13-08-15

antoine de kom, Amélie Nothomb, Jens Bisky, Nikolaus Lenau, Tom Perrotta, Rudolf G. Binding, Julia Mann

 

De Nederlandse schrijver en dichter antoine de kom werd geboren in Den Haag op 13 augustus 1956. Zie ook alle tags voor antoine de kom op dit blog.

 

Werelds wit

Ik denk de wereld wit, een bleek
breed zandstrand reikt hier strak
tot aan de einder; en waar de zee zich
 
diepblauw als een dunne streep verliest
in het azuur - daar vriest de branding dicht
tot winterlandschap: wat onder felle vlagen
 
stuifzand duinen lijken, zijn dorstig rustend
de besneeuwde dieren van mijn verdwaalde
karavaan, - ik ben de dwaze Sultan,
 
en ijlend in mijn purperrood satijn,
zie ik alom het levende bewijs
van wit & werelds badend Istanbul.

 


Het was in de tweede hangar ik meen
 
rond elf uur toen daar de giraf vleugels
kreeg en tot handelen overging.
in de scherpte van zijn onwennige blik
lag het platform er verlaten bij.
de hangar stond loom te geeuwen
in de milde ochtendzon die zelfs nog te verdragen
is wanneer je hoog aan de strakblauwe hemel
een minuscuul rondtollend voorwerp kunt zien staan.
terwijl je omhoog kijkt voel je de zachte streling van een vrouw
die ongemerkt achter je is komen staan: je
merkt hoe huid tegen huid haar armen handen
over je buik naar je benen bewegen nu het ruisen
van vleugelslagen tot je begint door te dringen
en de hangar leger is dan ooit

 

 
antoine de kom (Den Haag, 13 augustus 1956)


 

De Franstalige Belgische schrijfster Amélie Nothomb werd geboren in Kobe in Japan op 13 augustus 1967. Zie ook mijn blog van 13 augustus 2010 en eveneens alle tags voor Amélie Nothomb op dit blog.

Uit: Reality-Show (Vertaald door Brigitte Große)

„Wo seine Abwesenheit am himmelschreiendsten ist, braucht man Gott am dringendsten. Bevor sie bei ≫Konzentration≪ gelandet war, hatte Gott fur Pannonica nicht mehr bedeutet als fur die meisten Menschen: Er war eine Idee. Sie fand es interessant, sich damit zu bescha∫igen, und aufregend, sich die Verzuckungen vorzustellen, die aus ihr hervorgehen konnten. Besonders faszinierend erschien ihr die Liebe Gottes, viel mehr als die beruhmte Frage nach seiner Existenz: Die Apologetik war ein antiquierter Unfug, der blos albernes Zeug hervorgebracht hatte.
Seit ihrer Verhaftung fuhlte Pannonica ein schmerzhaftes Verlangen nach Gott. Sie hungerte danach, ihn bis zum Uberdrus zu schmahen. Hatte sie eine hohere Wesenheit fur diese Holle verantwortlich machen konnen, ware ihr wenigstens der Trost zuteil geworden, diese mit aller Kraft hassen und inbrunstig verwunschen zu durfen. Doch die unbestreitbare Realitat des Lagers war die Negation Gottes schlechthin: Die Existenz des einen bedeutete notwendig die Nichtexistenz des anderen. Man brauchte sich gar keine Gedanken mehr zu machen – die Abwesenheit Gottes war damit hinreichend bewiesen.
Es war kaum auszuhalten, keinen Adressaten fur den ganzen Has zu haben. Die Menschheit hassen? Sinnlos. Die Menschheit war doch nur dieser absurde Supermarkt, wo einem alles mogliche und dessen Gegenteil verkauft wurde. Da konnte man gleich eine Universalenzyklopadie hassen. Nein, das war kein Mittel gegen ihren grosen Ekel.
Sie wollte das Grundprinzip hassen. Daraus erwuchs eine Art Wahn, bis sich eines Tages etwas in ihrem Kopf verschob: Da die Stelle vakant war, wurde sie, Pannonica, Gott sein.
Uber die Maslosigkeit dieses Plans muste sie erst einmal lachen. Und stutzte. Schon die schlichte Tatsache, das sie einen Grund zum Lachen gefunden hatte, gab ihr zu denken. Die Vorstellung war abwegig und grotesk, gewis. Doch das war ihr ziemlich egal. Wer das Lager kannte, war Abwegiges gewohnt.”

