12-02-14

Barbara Honigmann, Detlev Meyer, Lou Andreas-Salomé, Sabahattin Ali, Friedrich de la Motte-Fouqué, John Hennessy

 

De Duitse schrijfster Barbara Honigmann werd geboren op 12 februari 1949 in Oost-Berlijn. Zie ook alle tags voor Barbara Honigmann op dit blog.

Uit: Damals, dann und danach

„Frau Schulze wohnte im ersten Stock, und ich wohnte unter dem Dach. Ich war Studentin, und was Frau Schulze für einen Beruf hatte, weiß ich heute noch nicht. Wenn ich an ihrer Tür vorbeilief, hörte ich oft ein merkwürdiges Lärmen dahinter und manchmal eine merkwürdige Stille, und beides kam mir unheimlich vor, und manchmal hatte ich sogar das Gefühl, daß sie hinter der Tür stand und mir auflauerte. Abends und lange bis in die Nacht hörte man sie mit ihrer lauten Stimme durch das ganze Haus schreien und lallen. Ich hatte bald begriffen, daß sie eine Trinkerin war.
Deshalb schlich ich so leise, wie es mir nur irgend möglich war, an ihrer Tür vorbei, mehrmals jeden Tag.
An einem Abend aber riß sie tatsächlich, wie ich es schon immer befürchtet hatte, als ich vorbeischlich, die Tür auf, zerrte mich in ihre Wohnung hinein, mit Gewalt zog sie an mir und schubste und stieß mich, daß ich mich nicht wehren konnte, und brüllte auf mich ein, komm, Anne, komm rein, jetzt kommst du endlich rein, Anne, und dann drückte sie mich auf einen Stuhl in ihrer Küche, und da sah ich und roch den Alkohol, weil Frau Schulze mich gar nicht mehr losließ und heulte und grölte, bis ich endlich sagte:
»Was haben Sie denn, was ist denn los?«
Sie schrie immer mehr, warum ich nie gekommen sei, früher, was ich mir denn erlauben würde.
»Warum bist du nie wieder zu mir gekommen, Anne?«
Ich sagte, daß ich nicht Anne heiße und nicht Anne sei und daß sie mich wohl mit jemandem verwechseln müsse.
»Aber du bist eine Jüdin, ich habe dich sofort er- kannt!«
Ich habe »Ja« gesagt, »ich bin eine Jüdin«, sollte ich etwa nein sagen? Deswegen war ich noch lange nicht Anne! Doch nun ahnte ich es schon, woran es lag, daß sie so auf mich einschrie und mich nicht losließ.“

 

 
Barbara Honigmann (Oost-Berlijn, 12 februari 1949)


 

De Duitse schrijver en dichter Detlev Meyer werd geboren op 12 februari 1950 in Berlijn. Zie ook alle tags voor Detlev Meyer op dit blog.

 

Ich habe an der Tafel der Götter gesessen

Ich habe an der Tafel der Götter gesessen,
und alles an mir war von Gold.

Ich leuchtete in die Erdennächte,
und in meiner Jugend ging die Sonne nie unter.

Nun sind alle Himmel kalt.
Ich bin unter die Menschen gefallen.

 

Das fragwürdige Gedicht

Bist du es?
Bist du es vielleicht,
der so viel gibt,
daß es mir reicht?

Der so sehr liebt,
daß ich ganz leicht
von all den andern lasse?
Daß ich begreif,

und daß ich fasse
nur dich –
ausschließlich dich –
und ewiglich?

Bist du es?
Bist du so rein und ohne List?
Kann sein,
daß du es bist?

O sei es!
Oder sei es nicht.

 

 
Detlev Meyer (12 februari 1950 – 30 oktober 1999)

 

 

De Russisch-Duitse dichteres en schrijfster Lou Andreas-Salomé werd geboren op 12 februari 1861 in Sint Petersburg. Zie ook alle tags voor Lou Andreas-Salomé op dit blog.

 

Todesbitte

Lieg ich einst auf der Totenbahr
- ein Funke, der verbrannt -,
Streich mir noch einmal übers Haar
Mit der geliebten Hand.

Eh' man der Erde wiedergibt,
Was Erde werden muß,
Auf meinen Mund, den Du geliebt,
Gib mir noch Deinen Kuß.

Doch denke auch: im fremden Sarg
Steck ich ja nur zum Schein,
Weil sich in Dir mein Leben barg!
Und ganz bin ich nun Dein.

 

Aphorismen

Alle Liebe ist auf Tragik angelegt. Nur stirbt die glückliche an Übersättigung und die unglückliche an Hunger. Es stirbt sich aber langsamer und schmerzlicher an Hunger.

