12-08-13

Dolce far niente (Vermeer: Gezicht op Delft, Willem van Toorn), Thomas Mann

 

Dolce far niente

 

 

 

 

Johannes Vermeer: Gezicht op Delft, 1660-1661

 

 

 

 

 

Vermeer: Gezicht op Delft

 

Ik maak je hierin aanwezig.

Je schaduw kondigt je aan

om een hoek. Boodschappen gedaan

in achterstraatjes. Bevend

 

raakt geschilderd zonlicht je aan

als je verschijnt op de kade.

Gehoede regenten staan

te wachten op dode schepen.

 

Ze kijken je na. Joffer. Zeker

laat ik er één bij je slapen

vannacht, als ik je in leven

houd, driehonderd jaar hiervandaan.      

 

 

 

 


Willem van Toorn
(Amsterdam, 4 november 1935)

 

 

 

 

 

Op 12 augustus 1955 overleed de Duitse schrijver Thomas Mann. Zie ook mijn blog van 12 augustus 2010 en eveneens alle tags voor Thomas Mann op dit blog.

 

Uit: Tonio Kröger

 

„Die Wintersonne stand nur als armer Schein, milchig und matt hinter Wolkenschichten über der  engen Stadt. Naß und zugig war’s in den giebeligen  Gassen, und manchmal fiel eine Art von weichem  Hagel, nicht Eis, nicht Schnee.

Die Schule war aus. Über den gepflasterten Hof  und heraus aus der Gatterpforte strömten die Scharen der Befreiten, teilten sich und enteilten nach  rechts und links. Große Schüler hielten mit Würde  ihre Bücherpäckchen hoch gegen die linke Schulter  gedrückt, indem sie mit dem rechten Arm wider den  Wind dem Mittagessen entgegen ruderten; kleines  Volk setzte sich lustig in Trab, daß der Eisbrei um herspritzte und die Siebensachen der Wissenschaft  in den Seehundsränzeln klapperten. Aber hie und da  riß alles mit frommen Augen die Mützen herunter  vor dem Wotanshut und dem Jupiterbart eines gemessen hinschreitenden Oberlehrers ...

»Kommst du endlich, Hans?« sagte Tonio Kröger,  der lange auf dem Fahrdamm gewartet hatte; lächelnd  trat er dem Freunde entgegen, der im Gespräch mit

anderen Kameraden aus der Pforte kam und schon  im Begriffe war, mit ihnen davon zu gehen ... »Wieso?« fragte er und sah Tonio an ... »Ja, das ist wahr!

Nun gehen wir noch ein bißchen.« Tonio verstummte, und seine Augen trübten sich.

Hatte Hans es vergessen, fiel es ihm erst jetzt wieder ein, daß sie heute Mittag ein wenig zusammen  spazieren gehen wollten? Und er selbst hatte sich  seit der Verabredung beinahe unausgesetzt darauf  gefreut!

»Ja, adieu, ihr!« sagte Hans Hansen zu den Kameraden. »Dann gehe ich noch ein bißchen mit Kröger.« – Und die Beiden wandten sich nach links, indes die Anderen nach rechts schlenderten.“

 

 

 

Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)

 

 

 

 

Zie voor de schrijvers van de 12e augustus ook mijn blog van 12 augustus 2011 deel 1 en eveneens deel 2.

 

14-06-13

Lieve Joris, Laurence Yep, Peter O. Chotjewitz, Allard Schröder, Thomas Graftdijk

 

De Vlaamse schrijfster Lieve Joris werd geboren op 14 juni 1953 in Neerpelt. Zie ook alle tags voor Lieve Joris op dit blog.

 

Uit: Afrika en Azië: Het verhaal van een ontmoeting

 

“Ik schreef mijn tweede boek over Congo in een huis aan het water, net buiten Kisangani. Het was eind jaren negentig, de stad was in handen van Congolese rebellen en hun Rwandese en Oegandese bondgenoten; kindsoldaten struinden langs de verweerde gebouwen waartussen het gras hoog opschoot. Het huis lag achter een textielfabriek die betere tijden had gekend. Kort daarvoor had het in de frontlinie gelegen. In de tuin liepen sporen van rupsbanden en bij de waterkant was de aarde omgewoeld: daar hadden Oegandese soldaten tijdens de gevechten twee collega´s begraven, wier lichamen intussen gerepatrieerd waren.
Elf maanden heb ik daar zitten schrijven. Een parelhoen broedde haar eieren uit in een lege munitiekist, de tuinman ontdekte onder een struik een rubberlaars en stuitte, op zoek naar de tweede, op het vizier van een mitrailleur. De plek waar de gesneuvelde soldaten hadden gelegen, raakte overwoekerd door onkruid.
In die oorlogsstad doken twee jonge Indiase broers op. Ze kwamen uit Dubai en openden een winkel in het stoffige centrum – een eenvoudige nering waar het, tussen de rijst, suiker, melkpoeder en lucifers, rook naar goedkope zeep. Sachin en Vishal hadden niets van de trage, morose Indiër uit Naipauls Een bocht in de rivier, die in Kisangani aanspoelt en er hopeloos verstrikt raakt in lokale intriges.

Energieke dertigers waren ze, hun winkel een uitkijkpost, een plaats van waaruit ze de markt bestudeerden. Ze hadden een grote sociale mobiliteit, kenden de lokale diamanthandelaars en raakten bevriend met de Indiërs van de VN-Vredesmissie MONUC. Soms vertrok een van hen naar Dubai, waar hun gezinnen woonden; de ander paste dan op de winkel.”

