04-05-11

Amos Oz, Christiaan Weijts, Monika van Paemel, Graham Swift

 

De Israëlische schrijver Amos Oz, (eig. Amos Klausner) werd geboren in Jeruzalem op 4 mei 1939. Zie ook mijn blog van 4 mei 2010 en verder de tags voor Amos Oz op deze blog.

 

Uit: Eine wahre Geschichte über Liebe und Abenteuer (Vertaald door Mirjam Pressler)

 

“Am Schabbat vormittag, hieß es, würden alle Delegierten der Vollversammlung an einem Ort namens Lake Success zusammenkommen und über unser Schicksal entscheiden: "Wem Leben und wem Untergang beschieden ist!" sagte Herr Abramsky. Frau Tosia Krochmal holte unterdessen die Verlängerungsschnur der elektrischen Nähmaschine aus der Puppenklinik ihres Mannes, damit die Lembergs ihr schweres schwarzes Rundfunkgerät hinaustragen und auf den Balkontisch stellen konnten. (Es war das einzige Radiogerät in der Amos-Straße, wenn nicht das einzige in ganz Kerem Avraham.) Dort, auf dem Balkon der Lembergs, würde man das Gerät auf volle Lautstärke drehen, und wir alle würden uns versammeln - bei den Lembergs, im Hof, auf der Straße, auf dem Balkon der Wohnung über ihnen und den Balkonen gegenüber, und so könnte die ganze Straße die "laufende Sendung" mithören (so nannte man damals auf hebräisch die Direktübertragung), damit wir erführen, wie die Entscheidung ausfiele und was die Zukunft für uns bereithielte ("wenn es nach diesem Schabbat überhaupt noch eine Zukunft gibt").

"Lake Success", sagte Vater, "bedeutet übersetzt 'See des Erfolgs', das heißt, es ist das Gegenteil von dem Tränenmeer, das für Bialik das Schicksal unseres Volkes symbolisiert. Und Eurer Hoheit", fügte er hinzu, "werden wir diesmal entschieden erlauben, an dem Ereignis teilzunehmen, im Rahmen der neuen Position von Eurer Hoheit als Zeitungsleser par excellence und als militärischer und politischer Kommentator."

Mutter sagte: "Ja, aber mit Pullover. Es ist schon kalt."

Doch am Schabbat morgen stellten wir fest, daß die schicksalsentscheidende Beratung, die in Lake Success für nachmittags anberaumt war, bei uns erst am Schabbatausgang beginnen würde, wegen des Zeitunterschieds zwischen New York und Jerusalem. Oder vielleicht auch, weil Jerusalem ein so entlegener Ort war, fernab der großen Welt, hinter den Bergen und in weiter Ferne, so daß alles, was in der großen Welt geschah, zu uns immer nur als schwacher Widerhall drang, als blasses Echo eines Echos, und selbst das immer mit erheblicher Verspätung. Die Abstimmung, so rechnete man bei uns aus, würde nach Jerusalemer Zeit erst sehr spät stattfinden, kurz vor Mitternacht, zu einer Uhrzeit, an der dieser Junge längst im Bett sein müsse, denn auch morgen müsse man ja aufstehen und zur Schule gehen.”

 

 

 

Amos Oz (Jeruzalem, 4 mei 1939)

Een jonge Amos Oz 

 

 

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David Guterson, Werner Fritsch, Jan Mulder, Olia Lialina, Ishita Bhaduri

 

De Amerikaanse schrijver David Gutersonwerd geboren op 4 mei 1956 in Seattle. Zie ook mijn blog van 4 mei 2008 en ook mijn blog van 4 mei 2009 en ook mijn blog van 4 mei 2010.

