16-10-16

Dino Buzzati, Gerold Späth, Albrecht von Haller, Gottfried Kölwel, Gustaaf Peek

 

De Italiaanse schrijver Dino Buzzati werd geboren op 16 oktober 1906 in San Pellegrino. Zie ook alle tags voor Dino Buzzati op dit blog en ook mijn blog van 16 oktober 2009 en ook mijn blog van 16 oktober 2010

Uit: Die Tatarenwüste (Vertaald door Percy Eckstein en Wendla Lipsius)

„Nach seiner Ernennung zum Offizier verließ Giovanni Drogo an einem Morgen im September die Stadt, um sich nach der Festung Bastiani, seinem ersten Bestimmungsort, zu begeben.
Es war noch finster, als er sich wecken ließ und zum erstenmal seine Leutnantsuniform anlegte. Als er fertig war, betrachtete er sich beim Schein einer Petroleumlampe im Spiegel, doch die erhoffte fröhliche Laune wollte sich nicht einstellen. Im Haus war alles still, nur aus dem Zimmer nebenan drangen leise Geräusche zu ihm herüber: Giovannis Mutter stand soeben auf, um ihn zu verabschieden.
Das also war der Tag, den er seit Jahren herbeisehnte, der Beginn seines wirklichen Lebens! Er gedachte der freudlosen Zeiten auf der Militärakademie. Er erinnerte sich der trübseligen Abende, die er über seinen Büchern verbracht hatte, während unten auf der Straße freie und wohl auch glückliche Menschen vorübergingen, er sah sich von neuem in winterlich-eisigen Schlafsälen erwachen, auf denen der Alpdruck zahlloser Strafen lastete, und er dachte daran, mit welcher Ungeduld er die Tage gezählt hatte, einen nach dem anderen – diese Tage, die nie zu enden schienen.
Jetzt war er endlich Offizier, jetzt brauchte er sich nicht länger mit Büchern abzuquälen, brauchte nicht mehr vor der Stimme des Feldwebels zu zittern. Das alles war vorbei. Jene Tage, die ihm so hassenswert erschienen waren, hatten sich selbst für immer aufgezehrt, waren zu Monaten und Jahren geworden, die niemals wiederkehren würden. Ja, er war jetzt Offizier und würde Geld haben, und vielleicht würden ihm die Blicke schöner Frauen folgen.“

 

 
Dino Buzzati (16 oktober 1906 – 28 januari 1972)
Postzegel n.a.v. de 100e geboortedag in 2006


 

De Zwitserse schrijver Gerold Späth werd geboren op 16 oktober 1939 in Rapperswil. Zie ook alle tags voor Gerold Späth op dit blog en ook mijn blog van 16 oktober 2010

Uit: Unschlecht

„Nicht ich, Zünd übertreibt, wenn er schreibt, die Stadt habe insgesamt zwanzigtausend Einwohner, und die Hälfte, zehntausend, befände sich im Städtischen Irrenhaus. Er macht gern eingängige Sprüche, kommt sich gern schlau vor, mein Freund Zünd.
Dreifach übertreibt er:
Erstens ist unsere Stadt keine richtige Stadt, nur eine kleine Stadt, ein übriggebliebenes Habsburger Städtlein. Alte Urkunden prahlen zwar von einer ,Festen Freien Hehren Stat’, aber schon früher ist viel geschriftet worden, und diese alten Urkunden sind meist voll Fliegendreck.
Zweitens übertreibt er die Einwohnerzahl. Wie viele es ohne die Fremden und andern Wandervögel sind, steht vielleicht an einem weit hergeholten Stichtag, sonst aber nie genau fest. In unserer Gegend wird unplanmäßig gestorben und geboren, der See bringt Unruhe in die Statistik: da ersäuft der eine im Sommer sang- und klanglos, möchte zwar schreien, strengt sich an, will Laut geben, kann aber nicht, japst nur, schluckt, verliert dabei sich und seine galoppierenden Sinne. Säuft ab; das ist eine Art Tradition: einer mehr geht unter die Fische, derweil ein anderer sich und seine Strandbadnixe im Schatten unterm Gebüsch zehn Schritt vom Ufer beglückt.
Mein Freund hat dreimal übertrieben, denn drittens hat unser Städtlein kein Städtisches Irrenhaus, nichts dergleichen. Braucht es nicht. Haben wir nicht nötig.
Zum Spaß von Zünds schiefer Rechnung ausgehend, kämen Sie und ich zum gleichen Schluß: daß nämlich die eine Hälfte unserer Einwohnerschaft, die irre, nur mangels geeigneter Behausung frei herumlaufe, sich gleicher Freizügigkeit erfreue wie die andere, die nicht irre Abteilung. Aber, sehen Sie, jetzt irren auch wir, und zwar weil eben Verrückte und Nichtverrückte nie gesondert wurden. Man sieht es den Häusern nicht an, in welchen Topf ihre Bewohner gehören; darum hält jeder die andern für das, was sie seiner Meinung nach sind: Löli, Galöri, Spinner, beschissen und verteufelt. Alle haben viel Spielraum für ihre freie Meinung, und das Patente dabei ist, daß jeder getrost verrückt sein kann, es gibt sicher noch Verrücktere. Bei uns ist sozusagen alles möglich, allein schon die Lage und das Wetter machen ziemlich viel aus. Wenn einer verhunzt werden soll – ich rede aus Erfahrung, möchte mich auch heute noch oder erst recht als Rapperswiler bezeichnen –, sind immer ein paar Aufmöbler zur Hand.“

