21-04-12

Michael Mann, Meira Delmar, Alistair MacLean, Jamie McKendrick, Népomucène Lemercier

 

De Duitse literatuurwetenschapper en musicus Michael Mann werd als jongste kind van Thomas en Katia Mann geboren op 21 april 1919 in München. Zie ook alle tags voor Michael Mann op dit blog.

 

Uit: Als Michael Mann geboren wurde: München 1919 (Lezing door Wolfgang Frühwald)

 

Im Haus der Familie von Thomas und Katia Mann, in der Münchner Poschinger Straße 1, herrschte am 21. April 1919, es war der Ostermontag dieses Jahres, große Aufregung. Seit Mitternacht hörte der Hausherr eilige Schritte im Fremdenzimmer, im zweiten Stockwerk des Hauses. Der Raum war seit dem 10. April als Entbindungszimmer hergerichtet worden und seine hochschwangere Frau war am 11. April (das heißt am Freitag vor Palmsonntag) dort eingezogen. Katia Mann erwartete ihr letztes Kind, Michael, genannt Bibi. Am 21. April kam es schließlich um die Mittagszeit zur Welt. Die Hebamme war an diesem Tag schon seit dem frühen Morgen am Werk, doch Katias schwere Anfangswehen blieben folgenlos. Der Gynäkologe Professor Amann wurde geholt. Die Wöchnerin, bei dieser Geburt ihres sechsten Kindes längst eine sturmerprobte Mutter, litt sehr. Der Arzt erwog sogar

eine Gabe von Morphium gegen die Schmerzen. Am frühen Nachmittag („nach Tisch“) notierte dann Thomas Mann in sein Tagebuch: „Es ist vorüber, ein gesunder Knabe zur Welt gebracht. Der Verlauf sehr schwer, schreckliche Stunden, entnervend besonders das Warten in der Allee auf die Droschke, die den Assistenten mit den Instrumenten bringen sollte; denn die völlige Fruchtlosigkeit der äußerst

qualvollen Eröffnungswehen seit 8 Uhr machte den Zangeneingriff notwendig [...].“

Im Haus von Thomas und Katia Mann im Herzogpark haben die Sorgen um die Zangengeburt von Michael die Sorgen darum überdeckt, dass zur gleichen Zeit die bürgerliche Welt, in der sie und für die sie lebten, in Scherben fiel. In den zehn Tagen zwischen dem Einzug Katias in das Entbindungszimmer und der Geburt Michaels spaltete sich Bayern in einen von der Landtagsregierung beherrschten Nordteil (um Bamberg und Nürnberg) und einen von Unabhängigen Sozialdemokraten und Anarchisten beherrschten Südteil, um München, Starnberg und Augsburg.

 

 

Michael Mann (21 april 1919 - 1 januari 1977)

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18-11-11

Joost Zwagerman, Toon Tellegen, Klaus Mann, Seán Mac Falls, Richard Dehmel

 

De Nederlandse dichter en schrijver Joost Zwagerman werd geboren in Alkmaar op 18 november 1963. Zie ook alle tags voor Joost Zwagerman op dit blog.

 

Uit: De houdgreep

 

Het gezin Rafferty was niet echt vermogend maar had toch genoeg geld om een au pair in huis te nemen. Zij kwam uit Nederland en heette Adriënne. Meneer en mevrouw Rafferty vonden haar soms wat onhandig en verward. Twee welwillende maar onnozele Oostenrijkse meisjes waren haar voorgegaan, zodat de Rafferty’s Adriënne’s kleine tekortkomingen voor lief namen.
Haar ijver en vooral haar oprechte genegenheid voor de dochtertjes Rafferty wogen ruimschoots op tegen dat kleine beetje verwarring en onhandigheid. Bovendien deelde Adriënne tot mevrouw Rafferty’s vreugde twee van haar meest dierbare liefhebberijen:lezen en spelletjes doen.

(…)

 

Voor Adriënne was niets vanzelfsprekend, dus ook de werkelijkheid niet. Zou ze een goede fotografe kunnen worden? Ze had geen zin meer om te luisteren. ‘De foto als metafoor.’ Ha! Zijn het niet juist metaforen - die grillige, onbeheersbare diabolo’s waarmee schrijvers, schilders en smachtende pubers lopen te goochelen- die almaar verhullen en redeloze vragen oproepen? Nee, aan Adriënne’s lijf geen kunstenmakerspolonaise. Wat ze wilde was eenvoudig: als Londen dan niet te veroveren viel kon ze nog altijd infiltreren, en de pocketcamera was haar handzaam excuus.
De cursusleider wees naar buiten.
‘Die muur daar,’ zei hij, ‘die heeft iets te zeggen. De topfotograaf ís de muur, zoals hij alles is wat hem omringt. Maar jij, meisje, jij moet om te beginnen een hele goeie vertolker, een monnik worden, a monk with a camera.’

 

 

Joost Zwagerman (Alkmaar, 18 november 1963)

 

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09-11-11

Ivan Toergenjev, Erika Mann, Jan Decker, Velemir Chlebnikov, Anne Sexton, Karin Kiwus

 

De Russische schrijver Ivan Sergejevitsj Toergenjev werd geboren op 9 november 1818 in Orjol, in de Oekraïne. Zie ook mijn blog van 9 november 2010 en eveneens alle tags voor Ivan Toergenjev op dit blog.