 

Uit: The Other

 

“John William had a Chevrolet Impala with cream paint and a vinyl top. His parents bought it new in '67 and drove it for five years before handing him the keys, and it was this Impala that we used, as frequently as we could, to light out for the territories -- to light out with all the subtext of escape implied by that phrase from Huck Finn. Before we were nineteen, we had already climbed Mount Saint Helens (before it famously blew), Mount Rainier, Mount Baker, and Mount Adams -- in short, we were mountaineers at an early and reckless age. We'd hiked beside the ocean from Point of the Arches to the Quillayute Needles, and we'd seen the Pickets in the North Cascades, and the range above the Hoh now known as the Valhallas but back then still called the Pleiades. That Impala served us well. Once, near Yellow Bluff, on State Route 109, along the coast, John William pulled over to face the breaking waves and told me that here, where we were now sitting, looking at the ocean on a summer afternoon, something had happened which he remembered in detail from five years earlier -- from the year when his mother, Ginnie Barry, landed in a psych ward.

In the spring John William was telling me about -- the spring of '67 -- she'd become obsessed with Ralph Nader's "Unsafe at Any Speed" and wouldn't eat in restaurants because of DDT and BHC. She kept a copy of New and Nonofficial Drugs on her bedside table and became an expert on adrenal glands. She was forty-six, and she'd lost weight to the point where her blouses and jackets hung from her prominent clavicles like sheets. She stayed in bed a lot, with her face sandwiched between fat pillows, worrying, she told John William, that the prevailing winds had driven nuclear radiation toward Seattle from H-bomb test islands in the South Pacific.”

 

 

 

David Guterson (Seattle, 4 mei 1956)

 

 

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Gerlind Reinshagen, Jacques Lanzmann, Maxence Van der Meersch, Wilhelm Lehmann

 

De Duitse schrijfster Gerlind Reinshagen werd geboren op 4 mei 1926 in Königsberg. Zie ook mijn blog van 4 mei 2009 en ook mijn blog van 4 mei 2010.

 

Uit: Sonntagskinder

 

Am Fenster. Lona strickt, von Zeit zu Zeit hinaussehend. Elsie schleicht sich an, hält ihr die Augen zu.
Elsie
Jetzt geht er vorbei, und du kannst ihn nicht sehn!
Lona
Zu spät, Elsie, er ist gerade durch.
Elsie
Und wenn er plötzlich umdreht und zurückkommt!
Lona
Das liegt ihm nicht. Er geht ums Carrée, wie immer. Also spar dir die Mühe. Ich würd’s auch spüren, irgendwie magnetisch, wenn er käme …
Elsie
Tatsächlich! Da kommt er zurück und starrt uns ins Fenster. Gleich wird es springen!
Lona
reißt Elsies Hände von den Augen: Was? Wirklich? Enttäuscht. Ach, es ist bloß der General!
Elsie
General Belius mit Frau Anna-Sophie. Ich nenn sie »Maria-Theresia«! t,t,t! Der Vater sagt, er hätt das Pulver nicht erfunden, aber sie dafür das Kinderkriegen.
Lona
Ich finde, er hat wunderbare blaue Augen.
Elsie
schlägt ihr Geschichtsbuch auf: Er hat was von Moltke … meinst du nicht?
Lona
zeigt hinaus, schreit: Almuth! Almuth mit Pelzkragen! Mitten im Sommer!
Elsie
Ich würd gern wissen, ob eventuell die gleichen Menschen
(17)
immer wiederkommen, Lona, alle die von früher … nur in anderen Kleidern …
Lona
Ich hab immer gedacht, sie schnappt nochmal über, die Almuth, und mitten im Sommer!!
Elsie
Die Inder sagen, daß man immer wiederkommt, in allen möglichen Gestalten, was glaubst du, Lona? Hörst du mir zu? Lona, du bist ja ganz rot geworden! Sie sieht auf die Straße. Ah, der Herzallerliebste, Herbert Nickel! Sie blättert wieder in ihrem Buch, hält es Lona vor die Nase. Der kleine Bonaparte!“

 

 

Gerlind Reinshagen (Königsberg, 4 mei 1926)

 

 

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03-05-11

Jehuda Amichai, Erik Lindner, Ben Elton, Johan de Boose

 

De Duits-Israëlische dichter en schrijver Jehuda Amichai werd op 3 mei 1924 geboren in Würzburg. Zie ook mijn blog van 3 mei 2007 en ook mijn blog van 3 mei 2008 en ook mijn blog van 3 mei 2009 en ook mijn blog van 3 mei 2010.

