02-05-11

Gottfried Benn, Esther Freud, Novalis, James Holmes, Georges-Arthur Goldschmidt

 

De Duitse dichter en schrijver Gottfried Benn werd geboren in Mansfeld op 2 mei 1886. Zie ook mijn blog van 2 mei 2007 en ook mijn blog van 2 mei 2008 en ook mijn blog van 2 mei 2009 en ook mijn blog van 2 mei 2010.

 

 

Blaue Stunde

 

Ich trete in die dunkelblaue Stunde -
da ist der Flur, die Kette schließt sich zu
und nun im Raum ein Rot auf einem Munde
und eine Schale später Rosen - du!

Wir wissen beide, jene Worte,
die jeder oft zu anderen sprach und trug,
sind zwischen uns wie nichts und fehl am Orte:
Dies ist das Ganze und der letzte Zug.

Das Schweigende ist so weit vorgeschritten
und füllt den Raum und denkt sich selber zu
die Stunde - nichts gehofft und nichts gelitten -
mit ihrer Schale später Rosen - du.

Dein Haupt verfließt, ist weiß und will sich hüten,
indessen sammelt sich auf deinem Mund
die ganze Lust, der Purpur und die Blüten
aus deinem angeströmten Ahnengrund.

Du bist so weiß, man denkt, du wirst zerfallen
vor lauter Schnee, vor lauter Blütenlos,
todweiße Rosen Glied für Glied - Korallen
nur auf den Lippen, schwer und wundergroß.

Du bist so weich, du gibst von etwas Kunde,
von einem Glück aus Sinken und Gefahr
in einer blauen, dunkelblauen Stunde
und wenn sie ging, weiß keiner, ob sie war.

Ich frage dich, du bist doch eines andern,
was trägst du mir die späten Rosen zu?
Du sagst, die Träume gehn, die Stunden wandern,
was ist das alles: er und ich und du?

"Was sich erhebt, das will auch wieder enden,
was sich erlebt - wer weiß denn das genau,
die Kette schließt, man schweigt in diesen Wänden
und dort die Weite, hoch und dunkelblau."

 


Rosen

 

Wenn erst die Rosen verrinnen
aus Vasen oder vom Strauch
und ihr Entblättern beginnen,
fallen die Tränen auch.

Traum von der Stunden Dauer,
Wechsel und Wiederbeginn,
Traum - vor der Tiefe der Trauer:
blättern die Rosen hin.

Wahn von der Stunden Steigen
aller ins Auferstehn,
Wahn - vor dem Fallen, dem Schweigen:
wenn die Rosen vergehn.





Gottfried Benn (2 mei 1886 - 7 juli 1956)

Buste door Bernd Streiter

 

 

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Jurgis Baltrusaitis, Gisela Elsner, Franz Innerhofer, Jamal Abro

 

De Litouwse schrijver en vertaler Jurgis Baltrušaitis werd geboren op 2 mei 1873 in Paantvardys. Zie ook mijn blog van 2 mei 2007 en ook mijn blog van 2 mei 2008 en ook mijn blog van 2 mei 2009en ook mijn blog van 2 mei 2010.

 

 

 

TESTAMENT OF GRIEF

 

When pain assails your heart to tear it,

Your naked heart, its helpless prey,

Receive the gift of grief and bear it,

Soul of my dark departing day.

 

When times of torment strike unbidden,

With weeping eyes, through pain and stress,

You peer at mistery, dimly hidden:

God's ways are ways of deep distress...

 

We take the tasks that life enforces,

Grope to light its drabness bars

And raise the load of mundane courses

Up to the festival of stars.

 

And he, and only he, can sever

His ties with dust in throes of birth

Who loves the crown of thorns, forever

Renouncing all he owned on earth.

 

 

Vertaald door Ants Oras

 

 

 

MORNING SONGS

 

I

 

The dawn has caught fire ere the coming of day!

Night calls back her shadows to the ravines,

And in a pearly throng, in girdles of fire,

The caravans of the clouds depart...

 

Space is laid bare amid dewy valleys,

Distances have been moved aside into infinity, –

As though from God's heights, from deeps forbidden,

All the veils have fallen over all the world...

 

The bay has been aroused, the wave is growing,

It has thundered in wild fury,

And the stillness has been shattered like a resonant vessel,

In the great triumph of morning...