 

 

 

Lieve Joris (Neerpelt, 14 juni 1953)

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10-06-13

In Memoriam Walter Jens

 

In Memoriam Walter Jens

 

De Duitse schrijver, classicus, literair historicus, criticus en vertaler Walter Jens is gisteren op 90-jarige leeftijd overleden. Walter Jens werd geboren op 8 maart 1923 in Hamburg. Zie ook alle tags voor Walter Jens op dit blog.

 

Uit: Katias Mutter (Samen met Inge Jens)

 

„Es war mit Sicherheit eine der interessantesten – man könnte auch sagen: kuriosesten – Familien der preußischen Metropole, in die Hedwig Pringsheim am 13. Juli 1855 hineingeboren wurde. Ihr Vater, Ernst Dohm, Spross einer armen jüdischen Familie, war bereits als Kind getauft und von einer frommen Mutter sowie einer pietistischen Gönnerin zum Theologen bestimmt worden. Nach erfolgreich absolvierten Examenspredigten hatte er jedoch Talar und Beffchen an den Nagel gehängt und sich als Hauslehrer und Übersetzer durchgeschlagen, ehe er 1848 mit der Gründung der politisch-satirischen Zeitschrift  Kladderadatsch endgültig ins literarisch-journalistische Genre wechselte. Sein profundes Wissen, sein ebenso stil- wie treffsicherer Witz und seine unterhaltlichen Fähigkeiten sowie eine offenbar beachtliche poetische Begabung verhalfen ihm schnell zu Ansehen und Beliebtheit.

Auch Hedwigs Mutter, deren Vornamen das Neugeborene erhielt, hatte in ihrer Ehe begonnen, sich als Schriftstellerin zu profilieren. Sie schrieb Novellen, Dramen und Gedichte, später auch Romane. Vor allem aber zog sie in öffentlichen Stellungnahmen und Essays gegen die These von der angeblich naturgegebenen Ungleichheit von Männern und Frauen zu Felde und wurde in den späten sechziger und siebziger Jahren, nachdem sie vier Kinder großgezogen hatte, zu einer der bekanntesten Kämpferinnen für die Zulassung der Frau zu allen berufsqualifizierenden Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten.

«Kämpferin»? Zumindest Hedwig, die älteste ihrer vier Töchter, sah die Mutter anders: «Schön war sie und reizend; klein und zierlich von Gestalt, mit großen, grünlich-braunen Augen und schwarzen Haaren, die sie auf Jugendbildnissen noch in schlichten Scheiteln aufgesteckt trug, später aber abgeschnitten hatte, und die dann halblang und gewellt ihr wunderbares Gesicht umrahmten.Zart war sie, schüchtern, empfindsam, ängstlich. Wer sie nur aus ihren Kampfschriften kannte und ein Mannweib zu finden erwartete, wollte seinen Augen nicht trauen, wenn ihm das holde, liebliche und zaghafte kleine Wesen entgegentrat. Aber ein Gott hat ihr gegeben, zu sagen, was sie gelitten, was sie in Zukunft ihren Geschlechts-Schwestern ersparen wollte.»

 

 

 

Walter Jens (8 maart 1923 - 9 juni 2013)

06-06-13

Thomas Mann, Aleksandr Poesjkin, Sarah Dessen, Jean Cayrol

 

De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875. Zie ook mijn blog van 6 juni 2010 en eveneens alle tags voor Thomas Mann op dit blog.

 

Uit: Buddenbrooks

 

“Zwei und ein halbes Jahr später, um die Mitte des April schon, war zeitiger als jemals der Frühling gekommen, und zu gleicher Zeit war ein Ereignis eingetreten, das den alten Johann Budden­brook vor Vergnügen trällern machte und seinen Sohn aufs freu­digste bewegte.
Um 9 Uhr, eines Sonntag morgens, saß der Konsul im Früh­stückszimmer vor dem großen, braunen Sekretär, der am Fenster stand und dessen gewölbter Deckel vermittelst eines witzigen Mechanismus zurückgeschoben war. Eine dicke Le­dermappe, gefüllt mit Papieren, lag vor ihm; aber er hatte ein Heft mit gepreßtem Umschlage und Goldschnitt herausgenom­men, und schrieb, eifrig darüber gebeugt, in seiner dünnen, winzig dahineilenden Schrift, - emsig und ohne Aufenthalt, es sei denn, daß er die Gänsefeder in das schwere Metall-Tintenfaß tauchte...
Die beiden Fenster standen offen, und vom Garten her, wo eine milde Sonne die ersten Knospen beschien, und wo ein paar kleine Vogelstimmen einander kecke Antworten gaben, weh­te voll frischer und zarter Würze die Frühlingsluft herein und trieb dann und wann sacht und geräuschlos die Gardinen ein wenig empor. Drüben, auf dem Frühstückstische, ruhte die Sonne blendend auf dem weißen, hie und da von Brosamen ge­sprenkelten Leinen und spielte in kleinen, blitzenden Drehun­gen und Sprüngen auf der Vergoldung der mörserförmigen Tassen ...
Beide Flügel der Tür zum Schlafzimmer waren geöffnet, und von dorther vernahm man die Stimme Johann Buddenbrooks, der ganz leise nach einer alten drolligen Melodie vor sich hin summte:

»Ein guter Mann, ein braver Mann,
Ein Mann von Complaisancen;
Er kocht die Stipp' und wiegt das Kind
Und riecht nach Pomeranzen. «

 

 

 

Bendix Grünlich (Justus von Dohnányi) vraagt Tony Buddenbrook (Jessica Schwarz) ten huwelijk.
Scene uit de verfilming van „Buddenbrooks“ uit 2008.

