19-11-17

Alan Tate, Anna Seghers, Elise Bürger, Girolamo de Rada, Veronika Aydin

 

De Amerikaanse dichter Alan Tate werd geboren op 19 november 1899 in de buurt van Winchester, Kentucky. Zie ook alle tags voor Alan Tate op dit blog.

 

Winter Mask
To the memory of W. B. Yeats

IV
I supposed two scenes of hell,
Two human bestiaries,
Might uncommonly well
Convey the doom I thought;
But lest the horror freeze
The gentler estimation
I go to the sylvan door
Where nature has been bought
In rational proration
As a thing worth living for.

V
Should the buyer have been beware?
It is an uneven trade
For man has wet his hair
Under the winter weather
With only fog for shade:
His mouth a bracketed hole
Picked by the crows that bore
Nature to their hanged brother,
Who rattles against the bole
The thing that he lived for.

VI
I asked the master Yeats
Whose great style could not tell
Why it is man hates
His own salvati6n,
Prefers the way to hell,
And finds his last safety
In the self-made curse that bore
Him towards damnation:
The drowned undrowned by the se
The sea worth living for.

 

 
Allen Tate (19 november 1899 – 9 februari 1979)
Cover


 

De Duitse schrijfster Anna Seghers werd op 19 november 1900 geboren in Mainz als Anna Reiling. Zie ook alle tags voor Anna Seghers op dit blog.

Uit: Das siebte Kreuz

„Bismarck liess seine inneren Grenzpfähle ziehen, nicht um das Land herum, sondern quer durch, dass die Preussen ein Stück ins Schlepptau bekamen. Denn die Bewohner waren zwar nicht gerade rebellisch, sie waren nur allzu gleichgültig wie Leute, die allerhand erlebt haben und noch erleben werden.
War es wirklich die Schlacht von Verdun, die die Schulbuben hörten, wenn sie sich hinter Zahlbach auf die Erde legten, oder nur das fortwährende Zittern der Erde unter den Eisenbahnzügen und Märschen der Armeen? Manche von diesen Buben standen später vor den Gerichten. Manche, weil sie sich mit den Soldaten der Okkupationsarmee verbrüdert, manche, weil sie ihnen unter die Schienen Lunten gelegt hatten. Auf dem Gerichtsgebäude wehten die Fahnen der Interalliierten Kommission.
Dass man die Fahnen eingeholt hat und gegen die schwarz-rot-goldene vertauscht, die das Reich damals noch hatte, da ist noch längst keine zehn Jahre her. Selbst die Kinder haben sich neulich daran erinnert, als das hundertvierundvierzigste Infanterieregiment zum ersten Mal wieder mit klingendem Spiel über die Brücke zog. War das abends ein Feuerwerk! Ernst konnte es hier oben sehen. Brennende, johlende Stadt hinter dem Fluss! Tausende Hakenkreuzelchen, die sich im Wasser kringelten! Wie die Flämmchen darüberhexten! Als der Strom morgens hinter der Eisenbahnbrücke die Stadt zurückliess, war sein stilles bläuliches Grau doch unvermischt. Wieviele Feldzeichen hat er schon durchgespült, wieviele Fahnen. Ernst pfeift seinem Hündchen, das ihm das Halstuch zwischen den Zähnen bringt.
Jetzt sind wir hier. Was jetzt geschieht, geschieht uns.
(…)

"Fritz, jetzt kriegst du ja", sagte sie, "deine Jacke wieder." "Hoffentlich", sagte der Junge. "Wenn man sie nur nicht sehr zugerichtet hat", sagte das Mädchen. "Weisst du, der Alwig, der ihn zuletzt gepackt hat, das ist ein Roher."
Gestern abend hatte man in den Dörfern von nichts anderem gesprochen als von dem Flüchtling, den man in Alwigs Hof gestellt hatte ... Als man das Lager Westhofen vor mehr als drei Jahren eröffnete, als man Baracken und Mauern baute, Stacheldrähte zog und Posten aufstellte, als dann die erste Kolonne von Häftlingen unter Gelächter und Fusstritten durchgezogen kam, woran sich damals schon Alwigs beteiligten und Alwig ähnliche Burschen, als man nachts Schreie hörte und ein Gejohle und zwei-, dreimal Schüsse, da war es allen beklommen zu Mute. Man hatte sich bekreuzigt vor solcher Nachbarschaft. Mancher, den sein Arbeitsweg weit herumführte, hatte auch bald die Sträflinge unter Bewachung auf Aussenarbeit gesehen.“

 

 
Anna Seghers (19 november 1900 – 1 juni 1983)

 

De Duitse schrijfster en actrice Christiane Marie Elisabeth "Elise" Bürger, (eig. Hahn) werd geboren op 19 november 1769 in Stuttgart. Zie ook alle tags voor Elise Bürger op dit blog.

 

Klage

Traurig schleichen meine Tage
Nur die Nacht hört meine Klage
Wenn die Heimchen zirpend ziehn,
Wenn des Schlafes Zauber fliehn,
Wenn im Thurm die finstern Eulen,
Wilde Grabgesänge heulen,
Wein' ich, meines Jammers Zähren
Kann nicht Trost, nicht Hoffnung wehren.
Lebensfreuden fliehn vorüber
Immer wenn die Seele trüber,

Und in der Erinn'rung Tiefen
Wo betäubt die Schmerzen schliefen
Leben noch die nimmersatten
Alten, nebelgrauen Schatten,
Nagen, bis das Herz will brechen,
An dem Hoffen sich zu rächen!