 

 

A Jewish Cemetery In Germany 

 

On a little hill amid fertile fields lies a small cemetery,

a Jewish cemetery behind a rusty gate, hidden by shrubs,

abandoned and forgotten. Neither the sound of prayer

nor the voice of lamentation is heard there

for the dead praise not the Lord.

Only the voices of our children ring out, seeking graves

and cheering

each time they find one--like mushrooms in the forest, like

wild strawberries.

Here's another grave! There's the name of my mother's

mothers, and a name from the last century. And here's a name,

and there! And as I was about to brush the moss from the name--

Look! an open hand engraved on the tombstone, the grave

of a kohen,

his fingers splayed in a spasm of holiness and blessing,

and here's a grave concealed by a thicket of berries

that has to be brushed aside like a shock of hair

from the face of a beautiful beloved woman.

 

 


Vertaald door Chana Bloch en Chana Kronfeld

 

 

 

Het eeuwige mysterie

 

Het eeuwige mysterie van roeiriemen

die naar achteren slaan, en de boot vaart naar voren,

zo slaan onze handelingen en woorden naar het verleden,

zodat het lichaam, met de mens erin, vooruit beweegt.

Ik zat een keer bij de kapper, in een stoel, vlak aan de straat

en ik zag in de grote spiegel mensen op me af komen,

en opeens waren ze er niet meer, opgeslokt door de leegte

naast de grote spiegel.

 

 

En het eeuwige mysterie van zonsondergang in zee:

zelfs een natuurkundige, die beter weet, zegt:

kijk, de zon gaat onder in de zee, rood en prachtig.

 

Of het mysterie van woorden als,

'Ik zou je vader wel kunnen zijn', of

'Wat was ik aan het doen, vandaag een jaar geleden?'

en andere dergelijke woorden.

 

 

Vertaald door Tamir Herzberg

 

 

 

DIR

 

Wie ein Säugling, der sich mit Essen beschmiert,

will ich mich beschmieren mit den Problemen der Welt.

Mein ganzes Gesicht, meine Augenbrauen,

mein Hemd, meine Hosen, das Tischtuch.

Das Kleid meiner Geliebten. Meine Mutter.

Die Berge. Die Himmel. Die Leute.

Die Füße der Engel.

 

 

 

Vertaald door Lydia en Paulus Böhmer

 

 

 

 

Jehuda Amichai (3 mei 1924 – 22 september 2000)

 

 

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Jens Wonneberger, Klaus Modick, Tatjana Tolstaja, Agnès Desarthe

 

De Duitse schrijver Jens Wonneberger werd in Großröhrsdorf geboren op 3 mei 1960. Zie ook mijn blog van 3 mei 2007en ook mijn blog van 3 mei 2008 en ook mijn blog van 3 mei 2009 en ook mijn blog van 3 mei 2010.

 

Uit:Der Kohlenhändler

 

“Er könne sich keine besseren Briketts vorstellen als seine Lungen, habe der Kohlenhändler einmal gesagt, erinnerte sich eine der Frauen, bei seiner Feuerbestattung, habe der Kohlenhändler gesagt, könne man sich jede Zufeuerung sparen. Es sei völlig unverständlich, dass man den Kohlenhändler beerdigt habe, waren sich die drei Frauen einig, schließlich habe man den Wunsch eines Verstorbenen, also auch des verstorbenen Kohlenhändlers, zu respektieren. Was denn nun werden solle, haben sich die alten Frauen immer wieder gefragt, nun, da der Kohlenhändler tot sei, nie habe man daran gedacht, dass der Kohlenhändler eines Tages tot sein könnte. Schließlich sei er nie krank gewesen, solange man denken könne habe der Kohlenhändler des Kohlenhändlers Aufgabe zur Zufriedenheit aller erfüllt, wie schon vorher der Vater des Kohlenhändlers, ja es sei nicht auszuschließen, erwogen die Frauen, dass der Karren mit den eisenbeschlagenen Rädern sogar schon dessen Vater treue Dienste geleistet habe. Nun aber sei durch den plötzlichen Tod des Kohlenhändlers der gesamte Kohlenhandel von einem Tag auf den anderen zusammengebrochen. Auch als der Sarg endlich in der Grube war sei die Erinnerung an den Kohlenhändler keineswegs erloschen, denn als die Erde auf den Sarg polterte, habe man sich sofort und unweigerlich an das Leeren der Kohlensäcke erinnert gefühlt. Der Kohlenhändler habe die Säcke über der Schütte geleert, der Kohlenhändler habe sich dabei umgesehen und in das Grollen der Kohlen hinein zu den Frauen gesprochen.”