 

 

 

Er saß zur Seite der kleinen Wiege mit grünseidenen Vorhängen, die bei dem hohen Himmelbett der Konsulin stand und die er mit einer Hand in gleichmäßiger Schwingung erhielt. Die Kon­sulin und ihr Gatte hatten sich, der leichteren Bedienung halber, für einige Zeit hier unten eingerichtet, während ihr Vater und Madame Antoinette, die, eine Schürze über dem gestreiften Kleide und eine Spitzenhaube auf den dicken weißen Locken, sich dort hinten am Tische mit Flanell und Linnen zu schaffen machte, das dritte Zimmer des Zwischengeschosses zum Schla­fen benutzten.
Konsul Buddenbrook warf kaum einen Blick in das Neben­zimmer, so sehr war er von seiner Arbeit in Anspruch genom­men. Sein Gesicht trug einen ernsten und vor Andacht beinahe leidenden Ausdruck. Sein Mund war leicht geöffnet, er ließ das Kinn ein wenig hängen, und seine Augen verschleierten sich dann und wann. Er schrieb:
»Heute, d. 14. April 1838, morgens um 6 Uhr, ward meine liebe Frau Elisabeth, geb. Kröger, mit Gottes gnädiger Hilfe aufs glücklichste von einem Töchterchen entbunden, welches in der hl. Taufe den Namen Clara empfangen soll. Ja, so gnädig half ihr der Herr, obgleich nach Aussage des Doktors Grabow die Ge­burt um etwas zu früh eintrat und sich vordem nicht alles zum Besten verhielt und Bethsy große Schmerzen gelitten hat. Ach, wo ist doch ein solcher Gott, wie du bist, du Herr Zebaoth, der du hilfst in allen Nöten und Gefahren und uns lehrst deinen Wil­len recht zu erkennen, damit wir dich fürchten und in deinem Willen und Geboten treu mögen erfunden werden! Ach Herr, leite und führe uns alle, solange wir leben auf Erden ...
« -

 

 

 

Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)

Ets door Johannes Lindner, 1905

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21-04-13

Charlotte Brontë, Michael Mann, Patrick Rambaud, John Mortimer, Gerrit Wustmann

 

De Britse schrijfster Charlotte Brontë werd geboren in Thornton op 21 april 1816. Zie ook alle tags voor Charlotte Brontë op dit blog.

 

Uit: The Correspondence of Charlotte Brontë

 

Charlotte's reply to Robert Southey
16 March 1837

Sir—… At the first perusal of your letter I felt only shame and regret that I had ever ventured to trouble you with my crude rhapsody; I felt a painful heat rise to my face when I thought of the quires of paper I had covered with what once gave me so much delight, but which now was only a source of confusion; but after I had thought a little, and read it again and again, the prospect seemed to clear. You do not forbid me to write. You only warn me against the folly of neglecting real duties for the sake of imaginative pleasures; of writing for the love of fame... You kindly allow me to write poetry for its own sake, provided I leave undone nothing which I ought to do, in order to pursue that single, absorbing, exquisite gratification. . .
Following my father's advice—who from my childhood has counselled me, just in the wise and friendly tone of your letter—I have endeavoured not only attentively to observe all the duties a woman ought to fulfill, but to feel deeply interested in them. I don't always succeed, for sometimes when I'm teaching or sewing I would rather be reading or writing; but I try to deny myself; and my father's approbation amply rewarded me for the privation. Once more allow me to thank you with sincere gratitude. I trust I shall never more feel ambitious to see my name in print; if the wish should rise, I'll look at Southey's letter, and suppress it.”

 

 

 

Charlotte Brontë (21 april 1816 – 31 maart 1855)

Portret door haar broer Patrick Branwell Brontë

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08-03-13

Walter Jens

 

De Duitse schrijver,  classicus, literair historicus, criticus en vertaler Walter Jens werd geboren op 8 maart 1923 in Hamburg. Jens, die vanwege een ernstige astma-aandoening afgekeurd werd voor de militaire dienstplicht, studeerde klassieke filologie en Duits in Freiburg en promoveerde in 1944 op een proefschrift over Sophocles. Als jonge schrijver trok hij de aandacht met verhalen en romans Zijn roman "Nein. Die Welt der Angeklagten" vond ook in Frankrijk veel weerklank. In de loop der jarer ontwikkelde Jens zich steeds meer tot criticus - in de FAZ, en als lid van de "Gruppe 47". Sommigen noemden hem met een verwijzing naar de militante geest in Frankrijk in de 18e Eeuw de "kleine Voltaire van de Bondsrepubliek." Als literair criticus, werd hij bijna net zo bekend als Marcel Reich-Ranicki in de jaren tachtig. Velen zagen in Jens een "morele autoriteit" en een toegewijde democraat. Samen met collega-schrijvers als Heinrich Böll demonstreerde hij in 1984 tegen de plaatsing van Pershing raketten. Aan zijn universiteit in Tübingen, bleef hij verbonden als hoogleraar klassieke filologie. In 1963 creërde men voor hem een leerstoel algemene retoriek.

 

Uit: Frau Thomas Mann

 

Wer war Frau Thomas Mann? Wer war Katharina Pringsheim? Die Antwort auf die Fragen scheint einfach: Katia, wer denn sonst? Katia, die so bekannt ist wie Heinrich oder Golo, Erika oder Klaus. Eine Figur im Reich des Zauberers, seine engste Vertraute. «K.», die in Thomas Manns Tagebüchern als Mutter seiner Kinder, als seine Begleiterin und Ratgeberin, aber auch als Managerin eines ebenso erfolgreichen wie bedrohten Betriebs erscheint.

