In der kleinen Stadt, zu der St. Martin gehörte, würde Flora holländisch einkaufen. Die deutsch-holländische Grenze verlief entlang dem Mittelstreifen der Hauptstraße. Sie würde Käse, ein paar Spezialitäten, Zigaretten und Genever kaufen, der auf der Rückfahrt herumgereicht würde – nur der chauffierende Louis setzte die Flasche nicht an den Mund; die Sachen waren nicht billiger als zu Haus, aber dort, vor allem herumliegende Gauloises-Packungen, genoß Flora die Anblickssentimentalität und ein internationales Flair.
Im Fond seufzten sich die Kinder, wie sie mit sechzehn immer noch hießen, gnädig durch den Nachmittag, bis zum Abzweig von der Autobahn. Von da an liebten alle vier die Strecke, vielleicht unter dem Einfluß von Flora, die irgendwann einmal gesagt hatte: Westwärts fahren ist das Beste. Der Westen war schon als Kind meine Lieblingsrichtung. Bei Bertha und Esmeralda räumten sie extra für mich um, und ich bekam ein Zimmer mit Westblick. Bei Bertha und Esmeralda, Floras Tanten und noch viel mehr geliebt als der Westen, war Flora vom siebten Lebensjahr an aufgewachsen. Dem Verschwinden ihrer Eltern mußte sie vom ersten Tag an nicht nachtrauern. Dort wars kühl, oft sogar eiskalt, hier aber warmes Behagen, fast überheizt: So veranschaulichte Flora ihr ausgewechseltes Lebensgefühl.”

 

 

 

Wohmann
Gabriele Wohmann
(Darmstadt, 21 mei 1932)

 

 

 

 

De Engelse dichter Alexander Pope werd geboren in Londen op 21 mei 1688. Zie ook mijn blog van 21 mei 2007 en ook mijn blog van 22 mei 2006.

 

 

THE DYING CHRISTIAN TO HIS SOUL

 

VITAL spark of heav'nly flame!

Quit, O quit this mortal frame:

Trembling, hoping, ling'ring, flying,

O the pain, the bliss of dying!

Cease, fond Nature, cease thy strife,

And let me languish into life.

 

Hark! they whisper; angels say,

Sister Spirit, come away!

What is this absorbs me quite?

Steals my senses, shuts my sight,

Drowns my spirit, draws my breath?

Tell me, my soul, can this be death?

 

The world recedes; it disappears!

Heav'n opens my eyes! my ears

With sounds seraphic ring!

Lend, lend your wings! I mount! I fly!

O Grave! where is thy victory?

O Death! where is thy sting?

 

 

 

 

 

 

YOU know where you did despise

 

YOU know where you did despise

(Tother day) my little Eyes,

Little Legs, and little Thighs,

And some things, of little Size,

You know where.

 

You, tis true, have fine black eyes,

Taper legs, and tempting Thighs,

Yet what more than all we prize

Is a Thing of little Size,

You know where.

 

 

 

 

Pope
Alexander Pope (21 mei 1688 – 30 mei 1744)

 

 

 

 

 

 

De Vlaamse dichter Emile Verhaeren  werd geboren in Sint Amands op 21 mei 1855. Zie ook mijn blog van 21 mei 2007 en ook mijn blog van 21 mei 2006.

 

 

Je hebt die avond zo fijn met mij gesproken

 

Je hebt die avond zo fijn met mij gesproken,

dat alle bloemen zich begonnen te tooien ;

Plots werden wij verliefd en zijn zij ontloken,

om hun petaaltjes in onze schoot te strooien.

 

Je sprak teder over toekomstige jaren,

die we zouden drinken als langbewaarde wijn ;

Hoe zouden wij het luiden van het lot ervaren ?

Hoe zouden wij beminnen, als wij ouder zijn ?

 

Je stem was als een omhelzing met zoete pijn,

toen jouw brandend hart me kalme schoonheid bood,

zodat ik als ik wou, zonder vrees in staat zou zijn

om de kronkelwegen te volgen naar de dood.

