14-04-15

Tjitse Hofman, Roman Graf, Alexandre Jardin, Péter Esterházy, Landolf Scherzer, Gabriele Stötzer, Charles Lewinsky

 

De Nederlandse dichter Tjitse Hofman werd geboren in Assen op 14 april 1974. Zie ook alle tags voor Tjitse Hofman op dit blog.

 

Timo

Zochten wij de maan
zagen wij de sterren
zochten zij de stenen
hun stenen hun ster

Zijn zwijgen de wind
zijn twinkelen zijn stem
deze maanloze nacht
zijn stilte zal de onze zijn

Stenen tranen
op zijn eeuwig bed
behoedzaam neergelegd

Blijft hij eeuwig
boven staan
Timo was zijn naam.

 

 

Trein

De waaivlakte
ligt er verlaten bij

Weide richelpalen
wat daar graast
wat hier raast
door prikkeldraad
gescheiden

Zij daar wij hier
duidelijkheid is geschapen
wij rijden zij blaten

En bij het zien
van een aardappelrug
rustend op het land
weet ik het zeker
grazen is een gave.

 

 
Tjitse Hofman (Assen, 14 april 1974)


 

De Zwitserse dichter en schrijver Roman Graf werd geboren geboren op 14 april 1978 in Winterthur, Zwitserland. Zie ook alle tags voor Roman Graf op dit blog.

 

Großvater (Fragment)

Großvater, lass uns
um den Müliberg laufen
deine Geschichten und das
Knacken des Waldes
Wiegenlieder
Tell ist ein alter Mann
als er ein kleines Kind aus den
Wogen des wilden Bergbaches
rettet / er selber ertrinkt
meine Späne fliegen deshalb
u. wenn ich Pfeilbogen schnitze
kämpft die Schweizer Armee mit
Taschenmessern

nun sind wir älter
du und ich
u. über dem Müliberg
sitzen unter den Birken
und essen Fleisch vom Grill
mit den Ästen bindest du Besen
und wischst Wiegenlieder
schon seit Jahren
da bin ich längst fort
wenn ich herumreise
spiele ich deine Jugendjahre
und denke manchmal an Lindau:
weiß liegt es in der Ebene
Großvater, du hast dir
dein Haus gebaut

 

 
Roman Graf (Winterthur, 14 april 1978)

 

 

De Franse schrijver Alexandre Jardin werd geboren in Neuilly op 14 april 1965. Zie ook alle tags voor Alexandre Jardin op dit blog.

Uit: Le Zèbre

"Dieu qu'il s'était épuisé le cerveau à inventer des stratagèmes. Elle éprouva une pointe de fierté à ne pas être de ceux dont l'ennui matrimonial fait périr la passion. Elle était amoureuse. Oui, elle l'aimait aujourd'hui avec des transports plus vifs encore que dans les débuts de leur liaison. Le Zèbre avait gagné son défi. Elle s'en réjouissait. Ils ne finiraient pas comme un couple fossile.
A mi-chemin entre la vie et l'au-delà, il entra dans la vérité des choses : « Ah, pourquoi ne me suis-je pas montré plus tôt, avec mes craintes et mes espoirs, songea-t-il, plutôt que de me cacher derrière un personnage théâtral. J'ai réussi, Camille m'aime ; mais je m'éteins. Si seulement j'avais laissé paraître ce que je suis... Au fond, les couples meurent de silence. L'usure du temps n'est qu'un alibi. Pourquoi ne me suis-je ouvert qu une fois, lors de son départ, au dernier moment, beaucoup trop tard? Ah, Si quelqu'un pouvait écrire ma biographie... Cela donnerait au moins un exemple à ne pas suivre aux amoureux de longue date...
(…)

Se déprendre du Zèbre ? Cette éventualité l'épouvantait. Elle s'en voulut d'être humaine et donc sujette à l'inconstance. Plus elle y pensait, plus l'outrance de Gaspard lui paraissait sage. Oui, il avait eu raison de faire feu de tout bois pour réchauffer leur passion. Oui, il y avait urgence. Oui, la mort était pour demain ; car elle est toujours en avance. Oui, il faut cesser de ne pas s'aimer à la folie. Oui, les lunes de miel sont un rêve trop fugace; chaque jour doit en être une, oublions l'infect conditionnel. Impossible ? Oui, et alors ? Oui, il est raisonnable de ne pas l'être ; les ténèbres nous talonnent de trop près."

