19-05-17

Constantin Göttfert, Karel van het Reve, Simone van Saarloos, Gijs IJlander, Thera Coppens, H.W.J.M. Keuls, Jodi Picoult, Yahya Hassan, Ruskin Bond

 

De Oostenrijkse dichter en schrijver Constantin Göttfert werd op 19 mei 1979 in Wenen geboren. Zie ook alle tags voor Constantin Göttfert op dit blog.

Uit: Satus Katze

Was ist?, fragte die Frau vor mir.
Als sie nach dem Mobiltelefon griff, bemerkte ich, dass auch ihre Finger durch kleine Risse entstellt waren.
Du hast von einer Katze in Finnland gesprochen, sagte ich.
Die Sonne war zur Hälfte hinter die Fassade gesunken, die Frau fragte mich nicht, ob ich mich setzen wollte, sie legte das Mobiltelefon wieder hin. Das Symbol blinkte nicht mehr.
Was ist mit Finnland?, fragte sie.
Sie schob sich den Löffel aus der Kaffeetasse in den Mund.
Etwas Milchschaum blieb an ihren breiten Lippen kleben.
Es ist die Katze, sagte ich, du hast von der Katze gesprochen.
Ich setzte mich. Bei einem vorbeikommenden Kellner bestellte ich Kaffee.
Sie hob ihr Mobiltelefon wieder kurz an, als wollte sie nur die Uhr ablesen, aber in ihrem Blick registrierte ich eine plötzliche Wachsamkeit. Ich deutete auf die Kratzspuren an ihren
Armen. Sie winkte dem Kellner.
Ich hatte Angst, sie würde ihn um Hilfe bitten. Er würde mich abweisen, ich müsste aufstehen und an meinen Platz zurückkehren.
Sie verwischte die Wassertropfen, die der Brunnen auf ihre verkrusteten Wunden gesprüht hatte.
Es ist ja kein Zufall, sagte ich.
Was meinst du?, fragte sie.
Dass ich dich treffe, sagte ich. Ich kenne deine Stimme.
Du hast neben ihm gesessen, und auch seine Stimme habe ich erkannt.“

 

 
Constantin Göttfert (Wenen, 19 mei 1979)

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06-06-16

Thomas Mann, Aleksandr Poesjkin, Sarah Dessen, Jean Cayrol, Pierre Corneille, Hendrik van Teylingen, V. C. Andrews, Henry Newbolt

 

De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875. Zie ook mijn blog van 6 juni 2010 en eveneens alle tags voor Thomas Mann op dit blog.

Uit: Doktor Faustus

„Mit aller Bestimmtheit will ich versichern, daß es keineswegs aus dem Wunsche geschieht, meine Person in den Vordergrund zu schieben, wenn ich diesen Mitteilungen über das Leben des verewigten Adrian Leverkühn, dieser ersten und gewiß sehr vorläufigen Biographie des teuren, vom Schicksal so furchtbar heimgesuchten, erhobenen und gestürzten Mannes und genialen Musikers, einige Worte über mich selbst und meine Bewandtnisse vorausschicke. Einzig die Annahme bestimmt mich dazu, daß der Leser — ich sage besser: der zukünftige Leser; denn für den Augenblick besteht ja noch nicht die geringste Aussicht, daß meine Schrift das Licht der Öffentlichkeit erblikken könnte, — es sei denn, daß sie durch ein Wunder unsere umdrohte Festung Europa zu verlassen und denen draußen einen Hauch von den Geheimnissen unserer Einsamkeit zu bringen vermöchte; — ich bitte wieder ansetzen zu dürfen: nur weil ich damit rechne, daß man wünschen wird, über das Wer und Was des Schreibenden beiläufig unterrichtet zu sein, schicke ich diesen Eröffnungen einige wenige Notizen über mein eigenes Individuum voraus, — nicht ohne die Gewärtigung freilich, gerade dadurch dem Leser Zweifel zu erwecken, ob er sich auch in den richtigen Händen befindet, will sagen: ob ich meiner ganzen Existenz nach der rechte Mann für eine Aufgabe bin, zu der vielleicht mehr das Herz als irgendwelche berechtigende Wesensverwandtschaft mich zieht.

 

 
Armel Loriquet als Echo en Jon Finch als Adrian Leverkühn in de film uit 1982

 

Ich überlese die vorstehenden Zeilen und kann nicht umhin, ihnen eine gewisse Unruhe und Beschwertheit des Atemzuges anzumerken, die nur zu bezeichnend ist für den Gemütszustand, in dem ich mich heute, den 23. Mai 1943, zwei Jahre nach Leverkühns Tode, will sagen: zwei Jahre nachdem er aus tiefer Nacht in die tiefste gegangen, in meinem langjährigen kleinen Studierzimmer zu Freising an der Isar niedersetze, um mit der Lebensbeschreibung meines in Gott ruhenden — o möge es so sein! — in Gott ruhenden unglücklichen Freundes den sächlich hat das Erlebnis mich gezwungen, über dieses Problem so angestrengt, so inständig nachzudenken,»daß es mir schreckhafter Weise zuweilen schien, als würde ich damit über die mir eigentlich bestimmte und zukömmliche Gedankenebene hinausgetrieben und erführe selbst eine »unlautere« Steigerung meiner natürlichen Gaben ...“

 

 
Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)
In 1947

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06-06-15

Thomas Mann, Aleksandr Poesjkin, Sarah Dessen, Jean Cayrol, Pierre Corneille, Hendrik van Teylingen, V. C. Andrews

 

De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875. Zie ook mijn blog van 6 juni 2010 en eveneens alle tags voor Thomas Mann op dit blog.

Uit: Der Tod in Venedig

„Gustav Aschenbach oder von Aschenbach, wie seit seinem fünfzigsten Geburtstag amtlich sein Name lautete, hatte an einem Frühlingsnachmittag des Jahres 19.., das unserem Kontinent monatelang eine so gefahrdrohende Miene zeigte, von seiner Wohnung in der Prinz-Regentenstraße zu München aus, allein einen weiteren Spaziergang unternommen. Überreizt von der schwierigen und gefährlichen, eben jetzt eine höchste Behutsamkeit, Umsicht, Eindringlichkeit und Genauigkeit des Willens erfordernden Arbeit der Vormittagsstunden, hatte der Schriftsteller dem Fortschwingen des produzierenden Triebwerks in seinem Innern, jenem »motus animi continuus«, worin nach Cicero das Wesen der Beredsamkeit besteht, auch nach der Mittagsmahlzeit nicht Einhalt zu tun vermocht und den entlastenden Schlummer nicht gefunden, der ihm, bei zunehmender Abnutzbarkeit seiner Kräfte, einmal untertags so nötig war. So hatte er bald nach dem Tee das Freie gesucht, in der Hoffnung, daß Luft und Bewegung ihn wieder herstellen und ihm zu einem ersprießlichen Abend verhelfen würden.

 

 
Scene uit de film „Dood in Venetië” van Luchino Visconti uit 1971

 

Es war Anfang Mai und, nach naßkalten Wochen, ein falscher Hochsommer eingefallen. Der Englische Garten, obgleich nur erst zart belaubt, war dumpfig wie im August und in der Nähe der Stadt voller Wagen und Spaziergänger gewesen. Beim Aumeister, wohin stillere und stillere Wege ihn geführt, hatte Aschenbach eine kleine Weile den volkstümlich belebten Wirtsgarten überblickt, an dessen Rande einige Droschken und Equipagen hielten, hatte von dort bei sinkender Sonne seinen Heimweg außerhalb des Parks über die offene Flur genommen und erwartete, da er sich müde fühlte und über Föhring Gewitter drohte, am Nördlichen Friedhof die Tram, die ihn in gerader Linie zur Stadt zurückbringen sollte. Zufällig fand er den Halteplatz und seine Umgebung von Menschen leer. Weder auf der gepflasterten Ungererstraße, deren Schienengeleise sich einsam gleißend gegen Schwabing erstreckten, noch auf der Föhringer Chaussee war ein Fuhrwerk zu sehen; hinter den Zäunen der Steinmetzereien, wo zu Kauf stehende Kreuze, Gedächtnistafeln und Monumente ein zweites, unbehaustes Gräberfeld bilden, regte sich nichts, und das byzantinische Bauwerk der Aussegnungshalle gegenüber lag schweigend im Abglanz des scheidenden Tages”

 

 
Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)
In 1905 

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06-06-14

Thomas Mann, Aleksandr Poesjkin, Sarah Dessen, Jean Cayrol, Pierre Corneille

 

De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875. Zie ook mijn blog van 6 juni 2010 en eveneens alle tags voor Thomas Mann op dit blog.

Uit: Der Zauberberg

„Ähnlich also wie diese Lasterträume vermag die Erzählung mit der Zeit zu Werke gehen, ähnlich vermag sie sie zu behandeln. Da sie aber "behandeln" kann, so ist klar, daß die Zeit, die das Element der Erzählung ist, auch zu ihrem Gegenstande werden kann; und wenn es zuviel gesagt wäre, man könne "die Zeit erzählen" so ist doch, von der Zeit erzählen zu wollen, offenbar kein ganz so absurdes Beginnen, wie es uns anfangs scheinen wollte, - so daß denn also dem Namen des "Zeitromans" ein eigentümlich träumerischer Doppelsinn zukommen könnte. Tatsächlich haben wir die Frage, ob man die Zeit erzählen könne, nur aufgeworfen, um zu gestehen, daß wir mit laufender Geschichte wirklich dergleichen vorhaben. Und wenn wir die weitere Frage streiften, ob die um uns Versammelten sich noch ganz im klaren darüber seien, wie lange es gegenwärtig her ist, daß der unterdessen verstorbene ehrliebende Joachim jene Bemerkung über Musik und Zeit ins Gespräch flocht (die übrigens von einer gewissen alchimistischen Steigerung seines Wesens zeugt, da solche Bemerkungen eigentlich nicht in seiner brave Natur lagen), - so wären wir wenig erzürnt gewesen, zu hören, daß man sich wirklich im Augenblick nicht mehr so recht im klaren darüber sei: wenig erzürnt, ja zufrieden aus dem einfachen Grunde, weil die allgemeine Teilnahme an dem Erleben unseres Helden natürlich in unserem Interesse liegt und weil dieser, Hans Castorp, in beregtem Punkte durchaus nicht ganz fest war, und zwar schon längst nicht mehr. Das gehört zu seinem Roman, einem Zeitroman, - so - und auch wieder so genommen.

