12-08-06

Thomas Mann


Op 12 augustus 1955 stierf de Duitse schrijver Thomas Mann. Van 23 mei 1943 tot 29 januari 1947 had hij in Pacific Palisades bij Los Angeles, waar hij in 1941 een huis had gekocht, gewerkt aan de roman Doktor Faustus. De vertellersfiguur in de roman, Serenus Zeitblom, laat zijn terugblik op Leverkühns levensweg en werk steeds weer samenvloeien met beschrijvingen van en commentaren op de gebeurtenissen gedurende de oorlogsjaren van 1943 tot 1945. Via deze kunstgreep om verteltijd en vertelde tijd met elkaar in verband te brengen laat Thomas Mann het lot van Adrian Leverkühn, de hoofdpersoon van de roman,  met dat van Duitsland parallel lopen.

 

Enkele citaten uit Doktor Faustus:

 

„ ... dies ist auch die Meinung des Hauptes unserer Freisinger theologischen Hochschule ,Monsignore Hinterpförtner , wie er mir beim Abendschoppen unter vier Augen unumwunden eingestand , - ein Mann , der keine Ähnlichkeit hat mit dem leidenschaftlichen Gelehrten , um den sich im Sommer der gräßlich im Blut erstickte Münchener Studentenaufruhr zentrierte , aber dessen Weltverstand ihm keine Illusionen erlaubt , auch die nicht , die sich an den Unterschied klammert zwischen dem Nichtgewinnen und dem Verlieren des Krieges , also den Menschen die Wahrheit verschleiert , daß wir va banque gespielt haben , und daß das Fehlschlagen unseres Welteroberungsunternehmens einer nationalen Katastrophe ersten Ranges gleichkommen muß ...“

 

 

„ ... ich will es nicht gewünscht haben , weil viel zu tief mein Mitleid , mein jammervolles Erbarmen ist mit diesem unseligen Volk , und wenn ich an seine Erhebung und blinde Inbrunst , den Aufstand , den Aufbruch , Ausbruch und Umbruch , den vermeintlich reinigenden Neubeginn , die völkische Wiedergeburt von vor zehn Jahren denke - diesen scheinbar heiligen Taumel , in den sich freilich , zum warnenden Zeichen seiner Falschheit , viel wüste Roheit , viel Schlagetot-Gemeinheit , viel schmutzige Lust am Schänden , Quälen , Erniedrigen mischte , und der , jedem Wissenden unverkennbar , den Krieg , diesen ganzen Krieg schon in sich trug - , so krampft sich mir das Herz zusammen vor der ungeheueren Investition an Glauben , Begeisterung , historischem Hochaffekt , die damals getätigt wurde und nun in einem Bankerott ohnegleichen verpuffen soll ...“

 

 

“ …ja , ich fürchte , es wird uns zum Verderben ausschlagen , daß eine fatal inspirierte Politik uns zugleich mit der menschenreichsten , überdies revolutionär gehobenen Macht und der an Erzeugungskapazität gewaltigsten in Konflikt gebracht hat , - wie es ja aussieht , als ob diese amerikanische Produktionsmaschine nicht einmal auf höchsten Touren zu laufen brauchte , um eine alles erdrückende Fülle von Kriegsgerät hervorzuschleudern ….”

 

 

„ ...diese Vorstellung , um nicht zu sagen : Idee , beherrschte die Köpfe in einträchtigem Beieinander mit der , daß wir zum Kriege gezwungen seien , daß die heilige Not uns zu den allerdings wohl vorbereiteten und eingeübten Waffen rief , von deren Vortrefflichkeit immer die geheime Versuchung ausgegangen sein mochte , davon Gebrauch zu machen , - zusammen also mit der Furcht , von allen Seiten überflutet zu werden , wovor uns nur unsere ungeheure Kraft , das heißt : die Fähigkeit schützte , den Krieg sofort in anderer Leute Land zu tragen ...“

 

 