 

 

 

Jens Wonneberger (Großröhrsdorf, 3 mei 1960)

 

 

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Paul Bogaert, Juan Gelman, Soma Morgenstern, Nélida Piñon, Dodie Smith, Pierre Emmanuel, August von Kotzebue

 

De Vlaamse dichter en schrijver Paul Bogaert werd geboren in Brussel op 3 mei 1968. Zie ook mijn blog van 28 mei 2006 en ook mijn blog van 3 mei 2010.

 

 

Goed schudden

 

Ik ben ouder in het water.

De lucht die op mijn schouders slaat,
de sneeuw die valt in mij
en die niet smelt maar droesem is.

En wat er uit mijn handen glijdt.
Ik wacht als berg.

Het is de zwaartekracht.
Dat ik niet houdbaar blijf.
Was je handen. Spoel mij uit.

 

 

 

Men is jong

 

Men is jong en krijgt de nadelen
van batterijen uitgelegd. Men spreekt dan
over opwinding. Alles tikt dan om
u heen. Men krijgt een kinetic watch,
vraagt wat als men niet beweegt.
Men beweegt altijd. Dat ziet men in.
Het minste polsbloed zorgt voor
tijdverdrijf, minutenland.
In een la of aan een lijk:
los van een mens valt het stil.

 

 

 

Paul Bogaert (Brussel, 3 mei 1968)

 

 

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02-05-11

Gottfried Benn, Esther Freud, Novalis, James Holmes, Georges-Arthur Goldschmidt

 

De Duitse dichter en schrijver Gottfried Benn werd geboren in Mansfeld op 2 mei 1886. Zie ook mijn blog van 2 mei 2007 en ook mijn blog van 2 mei 2008 en ook mijn blog van 2 mei 2009 en ook mijn blog van 2 mei 2010.

 

 

Blaue Stunde

 

Ich trete in die dunkelblaue Stunde -
da ist der Flur, die Kette schließt sich zu
und nun im Raum ein Rot auf einem Munde
und eine Schale später Rosen - du!

Wir wissen beide, jene Worte,
die jeder oft zu anderen sprach und trug,
sind zwischen uns wie nichts und fehl am Orte:
Dies ist das Ganze und der letzte Zug.

Das Schweigende ist so weit vorgeschritten
und füllt den Raum und denkt sich selber zu
die Stunde - nichts gehofft und nichts gelitten -
mit ihrer Schale später Rosen - du.

Dein Haupt verfließt, ist weiß und will sich hüten,
indessen sammelt sich auf deinem Mund
die ganze Lust, der Purpur und die Blüten
aus deinem angeströmten Ahnengrund.

Du bist so weiß, man denkt, du wirst zerfallen
vor lauter Schnee, vor lauter Blütenlos,
todweiße Rosen Glied für Glied - Korallen
nur auf den Lippen, schwer und wundergroß.

Du bist so weich, du gibst von etwas Kunde,
von einem Glück aus Sinken und Gefahr
in einer blauen, dunkelblauen Stunde
und wenn sie ging, weiß keiner, ob sie war.

Ich frage dich, du bist doch eines andern,
was trägst du mir die späten Rosen zu?
Du sagst, die Träume gehn, die Stunden wandern,
was ist das alles: er und ich und du?