 

 

 

Vertaald door W. Edward Brown

 

 

 

 

Jurgis Baltrušaitis (2 mei 1873 – 3 januari 1944)

Portret door Leonid Osipovich Pasternak

 

 

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Angela Krauß, Clyde Fitch, John Galt, Jerome K. Jerome, Udo Steinke, Klaus Konjetzky

 

De Duitse dichteres en schrijfster Angela Kraußwerd geboren op 2 mei 1950 in Chemnitz. Zie ook mijn blog van 2 mei 2007 en ook mijn blog van 2 mei 2008 en ook mijn blog van 2 mei 2009 en ook mijn blog van 2 mei 2010.

 

Uit: Ich muß mein Herz üben

 

 

Im Osten Weidezäune im rechten Winkel zum Hang,

auch Vieh in der Stellung.

Im Süden die Alpen, scharf wie vom Faustkeil behauen.

Im Westen Rosetten von Autobahnen aus rosa Schaum,

hoch im Norden das Eis.

 

Ein blitzschnelles Abbild muß reichen.

 

 

 

Die Stoffe sind es,

Partikel mit Oberflächen,

dort beginnt es.

Fäden, Wimpern, Tentakel, Gräten.

Was schwindet, fasert aus –

Haare im All !

Selbst Kunststoffe zerfallen, vermehren

die Fasern des Erdmantels.

In Intervallen

schweben die Seekühe der Sehnsucht heran.

Sodann, nach hundert Millionen Jahren

(innerhalb eines einzigen Tages)

dreht sich das Ganze, es wechseln die Pole.

Gott steht auf der Spitze –

Hitze !

 

 

 

Angela Krauß (Chemnitz, 2 mei 1950)

 

 

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01-05-11

Guido Gezelle, Johano Strasser, Yasmina Reza, Joseph Heller, Yánnis Rítsos

 

De Vlaamse dichter Guido Gezelle werd geboren in Brugge op 1 mei 1830. Zie ook mijn blog van 1 mei 2010 en verder de tags voor Guido Gezelle.

 

 

Als de ziele luistert

 

Als de ziele luistert
spreekt het al een taal dat leeft,
't lijzigste gefluister
ook een taal en teken heeft:
blâren van de bomen
kouten met malkaar gezwind,
baren in de stromen
klappen luide en welgezind,
wind en wee en wolken,
wegelen van Gods heilige voet,
talen ende vertolken
't diep gedoken Woord zo zoet...
als de ziele luistert!

 

 

 

Terug

 

Scheef is de poorte, van
oudheid geweken;
zaâlrugde 't dak van
de schure; overal
stro op de zwepingen
zit er gesteken;
vodden beveursten het
huis en de stal.

Boven die vodden zijn
blommen gesprongen;
onder die vodden zit
volk en gezin:
blommen van vrede, zo
ouden, zo jongen,
blommen van buiten en
blommen van bin.

Daar is 't dat moeder zat;
daar is 't dat vader
vond die hem arbeid en
herte bracht; daar
knielden wij, kinderen,
handen te gader,
baden wij, kleinen en
groten te gaâr.

Daar is de schippe nog,
daar is de tange;
't ovenbuur staat daar, zo
't vroeger daar stond;
't hondekot staat daar, en...
- 't is al zo lange! -
Hoe is de naam van die
andere hond?

Ach, hoe verheugen mij,
ach, hoe verheffen
de oudere dagen mijn
diepste gemoed!
Is er wel iemand, die 't
ooit kon beseffen
wat gij, oud hof, mij nu
zegt, mij nu doet?

Zalige lieden, al
te argloze mensen,
weinig begeerdet gij,
groot was uw hert!
- Kon het maar helpen, met
wenen en wensen,
weer ate ik roggenbrood,
naast u, aan 't berd!

 

 

 

'k Hoore tuitend' hoornen

 

'k Hoore tuitend' hoornen en
de navond is nabij
voor mij:
de navond is nabij,
komt bij:
zegene u de Alderhoogste, want
de navond is nabij,
komt bij:
'k hoore tuitend' hoornen en
de navond is nabij,
voor mij!

 

 

 

Guido Gezelle (1 mei 1830 – 27 november 1899)

Beeld door Jules Lagae in Kortrijk

 

 

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Ignazio Silone, Antal Szerb, Aleksander Wat, Viktor Astafiev, Reinier van Genderen Stort

 

De Italiaanse schrijver Ignazio Silone werd geboren op 1 mei 1900 in Pescina dei Marsi. Zie ook mijn blog van 1 mei 2010 en verder de tags voor Ignazio Silone.