 

 
Alexandre Jardin (Neuilly, 14 april 1965)

 

 

De Hongaarse schrijver Graaf Péter Esterházy van Galántha werd geboren in Boedapest op 14 april 1950. Zie ook alle tags voor Péter Esterházy op dit blog.

Uit: Esti (Vertaald door Heike Flemming)

„Noch vor viertel zehn wechselte er die Position. Wüsste ich alles, dann wüsste ich, dass von rechts nach links. Und da, auch für ihn unerwartet, entfuhr ihm ein gewaltiges, dennoch leises Ächzen, das nah am Wimmern und nicht weit entfernt vom Seufzen war. Wie Blei, so schwer fühlte er sich. Und ein Schmerz ohne konkreten Schmerz überkam ihn. Der Schmerz, das Wort überflutete ihn. Als sei er aufgedunsen. Als sei er mit seinem eigenen verdorbenen Fleisch vollgestopft. Er legte sich zum Ausruhen auf den Bauch; sein Kopf bohrte sich ins Kissen wie in Schlamm. Als wäre sein Haltbarkeitsdatum abgelaufen. Da wurde es halb zehn. Alt. Bin ich. Sagte er laut, ein Teil des Ächzens. Die Luft entwich ihm pfeifend wie einer gut synchronisierten alten Frau. Und prompt dachte er auch: Von nun an möchte ich ausschließlich kleine böse Novellen schreiben. Dieser Gedanke erfüllte ihn mit einem wohligen Gefühl. Er sprang auf, erschrocken bemerkte er, wie jugendlich, ging in sein Zimmer, zu seinem Schreibtisch (aus dem abstrakten und sinnlichen Raum des Bettes in den abstrakten und sinnlichen Raum des Tisches) und schlug sein Ideen-Heft auf. Ideen für Novellen, mit Grün; mit Rot gestrichen, wenn er sie geschrieben, mit Schwarz, wenn er sie verpfuscht hatte. Oder er vergaß, was er eigentlich wollte. Zuletzt hatte er mit Schwarz gestrichen: »vorsichtige Annäherung, fehlende Entscheidung, Flecke, Trüffelarten, Grappasorten, ein deutsches Wort: möge, das Ich spricht in der dritten Person von sich, siehe Jandl!, anschwellende, tiefpurpurne Blütenblätter«. Was mag das sein? Völlige Finsternis, obwohl er Schwarz nicht deshalb verwendete. Meine Begegnung mit der deutschen Sprache, dieser grüne Titel war die letzte Eintragung. Und mit Bleistift, sichtlich überstürzt festgehalten, Notizen: 1. Onkel, Onkel, bitte Uhr.Mein lieber Neffe.“

 

 
Péter Esterházy (Boedapest, 14 april 1950)

 

 

De Duitse schrijver Landolf Scherzer werd geboren op 14 april 1941 in Dresden. Zie ook alle tags voor Landolf Scherzer op dit blog.

Uit: Madame Zhou und der Fahrradfriseur

„Zum Park, in dem ich den Fahrradfriseur entdeckt habe, weise ich Kuni den Weg. Er ist viel zu klein und zu überschaubar, als dass eine an Größe gewöhnte Pekingerin ihn kennen könnte. Ich dagegen, mich hier heimisch fühlend, grüße wortlos die Chinesen, die sich an Turngeräten quälen, rückwärtslaufen, Bäume umarmen, sich mit den Füßen einen Federball zuspielen, bunte Schwerter schwingen und mit ihren in Käfigen an den Bäumen hängenden Vögeln reden.
Alles ist wie bei meinem ersten Besuch. Nur auf den einsamen Seitenwegen bietet mir in Begleitung von Kuni keine Frau »Love« an. Und die zwei Fahrradfriseure haben heute Kundschaft. Den älteren der beiden schmückt eine sehr üppige dunkelgraue Haarmähne. Über seinem blauen Anorak trägt er einen weißen Kittel. Er schaut mich fragend an, als ich bei ihm stehenbleibe. Doch als Kuni ihm sagt, dass ich nicht aus Neugierde hier bin, sondern um meine Haare schneiden zu lassen, überredet er den wartenden Chinesen, dass der mir den Vortritt lässt. Sorgfältig steckt er ein graues, bis auf den Boden reichendes Tuch unter meinen Hemdkragen, gibt einen Tropfen Öl auf die Haarschneidemaschine und rückt den Spiegel am Baumstamm gerade. Dann prüft er, ob Kämme, Scheren und Rasiermesser ordentlich nebeneinander auf dem Fahrradtisch liegen und kehrt mit einem Besen aus Reisig die schwarzen Haare des Vorgängers auf der trockenen rissigen Erde des Parks zusammen. Er freut sich, wenn Bekannte einen Ausländer auf seinem Stuhl sehen und grüßen. Kuni erklärt, wie kurz er die Haare schneiden soll.“

