16-04-18

Sarah Kirsch, Thomas Olde Heuvelt, Kingsley Amis, Patricia De Martelaere, Tristan Tzara, Ewald Vanvugt, Sibylle Lewitscharoff, Jan Luyken, Anatole France

 

Mededeling

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De Duitse schrijfster en dichteres Sarah Kirsch (eig. Ingrid Hella Irmelinde Kirsch) werd geboren op 16 april 1935 in Limlingerode. Zie ook alle tags voor Sarah Kirsch op dit blog.

 

Der Wels ein Fisch der am Grund lebt

Der Wels ein Fisch der am Grund lebt
Hat einen gewölbten Rücken der Kopf ist stumpf
Der Bauch flach er paßt sich dem Sand an
Der von den Wellen des Wassers gewalzt ist
Von dieser Gestalt wähn ich mein Flugzeug
Das hoch über der Erde steht, aus seinem Fischbauch
Ins Riesge gewachsen laden noch Flügel
Stumpfwinklig in windzerblasene Wolken
Unter mir Wälder Nadel- und Laubgehölz
Leicht unterscheidbar von hier
Der Herbst ist sichtbar dumpfes Braun bei den
Buchen Eichen und Lärchen, die Winterbäume
Haben ihr Grünes zu zeigen, mehr noch
Rufen die Straßen Flüsse und Städte mich an
Schön liegt das Land die Seen wie Spiegel
Taschenspiegel Spiegelscherben
Das ist meine Erde, da
Werden Demonstrationen gemacht weiß
Werden die Transparente getragen mit schwarzer Schrift
Gegen Schlächterei Ungleichheit Dummheit
Es schwimmen Kinder auf Gummischwänen es schlafen
Immer noch Alte auf Bänken an Flüssen, Straßenfeger
Holn jeden Morgen den Abfall zusamm
Erde die ich überflieg auf die Regen und Schnee fällt
Nicht mehr so unschuldig wie eh wie der Schatten des Flugzeugs
Ich höre Bach und Josephine Baker das ist ein Paar

 

 

Dann werden wir kein Feuer brauchen

Dann werden wir kein Feuer brauchen
Es wird die Erde vollWärme sein
Der Wald muß dampfen, die Meere
Springen – Wolken die milchigen Tiere
Drängen sich: ein mächtiger Wolkenbaum
Die Sonne ist blaß in all dem Glänzen
Greifbar die Luft ich halte sie fest
Ein hochtönender Wind
Treibts in die Augen da weine ich nicht
Wir gehn bloßen Leibs
Durch Wohnungen türenlos schattenlos
Sind wir allein weil keiner uns folgt niemand
Das Lager versagt: stumm
Sind die Hunde sie wehren nicht
Den Schritt mir zur Seite: ihre Zungen
Aufgebläht ohne Ton sind taub
Nur Himmel umgibt uns und schaumiger Regen Kälte
Wird nie mehr sein, die Steine
Die ledernen Blumen unsere Körper wie Seide
dazwischen
Strahln Wärme aus Helligkeit
Ist in uns wir sind silbernen Leibs
Morgen wirst du im Paradies mit mir sein

 

 
Sarah Kirsch (16 april 1935 – 5 mei 2013)

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