30-12-17

Willy Spillebeen, Norbert Hummelt, Georg von der Vring, Daniil Charms, Heinrich Hart, Betty Paoli, Maurice Bedel

 

De Vlaamse dichter en schrijver Willy Spillebeen werd geboren in Westrozebeke op 30 december 1932. Zie ook alle tags voor Willy Spillebeen op dit blog.

 

Woorden in de stroom

Het kind dat keitjes
keilde in het water
zag: vliegende vissen
en 's avonds
kwam hij veilig weer thuis.

Ziek van liefde en schuld
gooide hij later
grote stenen uit.
Het water wolkte vol modder.
De stenen vormden geen brug.
Hij vond zichzelf
niet terug.

Nu staande aan de oever
tegen de stroom in
en de vertroebeling
spuw ik kringetjes
als een kind.
Zuiverend zout.
Even een teken
van leven.

 

 
Willy Spillebeen (Westrozebeke, 30 december 1932)


 

De Duitse dichter en schrijver Norbert Hummelt werd geboren op 30 december 1962 in Neuss. Zie ook alle tags voor Norbert Hummel top dit blog en ook mijn blog van 24 juni 2009.

 

der erste schnee

du sagst du wußtest schon wie du zum fenster
gingst es ist die amsel die uns da beäugt
so tief wie du in meinen armen liegst hielt sie

sich fliegend an sich selber fest jetzt sitzt sie
stumm wo in der dunkeln gabelung noch eine
spur von etwas weißem blieb das ist bestimmt

erst über nacht gekommen u. stäubt herab
wenn sie den zweig verläßt du sagst im schlaf
hast du den ersten schnee gerochen doch

was uns trennte ist noch nicht besprochen
sind denn die vogelbeeren noch nicht bald
erfroren ich sah sie leuchten eben im geäst

 

 

sonett mit morpheus

erst ist die luft so süß von sanften drogen
u. wenn wir kuchen essen schließt sich lid um lid
dann wird die welt nach innen umgebogen
doch in der brust ist immer nur der stille beat

das ist musik mich in den schlaf zu schicken
u. was ich sehe ist allein das gras
ich werde müde wie van gogh zu blicken
weiß blüht der mandelsproß im trüben wasserglas

was denn für bilder. ich war weggetaucht
zu zögern zwischen halt u. überlassen
dann ist der kuchen restlos aufgebraucht

u. alles denken sinkt u. mir ist komisch warm
wie ist es möglich dich jetzt anzufassen
du bist so weit auf einmal weg in meinem arm

 

 
Norbert Hummelt (Neuss, 30 december 1962)

 

 

De Duitse dichter, schrijver en schilder Georg von der Vring werd geboren op 30 december 1889 in Brake (Oldenburg). Zie ook alle tags voor Georg von der Vring op dit blog.

 

Ein Sprühn und ein Schatten

Nichts ist geschehn, und doch sing ich ein Lied:
Heut ist die glückliche Zeit meines Lebens!
Keiner will glauben, wenn nichts geschieht,
Dies sei die glückliche Zeit meines Lebens.

Wenn mir im Licht eine Amsel sprüht
so ist’s die von heute und nicht die von morgen;
Wenn mein Aug’ ihre Schattenspur sieht,
So nicht die von gestern und nicht die von morgen.

Die Stunde geht hin und nichts geschieht
Als das Sprühn eines Vogels am Tag meines Lebens,
Und mein Lied ist kurz wie der Amsel Lied:
Heut ist die glückliche Zeit meines Lebens!

 

 

Regenabend

Ich saß in der Dämmerung am Tisch und Fenster,
Vor mir einen Strauß blauen und weißen Flieders.
Die Blüten waren riesengroß und verbargen dunkle Schatten
in ihren Trauben.
Die Blätter waren wie lebend, und der Duft der Sträuße
beherrschte mich ganz.
Von der Landschaft draußen sah ich nur die großen ruhigen
Konturen,
Denn es war regnerisch. Im Garten drunten
Wiederholte laut und klar eine Drossel
Immer den gleichen klagenden, jubelnden Ruf.

Ich dachte: Die Welt ist noch immer
Wie am ersten Tag: Unerlöst, traumbefangen,
Und vielleicht im geheimen glücklich.