„...überhaupt ließ ich mir Sinn und Gefühl für Deutschlands Notdrang , seine moralische Vereinsamung und öffentliche Ächtung , die , so schien mir , nur Ausdruck der allgemeinen Angst vor seiner Kraft und seinem Vorsprung in der Kriegsbereitschaft war ( wobei ich zugab , daß diese , die Kraft und der Vorsprung , nun wieder uns zum derben Trost in unserer Verfemtheit gereichten ) - überhaupt , sage ich , ließ ich mir meine patriotische Ergriffenheit , die so viel schwieriger zu vertreten war als die der andern , nicht verkümmern durch die Humorisierung des Charakteristischen und verlieh ihr , im Zimmer auf und ab gehend , Worte , während Schildknapp im tiefen Stuhl seine Shag-Pfeife rauchte und Adrian , wie es sich traf , vor seinem altdeutschen Arbeitstisch mit der vertieften Mittelplatte und dem aufgesetzten Schreib- und Lesepult stand ...“

 

 

Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)

De laatste jaren van zijn leven woonde Thomas Mann in Kilchberg, Zwitserland.

"Anfang 1954 kaufte sich Thomas Mann in Kilchberg ein Haus. Es war etwas kleiner als die Domizile in München, Princeton und Pacific Palisades. Für alle Kinder Platz zu haben, war nicht mehr nötig: Klaus hatte sich am 21. Mai 1949 in Cannes das Leben genommen, Golo kam gelegentlich aus Deutschland herüber, Elisabeth wohnte in Chicago, Monika auf Capri, Michael in Berkeley. Einzig Erika hatte ihren Standort noch bei den Eltern, aber sie war häufig unterwegs. Der Familien- und Freundeskreis war enger geworden. Alle paar Monate waren Nachrufe zu schreiben, Gedenkreden zu halten, auf Alfred Neumann und Emil Oprecht, auf Gerhart Hauptmann und Max Reinhardt, auf Albert Einstein. Die hohen Geburtstage mehrten sich: Hesse, Feuchtwanger, Katja, Reisiger, Trebitsch, Lukács. Ursachen zur Zersplitterung gab es viele. Aber hatte die Arbeitskraft nicht überhaupt nachgelassen? Thomas Mann kränkelte oft, fühlte sich müde, merkte, daß er langsamer vorankam als früher. Aber er arbeitete unentwegt - wenigstens versuchte er es. Er wußte: Er lebte, solange er schrieb."

Uit: Thomas Mann. Ein Leben in Bildern, hrsg. von Hans Wysling und Yvonne Schmidlin, 2. Aufl., München etc.: Artemis und Winkler 1994, S. 310.

 


Alte Landstrasse 39, Kilchberg

 

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06-06-06

Thomas Mann


Vorig jaar was een Thomas Mann jaar. Op 12 augustus 2005 was het namelijk 50 jaar geleden dat deze Duitse schrijver overleed. Zelf ben ik op die dag in Lübeck geweest. Manns geboortehuis is tijdens WO II verwoest, maar het huis dat zo'n centrale rol speelt in Buddenbrooks, is nog wel te bezoeken, in de Mengstraße 4. Trouwens ook van dit huis bleef door de bombardementen op Lübeck alleen de fassade over.

