14-08-16

Dolce far niente, Frouke Arns, Wolf Wondratschek, Danielle Steel, Erwin Strittmatter, Sir Walter Scott, Julia Mann - da Silva-Bruhns, Stefanie de Velasco, Verena Güntner

 

Dolce far niente

 

 
Standbeeld van Karel de Grote op paard van Albert Termote op het Keizer Karelplein, Nijmegen

 

 

goudvis in de waal

je ging naar het plein om de keizer te zien
het vroor, het was nacht
en je had geen plan.

je was jong en je leven was als op de rotonde:
zolang je niet afslaat
kun je nog alle kanten op.

wij bestaan uit water en tijd, zei de keizer
zijn woorden vielen als ijsblokjes
gladwit stuiterend op de grond.

je dacht aan je goudvis, die je als kind in de lente
meenam naar buiten en vergat;
nachtvorst zette hem op pauze -je was ontroostbaar

tot de zon hem ontdooide en hij weer zwom.
jaren later spoelde je vader hem door naar zijn vrienden
die op hem wachtten in zeeën van tijd

je gaat naar de brug om de waal te zien
heeft water een leeftijd, het is al zo oud;
zou het iets weten, vraag je de rivier

en de stad staat blauw van de dag aan haar kade
een aak duwt traag de ochtend voor zich uit
aan dek schudt een vrouw uit lakens haar dromen

soms denk je nog aan zijn woorden, draaiend van afslag
naar afslag op die kolkende rotonde, en vraag je je af
wat daar zo schittert, in die diepe, donkere onderstroom

 

 
Frouke Arns (Handorf, 1964)
Frouke Arns is momenteel stadsdichter van Nijmegen


 

De Duitse dichter en schrijver Wolf Wondratschek werd geboren op 14 augustus 1943 in Rudolstadt. Zie ook alle tags voor Wolf Wondratscheck op dit blog en ook mijn blog van 14 augustus 2010.

 

Ein Traum

Auf einem Baum sitzen.
In die Prärie schauen.
Nicht lieben müssen.

Der Horizont öffnet sich
in Form einer Frau,
die nie näher kommt.

Nicht lieben müssen,
es wär dann ein Leichtes
zu lieben.

 

 

Frühling in Saturnia

Der alte Mann trat aus dem Haus.
Auf den Bänken saßen die anderen alten Männer,
und die Toten lagen auf dem Friedhof.
Er kannte das alles.

Einen Winter lang hatten die Katzen geschlafen
und Gott, faul wie er war, auch.
Der Schnee schlief sogar, während er fiel.
Sonst war
, außer daß ein Brief eintraf,
monatelang nichts passiert.

Seine Enkelkinder, las er, studierten in Amerika,
konnte sich darunter aber nichts vorstellen
und ging in die Kirche.

In die Kirche ging er regelmäßig,
das war wie Essen und Trinken.
Danach ging er wieder nach Hause
und las den Brief wieder.

Als er ihn einmal nicht sofort fand,
hatte er seine Frau im Verdacht, ihn verlegt zu haben,
und rief nach ihr
, bis ihm einfiel,
daß sie nicht da war
und er die Blumen, die noch in der Vase steckten,
auf ihr Grab legen wollte.

 

 
Wolf Wondratschek (Rudolstadt, 14 augustus 1943)

 

 

De Amerikaanse schrijfster Danielle Steel werd geboren in New York op 14 augustus 1947. Zie ook alle tags voor Danielle Steel op dit blog en ook mijn blog van 14 augustus 2010.

Uit:Country

“Jean had been a waitress in Modesto when he met her, from a dirt-­poor family that had just lost their farm when her father died in an accident, leaving five starving kids and a widow who looked twenty years older than she was. Jean rarely saw her siblings anymore and had nothing in common with them. She had married Fred thirty years before, and was fifty-­one years old. She’d had her eyes done, an excellent face-­lift by a plastic surgeon in New York, she stayed in shape, took terrific care of herself, and got Botox shots three times a year. She was a beautiful woman, although her face showed almost no expression, which was fine with her. Above all, she never wanted to be poor again, and as long as she and Fred stayed married, she knew she never would be.
She knew that he had cheated on her for most of their marriage, and she no longer cared. She hadn’t been in love with him in years. She could have sued him for a fortune in a divorce, but she liked the lifestyle he provided, the perks, and the status of being Mrs. Fred Dawson. She said jokingly to her friends that she had made a pact with the devil, and the devil in her life was Fred. She had no illusions about him, and no desire to change anything about the way she lived. She had her horses and her friends and went to visit her daughters in Chicago if she wanted to see them, and she and Fred had an unspoken arrangement that worked for both of them. There was an undeniable edge to her, born of the way things had worked out, and she didn’t have a high opinion of her husband, or men like him. She believed now that all men cheated, given half a chance to do so, and her husband certainly did, and had for years. He slept with secretaries, assistants, and women he met at cocktail parties, on business, or in elevators, and women he sat next to on planes. The only women he didn’t sleep with, she was certain, were her closest friends. At least he had the good taste not to do that. And most of them were too old for him. But he wouldn’t have done that to her anyway. He wasn’t a bad guy, just a cheater, with a weakness for twenty-­five-­year-­olds.”