 

 
Hofrat Dr. Behrens (Hans Christian Blech) en Hans Castorp (Christoph Eichhorn)
Scene uit de verfilming van „Der Zauberberg “ uit 1982

 

Wie lange Joachim eigentlich hier oben mit ihm gelebt, bis zu seiner wilden Abreise oder im ganzen genommen; wann, kalendermäßig, diese erste trotzige Abreise stattgefunden, wie lange er weggewesen, wann wieder eingetroffen und wie lange Hans Castorp selber schon hier gewesen, als er wieder eingetroffen und dann aus der Zeit gegangen war; wie lange, um Joachim beiseite zu lassen, Frau Chauchat ungegenwärtig gewesen, seit wann, etwa der Jahreszahl nach, sie wieder da war (denn sie war wieder da), und wieviel Erdenzeit Hans Castorp im 'Berghof' damals verbracht gehabt hatte, als sie zurückgekehrt war: bei all diesen Fragen, gesetzt, man hätte sie ihm vorgelegt, was aber niemand tat, auch er selber nicht, denn er scheute sich wohl, sie sich vorzulegen, hätte Hans Castorp mit den Fingerspitzen an seiner Stirn getrommelt und entschieden nicht recht Bescheid gewußt, - eine Erscheinung, nicht weniger beunruhigend als jene vorübergehende Unfähigkeit, die ihn am ersten Abend seines Hierseins befallen hatte, nämlich Herrn Settembrini sein eigenes Alter anzugeben, ja, eine Verschlimmerung dieses Unvermögens, denn er wußte nun allen Ernstes und dauernd nicht mehr, wie alt er sei!“

 

 
Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)

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06-06-13

Thomas Mann, Aleksandr Poesjkin, Sarah Dessen, Jean Cayrol

 

De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875. Zie ook mijn blog van 6 juni 2010 en eveneens alle tags voor Thomas Mann op dit blog.

 

Uit: Buddenbrooks

 

“Zwei und ein halbes Jahr später, um die Mitte des April schon, war zeitiger als jemals der Frühling gekommen, und zu gleicher Zeit war ein Ereignis eingetreten, das den alten Johann Budden­brook vor Vergnügen trällern machte und seinen Sohn aufs freu­digste bewegte.
Um 9 Uhr, eines Sonntag morgens, saß der Konsul im Früh­stückszimmer vor dem großen, braunen Sekretär, der am Fenster stand und dessen gewölbter Deckel vermittelst eines witzigen Mechanismus zurückgeschoben war. Eine dicke Le­dermappe, gefüllt mit Papieren, lag vor ihm; aber er hatte ein Heft mit gepreßtem Umschlage und Goldschnitt herausgenom­men, und schrieb, eifrig darüber gebeugt, in seiner dünnen, winzig dahineilenden Schrift, - emsig und ohne Aufenthalt, es sei denn, daß er die Gänsefeder in das schwere Metall-Tintenfaß tauchte...
Die beiden Fenster standen offen, und vom Garten her, wo eine milde Sonne die ersten Knospen beschien, und wo ein paar kleine Vogelstimmen einander kecke Antworten gaben, weh­te voll frischer und zarter Würze die Frühlingsluft herein und trieb dann und wann sacht und geräuschlos die Gardinen ein wenig empor. Drüben, auf dem Frühstückstische, ruhte die Sonne blendend auf dem weißen, hie und da von Brosamen ge­sprenkelten Leinen und spielte in kleinen, blitzenden Drehun­gen und Sprüngen auf der Vergoldung der mörserförmigen Tassen ...
Beide Flügel der Tür zum Schlafzimmer waren geöffnet, und von dorther vernahm man die Stimme Johann Buddenbrooks, der ganz leise nach einer alten drolligen Melodie vor sich hin summte:

»Ein guter Mann, ein braver Mann,
Ein Mann von Complaisancen;
Er kocht die Stipp' und wiegt das Kind
Und riecht nach Pomeranzen. «

 

 

 

Bendix Grünlich (Justus von Dohnányi) vraagt Tony Buddenbrook (Jessica Schwarz) ten huwelijk.
Scene uit de verfilming van „Buddenbrooks“ uit 2008.

 

 

 

Er saß zur Seite der kleinen Wiege mit grünseidenen Vorhängen, die bei dem hohen Himmelbett der Konsulin stand und die er mit einer Hand in gleichmäßiger Schwingung erhielt. Die Kon­sulin und ihr Gatte hatten sich, der leichteren Bedienung halber, für einige Zeit hier unten eingerichtet, während ihr Vater und Madame Antoinette, die, eine Schürze über dem gestreiften Kleide und eine Spitzenhaube auf den dicken weißen Locken, sich dort hinten am Tische mit Flanell und Linnen zu schaffen machte, das dritte Zimmer des Zwischengeschosses zum Schla­fen benutzten.
Konsul Buddenbrook warf kaum einen Blick in das Neben­zimmer, so sehr war er von seiner Arbeit in Anspruch genom­men. Sein Gesicht trug einen ernsten und vor Andacht beinahe leidenden Ausdruck. Sein Mund war leicht geöffnet, er ließ das Kinn ein wenig hängen, und seine Augen verschleierten sich dann und wann. Er schrieb:
»Heute, d. 14. April 1838, morgens um 6 Uhr, ward meine liebe Frau Elisabeth, geb. Kröger, mit Gottes gnädiger Hilfe aufs glücklichste von einem Töchterchen entbunden, welches in der hl. Taufe den Namen Clara empfangen soll. Ja, so gnädig half ihr der Herr, obgleich nach Aussage des Doktors Grabow die Ge­burt um etwas zu früh eintrat und sich vordem nicht alles zum Besten verhielt und Bethsy große Schmerzen gelitten hat. Ach, wo ist doch ein solcher Gott, wie du bist, du Herr Zebaoth, der du hilfst in allen Nöten und Gefahren und uns lehrst deinen Wil­len recht zu erkennen, damit wir dich fürchten und in deinem Willen und Geboten treu mögen erfunden werden! Ach Herr, leite und führe uns alle, solange wir leben auf Erden ...
« -

 

 

 

Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)

Ets door Johannes Lindner, 1905

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06-06-12

Thomas Mann, Aleksandr Poesjkin, Lesley Blanch, Sarah Dessen

 

De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875. Zie ook mijn blog van 6 juni 2010 en eveneens alle tags voor Thomas Mann op dit blog.

 

Uit: Tristan

 

„Hier ist >Einfried<, das Sanatorium! Weiß und geradlinig liegt es mit seinem langgestreckten Hauptgebäude und seinem Seitenflügel inmitten des weiten Gartens, der mit Grotten, Laubengängen und kleinen Pavillons aus Baumrinde ergötzlich ausgestattet ist, und hinter seinen Schieferdächern ragen tannengrün, massig und weich zerklüftet die Berge himmelan.

Nach wie vor leitet Doktor Leander die Anstalt. Mit seinem zweispitzigen schwarzen Bart, der hart und kraus ist wie das Roßhaar, mit dem man die Möbel stopft, seinen dicken, funkelnden Brillengläsern und diesem Aspekt eines Mannes, den die Wissenschaft gekältet, gehärtet und mit stillem, nachsichtigem Pessimismus erfüllt hat, hält er auf kurz angebundene und verschlossene Art die Leidenden in seinem Bann, — alle diese Individuen, die, zu schwach, sich selbst Gesetze zu geben und sie zu halten, ihm ihr Vermögen ausliefern, um sich von seiner Strenge stützen lassen zu dürfen.

Was Fräulein von Osterloh betrifft, so steht sie mit unermüdlicher Hingabe dem Haushalte vor. Mein Gott, wie tätig sie, treppauf und treppab, von einem Ende der Anstalt zum anderen eilt! Sie herrscht in Küche und Vorratskammer, sie klettert in den Wäscheschränken umher, sie kommandiert die Dienerschaft und bestellt unter den Gesichtspunkten der Sparsamkeit, der Hygiene, des Wohlgeschmacks und der äußeren Anmut den Tisch des Hauses, sie wirtschaftet mit einer rasenden Umsicht, und in ihrer extremen Tüchtigkeit liegt ein beständiger Vorwurf für die gesamte Männerwelt verborgen, von der noch niemand darauf verfallen ist, sie heimzuführen. Auf ihren Wangen aber glüht in zwei runden, karmoisinroten Flecken die unauslöschliche Hoffnung, dereinst Frau Doktor Leander zu werden…“

 

Manns werkkamer en schrijftafel, nu in het Thomas Mann Archiv in Zürich

 

 

Ozon und stille, stille Luft … für Lungenkranke ist >Einfried<, was Doktor Leanders Neider und Rivalen auch sagen mögen, aufs wärmste zu empfehlen. Aber es halten sich nicht nur Phthisiker, es halten sich Patienten aller Art, Herren, Damen und sogar Kinder hier auf: Doktor Leander hat auf den verschiedensten Gebieten Erfolge aufzuweisen. Es gibt hier gastrisch Leidende, wie die Magistratsrätin Spatz, die überdies an den Ohren krankt, Herrschaften mit Herzfehlern, Paralytiker, Rheumatiker und Nervöse in allen Zuständen. Ein diabetischer General verzehrt hier unter immerwährendem Murren seine Pension. Mehrere Herren mit entfleischten Gesichtern werfen auf jene unbeherrschte Art ihre Beine, die nichts Gutes bedeutet. Eine fünfzigjährige Dame, die Pastorin Höhlenrauch, die neunzehn Kinder zur Welt gebracht hat und absolut keines Gedankens mehr fähig ist, gelangt dennoch nicht zum Frieden, sondern irrt, von einer blöden Unrast getrieben, seit einem Jahre bereits am Arm ihrer Privatpflegerin starr und stumm, ziellos und unheimlich durch das ganze Haus.

