06-09-15

Jessica Durlacher, Amelie Fried, Carmen Laforet, Cyrus Atabay, Romenu

 

De Nederlandse schrijfster Jessica Durlacher werd geboren in Amsterdam op 6 september 1961. Zie ook mijn blog van 6 september 2010 en eveneens alle tags voor Jessica Durlacher op dit blog.

Uit: Der Sohn (Vertaald door Hanni Ehlers)

„Meiner Mutter, Iezebel, geht der ganze Aufstand immer etwas auf die Nerven. Dass die Küchentür geschlossen bleibt, damit der Schöpfer da drinnen nicht in seiner Inspiration gestört wird, ist für eine, die nicht immer aus freien Stücken so viel Zeit ebendort zubringt, kaum zu ertragen. Nicht, dass sie sich beklagen wolle, aber ohne sie in der Küche würden wir alle verhungern, murrt sie. Anfälle von Kohlrouladenfieber sind selten, und die Rollenverteilung in unserer Familie ist einigermaßen traditionell. Wir wissen alle, wer das wüst zugerichtete, verschmierte Atelier des Teilzeitkünstlers hinterher wieder in einen nutzbaren Raum zurückverwandeln wird.
Meine Mutter war früher Französischlehrerin. Sie hat ein spitzes Gesicht und lange, jetzt graue, früher braune Haare, die sie seit dreißig Jahren zum immergleichen Knoten windet.
Meine Mutter ist eine hochgewachsene Frau, auch heute noch, und früher galt sie als streng. Als strenge Lehrerin. Nur meine Schwester Tara und ich wussten, dass das gar nicht stimmte. Ihre Schüler sollten sie ruhig für streng halten, bei uns war sie immer locker und nachgiebig, und nicht selten verschworen wir drei uns gegen den Einzigen in der Familie, der wirklich streng war, vor lauter besessener Sorge um uns: meinen Vater.
Mein Vater ist nicht so groß, aber breitschultrig, hat ein feingeschnittenes, markantes Gesicht mit dunkelbraunen Augen und schmaler Nase, dichtes weißes Haar und eine Stimme, mit der er laut brüllen kann, meistens aber sanft und leise Geschichten erzählt.“
Meine Schwester Tara ist auch da. Tara ist drei Jahre älter als ich. Sie hat dunkles Haar und eine sehr helle Haut – schön, auf eine etwas biestige Art. Tara ist noch auf der Suche nach dem richtigen Mann, denn wenn sie mal einen gefunden hat, der ihren hohen Ansprüchen genügt, serviert sie ihn meist schon nach wenigen Monaten wieder ab. Dass mal einer länger bleibt, ist die Ausnahme. Sie beneide mich um Jacob, hat sie schon mal gesagt, dann aber gleich hinzugefügt, dass sie niemals mit jemandem zusammenbleiben könnte, den sie schon von klein auf kenne. Dafür habe sie schon zu viele Entwicklungsphasen durchlaufen.“

 

 
Jessica Durlacher (Amsterdam, 6 september 1961)


 

De Duitse schrijfster Amelie Fried werd geboren op 6 september 1958 in Ulm. Zie ook alle tags voor Amelie Fried op dit blog en ook mijn blog van 6 september 2010.

Uit: Schuhhaus Pallas

„November 2004.
Mein Mann Peter ruft aus New York an, wo er beim berühmten New York Marathon mitgelaufen ist – ein Ereignis, auf das wir alle wochenlang hingefiebert haben. Aufgeregt frage ich, wie es gelaufen ist, welche Zeit er erreicht hat, ob auch seine Freunde gut ins Ziel gekommen sind. Er berichtet mir, wirkt aber merkwürdig abwesend.
Plötzlich fragt er: »Sagt dir eigentlich der Name Max Fried etwas?«
»Nie gehört«, antworte ich.
»Komisch. Dieser Max Fried hat dieselben Eltern wie dein Groß-vater.«
Ich verstehe nicht gleich. »Was meinst du damit, er hat dieselben Eltern wie mein Großvater? Dann wäre er ja ...«
»... ein Großonkel von dir.«
»Ich weiß nicht, ob mein Opa Geschwister hatte«, sage ich.
»Eigentlich weiß ich gar nichts über ihn.« Ein ungutes Gefühl beschleicht mich. »Wie kommst du überhaupt darauf?«
»Ich war im Leo Baeck Institut«, erklärt Peter, »dort habe ich im Gedenkbuch der Münchner Juden herumgeblättert. Dabei stieß ich auf Max Fried, verheiratet mit Lilli Fried, geborene Schwarzschild.«
»Und dafür musstest du bis nach New York fahren?«, sage ich spöttisch, denn das Gedenkbuch ist von Mitarbeitern des Münchner Stadtarchivs zusammengestellt worden. Dann fällt mir ein, dass die meisten Menschen, an die das Gedenkbuch erinnert, die Nazi-Zeit nicht überlebt haben.
Einen Moment ist es still in der Leitung. Schließlich sagt Peter: »Max und Lilli Fried wurden am 13. März 1943 deportiert und in Auschwitz ermordet.«