 

 

 

L'Escaut

 

Et celui-ci puissant, compact, pâle et vermeil,
Remue, en ses mains d'eau, du gel et du soleil ;
Et celui-là étale, entre ses rives brunes,
Un jardin sombre et clair pour les jeux de la lune ;

Et cet autre se jette à travers le désert,
Pour suspendre ses flots aux lèvres de la mer
Et tel autre, dont les lueurs percent les brumes
Et tout à coup s'allument,
Figure un Wahallah de verre et d'or,

Où des gnomes velus gardent les vieux trésors.
En Touraine, tel fleuve est un manteau de gloire.
Leurs noms ? L'Oural, l'Oder, le Nil, le Rhin, la Loire.
Gestes de Dieux, cris de héros, marche de Rois,
Vous les solennisez du bruit de vos exploits.

Leurs bords sont grands de votre orgueil ; des palais vastes
Y soulèvent jusques aux nuages leur faste.
Tous sont guerriers : des couronnes cruelles
S'y reflètent - tours, burgs, donjons et citadelles -
Dont les grands murs unis sont pareils aux linceuls.

Il n'est qu'un fleuve, un seul,
Qui mêle au déploiement de ses méandres
Mieux que de la grandeur et de la cruauté,
Et celui-là se voue au peuple - et aux cités
Où vit, travaille et se redresse encor, la Flandre !

Tu es doux ou rugueux, paisible ou arrogant,
Escaut des Nords - vagues pâles et verts rivages -
Route du vent et du soleil, cirque sauvage
Où se cabre l'étalon noir des ouragans,
Où l'hiver blanc s'accoude à des glaçons torpides,
Où l'été luit dans l'or des facettes rapides
Que remuaient les bras nerveux de tes courants.

T'ai-je adoré durant ma prime enfance !
Surtout alors qu'on me faisait défense
De manier
Voile ou rames de marinier,
Et de rôder parmi tes barques mal gardées.

Les plus belles idées
Qui réchauffent mon front,
Tu me les as données :
Ce qu'est l'espace immense et l'horizon profond,
Ce qu'est le temps et ses heures bien mesurées,
Au va-et-vient de tes marées,
Je l'ai appris par ta grandeur.

Mes yeux ont pu cueillir les fleurs trémières,
Des plus rouges lumières,
Dans les plaines de ta splendeur.
Tes brouillards roux et farouches furent les tentes
Où s'abrita la douleur haletante
Dont j'ai longtemps, pour ma gloire, souffert ;

Tes flots ont ameuté, de leurs rythmes, mes vers ;
Tu m'as pétri le corps, tu m'as exalté l'âme ;
Tes tempêtes, tes vents, tes courants forts, tes flammes,
Ont traversé comme un crible, ma chair ;
Tu m'as trempé, tel un acier qu'on forge,
Mon être est tien, et quand ma voix
Te nomme, un brusque et violent émoi
M'angoisse et me serre la gorge.

Escaut,
Sauvage et bel Escaut,
Tout l'incendie
De ma jeunesse endurante et brandie,
Tu l'as épanoui :
Aussi,
Le jour que m'abattra le sort,
C'est dans ton sol, c'est sur tes bords,
Qu'on cachera mon corps,
Pour te sentir, même à travers la mort, encor !

 

 

 

Au bord du quai

 

Et qu'importe d'où sont venus ceux qui s'en vont,
S'ils entendent toujours un cri profond
Au carrefour des doutes !
Mon corps est lourd, mon corps est las,
Je veux rester, je ne peux pas ;
L'âpre univers est un tissu de routes
Tramé de vent et de lumière ;
Mieux vaut partir, sans aboutir,
Que de s'asseoir, même vainqueur, le soir,
Devant son oeuvre coutumière,
Avec, en son coeur morne, une vie
Qui cesse de bondir au-delà de la vie.