Katia, Ehefrau und Mutter – von Mann und Kindern aus gegebenem Anlass in Essays, Reden und brieflichen Huldigungen in ihrer Widersprüchlichkeit beschrieben. «Sie war eine «starke und naive Persönlichkeit», meinte Golo, ihrem Mann an «logisch-juristischer Intelligenz» überlegen und ge- legentlich aufbrausend: «sie hatte den Jähzorn ihres Vaters geerbt».

 

 

Cover

 

 

Katia, die Spiegelfigur, eine von außen betrachtete Gestalt: Wer war sie wirklich? Das «Zubehör» des Zauberers, der ohne seine Frau nicht arbeiten konnte? Gewiss. Aber Katia Mann war mehr: Zentrum einer  amazing family und Partner für Menschen, die Trost brauchten. Niemand kannte die Seelenlage ihres Mannes, Treue und Verlässlichkeit eines androgyn veranlagten Künstlers, so genau wie sie; niemand  wusste so viel von den Geheimnissen der Kinder; niemand beherrschte das Reglement der Diplomatie, von dessen strikter Befolgung das Wohl des  pater familias abhing, mit gleicher Perfektion wie Katharina, geb. Pringsheim, die schon als junges Mädchen von ihrer Mutter gelernt hatte, dass sich Strenge und Liberalität, Ordnung und Leidenschaft sehr wohl vereinen ließen . . . vorausgesetzt, man war intelligent. Und das traf für Katia Mann zu. (Der Zauberer wurde zornig, wenn er in Situationen geriet, in denen seine Frau ihm intellektuell überlegen war.)

Woher wir das wissen? Aus Katias Briefen, Hunderten von bisher unbekannten Schriftstücken, auf denen, als strukturierenden Elementen, unsere Biographie beruht.“

 

 

 

 

Walter Jens (Hamburg, 8 maart 1923)

18:55 Gepost door Romenu in Literatuur | Permalink | Commentaren (0) | Tags: walter jens, thomas mann, katia mann, romenu |  Facebook |

29-12-12

Stefan Brijs, Gilbert Adair, Paul Rudnick, William Gaddis

 

De Vlaamse schrijver Stefan Brijs werd geboren op 29 december 1969 in Genk. Zie ook alle tags voor Stefan Brijs op dit blog.

 

Uit: Post voor mevrouw Bromley

 

“Martin was veranderd. Dat viel me meteen op toen hij in de deuropening verscheen en opgewonden verkondigde dat het oorlog was. Het was woensdagochtend 5 augustus 1914. Ik zat te lezen in Paradise Lost. Zijn komst verraste me meer dan zijn woorden. Ik wist niet wat te zeggen.

‘Dat is verdomd goed nieuws, niet?’ vroeg hij, verbaasd dat ik zijn enthousiasme niet spontaan deelde, en als om me te overtuigen voegde hij eraan toe: ‘We zullen die Duitsers eens ’n lesje leren!’

Zijn stem was zwaarder geworden en hij praatte nog platter dan voorheen. Ook had hij meer kleur in zijn gezicht en op zijn hoofd stond een andere pet dan ik me herinnerde. Het muisgrijze, mouwloze vestje droeg hij nog wel, maar het zat een stuk strakker om zijn romp dan toen hij het van mij had

gekregen — zijn borst en schouders waren opmerkelijk breder geworden van het harde werk in de dokken. Maar verder was hij nog altijd even klein als de laatste keer dat we elkaar hadden

gezien, zowat een jaar eerder. Daarna was ik nog enkele keren bij hem thuis langsgegaan, maar hij was er nooit.

‘Hij is vast weer met die lui van Cunningham op pad,’ verontschuldigde zijn moeder zich dan in zijn plaats. ‘Straks komt ie weer vol schrammen en blauwe plekken thuis. Hij is geen haar beter dan Shakespeare.’

Shakespeare was de hond die Martin op een koude dag uit het Wenlock Basin had gehaald. Hij was als enige van een nest pups ontsnapt uit een jutezak, kort voor die helemaal onderging. Met gevaar voor eigen leven was Martin het donkere water in gesprongen en had hem gered van de verdrinkingsdood.

Shakespeare werd grootgebracht met melk van Martins moeder, die toen net van Molly en Poppy was bevallen. In een koffielepel, die ze onder haar tepel hield, liet mevrouw Bromley, iedere keer nadat ze een van de tweelingmeisjes had gezoogd, een paar druppels vallen, waarmee Martin en ik naar de toen nog slechts een vuistgrote pup liepen om hem te voeren.”

 

 

Stefan Brijs (Genk, 29 december 1969)

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18-11-12

Joost Zwagerman, Toon Tellegen, Klaus Mann, Seán Mac Falls, Richard Dehmel

 

De Nederlandse dichter en schrijver Joost Zwagerman werd geboren in Alkmaar op 18 november 1963. Zie ook alle tags voor Joost Zwagerman op dit blog.