Dann und wann stirbt jemand von den >Schweren<, die in ihren Zimmern liegen und nicht zu den Mahlzeiten noch im Konversationszimmer erscheinen, und niemand, selbst der Zimmernachbar nicht, erfährt etwas davon. In stiller Nacht wird der wächserne Gast beiseite geschafft, und ungestört nimmt das Treiben in >Einfried< seinen Fortgang, das Massieren, Elektrisieren und Injizieren, das Duschen, Baden, Turnen, Schwitzen und Inhalieren in den verschiedenen mit allen Errungenschaften der Neuzeit ausgestatteten Räumlichkeiten…“

 

 

Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)

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06-06-11

Thomas Mann, Aleksandr Poesjkin, Lesley Blanch, Sarah Dessen

 

De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875. Zie ook mijn blog van 12 augustus 2009 en ook mijn blog van 6 juni 2010 en eveneens alle tags voor Thomas Mann op dit blog.

 

Uit: Tonio Kröger

 

„Die Wintersonne stand nur als ein armer Schein, mil­chig und matt hinter Wolkenschichten über der engen Stadt. Naß und zugig war's in den giebeligen Gassen, und manchmal fiel eine Art von weichem Hagel, nicht Eis, nicht Schnee.
Die Schule war aus. Ueber den gepflasterten Hof und heraus aus der Gatterpforte strömten die Scharen der Befreiten, teilten sich und enteilten nach rechts und links. Große Schüler hielten mit Würde ihr Bü­cherpäckchen hoch gegen die linke Schulter gedrückt, indem sie mit dem rechten Arm wider den Wind dem Mittagessen entgegen ruderten; kleines Volk setzte sich lustig in Trab, daß der Eisbrei umherspritzte und die Sieben Sachen der Wissenschaft in den Seehunds­ränzeln klapperten. Aber hie und da riß alles mit from­men Augen die Mützen herunter vor dem Wotanshut und dem Jupiterbart eines gemessen hinschreitenden Oberlehrers ...
»Kommst du endlich, Hans?« sagte Tonio Kröger, der lange auf dem Fahrdamm gewartet hatte; lächelnd trat er dem Freunde entgegen, der im Gespräch mit anderen Kameraden aus der Pforte kam und schon im Begriffe war, mit ihnen davon zu gehen ... »Wieso?« fragte er und sah Tonio an ... »ja, das ist wahr! Nun gehen wir noch ein bißchen.«

 

  

Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)
Thomas Mann als 9-jarige in Lübeck

Armin Martens,

Het model voor Hans Hansen

 

Tonio verstummte, und seine Augen trübten sich. Hatte Hans es vergessen, fiel es ihm erst jetzt wieder ein, daß sie heute Mittag ein wenig zusammen spazie­ren gehen wollten? Und er selbst hatte sich seit der Verabredung beinahe unausgesetzt darauf gefreut!
»Ja, adieu, ihr! « sagte Hans Hansen zu den Kamera­den.»Dann gehe ich noch ein bißchen mit Kröger.« - Und die Beiden wandten sich nach links, indes die Anderen nach rechts schlenderten.
Hans und Tonio hatten Zeit, nach der Schule spa­zieren zu gehen, weil sie beide Häusern angehörten, in denen erst um vier Uhr zu Mittag gegessen wurde. Ihre Väter waren große Kaufleute, die öffentliche Aemter bekleideten und mächtig waren in der Stadt. Den Hansens gehörten schon seit manchem Men­schenalter die weitläufigen Holz-Lagerplätze drunten am Fluß, wo gewaltige Sägemaschinen unter Fauchen und Zischen die Stämme zerlegten. Aber Tonio war Konsul Krögers Sohn, dessen Getreidesäcke mit dem breiten schwarzen Firmendruck man Tag für Tag durch die Straßen kutschieren sah; und seiner Vorfah­ren großes altes Haus war das herrschaftlichste der ganzen Stadt ... Beständig mußten die Freunde, der vielen Bekannten wegen, die Mützen herunter neh­men, ja, von manchen Leuten wurden die Vierzehn­jährigen zuerst gegrüßt ...“

   








Breite Straße 38 in Lübeck

Het geboortehuis

Untere Breite Straße

Rond 1880

 

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06-06-10

Thomas Mann, Aleksandr Poesjkin, Sarah Dessen, Lesley Blanch, Jean Cayrol


De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875. Zie ook mijn blog van 23 maart 2006,  mijn blog van 6 juni 2006, mijn blog van 12 augustus 2006,en mijn blog van 6 juni 2007mijn blog van 12 augustus 2007, en mijn blog van 6 juni 2008 , mijn blog van 12 augustus 2008 en ook mijn blog van 6 juni 2009 en mijn blog van 12 augustus 2009.

 

Uit: Herr und Hund

 

„Wenn die schöne Jahreszeit ihrem Namen Ehre macht und das Tirili der Vögel mich zeitig wecken konnte, weil ich den vorigen Tag zur rechten Stunde beendigte, gehe ich gern schon vor der ersten Mahlzeit und ohne Hut auf eine halbe Stunde ins Freie, in die Allee vorm Hause oder auch in die weiteren Anlagen, um von der jungen Morgenluft einige Züge zu tun und, bevor die Arbeit mich hinnimmt, an den Freuden der reinen Frühe ein wenig teilzuhaben. Auf den Stufen, welche zur Haustüre führen, lasse ich dann einen Pfiff von zwei Tönen hören, Grundton und tiefere Quart, so, wie die Melodie des zweiten Satzes von Schuberts unvollen­deter Sinfonie beginnt, - ein Signal, das etwa als die Vertonung eines zweisilbigen Rufnamens gelten kann. Schon im nächsten Augenblick, während ich gegen die Gartenpforte weitergehe, wird in der Ferne, kaum hör­bar zuerst, doch rasch sich nähernd und verdeutlichend, ein feines Klingeln laut, wie es entstehen mag, wenn eine Polizeimarke gegen den Metallbeschlag eines Halsbandes schlägt; und wenn ich mich umwende, sehe ich Bauschan in vollem Lauf um die rückwärtige Hausecke biegen und gerade auf mich zustürzen, als plane er, mich über den Haufen zu rennen. Vor Anstrengung schürzt er die Unterlippe ein wenig, so daß zwei, drei seiner unteren Vorderzähne entblößt sind und prächtig weiß in der frühen Sonne blitzen.
Er kommt aus seiner Hütte, die dort hinten unter dem Boden der auf Pfeilern ruhenden Veranda steht, und worin er, bis mein zweisilbiger Pfiff ihn aufs äu­ßerste belebte, nach wechselvoll verbrachter Nacht in kurzem Morgenschlummer gelegen haben mag. Die Hütte ist mit Vorhängen aus derbem Stoff versehen und mit Stroh ausgelegt, woher es kommt, daß ein oder der andere Halm in Bauschans obendrein vom Liegen etwas struppigem Fell haftet oder sogar zwischen sei­nen Zehen steckt: ein Anblick, der mich jedesmal an den alten Grafen von Moor erinnert, wie ich ihn einst, in einer Aufführung von höchst akkurater Einbildungs­kraft, dem Hungerturme entsteigen sah, einen Stroh­halm zwischen zwei Trikotzehen seiner armen Füße. Unwillkürlich stelle ich mich seitlich gegen den Her­anstürmenden, in Abwehrpositur, denn seine Schein­absicht, mir zwischen die Füße zu stoßen und mich zu Falle zu bringen, hat unfehlbare Täuschungskraft.

 

 

 

Denkmal_Thomas_Mann(3) ThomasMannHunde1

Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)

Met Bauschan in brons vereeuwigd in Gmund am Tegernsee

 

 

 

thomasmann_haus
Thomas Manns vakantiehuis in Nida (Litouwen) waar hij in de jaren 1930 – 1932
met zijn gezin vakantie vierde en werkte aan de Joseph tetralogie.

 

 

 

 

De Russische dichter en schrijver Aleksandr Poesjkin werd geboren in Moskou op 6 juni 1799. Zie ook mijn blog van 6 juni 2007 en ook mijn blog van 6 juni 2008 en ook mijn blog van 6 juni 2009.

 

Uit: Die Pique-Dame

 

„Die Pique-Dame bedeutet versteckte Feindseligkeit.

(Neuestes Wahrsagebuch)

Beim Gardeoffizier Narumow fand ein Kartenabend statt. Die lange Winternacht ging ganz unmerklich dahin, und man setzte sich zum Souper erst um fünf Uhr morgens. Diejenigen, die gewonnen hatten, zeigten großen Appetit, die andern saßen zerstreut vor den leeren Tellern. Als der Champagner kam, wurde die Unterhaltung lebhafter, und alle nahmen an ihr teil.

»Nun, wie geht's, Ssurin?« fragte der Gastgeber. »Schlecht, ich habe alles verloren, wie gewöhnlich. Ich muß gestehen, ich habe immer Pech: ich spiele Mirandole, ruhig, gelassen, lasse mich durch nichts aus der Fassung bringen, und doch verliere ich immer.« »Hast du dich denn nie hinreißen lassen, Route zu setzen? ... Ich bewundere deine Selbstbeherrschung!« »Wie gefällt euch der Hermann?« sagte ein Gast, auf einen jungen Genieoffizier zeigend. »Er hat noch nie im Leben eine Karte angerührt, nie gesetzt, und doch bringt er es fertig, mit uns bis fünf Uhr dazusitzen und dem Spiel zuzuschauen.«

»Das Spiel interessiert mich sehr,« sagte Hermann, »ich bin aber nicht in der Lage, das Unentbehrliche auf die Karte zu setzen, um Überflüssiges zu gewinnen.«

»Hermann ist ein Deutscher: er ist sparsam und vernünftig  – das ist die Sache!« versetzte Tomskij. »Wen ich aber nicht begreife, das ist meine Großmutter Anna Fjodorowna.«

»Wieso?« riefen die Gäste.

»Ich finde es unbegreiflich,« fuhr Tomskij fort, »warum sie nie pointiert.«

»Es wäre doch weit merkwürdiger, wenn eine achtzigjährige Alte pointieren würde,« bemerkte Narumow.