 

Uit: Wein und Brot (Vertaald door Hanna Dehio)

 

Magascià unterbrach die Vorlesung. Da ihm allgemein gehaltene Ausdrücke nicht gefielen, wollte er die genaue Summe wissen, die die anderen Völker bezahlen würden, um unseren Regierungschef zu erwerben.
»Das ist nur eine Redewendung«, sagte die Lehrerin.
»Wenn es sich um Einkauf und Verkauf handelt, gibt es keine Redewendungen«, widersprach Magascià. »Wollen sie zahlen oder nicht? Und wenn sie zahlen wollen, wieviel bieten sie?«
Die Lehrerin wiederholte ärgerlich, es sei nur eine Redewendung.
»Dann stimmt es also nicht, daß sie ihn kaufen wollen«, sagte Magascià. »Und wenn es nicht stimmt, warum steht denn da, daß sie wer weiß wieviel bezahlen würden.«
Auch Sciatàp wünschte eine genaue Auskunft.
»Würden sie in bar bezahlen oder mit einem Wechsel?« fragte er. Die Lehrerin warf dem Priester einen Blick zu, wie um zu sagen: »Sehen Sie, mit was für Menschen man es hier zu tun hat?«
Der nächste Abschnitt behandelte die AgrarbevöIkerung.
»Wer ist die Agrarbevölkerung?« wollte einer der Zuhörer wissen.
»Ihr selbst«, sagte die Lehrerin ungeduldig. »Das habe ich euch doch schon hundertmal erklärt.«
Mehrere Männer lachten
»Wir sind die Agrarbevölkerung und wissen es gar nicht«, sagten sie.
Die Lehrerin las weiter:
»Die Revolution der Agrarbevölkerung hat ihre Ziele auf der ganzen Linie erreicht ... « »Auf was für einer Linie?« fragte einer. »Auf der Eisenbahnlinie?«
»Wenn wir die Agrarbevölkerung sind«, fragte Sciatàp, » haben wir dann diese Revolution gemacht?«
»Jawohl«, sagte die Lehrerin. »Du hast einen guten Verstand.«
»Aber was haben wir denn für eine Revolution gemacht?«
»Das ist hier im geistigen Sinne gemeint«, sagte die Lehrerin.
Sciatàp wollte nicht unwissend erscheinen und tat, als hätte er alles verstanden, aber Magascià gab sich nicht zufrieden.“

 

 


Ignazio Silone
(1 mei 1900 – 22 augustus 1978)

 

 

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Alexej Chomjakov, Marcel Prévost, Konrad Weiß, Joseph Addison, José Martiniano de Alencar, Jean de Joinville

 

De Russische dichter, schrijver, filosoof en theoloog Alexej Stepanovitsj Chomjakov werd geboren op 1 mei 1804 in Moskou. Zie ook mijn blog van 1 mei 2010.

 

 

Dawn

 

A timeless borderline you are
That God twixt night and day put down;
He clothed you in a scarlet gown,
He gave you a companion in the morning star.
When in the heavenly azure
You give off light and calmly fade,
I look at you and ruminate:
We are like you, the Dawn of day—
A mix of blazing flames and cold,
Of heaven and the underworld,
A blend of light and shadows grey.

 

 

 

Vertaald door Dmitry Shatalov

 

 

 

Alexej Chomjakov (1 mei  1804 – 5 oktober 1860)

 

 

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30-04-11

Jeroen Brouwers, Alexander Osang, Luise Rinser, Ulla Hahn

 

De Nederlandse schrijver Jeroen Brouwers werd geboren op 30 april 1940 in Batavia, de hoofdstad van het voormalige Nederlands-Indië (tegenwoordig Djakarta, Indonesië). Zie ook mijn blog van 30 april 2007 en ook mijn blog van 30 april 2008 en ook mijn blog van 30 april 2009 en ook mijn blog van 30 april 2010.