 

 
Danielle Steel (New York, 14 augustus 1947)

 

 

De Duitse schrijver Erwin Strittmatter werd geboren op 14 augustus 1912 in Spremberg. Zie ook alle tags voor Erwin Strittmatter op dit blog en ook mijn blog van 14 augustus 2010.

Uit: Geschichten ohne Heimat

“Und hatten sich die Zellen des Menschen, der Grete hieß, nicht auch in fünfzig Jahren vielmals erneuert? Er sah es ja: Sie kannte ihn nicht mehr, und früher hatte sie ihn gekannt. Nur der Raum, den die frühere Grete in der Welt beanspruchte, wurde von der heutigen Grete noch benutzt. Und so wars mit dem Birnbaum und dem Apfelgarten: Sie benutzten für ihr Dasein noch den alten Raum. Er war erstaunt, wie willig er die unsichtbaren Veränderungen unveranschlagt gelassen hatte, weil sie seinen Erinnerungen rechtgaben. Viele Tage dachte er, daß es sinnlos gewesen war, das Dorf seiner frühen Kindheit wieder aufzusuchen. War sein Leben nicht doch ärmer geworden, nachdem nun zerstört war, was seine Erinnerungen verklärt hatte? Später fand er Trost in dem Gedanken, daß das Leben längst erstarrt wäre, wenn das Vorgefundene und die Erinnerungen übereinstimmen würden, und daß es einzig darauf ankommt, seinen geistigen Raum zu erweitern, solange man hier ist.“

 

 
Erwin Strittmatter (14 augustus 1912 – 31 januari 1994)
Hier met zijn vrouw Eva Strittmatter

 

 

De Schotse dichter en schrijver Sir Walter Scott werd geboren in Edinburgh op 14 augustus 1771. Zie ook alle tags voor Sir Walter Scott op dit blog en ook mijn blog van 14 augustus 2010.

 

The Lady of the Lake (Fragment)

I.
The stag at eve had drunk his fill,
Where danced the moon on Monan's rill,
And deep his midnight lair had made
In lone Glenartney's hazel shade;
But when the sun his beacon red
Had kindled on Benvoirlich's head,
The deep-mouthed bloodhound's heavy bay
Resounded up the rocky way,
And faint, from farther distance borne,
Were heard the clanging hoof and horn.


II.
As Chief, who hears his warder call,
'To arms! the foemen storm the wall,'
The antlered monarch of the waste
Sprung from his heathery couch in haste.
But ere his fleet career he took,
The dew-drops from his flanks he shook;
Like crested leader proud and high
Tossed his beamed frontlet to the sky;
A moment gazed adown the dale,
A moment snuffed the tainted gale,
A moment listened to the cry,
That thickened as the chase drew nigh;
Then, as the headmost foes appeared,
With one brave bound the copse he cleared,
And, stretching forward free and far,
Sought the wild heaths of Uam-Var.

 

 
Sir Walter Scott (14 augustus 1771 - 21 september 1832)
Portret door Sir William Allan, 1844

 

 

De moeder van (o.a.) de Duitse schrijvers Heinrich en Thomas Mann, Julia Mann-da Silva-Bruhns werd geboren op  14 augustus 1851 in Paraty in Brazilië.Zie ook alle tags voor Julia Mann - da Silva-Bruhns op dit blogen ook mijn blog van 14 augustus 2010.

Uit:Tonio Kröger

„Das große Krögersche Haus stand mitsamt seiner würdigen Geschichte zum Verkaufe, und die Firma ward ausgelöscht. Tonios Mutter jedoch, seine schöne, feurige Mutter, die so wunderbar den Flügel und die Mandoline spielte und der alles ganz einerlei war, vermählte sich nach Jahresfrist aufs neue, und zwar mit einem Musiker, einem Virtuosen mit italienischem Namen, dem sie in blaue Fernen folgte. Tonio Kröger fand dies ein wenig liederlich; aber war er berufen, es ihr zu wehren? Er schrieb Verse und konnte nicht einmal beantworten, was in aller Welt er zu werden gedachte…
Und er verließ die winklige Heimatstadt, um deren Giebel der feuchte Wind pfiff, verließ den Springbrunnen und den alten Walnußbaum im Garten, die Vertrauten seiner Jugend, verließ auch das Meer, das er so sehr liebte, und empfand keinen Schmerz dabei. Denn er war groß und klug geworden, hatte begriffen, was für eine Bewandtnis es mit ihm hatte, und war voller Spott für das plumpe und niedrige Dasein, das ihn so lange in seiner Mitte gehalten hatte.
Er ergab sich ganz der Macht, die ihm als die erhabenste auf Erden erschien, zu deren Dienst er sich berufen fühlte, und die ihm Hoheit und Ehren versprach, der Macht des Geistes und Wortes, die lächelnd über dem unbewußten und stummen Leben thront. Mit seiner jungen Leidenschaft ergab er sich ihr, und sie lohnte ihm mit allem, was sie zu schenken hat, und nahm ihm unerbittlich all das, was sie als Entgelt dafür zu nehmen pflegt.“

