20-08-17

Sylvie Richterová, Ernst-Jürgen Dreyer, Boleslaw Prus, Menno Lievers, Vasili Aksjonov, Jacqueline Susann

 

De Tsjechische schrijfster Sylvie Richterová werd geboren op 20 augustus 1945 in Brno. Zie ook mijn blog van 20 augustus 2007 en ook mijn blog van 20 augustus 2010.

Uit: Abc-Buch der Vatersprache

„Hinter ihr die beiden Mädchen, die Susanna beim Aussteigen nicht aus den Augen ließ, um zu sehen, wie sie die Emigration aufnahmen.
Markétka war sieben Jahre alt, Tereska fünf, sie sahen vor sich ihren Vater, ihre Tante, also mich, die Cousine Milena, die Freundin Ivana, deren Eltern, und eine Stadt, die sie nur am Rande wahrnahmen, die sich aber auf den ersten Blick keineswegs von Brünn unterschied, namentlich in Schwechat nicht, wohin alle gleich fuhren. Markétka bemerkte zwar, daß die Wohnung kleiner war, schmutziger und dunkler, aber Susanna begann gleich aufzuräumen und zu waschen, was ging und was nicht ging, und sie versicherte ihr auch, daß die Wohnung mit der Zeit besser und besser und vielleicht auch größer werden würde. Aleš war inzwischen mit der Toilette beschäftigt, die zum Empfang verstopft war oder gleich nach dem Empfang und mit einer Aufschrift in Tschechisch: /I/ Nichts, auch kein Papier hineinwerfen, versehen war, was die Kinder nicht durchgelesen hatten. Für die Kinder war es das beste, irgendwohin spielen zu gehen, bis die Wohnung wenigstens etwas wohnlich hergerichtet war, aber nicht auf die Straße, weil da außer dem Gehsteigrest nur der nicht abreißende Strom von mit Autobahngeschwindigkeit dahinrasenden Autos war. Und auch nicht in den Hof, denn dort bestand ein schriftliches Verbot, daß Kinder keinen Zutritt haben, auf einem Zettel, der am Eingang hing. Die Mama übersetzte es ihnen in einer Pause zwischen zwei Flugzeugen aus dem Deutschen ins Tschechische.
Mama, sagte darauf Tereska mit Hoffnung in der Stimme, wenn wir zur Großmutter gehen, kaufst du mir an der Ecke zur Palackýstraße ein Eis, ja! In diesem Moment begann Susanna zu begreifen, daß für Kinder das Emigrationsproblem äußerlich unsichtbar ist.
Und wahrscheinlich um so größer. Sie versprach Tereska ein österreichisches Eis, wenn sich auch das Kind unter diesem Eigenschaftswort nichts vorzustellen vermochte. Die Assoziation mit Eis verlieh Österreich immerhin doch etwas Verlockendes. Bevor es zu dem Eis kam, erhielten die Kinder noch ein Brot mit Marmelade, beides aus der Kiste aus Brünn ausgepackt, und aßen es im Park, der auch in Brünn hätte sein können, aber er war in Schwechat. Daß es auch das Eis in Brünn hätte sein können, merkte Tereska am Geschmack. Besser gesagt, sie erkannte keinen Unterschied.“

 

 
Sylvie Richterová (Brno, 20 augustus 1945)


 

De Duitse schrijver, dichter, vertaler en muziekwetenschapper Ernst-Jürgen Dreyer werd geboren op 20 augustus 1934 in Oschatz in Saksen. Zie ook alle tags voor Ernst-Jürgen Drayer op dit blog en ook mijn blog van 20 augustus 2010.