 

 

 

 

VERHAEREN
Emile Verhaeren (21 mei 1855 - 27 november 1916)  

 

 

21-05-07

Gabriele Wohmann, Alexander Pope, Emile Verhaeren


De technische problemen van gisteren zijn opgelost. Hier wat “nagekomen berichten”. (22 mei 2007. 11.45 uur)

 

De Duitse schrijfster Gabriele Wohmann werd op 21 mei 1932 in Darmstadt geboren als Gabriele Guyot; de naam Wohmann nam ze over van haar echtgenoot, Reiner Wohmann. Zij ging naar school op het eiland Langeoog in Schleswig-Holstein, en studeerde vervolgens in Frankfurt am Main zowel germanistiek als romanistiek, alsook muziekwetenschap. Na haar huwelijk in 1953 gaf ze drie jaar les op Langeoog, maar besloot in 1956 naar haar geboortestad terug te keren en er als zelfstandig auteur te werken. Zij werd lid van de Gruppe 47, die na de Tweede Wereldoorlog was ontstaan met als doel nieuwe wegen voor de literatuur te verkennen. Haar œuvre is sedertdien gestadig aangegroeid en omvat talloze romans en luisterspelen; bovenal is ze echter vermaard om haar vele kortverhalen. In 1975 werd ze lid van de Akademie der Künste. Wohmann ontving meerdere prijzen voor haar werk, waaronder in 1971 de literatuurprijs van de stad Bremen en in 1985 van het ZDF. Zij leeft tot op vandaag in Darmstadt.

 

Uit: Bleibt doch über Weihnachten

 

„Das Abendessen hatte mein Vater gekocht und eine Käsesauce ausprobiert. Meine Mutter unterbrach uns bei Tisch immer wieder, um ihm zu huldigen und von der Sauce zu schwärmen. Er ist ihr in der Küche überlegen, und sie sagte: Drei Kochplatten gleichzeitig überwachen - ich hätte nie die Nerven dazu, was wir alle längst wissen, weil sie es so oft sagt. Zwei Platten warens heut abend nur, Schatz. Mein Vater verbesserte sie sanft, aber sie wollte nicht runter von ihrem Trip und rief: Dann ist eben die Salatschüssel Nummer drei, und mein Vater grinste ganz zufrieden, aber ich fand, auch ein bisschen vorsichtig. Wenn meine Mutter in dieser Theaterstimmung ist, kann es leicht einen Umschwung geben. Trotzdem fühlte ich mich gut, und das ist kurz vor Weihnachten erstaunlich, weil meine Mutter da ziemlich schwierig werden kann. In diesem Jahr würde es wegen Hannchen vielleicht Probleme geben. Ich hatte mal Gesprächsfetzen zwischen meinen Eltern mitgekriegt, als sie nicht wussten, dass ich nebenan vom Wohnzimmer zwischen den Bücherregalen im Oxford Advanced Learner´s noch mal murder und murderer überprüfte, und sie, da bin ich sicher, übers Hannchen redeten, und meine Mutter sagte, Gut, man ist ein Problem los, aber das ist schon wieder ein neues Problem. Weil es gemein von mir ist. Ihr schlechtes Gewissen kriegt sie jedesmal, wenn sie sich von einer Last befreit fühlt. Mein Vater versucht, es ihr auszureden. Er sagt: Sie vermissen, das tust du ja auch. Vielleicht gehts meiner Mutter mit Gewissensbiss besser als ohne, deshalb widerspricht sie: Ja, schon, aber nicht genug“. 

 

 

wohmann
Gabriele Wohmann
(Darmstadt, 21 mei 1932)

 

 

 

De Engelse dichter Alexander Pope werd geboren in Londen op 21 mei 1688. Zijn eerste echt grote werk was An Essay on Criticism uit 1711. Andere bekende werken uit die tijd waren The Rape of the Lock (1712, herziene versie 1714) en zijn vertalingen van Homerus' Ilias en Odyssee (1715-1726). Deze laatste werken leverden hem het geld op om zich terug te kunnen trekken in een landhuis in Twickenham, waar hij de rest van zijn omvangrijke werk schreef.

Popes werk geeft een goede weerspiegeling van zijn tijd. In de tijd van koningin Anne schreef hij pastorale poëzie, de 'Ilias' en 'Odyssee' ontstonden onder George I. In zijn derde periode behandelde hij de grote godsdienstige en intellectuele zaken van die tijd. Hij schreef voornamelijk in de vorm van 'heroic couplets': series van meestal tien-lettergrepige op elkaar rijmende regels.

 

ODE ON SOLITUDE

Happy the man, whose wish and care
A few paternal acres bound,
Content to breathe his native air,
In his own ground.

Whose herds with milk, whose fields with bread,
Whose flocks supply him with attire,
Whose trees in summer yield him shade,
In winter fire.