»Wißt ihr denn gar nichts von ihr?«

»Nein, wirklich nichts.«

»Also hört! Ihr müßt wissen, daß meine Großmutter vor sechzig Jahren in Paris war und dort großen Erfolg hatte. Das ganze Volk lief zusammen, um die ›Venus moscovite‹ zu sehen. Selbst Richelieu machte ihr den Hof, und meine Großmutter behauptet, er hätte sich ihretwegen beinahe das Leben genommen. Um jene Zeit spielten die Damen noch Pharao.“

 

 

 

AleksandrPushkin
Aleksandr Poesjkin (6 juni 1799- 10 februari 1837)

Portret door Vasili Tropinin, 1827

 

 

 

 

De Amerikaanse schrijfster Sarah Dessen werd geboren op 6 juni 1970 in Evanston, Illinois. Zie ook mijn blog van 6 juni 2009.

 

Uit: Along for the Ride

 

„My mother claimed not to be surprised. Ever since the divorce, she’d been predicting it would not be long before my dad, as she put it, “shacked up with some coed.” At twenty-six, Heidi was the same age my mother had been when she had my brother Hollis, followed by me two years later, although they could not be more different. Where my mother was an academic scholar with a smart, sharp wit and a nationwide reputation as an expert on women’s roles in Renaissance literature, Heidi was…well, Heidi. The kind of woman whose strengths were her constant selfmaintenance (pedicures, manicures, hair highlights), knowing everything you never wanted to about hemlines and shoes, and sending entirely too chatty e-mails to people who couldn’t care less.

Their courtship was quick, the implantation (as my mother christened it) happening within a couple of months. Just like that, my father went from what he’d been for years—husband of Dr. Victoria West and author of one well-received novel, now more known for his interdepartmental feuds than his long-in-progress followup— to a new husband and father to be. Add all this to his also-new position as head of the creative writing department at Weymar College, a small school in a beachfront town, and it was like my dad had a whole new life. And even though they were always inviting me to inviting me to come, I wasn’t sure I wanted to find out if there was still a place for me in it.“

 

 

 

Sarah Dessen
Sarah Dessen (Evanston, 6 juni 1970)

 

 

 

 

De Engelse schrijfster Lesley Blanch werd geboren op 6 juni 1904 in Londen geboren. Zie ook mijn blog van 6 juni 2009.

 

Uit: The Wilder Shores Of Love

 

„Everything about her was extraordinary. She was a woman, dressed as a man. A European turned Arab. A Russian who transposed 'nitchevo' into 'mektoub', whose untidy mystical torments, l'âme slave, found peace in Islam's faith - and flesh. She was born on the prim, pale lakeside of Geneva. She died on the burning desert. She was an expatriate wanderer whose nomadic Slav background led her to range the desert insatiably: yet she dreamed of a petit-bourgeois haven, a grocer's shop in some obscure little Algerian town where she and her Arab husband and all his hordes of relatives could conduct a modest business. She adored her insignificant husband, but her sensual adventures were without number. Her behaviour was outrageous: she drank, she smoked hashish, but déclassée, she remained racée. She was the outcast, despised and rejected by French Administration and the colony in general. But she was General Lyautey's trusted friend. She was a writer who was almost unrecognised, and quite penniless till after her death, when, ironically, posthumous editions of her books earned a small fortune —- for others. Her death was strangest of all, for she was drowned in the desert.

In her brief lifetime Isabelle Eberhardt aroused violent interest. She was loathed or loved, rejected or despised. No one was indifferent to her. Her echoes have never died. No one who knew her ever forgot her. Those who had never known her felt the strange, compelling force of her character. She was a legend during her lifetime.“

 

 

 

LBlanch
Lesley Blanch (6 juni 1904 - 6 mei 2007)

 

 

 

 

De Franse dichter en schrijver Jean Cayrol werd geboren op 6 juni 1911 in Bordeaux. Zie ook mijn blog van 6 juni 2009.

 

 

 

Père Jacques, mon pur feu flambant

 

Père Jacques, vous me donnez la force d’être à visage ouvert

et je vous trouve sur mon chemin, en pleine gloire.

Mes cheveux blancs ont perdu le vert de mes hivers

et je suis dans vos silences, à jamais sans histoires.

 

Père Jacques, que je ne sois pas cet enfant misérable,

un errant qui se plaint et ne sait que trahir.

Vous, le tendre invité invisible à ma table

vous faites respirer les cordes de ma lyre.

 

Père Jacques, mon compagnon du jour, mon trésor

qui me gardez du Mal dont je suis un veilleur.

Par chacun de vos mots si brillants dans votre or

aide-moi à parler de la cendre d’un cœur.

 

Père Jacques aux mains ouvertes par nos plaies,

je ne deviens plus qu’un seul de vos soupirs.

 

Vous m’avez ouvert les yeux, vous m’avez donné la Clef.

Ne me laissez pas seul sur un trop vieux navire.

 

Vous m’êtes l’immortel tremblement de la Paix.

 

 

 

 

Jean-CAYROL
Jean Cayrol (6 juni 1911 – 10 februari 2005)

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 6e juni ook mijn vorige blog van vandaag.

06-06-09

Thomas Mann, Aleksandr Poesjkin, Sarah Dessen, Hendrik van Teylingen, V. C. Andrews, Lesley Blanch, Jean Cayrol, Eliza Orzeszkowa, Adolf Heyduk, Annie Fields, Ignaz Vinzenz Zingerle, Louis Sébastien Mercier, Pierre Corneille


De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875. Zie ook mijn blog van 23 maart 2006. en ook mijn blog van 6 juni 2008 en ook mijn blog van 6 juni 2007mijn blog van 6 juni 2006 en mijn blog van 12 augustus 2006,  mijn blog van 12 augustus 2007, en ook mijn blog van 12 augustus 2008.

 

Uit: Der Tod in Venedig

 

“Es war eine Gruppe halb und kaum Erwachsener, unter der Obhut einer Erzieherin oder Gesellschafterin um ein Rohrtischchen versammelt: drei junge Mädchen, fünfzehn-bis siebzehnjährig, wie es schien, und ein langhaariger Knabe von vielleicht vierzehn Jahren. Mit Erstaunen bemerkte Aschenbach, daß der Knabe vollkommen schön war. Sein Antlitz,--bleich und anmutig verschlossen, von honigfarbenem Haar umringelt, mit der gerade abfallenden Nase, dem lieblichen Munde, dem Ausdruck von holdem und göttlichem Ernst, erinnerte an griechische Bildwerke aus edelster Zeit, und bei reinster Vollendung der Form war es von so einmalig-persönlichem Reiz, daß der Schauende weder in Natur noch bildender Kunst etwas ähnlich Geglücktes angetroffen zu haben glaubte. Was ferner auffiel, war ein offenbar grundsätzlicher Kontrast zwischen den erzieherischen Gesichtspunkten, nach denen die Geschwister gekleidet und allgemein gehalten schienen. Die Herrichtung der drei Mädchen, von denen die Älteste für erwachsen gelten konnte, war bis zum Entstellenden herb und keusch. Eine gleichmäßig klösterliche Tracht, schieferfarben, halblang, nüchtern und gewollt unkleidsam von Schnitt, mit weißen Fallkrägen als einziger Aufhellung, unterdrückte und verhinderte jede Gefälligkeit der Gestalt. Das glatt und fest an den Kopf geklebte Haar ließ die Gesichter nonnenhaft leer und nichtssagend erscheinen. Gewiß, es war eine Mutter, die hier waltete, und sie dachte nicht einmal daran, auch auf den Knaben die pädagogische Strenge anzuwenden, die ihr den Mädchen gegenüber geboten schien. Weichheit und Zärtlichkeit bestimmten ersichtlich seine Existenz. Man hatte sich gehütet, die Scheere an sein schönes Haar zu legen; wie beim Dornauszieher lockte es sich in die Stirn, über die Ohren und tiefer noch in den Nacken. Ein englisches Matrosenkostüm, dessen bauschige Ärmel sich nach unten verengerten und die feinen Gelenke seiner noch kindlichen, aber schmalen Hände knapp umspannten, verlieh mit seinen Schnüren, Maschen und Stickereien der zarten Gestalt etwas Reiches und Verwöhntes. Er saß, im Halbprofil gegen den Betrachtenden, einen Fuß im schwarzen Lackschuh vor den andern gestellt, einen Ellenbogen auf die Armlehne seines Korbsessels gestützt, die Wange an die geschlossene Hand geschmiegt, in einer Haltung von lässigem Anstand und ganz ohne die fast untergeordnete Steifheit, an die seine weiblichen Geschwister gewöhnt schienen. War er leidend? Denn die Haut seines Gesichtes stach weiß wie Elfenbein gegen das goldige Dunkel der umrahmenden Locken ab. Oder war er einfach ein verzärteltes Vorzugskind, von parteilicher und launischer Liebe getragen? Aschenbach war geneigt, dies zu glauben. Fast jedem Künstlernaturell ist ein üppiger und verräterischer Hang eingeboren, Schönheit schaffende Ungerechtigkeit anzuerkennen und aristokratischer Bevorzugung Teilnahme und Huldigung entgegenzubringen.“

 

 

 

 

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Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)
 

Portret door Dieter van Offern

 

 

 

 

 

 

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Thomas Manns laatste villa in Kilchberg, Zwitserland. Zijn zoon
Golo Mann bleef er ook na het overlijden van zijn ouders wonen tot
zijn eigen dood in 1994.

 

 

 

 

De Russische dichter Aleksandr Sergejevitsj Poesjkin werd geboren in Moskou op 6 juni 1799. Zie ook mijn blog van 6 juni 2007 en ook mijn blog van 6 juni 2008

 

 

Angel

 

By gates of Eden, Angel, gentle,

Shone with his softly drooped head,

And Demon, gloomy and resentful

Over the hellish crevasse flapped.

 

The spirit of qualm and negation

Looked at another one – of good,

And fire of the forced elation

First time he vaguely understood.

 

“I’ve seen you,” he enunciated, - 

“And not in vain you’ve sent me light:

Not all in heaven I have hated,

Not all in world I have despised.”

