22-12-16

Astrid Lampe, Margit Schreiner, Hugo Loetscher, Jean Racine, Kenneth Rexroth, E. A. Robinson, Felicitas Hoppe, Christoph Keller, Johan Sebastian Welhaven

 

De Nederlandse dichteres en schrijfster Astrid Lampe werd geboren in Tilburg op 22 december 1955. Zie ook alle tags voor Astrid Lampe op dit blog.

 

strafgeschoeide babyvoetjes

strafgeschoeide babyvoetjes
maat doet er nu even niet toe
harde neus
hard contrefortje

heus, al wat dit brein aan roodharigs vermag
werkt de pols vrij
rolstoel precies in de loop

doe
doe

schenk dat vervloekt konijn wat liefde kutje
ik ga je niet verlinken
ik stop je in mijn molen heus
en prik je op mijn draaimatras kaninchen
ik

bingo

wou alleen nog maar
groot en anoniem door een groot al net zo anoniem museum slenteren
me hard afzetten op het maagdmariablauw van bollywood
mét snor - hoorspelacteur - conejo si te gusta mompelen of zoiets
in mezelf moederen

wil je amerika nog zien stampertje?
nee!

 

 

dit dwergkonijntje laat zich bibberend bekijken

dit dwergkonijntje laat zich bibberend bekijken
...waar zijn je handjes dan?
volk stuift op platte gympen uiteen

zo'n hoofd is een hard ding
-weg uit deze dimensie!
dit meisje poetst haar paardenstel
haar meester verstopt zich
ik kan al bijna een staart

hier zijn haar handjes
ze laat haar verse vrind heus niet buiten staan

(zeker en vast nie)

 

 
Astrid Lampe (Tilburg, 22 december 1955)

 


De Oostenrijkse schrijfster Margit Schreiner werd geboren op 22 december 1953 in Linz. Zie ook alle tags voor Margit Schreiner op dit blog.

Uit: Das menschliche Gleichgewicht

„Wahrscheinlich ist der Mensch von Natur aus ungeeignet für die Natur. Findet er nämlich ungestörte Natur vor, ist ihm das Leben in der ungestörten Natur zu mühsam, also zerstört er sie, um sie zu verbessern. Hat er sie verbessert, also zerstört, sehnt er sich nach unzerstörter Natur. Das Gleiche gilt für unsere Gefühle. Wir sind unfähig, damit umzugehen. Passiert nichts, ist uns langweilig, passiert etwas, sind wir gleich überfordert. Nehmen wir zum Beispiel die über Sechzigjährigen.
Sie sind in der Regel froh, wenn die Kinder aus dem Haus sind, kein unangemeldeter Besuch erscheint und sie ihre Ruhe haben. Einerseits. Andererseits beklagen sie sich schnell über Langeweile. Sie wollen etwas erleben. Erleben sie etwas, ist es ihnen aber gleich zu anstrengend. Manche Sechzigiährigc täuschen die unter Sechzigjährigen, indem sie mit einer Aktentasche unter dem Arm oder, wenn es sich um fortschrittliche und intelligente Sechzigjährige handelt, mit einem Rucksack auf dem Rücken durch die Stadt hetzen, was den Eindruck vermitteln soll, dass sie viel zu erledigen haben.
Obwohl sie meistens nicht mehr arbeiten oder zumindest in Altersteilzeit gegangen sind, haben sie es ständig eilig und drängen sich grundsätzlich überall vor: beim Arm, in der Straßenbahn, im Supermarkt. Sollen sie sich aber einmal an der Supermarktkasse beeilen, weil sich hinter ihnen bereits eine Schlange gebildet hat, ermahnen sie die hinter ihnen Wartenden zu mehr Gelassenheit im Alltag. Gelassenheit ist es aber gerade, was ihnen selbst am meisten fehlt. Sie jammern unentwegt über alles Mögliche: über Hüftgelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Rheuma oder Gicht. Haben sie weder Kalkschultern, Arthritis, Arthrose, Arteriosklerose oder Osteoporose noch grauen oder grünen Star, so fürchten sie entweder ständig, dass sie kurz davor sind, daran zu erkranken, oder bereits längst unerkannt daran erkrankt sind. Den Arzt besuchen sie so oft wie möglich und begründen dies mit der Angst vor steigender Schlaganfall- und Herzinfarktgefahr aufgrund mannigfaltiger Verkalkungen und Verstopfungen. Wobei sie dem Arzt stets ankreiden, entweder eine falsche Diagnose zu erstellen oder ihren Zustand zu verharmlosen. Die Ärzte stöhnen, wenn die Sechzigjährigcn ihre Wartezimmer verstopfen, weil sie an Blasenschwäche, Schwindel, Schwerhörigkeit leiden oder zu leiden glauben.“