 

Uit: Faust (Vertaald door Dorothea Trottenberg)

 

“Von Pavel Aleksandrovič B… an
Semjon Nikolaevič V…
Landgut M., 6.Juni 1850
Vor drei Tagen bin ich hier angekommen, lieber Freund, und wie versprochen, greife ich zur Feder und schreibe Dir. Seit dem Morgen geht ein leichter Sprühregen nieder: Man kann nicht nach draußen; außerdem will ich mit Dir plaudern. Da bin ich nun wieder in meinem alten Nest, wo ich – ich getraue mich kaum, es zu sagen – neun ganze Jahre nicht gewesen bin. Was ist nicht alles geschehen in diesen neun Jahren! Wahrhaftig, wenn man so überlegt, ist es, als sei ich ein anderer Mensch geworden. Und tatsächlich, ich bin ein anderer: Erinnerst Du Dich noch an den kleinen, angelaufenen Spiegel meiner Urgroßmutter im Salon, den mit den seltsamen Schnörkeln in den Ecken– Du hast immer überlegt, was er wohl vor hundert Jahren gesehen haben mag – ; gleich nach meiner Ankunft stellte ich mich davor und war unwillkürlich betroffen. Plötzlich sah ich, wie alt ich geworden bin und wie ich mich in letzter Zeit verändert habe. Im übrigen bin nicht nur ich älter geworden. Mein Häuschen, schon lange baufällig, steht gerade eben noch, es ist krumm und schief und in den Boden eingesunken. Meine gute Vasiljevna, die Beschließerin (Du hast sie sicher nicht vergessen: Sie hat Dich immer mit so feiner Konfitüre bewirtet), ist ganz mager geworden und hat einen krummen Rücken bekommen; als sie mich sah, konnte sie nicht einmal rufen oder weinen, sondern sie ächzte und hustete nur, setzte sich erschöpft auf einen Stuhl und winkte ab. Der alte Terentij ist noch ganz munter, er hält sich gerade, wie früher, und stellt beim Gehen die Füße nach außen, die Beine noch immer in die gleichen gelblichen NankingHosen gekleidet, die Füße noch immer in den gleichen knarzenden Ziegenlederschuhen mit dem hohen Spann und den Schleifen, über die Du oftmals ganz gerührt warst… Aber mein Gott! Wie diese Hosen jetzt um seine mageren Beine schlottern! Wie weiß sein Haar geworden ist! Und sein Gesicht ist auf Faustgröße zusammengeschrumpft; aber als er anfing, mit mir zu sprechen, als er anfing, im Nachbarzimmer Anweisungen und Befehle zugeben, da mußte ich über ihn lachen, und gleichzeitig tat er mir leid. Alle Zähne sind ihm ausgefallen, und er nuschelt pfeifend und zischend vor sich hin. Dafür ist der Garten wunderschön geworden: Die kleinen bescheidenen Sträucher, der Flieder, die Akazien, das Geißblatt (weißt Du noch, wir haben sie zusammen gepflanzt) sind zu prachtvollen, dichten Büschen herangewachsen; die Birken, die Ahornbäume – sie alle sind in die Höhe geschossen und in die Breite gegangen; die Lindenalleen sind besonders schön geworden.”

 

 

 

Ivan Toergenjev (9 november 1818 – 3 september 1883)

Borstbeeld in Baden-Baden

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08-10-11

Alexis de Roode, Martin van Amerongen, Benjamin Cheever, Jakob Arjouni, André Theuriet, Nikolaus Becker

 

De Nederlandse dichter Alexis de Roode werd geboren op 8 oktober 1970 in Hulst. Zie ook mijn blog van 8 oktober 2010 en eveneens alle tags voor Alexis de Roode op dit blog.

 

 

Winterslaap

Laat mij koud en schitterend zijn,
en zonder mens. Van steen
wil ik zijn, een beeld in het park,
en niets kan mij raken,
en ik raak niets. Ik sta
en bekijk de seizoenen.

Maar zet mijn hoofd in koele aarde.
Dan kan ik in de loop van jaren
wortelen in het donker,
waar grondwater zachtjes sijpelt
en koele bezoekers geluidloos
voorbijglijden. Heel langzaam

ga ik als boom een winter in.
Het blad heb ik reeds afgeworpen,
de wind waait door mij heen,
kaal tot in de kleinste vertakking
ben ik, maar diep van binnen
stroomt het sap.

 

 

 

Gedicht gevonden in een aardewerken pot

We zijn gekomen op voeten van leem
en gestegen op vleugels van rook.
Van oeroude eiken reiken de wortels
inmiddels tot het middelpunt der aarde.

Wat nu?
Nu moet het snel gaan.
Nu moet het gebeuren.

Koninkrijken kwamen en gingen,
de ijstijd is voorbij en ook het Krijt
kunnen we zo langzamerhand
als afgesloten beschouwen.

Ikzelf ben nu al over de dertig
en mijn zus is twee jaar ouder.
Wie kan zich nog heugen
dat vrouwen van ribben en mannen
van modder werden gemaakt?