 

 

 

 

Solitude

 

He's blessed, who lives in peace, that's distant

From the ignorant fobs with calls,

Who can provide his every instance

With dreams, or labors, or recalls;

To whom the fate sends friends in score,

Who hides himself by Savior's back

From bashful fools, which lull and bore,

And from the impudent ones, which wake.

 

 

 

 

To My Friends

 

The chain of golden days and nights

Is still your heritage from Deity,

And, still, the languid maidens’ eyes

Are turned to you as well intently.

So, play and sing, friends of my years!

Lose very quickly passing evening,

And, at your heedless joy and singing,

I will be smiling through my tears.

 

 

 

 

Vertaald door Yevgeny Bonver

 

 

 

 

Pushkin
Aleksandr Poesjkin (6 juni 1799- 10 februari 1837)

Portret door Alexander Vereinov

 

 

 

 

 

De Amerikaanse schrijfster Sarah Dessen werd geboren op 6 juni 1970 in Evanston, Illinois, en groeide op in North Carolina. Zij studeerde Engels en Creative Writing. Na haar studie gaf ze een aantal jaren les, maar ze is inmiddels full time schrijfster. Zij wordt gerekend tot de schrijfsters van zogenaamde chicklit. Twee van haar romans vormden de basis voor de film How To Deal uit 2003.

 

Uit: Lock and Key

 

"And finally," Jamie said as he pushed the door open, "we come to the main event. Your room."

I was braced for pink. Ruffles or quilting, or maybe even appliqué. Which was probably kind of unfair, but then again, I didn't know my sister anymore, much less her decorating style. With total strangers, it had always been my policy to expect the worst. Usually they -- and those that you knew best, for that matter -- did not disappoint.

Instead, the first thing I saw was green. A large, high window, on the other side of which were tall trees separating the huge backyard from that of the house that backed up to it. Everything was big about where my sister and her husband, Jamie, lived -- from the homes to the cars to the stone fence you saw first thing when you pulled into the neighborhood itself, made up of boulders that looked too enormous to ever be moved. It was like Stonehenge, but suburban. So weird.

It was only as I thought this that I realized we were all still standing there in the hallway, backed up like a traffic jam. At some point Jamie, who had been leading this little tour, had stepped aside, leaving me in the doorway. Clearly, they wanted me to step in first. So I did.“

 

 

 

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Sarah Dessen (Evanston, 6 juni 1970)

 

 

 

 

 

De Nederlandse dichter en vertaler Hendrik van Teylingen werd geboren op 6 juni 1938 in IJmuiden. Zie ook mijn blog van 6 juni 2007

 

 

Overbuur

 

Kan ik ook zo zacht:

ondersteboven beven

in de Spiegelgracht.

 

 

 

Geboortedorp

 

Ik ken hier geen kip.

Zeker zondvloed gehad.

Op de kerk staat een schip.

 

 

 

Narcissus

 

Van de wallekant

slurp ik Eigen Viswater

uit een rimpelmond.




 

 

 

Hendrik_van_Teylingen
Hendrik van Teylingen  (6 juni 1938 – 25 december 1998)

 

 

 

 

 

De Amerikaanse schrijfster V. C. Andrews (eig. Cleo Virginia Andrews) werd geboren in Portsmouth op 6 juni 1923. Veel boeken hebben te maken met familiegeheimen en verboden liefde. Haar bekendste omnibus is Bloemen op Zolder (1979). Dit is een verhaal over vier kinderen die op de zolder van hun overreligieuze oma worden verstopt. Andrews overleed op 63-jarige leeftijd in 1986 aan borstkanker. Omdat haar boeken zo succesvol waren werd er na haar dood een schrijver gehuurd, Andrew Neiderman, om haar boeken af te maken.

 

Uit: Flowers in the Attic

 

Truly, when I was very young, way back in the Fifties, I believed all of life would be like one long and perfect summer day. After all, it did start out that way. There''s not much I can say about our earliest childhood except that it was very good, and for that, I should be everlastingly grateful. We weren''t rich, we weren''t poor. If we lacked some necessity, I couldn''t name it; if we had luxuries, I couldn''t name those, either, without comparing what we had to what others had, and nobody had more or less in our middle-class neighborhood. In other words, short and simple, we were just ordinary, run-of-the-mill children. Our daddy was a P.R. man for a large computer manufacturing firm located in Gladstone, Pennsylvania: population, 12,602. He was a huge success, our father, for often his boss dined with us, and bragged about the job Daddy seemed to perform so well. "It''s that all-Amarican, wholesome, devastatingly good-looking face and charming manner that does them in. Great God in heaven, Chris, what sensible person could resist a fella like you?" Heartily, I agreed with that. Our father was perfect. He stood six feet two, weighed 180 pounds, and his hair was thick and flaxen blond, and waved just enough to be perfect; his eyes were cerulean blue and they sparkled with laughter, with his great zest for living and having fun. His nose was straight and neither too long nor too narrow, nor too thick. He played tennis and golf like a pro and swam so much he kept a suntan all through the year. He was always dashing off on airplanes to California, to Florida, to Arizona, or to Hawaii, or even abroad on business, while we were left at home in the care of our mother.“

 

 

 

 

Andrews
V. C. Andrews (6 juni 1923 - 19 december 1986)

 

 

 

 

 

De Engelse schrijfster Lesley Blanch werd geboren op 6 juni 1904 in Londen geboren. De liefde voor reizen kreeg ze van haar moeder. De kunst van het schrijven en de liefde voor oosterste landen had ze van haar vader. Ze studeerde schilderkunst aan de kunstacademie The Slade School of Fine Art. In 1937 werd Blanch na redactiewerk hoofdredactrice voor Vogue in Groot-Brittannië. Hier stopte ze in 1944 mee. Tussen 1944 en 1961 was Blanch getrouwd met de Franse auteur Romain Gary. Toen in 1954 haar eerste boek The Wilder Shores of Love uit kwam, was Lesley Blanch al een bekend journalist en reiziger.  Blanch, die later nog kookboeken en een 11-delige autobiografie schreef, overleed op 102-jarige leeftijd.

 

Uit: Journey into the mind’s eye

 

The Traveller was from Moscow, 'a Muscovite' he said, but later I was to learn he was of Tartar blood; and unmistakably, the Ta-tze or Mongol hordes had stamped their imprint on his strange countenance. The dark slit eyes, the pointed ears, the Chinese-bald skull, the slight, yet cruel smile which sometimes passed across his usually impassive face — all these spoke of Asia, where he roamed, in spirit, and in fact.

Whenever he came to Europe, he would visit us, and then, reaching my nursery, sit beside the fire, his huge shadow spread-eagled —- a double-headed Russian eagle to me — across the rosy wallpaper. Shrugging and gesticulating with odd, unexpected movements, his long, bent-back fingers cracking, the nail of one little finger sprouted to astonishing length, he would spin a marvellous web of countries, cities, people and things, conjuring for me a world of shimmering images.  

Every Easter, I received the lovely painted eggs of Russian tradition; some were in papier mâché, elaborately decorated with the Imperial eagle or some regimental insignia; some were gaily painted with peasant designs. When I was six he had sent a tiny one in dark blue enamel with a ribbon of pin's-head diamonds around it, a lavish Fabergé toy. 'Diamonds for a child! It doesn't seem natural does it?' sniffed Nanny, putting it out of reach, until my mother appropriated it for her dressing-table, where it hung beside the looking-glass, on a blue ribbon.“

 

 

 

 

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Lesley Blanch (6 juni 1904 - 6 mei 2007)

 

 

 

 

 

De Franse dichter en schrijver Jean Raphaël Marie Noël Cayrol werd geboren op 6 juni 1911 in Bordeaux. Tot zijn bekendste werken behoren « Poèmes de la nuit et du brouillard“ (1945) en „Muriel ou le temps d'un retour“ (1963) die allebei door Alain Resnais werden verfilmd. In „Poèmes de la nuit et du brouillard“ verwerkte hij zijn tijd in het verzet tijdens WO II, zijn gevangenname in 1942 en zijn deportatie naar het concentratiekamp Mauthausen-Gusen waar hij vanaf 1943 dwangarbeid moest verrichten. Als uitgever bij Éditions du Seuil was hij ontdekker en promotor van schrijvers als Philippe Sollers en Denis Roche. Cayrol was lid van de Académie Goncourt.

 

 

J’accuse

 

Au nom du mort qui fut sans nom

Au nom des portes verrouillées

Au nom de l’arbre qui répond

Au nom des plaies au nom des prés mouillés

 

Au nom du ciel en feu de nos remords

Au nom d’un père qui n’aura plus de fils

Au nom du livre où le sage s’endort

Au nom de tous les fruits qui mûrissent

 

Au nom de l’ennemi au nom du vrai combat

Où l’oiseau avait fait son nid

Au nom du grand retour de flamme et de soldats

Au nom des feuilles dans le puits

 

Au nom des justices sommaires

Au nom de la paix si faible et dans nos bras

Au nom des nuits vivantes d’une mère

Au nom d’un peuple dont s’effacent les pas

 

Au nom de tous les noms qui n’ont plus de renom

Au nom des lois remuantes au nom des Voix

Qui disent oui qui disent non

Au nom des hommes aux yeux de proie

 

Amour je te livre aux premières fureurs de la Joie.

 

 

 

 

 

Caryol
Jean Cayrol (6 juni 1911 – 10 februari 2005)

 

 

 

 

De Poolse schrijfster Eliza Orzeszkowa werd geboren op 6 juni 1842 in Hrodna in het gouvernement Grodno (tegenwoordig Belarus). Vanaf 1863 publiceerde zij romans in de trand van George Sand die vaak de onderdrukking van intellectuele vrouwen door hun begriploze mannen tot onderwerp hebben. Zij brak echter pas door met haar romans Eli Makower (1874) en Meir Ezofowicz (1878), waarin de strijd tussen joodse orthodoxie en religieuze vrijheid centraal staat.

