31-05-16

Walt Whitman, Frank Goosen, Gabriel Barylli, Konstantin Paustovski, Svetlana Alexievich, Ludwig Tieck

 

De Amerikaanse dichter Walt Whitman werd geboren op 31 mei 1819 in Westhills, Long Island, New York. Zie ook alle tags voor Whalt Whitman op dit blog.

 

Zang van de open weg

1
Te voet en luchthartig ga ik de open weg op,
Gezond, vrij, de wereld voor me,
Het lange, bruine pad voor me dat leidt waarheen ik wil.

Van nu af aan vraag ik niet om meer om voorspoed, ik ben zelf de voorspoed,
Van nu af aan jammer ik niet meer, stel ik niet meer uit, heb ik niets meer nodig,
Weg met het binnenshuis klagen, de bibliotheken, de knorrige kritiek,
Sterk en senang bereis ik de open weg.

De aarde, dat is genoeg,
Ik wil de sterrenbeelden niets dichterbij,
Ik weet dat ze thuishoren waar ze zijn,
Ik weet dat ze volstaan voor hen die ertoe behoren.

(Nog steeds draag ik hier mijn oude, heerlijke lasten,
Ik draag ze, mannen en vrouwen, ik draag ze mee waar ik ook ga,
Ik zweer dat het onmogelijk voor me is om ze kwijt te raken,
Ik ben er vol van en zij zullen vol zijn van mij.)

 

Vertaald door Jabik Veenbaas

 

 

A Glimpse

A GLIMPSE, through an interstice caught,
Of a crowd of workmen and drivers in a bar-room, around the stove,
late of a winter night--And I unremark'd seated in a corner;
Of a youth who loves me, and whom I love, silently approaching, and
seating himself near, that he may hold me by the hand;
A long while, amid the noises of coming and going--of drinking and
oath and smutty jest,
There we two, content, happy in being together, speaking little,
perhaps not a word.

 

 

Uit: Calamus Poems (Fragment)

2
Yet you are very beautiful to me, you faint-tinged
roots—you make me think of Death,
Death is beautiful from you—(what indeed is beau-
tiful, except Death and Love?)
O I think it is not for life I am chanting here my
chant of lovers—I think it must be for Death,
For how calm, how solemn it grows, to ascend to the
atmosphere of lovers,
Death or life I am then indifferent—my Soul de-
clines to prefer,
I am not sure but the high Soul of lovers welcomes
death most;
Indeed, O Death, I think now these leaves mean pre-
cisely the same as you mean;
Grow up taller, sweet leaves, that I may see! Grow
up out of my breast!
Spring away from the concealed heart there!
Do not fold yourselves so in your pink-tinged roots,
timid leaves!
Do not remain down there so ashamed, herbage of my
breast!
Come, I am determined to unbare this broad breast of
mine—I have long enough stifled and choked;
Emblematic and capricious blades, I leave you—now
you serve me not,
Away! I will say what I have to say, by itself,
I will escape from the sham that was proposed to me,
I will sound myself and comrades only—I will never
again utter a call, only their call,
I will raise, with it, immortal reverberations through
The States,
I will give an example to lovers, to take permanent
shape and will through The States;

 

 
Walt Whitman (31 mei 1819 – 26 maart 1893)
Standbeeld in Camden, New Jersey

Bewaren


 

De Duitse schrijver en cabaretier Frank Goosen werd geboren op 31 mei 1966 in Bochum. Zie ook alle tags voor Frank Goosen op dit blog.