 

Uit: Bittere bloemen

 

„Daar ligt hij, achterover in de linnen dekstoel.
    Wij zijn aan boord van het cruiseschip Carta Mundi, in het begin van de middag zal het aanmeren in Ajaccio.
    Met een schrikbeweging, waarbij zijn linkerarm van de stoelleuning valt, lijkt hij uit zijn dommel te ontwaken, maar hij slaapt verder, smakkend, dromend.
    Zo ziet hij nu opeens zichzelf zoals hij er een jaar of vijfentwintig, dertig geleden uitzag met zijn toen al witte haar en met de volle snor die hij destijds nog had, de uiteinden in omhooggedraaide punten en niet meeverkleurd met de rest van zijn lichaamsbeharing, de snor, dankbaar object voor karikaturisten, was rossig gebleven, tegen het oranje aan, misschien door de tabaksrook die er al decennia doorheen trok.
    Hij staat op een blauwachtig stoffig tapijt in een vertrek naar boven te kijken, zijn hoofd zo ver en zo lang achterover dat hij pijn in zijn nek begint te voelen. Het is het bizarste plafond dat hij ooit heeft gezien en waar hij, zijn mond wijd open, zijn ogen niet van af kan houden. Een gekrioel van gipsen lichaamsdelen, die uit de zoldering omlaag steken: – alsof een verdieping hoger een gezelschap verkluwd is geweest in een stoei- of vechtpartij op een vloer van gummi, waar ze met hun ledematen doorheen zijn gestoten en zo voorgoed verstard. Een plafond dat bestaat uit tevoorschijn komende vingertoppen, vingers, handen, armen, ellebogen, tenen, voeten, knieën, benen, gezichten, hoofden. Alles ooit vanillewit geschilderd, maar intussen vaalzwart geworden, hier en daar is de kalk gebarsten, sommige lichaamsdelen zijn beschadigd en niet hersteld, er hebben zich stofproppen en spinragflarden tussen gevormd, die daar kennelijk al eeuwen hangen. Een onderkomen kunstwerk, zoals alles in dit museum, een voormalig paleis, te beginnen met het gebouw zelf, een onderkomen indruk maakt, op dezelfde wijze verstoft, verwaarloosd, aan zijn lot overgelaten als het stadje waar hij enkele uren verblijft.

 

 

 

Jeroen Brouwers (Batavia, 30 april 1940)

 

 

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John Boyne, Annie Dillard, Barbara Seranella, Jaroslav Hašek, David Zane Mairowitz

 

De Ierse schrijver John Boyne werd geboren in Dublin op 30 april 1971. Zie ook mijn blog van 30 april 2007 en ook mijn blog van 30 april 2008 en ook mijn blog van 30 april 2009 en ook mijn blog van 30 april 2010.

 

Uit: Der Junge im gestreieften Pyjama (Vertaald door Brigitte Jakobeit)

 

„Eines Nachmittags kam Bruno von der Schule nach Hause und staunte nicht schlecht, als Maria, das Dienstmädchen der Familie, das den Kopf immer gesenkt hielt und nie vom Teppich aufblickte, in seinem Zimmer stand und seine Sachen aus dem Schrank in vier große Holzkisten packte, auch die ganz hinten versteckten, die nur ihm gehörten und keinen etwas angingen.

»Was machst du da?«, fragte er so höflich er konnte, denn es passte ihm zwar nicht, nach Hause zu kommen und jemanden in seinen Sachen herumwühlen zu sehen, aber Mutter hatte ihm stets gesagt, er müsse Maria respektvoll behandeln und dürfe nicht einfach Vater nachahmen und so mit ihr reden wie er. »Lass die Finger von meinen Sachen.«

Maria schüttelte den Kopf und zeigte über ihn hinweg zum Treppenaufgang, wo Brunos Mutter soeben erschienen war. Sie war eine große Frau mit langen roten Haaren, die sie hinten am Kopf in einem Netz bündelte und sich jetzt nervös die Hände rieb, als läge ihr etwas auf dem Herzen, das sie nur ungern sagte und am liebsten nicht glauben wollte.

»Mutter«, sagte Bruno und ging auf sie zu.

»Was ist los? Was sucht Maria in meinen Sachen?«

»Maria packt sie«, erklärte ihm Mutter.