 

Uit: An Obscure Apostle (Vertaald door C. S. De Soissons)

 

„Far, far from the line of the railroads which run through the Bialorus (a part of Poland around the city of Mohileff which now belongs to Russia), far from even the navigable River Dzwina, in one of the most remote corners of the country, amidst quiet, large, level fields--still existing in some parts of Europe--between two sandy roads which disappear into the depths of a great forest, there is a group of gray houses of different sizes standing so closely together that anyone looking at them would say that they had been seized by some great fright and had crowded together in order to be able to exchange whispers and tears.

This is Szybow, a town inhabited by Israelites, almost exclusively, with the exception of a small street at the end of the place in which, in a few houses, live a few very poor burghers and very quiet

old retired officials.

It is the only street that is quiet, and the only street in which flowers bloom in summer. In the other streets no flowers bloom, and they are dreadfully noisy. There the people talk and move about continually, industriously, passionately, within the houses and in the narrow dark alleys called streets, and in the round, comparatively large market-place in the centre of the town, around which there are numerous doors of stinking small shops.“

 

 

 

 

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Eliza Orzeszkowa (6 juni 1842 – 18 mei 1910)

 

 

 

 

 

De Tsjechische dichter Adolf Heyduk werd geboren op 6 juni 1836 in Rychmburk. Hij bezocht de school in Praag en studeerde daarna techniek in Brünn en Praag. In 1860 werd hij docent tekenen en bouw in Písek. Hij schreef ongeveer zestig dichtbundels, waarvan er maar weinig bekend zijn. Wel werden veel van zijn gedichten op muziek gezet, met name door Antonin Dvořák.

 

 

Mein Lied ertönt, ein Liebespsalm

 

Mein Lied ertönt, ein Liebespsalm,

beginnt der Tag zu sinken,

und wenn das Moos, der welke Halm

Tauperlen heimlich trinken.

 

Mein Lied ertönt voll Wanderlust,

wenn wir die Welt durchwallen,

nur auf der Puszta weitem Plan

kann froh mein Sang erschallen.

 

Mein Lied ertönt voll Liebe auch,

wenn Heidestürme toben;

wenn sich befreit zum letzten Hauch

des Bruders Brust gehoben!

 

 

 

 

 

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Adolf Heyduk (6 juni 1835 – 6 februari 1923)

 

 

 

 

 

De Amerikaanse schrijfster Annie Adams Fields werd geboren op 6 juni 1834 in Boston. Zij was getrouwd met de schrijver en uitgever James Thomas Fields. Samen met hem stimuleerde zij schrijvers als Sarah Orne Jewett, Mary Freeman en Emma Lazarus. Zij was bevriend met belangrijke personen uit het literaire leven. Hoewel zij ook gedichten publiceerde is zij vooral door haar levensbeschrijvingen bekend geworden.

 

Uit: LIFE AND LETTERS OF HARRIET BEECHER STOWE

 

„Harriet Beecher was born in Litchfield, June 14, 1811. This town was first settled in 1720 in a pleasant high country among hills, lakes, and valleys. Evidently intelligent men founded also this settlement, because they were stirring patriots during the war of the revolution, and were visited by Washington, Lafayette, Rochambeau, and many of the principal officers of the army. One of the chief heroes of that time lived to be a parishioner of Dr. Beecher. Also during his life in Litchfield and helping to make the town famous, were, among others, Governor Oliver Wolcott, Jr., a member of Washington's cabinet, John Pierpont the poet, and Judge Reeve. These men became intimate friends of Dr. Beecher; especially Judge Reeve, who had founded in Litchfield a celebrated law school, to which young men were sent from nearly every State in the union. The Reverend Mr. Huntington, who preceded Dr. Beecher, wrote of Litchfield: "It is a delightful village on a fruitful hill, richly endowed with schools, both professional and scientific, with its remarkable governors and judges, with its learned lawyers and senators, and representatives both in the National and State departments, and with a population enlightened and respectable. Litchfield was now in its glory."

 

 

 

 

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Annie Fields (6 juni 1834 – 5 januari 1915)

Portret door John Singer Sargent

 

 

 

 

De Zuidtiroolse schrijver en germanist Ignaz Vinzenz Zingerle werd geboren op 6 juni 1825 in Meran. In 1848 werd hij leraar, in 1858 directeur van de universiteirtsbibliotheek in Innsbruck. Een jaar later werd hij in dezelfde plaats hoogleraar Duitse taal –en literatuur. Hij publiceerde gedichten en verzameldesamen met zijn broer Josef Zingerle Tiroolse sprookjes en sagen.

 

Uit: Sagen aus Tirol (Der Almgeist)

 

„Einst giengen drei Knechte abends in den Wald. Als es anfieng graudunkel zu werden, waren sie nicht mehr weit von der Saubacher Alpe. Weil die Nacht vor der Thüre war, giengen sie hinauf und nahmen in einer Sennhütte Nachtquartier. Sie trugen dürres Reisig zusammen, machten Feuer auf und vertrieben sich mit Jodeln und Spaßen die Zeit. Einer nahm einen hölzernen Block, schnitzte daraus eine plumpe Figur, die er den Almgeist nannte. Dann legten ihr die zwei älteren Knechte unter lautem Gelächter eine alte lumpige Jacke an und setzten ihr einen durchlöcherten Hut auf. Dann hieb der erste ihr Hände und Füße ab, und der Zweite warf sie in's Feuer mit den höhnenden Worten: »Hier brate, damit wir dich fressen können.« Der Jüngste schaute zu, schüttelte aber bedenklich den Kopf und meinte, sie sollten nicht so thun, der Almgeist könnte kommen und sich rächen.“

 

 

 

 

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Ignaz Vinzenz Zingerle (6 juni 1825 – 17 september 1892)

 

 

 

 

 

De Franse schrijver en politicus Louis Sébastien Mercier werd geboren in Parijs op 6 juni 1740. Zie ook mijn blog van 6 juni 2007

 

Uit: L'An 2440, rêve s'il en fût jamais

 

„J'arrive, je cherche des yeux ce palais superbe d'où partaient les destinées de plusieurs nations. Quelle surprise! je n'aperçus que des débris, des murs entrouverts, des statues mutilées; quelques portiques, à moitié renversés, laissaient entrevoir une idée confuse de son antique magnificence. Je marchais sur ces ruines, lorsque je fis rencontre d'un étrange vieillard assis sur le chapiteau d'une colonne.
"Oh ! Lui dis-je, qu'est devenu ce vaste palais ?
- Il est tombé !
- Comment ?
- Il s'est écroulé sur lui-même. Un homme, dans son orgueil impatient a voulu forcer ici la nature; il a précipité édifices sur édifices; avide de jouir dans sa volonté capricieuse, il a fatigué ses sujets. Ici est venu s'engloutir tout l'argent du royaume. Ici a coulé un fleuve de larmes pour composer ces bassins dont il ne reste aucun vestige. Voilà ce qui subsiste de ce colosse qu'un million de mains ont élevé avec tant d'efforts douloureux. Ce palais péchait par ses fondements; il était l'image de la grandeur de celui qui l'a bâti. Les rois, ses successeurs, ont été obligés de fuir, de peur d'être écrasés. Puissent ces ruines crier à tous les souverains que ceux qui abusent d'une puissance momentanée ne font que dévoiler leur faiblesse à la génération suivante...“

 

 

 

 

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Louis Sébastien Mercier ( 6 juni 1740 - 25 april 1814)

 

 

 

 

 

De Franse schrijver Pierre Corneille werd geboren in Rouen op 6 juni 1606. Zie ook mijn blog van 6 juni 2007 en ook mijn blog van 6 juni 2008

 

 

Excuse à Ariste

 

... Je sais ce que je vaux, et crois ce qu'on m'en dit.
Pour me faire admirer je ne fais point de ligue :
J'ai peu de voix pour moi, mais je les ai sans brigue ;
Et mon ambition, pour faire plus de bruit,
Ne les va point quêter de réduit en réduit ;
Mon travail sans appui monte sur le théâtre ;
Chacun en liberté l'y blâme ou l'idolâtre.
Là, sans que mes amis prêchent leurs sentiments,
J'arrache quelquefois trop d'applaudissements ;
Là, content du succès que le mérite donne,
Par d'illustres avis je n'éblouis personne ;
Je satisfais ensemble et Peuple et Courtisans ;
Et mes vers en tous lieux sont mes seuls partisans ;
Par leur seule beauté ma plume est estimée ;
Je ne dois qu'à moi seul toute ma renommée,
Et pense, toutefois, n'avoir point de rival
A qui je fasse tort en le traitant d'égal...

 

 

 

 

 

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Pierre Corneille (6 juni 1606 – 1 oktober 1684)
Portret door
François Sicre

 

 

06-06-08

Thomas Mann, Aleksandr Poesjkin, Pierre Corneille, Hendrik van Teylingen, Louis Sébastien Mercier


De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875. Zie ook mijn blog van 6 juni 2007,  mijn blog van 6 juni 2006 en van 12 augustus 2006

 

Uit: Der Zauberberg

 

Kann man die Zeit erzählen, diese selbst, als solche, an und für sich? Wahrhaftig, nein, das wäre ein närrisches Unterfangen! Eine Erzählung, die ginge: "Die Zeit verfloß, sie verrann, es strömte die Zeit" und so immer fort, - das könnte gesunden Sinnes wohl niemand eine Erzählung nennen. Es wäre, als wollte man hirnverbrannterweise eine Stunde lang ein und denselben Ton oder Akkord aushalten und das - für Musik ausgeben. Denn die Erzählung gleicht der Musik darin, daß sie die Zeit erfüllt, sie "anständig ausfüllt", sie "einteilt" und macht, daß "etwas daran" und "etwas los damit" ist, - um mit der wehmütigen Pietät, die man Aussprüchen Verstorbener widmet, Gelegenheitsworte des seligen Joachim anzuführen: längst verklungene Worte, - wir wissen nicht, ob sich der Leser noch ganz im klaren darüber ist, wie lange verklungen. Die Zeit ist das Element der Erzählung, wie sie das Element des Lebens ist, - unlösbar damit verbunden, wie mit den Körpern im Raum. Sie ist auch das Element der Musik, als welche die Zeit mißt und gliedert, sie kurzweilig und kostbar auf einmal macht: verwandt hierin, wie gesagt, der Erzählung, die ebenfalls (und anders als das auf einmal leuchtend gegenwärtige und nur als Körper an die Zeit gebundene Werk der bildenden Kunst) nur als ein Nacheinander, nicht anders denn als ein Ablaufendes sich zu geben weiß, und selbst, wenn sie versuchen sollte, in jedem Augenblick ganz da zu sein, der Zeit zu ihrer Erscheinung bedarf.