 

 
Landolf Scherzer (Dresden, 14 april 1941)

 

 

De Duitse schrijfster Gabriele Stötzer werd geboren op 14 april 1953 in Emleben inThüringen in de toenmalige DDR. Zie ook alle tags voor Gabriele Stötzer op dit blog.

Uit: grenzen los fremd gehen

die lüge saß auf dem schemel und biß sich die zehennägel ab
der salat war durchgerührt und weinte nun vor rührung
das ich war besoffen und blubberte ätzend
der hut sagte guten tag beim in die luft steigen
die fliege flog und war tot an der patsche
der kleber klebte klug das eine ans andere auch wenn er
zwischendurch versank

die nähe ist angebunden
die ferne ist frei
die nähe kommt
die ferne geht
die nähe hat ein gesicht und hände
die ferne löst sich auf im nebel
die nähe schlägt sich prügelt sich kotzt ab
die ferne ist erhaben
noch zu haben?
der dampf treibt wolken −
vors gesicht
sieh mich an und sieh mich nicht
folg der worte lauteklang
körper dreht sich wochenlang
und es war trotzdem nur
ein lauern um den heißen brei

 

 
Gabriele Stötzer (Emleben, 14 april 1953)

 

 

De Zwitserse schrijver en draaiboekauteur Charles Lewinsky werd geboren op 14 april 1946 in Zürich. Zie ook alle tags voor Charles Lewinsky op dit blog.

Uit: Johannistag

„In diesem Teil des Dorfes kann ich die Menschen nicht unterscheiden, ich bin noch nicht lange genug da, obwohl ich schon viel zu lange da bin, ich gehöre nicht dazu, ich habe an ihren Beerdigungen nicht geweint und an ihren Hochzeiten nicht den pot de l'amitié getrunken, und überhaupt lernt man die alltäglichen Menschen sehr viel schwerer kennen als die Verrückten.
Jojo zum Beispiel, der gutmütige dicke Jojo, der hundert Kilo wiegt oder hundertzwanzig, weil er beim Essen nicht aufhören kann. Man muss ihm sagen: „Jojo, du hast genug gehabt“, dann schaut er sich den Bissen an, den er in der Hand hält, auf halbem Wege zum Mund, ganz überrascht schaut er ihn an, vorwurfsvoll geradezu, als ob der sich eingeschlichen hätte bei ihm, und legt ihn weg mit einer fast graziösen Geste. „Ich habe damit nichts zu tun“, sagt die Geste, „ich habe keine Ahnung, wie das passieren konnte.“ Auch Jojo hat seine Geschichte, eine Mutter kommt darin vor, die sich zu Tode gesoffen hat, aber eigentlich ist er geschichtslos, ohne Vergangenheit, ohne Zukunft, er kennt nur die Gegenwart, in der er durch das Dorf geht, vom Morgen bis zum Abend, in die Fenster schaut und in die Gärten. Ich weiß nicht einmal, wo er wohnt. Wenn irgendwo Musik erklingt, aus einem Radio, aus einem Fernseher, dann beginnt Jojo zu tanzen, kleine, stampfende Schrittchen, sein Gesicht, das sonst immer voller Falten ist, weil das Denken ihn so anstrengt, sein ernsthaftes Altmännergesicht entspannt sich, er hört etwas, das sonst keiner hört in dem dummen Schlager, und er ist glücklich.“

 

 
Charles Lewinsky (Zürich, 14 april 1946)

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 14e april ook mijn blog van 14 april 2013.

De commentaren zijn gesloten.