Het begin is dus voorbij.
Madagaskar ligt op zijn plek
en de Alpen staan. We moeten door.
We kunnen niet langer wachten.
Er is geen tijd meer, geen seconde.

 

 

 

Alexis de Roode (Hulst, 8 oktober 1970)

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14-08-11

Wolf Wondratschek, Danielle Steel, Erwin Strittmatter, Sir Walter Scott, Julia Mann - da Silva-Bruhns

 

De Duitse dichter en schrijver Wolf Wondratschek werd geboren op 14 augustus 1943 in Rudolstadt. Zie ook mijn blog van 14 augustus 2008. en ook mijn blog van 14 augustus 2009 en ook mijn blog van 14 augustus 2010.

 

Uit: Mozarts Friseur

 

Der Friseur, so die Legende, ist eine Mischung aus einem arabischen Findelkind und einem (gewordenen) Wiener, aufgefunden von Nomaden und von ihnen am Leben gehalten, gesäugt von Kamelen, nachts warm gehalten von ihrem Dung, bemuttert von Palmenschatten, in die man ihn während der Ruhepausen bettete. Die Hölle war es trotzdem. Mit dem Lebenswillen eines Weggeworfenen wehrte er sich gegen das Verdursten und Verhungern, gegen Fieber und das Verbrennen der Augen. Bedürfnislos wie die Tiere, die ihn trugen, kam er durch. Eine Gruppe von Matrosen, die um eine Wasserpfeife saß, nahm das verlorene kleine Bündel in Port Said an Bord ihres Frachters (mit Ziel São Paulo), in keiner Absicht. In den Wüsten, erklärten sie, sei der Sand, am Himmel die Sonne, auf See jede Welle wahnsinnig. Daran solle er sich unter Menschen bis zu seiner Todesstunde erinnern.
Der Friseur kann den Wortlaut dieser seltsam bedrohlichen, knapp und endgültig klingenden Botschaft noch heute, fast ein halbes Menschenleben später, im Schlaf aufsagen, ist aber dem Entschluß zu seiner Entschlüsselung aus Gründen, über die er erst lange nachdenken müßte, bisher immer ausgewichen. Nicht, daß ihm dazu die Zeit gefehlt hätte, natürlich nicht. Aber es klappte beim Nachdenken mit den Gedanken nicht, sie waren nie zu dressieren. Und trainiert hat er das Denken später auch nie. Er geht noch immer auf Sand oder Wasser, wenn er denkt. Es gibt keinen Grund, keinen festen Boden, er sinkt ein, das Gehen seiner Gedanken ist schwer und ermüdend. Auch deshalb erinnert er sich jener lange zurückliegenden Zeit, als er an Gedanken noch nicht einmal gedacht hatte. Das Schweigen der Männer, die ihn aufgezogen hatten, war so selbstverständlich wie ihre Befehle verständlich waren. Unterhielten sie sich, benutzten sie nicht Worte, sondern machten Musik, einige tanzten. Sie lasen keine Bücher, schrieben keine Briefe, stellten keine Fragen, auch ihm nicht. Die Sonne ging morgens auf und abends ging sie unter, kein Gedanke würde daran etwas ändern, auch der Gedanke an Profite nicht. Es war das Leben ein stummes Vorwärtskommen auf beschwerlichen Routen, ein Ausruhen zwischendurch, ein Aufbrechen zu einem Ziel, von dem aus sie nach einigen Tagen oder Wochen wieder in die Wüste zurückkehrten, wieder beladen, wieder im Kampf mit dem Auftrag, eine Ladung ins Landesinnere zu bringen, zu Oasen oder Handelsstationen, und von dort eine andere zurück zum Fluß oder zur Küste.
Da ihm Gefahren unbekannt waren, dachte er über sie auch nicht nach. Luftspiegelungen, falls er sie überhaupt wahrnahm, hielt er für wirklich. Ein Spiel war nichts, was ihm widerfuhr. Er spielte nicht, mit nichts, nicht unterwegs. Er dachte sich auch nichts bei dem Spaß, unter die Bäuche der Kamele zu kriechen, um die dort herunterhängenden Haarbüschel erst zu entflechten, um sie anschließend wieder zu kleinen Zöpfen binden zu können. Mach nur weiter so, sagten die Männer und gaben ihm Fußtritte.
Das alles änderte sich mit den Matrosen.”

 

 

 

Wolf Wondratschek (Rudolstadt, 14 augustus 1943)

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12-08-11

Thomas Mann, Hans-Ulrich Treichel, Marguerite Radclyffe Hall, Marcellus Emants

 

Op 12 augustus 1955 overleed de Duitse schrijver Thomas Mann. Zie ook mijn blog van 12 augustus 2010 en eveneens alle tags voor Thomas Mann op dit blog.