Alles ist fiür mich verloren!
Mein Verderben ist beschworen;
Niemand will dies Herz erkennen,
Ach! müßt ich in Flammen brennen,
Nicht so grausam würd' ich leiden!
Leicht möcht' ich das Leben meiden,
Aber diese Todesqualen
Lindern keiner Hoffnung Strahlen.

Hab ich darum froh gesungen,
Darum mich empor geschwungen,
Zu der Dichtkunst lichten Höhn,
Mich so ganz zerstört zu sehn!
Was mich einst so hoch entzükket,
Hat mich in ein Nez verstrikket,
In ein Nez, das Furien ziehn,
Dem ich nimmer kann entfliehn!

Jugend blüht' auf meinen Wangen,
Seeligkeit war mein Verlangen,
O wie hab' ich mich betrogen,
Nie war mir das Glück gewogen,
Ach! des Leidens bittre Schaale
Leer ich schon zum zweitenmale'
Tod! nur du bist mir willkommen;
Nimm mich auf ins Land der Frommen!

 

 
Elise Bürger (19 november 1769 - 24 november 1833)
Stuttgart, markt en raadhuis op een oude ansichtkaart

 

 

De Italiaanse-Albanese dichter en schrijver Girolamo de Rada werd geboren op 19 november 1814 in Macchia Albanese. Zie ook alle tags voor Girolamo de Rada op dit blog en ook mijn blog van 19 november 2010.

Uit: Die Lieder von Milosao

Lied I

Die Erde hatte die Eichen verwandelt,
Frisches Wasser im Meer
Bläute im Tageslicht;
Aber die Taube von Anakreon
Lebte noch in altem Tempe.
Eines Tages flog sie weg, um in den Bergen zu trinken,
und kehrte nicht wie gewohnt zurück.
Sie erfror nicht im Schnee,
Sie wurde von keinem Pfeil tödlich verwundet,
Doch zog sie hinaus, bis sie
Zu meinem glückseligen Haus kam.
Im Morgengrauen, als Erde und Haus
Und Meer wieder erschienen -
Welche Freude floß aus meinen Augen -
Weckte sie mich, ihre Flügel
Streiften gegen die Fensterscheibe.
Ich stand auf und schaute hinaus:
Reifende Trauben
Bedeckten unsere Felder,
Blühender Flachs
Wehte im Wind
Mit einem sanften Lächeln,
Und wie die Blumen - der Himmel.
Du schautest dich um und vergaßest
Alle menschlichen Sorgen.
Die Ährenleser sangen
Zwischen den Garben. Gerade zurück
Von der Fremde war ich, wieder zusammen
Mit meinen Schwestern. Meine Mutter
Sprach stets nur von mir.
Eine Freude erfüllte meinen Körper,
Wie die von schönen Mädchen,
Die abends im Bett spüren,
Wie ihre Brüste
Zu schwellen beginnen.

 

Vertaald door Robert Elsie

 

 
Girolamo de Rada (19 november 1814 – 28 februari 1903)
Cover

 

 

Onafhankelijk van geboortedata:

De Duitse schrijfster Veronika Aydin werd in 1961 in Emmerich geboren. Zie ook alle tags voor Veronika Aydin op dit blog en ook mijn blog van 19 november 2009.

Uit: Klaus, der Knappe

„Mein allererster Freund hieß Klaus.
Eine Hexe mit rotem Kopftuch und großer Nase hatte meiner Oma prophezeit, dass es ein Felix sein würde, oder ein Balthasar. Zumindest ein Leopold.
Aber es wurde nur ein Klaus.
Mein erster Freund wurde er zufällig, ungeplant.
Eigentlich wollte ich damals Peter. Ja, ich weiß, ein Peter ist auch kein Leopold. Dennoch! Peter war der Ritter. Klaus war sein Knappe.
‘Klaus, der Käskopp’, sagten wir. Ein halber zumindest, denn seine Mutter kam aus Holland.
Holland lag hinter dem Wald.
Klaus, Peter und ich - wir wanderten in eine andere Zeit. Im diesigen Licht früher Nebelschwaden taten wir unseren Schwur.
„Freundschaft“, raunten wir. Und: „Für immer!”
Unsere Turniere hielten wir auf den Rheinwiesen ab oder unter den großen Bäumen der Hetter direkt hinterm Damm. Immer war es Peter, der am schnellsten rennen und am höchsten klettern konnte. Und stundenlang schauten wir ihm zu, wenn er verbotenerweise zum Wasser hinunterstieg und Stein um Stein darauf hüpfen ließ.
Klaus baute uns eine Burg. Aus alten Brettern nagelte er eine Bude direkt unter eine der alten Kastanien. Das war der Ort unserer Feste.
Im Frühjahr stieg Peter in die noch kahlen Äste und erzählte uns von unserem Reich. „Bis zu den Pappeln reicht es“, rief er zu uns hinunter. „In gerader Reihe stehen sie dort, wie Soldaten, die eine Grenze zu bewachen haben.“

 

 
Veronika Aydin (Emmerich, 1961)

 

 

Zie voor bovenstaande schrijvers ook mijn blog van 19 november 2008, mijn blog van 19 november 2007 en ook mijn blog van 18 november 2006.

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