 

 
Gerold Späth (Rapperswil, 16 oktober 1939)

 

 

De Zwitserse dichter, arts, en natuurwetenschapper Albrecht von Haller werd geboren in Bern op 16 oktober 1708. Zie ook alle tags voor Albrecht von Haller op dit blog en ook mijn blog van 16 oktober 2009 en ook mijn blog van 16 oktober 2010

 

Der Hahn, die Tauben und der Geier

Einige Tauben suchten sich an etwas Korn zu sättigen. Ein Haushahn kam dazu, brauchte Gewalt und vertrieb die Tauben. Im ersten Verdruß über das erlittene Unrecht sahen sie einen Geier, der eben über dem Hofe schwebte, und riefen ihn an, sie zu rächen. Der Geier kam, zerriß den Hahn und bald darauf die Tauben, die sich über den Tod ihres Feindes freueten.

Ihr Staaten, die so leicht ein schlechter Nutz entzweit,
Die ihr als einzeln schwach, und stark, wann einig, seid,
O lernt bei diesem Bild die kleine Rache meiden
Und lieber den Verlust als Unterdrückung leiden.
Die Fabel malt euch vor, was allemal geschah;
Bleibt einig oder bebt; der Geier ist schon da!

 

 

Aus der Tugend fließt der wahre Friede,

Aus der Tugend fließt der wahre Friede,
Wollust ekelt, Reichtum macht uns müde,
Kronen drücken, Ehre blend't nicht immer,
Tugend fehlt nimmer.

 

 

Der Fuchs und die Trauben

Ein Fuchs, der auf die Beute gieng,
Traf einen Weinstock an, der, voll von falben Trauben,
Um einen hohen Ulmbaum hieng;
Sie schienen gut genug; die Kunst war, abzuklauben.
Er schlich sich hin und her, den Zugang auszuspähn;
Umsonst, es war zu hoch, kein Sprung war abzusehn.
Der Schalk dacht in sich selbst: ich muß mich nicht beschämen;
Er sprach und macht dabei ein hämisches Gesicht:
»Was soll ich mir viel Mühe nehmen,
Sie sind ja saur und taugen nicht!«

So gehts der Wissenschaft. Verachtung geht für Müh.
Wer sie nicht hat, der tadelt sie.

 

 
Albrecht von Haller (16 oktober 1708 – 12 december 1777)
Portret door Johann Rudolf Huber, 1736

 

 

De Duitse dichter en schrijver Gottfried Kölwel werd geboren op 16 oktober 1889 in Beratzhausen. Zie ook alle tags voor Gottfried Kölwel op dit blog en ook mijn blog van 16 oktober 2009 en ook mijn blog van 16 oktober 2010

 

Vor dem Schneefall

Im späten abendlichen Raum
veratmet herbstlich Haus an Haus,
als löschte mit dem grauen Saum
ihr letztes warmes Leben aus.

Der Kirchturm, der sich mächtig glaubt,
ein Trotz aus wetterfestem Stein,
duckt schon das kuppelige Haupt
und schrumpft zum grauen Schemen ein.

Wie selbst der abendblaue Wald
die Seide ablegt und verstummt
und sich, vom Ahnen überwallt,
in graue Pelze dicht vermummt.

Die nackten Birken aber stehn
angstdünn im Raum des Nebelsees
und wittern schauernd schon das Wehn
und schwer die Last des ersten Schnees.

 

 
Gottfried Kölwel (16 oktober 1889 – 21 maart 1958)

 

 

Onafhankelijk van geboortedata:

De Nederlandse schrijver Gustaaf Peek werd geboren in Haarlem in 1975. Peek studeerde Engelse Taal- en Letterkunde aan de Universiteit Leiden. Zie ook alle tags voor Gustaaf Peek op dit blog.

Uit: Godin, held

“Een breedgeschouderde vrouw liep als enige naar voren. Zwart kant over zijde, betraande wangen en een brekende lach. Ze legde een hand op het fineer, maakte aaiende gebaren ter hoogte van het gezicht.
Ze kuste de palm van haar hand, die ze daarna plat op de kist legde. Bij de uitgang leek niemand op haar te wachten.
Soms liepen diensten uit en wachtten de schoonmakers in de bijkeuken van de koffiekamer. De nieuweling, een jongen van zestien, deed de deur op een kier en keek de gang in. Er was niemand en ze verzamelden hun spullen en begonnen aan hun werk.
In de grote zaal stond nog een kist. Ze gingen eromheen staan. De jongen werd eropuit gestuurd om hulp te halen, maar hij kwam alleen terug, ze waren de enigen in het gebouw. Iemand had een fles bij zich en die ging rond en iedereen dronk, ook de vrouwen, en ze proostten in de richting van de kist. Daarna stapelden ze de stoelen en trapten ze de stofzuigers wakker.
Later zou de jongen zeggen dat het door de drank kwam, de flessen die iemand ergens in het gebouw was vergeten, en de blijdschap na de laatste klus van de dag, maar na het werk reden ze de kist het gebouw uit. Ze wisten niet of het een man of vrouw was die erin lag, maar een dode verdiende een laatste tocht. Ze zongen, ieder in een andere taal, door het geraas van de auto’s reikten de klanken niet ver, het was hun eigen feest.
De kromme wilgen in de berm werden een erehaag en iedereen voelde de opwinding en vrijheid van een optocht. Ze wisselden van plaats bij de kist en leken te dansen en de jongen hoopte dat het altijd zo was.”

 

 
Gustaaf Peek (Haarlem, 1975)

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