 

Uit: Het wilde westen

 

“Jennen, treiteren, uitdagen
In de Volkskrant omschreef een politicoloog de favoriete activiteiten van de hooligan als 'elkaar jennen, treiteren en uitdagen'. De bewoordingen leggen onbedoeld de jarenlange onverschilligheid over de voetbalterreur bloot.
Officier van justitie:'U stak het slachtoffer Carlo Picornie neer op het grasland bij Beverwijk? Hoe zou u dat zelf omschrijven?'
Verdachte:'Dat wil ik geen geweldpleging of doodslag noemen, edelachtbare. Ik was hem gewoon aan het jennen met mijn mes. Daarna treiterde ik hem bij zijn halsslagader. Je mag iemand toch wel uitdagen?'
Officier:'Natuurlijk mag dat. Maar wilt u nooit meer naar bioscopen bellen en lelijke dingen zeggen?'
Het moeten merkwaardige tijden zijn voor de Nederlandse hooligan. Je vermaakt je sinds jaar en dag met het molesteren van je tegenstanders, de sloop van NS-treinen; met messentrekken en intimidatie, bedreiging van voetbaljournalisten, vernielen van auto's, cafés, en niet te vergeten met het oproepen tot haat en geweld. Niemand die je ooit écht een strobreed in de weg heeft gelegd. Hooguit loop je per abuis eens tegen een taakstrafje op, zodat je van een doorgetherapeutiseerde rechter een week lang auto’s moet wassen of de krant moet rondbrengen. Maar dan bel je als trotse bezitter van een crimineel curriculum vitae eens een keer een Utrechtse bioscoopexploitant op met de mededeling dat je de boel komt verbouwen zodra de 'jodenfilm' over Ajax wordt vertoond, en wat gebeurt er? Dán is ineens heel weldenkend Nederland in rep en roer. Alsof de Hakkelaar na een loopbaan van drugshandel, wapenbezit, liquidaties en ontvoering pas een kritieke grens passeert wanneer hij de uitbater van de Godfather IV met een oorveeg dreigt.
Zolang hooligans elkáár naar het leven staan is er kennelijk niets aan de hand. Dan leggen politie en justitie rondom voetbalvelden hagen van containers aan, sleuven van kooien waardoorheen de bloeddorstige supportlegers moeten worden geleid onder toezicht van stewards en ME'ers die een kruidenvrouwtjescursus 'Conflictbeheersing’ hebben gevolgd. Krakers, EU-demonstranten en ander rapaille zijn er om weg te knuppelen, de hooligan moet je 'begeleiden'. [..]
Ad Melkert waarschuwt nog één keer. Je voelt de siddering langs het ruggenmerg van de hooligan gaan.”

 

 

Joost Zwagerman (Alkmaar, 18 november 1963)

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09-11-12

Ivan Toergenjev, Erika Mann, Jan Decker, Anne Sexton

 

De Russische schrijver Ivan Sergejevitsj Toergenjev werd geboren op 9 november 1818 in Orjol, in de Oekraïne. Zie ook mijn blog van 9 november 2010 en eveneens alle tags voor Ivan Toergenjev op dit blog.

 

Uit: First Love (Vertaald door Constance Garnett)

 

“I was sixteen then. It happened in the summer of 1833.

I lived in Moscow with my parents. They had taken a country house for the summer near the Kalouga gate, facing the Neskutchny gardens. I was preparing for the university, but did not work much and was in no hurry.

No one interfered with my freedom. I did what I liked, especially after parting with my last tutor, a Frenchman who had never been able to get used to the idea that he had fallen ‘like a bomb’ (comme une bombe) into Russia, and would lie sluggishly in bed with an expression of exasperation on his face for days together. My father treated me with careless kindness; my mother scarcely noticed me, though she had no children except me; other cares completely absorbed her. My father, a man still young and very handsome, had married her from mercenary considerations; she was ten years older than he. My mother led a melancholy life; she was for ever agitated, jealous and angry, but not in my father’s presence; she was very much afraid of him, and he was severe, cold, and distant in his behaviour.... I have never seen a man more elaborately serene, self-confident, and commanding.

I shall never forget the first weeks I spent at the country house. The weather was magnificent; we left town on the 9th of May, on St. Nicholas’s day. I used to walk about in our garden, in the Neskutchny gardens, and beyond the town gates; I would take some book with me — Keidanov’s Course, for instance — but I rarely looked into it, and more often than anything declaimed verses aloud; I knew a great deal of poetry by heart; my blood was in a ferment and my heart ached — so sweetly and absurdly; I was all hope and anticipation, was a little frightened of something, and full of wonder at everything, and was on the tiptoe of expectation; my imagination played continually, fluttering rapidly about the same fancies, like martins about a bell-tower at dawn; I dreamed, was sad, even wept; but through the tears and through the sadness, inspired by a musical verse, or the beauty of evening, shot up like grass in spring the delicious sense of youth and effervescent life.

I had a horse to ride; I used to saddle it myself and set off alone for long rides, break into a rapid gallop and fancy myself a knight at a tournament. How gaily the wind whistled in my ears! or turning my face towards the sky, I would absorb its shining radiance and blue into my soul, that opened wide to welcome it.”

 

 

Ivan Toergenjev (9 november 1818 – 3 september 1883)

Portret door Arkady Nikitin, 1857

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29-09-12

Pé Hawinkels, Hristo Smirnenski, Elizabeth Gaskell, Miguel de Unamuno, Miguel de Cervantes

 

De Nederlandse dichter, schrijver, songwriter en vertaler Pé Hawinkels werd geboren op 29 september 1942 in Heerlen. Zie ook mijn blog van 29 september 2010 en eveneens alle tags voor Pé Hawinkels op dit blog.

 

Uit: Gemengde gevoelens

 

“Nijmegen, 16-12-'75

Beste Paul,

een aantal opmerkingen over je stuk ‘De twee auteurs van De Toverberg’, voor de prijzende adjektieven aan mijn adres waarin ik je gaarne dank zeg.

