25-07-16

Lieke Marsman, Sytze van der Zee, Elias Canetti, Max Dauthendey, Jovica Tasevski – Eternijan, Annette Pehnt, Louise Boege

 

De Nederlandse dichteres Lieke Marsman werd op 25 juli 1990 geboren te Den Bosch. Zie ook alle tags voor Lieke Marsman op dit blog.

 

Noorwegen

Donkergroen, denk ik. Ja
er zou veel donkergroen zijn. En geschreeuw
zo ver dat het onhoorbaar werd. De wereld
buiten ons zou, op haar beurt, mij eens niet
horen zuchten. Met een mondvol onzichtbare
kakkerlakken op een sofa die de grond heet,
zou je me geen pijn doen met die tong, maar
mijn huid helen. De wijnvlek op mijn enkel
zou je dronken maken – ik zou vragen
niet in de bloemenvaas te kotsen. De hele avond
op slippers door de keuken lopen, Zweden
kunnen zien liggen vanaf een steiger. En denken aan
de chimpansee ergens in de dierentuin
van Buenos Aires die men onze taal leert. Aan hoe
hij het nooit zal begrijpen. Ik zou zeggen:
oh nee, niet nog eens
die jurk.

 

 
Lieke Marsman (Den Bosch, 25 juli 1990)


 

De Nederlandse journalist en schrijver Sytze van der Zee werd geboren op 25 juli 1939 in Hilversum. Zie ook alle tags voor Sytze van der Zee op dit blog en ook mijn blog van 25 juli 2010

Uit: Vogelvrij

“U bent toch niet tot twintig jaar gevangenisstraf veroordeeld voor iets wat u niet hebt gedaan?‘Volgens de Hollanders had ik voor de Duitsers gewerkt.’ Maar alleen voor het schrijven van Stimmungsberichten kreeg je geen twintig jaar.‘Wat wilt u eigenlijk van mij?’ Ik wil weten hoe u op die tijd terugkijkt. Wat denkt u, wat voelt u? Maar het enige wat u te berde brengt, is dat het allemaal niet klopt en dat het niet heeft plaatsgevonden.‘Dat zeg ik niet. Wat ik bedoel, is dat Barbie ervoor heeft gezorgd dat ik niet naar Auschwitz zou gaan als ik de Stimmungsberichten zou schrijven. En dat heb ik vijf jaar lang gedaan.’ En al die zaken die in uw dossier staan?‘Dat weet ik niet.’ Dan heeft u er ook geen bezwaar tegen dat ik uw dossier lees en alles opschrijf?‘Nee, dat heb ik niet.’ Wanneer kwam u vrij? ‘In 1957, 1958. Ik weet het niet meer precies.’‘In 1958 is mijn zuster geboren,’ zegt zijn dochter. ‘Of is dat soms niet mijn zuster? Na dit kan je immers alles verwachten. Ik geloof nu aan niets meer, zelfs niet aan de Lieve-Heer. Is ze soms mijn zuster niet?’ ‘Dan ben ik in 1957 vrijgelaten. Ik heb toen je moeder tijdens een Kur in Bad König leren kennen.’ Na uw arrestatie diste u steeds weer een ander verhaal op. De ene leugen na de andere. Hebt u nooit eens de behoefte gehad het echte verhaal te vertellen?‘Dat heb ik nu gedaan.’ Daar geloof ik niets van. Waarom vertelt u niet de waarheid?‘Ik heb dat gedaan.’ B. staat op. ‘Ik moet even naar buiten’, zegt ze. ‘De frisse lucht in.’ Het is zelfs uw plicht, zeker ten opzichte van uw dochter, het hele verhaal te vertellen. ‘Denkt u dat mijn dochter het erg vindt als ze hoort wat haar vader heeft gedaan?’ Natuurlijk vindt ze het erg, niet in het minst doordat ze het van mij heeft moeten horen. ‘Dat is treurig, treurig. Maar ik ben veroordeeld en heb mijn straf uitgezeten en nu ben ik een zieke man die nog een paar maanden heeft te leven.’ U hebt nog geluk gehad. Voor hetzelfde geld hadden ze u na de oorlog gefusilleerd.”

 

 
Sytze van der Zee (Hilversum, 25 juli 1939)

 

 

De Duitstalige schrijver Elias Canetti werd geboren op 25 juli 1905 in Russe in Bulgarije. Zie ook mijn blog van 25 juli 2010 en eveneens alle tags voor Elias Canetti op dit blog.