 

 
Georg von der Vring (30 december 1889 – 1 maart 1968)
In 1959

 

 

De Russische dichter en schrijver Daniil Charms (pseudoniem van Daniil Ivanovitsj Joevatsjov)werd geboren in  Sint-Petersburg op 30 december 1905. Zie ook alle tags voor Daniil Charms op dit blog.

 

Sleep Teases A Man

Markov took off his boots and, with a deep breath, lay down on the divan.
He felt sleepy but, as soon as he closed his eyes, the desire for sleep immediately passed. Markov opened his eyes and stretched out his hand for a book. But sleep again came over him and, not even reaching the book, Markov lay down and once more closed his eyes. But, the moment his eyes closed, sleepiness left him again and his consciousness became so clear that Markov could solve in his head algebraical problems involving equations with two unknown quantities.
Markov was tormented for quite some time, not knowing what to do: should he sleep or should he liven himself up? Finally, exhausted and thoroughly sick of himself and his room, Markov put on his coat and hat, took his walking cane and went out on to the street. The fresh breeze calmed Makarov down, he became rather more at one with himself and felt like going back home to his room.
Upon going into his room, he experienced an agreeable bodily fatigue and felt like sleeping. But, as soon as he lay down on the divan and closed his eyes, his sleepiness instantly evaporated.

In a fury, Markov jumped up from his divan and, hatless and coatless, raced off in the direction of Tavrichesky Park.

 

 
Daniil Charms (30 december 1905 - 2 februari 1942)
Portret door Tatyana Druchinina, z.j.

 

 

De Duitse schrijver en criticus Heinrich Hart werd geboren op 30 december 1855 in Wesel. Zie ook alle tags voor Heinrich Hart op dit blog.

 

Kinder des Lichts

Vor meinen Augen zerflattert der Nebel. Eine strahlende Weite thut sich auf. Schwärme von Silberreihern stehen in der Luft, seidig glänzenden Wolken gleich. Langsam schweben sie gen Süd. Und wie ich ihnen nachschaue, fühl' ich die Lust, die Kraft, wie sie emporzusteigen. In raschem Fluge gleit' ich durch klares warmes Blau. Über Felsen dahin, die purpurblühendes Gerank schmiegsam umschlingt. Über tausend Gärten, die ihre Lianenarme mir entgegenbreiten, mit ihren Blumenaugen mir lachend winken. Jeder Garten umrahmt ein weiß schimmerndes Marmorhaus mit Wänden, zart und durchbrochen wie Spitzengeweb. Unter Ulmen ruhen rosenleibige Menschen, ihre Gesichter hell von einem Lächeln, das nie erlischt. Und eine Stimme glaub' ich zu hören: Wohin willst du? Laß dich nieder zu uns, den Kindern des Lichts. Bleibe bei uns im Sonnenland, im Lande der Zukunft, in Avalun! Mich aber reißt ein Wirbel hinweg, ein eisiger Hauch durchschüttelt mein Blut, graues Gewölk umdrängt mich, verfinstert die Luft, drückt mich zu Boden ... Was ist uns – uns ein Licht, das nie erlischt? Uns Kindern der Dämmerung. Und doch – kommt nicht einst der Tag, da wir reif und stark sind, es zu ertragen? Schon heut' in den Stunden der Sehnsucht leuchtet dann und wann ein Strahl in unsre Trübnis herüber. Und schon heut' wandelt dann und wann einer unter uns, dessen Seele kaum noch vom Dunkel weiß, ein Vorbote künftiger Geschlechter. Ohne Irrung ist sein Weg, sicher führt ihn die innere Helle. An ihm vorbei treiben die Staubwirbel des Leids, des Zweifels, des Hasses, ohne ihn zu treffen.
Einen und noch Einen hab' ich gekannt, die über Schuld und Schmerz hinwegglitten, wie über Schnee. Wo wir andern einsinken bis zum Knie, hinterließen sie kaum eine Spur. Ein Jünger des Gekreuzigten, des Erbarmers der Eine, ein Nachkomme hellenischer Götter der Andere. Aber des Einen Herz und des Anderen Nerven und Sinne waren immerfort dem Lichte zugewandt, wie die Blumen des Helianthus. Und wie von Sonnenlicht bestrahlt tauchen ihre Gestalten in meiner Erinnerung auf ..."