Thomas Mann, de jongere broer van Heinrich Mann, werd geboren op 6 juni 1875 in Lübeck. Hij was de tweede zoon van de graankoopman Thomas Johann Heinrich Mann welke later één van de senatoren van Lübreck werd. Zijn moeder Julia (geboren da Silva-Bruhns) was Duits-Braziliaans van Portugees Kreoolse afkomst. In 1894 debuteerde Thomas Mann met de novelle “Gefallen”. Toen Thomas Mann met 21 jaar eindelijk volwassen was en hem dus geld van zijn vaders erfenis toestond - hij kreeg ongeveer 160 tot 180 goldmark per jaar - besloot hij dat hij genoeg had van al die scholen en instituties en werd onafhankelijk schrijver. Kenmerkend voor zijn stijl zijn de ironie, de fenomenale taalbeheersing en de minutieuze detailschildering. Manns reputatie in Duitsland was sterk wisselend. Met zijn eerste roman, Buddenbrooks (1901), had hij een enorm succes, maar door zijn sceptische houding tegenover Duitsland na de Eerste Wereldoorlog veranderde dit volledig. Stelde hij zich tot aan de jaren twintig apolitiek op (Betrachtungen eines Unpolitischen, 1918), meer en meer raakte hij bij het Politiek gebeuren betrokken. Zijn afkeer van het nationaal socialisme groeide, zijn waarschuwingen werden veelvuldiger en heftiger. In 1944 accepteerde hij het Amerikaanse staatsburgerschap. Tussen 1943 en 1947 schreef Mann Doktor Faustus (zie Faust), de roman van de ‘Duitse ziel’ in de gecamoufleerd geschilderde omstandigheden van de 20ste eeuw. In 1947 bezocht hij voor het eerst sinds de Oorlog Europa, twee jaar later pas Duitsland. In 1952 vertrok hij naar Zwitserland. Op 12 augustus 1955 stierf hij in Zürich. Twintig jaar na zijn dood, in aug. 1975, is zijn literaire nalatenschap geopend: dagboekaantekeningen van 15 maart 1933 tot 29 juli 1955, alsmede notities uit de jaren 1918 tot en met 1921.Belangrijke werken zijn: Der Zauberberg, Der Tod in Venedig, Dokter Faustus , Joseph und seine Brüder en Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull.

 

 

...“die reinigende heiligende Wirkung der Literatur , die Zerstörung der Leidenschaften durch die Erkenntnis und das Wort , die Literatur als Weg zum Verstehen , zum Vergeben und zur Liebe , die erlösende Macht der Sprache , der literarische Geist als edelste Erscheinung des Menschengeistes überhaupt , der Literat als vollkommener Mensch , als Heiliger - : aus dieser strahlenden Tonart ging Herrn Settembrini's apologetischer Lobgesang...“

 

 

„...und er brach eine Lanze für die Unschuld der Wollust - wobei Hans Castorp an sein Humanistenstübchen im Dache mit dem Stehpult , den Strohstühlen und der Wasserflasche denken musste , - während Naphta , behauptend , nie könne Wollust ohne Schuld sein und die Natur habe angesichts des Geistigen gefälligst ein schlechtes Gewissen zu haben , die kirchliche Politik und Indulgenz des Geistes als " Liebe " bestimmte , um den Nihilismus des asketischen Prinzips zu widerlegen , - wobei Hans Castorp fand , dass das Wort " Liebe " dem scharfen , mageren kleinen Naphta recht sonderbar zu Gesichte stehe ...“

 

 

„...das ist vollkommene Eindeutigkeit in der Zweideutigkeit , denn Liebe kann nicht unkörperlich sein in der äussersten Frömmigkeit und nicht unfromm in der äussersten Fleischlichkeit , sie ist immer sie selbst , als verschlagene Lebensfreundlichkeit wie als höchste Passion , sie ist die Sympathie mit dem Organischen , das rührend wollüstige Umfangen des zur Verweisung Bestimmten , - Charitas ist gewiss noch in der bewunderungsvollsten oder wütendsten Leidenschaft...“

 

 

Uit: Der Zauberberg

 

 

„...die Überlieferung will wissen , dass ihm sein Gott , der Gott , an dessen Wesensbild sein Geist arbeitete , der Höchste unter den anderen , dem ganz allein zu dienen er aus Stolz und Liebe entschlossen war , der Gott der Aeonen , dem er Namen suchte und hinlängliche nicht fand , weshalb er ihm die Mehrzahl verlieh und ihn Elohim , die Gottheit , versuchsweise nannte : dass also Elohim ihm ebenso weitreichende wie fest umschriebene Verheissungen gemacht hatte , des Sinnes nicht nur ,er, der Mann aus Ur , solle zu einem Volke werden , zahlreich wie Sand und Sterne , und allen Völkern ein Segen sein , sondern auch dahingehend , das Land , in dem er nun als Fremder wohne und wohin Elohim ihn aus Chaldaea geführt hätte , solle ihm und seinem Samen zu ewiger Besitzung gegeben werden in allen seinen Teilen , - wobei der Gott der Götter ausdrücklich die Völkerschaften und gegenwärtigen Inhaber des Landes aufgeführt hätte...“

 

 