Uit: Masse und Macht

„Von Anfang an gehört zum Wesen der Flucht die Verschiedenartigkeit der beiden Geschöpfe, die auf diese Weise miteinander in Beziehung treten. Das eine gibt nur kund, daß es das andere fressen will; daher der tödliche Ernst der Flucht. Der „Befehl“ zwingt das schwächere Tier zur Bewegung, gleichgültig, ob es dann wirklich verfolgt wird oder nicht. Auf die Stärke der Drohung allein kommt es an: des Blickes, der Stimme, der schreckhaften Gestalt.
Der Befehl leitet sich also vom Fluchtbefehl her: er spielt sich in seiner ursprünglichsten Form zwischen zwei Tieren verschiedener Gattung ab, von denen das eine das andere bedroht. Die große Machtverschiedenheit dieser beiden, die Tatsache, daß das eine – man möchte sagen – gewohnt ist, dem anderen als Beute zu dienen, die Unerschütterlichkeit dieses Verhältnisses, das wie von jeher etabliert erscheint, alles das zusammen gibt dem Vorgang etwas Absolutes und Unwiderrufliches. Die Flucht ist die einzige und die letzte Instanz, an die gegen dieses Todesurteil appelliert werden kann. Das Brüllen eines Löwen, der auf Raub ausgeht, ist wirklich ein Todesurteil: es ist der eine Laut seiner Sprache, den alle seine Opfer verstehen; und es mag diese Drohung das einzige sein, das ihnen, den untereinander so sehr Verschiedenen, gemeinsam ist. Der älteste Befehl – und einer, der viel früher erteilt worden ist, als es Menschen gibt – ist ein Todesurteil und zwingt das Opfer zur Flucht. Man wird gut tun, daran zu denken, wenn vom Befehl unter Menschen die Rede ist. Das Todesurteil und seine erbarmungslose Furchtbarkeit schimmern unter jedem Befehl durch. Das System der Befehle unter den Menschen ist so angelegt, daß man dem Tode für gewöhnlich entkommt; aber der Schrecken vor ihm, die Drohung, ist immer darin enthalten; und die Aufrechterhaltung und Vollstreckung von wirklichen Todesurteilen halten den Schrecken vor jedem Befehl, vor Befehlen überhaupt wach.“

 

 
Elias Canetti (25 juli 1905 - 14 augustus 1994)
Cover

 

 

De Duitse dichter en schilder Max Dauthendey werd geboren op 25 juli 1867 in Würzburg. Zie ook alle tags voor Max Dathendey op dit blog.

 

Rote Rosen

Du hast Deine Hand noch nicht auf die Türklinke gelegt,
Als Dir durchs Türbrett der Rosen Brand schon entgegenschlägt.
Die Rosen sind Deinem Herzen näher als manches Wort,
Sie geben ihr Glück in die Luft und halten doch vornehm das Prahlen zurück.
Der Rose Seele will sich sanft zu Dir setzen,
Deine Augen haben und Deinem Blut von Seligkeit schwätzen.
Wer sie vor seinen Türen in kleinen menschengroßen Bäumen pflegt,
Dem hat sich das Glück quer über die Schwelle gelegt;
Denn die roten Rosen, die können für Dich küren,
Sie locken Dir die Liebste durch verschlossene Türen.

 

 

Und einmal steht das Herz am Wege still

Häuser und Mauern, welche die Menschen überdauern,
Bäume und Hecken, die sich über viele Menschenalter strecken,
Dunkel und Sternenheer, in unendlich geduldiger Wiederkehr,
Kamen mir auf den Hügelwegen in der Sommernacht entgegen.
Nach der Farbe von meinen Haaren, bin ich noch der wie vor Jahren,
Nach meiner Sprache Klang und an meinem Gang
Kennen mich die Gelände und im Hohlweg die Felsenwände.
Viele Wünsche sind vergangen, die wie Sterne unerreichbar hangen,
Und einmal steht das Herz am Wege still,
Weil es endlich nichts mehr wünschen will.

 

 

Der Welt Gesicht sind aller Welt Gesichter

Die Welt hat kein Gesicht von greifbarer Gestalt.
Vor einem Kind malt sie sich stolz und wie ein Held,
Vor einem Greise ohne Durst, wie tausendjährig Holz so alt,
Den Dummen quält die Welt stets kopfgestellt.
Dem Kühlen und dem Stummen ist sie kalt versteint,
Die Schwachen fühlen sie als Tränensack, der greint.
Dem Trotzigen ist sie voll Mühlen, gegen die er ficht,
Dem Gütigen stets wohlgemeint voll Schwergewicht,
Dem Richter ist sie ewiges Weltgericht.
Ein unwirklich und tief Gedicht ist sie dem Dichter,
Verliebten lieblos oder voller Liebe;
Der Welt Gesicht sind aller Welt Gesichter.

 

 
Max Dauthendey (25 juli 1867 – 29 augustus 1918)
Cover

 

 

De Macedonische dichter Jovica Tasevski – Eternijan werd geboren op 25 juli 1976 in Skopje. Zie ook alle tags voor Jovica Tasevski – Eternijan op dit blog en ook mijn blog van 25 juli 2010

 

Hey, Mister Sadducee!

He who endlessly spreads out
in white waves
around shabby pillars

He who recklessly sways
the branches of the black tree
rooted in the hot crater

He who faultlessly threads
through the rusty nets
of glances

― is gone?!