 

 
Margit Schreiner (Linz, 22 december 1953)

 

 

De Zwitserse schrijver Hugo Loetscher werd geboren op 22 december 1929 in Zürich. Zie ook alle tags voor Hugo Loetscher op dit blog.

Uit: Kulinaritäten (Briefwisseling met Alice Vollenweider)

„4. Januar 1975
Liebes Aschenbrödel, ja, es sind die richtigen schwarzen Bohnen – aber damit hat es sich auch schon. Ich sagte Dir damals, als ich Dich vor dem Wa renhaus traf, ich hätte gerneeinmal eine Feijoada gemacht, hic et nunc in Zürich, und dass man dafür schwarze Bohnen braucht.
Die habe ich jetzt, dank Dir. Aber eine Feijoada habe ich immer noch nicht.
Dabei – ich habe alles gemacht, wie es im Büchlein stand, und ich habe ein Büchlein Lateinamerikanische Küche. Ich habe also die Bohnen eine Nacht lang eingeweicht, und dann habe ich sie gekocht.
Im Büchlein stand »zwei Stunden«. Nach zwei Stunden waren sie so hart wie am Anfang. Also ließ ich sie noch eine Stunde auf dem Feuer. Das hat auch nicht geholfen. Dann habe ich eine Büchse Erbsen aufgemacht, nur um zu wis sen, wie etwas ausschaut, das weich ist.
Was habe ich falsch gemacht? Man sagte mir, ich hätte die Bohnen nicht einfach in Wasser, sondern in Salzwasser legen sollen, aber davon stand nichts im Büchlein. Und dann habe ich, um ehrlich zu sein, die Bohnen einen Tag lang stehen lassen, ich habe sie nicht nach der durchweichten Nacht, son dern erst am folgenden Tag aufs Feuer getan – jedenfalls sind sie noch immer in diesem Topf und hart wie am ersten Tag. Mag sein, dass es eine Erklärung dafür gibt, ich habe mir auch die meine zurechtgelegt – sofern es eine Psychoanalyse für Boh nen gibt. Haben sie sich vielleicht deswegen verhärtet, weil sie nach einer aufgeweichten Nacht auf den Kochtopf warteten und dann nicht hineinkamen, also ein reines Ressentimentver halten?“

 

 
Hugo Loetscher (22 december 1929 – 18 augustus 2009)
Zürich, kerstmarkt

 

 

De Franse dichter en schrijver Jean Racine werd geboren op 22 december 1639 in La Ferté-Milon. Zie ook alle tags voor Jean Racine op dit blog.

 

Sur les vaines occupations des gens du siècle (Fragment)

O Sagesse, ta parole
Fit éclore l’Univers,
Posa sur un double Pôle
La Terre au milieu des Mers.
Tu dis. Et les Cieux parurent,
Et tous les Astres coururent
Dans leur ordre se placer.
Avant les Siècles tu règnes.
Et qui suis-je que tu daignes
Jusqu’à moi te rabaisser ?

Le Verbe, image du Père,
Laissa son trône éternel.
Et d’une mortelle Mère
Voulut naître homme, et mortel.
Comme l’orgueil fut le crime
Dont il naissait la Victime,
Il dépouilla sa splendeur,
Et vint pauvre et misérable,
Apprendre à l’homme coupable
Sa véritable grandeur.

L’âme heureusement captive
Sous ton joug trouve la paix,
Et s’abreuve d’une eau vive
Qui ne s’épuise jamais.
Chacun peut boire en cette onde.
Elle invite tout le monde.
Mais nous courons follement,
Chercher des sources bourbeuses,
Ou des citernes trompeuses
D’où l’eau luit à tout moment.