Uit: Die Spaltung

„Zu der Zeit war er nun grade hinter Marion her, aber das hatte ich noch nicht spitzgekriegt, denn ich war, seit ich in Leipzig war, ja kaum mehr in Beul. Dieses dunkle Subjekt, ich kann dir nicht sagen ob es ein Grenzgänger war oder ein Spitzel oder ein verkrachter Philosoph, ein Abenteurer jedenfalls, wanderte jedenfalls auch durch unser undurchsichtiges Gespräch; und ich erinnere mich wie an einen leichten elektrischen Schlag an das Wort „gefährdet“, denn das hatte sie schon mal gesagt und jetzt fiel es zum zweiten Mal: Marion sei gefährdet. Marion sei neunzehn. Ich war, wie gesagt, innerlich überdreht vor Aufmerksamkeit und übrigens auch vor Unbehagen, denn es berührte den Nerv meiner eigenen Unkenntnis, daß mich diese erwachsene Frau so zum Mitwisser dessen machte, was in ihrer Tochter vorging. Denn es hatte doch irgendwas zu bedeuten, daß sie das gerade mir erzählte. Die Sorgen an und für sich, die begriff ich wohl, und ich verehrte die Frau auch wegen der ruhigen und klugen Art, in der sie sich sorgte, und daß eben keine Nervosität dabei war, sondern der Abstand, in dem diese Dinge ganz klar geworden sind, einmal, weil sie sie ja selbst erlebt hat, und zweitens, weil sie ihr nicht mehr über den Kopf wachsen. Aber warum sprach sie darüber mit mir, dem es ja auch nicht besser ging, und dem dieser Abstand ja auch fehlte. Und wenn sie es schon mir erzählen mußte, warum in dieser leisen, kreisenden unklaren Art, in diesem Zimmer hinter den Vorhängen. Verstehst du: ich hätte verstanden, wenn sie sich eben mal mit mir hätte unterhalten wollen, um mal zu sehen mit wem die Marion da so befreundet ist, und wenn sie gesagt hätte: also die Marion ist ein braves Mädchen, ich will hoffen, daß sies Abitur einigermaßen macht, usw. Vielleicht hatten wir auch zu Anfang einfach so bißchen über das und jenes und auch über Marions Leistungen in der Schule geredet, aber das Gespräch war in eine alarmierende Sphäre geraten, und ich wußte nicht, in welche Verpflichtung es wollte Vielleicht war diese Verwirrung auch viel kürzer als jetzt beim Wiedererzählen, und alles hing mit dem zweiten „gefährdet“ zusammen, denn das Gesprächsthema wechselte ja auch und sie sprach von dem Fest in Leipzig, zu dem ich Marion eingeladen hatte.“

 

 
Ernst-Jürgen Dreyer (Oschatz, 20 augustus 1934)
Oschatz 

 

 

De Poolse schrijver Bolesław Prus (eig. Aleksander Glowacki) werd geboren in Hrubieszów, Lublin, op 20 augustus 1847. Zie ook alle tags voor Boleslaw Prus op dit blog en ook mijn blog van 20 augustus 2009 en van 20 augustus 2010.

Uit: Fading Voices (Vertaald door Christopher Kasparek)

"In politics, my dear Captain," said the Colonel, "the prime virtue is caution. No doubt about it!..."
"I've always been of that opinion, my dear Colonel," replied the Captain. "And you may recall, I've often defended Bismarck..."
"Actually, you've more often said that he was a scoundrel..."
"Me, Colonel?... It was that late Kudelski, but mainly Domejko, God rest their souls!..."
Then he added:
"True, they were good officers, but—neither had a head for politics... even if they have both been called to God's judgment."
Finally—of a certain winter, the Captain died.
For the nonce, the Colonel showed no grief; he saw to the funeral and arranged for it to be worthy of an officer of two armies. He did not shed a single tear, but when at the graveside there rang out the infantry's salvos of farewell to his colleague, the old man suddenly reeled and fell, as though all the shots had been aimed at his chest.
They barely brought him back to his senses. For a few minutes he rested, then without anyone's help he got into a fiacre and rode home.
Next day an ad appeared in the local newspapers, announcing that the Colonel's house was for sale. A buyer was found quickly, and a week later the old man was preparing to take leave of hospitable France forever.
"Aren't you sorry to be leaving us, Colonel?" asked the notary who was drafting the papers for the sale.
"Yes, and no," replied the old man. "Yes, because you are a noble people whom it is worth shedding blood for. And no—because much has changed with you... You talk only of business, money, cuisine, partying... I'll do better, going back to my snows... There the people are different, they're my people. They'll understand me, and I'll understand them. Here things are terribly empty for me..."

 


Bolesław Prus (20 augustus 1847 – 19 mei 1912)
Prus als student in 1871

 

 

De Nederlandse schrijver Menno Lievers werd geboren op 20 augustus 1959 in Oosterwolde. Zie ook alle tags voor Menno Lievers op dit blog en ook mijn blog van 20 augustus 2010.