Uit: Sommerfest

„Es fühlt sich ein bisschen so an, als sei Anka auch schuld daran, dass er die Beerdigung verpasst hat, obwohl das nicht stimmt, aber er hätte eben gern Onkel Hermann diese letzte Ehre erwiesen, zumal alles sicher in einem zünftigen Gelage in jener Kneipe oben am Hauptfriedhof geendet hat, der »Femlinde«, ein Name, über den Stefan sich schon vor dreißig Jahren gewundert hat, als er nach dem Begräbnis seiner Urgroßmutter mit der ganzen Familie dort gewesen ist, und eigentlich hat er immer nachschlagen wollen, was das noch gleich ist, »Ferne«, aber man kennt das ja, man nimmt sich so was vor, und wenn man dann endlich in der Nähe eines Lexikons ist oder vor dem Rechner sitzt, wo man es googeln oder bei Wikipedia nachschlagen könnte, hat man es schon wieder vergessen oder verdrängt, genauso wie man immer wieder vergisst oder verdrängt, in was für einem verdammt kleinen Zimmer man aufgewachsen ist.
Er steht nicht gleich auf, sondern nimmt sich ein paar Minuten, um anzukommen. Er will nicht hier sein, aber es geht nun mal nicht anders, und es ist nur ein Wochenende. Er muss sich mit dem Makler treffen, und der erledigt dann den Rest. Vielleicht wird Stefan dann noch mal zum Entrümpeln kommen müssen. Sicher kann man das auch über eine Firma abwickeln lassen, aber das kommt ihm nicht richtig vor, genauso wie es falsch wäre, nur mit dem Makler zu telefonieren oder das per Mail zu regeln, nein, da muss man sich mal überwinden und persönlich hier auftauchen. Vor manchen Dingen kann man sich nicht drücken, das hat er gelernt, das hat ihm sein Vater klargemacht, da muss man einfach durch.
Genauso muss er jetzt durch dieses Wochenende durch. Er kann sich nicht einfach im Haus verkriechen, den Verkauf abwickeln und am Sonntag wieder abhauen. Er wird Leuten über den Weg laufen, das ist unvermeidlich. Mit Frank Tenholt ist er fest verabredet. Also wird er wohl auch dessen Frau über den Weg laufen. Bei dem Gedanken kribbelt es kurz. Dann wären da noch Toto Starek und Diggo Decker. Typen, vor denen seine Mutter ihn immer gewarnt hat, ein zweiköpfiges Sinnbild für schlechte Gesellschaft, Typen zu denen es Stefan immer wieder hingezogen hat. Aber vielleicht sitzt Diggo ja mal wieder im Knast, oder lässt er das jetzt auch von Toto erledigen, seinem ergebenen Diener und Paladin?“

 

 
Frank Goosen (Bochum, 31 mei 1966)

 

 

De Oostenrijkse schrijver, toneelspeler en regisseur Gabriel Barylli werd geboren op 31 mei 1957 in Wenen. Zie ook alle tags voor Gabriel Barylli op dit blog.

Uit: Butterbrot

"Und das alles, weil man die Wahrheit nicht erträgt. Die Wahrheit, die in neunundneunzig von hundert Fällen ganz einfach ist. Ein tarnendes Lächeln, ein singender Gang, ein heißer Nachmittag, ein kluges Gespräch über Beirut, ein warmes Parfüm voller Sehnsucht, ein Schweigen inmitten des Lärms. Aber nein –so einfach darf es nicht sein –es muß ja – wenn schon – Liebe sein.
»Drum stürz dich rein und sag nicht nein zum ewig süßen, wilden Wein…«Es ist immer der Anfang.Konkret – da sitzt, da geht, da steht eine Frau – man sieht sie– die Attraktion – die Filmdose – die erste Millionstelsekunde, alles könnte ganz einfach sein – und schön – und gut. Die Möglichkeit zur Hingabe an die Wahrheit schwebt im Raum.Peng! Ende – Aus – Beziehung – Wahnsinn – Schluß! Es ist logisch, daß ein Mann mit einer Frau ins Bett möchte –und sie mit ihm. Aber zuerst muß ihre Abwehr kommen, dann sein Drängen, dann ihre Versprechungen, dann seine Schwüre – gleichzeitig merkt er, daß er sicher nicht der einzige ist, der diese Insel umkreist – Haifischrücken flossen allerorten, und alle steuern sie diese kleine blonde, brünette, schwarze oder rote Insel an. Also muß man sein Tempo verdoppeln – also muß man der Beste sein, der Sieger, der Held – der einzige, der landen darf. Immer wieder beugt man sich über die eigene Reling und streckt die Hand aus, um die Handlung des Filmes zu verändern, in Richtung ewiges Glück – denn das wollen sie ja alle hören – alle– alle alle. Wer hat gesagt: »Die Frauen, die man nicht mit Geld kauft,die kauft man mit Liebe«?! Ich hab es vergessen – nur daß es stimmt, kann man nicht vergessen, wenn man nicht als Einsiedler sterben will – als Eremit – als Krebs – als Stein.
Ja – und dann erobert man eben – mit so viel Druck und Kraft, daß man das Burgtor und die Burgmauer in einem niederreißt und, von dem Schwung getragen, bis in die Burgkapelle geschleudert wird, um dort das »Jawort« abzuliefern. Denn wenn man schon so viel Lebenskraft investiert hat, dann will man auch ganz sicher sein, daß einem diese Eroberung niemand mehr wegnehmen kann. Dann hat man endlich unter Dach und Fach, was in Wahrheit ein wunderbarer Abend gewesen wäre, eine wunderbare sanfte Welle am Strand des eigenen Lebens – auf die im ewigen Rhythmus andere folgen.“