„...und da > schön > das Beiwort war , das man vor allem auf den Mond , und zwar auf den vollen , unverdunkelten und unverhüllten , anzuwenden pflegte , ein Mondwort , das in der himmlischen Sphäre eigentlich zu Hause war und auf den Menschen genaugenommen nur übertragenerweise Anwendung fand , so flossen ihm die Denkbilder > schön > und > nackt > fast ohne Unterschied ineinander über , und es schien ihm klug und fromm , die Schönheit des Gestirnes mit der eigenen Nacktheit zu beantworten , damit Vergnügen und Bewunderung gegenseitig seien...“

 

 

„...dass aber des Jünglings Neigung zu einem nicht mustergültigen Entzücken mit Nacktheit zu tun hatte , mit Preisgabe also , mit Baal und Scheol also , mit Todeszauber und erdunterer Unvernunft , entging nicht dem sittlichen Scharfsinn Jaakobs , des Vaters , und ebendarum denn nun begünstigte er des Schreibers Einfluss auf den Geliebten -...“

 

 

Uit: Joseph und seine Brüder

 

 

 
Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)
 

 

 

 

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23-03-06

Een onverwacht weerzien


Vorige week de film Brokeback Mountain gezien. Prachtige acteurs en met zijn drie Oscars een opmerkelijke film voor Amerikaans begrip. Mijn gedachten gingen terug naar begin jaren zeventig en naar een film die, na de novelle van Thomas Mann, Der Tod in Venedig, wel de grootste impact ooit op mij heeft gehad: Luchino Visconti’s Death in Venice. Wat is internet toch een heerlijk medium, want na een paar minuten surfen was hij daar ineens weer: Tazio!



                 Bjorn Andresen als Tadzio


Uit: Der Tod in Venedig

 

“und zwar ging sein Verlangen dahin , in Tadzio's Gegenwart zu arbeiten , beim Schreiben den Wuchs des Knaben zum Muster zu nehmen , seinen Stil den Linien dieses Koerpers folgen zu lassen , der ihm goettlich schien , und seine Schoenheit ins Geistige zu tragen , wie der Adler einst den troischen Hirten zum Aether trug .”

 

“...nie hatte er die Lust des Wortes suesser empfunden , nie so gewusst , dass Eros im Worte sei , wie waehrend der gefaehrlich koestlichen Stunden , in denen er , an seinem rohem Tische unter dem Schattentuch , im Angesicht des Idols und die Musik seiner Stimme im Ohr , nach Tadzio's Schoenheit seine kleine Abhandlung , - jene anderthalb Seiten erlesener Prosa formte , deren Lauterkeit , Adel und schwingende Gefuehlsspannung binnen kurzem die Bewunderung vieler erregen sollte .”

 

In 1954, zo'n 14 maanden voor zijn dood op 12 augustus 1955, beschrijft Thomas Mann zichzelf in de woorden die ooit op de Aschenbach uit de novelle van toepassing waren. Hij is nog éénmaal verliefd geweest, op de jonge kelner Franzl.

 

"Kilchberg, Freitag den 11.6.54


Verwirrtes, zerfranstes, überfordertes, leidendes Dasein dieser Tage, gehetzt, überreizt, dekonzentriert, missbraucht. Bestellung einer gedruckten Dankeskarte zur Erledigung von hundert Anreden.

Verzweiflung und Todeswünsche. Begann nach Stockholm zu schreiben und hörte mittags zitternd und verzweifelt auf, weil es unmöglich ist, bis morgen oder übermorgen das Nötige zu komponieren.

Ich sollte aufhören, dies nutzlose, leere Tagebuch zu führen, aus Scham vor meiner gegenwärtigen elenden Existenz.

Wunderlich, wie ich gestern im Theater und Hotel selbst ganz wie eine Königliche Hoheit behandelt wurde und so reagierte. Wunderlicher Lebenstraum, der bald ausgeträumt sein wird. Kurios, kurios. Das habe ich früh gesagt und werde es zuletzt sagen. Völlig unfähig zu arbeiten. Den ganzen Tag krank. Nachmittags im Bett. Qualvolle Erregung statt Ruhe."

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