Uit: God bestaat en zijn naam is OSIRIS

“Dat was in 1992. Inmiddels is het lachen mij wel vergaan. Iedere docent, iedere student, iedere patience spelende portier, zit gekluisterd aan hun pc’tje. En wee je gebeente als ‘het systeem plat is’, dan kunnen we met z’n allen naar huis. Faculteiten worden samengevoegd enkel en alleen op budgettaire gronden, zodat Kants ‘Der Streit der Fakultäten’ na twee eeuwen de prullenbak in kan: obsoleet, want wat een faculteit tot een faculteit maakt, doet er helemaal niet meer toe.
Toen ik tentamen deed, sprak je, wanneer je dacht dat je daar klaar voor was, met een hoogleraar een pensum af, waar zijn colleges desgewenst deel van uit maakten, maar verplicht waren die niet, en ging je bij hem thuis op audiëntie voor een gesprek over de stof. Daar is een module met een door de beschikbare onderwijsruimte bepaalde maximumlimiet aan deelnemers voor in de plaats gekomen; cursussen met minder dan vijftien ingeschreven studenten worden binnenkort afgeschaft. Waneer je als docent begrip toont voor het feit dat een ambitieuze student haar essay wat later inlevert dan de deadline, wordt dat als insubordinerend gedrag beschouwd dat niet langer kan worden getolereerd.
De resultaten van essays moeten niet slechts binnen twee weken na inlevering aan de student bekend worden gemaakt, zoals Gispen het ooit had bedoeld. Nee, de resultaten moeten binnen tien werkdagen na afloop van de cursus op OSIRIS zijn ingevoerd, anders loopt de financiering, de studievoortgangreportage, het berekeningsmodel, de capaciteitstoetsing, de rendementsvaststelling en het evaluatiemodel spaak.”

 

 
Menno Lievers (Oosterwolde, 20 augustus 1959)

 

 

De Russische schrijver Vasili Pavlovitsj Aksjonov werd geboren in Kazan op 20 augustus 1932. Zie ook mijn blog van 20 augustus 2009 en ook mijn blog van 20 augustus 2010.

Uit:Der rosa Eisberg oder Auf der Suche nach der Gattung (Vertaald door Rosemarie Tietze)

„Künstler: Soll ich in eine Wolke mich verwandeln, in geistlosen Dunst?
Yogi: Kann ich nur empfehlen.
Künstler: Doch wo bleibt dann das Brodeln, der Moschusborn des Schöpfertums, Gebrüll, verwegner Angriff, wo die schweren Truhen der Retrospektiven? All dies verflüchtigt sich?
Yogi: Eben.
Künstler: Nein, nimmermehr geb ich das Feuer des Prometheus preis, den ew’gen Quell von Liebe, Verstauchung, Inspiration! Eher erschieß ich den Versucher. (Schießt auf ihn.)
Yogi: Ihre Kugel steckt mir unterm Schulterblatt.“
(…)

Yogi: Stehen sie auf. Sie sind schon keine Wolke mehr.
Künstler: Was dann? Wenn keine Wolke, wer bin ich dann?
Der Yogi schweigt."

 

 
Vasili Aksjonov (20 augustus 1932 - 6 juli 2009)

 

 

De Amerikaanse schrijfster Jacqueline Susann werd geboren op 20 augustus 1918 in Philadelphia, Pennsylvania. Zie ook alle tags voor Jacqueline Susann op dit blog en ook mijn blog van 20 augustus 2010 en ook mijn blog van 20 augustus 2009.

Uit: Shadow of the Dolls

“She had married Lyon Burke and moved into a ten-room apartment on Fifth Avenue with a glorious view of the park. The Bellamy, Bellows and Burke Agency represented some of the highest-paid movie talent, so there was no need for her to work. Her only daughter, Jennifer, went to the most exclusive girls' school in the city. Anne filled her days the way so many other women did on the Upper East Side: exercising, shopping, getting facials and manicures, redecorating her apartment, entertaining her husband's business friends. Anne and Lyon were one of the most sought-after couples in the city, and every day's mail brought at least half a dozen invitations: to dinner parties, to museum galas, to weekends in the country, to charity events, to gallery and film openings.
Anne Welles Burke had gotten everything she dreamed of. She had married the man of her dreams, the first man she had fallen in love with. She had the child she always wanted, a sweet girl with Lyon's blue eyes and Anne's fine Yankee bone structure. She lived in the apartment she had always fantasized about, surrounded by the best furniture, the best carpets, the best paintings. She had come to New York with nothing, and now the city belonged to her.
New York! New York! In the early spring evenings, after Jenn had gone to her room to do her homework and before Lyon came home from the office, she took a glass of Chardonnay onto the balcony. She looked down into Central Park, full of pink and white blossoms. She looked west across Manhattan, where another spectacular sunset streaked the sky. She looked south at the skyline, still as breathtaking as when she had first arrived fifteen years before. And she said to herself: Mine, mine, mine.
Sometimes she poured a second glass of wine. Music wafted in from the open windows of a neighboring apartment, a strand of Joni Mitchell, or early Van Morrison, or an old Dionne Warwick hit she had forgotten the name of.”


 
Jacqueline Susann (20 augustus 1918 – 21 september 1974)

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