Jean Racine (22 december 1639 - Parijs, 21 april 1699)

Portret door François de Troy, eind 17e eeuw

 

  

De Amerikaanse dichter Kenneth Rexroth werd geboren in South Bend (Indiana) op 22 december 1905. Zie ook alle tags voor Kenneth Rexroth op dit blog.

 

The Bad Old Days

The summer of nineteen eighteen
I read The Jungle and The
Research Magnificent. That fall
My father died and my aunt
Took me to Chicago to live.
The first thing I did was to take
A streetcar to the stockyards.
In the winter afternoon,
Gritty and fetid, I walked
Through the filthy snow, through the
Squalid streets, looking shyly
Into the people’s faces,
Those who were home in the daytime.
Debauched and exhausted faces,
Starved and looted brains, faces
Like the faces in the senile
And insane wards of charity
Hospitals. Predatory
Faces of little children.
Then as the soiled twilight darkened,
Under the green gas lamps, and the
Sputtering purple arc lamps,
The faces of the men coming
Home from work, some still alive with
The last pulse of hope or courage,
Some sly and bitter, some smart and
Silly, most of them already
Broken and empty, no life,
Only blinding tiredness, worse
Than any tired animal.
The sour smells of a thousand
Suppers of fried potatoes and
Fried cabbage bled into the street.
I was giddy and sick, and out
Of my misery I felt rising
A terrible anger and out
Of the anger, an absolute vow.
Today the evil is clean
And prosperous, but it is
Everywhere, you don’t have to
Take a streetcar to find it,
And it is the same evil.
And the misery, and the
Anger, and the vow are the same.

 

 
Kenneth Rexroth (22 december 1905 – 6 juni 1982)

 

 

De Amerikaanse dichter Edwin Arlington Robinson werd geboren op 22 december 1869 in Head Tide, Maine. Zie ook alle tags voor E. A. Robinson op dit blog en ook alle tags voor Edwin Robonson.

 

Why He Was There

Much as he left it when he went from us
Here was the room again where he had been
So long that something of him should be seen,
Or felt-and so it was. Incredulous,
I turned about, loath to be greeted thus,
And there he was in his old chair, serene
As ever, and as laconic as lean
As when he lived, and as cadaverous.

Calm as he was of old when we were young,
He sat there gazing at the pallid flame
Before him. 'And how far will this go on?'
I thought. He felt the failure of my tongue,
And smiled: 'I was not here until you came;
And I shall not be here when you are gone.'

 

Erasmus

When he protested, not too solemnly,
That for a world’s achieving maintenance
The crust of overdone divinity
Lacked aliment, they called it recreance;
And when he chose through his own glass to scan
Sick Europe, and reduced, unyieldingly,
The monk within the cassock to the man
Within the monk, they called it heresy.

And when he made so perilously bold
As to be scattered forth in black and white,
Good fathers looked askance at him and rolled
Their inward eyes in anguish and affright;
There were some of them did shake at what was told,
And they shook best who knew that he was right.

 

 
E. A. Robinson (22 december 1869 – 6 april 1935)
Cover biografie 

 

 

De Duitse schrijfster Felicitas Hoppe werd geboren op 22 december 1960 in Hameln. Zie ook alle tags voor Felicitas Hoppe op dit blog.

Uit: Hoppe

“Es ist weder der fehlende Schreibtisch noch die Schokolade, auch nicht das Fernrohr, sondern der Rucksack, der zu Hoppes Erkennungsmerkmal werden wird, zu ihrer höchst persönlichen Rüstung. Bis zum Schluss ihrer Laufbahn (in rund vierzig Jahren weit über fünftausend Auftritte in über zweihundert Ländern in unterschiedlichen Kostümen und Rollen) ist kein einziger Auftritt ohne Rucksack vermerkt.
Bis heute unvergessen ein frühes Eishockeyturnier in Edmonton, von dessen Teilnahme die damals zwölfjährige und überaus hoffnungsvolle Hoppe (»Superpuck«) ausgeschlossen wird, als sie sich beim entscheidenden Endspiel so unvermutet wie beharrlich weigert, auf dem Eis ihren Rucksack abzulegen. Sieben Jahre später die Verweigerung der Aufnahme in die Dirigentenklasse eines Konservatoriums in Adelaide: »Man dirigiert bei uns immer noch mit den Armen, nicht mit dem Rücken«, so die Begründung des Vorsitzenden der Auswahlkommission Melville Drugs, dem gegenüber Hoppe behauptet haben soll, sie brauche den Rucksack als Gegengewicht, da sie sonst von der Musik »weggetragen« werde. Und, last but not least, zwei Jahrzehnte später, Hoppes legendärer Auftritt auf einem Podium in Tokio, als sie aus dem Stegreif einen knapp zweistündigen Vortrag zum Thema Rucksack, Buckel, Fetisch hält. Die Presse spekuliert über den Inhalt des mittlerweile angewachsenen Gepäckstücks: »Reine Leere. Verbergungsstrategien.
Warum macht sie nicht einfach den Reißverschluss auf und lässt uns einen Blick ins Innere werfen?«