»Packt sie?«, fragte er und überdachte rasch die Ereignisse der letzten Tage, um herauszufinden, ob er vielleicht sehr unartig gewesen war oder Wörter laut gesagt hatte, die er nicht benutzen durfte, und deswegen jetzt fortgeschickt wurde. Aber ihm fiel nichts ein. Im Gegenteil, in den letzten paar Tagen hatte er sich allen gegenüber sehr freundlich verhalten, und er konnte sich nicht entsinnen, irgendwann Unruhe gestiftet zu haben. »Warum?«, fragte er. »Was habe ich getan?«

Mutter war mittlerweile ins Elternschlafzimmer gegangen, aber dort war Lars, der Diener,ebenfalls am Packen.“

 

 

 

John Boyne (Dublin, 30 april 1971)

 

 

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29-04-11

Konstantínos Petros Kaváfis, Bernhard Setzwein, Walter Kempowski

 

De Griekse dichter Konstantínos Petros Kaváfis werd geboren te Alexandrië (Egypte) op 29 april 1863. Zie ook mijn blog van 29 april 2007 en mijn blog van 3 mei 2006. en ook mijn blog van 29 april 2008 en ook mijn blog van 29 april 2009 en ook mijn blog van 29 april 2010.

 

 

Antonius door zijn god verlaten

 

Wanneer, om middernacht, je plotseling
een onzichtbare stoet voorbij hoort trekken
met stemmen en betoverende muziek –
treur dan niet nutteloos om je fortuin
die van je wijkt, je werken die mislukten,
je plannen voor het leven die allemaal illusies bleken.
Je moet, als was je lang voorbereid en moedig,
vaarwel zeggen aan het Alexandrië dat jou verlaat.
Bedrieg vooral jezelf niet, zeg niet dat
het een droom was, dat je gehoor je misleidde:
laat zo’n vergeefse hoop niet tot je toe.
Je moet, als was je lang voorbereid en moedig,
zoals jou, die zo’n stad vergund was, past,
beheerst naar het venster toegaan
en luisteren, met ontroering, niet met
lafhartig klagen en jammeren, in een laatst genieten,
naar de klank der betoverende instrumenten
van de geheime stoet die voorbijtrekt,
en vaarwel zeggen aan het Alexandrië dat je verliest.

 

 

 

 

HUNC DEORUM TEMPLA

 

Oude blinde vrouw, was jij in t geheim heiden?

Of was je christen? Je woord

dat waar is gebleken dat hij die luid

toegejuicht aankwam in Vienne, de roemvolle

Caesar Julianos, was voorbestemd

de heiligdommen van de (valse) goden te dienen

je woord dat waar is gebleken, sprak jij,

oude blinde vrouw, het met verdriet

zoals ik het wil zien of, verdorvene!, met vreugde?

 

 

 

Vertaald door Hans Warren en Mario Molegraaf

 

 

 

At The Cafe Door

 

Something they said beside me
made me look toward the cafe door,
and I saw that lovely body which seemed
as though Eros in his mastery had fashioned it,
joyfully shaping its well-formed limbs,
moulding its tall build,
shaping its face tenderly,
and leaving, with a touch of the fingers,
a particular impression on the brow, the eyes, the lips.

 

 

 

Vertaald door George Barbanis

 

 

 


K. P. Kaváfis (29 april 1863 – 29 april 1923)

 

 

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Bjarne Reuter, Alejandra Pizarnik, Humphrey Carpenter, Kurt Pinthus

 

De Deense schrijver Bjarne Reuter werd geboren op 29 april 1950 in Brønshøj. Zie ook mijn blog van 29 april 2008en ook mijn blog van 29 april 2009en ook mijn blog van 29 april 2010.

 

Uit: Der Lügner von Umbrien (Vertaald door Knut Krüger)

 