 


Gabriel Barylli (Wenen, 31 mei 1957)

 

 

De Russische schrijver Konstantin Paustovski werd geboren op 31 mei 1892 in Moskou. Zie ook alle tags voor Konstantin Paustovski op dit blog.

Uit: Erzählungen vom Leben (Vertaald door Georg Schwarz)

„Dagegen lehnte er sich nicht auf: letzten Endes beanspruchte eine solche Operation nicht allzuviel Zeit. Wohl aber gab es Krach, wenn sich gewisse anmaßende Mitarbeiter weigerten, das Geld in ganzen Bogen anzunehmen, und verlangten, dass man es ihnen in fertig geschnittenen Scheinen auszahle.
In solchen Fällen warf der gallige Kassierer das Sperrholzfensterchen seiner Kasse zu und rief von ihnen: „Was denn noch! Verdorren Ihnen vielleicht die Arme, wenn Sie das Geld auseinanderschneiden? Wenn Sie`s nicht selber machen wollen, dann überlassen Sie`s doch Ihren Kindern! Sollen sie ihr Vergnügen haben!“
Das war ein zwar wirkungsvoller, aber unzulässiger Kniff – er kam einer psychischen Attacke gleich...
Vor dem zugeworfenen Sperrholzfenster gab jedesmal selbst der halsstarrige Geldempfänger klein bei und begann sogar zu bereuen. Dann öffnete der Kassierer wieder den Schalter, sah den Aufsässigen lange und kummervoll über die Brille hinweg an und schüttelte den Kopf.
„Schämen Sie sich, junger Mann!“ sagte er. „Krach schlagen, das können Sie, aber den Mitarbeitern der Finanz auch nur ein wenig entgegenkommen und das Geld selber schneiden –dazu reicht es bei Ihnen nicht! Schreiben Sie den Betrag in Worten aus, hier, wo das rote Häckchen ist!“
Um die Mitarbeiter des Oprodkomgub über das Gebiet des Geldumlaufs aufzuklären, hatte der Kassierer an die Sperrholzwand vor der Kasse Muster von Sowjetgeld geklebt,das im Lande Gültigkeit hatte, und daneben von solchem, dass ausser Kurs war.
Es war eine einzigartige Papiergeldsammlung. Sie wurde nur deshalb nicht gestohlen, weil der vorausschauende Kassierer die Scheine mit Tischlerleim ans Sperrholz geklebt hatte und man sie auf keine Weise herunterbekam…“

 

 
Konstantin Paustovski (31 mei 1892 – 14 juli 1968)
Standbeeld in Tarussa, Rusland

 

 

De Wit-Russische schrijfster en onderzoeksjournaliste Svetlana Alexandrovna Alexievich werd geboren op 31 mei 1948 in Stanyslaviv (sinds 1962 Ivano - Frankivsk). Zie ook alle tags voor Svetlana Alexievich op dit blog.