 

Uit: Buddenbrooks

 

Die allgemeine Munterkeit hatte nun ihren Gipfel erreicht, und Herr Köppen verspürte das deutliche Bedürfnis, ein paar Knöpfe seiner Weste zu öffnen; aber das ging wohl leider nicht an, denn nicht einmal die alten Herren erlaubten sich dergleichen. Lebrecht Kröger saß noch genau so aufrecht an seinem Platze wie zu Beginn der Mahlzeit, Pastor Wunderlich blieb weiß und formgewandt, der alte Buddenbrook hatte sich zwar ein bißchen zurückgelegt, wahrte aber den feinsten Anstand, und nur Justus Kröger war ersichtlich ein wenig betrunken.
Wo war Doktor Grabow? Die Konsulin erhob sich ganz unauffällig und ging davon, denn dort unten waren die Plätze von Mamsell Jungmann, Doktor Grabow und Christian frei geworden, und aus der Säulenhalle klang es beinahe wie unterdrücktes Jammern. Sie verließ schnell hinter dem Folgmädchen, das Butter, Käse und Früchte serviert hatte, den Saal - und wahrhaftig, dort im Halbdunkel, auf der runden Polsterbank, die sich um die mittlere Säule zog, saß, lag oder kauerte der kleine Christian und ächzte leise und herzbrechend.
"Ach Gott, Madamchen!" sagte Ida, die mit dein Doktor bei ihm stand, "Christian, dem Jungchen, ist gar so schlecht... "

 

 

 

Het graf van Thomas Mann in Kilchberg bij Zürich

 


"Mir ist übel, Mama, mir ist verdammt übel!" wimmerte Christian, während seine runden, tiefliegenden Augen über der allzu großen Nase unruhig hin und her gingen.
Er hatte das "verdammt" nur aus übergroßer Verzweiflung hervorgestoßen, die Konsulin aber sagte:
"Wenn wir solche Worte gebrauchen, straft uns der liebe Gott mit noch größerer Übelkeit! "
Doktor Grabow fühlte den Puls; sein gutes Gesicht schien noch länger und milder geworden zu sein.
"Eine kleine Indigestion... nichts von Bedeutung, - Frau Konsulin!" tröstete er. Und dann fuhr er in seinem langsamen, pedantischen Amtstone fort: "Es dürfte das beste sein, ihn zu Bette zu bringen... ein bißchen Kinderpulver, vielleicht ein Täßchen Kamillentee zum Transpirieren ... Und strenge Diät, - Frau Konsulin? Wie gesagt, strenge Diät. Ein wenig Taube, - ein wenig Franzbrot..."

 

 

 

Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)

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24-07-11

Katia Mann, Junichirō Tanizaki, Frank Wedekind, Hermann Kasack

 

De Duitse schrijversvrouw Katia Mann, steun en toeverlaat van de Duitse schrijver Thomas Mann, werd geboren als Katharina Pringsheim op 24 juli 1883 in Feldafing. Zie ook mijn blog van 24 juli 2007 en ook mijn blog van 24 juli 2008 en ook mijn blog van 24 juli 2009 en ook mijn blog van 24 juli 2010.

 

Uit: Katia Mann: Meine ungeschriebenen Memoiren

 

“Der Boykott der Nazis war schon 1930 offenkundig, und seine Unbeliebtheit in diesen Kreisen hatte Thomas Mann schon damals augenscheinlich dokumentiert bekommen.
Er hielt im Oktober 1930 im Berliner Beethovensaal einen Vortrag namens "Deutsche Ansprache. Ein Appell an die Vernunft". Er war eigens hingefahren, um auf dieser Veranstaltng vor den Nazis zu warnen und gegen sie aufzutreten. Der Abend ist mir, mit all dem Aufruhr und all der Aufregung, die er beschwor, unvergeßlich. Von einem wohlmeinenden Publikum war der Saal halb ausverkauft, oben auf der Galerie jedoch saß Herr Arnolt Bronnen mit einigen anderen Gesinnungsgenossen, Pro-Nazi, aggressiv, und sie hätten am liebsten die Ansprache gesprengt. Sie haben furchtbaren Krach gemacht, Thomas Mann immer wieder unterbrochen und: Unsinn! Schluß! und ähnliches von der Galerie gerufen, daß mein Mann für eine Weile zu sprechen aufhören mußte. Es herrschte große Aufregung im Saal.
Da drehte sich das gesamte Publikum gegen die Galerie und rief: Wir wollen Thomas Mann hören. Ruhe da oben!
Es ging daraufhin ziemlich ungestört weiter. Ich saß in der ersten Reihe, auf dem Podium saß Frau Fischer, und Frau Fischer flüsterte immer: Recht bald Schluß machen. Möglichst bald Schluß machen! Aber mein Mann ließ sich gar nicht stören und führte den Vortrag vollständig zu Ende.
Dann kam Bruno Walter zu uns in das Künstlerzimmer und sagte: Wissen Sie, ich würde jetzt nicht die Haupttreppe hinuntergehen. Da kann man nicht wissen, was passiert. Ich bin ja hier zu Hause, im Beethovensaal. Ich führe Sie auf der Hintertreppe hinunter. So geschah es denn auch. Über die Hintertreppe und einige Verbindungsgänge gelangten wir ins Freie, und Bruno Walter führte uns zu seinem Wagen, den er in einem Hof abgestellt hatte, und brachte uns sicher fort.”