 

 
Heinrich Hart (30 december 1855 – 11 juni 1906)
Wesel in de kersttijd 

 

 

De Oostenrijkse dichteres en schrijfster Betty Paoli (eig. Barbara Elisabeth Glück ) werd geboren op 30 december 1814 in Wenen. Zie ook alle tags voor Betty Paoli op dit blog.

 

Jung und Alt

So lang uns noch die Jugend blüht,
Ergreift oft, ehe wir´s gedacht,
Grundlose Trauer das Gemüt,
Und unsre Thränen fließen sacht.

Doch wem des Alters Eulenflug
Die Stirne streifte kalt und schwer,
Zur Trauer hätt´ er Grund genug,
Nur hat er keine Thränen mehr.

 

 

Die Vergangenheit

Mir ist als legten leise
Sich Nebel um mich her,
Vom bunten Menschenkreise
Mich scheidend mehr und mehr.
Erinnerungen sind es,
Aus Lust und Leid gewebt,
Die man, will's ein gelindes
Geschick, mit mir begräbt!

Mir ist, als braus'te, grollte
Um mich ein Ocean,
Den ich, wie gern ich wollte
Nicht überbrücken kann.
Dieß Meer, deß banger Klage
Die Seele träumend lauscht,
Es sind die fernen Tage,
Die an mir hingerauscht!

Vereinsamt im Gewühle,
Das rastlos drängt und schafft,
Vergangenheit! wie fühle
Ich mich in deiner Haft!
Erschöpft vom Lebensstreite,
Den Wunsch auf nichts gestellt,
Ein dunkler Schatten gleite
Ich durch die blüh'nde Welt!

 

 
Betty Paoli (30 december 1814 – 5 juli 1894)
Cover

 

 

De Franse dichter en schrijver Maurice Bedel werd geboren op 30 december 1883 in Parijs. Zie ook alle tags voor Maurice Bedel op dit blog.

Uit: Journal de guerre - 1914-1918

“1er août. Dans le train qui m'emporte vers Nancy tout le monde est ivre. La mobilisation générale n'est pas encore proclamée, mais les convocations individuelles ont touché des milliers de réservistes qui gagnent les dépôts de leur régiment. Il y en a de tous les âges. Je m'étonne d'en apercevoir qui portent bien quarante ans. Dans le même compartiment que moi est monté un homme de 38 ans, canonnier à Toul, convoqué dès avant-hier. Sont également montés deux Polytechniciens, d'un entrain endiablé, un médecin lugubre et tout entier abandonné à la Peur, et un jeune sous-lieutenant de Dragons insouciant, au teint rose, qui va à la guerre comme à une chasse à Courre. Au moment où le train, regorgeant de monde, quitte la gare de l'Est, la foule qui l'occupe et celle qui encombre la gare entonnent la Marseillaise sur tous les tons. C'est hurlé, c'est « gueulé ». C'est pénible. La marche est scandée du cri : « À Berlin 1.... À Berlin I » On entend les bouteilles aller se briser sur les voies latérales. Une odeur de vin emplit l'atmosphère. Le train marche à bonne allure. À la Marseillaise, ont succédé des romances sentimentales, des chansons de café-concert. À chaque passage à niveau, à chaque gare une foule compacte encombre les abords de la voie. Les cris redoublent : « À Berlin 1....À Berlin I » Et puis la nuit vient et les chants se calment. À partir de 8 heures du soir (nous sommes partis à 5 heures 30) le train avance avec une extrême lenteur. Tous les deux ou trois cents mètres il stoppe. Derrière lui s'allonge l'interminable file de wagons de cinq ou six autres convois. À Bar-le-Duc où nous arrivons à 3 heures du matin nous apprenons que la mobilisation générale vient d'être ordonnée. Des bruits circulent : un garde-champêtre, première victime de la guerre, a été tué hier soir par les Allemands à Sainte-Marie-aux-Chênes. À cette nouvelle, des vociférations s'élèvent des wagons où je croyais tout le monde endormi. « À Berlin I À Berlin t » Du sang a coulé : les voilà ivres de sang... parce qu'ils n'ont plus de vin à boire. »

 

 
Maurice Bedel (30 december 1883 – 16 oktober 1954)
Cover

 

 

Zie voor bovenstaande schrijvers ook mijn blog van 30 december 2006 en ook mijn blog van 30 december 2007 en eveneens mijn blog van 30 december 2008.

 

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