 

Das liegt auf der flachen Hand. Daß aber hier ein Unterschied waltet, liegt ebenso offen. Das Zeitelement der Musik ist nur eines: ein Ausschnitt menschlicher Erdenzeit, in den sie sich ergießt, um ihn unsagbar zu adeln und zu erhöhen. Die Erzählung dagegen hat zweierlei Zeit: ihre eigene erstens, die musikalisch-reale, die ihren Ablauf, ihre Erscheinung bedingt; zweitens aber die ihres Inhalts, die perspektivisch ist, und zwar in so verschiedenem Maße, daß die imaginäre Zeit der Erzählung fast, ja völlig mit ihrer musikalischen zusammenfallen, sich aber auch sternenweit von ihr entfernen kann. Ein Musikstück des Namens 'Fünf-Minuten-Walzer' dauert fünf Minuten, - hierin und in nichts anderem besteht sein Verhältnis zur Zeit. Eine Erzählung aber, deren inhaltliche Zeitspanne fünf Minuten betrüge, könnte ihrerseits, vermöge außerordentlicher Gewissenhaftigkeit in der Erfüllung dieser fünf Minuten, das Tausendfache dauern - und dabei sehr kurzweilig sein, obgleich sie im Verhältnis zu ihrer imaginären Zeit sehr langweilig wäre. Andererseits ist möglich, daß die inhaltliche Zeit der Erzählung deren eigene Dauer verkürzungsweise ins Ungemessene übersteigt, - wir sagen "verkürzungsweise", um auf ein illusionäres oder, ganz deutlich zu sprechen, ein krankhaftes Element hinzudeuten, das hier offenbar einschlägig ist: sofern nämlich dieses Falls die Erzählung sich eines hermetischen Zaubers und einer zeitlichen Überperspektive bedient, die an gewisse anormale und deutlich ins Übersinnliche weisende Fälle der wirklichen Erfahrung erinnern. Man besitzt Aufzeichnungen von Opiumrauchern, die bekunden, daß der Betäubte während der kurzen Zeit seiner Entrückung Träume durchlebte, deren zeitlicher Umfang sich auf zehn, auf dreißig und selbst auf sechzig Jahre belief oder sogar die Grenze aller menschlichen Zeiterfahrungsmöglichkeit zurückließ, - Träume also, deren imaginärer Zeitraum ihre eigene Dauer um ein Gewaltiges überstieg und in denen eine unglaubliche Verkürzung des Zeiterlebnisses herrschte, die Vorstellungen sich von solcher Geschwindigkeit drängten, als wäre, wie ein Haschischesser sich ausdrückt, aus dem Hirn des Berauschten "etwas hinweggenommen gewesen wie die Feder einer verdorbenen Uhr".

 

 

 

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Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)
 

Kopergravure door  Johannes Lindner

 

 

 

 

 

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De in de oorlog verwoeste villa van Thomas Mann bij het Herzogpark (
Poschinger Straße 4, tegenwoordig Thomas Mann Allee) in München is herbouwd. Overigens werd alleen de buitenkant volgens het origineel gereconstrueerd.

 

 

 

De Russische dichter Aleksandr Sergejevitsj Poesjkin werd geboren in Moskou op 6 juni 1799. Zie ook mijn blog van 6 juni 2007.

 

Uit: Evgeny Onegin

 

Book 1

 

I


"My uncle, a most worthy gentleman,
When he fell seriously ill,
By snuffing it made us all respect him,
Couldn't have done better if he tried.
His behaviour was a lesson to us all.
But, God above, what crushing boredom
To sit with the malingerer night and day
Not moving even one footstep away.
What demeaning hypocrisy
To amuse the half-dead codger,
To fluff up his pillows, and then,
Mournfully to bring him his medicine;
To think to oneself, and to sigh:
When the devil will the old rascal die?"

 

 

II

 

So thought our young ne'er-do-well
Flying through the dust on a mail coach.
By the supreme will of Zeus
He was the inheritor of all his kin.
Good friends of Ludmilla and Ruslan!
With the hero of my romance
Allow me to make you acquainted
Without further prelude,this very instant.
Onegin, my good Sir or Madam,
Was born on the banks of the Neva,
Where perhaps you too were born,
Or made your name, my dearest reader.
There too I once enjoyed myself,
But North winds are damaging to my health.

 

 

Book II

 

I


The estate in which our bored Yevgeny
Now lived, was in fact a fine retreat:
There a lover of the simpler pleasures
Would thank the heavens for his fate.
His mansion house was solitary,
Sheltered by hills in windy weather,
And by a river stood. Stretching away
Far off the meadows were bright and gay
With flowers, and the cornfields golden,
And here was a hamlet, there another,
And cattle wandered the meadows at random,
While shade was cast both deep and wide
By a huge garden all overgrown,
For the pensive Dryads a secret home.

 

 

 

Vertaald door G.L. Ledger

 

 

 

 

poesjkin
Aleksandr Poesjkin (6 juni 1799- 10 februari 1837)

 

 

 

 

 

De Franse schrijver Pierre Corneille werd geboren in Rouen op 6 juni 1606. Zie ook mijn blog van 6 juni 2007

 

Uit: Le Cid

 

Acte 1 , Scène 4

Don Diègue
Ô rage ! ô désespoir ! ô viellesse ennemie !
N'ai-je donc tant vécu que pour cette infamie ?
Et ne suis-je blanchi dans les travaux guerriers
Que pour voir en un jour flétrir tant de lauriers ?
Mon bras qu'avec respect tout l'Espagne admire,
Mon bras, qui tant de fois a sauvé cet empire,
Tant de fois affermi le trône de son roi,
Trahit donc ma querelle, et ne fait rien pour moi ?
Ô cruel souvenir de ma gloire passée !
Oeuvre de tant de jours en un jour effacée !
Nouvelle dignité fatale à mon bonheur !
Précipice élevé d'où tombe mon honneur !
Faut-il de votre éclat voir triompher Le Comte,
Et mourir sans vengeance, ou vivre dans la honte ?
Comte, sois de mon prince à présent gouverneur ;
Ce haut rang n'admet point un homme sans honneur ;
Et ton jaloux orgueil par cet affront insigne
Malgré le choix du roi, m'en a su rendre indigne.
Et toi, de mes exploits glorieux instrument,
Mais d'un corps tout de glace inutile ornement,
Fer, jadis tant à craindre, et qui, dans cette offense,
M'as servi de parade, et non pas de défense,
Va, quitte désormais le derniers des humains,
Passe, pour me venger, en de meilleurs mains.”

 

 

 

 

 

corneille
Pierre Corneille (6 juni 1606 – 1 oktober 1684)

 

 

 

 

Zie voor onderstaander schrijvers ook mijn blog van 6 juni 2007

 

De Nederlandse dichter en vertaler Hendrik van Teylingen werd geboren op 6 juni 1938 in IJmuiden.

De Franse schrijver en politicus Louis Sébastien Mercier werd geboren in Parijs op 6 juni 1740.

 

06-06-07

Aleksandr Poesjkin, Thomas Mann, Pierre Corneille, Louis Mercier, Hendrik van Teylingen


De Russische dichter Aleksandr Sergejevitsj Poesjkin werd geboren in Moskou op 6 juni 1799. In zijn kinderjaren werd Poesjkin bijna volledig in het Frans opgevoed, en doordat hij over een fenomenaal geheugen beschikte, kende hij op zijn elfde praktisch de complete toenmalige Franse literatuur uit zijn hoofd. Het is door zijn kindermeisje, zijn 'njanja', dat hij met de Russische taal, sprookjes en volksverhalen vertrouwd raakte. De bewerking van een van deze sprookjes, Roeslan en Ljoedmila, maakte hem op jonge leeftijd in heel Rusland beroemd. In 1811 begon Poesjkin zijn studies aan het door de tsaar opgerichte elitelyceum van Tsarskoje Selo, nabij Sint-Petersburg. Zijn uitzonderlijke talent als dichter werd er zeer vlug opgemerkt. In het tsaristische Rusland was de censuur echter streng, de pen van Poesjkin vlijmscherp. Zijn doen en laten werden nauwlettend gevolgd en een gedicht zoals 'Ode aan de vrijheid' (1818) en talrijke epigrammen circuleerden in vrijheidsgezinde en anti-tsaristische kringen. In 1820 werd Poesjkin verbannen uit Sint-Petersburg. Dit redde waarschijnlijk zijn leven, want het heeft hem belet om, zoals vele van zijn literaire vrienden, deel te nemen aan de Dekabristenopstand van 1825. Tijdens zijn ballingschap op het platteland schreef Poesjkin een groot deel van zijn meesterwerk, hét gedicht van de Russische literatuur, Jevgeni Onegin.

 

 

Dream

 

Not long ago, in a charming dream,

I saw myself -- a king with crown's treasure;

I was in love with you, it seemed,

And heart was beating with a pleasure.

I sang my passion's song by your enchanting knees.

Why, dreams, you didn't prolong my happiness forever?

But gods deprived me not of whole their favor:

I only lost the kingdom of my dreams.

 

 

"Good for the Poet Who..."

 

Good for the poet who applies

His art in royal chambers' splendor.

Of tears and laughter crafty vendor,

Adding some truth to many lies,

He tickles the sated taste of lords

For more greatness and awards.

And decorates all their feasts,

Receiving clever praise as fees...

But, by the doors, so tall and stout --

On sides of stables and backyards --

The people, haunted by the guards,

Hark to this poet in a crowd.

 

 

Prisoner

 

I'm sitting by bars in the damp blackened cell --

The juvenile eagle, who's bred by the jail,

My mournful friend, with his wings stretching wide,

Is picking at bloody food right by my side.

 

He’s picking and looking at me through the bars,

Like having a thought that is common to us,

Like calling to me with a glance and a sight,

And wanting to say, "Let us fly outside!