 

 


Katia Mann (24 juli 1883 – 25 april 1980)

Thomas en Katia Mann

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07-06-11

Orhan Pamuk, Monika Mann, Nikki Giovanni, Harry Crews, Louise Erdrich, Mascha Kaléko

 

De Turkse schrijver Orhan Pamuk werd geboren op 7 juni 1952 in Istanbul. Zie ook mijn blog van 7 juni 2010 en eveneens alle tags voor Orhan Pamuk op dit blog.

 

Uit: Istanbul (Vertaald door Gerhard Meier)

 

Durch die fortwährenden Konkurse meines Vaters und meines Onkels, die Streitereien meiner Eltern und die Zwistigkeiten, die sich immer wieder zwischen unserer Kleinfamilie und dem von meiner

Großmutter präsidierten Familiengroßverband ergaben, wurde mir allmählich beigebracht, daß das Leben nicht nur aus freudigen Ereignissen und immer neu sich auftuenden Glücksquellen (Malen,

Sexualität, Freundschaft, Schlaf, Geliebtwerden, Essen, Spielen, Beobachten) bestand, sondern auch aus einer ganzen Anzahl urplötzlich ausbrechender kleinerer und größerer Katastrophen. In meiner Kindheit wurde am Radio nach den Nachrichten und dem Wetterbericht immer mit ernster Stimme nicht nur den betroffenen Seeleuten, sondern ganz Istanbul verkündet, auf welchem Längenund

Breitengrad an der Mündung des Bosporus ins Schwarze Meer Treibminen gesichtet worden seien, und so heimtückisch wie diese Minen waren auch die Katastrophen, die den Menschen jederzeit völlig überraschend ereilen konnten. Es konnte jeden Augenblick zwischen meinen Eltern ein Streit ausbrechen, mit dem Stockwerk über uns eine finanzielle Auseinandersetzung aufflammen oder mein

Bruder über irgend etwas so in Zorn geraten, daß er mir eine gehörige Lektion erteilen wollte. Oder mein Vater kam eines Tages nach Hause und teilte uns im selben Ton, in dem er eine Reise erwähnt

hätte, seelenruhig mit, daß unsere Wohnung verpfändet worden sei und wir nun umziehen müßten. Wir zogen damals oft um. Bei jedem Umzug stieg die Spannung im Haus an, und meine Mutter, vollauf damit beschäftigt, jeden Teller und jede Schüssel einzeln in Zeitungspapier einzuwickeln, konnte auf uns Kinder nicht so achtgeben wie sonst, so daß wir nach Herzenslust spielen durften.

Wenn dann die Büfetts, Schränke und Tische, die uns als unverrückbare Elemente unserer Wohnszenerie gegolten hatten, von den Möbelpackern nach und nach abtransportiert wurden, blickte ich traurig auf die immer leerer werdenden Räume, in denen wir Jahre unseres Lebens verbracht hatten, aber ein Trost war mir, daß ich meist unter irgendeinem Möbel einen längst vergessenen Stift, eine Murmel oder ein geliebtes Spielzeugauto wiederfand.“

 

 


Orhan Pamuk (Istanbul, 7 juni 1952)

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06-06-11

Thomas Mann, Aleksandr Poesjkin, Lesley Blanch, Sarah Dessen

 

De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875. Zie ook mijn blog van 12 augustus 2009 en ook mijn blog van 6 juni 2010 en eveneens alle tags voor Thomas Mann op dit blog.

 

Uit: Tonio Kröger

 

„Die Wintersonne stand nur als ein armer Schein, mil­chig und matt hinter Wolkenschichten über der engen Stadt. Naß und zugig war's in den giebeligen Gassen, und manchmal fiel eine Art von weichem Hagel, nicht Eis, nicht Schnee.
Die Schule war aus. Ueber den gepflasterten Hof und heraus aus der Gatterpforte strömten die Scharen der Befreiten, teilten sich und enteilten nach rechts und links. Große Schüler hielten mit Würde ihr Bü­cherpäckchen hoch gegen die linke Schulter gedrückt, indem sie mit dem rechten Arm wider den Wind dem Mittagessen entgegen ruderten; kleines Volk setzte sich lustig in Trab, daß der Eisbrei umherspritzte und die Sieben Sachen der Wissenschaft in den Seehunds­ränzeln klapperten. Aber hie und da riß alles mit from­men Augen die Mützen herunter vor dem Wotanshut und dem Jupiterbart eines gemessen hinschreitenden Oberlehrers ...
»Kommst du endlich, Hans?« sagte Tonio Kröger, der lange auf dem Fahrdamm gewartet hatte; lächelnd trat er dem Freunde entgegen, der im Gespräch mit anderen Kameraden aus der Pforte kam und schon im Begriffe war, mit ihnen davon zu gehen ... »Wieso?« fragte er und sah Tonio an ... »ja, das ist wahr! Nun gehen wir noch ein bißchen.«

 

  

Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)
Thomas Mann als 9-jarige in Lübeck

Armin Martens,

Het model voor Hans Hansen

 