 
Felicitas Hoppe (Hameln, 22 december 1960)
Cover

 

De Zwitserse schrijver Christoph Keller werd geboren op 22 december 1963 in St. Gallen. Zie ook alle tags voor Christoph Keller op dit blog.

Uit:Alles Übrige ergibt sich von selbst (Samen met Heinrich Kuhn)

„Nach Nächten, die kaum Abkühlung brachten. geschieht es in letzter Zeit immer öftter. dass Minetti auf seiner Parkbank einnickt. Holt ihn dann der Schrei eines Kindes, der Rut einer Mutter oder Werkzeuggeklirr aus Willis Gerätehalle zurück, ist er verwirrt und vermag nicht zu entscheiden. was noch zum Schlaf gehorte und was schon Wachzustand ist.
Während er sich wegen des Sonneneinfalls an den Rand der Bank verschiebt, fällt ihm auf, wie hinter dem übermannshohen Eisenzaun. der den Zentralpark umsäumt ein Baukran wie ein Warnsignal in den Himmel sticht. In einer Höhe von gegen vierzig Metern scheint sich dessen Arm mit dem Beton-Gegengewicht auf der andern Seite zu bewegen. Dabei ist es Sonntag. und die Baustelle nicht in Betrieb. Doch er schwebt. das steht fest, schwenkt über ein benachbartes Hausdach hinweg. über die Strasse. über die Mauer des Parks und wirft sein Schattengetlecht über die Wiese. Niemand sitzt in der Kabine des Kranführers. Wie ist es möglich, eine tormenschwere Konstruktion so spielerisch leicht zu bewegen?
Er schliesst die Augen und spürt. wie sich genau in diesem Moment der Kranarm über ihm befindet.
Gleichzeitig ist es ihm klar. wie demütigend banal die Klärung des Geheinmisses sein könnte. Wozu sollte er es wissen wollen! Schon schwebt er selbst dort oben, steigt höher und höher, getragen vom Wind.“

 
Christoph Keller (St. Gallen, 22 december 1963)
St. Gallen

 

De Noorse dichter en criticus Johan Sebastian Welhaven werd op 22 december 1807 in Bergen geboren. Zie ook alle tags voor Johan Sebastian Welhaven op dit blog.

 

The Wild Hunt (Fragment)

Loudly through air at night they haste,
An uproar on wild black horses!
As a storm the wild crowds travel by
With nothing but clouds for foothold.
Over the valleys, the woods and meadows -
Through darkness and weather, they never heed.
The traveler throws himself frightened to ground.
Listen... what clamor! It's the forces of Asgard!

Thor, the strong one, his hammer high,
Stands tall in his rig, in front of the pack.
He strikes his shield and hot red flames
Light up the nightly raid at the scene.
Horns blow, and an awesome noise
From bells and riding gear resounds.
Then the pack roars loudly and people listen
With rising fear in their quaking homes.

The Wild Hunt of Asgard raids the county
Whilst fall and winter at stormy nights.
But it favors to travel at Yuletide...
They feast with trolls and giants;
they closely ride by meadow and path
And pass the fearful nation.
Then, - take care farmer! Keep all in order!
As the wild hunt of Asgard may visit your home!

 

Vertaald door Liv Wenger

 

 
Johan Sebastian Welhaven (22 december 1807 – 21 oktober 1873)
Portret door Carl Peter Lehmann, 1842

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 22e december ook mijn blog van 22 december 2013 deel 1 en eveneens deel 2.

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