 

 
Julia Mann - da Silva-Bruhns (14 augustus 1851 – 11 maart 1923)
Julia Mann-da Silva-Bruhns stond o.a. model voor Mutter Consuelo Kröger. Hier met Thomas Manns jongste broer Viktor.

 

 

Onafhankelijk van geboortedata

De Duitse schrijfster Stefanie de Velasco werd geboren in 1978 in Oberhausen. Zie ook alle tags voor Stefanie de Velasco op dit blog.

Uit:Tigermilch

„Wir zwei, ]ameelah und ich, wir sind jetzt erwachsen.
Deswegen kaufen wir uns Ringelstrümpfe von unserem Taschengeld. Wenn man anfängt, sich selbst Klamotten zu kaufen, dann ist man erwachsen. Nach der Schule schließen wir uns im Mädchenklo ein und ziehen unsere Hosen aus, darunter sind die Strümpfe.
Unsere T-Shirts, die reichen uns nur knapp über den Hintern, darunter die Ringelstrümpfe, bis zum Oberschenkel hochgezogen, das ist genau das, worauf die Typen abfahren. Ich kriege immer Schulmilch in der großen Pause, weil ich Kalziummangel habe, das sieht man angeblich an den weißen Flecken auf meinen Fingernägeln. Beim Penny haben wir eine Flasche Mariacron, Maracujasaft und eine Müllermilch Schoko gekauft, den Kassiererinnen ist das meistens egal, dass wir noch keine 18 sind. Die Müllermilch kippen wir ins Klo, Müllermilch ist für Kinder, wir trinken Tigermilch, und das geht so. Wir kippen ein bisschen Schulmilch, viel Maracujasaft und ordentlich Mariacron in den Müllermilchbecher. _]ameelah rührt mit ihrem Finger alles zusammen, ganz lange Finger hat sie, voller Ringe, alle von Pimkie geklaut. ]ameelah klaut nicht nur Ringe, auch Parfüm, Nagellack, eigentlich alles, wo keins von diesen Dingern dran ist, die piepsen.
Wir trinken abwechselnd aus dem Müllermilchbecher, und dann fahren wir zur Kurfürsten.“

 

 
Stefanie de Velasco (Oberhausen, 1978)

 

 

De Duitse schrijfster Verena Güntner werd geboren in 1978 in Ulm. Zie ook alle tags voor Verena Günther op dit blog.

Uit: Es bringen

„Bis jetzt gibt es keine Luke, und deshalb knalle ich die Schublade jedes Mal wieder zu, und der Kinderlöffel bleibt an seinem Platz. Ich mache mit dem Schaben weiter. Denn am Ende geht es immer darum, den Trainingsplan so gut und sicher aufzustellen, wie es im Moment eben möglich ist,
damit mir keiner mit ner Überraschungsaktion kommen kann, die mich und die Mannschaft dann lahmlegt. Meine Innereien sind zur Zeit mein Leck, und ich hab Angst, dass sich dort
irgendwann was ereignet, von dem ich wissen müsste, es aber nicht mitbekomme, weil die Haut alles zugeklebt hat.
*
Herr Knittel, mein Sportlehrer, erklärt gerade eine Sache am Bock, aber ich höre nicht zu. Turnen ist die schwulste Sache der Welt. Ich lehne an der Sprossenwand und schaue an mir runter. Schaue meine Arme an und die Haut, die um sie rumgespannt ist, und das macht mich wie immer wahnsinnig
aggressiv. Ich schaue von den Armen weg und nach oben. Zu der Fensterreihe unter der Decke der Turnhalle. Man kann die Fenster nicht öffnen, deshalb stinkt es in der Halle imme ohne Ende nach Schweißfüßen. Draußen ist es bewölkt, trotzdem recht hell. Ich halte einen Arm nach oben ins Licht
und betrachte ihn angestrengt.“

 

 
Verena Güntner (Ulm, 1978)

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 14e augustus ook mijn vorige blog van vandaag.

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