Tonio verstummte, und seine Augen trübten sich. Hatte Hans es vergessen, fiel es ihm erst jetzt wieder ein, daß sie heute Mittag ein wenig zusammen spazie­ren gehen wollten? Und er selbst hatte sich seit der Verabredung beinahe unausgesetzt darauf gefreut!
»Ja, adieu, ihr! « sagte Hans Hansen zu den Kamera­den.»Dann gehe ich noch ein bißchen mit Kröger.« - Und die Beiden wandten sich nach links, indes die Anderen nach rechts schlenderten.
Hans und Tonio hatten Zeit, nach der Schule spa­zieren zu gehen, weil sie beide Häusern angehörten, in denen erst um vier Uhr zu Mittag gegessen wurde. Ihre Väter waren große Kaufleute, die öffentliche Aemter bekleideten und mächtig waren in der Stadt. Den Hansens gehörten schon seit manchem Men­schenalter die weitläufigen Holz-Lagerplätze drunten am Fluß, wo gewaltige Sägemaschinen unter Fauchen und Zischen die Stämme zerlegten. Aber Tonio war Konsul Krögers Sohn, dessen Getreidesäcke mit dem breiten schwarzen Firmendruck man Tag für Tag durch die Straßen kutschieren sah; und seiner Vorfah­ren großes altes Haus war das herrschaftlichste der ganzen Stadt ... Beständig mußten die Freunde, der vielen Bekannten wegen, die Mützen herunter neh­men, ja, von manchen Leuten wurden die Vierzehn­jährigen zuerst gegrüßt ...“

   








Breite Straße 38 in Lübeck

Het geboortehuis

Untere Breite Straße

Rond 1880

 

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01-06-11

Patrick Besson, John Masefield, Ferdinand Raimund, Peter de Mendelssohn

 

De Franse schrijver en journalist Patrick Besson werd geboren op 1 juni 1956 in Montreuil. Zie ook mijn blog van 1 juni 2007 en ook mijn blog van 1 juni 2008 en ook mijn blog van 1 juni 2009. en ook mijn blog van 1 juni 2010.

 

Uit: Le deuxième couteau

 

“Gaston Cooper avait une quarantaine d'années. De père américain et de mère française, il était bilingue. Il avait commencé dans l'édition comme lecteur et traducteur. Il lui arrivait aussi de donner des articles littéraires au Paris-Métro. Un héritage lui permit, en 1977, de fonder sa propre maison d'édition, et le succès espéré mais tout de même inattendu, en été 1978, d'un roman-reportage traduit de l'américain lui permit de la garder. En automne de la même année, il engagea Jérôme Bernotte.

Au bout du couloir, dans un cagibi qui tenait lieu de bureau à l'attachée de presse, Cooper, debout, feuilletait un journal. Il portait un costume rose, des mocassins noirs. Il tourna la tête vers Bernotte.

- Alors, ce déjeuner ? demanda-t-il aussitôt.

" Il ne sait rien ", pensa Bernotte. Il se demanda comment c'était possible, puis se souvint que Cooper lui avait dit qu'il mangeait sur les Champs-Elysées en compagnie d'une de ses lectrices qui était également mannequin, assistante de production et sans doute bien d'autres choses encore. Bernotte l'avait aperçue plusieurs fois, rue des Saints-Pères. C'était une grande blonde au regard glacé et dont le visage dans sa perfection exprimait une sorte de haine concentrée contre le monde.

- Il s'est passé une chose épouvantable, dit Bernotte.

- Elle ne veut plus signer ?

Bernotte secoua la tête. La porte de l'appartement s'ouvrit dans son dos et il reconnut Pauline, l'attachée de presse, à son parfum, quelque chose de fort et de poivré qui lui donnait toujours un peu la nausée quand il s'approchait de trop près trop longtemps“.

 

 

Patrick Besson (Montreuil, 1 juni 1956)

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07-05-11

Stanisław Przybyszewski, Karl Gustav Vollmõller, A. E. W. Mason, Therese Huber, Dorit Zinn, Angela Carter, André du Bouchet

 

De Poolse dichter en schrijver Stanisław Przybyszewski werd geboren op 7 mei 1868 in Łojewo. Zie ook mijn blog van 7 mei 2007en ook mijn blog van 7 mei 2008 en ook mijn blog van 7 mei 2009 en ook mijn blog van 7 mei 2010.

 

Uit: De Profundis

 

„In ein paar Wochen gedenk' ich ein Buch herauszugeben: »De profundis«, dem ich jetzt schon einige Begleitworte an Stelle der Vorrede vorausschicke.

Ich möchte das Buch nur in wenigen Händen wissen – es ist kein Buch für das Volk – und diesen Zweck glaub' ich dadurch zu erreichen, daß ich es nur in einer sehr beschränkten Anzahl von Exemplaren drucken lasse.

Ich habe in diesem Buche das Gebiet des sogenannten »normalen Denkens«, also das Gebiet des »logischen Gehirnlebens«, des Lebens in der »Realität« (!) gänzlich verlassen. Alle, die sich auch nur ein wenig mit dem Seelenleben beschäftigt haben, wissen, was das »freisinnige Bürgertum« unter dem normalen Denken versteht: Alles, was über die Begriffssphäre des ehrbaren Müller und Schulze hinausgeht, ist natürlich verrückt. Selbstverständlich ist für diese Menschen Goethe der Maßstab des »normalen« Empfindens, wobei natürlich übersehen wird, daß er in seinen Epigrammen Proben von einer schon ganz schön vorgerückten sexuellen Perversität abgegeben hat.