“Der Sargdeckel glitt zu Seite. Giuseppe trocknete sich die Oberlippe. Am Geruch erkannte er, dass es sich um keine frische Leiche handelte. Das Fleisch war aufgezehrt, sodass sich die Würmer längst anderer Nahrung zugewandt hatten. Allerdings hatten die Hinterbliebenen den Sarg mit duftenden Blumen und getrockneten Kräutern versehen. Ein vielversprechendes Zeichen, welches das Entfernen der Leichenkleider zu einem umso größeren Vergnügen
machen würde.
Es handelte sich um eine Frau mittleren Alters. Klein von Gestalt mit einem wohlgeformten bräunlichen Schädel, der neben den typischen Zeichen der Syphilis eine Deformierung des Stirnbeins sowie Spuren einer gewaltigen Zahnfleischentzündung aufwies, die vermutlich auf eine falsche Quecksilberbehandlung zurückzuführen war. Giuseppe sagte sich, dass sie zu Lebzeiten schön gewesen sein musste. Obwohl nur noch die Knochen übrig waren, strahlte sie immer noch einen Rest Weiblichkeit aus.
"Das ist die einzige Frau, die du noch entkleiden darfst, alter Bock."
"Ein bisschen mehr Achtung vor den Toten, wenn ich bitten darf."
"Ach, jetzt kehrt er den Moralapostel heraus. Was hat der Teufel im Kloster zu suchen?"
"Jede Arbeit hat ihre eigene Ethik. Das solltest du wissen, Rinaldo."
"Das sagt er, der die Totenruhe stört."
"Wenn die Diebe Moral predigen, lauscht selbst der taube Bettler."
"Vorlaut und eingebildet. Du hast die Lüge schon mit der Muttermilch aufgesogen."
"Lass meine Mutter aus dem Spiel."

 

 

 
Bjarne Reuter (Brønshøj, 29 april 1950)

  

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28-04-11

Roberto Bolaño, Harper Lee, Karl Kraus, Nezahualcóyotl, Auguste Barbier

 

De Chileense schrijver Roberto Bolaño werd geboren op 28 april 1953 in Santiago de Chile. Zie ook mijn blog van 28 april 2009 en ook mijn blog van 28 april 2010.

 

Uit: 2666 (Vertaald door Christina Hansen)

 

Die Tote lag auf einer kleinen Brache in der Siedlung Las Flores. Sie trug ein weißes, langärmliges Hemd und einen gelben, knielangen Rock höherer Konfektionsgröße. Spielende Kinder hatten sie gefunden und ihre Eltern benachrichtigt. Eine der Mütter verständigte die Polizei, die eine halbe Stunde später eintraf. Die Brache grenzte an die Straßen Peláez und Hermanos Chacón und reichte bis zu einem Abwassergraben, hinter dem sich die Mauern einer verlassenen und schon verfallenen Molkerei erhoben. Die Straße war menschenleer, weshalb die Polizisten zuerst dachten, jemand habe sich einen Scherz erlaubt. Dennoch parkten sie ihren Streifenwagen in der Calle Peláez, und einer der Beamten sah sich auf der Brachfläche um. Nach kurzer Zeit entdeckte er zwei Frauen, die mit verhüllten Köpfen betend zwischen den Sträuchern knieten. Von weitem sahen sie aus wie alte Frauen, aber das täuschte. Vor ihnen lag die Leiche. Ohne sie zu stören, machte der Polizist auf demselben Weg kehrt und winkte seinen Kollegen heran, der rauchend im Wagen auf ihn wartete. Dann gingen beide (der aus dem Auto mit gezückter Pistole) wieder zurück zu den Frauen, blieben neben ihnen stehen und betrachteten die Leiche. Der mit der gezückten Pistole fragte, ob sie die Tote kennen würden. Nein, Señor, sagte die eine. Wir haben sie noch nie gesehen. Die ist nicht von hier.
Das geschah 1993. Januar 1993. Seit diesem Vorfall begann man, die Frauenmorde zu zählen. Vermutlich hatte es schon vorher Morde gegeben. Die erste Tote hieß Esperanza Gómez Saldaña und war dreizehn Jahre alt. Vermutlich war sie nicht die Erste. Vielleicht aus Bequemlichkeit, weil sie das erste Mordopfer des Jahres 1993 war, führt sie die Liste an.“

 

 

 

Roberto Bolaño (28 april 1953 – 15 juli 2003)

 

 

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Ğabdulla Tuqay, Charles Cotton, Bruno Apitz, Aart G. Broek

 

De Tataarse dichter Ğabdulla Tuqay werd geboren op 28 april 1886 in Qoşlawıç in Kazan, Rusland (tegenwoordig Tatarstan). Zie ook mijn blog van 28 april 2007 en ook mijn blog van 28 april 2008 en ook mijn blog van 28 april 2009 en ook mijn blog van 28 april 2010.

 

 

God the Great

 

Oh worthy, oh precious, oh young child without sin!

HIS compassion is very deep, rely always on God!

Oh God! Show me in this world a bright path;

HE is merciful, has more compassion than your father or mother!

Your soul is still pure; no impure thought has entered it,

Your pure tongue has never used unfitting words.