Blest! who can unconcern'dly find
Hours, days, and years slide soft away,
In health of body, peace of mind,
Quiet by day,

Sound sleep by night; study and ease
Together mix'd; sweet recreation,
And innocence, which most doth please,
With meditation.

Thus let me live, unseen, unknown;
Thus unlamented let me dye;
Steal from the world, and not a stone
Tell where I lye.

 

 

 

pope
Alexander Pope (21 mei 1688 – 30 mei 1744)


 

Helaas, beste bezoekers, een zeer beknopt blog vandaag. Technische problemen laten het niet toe wat uitvoeriger te schrijven. Morgen beter. Als troost twee gedichten van Verhaeren.

De Vlaamse dichter Emile Verhaeren  werd geboren in Sint Amands op 21 mei 1855.

Zie ook mijn blog van 21 mei 2006.

Soir religieux

Vers une lune toute grande,
Qui reluit dans un ciel d'hiver
Comme une patène d'or vert,
Les nuages vont à l'offrande.

Ils traversent le firmament,
Qui semble un chœur plein de lumières
Où s'étageraient des verrières
Lumineuses obscurément,

Si bien que ces nuits remuées
Mirent au fond de marais noirs,
Comme en de colossaux miroirs,
La messe blanche des nuées.    

  

Au bord du quai

Et qu'importe d'où sont venus ceux qui s'en vont,
S'ils entendent toujours un cri profond
Au carrefour des doutes !
Mon corps est lourd, mon corps est las,
Je veux rester, je ne peux pas ;
L'âpre univers est un tissu de routes
Tramé de vent et de lumière ;
Mieux vaut partir, sans aboutir,
Que de s'asseoir, même vainqueur, le soir,
Devant son oeuvre coutumière,
Avec, en son coeur morne, une vie
Qui cesse de bondir au-delà de la vie.

 

 

300px-Theo_van_Rysselberghe-_A_Reading_by_Emile_Verhaeren
Emile Verhaeren (21 mei 1855 - 27 november 1916) 

Théo van Rysselberghe, A Reading by Emile Verhaeren (1903)  

 

22-05-06

De Coninck, Spinoy en Pope


Herman de Coninck werd op 21 februari 1944 te Mechelen geboren. Na een periode als lesgever (1966-1970), onderbroken door zijn militaire dienst in Duitsland (1967), werd hij vanaf augustus 1970 redacteur bij het weekblad Humo. Samen met Piet Piryns verzamelde hij de voor dit blad verzorgde interviews in Woe is woe in de Nedderlens (1972). De Coninck werkte voor poëzie mee aan Ruimte, De Standaard en Tirade. In 1983 verliet hij het weekblad Humo om hoofdredacteur te worden van het Nieuw Wereldtijdschrift. De relativerende en vaak ironiserende gedichten in zijn debuut Lenige liefde (1969) verraden invloed van o.a. de Tirade-dichters. Voor zijn debuutbundel ontving De Coninck de Yang-prijs (1969) en de Prijs van de Provincie Antwerpen (1971).

Bundels: Zolang er sneeuw ligt (1975), Met een klank van hobo (1980, De hectaren van het geheugen (1985), De flaptekstlezer (1992), Intimiteit onder de melkweg (1994).

Prijzen: o.a. Prijs van de Vlaamse Provincieën (1978), Prijs van de Vlaamse Gids (1982), Campertprijs (1986), Gouden Uil (1995). Op 22 mei 1997 overleed De Coninck in de Portugese hoofdstad Lissabon tijdens een congres over literatuur plots aan een hartstilstand. Hij was 53 jaar oud.   

 

 

Sneeuwstorm

 

In mijn streek zegt men 'ver' in de zin van 
'bijna'. Het is al 'ver' winter. 
En zo ver is het inderdaad. Sneeuw is eeuwig leven 
op een wit blad zonder letters geschreven, 

niets is nog hier, alles is ginder. 
Zoals dat boerderijtje, tien vadem 
onder de sneeuw. Sneeuw doet het landschap 
wat longen doen bij het inhouden van adem, 

wat ik doe door niet te zeggen 
hoe ik me tastend op alle plaatsen 
en duizend keer per minuut en amechtig 

en toch zoekend en bijna plechtig, 
en lief en definitief, op jou wil neerleggen 
als sneeuw, van de eerste vlok tot de laatste.  