Uit: Voices from Chernobyl

“There was a moment when there was the danger of a nuclear explosion, and they had to get the water out from under the reactor, so that a mixture of uranium and graphite wouldn't get into it - with the water, they would have formed a critical mass. The explosion would have been between three and five megatons. This would have meant that not only Kiev and Minsk, but a large part of Europe would have been uninhabitable. Can you imagine it? A European catastrophe.
So here was the task: who would dive in there and open the bolt on the safety valve? They promised them a car, an apartment, a dacha, aid for their families until the end of time. They searched for volunteers. And they found them! The boys dived, many times, and they opened that bolt, and the unit was given 7,000 roubles. They forgot about the cars and apartments they promised - that's not why they dived. These are people who came from a certain culture, the culture of the great achievement. They were a sacrifice.
It took about 20-30 seconds to fill a wheelbarrow, and then another 30 seconds to throw the "garbage" off the roof. These special wheelbarrows weighed 40 kilos just by themselves. So you can picture it: a lead vest, masks, the wheelbarrows, and insane speed.
In the museum in Kiev they have a mould of graphite the size of a soldier's cap; they say that if it were real it would weigh 16 kilos, that's how dense and heavy graphite is. The radio-controlled machines they used often failed to carry out commands or did the opposite of what they were supposed to do, because their electronics were disrupted by the high radiation. The most reliable "robots" were the soldiers. They were christened the "green robots" [from the colour of their uniforms]. Some 3,600 soldiers worked on the roof of the ruined reactor. They slept on the ground in tents. They were young guys.
These people don't exist any more, just the documents in our museum, with their names.”

 

 
Svetlana Alexievich (Stanyslaviv, 31 mei 1948)

 

 

De Duitse dichter en schrijver Ludwig Tieck werd op 31 mei 1773 geboren in Berlijn. Zie ook Zie ook alle tags voor Ludwig Tieck op dit blog.

Uit: Der Hexensabbat

„In Arras lebte, in den letzten Regierungsjahren Philipp des Guten, eine reiche schöne Witwe, die sich am liebsten, da sie mit ihrem Manne nicht glücklich gewesen war, Frau Catharina nennen hörte. Sie besaß ein großes Haus in der Stadt, in welchem sie viele Gesellschaften sah, sowie vor dem Tore einen anmutigen Garten, wo in den Sommertagen ihre Freunde oft im kühlen Saale sich um sie versammelten.
Philipp, den seine Zeitgenossen den Guten nannten, war in seinem hohen Alter schwach geworden, und seine Günstlinge benutzten seine Launen und wechselnden Stimmungen, um sich zu bereichern und vieles durchzusetzen, worüber die Untertanen mit Recht Klage führen konnten. Die Mächtigen, der hohe Adel, die Reichen handelten oft nach Leidenschaft und Willkür, und jedermann war in dem wohlhabenden blühenden Lande mehr oder minder darauf angewiesen, sich selber Recht zu schaffen, und durch Kraft der Waffen Anhang oder Protektoren sich zu sichern, um nicht beeinträchtiget zu werden.
Der Herzog Philipp war mit seinem Sohne Carl gespannt. Beide hatten Ursache, sich über einander zu beklagen und Günstlinge und Schmeichler wendeten alle Künste an, um diese Verstimmung in Zwietracht und einen öffentlichen Bruch zu verwandeln.
So waren zwei Parteien im Lande, die sich entgegenarbeiteten. Die des Sohnes hatte sich verstärkt, seitdem der Dauphin von Frankreich, Ludwig, seinem alten, argwöhnischen Vater mißtrauend, sich als Flüchtling unter den Schutz des Herzogs Philipp des Guten nach Burgund begeben hatte. Der Sohn, Carl Graf von Charolais, glaubte, und wurde von seiner Umgebung in dieser Meinung bestärkt, daß der Dauphin seinen Einfluß benutze, um ihm seinen Vater Philipp ganz zu entfremden. Entfernen sich die Gemüter, die durch Bande des Bluts, durch Dankbarkeit und Wohltat verbunden sind, erst voneinander, so wird den Bösgesinnten leicht, gerade diese unversöhnlich und auf immer voneinander zu trennen.“

 

 
Ludwig Tieck (31 mei 1773 – 28 april 1853)
Heksensabbat door Francisco Goya, circa 1797-1798

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 31e mei ook mijn blog van 31 mei 2015 deel 2.

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