‘In 20 jaar lezen’ heb je ‘nog nooit, van niemand, de dringende aansporing gekregen toch vooral dit of dat meesterwerk van Mann te pakken te krijgen.’ Nu, dat ligt dan toch aan ‘the company you keep’: ik persoonlijk had vóór mijn vierentwintigste alle boeken van de grote Thomas gelezen, en mij heeft het daarbij geenszins ontbroken aan stimulans vanuit mijn culturele omgeving. Je vermoeden dat er met de Thomas Mannhausse iets ‘niet pluis’ is, is meer een diskwalificatie van bepaalde leesgewoontes dan van de herdenking in kwestie.

Dat ‘Mann ook allerminst een worstelaar met de taal’ is, ‘maar integendeel haar (al te) virtuoze meester’ is ook al zoiets. Ik weet wel, dat iedere vorm van virtuositeit iemand tegenwoordig kwalijk genomen wordt, dit waarschijnlijk in verband met de alles verziekende gelijkheidsmanie die momenteel allerwegen woekert zoals weleer de tering op de Toverberg, maar om te beginnen is meesterschap geen privilege van de ‘burgerlijke klasse’, wat jij impliciet beweert, en verder had ik, tijdens het vertalen van De Toverberg, nu net de indruk dat de enorme omslachtigheid, het verwoede streven naar volledigheid van uitdrukkingswijze dat Mann betracht, heel goed als een soort, zij het allerminst proletarisch of knullig, ‘worstelen met de taal’ aangemerkt zou kunnen worden: er spreekt namelijk mijns inziens een niet aflatend wantrouwen uit tegen de geldigheid van één formulering, één zegswijze of één beeld op zichzelf. Hiermee houdt ook de techniek van de Leitmotive verband: is deze in eerste instantie wellicht ‘muzikaal’, dient zij dus door middel van de min of meer letterlijke herhaling de identificatie, daar komt zeker bij dat de verwijzingen, herhalingen en Leitmotive elkaar en hun respektieve kontekst legitimeren, zoals de liefde van Hans Castorp voor Prisbislav Hippe zijn liefde voor Clawdia Chauchat legitimeert, en omgekeerd. Wie in deze ‘symfonische’ methodiek enkel en alleen een laatburgerlijk spelletje ziet, en niet de welbeschouwd democratische kunstgreep die het is, en die zich banaliter en onnauwkeurig zou laten omschrijven als ‘waar twee hetzelfde zeggen, is de waarheid in hun midden’, die raad ik persoonlijk aan toch nog eens goed te oefenen, voordat hij weer aan het kritiseren slaat.”

 

 

Pé Hawinkels (29 september 1942 – 16 augustus 1977)

Heerlen, Geleenstraat, begin jaren vijftig

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12-08-12

Thomas Mann

 

Op 12 augustus 1955 overleed de Duitse schrijver Thomas Mann. Zie ook mijn blog van 12 augustus 2010 en eveneens alle tags voor Thomas Mann op dit blog.

 

Uit: Der Zauberberg

 

„Kann man die Zeit erzählen, diese selbst, als solche, an und für sich? Wahrhaftig, nein, das wäre ein närrisches Unterfangen! Eine Erzählung, die ginge: "Die Zeit verfloß, sie verrann, es strömte die Zeit" und so immer fort, - das könnte gesunden Sinnes wohl niemand eine Erzählung nennen. Es wäre, als wollte man hirnverbrannterweise eine Stunde lang ein und denselben Ton oder Akkord aushalten und das - für Musik ausgeben. Denn die Erzählung gleicht der Musik darin, daß sie die Zeit erfüllt, sie "anständig ausfüllt", sie "einteilt" und macht, daß "etwas daran" und "etwas los damit" ist, - um mit der wehmütigen Pietät, die man Aussprüchen Verstorbener widmet, Gelegenheitsworte des seligen Joachim anzuführen: längst verklungene Worte, - wir wissen nicht, ob sich der Leser noch ganz im klaren darüber ist, wie lange verklungen. Die Zeit ist das Element der Erzählung, wie sie das Element des Lebens ist, - unlösbar damit verbunden, wie mit den Körpern im Raum. Sie ist auch das Element der Musik, als welche die Zeit mißt und gliedert, sie kurzweilig und kostbar auf einmal macht: verwandt hierin, wie gesagt, der Erzählung, die ebenfalls (und anders als das auf einmal leuchtend gegenwärtige und nur als Körper an die Zeit gebundene Werk der bildenden Kunst) nur als ein Nacheinander, nicht anders denn als ein Ablaufendes sich zu geben weiß, und selbst, wenn sie versuchen sollte, in jedem Augenblick ganz da zu sein, der Zeit zu ihrer Erscheinung bedarf.

Das liegt auf der flachen Hand. Daß aber hier ein Unterschied waltet, liegt ebenso offen.