"Was sich erhebt, das will auch wieder enden,
was sich erlebt - wer weiß denn das genau,
die Kette schließt, man schweigt in diesen Wänden
und dort die Weite, hoch und dunkelblau."

 


Rosen

 

Wenn erst die Rosen verrinnen
aus Vasen oder vom Strauch
und ihr Entblättern beginnen,
fallen die Tränen auch.

Traum von der Stunden Dauer,
Wechsel und Wiederbeginn,
Traum - vor der Tiefe der Trauer:
blättern die Rosen hin.

Wahn von der Stunden Steigen
aller ins Auferstehn,
Wahn - vor dem Fallen, dem Schweigen:
wenn die Rosen vergehn.





Gottfried Benn (2 mei 1886 - 7 juli 1956)

Buste door Bernd Streiter

 

 

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Jurgis Baltrusaitis, Gisela Elsner, Franz Innerhofer, Jamal Abro

 

De Litouwse schrijver en vertaler Jurgis Baltrušaitis werd geboren op 2 mei 1873 in Paantvardys. Zie ook mijn blog van 2 mei 2007 en ook mijn blog van 2 mei 2008 en ook mijn blog van 2 mei 2009en ook mijn blog van 2 mei 2010.

 

 

 

TESTAMENT OF GRIEF

 

When pain assails your heart to tear it,

Your naked heart, its helpless prey,

Receive the gift of grief and bear it,

Soul of my dark departing day.

 

When times of torment strike unbidden,

With weeping eyes, through pain and stress,

You peer at mistery, dimly hidden:

God's ways are ways of deep distress...

 

We take the tasks that life enforces,

Grope to light its drabness bars

And raise the load of mundane courses

Up to the festival of stars.

 

And he, and only he, can sever

His ties with dust in throes of birth

Who loves the crown of thorns, forever

Renouncing all he owned on earth.

 

 

Vertaald door Ants Oras

 

 

 

MORNING SONGS

 

I

 

The dawn has caught fire ere the coming of day!

Night calls back her shadows to the ravines,

And in a pearly throng, in girdles of fire,

The caravans of the clouds depart...

 

Space is laid bare amid dewy valleys,

Distances have been moved aside into infinity, –

As though from God's heights, from deeps forbidden,

All the veils have fallen over all the world...

 

The bay has been aroused, the wave is growing,

It has thundered in wild fury,

And the stillness has been shattered like a resonant vessel,

In the great triumph of morning...

 

 

 

Vertaald door W. Edward Brown

 

 

 

 

Jurgis Baltrušaitis (2 mei 1873 – 3 januari 1944)

Portret door Leonid Osipovich Pasternak

 

 

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Angela Krauß, Clyde Fitch, John Galt, Jerome K. Jerome, Udo Steinke, Klaus Konjetzky

 

De Duitse dichteres en schrijfster Angela Kraußwerd geboren op 2 mei 1950 in Chemnitz. Zie ook mijn blog van 2 mei 2007 en ook mijn blog van 2 mei 2008 en ook mijn blog van 2 mei 2009 en ook mijn blog van 2 mei 2010.

 

Uit: Ich muß mein Herz üben

 

 

Im Osten Weidezäune im rechten Winkel zum Hang,

auch Vieh in der Stellung.

Im Süden die Alpen, scharf wie vom Faustkeil behauen.

Im Westen Rosetten von Autobahnen aus rosa Schaum,

hoch im Norden das Eis.

 

Ein blitzschnelles Abbild muß reichen.

 

 

 

Die Stoffe sind es,

Partikel mit Oberflächen,

dort beginnt es.

Fäden, Wimpern, Tentakel, Gräten.

Was schwindet, fasert aus –

Haare im All !

Selbst Kunststoffe zerfallen, vermehren

die Fasern des Erdmantels.

In Intervallen

schweben die Seekühe der Sehnsucht heran.

Sodann, nach hundert Millionen Jahren

(innerhalb eines einzigen Tages)

dreht sich das Ganze, es wechseln die Pole.