 

 
Jovica Tasevski – Eternijan (Skopje, 25 juli 1976)

 

 

De Duitse schrijfster Annette Pehnt werd geboren op 25 juli 1967 in Keulen. Zie ook alle tags voor Annette Pehnt op dit blog en ook mijn blog van 25 juli 2010

Uit: Chronik der Nähe

»Ich sterbe, das fühle ich, diesmal sicherlich, es ist so weit.« Annie wird totenblass und hängt an Mutters Lippen. Mutter sieht rosig aus, aber ihre Lippen sind trocken, weil sie stoßweise ein- und ausatmet, sie atmet so rasch, dass sie irgendwann keine Luft mehr bekommt und anfängt zu zittern. Da weiß Annie, dass Mutter diesmal wirklich recht hat, jemand, der stöhnt beim Einatmen und stöhnt beim Ausatmen, der macht es nicht mehr lange, Mutter macht es nicht mehr lange. »Mutter«, sagt Annie angstvoll. Mutter sinkt in einen Sessel und packt Annie am Arm, sie hält sie sehr fest, damit sie sich nicht aus dem Staub macht, aber das würde sie nie tun, sie wird die sterbende Mutter nicht allein lassen, sie wird alles für Mutter tun und sie vielleicht retten, wenn sie es erlaubt. »Ganz allein bin ich«, stöhnt Mutter, und nun weiß Annie endlich wieder, was sie zu tun hat. Sie hatte es nur vergessen, das letzte Mal ist eine Weile her, damals hat es geholfen, und es wird wieder helfen, und schon ist Annie nicht mehr so angst und bange, denn sie wird sich anstrengen und wird Mutter wieder retten, wie beim letzten Mal. Auf einmal spürt sie eine Freude, dass sie so viel tun kann für ihre sterbende Mutter. »Mutter«, ruft sie und drängt sich an die Mutter, die sie gleich noch fester umfasst, als wollte der Tod sie von ihrem Kind wegreißen, »ich habe dich doch so lieb, du darfst nicht sterben.« »Nein«, murmelt die Mutter, »das glaube ich nicht, keiner ist für mich da, am Ende ist man allein.« »Doch«, ruft Annie triumphierend, sie erinnert sich nun sehr gut an die Worte, die sie zu sprechen hat und immer wieder sprechen wird, »doch, ich bin bei dir, Mutter, ich liebe dich.«

 

 
Annette Pehnt (Keulen, 25 juli 1967)

 

 

Onafhankelijk van geboortedata:

De Duitse dichteres en schrijfster Louise Boege werd geboren in 1985 in Würzburg. Zie ook alle tags voor Louise Boege op dit blog en ook mijn blog van 25 juli 2010

Uit: Der Optophonet

„Der größte mir bekannte Künstler ist der Optophonet. Ich habe dem Optophoneten einen senfgelben Schlafanzug geliehen, weil er Senfgelb gern hat und Flieder. Der Optophonet sitzt vor dem Fenster in meinem Arbeitszimmer, in der Hand ein streichholzschachtelgroßes Notizbuch, in Fingern ein winziger, silberner Kugelschreiber, mit dem er sich, in Ferne blickend, kleine Gedanken zu notieren pflegt. Der Optophonet schreibt Optophonetisches, geheim, für die Welt, für sich, und nachts, da baut er an einem Apparat, den er tags unter dem Sofa, auf welchem er schläft, versteckt hält. Für den Apparat benötigt er mein Telefon, das Telefon sei, sagt der Optophonet, speziell gut geeignet für Leute wie ihn, ein wichtiges Element der Optophonetik, er habe es also an einer geheimen Stelle in der Wohnung günstig, so drückt er sich aus, verschraubt. Vorher habe ich noch einmal mit meiner Mutter telefoniert, ich sagte ihr, dass ich keine Zeit hätte und zurückrufen würde, aber von einem Optophoneten in meinem Leben weiß sie nichts. Sie sagte, meine Stimme hätte einen eigenartigen Klang und ich vergaß später, mich zu melden.
An den Rest übrigens, behauptet der Optophonet, könne er sich nicht erinnern. Ich weiß nicht, was er damit meint, ich nehme an, eine Lücke, geheimnisvolle Lückenzeit. Der Optophonet trägt zwei Eheringe, und zwar einen an jedem Ringfinger, ich achte drauf, mir den Kopf zerbrechend, ob es Sitten gibt, was Ringe betrifft, speziell bei Optophoneten. Ich spreche es unauffällig an, als ich, mit einem Teller Keksen auf den Knien ihm gegenüber auf dem Fensterbrett im Arbeitszimmer Platz nehme. Der Optophonet lächelt stumm, zurück oder bloß ganz zufällig in meine Richtung, und nickt, ganz so als hätte ich etwas gesagt wie übers Wetter oder dass sich, zweifellos, über Geschmack nicht streiten ließe.“

 

 
Louise Boege (Würzburg, 1985)

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 25e juli ook mijn blog van 25 juli 2015 deel 1 en eveneens deel 2.

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