Nun ja: dies ehrbare Gehirnleben, dies uniforme Gehirnleben, dessen Denkgesetze sowohl für den niedrigsten Bildungsplebejer von der Sorte Max Nordau wie für den entwickeltsten und scharfsinnigsten Gehirnaristokraten von der Art Nietzsche im gleichen Maße gelten, fängt an, furchtbar langweilig zu werden. Das hat auch Nietzsche eingesehen, und so schrieb er sein »verrücktes« Buch, d. h. sein seelischestes Buch: »Also sprach Zarathustra« ...

In »De profundis« handelt es sich um die Manifestation des reinen Seelenlebens, der nackten Individualität, des Zustandes der somnambulen Ekstase, oder wie die zahllosen Worte auch heißen mögen, die eine und dieselbe Tatsache ausdrücken, die Tatsache nämlich, daß es noch etwas Anderes gebe außer dem dummen Gehirn, ein au delà vom Gehirn, eine unbekannte Macht mit seltsamen Fähigkeiten begabt, nämlich: die Seele – die Seele, die Ekel empfand, in der fortwährenden Berührung mit der lächerlichen Banalität des Lebens zu stehen und sich das Gehirn geschaffen hatte, um sich nicht jeden Tag prostituieren zu müssen ...“

 

 

 

Stanisław Przybyszewski (7 mei 1868 – 23 november 1927)

Dagny and Stanisław Przybyszewski in 1897/1898

 

 

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21-04-11

Michael Mann, Meira Delmar, Alistair MacLean, Jamie McKendrick, Népomucène Lemercier

 

De Duitse literatuurwetenschapper en musicus Michael Mann werd als jongste kind van Thomas en Katia Mann geboren op 21 april 1919 in München. Zie ook mijn blog van 21 april 2009 en ook mijn blog van 21 april 2010.

 

Uit: Familienbande (roman van Michael Degen over Michael Mann)

 

„Bald verlangte der Junge auserst geschickt nach der Brust Mieleins. Dem Vater war es ein Grauel, Derartiges mit ansehen zu mussen. Er floh vor dem unerklarlichen Ekel, den ihm das mannliche Gebaren des Sauglings einfloste. Man fing an, sich aus ordinarer Watte birnenformige Ohrstopsel zu drehen, doch das reichte nicht hin. Dann ging man dazu uber, die damals gerade aufkommenden Damenbinden zu zerfleddern, deren Material der altesten Schwester, Eri, undurchlassiger zu sein schien und die sie mit groser Sorgfalt zu winzigen Kugelchen verarbeitete.

Es war alles umsonst. Babys Stimme wurde von Nacht zu Nacht kraftiger und lies besonders Pielein, den kreativen Grosverdiener der Familie, leiden. Wenn dieser die Beherrschung zu verlieren drohte und Anstalten machte, in Babys Zimmer zu sturzen, um es zur Ordnung zu rufen, stand immer schon Mielein mit besorgtem Blick in der Tur und bat stumm um Nachsicht.

Hilflos kehrte Pielein dann in sein Zimmer zuruck, wahrend Mielein den Jungen zu sich ins Bett hinuberrettete. Das hatte stets Erfolg.

Doch die ungewohnte Stille machte es nicht einfacher. Die grosen Geschwister, Klaus und Erika, waren hellwach, sasen im Flur vor ihren Zimmern auf dem Boden und warteten kichernd auf den nachsten Anfall ihres kleinen Bruders. Der kam prompt, sobald Mielein den Schlafenden in sein Bett zuruckzutragen versuchte. Dann vergrub Aissi, wie man den altesten Sohn nannte, seinen spitz zulaufenden Nasenerker im Schos seiner Schwester, um sein hemmungsloses Gelachter zu ersticken.“

 

 

 

Michael Mann (21 april 1919  - 1 januari 1977)

Thomas, Katia, Elisabeth en Michael Mann op Sylt, 1927

 

 

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27-03-11

Heinrich Mann, Golo Mann, Patrick McCabe, Bob den Uyl, Dubravka Ugrešić, Shusaku Endo

 

De Duitse schrijver Heinrich Mannwerd geboren op 27 maart 1871 in Lübeck. Zie ook mijn blog van 27 maart 2007 en ook mijn blog van 27 maart 2008 en ook mijn blog van 27 maart 2009 en ook mijn blog van 27 maart 2010.

 

Uit: Professor Unrat

 