 

 
Amélie Nothomb (Kobe, 13 augustus 1967)

 

 

De Duitse schrijver en journalist Jens Bisky werd geboren op 13 augustus 1966 in Leipzig. Zie ook alle tags voor Jens Bisky op dit blog en ook mijn blog van 13 augustus 2010

Uit:Unser König

“Im ersten Sommer der neuen deutschen Einheit sorgte Fried-rich der Große wieder für Streit, obwohl er schon mehr als zweihundert Jahre tot war. Sein Sarg hatte bis 1943 in einer Gruft hinter dem Altar der Potsdamer Garnisonkirche neben dem Sarg seines Vaters, Friedrich Wilhelms I., gestanden. Adolf Hitler, der sich zu Propagandazwecken gern im Glanz der preu-ßischen Geschichte sonnte, aber binnen kurzem alles zerstörte, was von Preußen bis dahin lebendig geblieben war, ließ auch den Königen keine Ruhe. 1943 befahl er, die sterblichen Überreste in das Hauptquartier Hermann Görings, des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, in Wildpark bei Potsdam zu bringen. Das war nur die erste Station einer Irrfahrt. Zusammen mit anderen Schätzen wurden die Särge in das Kalibergwerk Bernterode bei Heiligen-stadt evakuiert, wo die Amerikaner während der Befreiung Thü-ringens sie fanden und nach Marburg abtransportierten. In der Elisabethkirche setzte man die Königssärge bei. 1952 wurden sie auf die Burg Hohenzollern überführt, von wo sie 1991, da die Nachkriegszeit endgültig vorbei schien, heimkehren sollten. Der historische Sonderzug mit dem 1905 gebauten Kronprinzenwagen brauchte fünfzehn Stunden vom Bahnhof Hechingen, bis er am 17. August in Potsdam eintraf. Dort drohten, wie der «Spiegel» damals schrieb, «Riesenrummel und militärischer Mumpitz»:
Bundeswehroffiziere hielten Totenwache im Ehrenhof des Schlos-ses Sanssouci, Helmut Kohl nahm an der Beisetzung teil, als Pri-vatperson, nicht als Bundeskanzler. Golo Mann nannte das eine «absolute Geschmacklosigkeit». Die «Aktion Sarg und Asche», wie Witzbolde die Rückkehr der Könige getauft hatten, polari-sierte. Wer befürchtet hatte, das neue Deutschland würde preußi-scher werden als die gute alte Bonner Republik, fand schlimmste Ahnungen bestätigt. Die Mehrzahl im Lande hielt Friedrich für eine bedeutende historische Gestalt, in Umfragen nach den «gro-ßen Deutschen» kam er nach Adenauer, Luther und Bismarck auf einen stolzen vierten Platz. Aber die meisten wollten ihn doch lie-ber im schwäbischen Abseits ruhen lassen oder wünschten, wenn es denn schon sein musste, eine Überführung in aller Stille.
Friedrich hätte gewiss gelacht über den Aufwand, den man mit seinem Sarg trieb in einer Zeit, da es Preußen nicht mehr gab und das von ihm eroberte Schlesien endgültig zu Polen gehörte.“

 

 
Jens Bisky (Leipzig, 13 augustus 1966)

 

 

De Oostenrijkse dichter Nikolaus Lenau werd geboren op 13 augustus 1802 in Csatád (in het Hongaarse deel van Oostenrijk-Hongarije). Zie ook alle tags voor Nikolaus Lenau op dit blog en ook mijn blog van 13 augustus 2010.