Gott steht auf der Spitze –

Hitze !

 

 

 

Angela Krauß (Chemnitz, 2 mei 1950)

 

 

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01-05-11

Guido Gezelle, Johano Strasser, Yasmina Reza, Joseph Heller, Yánnis Rítsos

 

De Vlaamse dichter Guido Gezelle werd geboren in Brugge op 1 mei 1830. Zie ook mijn blog van 1 mei 2010 en verder de tags voor Guido Gezelle.

 

 

Als de ziele luistert

 

Als de ziele luistert
spreekt het al een taal dat leeft,
't lijzigste gefluister
ook een taal en teken heeft:
blâren van de bomen
kouten met malkaar gezwind,
baren in de stromen
klappen luide en welgezind,
wind en wee en wolken,
wegelen van Gods heilige voet,
talen ende vertolken
't diep gedoken Woord zo zoet...
als de ziele luistert!

 

 

 

Terug

 

Scheef is de poorte, van
oudheid geweken;
zaâlrugde 't dak van
de schure; overal
stro op de zwepingen
zit er gesteken;
vodden beveursten het
huis en de stal.

Boven die vodden zijn
blommen gesprongen;
onder die vodden zit
volk en gezin:
blommen van vrede, zo
ouden, zo jongen,
blommen van buiten en
blommen van bin.

Daar is 't dat moeder zat;
daar is 't dat vader
vond die hem arbeid en
herte bracht; daar
knielden wij, kinderen,
handen te gader,
baden wij, kleinen en
groten te gaâr.

Daar is de schippe nog,
daar is de tange;
't ovenbuur staat daar, zo
't vroeger daar stond;
't hondekot staat daar, en...
- 't is al zo lange! -
Hoe is de naam van die
andere hond?

Ach, hoe verheugen mij,
ach, hoe verheffen
de oudere dagen mijn
diepste gemoed!
Is er wel iemand, die 't
ooit kon beseffen
wat gij, oud hof, mij nu
zegt, mij nu doet?

Zalige lieden, al
te argloze mensen,
weinig begeerdet gij,
groot was uw hert!
- Kon het maar helpen, met
wenen en wensen,
weer ate ik roggenbrood,
naast u, aan 't berd!

 

 

 

'k Hoore tuitend' hoornen

 

'k Hoore tuitend' hoornen en
de navond is nabij
voor mij:
de navond is nabij,
komt bij:
zegene u de Alderhoogste, want
de navond is nabij,
komt bij:
'k hoore tuitend' hoornen en
de navond is nabij,
voor mij!

 

 

 

Guido Gezelle (1 mei 1830 – 27 november 1899)

Beeld door Jules Lagae in Kortrijk

 

 

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Ignazio Silone, Antal Szerb, Aleksander Wat, Viktor Astafiev, Reinier van Genderen Stort

 

De Italiaanse schrijver Ignazio Silone werd geboren op 1 mei 1900 in Pescina dei Marsi. Zie ook mijn blog van 1 mei 2010 en verder de tags voor Ignazio Silone.

 

Uit: Wein und Brot (Vertaald door Hanna Dehio)

 