 

We're free proud birds; it is time for the friends

To fly to the white of the rock in a haze,

To fly to the blue of the sea and the sky,

Where evenly dwell only tempests ... and I!"

 

 

Vertaald door Yevgeny Bonver

 

 

 

pushkin
Aleksandr Poesjkin (6 juni 1799- 10 februari 1837)

Portret door Orest Kiprensky

 

De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875.

 

Zie ook mijn blog van 6 juni 2006 en van 12 augustus 2006 en het actuele blog van collega blogger Duits die onlangs aan een reeks over de schrijver begonnen is.

 

In 1941 waren de Manns (die sinds 1936 in de VS woonden) verhuisd van Princeton naar Pacific Palisades, gelegen tussen Santa Monica en Malibu, ten noorden van Los Angeles. Daar begon Thomas Mann na voorstudies op 23 mei 1943 met het schrijven van zijn roman Doktor Faustus. Hij zou er bijna vier jaar aan werken, onderbroken door de lezingen die hij in de VS hield en door een zware, maar succesvolle operatie wegens longkanker in het voorjaar van 1946. Op 6 februari 1947 voltooide hij het boek. Het dagboek verneldt:

 

„Champagner-Abendessen zur Feier der Beendigung des Faustus und Verlesung der Echo-Kapitel. Sichtliche Ergriffenheit. Die Gestalt des Kindes zweifellos das Beste und Dichterischste in dem Buch. Weiterer Champagner“.

 

Uit: Doktor Faustus

 

„Nepomuk, oder “Nepo”, wie die Seinen ihn riefen, oder “Echo”, wie er, schon seit er zu lallen begonnen hatte, in wunderlicher Verfehlung der Milaute sich selber nannte, war sehr schlicht-sommerlich und kaum städtisch gekleidet in ein weiß-baumwollenes Hemd-Jäckchen mit kurzen Ärmeln, ganz kurze Leinenhöschen und ausgetretene Lederschuhe an den bloßen Füßen. Trotzdem war einem bei seinem Anblick nicht anders, als sähe man ein Elfenprinzchen. Die zierliche Vollendung der kleinen Gestalt mit den schlanken, wohlgeformten Beinchen, der unbeschreibliche Liebreiz des länglich ausladenden, von blondem Haar in unschuldiger Wirnis bedeckten Köpfchen, dessen Gesichtszüge, so kindlich sie waren, etwas Ausgeprägt-Fertiges und Gültiges hatten, sogar der unsäglich holde und reine, zugleich tiefe und neckische Aufschlag der langbewimperten Augen von klarstem Blau, - nicht einmal so sehr dies alles war es, was jenen Eindruck von Märchen, von Besuch aus niedlicher Klein- und Feinwelt hervorrief. Hinzu kam das Stehen und Gehaben des Kindes unter dem umringenden, lachenden, sowohl leise Jubelrufe wie Seufzer der Rührung ausstoßenden Großvolk, sein selbstverständlich von Koketterie und Wissen um seinen Zauber nicht ganz freies Lächeln, Antworten und Bedeuten, das etwas lieblich Lehrendes  und Bodenhaftes hatte, das Silberstimmchen der kleinen Kehle und dieses Stimchens Rede, die, noch mit kindlichen Fehllauten wie „iß“ und „nißt“ untermischt, den vom Vater ererbten und von der Mutter früh übernommenen, leicht bedächtigen, leicht feierlich schleppenden und bedeutsamen schweizerischen Tonfall, mit Zungen-r und drollig stockender Silbenfolge, wie „stut-zig“ und „schmut-zig“ hatte, und die das Mänchen, wie ich es nie bei Kindern gesehen, mit erläuternden, aber, weil sie oft nicht recht dazu paßten, seine Worte eher verschwindenden und verfremdenden und dabei höchst anmutigen, vag ausdrucksvollen Gebärden seiner Ärmchen und Spielhändchen begleitete.“

 

 

 

 

Thomas_Mann
Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)
 

 

amalfi
Manns huis in Pacific Palisades.

 

De Franse schrijver Pierre Corneille werd geboren in Rouen op 6 juni 1606. Al op jonge leeftijd raakte hij aan het jezuïetencollege onder de indruk van de Romeinse schrijvers uit de Oudheid. Hij heeft onder meer klassieke tragedies geschreven waarin de held al zijn hartstochten overwint.

In 1629 schreef hij zijn eerste toneelstuk, Mélite, een blijspel dat door het publiek goed werd ontvangen. Er zouden in totaal nog ruim 30 toneelstukken volgen.

De echte doorbraak van Corneille kwam in 1637, met de eerste opvoeringen van de in 1636 geschreven tragikomedie Le Cid. In dit stuk toont hij de moeilijke keuze tussen de liefde en de eer, waarbij de eer een doorslaggevende rol speelt. Aanvankelijk werd Corneille bekritiseerd, omdat hij het onderwerp niet in de Klassieke Oudheid had gezocht. Hem werd tevens verweten dat hij zich niet aan de klassieke regels voor toneel had gehouden, de zogenaamde wetten van Aristoteles. Na "Le Cid" schreef hij klassieke tragedies waarin hij zich zoveel mogelijk aan de regels hield. Hij schreef onder andere: Horace, Cinna, Polyeucte en Tite et Bérénice. In 1647 werd hij lid van de in 1635 door Richelieu opgerichte Académie française.

 

Uit: Le Cid

 

CHIMÈNE

Elvire, m'as-tu fait un rapport bien sincère ?

Ne déguises-tu rien de ce qu'a dit mon père ?

 

ELVIRE

Tous mes sens à moi-même en sont encor charmés :

Il estime Rodrigue autant que vous l'aimez,

Et si je ne m'abuse à lire dans son âme,

Il vous commandera de répondre à sa flamme.

 

CHIMÈNE

Dis-moi donc, je te prie, une seconde fois

Ce qui te fait juger qu'il approuve mon choix ;

Apprends-moi de nouveau quel espoir j'en dois prendre ;

Un si charmant discours ne se peut trop entendre ;

Tu ne peux trop promettre aux feux de notre amour

 

 

 

CORNEILLE
Pierre Corneille (6 juni 1606 – 1 oktober 1684)

 

De Franse schrijver en politicus Louis Sébastien Mercier werd geboren in Parijs op 6 juni 1740. Mercier was een van de meest productieve schrijvers van zijn tijd. Hij is de auteur van een vijftigtal toneelstukken die de Romantiek aankondigen en waarin hij zijn bewondering voor Shakespeare duidelijk naar voor brengt. Hij schreef ook enkele populaire drama's, zoals La Brouette du vinaigrier. Mercier was niet alleen een bewonderaar van Shakespeare, maar ook van Jean-Jacques Rousseau. Hij was een van de verantwoordelijken voor het uitgeven van het volledige oeuvre van Rousseau. Na de Franse Revolutie bracht hij het werk De J.-J. Rousseau considéré comme l'un des premiers auteurs de la Révolution uit, waarin hij Rousseau bestempelt als een van de grondleggers van de Franse Revolutie. Hij was ook de pittoreske verteller van het Parijse leven van de jaren 1780. Hij schetste het leven van de Franse maatschappij aan het einde van het Ancien Regime in zijn werk Tableau de Paris uit 1781. In dit werk beschrijft hij voornamelijk de zeden en gewoonten van de Parijse middenklasse en de lagere klassen.

Het meest bekende werk van Mercier is waarschijnlijk L'An 2440, rêve s'il en fût jamais, uitgegeven vanaf 1770 en uitgebreid met een dertigtal nieuwe hoofdstukken in 1786. Dit werk kan worden beschouwd als de eerste moderne sciencefictionroman.

 

Uit: Tableau de Paris

 

« Que de substances se fondent dans un si petit espace ! Paris peut être considéré comme un large creuset, où les viandes, les fruits, les huiles, les vins, le poivre, la cannelle, le sucre, le café, les productions les plus lointaines viennent se mêlanger ; et
les estomacs sont les fourneaux qui décomposent ces ingrédiens. La partie la plus subtile doit s' exhaler et s' incorporer à l' air qu' on respire : que de fumée ! Que de flammes ! Quel torrent de vapeurs et d' exhalaisons ! Comme le sol doit être profondément imbibé de tous les sels que la nature avait distribués dans les quatre parties du monde ! Et comment de tous ces sucs rassemblés et concentrés dans les liqueurs qui coulent à grands flots dans toutes les maisons, qui remplissent des rues entieres (comme la rue des lombards), ne résulterait-il pas dans l' athmosphere des parties atténuées qui pinceroient la fibre là plutôt qu' ailleurs ? »

 

 

mercier
Louis Sébastien Mercier ( 6 juni 1740 - 25 april 1814)

 

De Nederlandse dichter en vertaler Hendrik van Teylingen werd geboren op 6 juni 1938 in IJmuiden. Hij publiceerde de gedichtenbundels De baron fietst rond (1966), Van aldoor groter hoogte plat op het zeil (1973) en Voortdurend gepiep (1974). Hij werkte als journalist voor het maandblad Avenue. Reportages hieruit verschenen onder de titel Bedek je schande. Suriname van binnen uit (1972). In 1975 sloot hij zich aan bij de Hare Krishna-beweging,een westerse vorm van de godsdienst die officieel Gaudiya Vaishnavisme heet. Hij ontving van zijn Goeroe A.C. Bhaktivedanta Swami de naam Hayeshvara Das en vertaalde diens boeken. In 1981 werd hij uit de beweging gezet en begon hij in 1985 zijn eigen gemeenschap, de Sri Chaitanya Gemeenschap, die bestaan bleef tot aan zijn overlijden.

 

 

Zwaan

 

Verwaten groet hij

vis en ander onderkruipsel

met zijn voeten.

 

 

Zweefduik

 

Languit, fenomeen,

duiken spiegelbeeld, schaduw

en jijzelf - ineen.

 

 

Epitaaf

 

Als dit U troosten mag:

hoe smaller mijn gezicht,

hoe breder mijn lach.

 

 

 

TEYLINGEN
Hendrik van Teylingen  (6 juni 1938 – 25 december 1998)