 

Ghasel

Du schöne Stunde, warst mir hold, so hold, wie keine noch,
Ich seh' dein Angesicht erglühn im Rosenscheine noch;
So sah den Engel Gottes einst mit Wangen freudenroth
Im Paradiese lächelnd nah'n der Mensch, der reine noch.
Du kamst mit ihr und flohst mit ihr, und seit ich euch verlor,
Versehnt' ich manchen trüben Tag in jenem Haine noch,
Und fragte klagend mein Geschick: „Bewahrst in deinem Schatz
So holde Stunde du für mich nicht eine, eine noch?"
Dort möcht' ich lauschen spät und früh: wohl flüstert's im Gezweig,
Doch immer schweigt noch mein Geschick — ich lausch' und weine noch.

 

 

Herbstklage

Holder Lenz, du bist dahin!
Nirgends, nirgends darfst du bleiben!
Wo ich sah dein frohes Blühn,
Braust des Herbstes langes Treiben.

Wie der Wind so traurig fuhr
Durch den Strauch, als ob er weine:
Sterbeseufzer der Natur
Schauern durch die welken Haine.

Wieder ist, wie bald! wie bald!
Mir ein Jahr dahingeschwunden.
Fragend rauscht es aus dem Wald:
„Hat dein Herz sein Glück gefunden?"

Waldesrauschen, wunderbar
Hast du mir das Herz getroffen!
Treulich bringt ein jedes Jahr
Welkes Laub und welkes Hoffen.

 

 

Winternacht

1.
Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
Nur fort, nur immer fortgeschritten!

Wie feierlich die Gegend schweigt!
Der Mond bescheint die alten Fichten,
Die sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,
Den Zweig zurück zur Erde richten.

Frost! friere mir in's Herz hinein,
Tief in das heißbewegte, wilde!
Daß einmal Ruh' mag drinnen seyn,
Wie hier im nächtlichen Gefilde!

 

 
Nikolaus Lenau  (13 augustus 1802 - 22 augustus 1850)
Borstbeeld in Mosonmagyaróvár, Hongarije, waar Lenau korte tijd studeerde

 

 

De Amerikaanse schrijver Tom Perrotta werd geboren op 13 augustus 1961 in Garwood. Zie ook alle tags voor Tom Perrotta op dit blog en ook mijn blog van 13 augustus 2010.

Uit: Little Children

“Whether you want to or not , Sarah thought, her eyes straying over to the play structure. Her daughter was standing near the top of the slide, sucking on the back of her hand as Christian pummeled Troy and Courtney showed Isabelle her Little Mermaid underpants. Even at the playground, Lucy didn't interact much with the other kids. She preferred to hang back, observing the action, as if trying to locate a seam that would permit her to enter the social world. A lot like her mother , Sarah thought, feeling both sorry for her daughter and perversely proud of their connection.
"What about you?" It took Sarah a moment to realize that Cheryl was talking to her.
"Me?" A surprisingly bitter laugh escaped from her mouth. "Richard and I haven't touched each other for months."
The other mothers traded uncomfortable looks, and Sarah realized that she must have misunderstood. Theresa reached across the picnic table and patted her hand.
"She didn't mean that, honey. She was just asking if you were as tired as the rest of us."
"Oh," said Sarah, wondering why she always had so much trouble following the thread of a conversation. "I doubt it. I've never needed very much sleep."
Morning snack time was ten-thirty on the dot, a regimen established and maintained by Mary Ann, who believed that rigid adherence to a timetable was the key to effective parenting. She had placed glow-in-the-dark digital clocks in her children's rooms, and had instructed them not to leave their beds in the morning until the first number had changed to seven. She also bragged of strictly enforcing a 7 P.M. bedtime with no resistance from the kids, a claim that filled Sarah with both envy and suspicion. She had never identified with authority figures, and couldn't help sensing a sort of whip-cracking fascist glee behind Mary Ann's ability to make the trains run on time.”