 

 

Cover DVD

 

 

Das Zeitelement der Musik ist nur eines: ein Ausschnitt menschlicher Erdenzeit, in den sie sich ergießt, um ihn unsagbar zu adeln und zu erhöhen. Die Erzählung dagegen hat zweierlei Zeit: ihre eigene erstens, die musikalisch-reale, die ihren Ablauf, ihre Erscheinung bedingt; zweitens aber die ihres Inhalts, die perspektivisch ist, und zwar in so verschiedenem Maße, daß die imaginäre Zeit der Erzählung fast, ja völlig mit ihrer musikalischen zusammenfallen, sich aber auch sternenweit von ihr entfernen kann. Ein Musikstück des Namens 'Fünf-Minuten-Walzer' dauert fünf Minuten, - hierin und in nichts anderem besteht sein Verhältnis zur Zeit. Eine Erzählung aber, deren inhaltliche Zeitspanne fünf Minuten betrüge, könnte ihrerseits, vermöge außerordentlicher Gewissenhaftigkeit in der Erfüllung dieser fünf Minuten, das Tausendfache dauern - und dabei sehr kurzweilig sein, obgleich sie im Verhältnis zu ihrer imaginären Zeit sehr langweilig wäre. Andererseits ist möglich, daß die inhaltliche Zeit der Erzählung deren eigene Dauer verkürzungsweise ins Ungemessene übersteigt, - wir sagen "verkürzungsweise", um auf ein illusionäres oder, ganz deutlich zu sprechen, ein krankhaftes Element hinzudeuten, das hier offenbar einschlägig ist: sofern nämlich dieses Falls die Erzählung sich eines hermetischen Zaubers und einer zeitlichen Überperspektive bedient, die an gewisse anormale und deutlich ins Übersinnliche weisende Fälle der wirklichen Erfahrung erinnern.“

 

 

 

Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)

 

 

 

 

Zie voor de schrijvers van de 12e augustus ook mijn blog van 12 augustus 2011 deel 1 en eveneens deel 2.

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07-06-12

Orhan Pamuk, Monika Mann, Nikki Giovanni, Harry Crews, Louise Erdrich, Mascha Kaléko

 

De Turkse schrijver Orhan Pamuk werd geboren op 7 juni 1952 in Istanbul. Zie ook alle tags voor Orhan Pamuk op dit blog.

 

Uit: Snow (Vertaald door Maureen Freely)

 

„As he watched the snow fall outside his window, as slowly and silently as the snow in a dream, the traveler fell into a long-desired, long-awaited reverie; cleansed by memories of innocence and childhood, he succumbed to optimism and dared to believe himself at home in this world. Soon afterward, he felt something else that he had not known for quite a long time and fell asleep in his seat.
Let us take advantage of this lull to whisper a few biographical details. Although he had spent the last twelve years in political exile in Germany, our traveler had never been very much involved in politics. His real passion, his only thought, was for poetry. He was forty-two years old and single, never married. Although it might be hard to tell as he curled up in his seat, he was tall for a Turk, with brown hair and a pale complexion that had become even paler during this journey. He was shy and enjoyed being alone. Had he known what would happen soon after he fell asleep—with the swaying of the bus his head would come to lean first on his neighbor's shoulder and then on the man's chest—he would have been very much ashamed. For the traveler we see leaning on his neighbor is an honest and well-meaning man and full of melancholy, like those Chekhov characters so laden with virtues that they never know success in life. We'll have a lot to say about melancholy later on. But as he is not likely to remain asleep for very long in that awkward position, suffice it for now to say that the traveler's name is Kerim Alakusoglu, that he doesn't like this name but prefers to be called Ka (from his initials), and that I'll be doing the same in this book. Even as a schoolboy, our hero stubbornly insisted on writing Ka on his homework and exam papers; he signed Ka on university registration forms; and he took every opportunity to defend his right to continue to do so, even if it meant conflict with teachers and government officials. His mother, his family, and his friends all called him Ka, and, having also published some poetry collections under this name, he enjoyed a small enigmatic fame as Ka, both in Turkey and in Turkish circles in Germany.“

 

 

Orhan Pamuk (Istanbul, 7 juni 1952)

 

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06-06-12

Thomas Mann, Aleksandr Poesjkin, Lesley Blanch, Sarah Dessen

 

De Duitse schrijver Thomas Mann werd geboren in Lübeck op 6 juni 1875. Zie ook mijn blog van 6 juni 2010 en eveneens alle tags voor Thomas Mann op dit blog.

 

Uit: Tristan

 

„Hier ist >Einfried<, das Sanatorium! Weiß und geradlinig liegt es mit seinem langgestreckten Hauptgebäude und seinem Seitenflügel inmitten des weiten Gartens, der mit Grotten, Laubengängen und kleinen Pavillons aus Baumrinde ergötzlich ausgestattet ist, und hinter seinen Schieferdächern ragen tannengrün, massig und weich zerklüftet die Berge himmelan.

Nach wie vor leitet Doktor Leander die Anstalt. Mit seinem zweispitzigen schwarzen Bart, der hart und kraus ist wie das Roßhaar, mit dem man die Möbel stopft, seinen dicken, funkelnden Brillengläsern und diesem Aspekt eines Mannes, den die Wissenschaft gekältet, gehärtet und mit stillem, nachsichtigem Pessimismus erfüllt hat, hält er auf kurz angebundene und verschlossene Art die Leidenden in seinem Bann, — alle diese Individuen, die, zu schwach, sich selbst Gesetze zu geben und sie zu halten, ihm ihr Vermögen ausliefern, um sich von seiner Strenge stützen lassen zu dürfen.

