01-03-18

Jan Eijkelboom, Jim Crace, Delphine de Vigan, Franz Hohler, Lytton Strachey, Robert Lowell, Myrthe van der Meer, Franzobel, Steven Barnes

 

De Nederlandse dichter, vertaler en journalist Jan Eijkelboom werd op 1 maart 1926 in Ridderkerk geboren. Zie ook alle tags voor Jan Eijkelboom op dit blog.

 

Ja het klopt

Alles verklaarbaar en van een
regelmaat die koestert en sust
al jaagt het sommigen de deur uit
naar tomelozer oorden.

Zie ze dansen op de maan
in hun opgeblazen hansop.
Hunkerend kijken ze terug
naar de blauwgroene aarde.

Ja het klopt,
als de hartslag van een heelal vol
wentelende sterren, prieelvogels,
kleine middenstanders, kalm
wiekende adelaars en een losbol
die het aanziet en zich
plotseling verbaast.

 

 

Rafels

Toen ving een roodbruine stam nog
de ochtendzon op, puur cederhout
van caran d'ache.

Later fladderden er raven
tussen de al even gerafelde takken
van de lariks.

Een schicht: de schaduw
van een zwaluw schoot
door de zomer.

En in het sprookjesbos
is plotseling de stinkzwam
dwingend aanwezig.

Doodgaan behoort tot het zeer weinige
dat niet zou mogen. Toch
wordt het veel gedaan.

 

 

Een haan kraait

De schreeuw van wie
de zon doet opgaan
helemaal in z'n, met
prachtvolle veren bedekte,
eentje. Triomf
die als doodskreet
kan worden verstaan.
Zoals, andersom,
de schreeuw van wie
heelhuids ter wereld komt:
in woede en pijn
je moeder verlaten en
dan toch luidkeels
willen leven en leven.
Onbegrijpelijk, later.

 

 
Jan Eijkelboom (1 maart 1926 – 28 februari 2008)

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Peter Pessl

 

De Oostenrijkse schrijver en radiokunstenaar Peter Pessl werd geboren op 1 maart 1963 in Frankfurt am Main, maar groeide op in Oostenrijk. Pessl debuteerde in 1984 in met „Splitter und Sporen“, een smalle bordeauxrode poëziebundel, waaraan hij een zin van Antonin Artaud programmatisch vooraf liet gaan: "La poésie, c'est de la multiplicité broyée et qui rend des flammes." In die tijd was hij een van de jonge schrijvers van het literaire tijdschrift “Perpsektive” rond Petra Ganglbauer en stond met Friederike Mayröcker en andere dichters van de Weense avant-garde in actieve correspondentie. In de late jaren 1980 trok hij zich met Petra Ganglbauer op een wijngaard in de Südsteiermark terug en schreef verhalen en sinds 1991 ook talloze hoorspelen voor het ORF programma Kunstradio – Radiokunst. Voor de “Aufzeichnungen aus dem Himalaya”, bestaande uit vier delen, reisde hij naar de Himalaya-regio's in India, Tibet en Nepal.

Uit: Formiert aus Luft, Aufzeichnungen aus dem Himalaya, Teil 3

„Nicht eigen
(Miniatur),
für Claude Levi-Strauss”

14. Mai, Dongpo.
Die übermächtige, glasierte Nanda Devi (7816 Meter)
sah ich aufgehen
als Blütenhaupt des nahen Himalaya (Weisszwirn),
der das engverborgene Tal des Sutlej,
das (hier) auch Garuda-Tal genannt wird
und, so wissen meine liebsten Historiker, das Zentrum des Bön-Königreichs Shang-Shung war, (weithin) parallel als Riegel Schanze Drachenkamm
vom indischen Subkontinent abtrennt
Von den achtzehn Mythos-Königen der Chronik von Shang-Shung,
so erzählte mir Pasolini, regierten drei im Garuda-Tal:
Letra Guge, der mit der gehörnten Krone aus klarem Licht,
Gyungyar Mukho, der mit der gehörnten Krone des Regenbogenlichts,
Kyile Guge Unchen, der mit der gehörnten Muschelkrone.
Blutgeruch als das Identische.