Both your soul and your body are clean, all your body is clean!

You are the crumb of an angel; your face is pure white!

Pray, free of all ties kneel towards Kibla[8],

Know that from a pure soul there is a straight path to the Throne of God!

Oh worthy, oh precious, oh young child without sin!

HIS compassion is very deep, rely always on God!

 

 

 

 

The Twentieth Century

 

This has been the century of science and capability,
This has been the century of ascending humanity,
But the events demonstrate that, indeed,
This has been the century of evil and depravity.

 

 

 

 

Ğabdulla Tuqay (28 april 1886 – 15 april 1913)

Mozaïek in het metrostation van Kazan

 

 

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27-04-11

Edwin Morgan, Cecil Day Lewis, August Wilson, Fethullah Gülen, Martin Gray

 

De Schotse dichter en vertaler Edwin Morgan werd geboren in Glasgow op 27 april 1920. Zie ook mijn blog van 27 april 2007 en ook mijn blog van 27 april 2008 en ook mijn blog van 27 april 2009 en ook mijn blog van 27 april 2010.  Edwin Morgan overleed op 19 augustus van het afgelopen jaar op 90-jarige leeftijd..

 

 

The Demon Sings

 

O to be an angel

Do whatever you're told

Preen each other's wingtips
Grin your set of gold

 

I'd rather be a demon

Ploughing through the glaur

Whistling to my fellows

What against is for

 

Against is not for nothing

Against is drive a nail

Against is draw a crown down

Fill a quaich with hail

 

So hail to all high water

The maelstrom and the pit

You'll never hear a harpstring

If we can smuggle it

 

Away from the high heavens

And tease it out to bind

Every gasping evangelist

Right out of his mind

 

For we are merry dancers

Through curtains of the dark
Feel us hear us fear us

When the dark begins to spark!

 

 

 

 

The Macaw

 

A singing macaw called Novello

Kept calling his blue feathers yellow.

'No, I'm not colour-blind,

For it's all in the mind,

Like the deep green voice of my cello.'

 

 

 

 

Edwin Morgan (27 april 1920 -19 augustus 2010)

 

 

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Astrid Roemer, Hovhannes Shiraz, August Becker, Jules Lemaître, Mary Wollstonecraft, Hans Bemmann

 

De Surinaamse dichteres en schrijfster Astrid Roemer werd in Paramaribo geboren op 27 april 1947. Zie ook mijn blog van 27 april 2007 en ook mijn blog van 27 april 2008 en ook mijn blog van 27 april 2009en ook mijn blog van 27 april 2010.

 

 

Mei-mijmering

 

Vaak was het een vogel
en soms een citroen
ook hele seizoenen van sneeuw tot
viooltjes in het groen. Ze zei vastberaden:
zo ontruim ik mijn tuin. En stukje bij stukje
verdween al haar puin.

 

Ook ik ben aanwezig in verzamelde
momenten. Ik lijk op de wereld van de oude
dame en haar prenten. Een engel. Een mens. Een beest.
Een bloem. Net als het heelal stroom
ik langs: ssst-pats-boem!
Precies als haar vergezichten bekoor ik het oog:
een geordende inval van blauw, groen en rood
van wit en van geel van licht en van donker
van vuur en van as
van zout en van zuur van goud
en van zilver van platina, lood:
zolang jij mij aankijkt ben ik nog niet dood...

 

Scheurend en plakkend duidt M. ons bestaan - hoewel
haar vingers verstijven - loepzuiver aan.

 

 

 

Septemberbries

 

Hier heeft ze geleefd.
Hier is ze gestorven.
Achter het hek is het allemaal gebeurd.
Nu wonen er mensen die mij niet kennen.
Geblinddoekt kan ik door hun kamers rennen.
De rozen. Kijk rozen: ik herken nog haar geur!

 

Een moeder blijft altijd. Dat wil je als kind. Want vader
die gaat en die komt als een vrind. Moeder is ziek
terwijl narcissen bloeien. Terwijl in de tuin paps
het gras loopt te snoeien. Kijk, daar lag een speel
veld. En daar stond mijn strandwagen. Beschilderd
met bloemen door mams mooie handen.

 

En hoe was het afscheid had ik van jou willen weten.
En of je haar ook een slotbrief hebt geschreven.

 

 

 

 

Astrid Roemer (Paramaribo, 27 april 1947)

 

 

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