 

 
Amelie Fried (Ulm, 6 september 1958)

 

 

De Spaanse schrijfster Carmen Laforet werd geboren op 6 september 1921 in Barcelona. Zie ook alle tags voor Carmen Laforet op dit blog en ook mijn blog van 6 september 2010.

Uit: Nada (Vertaald door Susanne Lange)

„In letzter Minute hatte es Schwierigkeiten beim Kauf der Fahrkarte gegeben. Ich traf um Mitternacht in Barcelona ein, mit einem anderen Zug als angekündigt, und niemand erwartete mich.
Zum ersten Mal reiste ich allein, doch Angst hatte ich nicht, im Gegenteil, ein lustvolles, aufregendes Abenteuer war diese unermeßliche Freiheit in der Nacht. Nach der langen, anstrengenden Reise zirkulierte allmählich wieder das Blut in meinen Beinen, und mit staunendem Lächeln blickte ich auf die Estación de Francia und die Grüppchen, die aus denen zusammenwuchsen, die auf den Schnellzug gewartet hatten, und uns, die wir mit drei Stunden Verspätung eintrafen.
Der einzigartige Geruch, die lärmenden Menschen, die schwermütigen Lichter, alles besaß einen mächtigen Zauber, denn jeden Eindruck hüllte ich in das Wunder, endlich in dieser Großstadt zu sein, die ich in meinen Träumen als große Unbekannte verherrlicht hatte.
Langsam folgte ich, ein Tropfen im Strom, der Menschenwoge, die mit Koffern beladen gegen den Ausgang brandete. Mein Gepäck bestand aus einem bleischweren, riesigen Koffer, fast nur mit Büchern gefüllt, aber ich trug ihn allein, mit der ganzen Kraft meiner Jugend und meiner begierigen Erwartung.
Meeresluft trat satt und frisch in meine Lungen und brachte mir ein erstes nebelhaftes Bild von der Stadt: eine Legion von schlafenden Häusern, geschlossenen Läden und Straßenlaternen wie Schildwachen, trunken von Einsamkeit. Ein langer, schwerer Atemzug kam mit dem Flüstern der tiefen Nacht heran. Und gleich hinter mir, vor den geheimnisvollen Gäßchen, die ins Viertel El Borne führen, und tief in meinem aufgeregten Herzen: das Meer.“

 

 
Carmen Laforet (6 september 1921 – 28 februari 2004)
 

 

 

De Duitstalige, Iraanse dichter en schrijver Cyrus Atabay werd geboren op 6 september 1929 in Teheran. Zie ook alle tags voor Cyrus Atabay op dit blog en ook mijn blog van 6 september 2010.

 

All das

Tage. Tage
wilde Tauben der Vergänglichkeit!
Ach, Mohn und Ähren
und was sonst der Sommer
im Schilde führte.
sank in die Abschiedstruhn.

An einem solchen Tag.
wenn du Boote siehst.
die über Meere fahren,
dann tragen sie deine Asche
und du hältst sie nicht mehr zurück.

 


Zwiespracbe mit Rabbi Nacbman

1.
Komm und schau,
Denken ist der Anfang
aller Dinge.


2.
Um im Kampfe zu bestehen.
dachte er an jedem Morgen:
nur dieser eine Tag
sei ihm noch gegeben.

 

 
Cyrus Atabay (6 september 1929 – 26 januari 1996)
Teheran

10:35 Gepost door Romenu in Literatuur | Permalink | Commentaren (0) |  Facebook |

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