Magascià unterbrach die Vorlesung. Da ihm allgemein gehaltene Ausdrücke nicht gefielen, wollte er die genaue Summe wissen, die die anderen Völker bezahlen würden, um unseren Regierungschef zu erwerben.
»Das ist nur eine Redewendung«, sagte die Lehrerin.
»Wenn es sich um Einkauf und Verkauf handelt, gibt es keine Redewendungen«, widersprach Magascià. »Wollen sie zahlen oder nicht? Und wenn sie zahlen wollen, wieviel bieten sie?«
Die Lehrerin wiederholte ärgerlich, es sei nur eine Redewendung.
»Dann stimmt es also nicht, daß sie ihn kaufen wollen«, sagte Magascià. »Und wenn es nicht stimmt, warum steht denn da, daß sie wer weiß wieviel bezahlen würden.«
Auch Sciatàp wünschte eine genaue Auskunft.
»Würden sie in bar bezahlen oder mit einem Wechsel?« fragte er. Die Lehrerin warf dem Priester einen Blick zu, wie um zu sagen: »Sehen Sie, mit was für Menschen man es hier zu tun hat?«
Der nächste Abschnitt behandelte die AgrarbevöIkerung.
»Wer ist die Agrarbevölkerung?« wollte einer der Zuhörer wissen.
»Ihr selbst«, sagte die Lehrerin ungeduldig. »Das habe ich euch doch schon hundertmal erklärt.«
Mehrere Männer lachten
»Wir sind die Agrarbevölkerung und wissen es gar nicht«, sagten sie.
Die Lehrerin las weiter:
»Die Revolution der Agrarbevölkerung hat ihre Ziele auf der ganzen Linie erreicht ... « »Auf was für einer Linie?« fragte einer. »Auf der Eisenbahnlinie?«
»Wenn wir die Agrarbevölkerung sind«, fragte Sciatàp, » haben wir dann diese Revolution gemacht?«
»Jawohl«, sagte die Lehrerin. »Du hast einen guten Verstand.«
»Aber was haben wir denn für eine Revolution gemacht?«
»Das ist hier im geistigen Sinne gemeint«, sagte die Lehrerin.
Sciatàp wollte nicht unwissend erscheinen und tat, als hätte er alles verstanden, aber Magascià gab sich nicht zufrieden.“

 

 


Ignazio Silone
(1 mei 1900 – 22 augustus 1978)

 

 

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Alexej Chomjakov, Marcel Prévost, Konrad Weiß, Joseph Addison, José Martiniano de Alencar, Jean de Joinville

 

De Russische dichter, schrijver, filosoof en theoloog Alexej Stepanovitsj Chomjakov werd geboren op 1 mei 1804 in Moskou. Zie ook mijn blog van 1 mei 2010.

 

 

Dawn

 

A timeless borderline you are
That God twixt night and day put down;
He clothed you in a scarlet gown,
He gave you a companion in the morning star.
When in the heavenly azure
You give off light and calmly fade,
I look at you and ruminate:
We are like you, the Dawn of day—
A mix of blazing flames and cold,
Of heaven and the underworld,
A blend of light and shadows grey.

 

 

 

Vertaald door Dmitry Shatalov

 

 

 

Alexej Chomjakov (1 mei  1804 – 5 oktober 1860)

 

 

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30-04-11

Jeroen Brouwers, Alexander Osang, Luise Rinser, Ulla Hahn

 

De Nederlandse schrijver Jeroen Brouwers werd geboren op 30 april 1940 in Batavia, de hoofdstad van het voormalige Nederlands-Indië (tegenwoordig Djakarta, Indonesië). Zie ook mijn blog van 30 april 2007 en ook mijn blog van 30 april 2008 en ook mijn blog van 30 april 2009 en ook mijn blog van 30 april 2010.

 

Uit: Bittere bloemen

 