Im Schwemmland Sinter von Dongpo beeindruckt
die Streuung der Funde
aus Eis und Glas (ich fand Nasen,
Ringe, Methangas.
Blüten, Kräuter Korallenriffs waren nicht viele, dafür Wasseradler
(braune, schwarzschwarze, lamentierende,
die einkreisten)

 

 
Peter Pessl (Frankfurt am Main, 1 maart 1963)

18:20 Gepost door Romenu in Literatuur | Permalink | Commentaren (0) | Tags: peter pessl, romenu |  Facebook |

Benedict Wells

 

De Duitse schrijver Benedict Wells werd geboren geboren in München op 29 februari 1984. Zie ook alle tags voor Benedict Wells op dit blog.

Uit: Vom Ende der Einsamkeit

„Wie ich rasch an Höhe gewinne, nach oben schieße, schneller werde, wie mir der Wind ins Gesicht weht, ehe ich mit ausgebreiteten Armen dem Horizont entgegenfliege, einfach fort. Ich
betrachte wieder das Heim, so angenehm fern, und male mir aus, was sie gerade ohne mich tun. Wie sie Schlitten fahren und von Mädchen sprechen, wie sie herumalbern und einander ärgern, dabei manchmal zu weit gehen, ehe schon im nächsten Moment alles wieder vergessen ist. Allmählich treten erste Lichter aus der tiefer werdenden Dämmerung hervor, und ich denke an mein altes, vom Zufall zerschnittenes Leben in München, doch das Heimweh ist nur noch eine verblassende Narbe.
Als ich später das Internat erreiche, ist der Himmel bereits nachtschwarz. Ich öffne die Tür zum Haupteingang. Aus der Mensa wehen aufgekratzte Stimmen zu mir her über, und ein intensiver Geruch drängt sich mir auf, nach Essen, Schweiß und Deodorant. Die Luft durchdrungen
von Erwartungen, Gelächter und unterdrückter Angst.
Ich laufe den Flur entlang und sehe einen Jungen, den ich nicht kenne, auf mich zukommen. Er betrachtet mich, den Neuen, argwöhnisch. Instinktiv richte ich mich auf, versuche, erwachsen auszusehen und keinen Fehler zu machen. Der Junge geht wortlos an mir vorbei.
Ich erreiche mein Zimmer, setze mich auf mein Bett und wische mir den Schnee aus dem Haar. Ich bin einfach nur da, ein Geist, ein winziges Wesen, elf Jahre alt. Starr und leer sitze ich im Zimmer, während alle anderen beim Abendessen sind. Später werde ich für mein Fernbleiben eine Strafe bekommen. Ich blicke in die Dunkelheit hinaus.“
*
Das Heim, in das meine Geschwister und ich nach dem Tod unserer Eltern kamen, war keine dieser elitären Einrichtungen mit Tennisplätzen, Hockeyfeldern und Töpfereien, die uns anfangs vielleicht vorschwebten, sondern ein billiges staatliches Internat auf dem Land, bestehend aus zwei grauen Gebäuden und einer Mensa, alles auf dem Gelände des örtlichen Gymnasiums. Morgens gingen wir mit den Landkindern zur Schule, die Nachmittage und Abende verbrachten wir auf unseren Zimmern, am See oder auf dem Fußballplatz. Man gewöhnte sich an dieses Kasernenleben, dennoch konnte es auch noch nach Jahren deprimierend sein, wenn die externen Mitschüler nach dem Unterricht zu
ihren Familien durften, während man selbst wie ein Gefangener auf dem Heimgelände zurückblieb und sich fühlte, als habe man einen Makel.“

 

 
Benedict Wells (München, 29 februari 1984)

18:15 Gepost door Romenu in Literatuur | Permalink | Commentaren (0) | Tags: benedict wells, romenu |  Facebook |