 

 

 

Poëzie

 

Zoals je tegen een ziek dochtertje zegt:
mijn miniatuurmensje, mijn zelfgemaakt
verdrietje, en het helpt niet;
zoals je een hand op haar hete voorhoofdje
legt, zo dun als sneeuw gaat liggen,
en het helpt niet:

zo helpt poëzie.     

 

 

Uit: Met een klank van hobo (1980) 

 

 

 

Herman de Coninck
(21 februari 1944 – 22 mei 1997)

 

Erik Spinoy (22 mei 1960) werkt als docent moderne Nederlandse literatuur aan de universiteit van Luik. Hij publiceerde eerder de gedichtenbundels De jagers in de sneeuw (1986, Vlaamse poëzieprijs), Susette (1990, Hugues C. Pernathprijs), Fratsen (1993) en De smaak ervan (1995) en Boze wolven (2002).

 

De muur

Een composthoop en, erboven,
slierten traag vervluchtigende rook. Op
het erf een kar met groenvoer. Groene halve
staldeuren. En op de strakke, spiegelende beek
lichtbruine vlekken, bladerdek. Roerloos

wou je zijn, onbewogen blijven. Maar het
is het rood, het rood van de klimop,
dat, hoe onmerkbaar ook, vijfhoekig blad
na blad verliest, en neervalt. Blik

na blik wordt alles weggeplukt, totdat
hij zelf verschijnt. De muur is
zuiver muur. Als hij zich toont,
zinkt ook je moed. Je kunt niet spreken

in zijn ondraaglijk gezicht. Je kunt pas spreken
na het camoufleren.


 

Isis en haar goddelijke vriendinnen

 

Van hoge rotsen druipt het
avondrood.

De wind waait

door uw kleren heen.

Het lied klinkt vals en

bodemloos.


Bij de citroenboom zingt een ezel uit

antieker tijd. Verblind is hij

waar hij gebiedt:


‘Knielt! Ik ben alles wat

ooit was en is en zijn zal.

Mijn sluier heeft geen sterveling gelicht.’


Waarop, verheven, niets gebeurt.

Geen voorhang scheurt.

Geen kruis wordt opgericht.  

 

 

Erik Spinoy         

 

 

              

Erik Spinoy (22 mei 1960)

 

De Engelse dichter Alexander Pope was een zoon van katholieke ouders en kreeg voornamelijk huisonderwijs. Hij had een zwakke gezondheid en, mogelijk als gevolg van tuberculose in zijn jeugd, een verstoorde lichaamsgroei. Hij werd slechts 1,37 m lang. Al sinds zijn twaalfde jaar schreef hij verzen, vaak imitaties van andere schrijvers. Zijn meest originele werk uit die tijd was Pastorals (1709).

Zijn eerste echt grote werk was An Essay on Criticism uit 1711. Andere bekende werken uit die tijd waren The Rape of the Lock (1712, herziene versie 1714) en zijn vertalingen van Homerus' Ilias en Odyssee (1715-1726). Deze laatste werken leverden hem het geld op om zich terug te kunnen trekken in een landhuis in Twickenham, waar hij de rest van zijn omvangrijke werk schreef.

Hij schreef voornamelijk in de vorm van 'heroic couplets': series van meestal tien-lettergrepige op elkaar rijmende regels. Hierin ontwikkelde hij zich tot een ware meester.

 

 

ODE ON SOLITUDE

Happy the man, whose wish and care
A few paternal acres bound,
Content to breathe his native air,
In his own ground.

Whose herds with milk, whose fields with bread,
Whose flocks supply him with attire,
Whose trees in summer yield him shade,
In winter fire.

Blest! who can unconcern'dly find
Hours, days, and years slide soft away,
In health of body, peace of mind,
Quiet by day,

Sound sleep by night; study and ease
Together mix'd; sweet recreation,
And innocence, which most doth please,
With meditation.

Thus let me live, unseen, unknown;
Thus unlamented let me dye;
Steal from the world, and not a stone
Tell where I lye.  

 

 

 

 

Alexander Pope (21/22 mei 1688 – 30 mei 1744)