„Daar ligt hij, achterover in de linnen dekstoel.
    Wij zijn aan boord van het cruiseschip Carta Mundi, in het begin van de middag zal het aanmeren in Ajaccio.
    Met een schrikbeweging, waarbij zijn linkerarm van de stoelleuning valt, lijkt hij uit zijn dommel te ontwaken, maar hij slaapt verder, smakkend, dromend.
    Zo ziet hij nu opeens zichzelf zoals hij er een jaar of vijfentwintig, dertig geleden uitzag met zijn toen al witte haar en met de volle snor die hij destijds nog had, de uiteinden in omhooggedraaide punten en niet meeverkleurd met de rest van zijn lichaamsbeharing, de snor, dankbaar object voor karikaturisten, was rossig gebleven, tegen het oranje aan, misschien door de tabaksrook die er al decennia doorheen trok.
    Hij staat op een blauwachtig stoffig tapijt in een vertrek naar boven te kijken, zijn hoofd zo ver en zo lang achterover dat hij pijn in zijn nek begint te voelen. Het is het bizarste plafond dat hij ooit heeft gezien en waar hij, zijn mond wijd open, zijn ogen niet van af kan houden. Een gekrioel van gipsen lichaamsdelen, die uit de zoldering omlaag steken: – alsof een verdieping hoger een gezelschap verkluwd is geweest in een stoei- of vechtpartij op een vloer van gummi, waar ze met hun ledematen doorheen zijn gestoten en zo voorgoed verstard. Een plafond dat bestaat uit tevoorschijn komende vingertoppen, vingers, handen, armen, ellebogen, tenen, voeten, knieën, benen, gezichten, hoofden. Alles ooit vanillewit geschilderd, maar intussen vaalzwart geworden, hier en daar is de kalk gebarsten, sommige lichaamsdelen zijn beschadigd en niet hersteld, er hebben zich stofproppen en spinragflarden tussen gevormd, die daar kennelijk al eeuwen hangen. Een onderkomen kunstwerk, zoals alles in dit museum, een voormalig paleis, te beginnen met het gebouw zelf, een onderkomen indruk maakt, op dezelfde wijze verstoft, verwaarloosd, aan zijn lot overgelaten als het stadje waar hij enkele uren verblijft.

 

 

 

Jeroen Brouwers (Batavia, 30 april 1940)

 

 

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John Boyne, Annie Dillard, Barbara Seranella, Jaroslav Hašek, David Zane Mairowitz

 

De Ierse schrijver John Boyne werd geboren in Dublin op 30 april 1971. Zie ook mijn blog van 30 april 2007 en ook mijn blog van 30 april 2008 en ook mijn blog van 30 april 2009 en ook mijn blog van 30 april 2010.

 

Uit: Der Junge im gestreieften Pyjama (Vertaald door Brigitte Jakobeit)

 

„Eines Nachmittags kam Bruno von der Schule nach Hause und staunte nicht schlecht, als Maria, das Dienstmädchen der Familie, das den Kopf immer gesenkt hielt und nie vom Teppich aufblickte, in seinem Zimmer stand und seine Sachen aus dem Schrank in vier große Holzkisten packte, auch die ganz hinten versteckten, die nur ihm gehörten und keinen etwas angingen.

»Was machst du da?«, fragte er so höflich er konnte, denn es passte ihm zwar nicht, nach Hause zu kommen und jemanden in seinen Sachen herumwühlen zu sehen, aber Mutter hatte ihm stets gesagt, er müsse Maria respektvoll behandeln und dürfe nicht einfach Vater nachahmen und so mit ihr reden wie er. »Lass die Finger von meinen Sachen.«

Maria schüttelte den Kopf und zeigte über ihn hinweg zum Treppenaufgang, wo Brunos Mutter soeben erschienen war. Sie war eine große Frau mit langen roten Haaren, die sie hinten am Kopf in einem Netz bündelte und sich jetzt nervös die Hände rieb, als läge ihr etwas auf dem Herzen, das sie nur ungern sagte und am liebsten nicht glauben wollte.

»Mutter«, sagte Bruno und ging auf sie zu.

»Was ist los? Was sucht Maria in meinen Sachen?«

»Maria packt sie«, erklärte ihm Mutter.

»Packt sie?«, fragte er und überdachte rasch die Ereignisse der letzten Tage, um herauszufinden, ob er vielleicht sehr unartig gewesen war oder Wörter laut gesagt hatte, die er nicht benutzen durfte, und deswegen jetzt fortgeschickt wurde. Aber ihm fiel nichts ein. Im Gegenteil, in den letzten paar Tagen hatte er sich allen gegenüber sehr freundlich verhalten, und er konnte sich nicht entsinnen, irgendwann Unruhe gestiftet zu haben. »Warum?«, fragte er. »Was habe ich getan?«

Mutter war mittlerweile ins Elternschlafzimmer gegangen, aber dort war Lars, der Diener,ebenfalls am Packen.“

 

 

 

John Boyne (Dublin, 30 april 1971)

 

 

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