„Zu seiner Jubelfeier im Vorjahr hatte das Gymnasium ihm einen Fackelzug gebracht. Er war auf seinen Balkon getreten und hatte geredet. Während alle Köpfe, in den Nacken gelegt, zu ihm hinaufsahen, war plötzlich eine unschöne Quetschstimme losgegangen: »Da ist Unrat in der Luft!« Andere hatten wiederholt: »Unrat in der Luft! Unrat in der Luft!«
Der Professor dort oben fing an zu stottern, obwohl er den Zwischenfall vorausgesehn hatte, und sah dabei je­dem der Schreier in den geöffneten Mund. Die andern Herren standen in der Nähe; er fühlte, daß er wieder ein­mal »nichts beweisen« könne; aber er merkte sich alle Namen. Schon tags darauf gab der mit der gequetschten Stimme dadurch, daß er das Heimatdorf der Jungfrau von Orleans nicht kannte, dem Professor Gelegenheit zu der Versicherung, er werde ihm im Leben noch oftmals hinderlich sein. Richtig war dieser Kieselack zu Ostern nicht versetzt worden. Mit ihm blieben die meisten in der Klasse zurück von denen, die am Jubiläumsabend ge­schrien hatten, so auch von Ertzum. Lohmann hatte nicht geschrien und blieb dennoch sitzen. Dieser erleich­terte die Absicht Unrats durch seine Trägheit und jener durch seine Unbegabtheit. Nächsten Spätherbst nun, an einem Vormittag um elf, in der Pause vor dem Klassen­aufsatz über die »Jungfrau von Orleans«, geschah es, daß von Ertzum, der der Jungfrau immer noch nicht näherge­treten war und eine Katastrophe voraussah, in einem An­fall schwerfälliger Verzweiflung das Fenster aufriß und aufs Geratewohl mit wüster Stimme in den Nebel hinaus­brüllte: »Unrat!«
Es war ihm unbekannt, ob der Professor in der Nähe sei, und es war ihm gleichgültig. Der arme, breite Land­junker war nur von dem Bedürfnis fortgerissen worden, noch einen kurzen Augenblick seinen Organen freies Spiel zu gewähren, bevor er sich für zwei Stunden hinhocken mußte vor ein weißes Blatt, das leer war, und es mit Wor­ten bedecken aus seinem Kopf heraus, der auch leer war. Tatsächlich aber ging Unrat grade über den Hof. Als der Ruf aus dem Fenster ihn traf, machte er einen eckigen Sprung. Im Nebel droben unterschied er von Ertzums knorrigen Umriß. Kein Schüler hielt sich drunten auf, kei­nem konnte von Ertzum das Wort zugerufen haben. >Die­ses Mal<, dachte Unrat frohlockend, >hat er mich gemeint. Diesmal kann ich es ihm beweisen!< „

 

 

 

Heinrich Mann (27 maart 1871 – 12 maart 1950)

In 1906

 

 

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29-12-10

Stefan Brijs, Gilbert Adair, Paul Rudnick, William Gaddis

 

De Vlaamse schrijver Stefan Brijs werd geboren op 29 december 1969 in Genk. Zie ook mijn blog van 21 oktober 2006  en ook mijn blog van 29 december 2007 en ook mijn blog van 29 december 2008 en ook mijn blog van 29 december 2009.

 

Uit: Kruistochten

 

“De laatste drie jaar van zijn leven woonde Willem Frederik Hermans te Etterbeek, deelgemeente van Brussel. Hij betrok er een statig herenhuis aan de Atrebatenstraat, nummer 61. De kans dat de grote Nederlandse schrijver wist dat er in diezelfde straat een Vlaamse schrijver had gewoond en was overleden – zestig jaar voordat hij zelf in 1994 Brussel verliet om in Utrecht te gaan sterven – mag klein worden geacht. Of de naam van die schrijver al iets bij hem zou hebben opgeroepen, is evenzeer twijfelachtig. Toch zou Hermans het amusant hebben gevonden, te weten dat er jarenlang dagelijks een mager mannetje, gehuld in een lange, blauwe overjas, door de straat had gelopen, steeds een boek op een paar centimeter van zijn dikke brillenglazen houdend en enkel opkijkend als het hevige gerinkel tot hem doordrong van de tram waaronder hij dreigde terecht te komen. Dat mannetje was Paul Kenis, op 28 april 1930 ingetrokken aan de Atrebatenstraat, nummer 158, en aldaar overleden in de vroege ochtend van 28 juli 1934.
Paul Kenis was verslaafd aan lezen. Al van in de vroege ochtend, wanneer hij net ontwaakt was, nam hij een boek in de hand, las er tijdens het ontbijt onverstoorbaar in voort, pauzeerde ook niet bij het snoeren van zijn veters en hield zijn lectuur vol tot hij op zijn werk arriveerde, waar hij eenieder erover aansprak. Richard Minne, die in 1920 met Paul Kenis op het ministerie van Economische Zaken werkte, schreef in In 20 lijnen (Vooruit, 20.7.1954): "Van negen tot twaalf en van twee tot vijf: formulieren en nog eens formulieren met namen, woonplaatsen en kapitaalbedragen invullen. Als ik me niet bedrieg moest dat iets te maken hebben met schadevergoedingen wegens oorlogsgebeurtenissen. Enfin soit, Kenis zat rechtover mij en middenin mijn woonplaatsen en mijn kapitaalsbedragen, viel hij soms plat uit: ‘Hebt ge dàt en dàt gelezen? ... Nee? ... Maar wat hebt gij dan wèl gelezen?" Zijn passie resulteerde uiteindelijk in het werk Een overzicht van de Vlaamsche letterkunde na ‘Van Nu en Straks’ (1930, De Wilde Roos-Amsterdam), dat Kenis vier jaar voor zijn dood voltooide en dat door menig literatuurkenner werd geprezen.“

 

 



Stefan Brijs

(Genk, 29 december 1969)

  

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