 

 
Tom Perrotta (Garwood, 13 augustus 1961)

 

 

De Duitse dichter en schrijver Rudolf G. Binding werd geboren op 13 augustus 1867 in Basel. Zie ook alle tags voor Rudolf G. Binding op dit blog en ook mijn blog van 13 augustus 2010.

 

April

April! April! – Das Wetter narrt
den der ihm vertraut.
April! April! Der Bräutigam harrt
schwankend auf die Braut.

Ist der Monat wetterwendig –
– uns ist’s einerlei.
Liebe ist aprilbeständig
– und dann kommt der Mai.

 

 

November

Ergreife meine Hand.
Das Dunkel bricht herein.
Das Dunkel ist zu zwein
nur halb so groß das Grau
                  nur halb so grau.

Wo bist du die mich liebt?
Die Nächte wachsen schnell.
Mach sie die Liebe hell!
Und Nacht ist Nichtnacht, Grau
                  ist nicht mehr grau.

 

 

Dezember

In kurzen Tagen sacht,
durch langer Nächte Macht
wird still zum End gebracht
    jährliche Bahn.

Doch Liebe endet nicht.
Noch in der Dunkelschicht
sucht sie das neue Licht –
    hebt neu sie an.

 

 

 
Rudolf G. Binding (13 augustus 1867 – 4 augustus 1938)  

 

 

De oudste zuster van de schrijvers Thomas en Heinrich Mann Julia Mann werd geboren op 13 augustus 1877 in Lübeck. Zie ook alle tags voor Julia Mann op dit blog en ook mijn blog van 13 augustus 2010

Uit: Ines und der Trambahnmord. Eine Dresdner Skandalgeschichte in Thomas Manns Doktor Faustus door Bernd Seiler

„Wie ist nun aber der Wechsel von Adelaide zu Ines zu erklären, durch den sich Thomas Mann ja gewissermaßen selbst aus dieser Figur zurückgezogen hat? Es ist zur Genüge bekannt, daß er seiner Schwester Julia diese Rolle übertragen hat, jener Lula, durch die er einst, über Hilde Distel, die Dresdner Fabel auch kennengelernt hat. Der Vorsatz, ihr Schicksal ebenso wie das der Schwester Carla in den Roman einzubeziehen, bestand offenbar von Anfang an, aber der Gedanke, es in diesem Rollentausch zu tun, ergab sich erst während der Arbeit. Zu Beginn der Niederschrift der Ines-Geschichte, am 13. Oktober 1944, notiert er im Tagebuch noch: "Zweifel, ob Gertrud Institoris oder Therese Rodde (Lula) die Mörderin Schwerdtfegers sein soll. Kompositorisch das Zweite vorzuziehen. Führt aber ab und widerspricht älterer Konzeption. Die Gattin von Helmut Institoris ist hier also noch eine von Therese Rodde (später Ines) unterschiedene Figur, und Thomas Mann ist sich nicht sicher, ob ihre Verschmelzung nicht 'ab führen', d.h. die Schwerdtfeger- Handlung nicht unverhältnismäßig aufblähen würde. Andererseits versprach ihm diese Kombination die Einsparung eines speziellen Institoris- Handlungsstranges, und dieser Vorteil gab den Ausschlag. Das konzeptionell Problematische allerdings hatte er richtig vorausgeahnt, die Ines-Rudi-Geschichte bekam dadurch wirklich gewissermaßen Schlagseite. Vollziehen wir aber zunächst nach, was ihn zur Einbeziehung des Schicksals dieser Schwester bewogen hat.“  

 

 
Julia Mann (13 augustus 1877 –10 mei 1927)
De haven van Lübeck

 

 

Zie voor de schrijvers van de 13e augustus ook mijn blog van 13 augustus 2011 deel 2.

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