Was Fräulein von Osterloh betrifft, so steht sie mit unermüdlicher Hingabe dem Haushalte vor. Mein Gott, wie tätig sie, treppauf und treppab, von einem Ende der Anstalt zum anderen eilt! Sie herrscht in Küche und Vorratskammer, sie klettert in den Wäscheschränken umher, sie kommandiert die Dienerschaft und bestellt unter den Gesichtspunkten der Sparsamkeit, der Hygiene, des Wohlgeschmacks und der äußeren Anmut den Tisch des Hauses, sie wirtschaftet mit einer rasenden Umsicht, und in ihrer extremen Tüchtigkeit liegt ein beständiger Vorwurf für die gesamte Männerwelt verborgen, von der noch niemand darauf verfallen ist, sie heimzuführen. Auf ihren Wangen aber glüht in zwei runden, karmoisinroten Flecken die unauslöschliche Hoffnung, dereinst Frau Doktor Leander zu werden…“

 

Manns werkkamer en schrijftafel, nu in het Thomas Mann Archiv in Zürich

 

 

Ozon und stille, stille Luft … für Lungenkranke ist >Einfried<, was Doktor Leanders Neider und Rivalen auch sagen mögen, aufs wärmste zu empfehlen. Aber es halten sich nicht nur Phthisiker, es halten sich Patienten aller Art, Herren, Damen und sogar Kinder hier auf: Doktor Leander hat auf den verschiedensten Gebieten Erfolge aufzuweisen. Es gibt hier gastrisch Leidende, wie die Magistratsrätin Spatz, die überdies an den Ohren krankt, Herrschaften mit Herzfehlern, Paralytiker, Rheumatiker und Nervöse in allen Zuständen. Ein diabetischer General verzehrt hier unter immerwährendem Murren seine Pension. Mehrere Herren mit entfleischten Gesichtern werfen auf jene unbeherrschte Art ihre Beine, die nichts Gutes bedeutet. Eine fünfzigjährige Dame, die Pastorin Höhlenrauch, die neunzehn Kinder zur Welt gebracht hat und absolut keines Gedankens mehr fähig ist, gelangt dennoch nicht zum Frieden, sondern irrt, von einer blöden Unrast getrieben, seit einem Jahre bereits am Arm ihrer Privatpflegerin starr und stumm, ziellos und unheimlich durch das ganze Haus.

Dann und wann stirbt jemand von den >Schweren<, die in ihren Zimmern liegen und nicht zu den Mahlzeiten noch im Konversationszimmer erscheinen, und niemand, selbst der Zimmernachbar nicht, erfährt etwas davon. In stiller Nacht wird der wächserne Gast beiseite geschafft, und ungestört nimmt das Treiben in >Einfried< seinen Fortgang, das Massieren, Elektrisieren und Injizieren, das Duschen, Baden, Turnen, Schwitzen und Inhalieren in den verschiedenen mit allen Errungenschaften der Neuzeit ausgestatteten Räumlichkeiten…“

 

 

Thomas Mann (6 juni 1875 - 12 augustus 1955)

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19-05-12

Karel van het Reve, Gijs IJlander, Jodi Picoult, Ruskin Bond

 

De Nederlandse letterkundige, vertaler, essayist, schrijver en columnist Karel van het Reve werd geboren in Amsterdam op 19 mei 1921. Zie ook alle tags voor Karel van het Reve op dit blog.

 

Uit: In die doos zat weer een doos. De artistieke functie van het kader-procédé

 

„Bovendien kan door de soort verteller die men kiest de achtergrond van het verhaal naar believen veranderd worden. C.F. Meyer vertelt de geschiedenis van Thomas Becket ‘nicht in unmittelbarer Darstellung (...), wo sie durch ihre Rätselhaftigkeit leicht verwirren könnte, sondern legt sie in den Mund eines schlichten und trauherzigen Schweizers, der sich von seinem unbeirrbaren Sittlichkeitsgefühl nicht ablenken lässt’. Zo noemt Thomas Mann de figuur van Serenus Zeitblom, die hij de geschiedenis van Adrian Leverkün laat vertellen ‘bitter notwendig, um eine gewisse Durchheiterung des düsteren Stoffes zu erzielen und mir selbst, wie dem Leser, seine Schrecknisse erträglich zu machen. Das Dämonische durch ein exemplarisch undämonisches Mittel gehen zu lassen, eine humanistisch fromme und schlichte, liebend verschreckte Seel mit seiner Darstellung zu beauftragen, war an sich eine komische Idee, entlastend gewissermassen, denn es erlaubte mir, die Erregung durch alles Direkte, Persönliche, Bekenntnishafte, das der unheimlichen Konzeption zu Grunde lag, ins Indirekte zu schieben und sie in der Verwirrung, dem Händezittern jener bangen Seele travestierend sich malen zu lassen’.

Nog een ander voordeel, dat met dit alles samenhangt: de auteur die zijn verhaal zelf vertelt wordt wel ‘de alles wetende schrijver’ genoemd. Gedachten, die de held nimmer aan enig levend wezen heeft toevertrouwd, zijn de auteur bekend. Het doosprocédé nu geeft de auteur gelegenheid zijn alwetendheid af te schuiven. De lezer kan op dit gebied geen eisen meer aan hem stellen. De auteur kan als hij dat wil zaken die door de lezer als zeer belangrijk worden gevoeld (beslissende gebeurtenissen in het leven van de held, zijn reacties daarop etc.) niettemin onbeschreven laten omdat de ‘ik’ er niet bij geweest is.

Deze groep technische voordelen vindt men bij vele varianten van het doosprocédé, al zijn ze niet overal gerealiseerd: de stijl van de vertellende Odysseus verschilt niet van die van de vertellende Homerus, de vertellers in de Decamerone hebben dezelfde stijl; menige ‘ik’ zegt dingen die wel degelijk de mening van de schrijver weergeven - kortom, deze aspecten van het procédé geven de auteur de mogelijkheid bepaalde effecten te bereiken, maar die effecten treden niet automatisch op.“

 

 

Karel van het Reve (19 mei 1921 – 4 maart 1999)

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