*

Wir werden in der Liebe, Hingabe, ja uns selber geschenkt, wir werden uns in ihr präsenter, umfänglicher, mit uns selbst vermählter als zuvor, und nichts andres als dies ist ihre echte Wirkung, ihre Lehens- und Freudenwirkung.

 

 
Lou Andreas-Salomé (12 februari 1861 – 5 februari 1937)

 

 

De Turkse dichter en schrijver Sabahattin Ali werd geboren op 12 februari 1906 in Gümülcine, tegenwoordig, Komotini, Griekenland. Zie ook alle tags voor Sabahattin Ali op dit blog.

Uit: The Devil Within 

“She was shocked when the car stopped and for a moment she couldn’t remember where she was. Omer was trying to help her from the car by holding her arm. When she stepped out the headlights of an approaching car dazzled her eyes. She stood leaning against the car’s chassis.
Having asked the drivers to wait, Hüseyin Bey began to rap on a glass door. The place resembled a night club devoid of customers. A sleepy barefoot man in white underwear opened the door without checking who was there scowling as if ready to curse. Upon recognising editorialist Hüseyin Bey, his manner changed.
“Welcome sir,” he said respectfully. “Please come in.”
They all entered. All of them including Hüseyin Bey felt tired and sluggish. The night and damp weather soothed the nerves. It was as if they didn’t feel up to having fun but, having set out to, they felt obliged to continue. The girls were exhausted, their faces sulky and worn out. Without makeup as suited intellectual women, they looked more like young men out on the town.
Whatever the reason, the waiter put on a white apron over his underwear and having switched on a light in a far corner of the night club, invited the guests over. Then he went over to the sideboard to gather together a few bottles of raki, a bit of bread and cheese and two tins of sardines. Ismet Şerif, in order to cheer up his silent friends, began to speak flippantly. Apart from the girl introduced by Emin Kamil, no one laughed.”

 

 
Sabahattin Ali (12 februari 1906 – 2 april 1948)

 

 

De Duitse schrijver Friedrich Heinrich Karl Freiherr de la Motte-Fouqué werd geboren in Brandenburg an der Havel op 12 februari 1777. Zie ook alle tags voor Friedrich de la Motte-Fouqué op dit blog.

Uit: Das Schauerfeld

„Am Fuße des Riesengebirges, in einer blühenden schlesischen Landschaft, hatten sich, einige Zeit vor dem Westfälischen Frieden, unterschiedliche Verwandte in die Erbschaft eines reichen Bauern zu teilen, der ohne Kinder verstorben war und dessen mannigfache Grundstücke hier und dort durch die fruchtbare Gegend hin zerstreut lagen. Man kam zu diesem Endzwecke in einer Schenke des Hauptdorfes zusammen und wäre bald über die Anordnung des Teilungswesens einig geworden, hätte es nicht unter der Nachlassenschaft einen wunderlichen Acker gegeben, welcher das Schauerfeld geheißen war.
Dort blühete es von vielen Blumen und war mannigfach wucherndes Gesträuch aufgeschossen, allzumal des Bodens kräftige Fruchtbarkeit bezeugend, aber ebensosehr dessen Vernachlässigung und Verödung beurkundend. Denn seit vielen Jahren war keine Pflugschar drüberhingezogen, seit vielen Jahren keine Saat darauf gefallen. Oder hatte man desgleichen ja hin und wieder versucht, so waren die Stiere unter dem Joch in eine unbegreifliche Wut geraten, und selbst die Ackerknechte und Säeleute hatten den Platz mit wildem Entsetzen geräumt, beteuernd, es ziehen dort gräßliche Gestalten umher, die sich in furchtbarer Vertraulichkeit zu den Arbeitern gesellten, so daß kein menschlicher Sinn davor ausdauern könne und einem schon immer der Wahnwitz drohend über die Schulter blicke.“

 

 
Friedrich de la Motte-Fouqué (12 februari 1777 – 23 januari 1843)
Bronzen gedenkplaat in Brandenburg an der Havel

 

 

Onafhankelijk van geboortedata:

De Amerikaanse dichter John Hennessy werd geboren in 1965 in New Jersey. Zie ook alle tags voor John Hennessy op dit blog.Zie ook alle tags voor John Hennessy op dit blog.

 

The One About the Monk

The monk kneeling beneath dry pines, striking
Fire from stones. The monk drifting across
The bay, afloat on gunnel boards he's tied
Together with his amber sash, inscrutable
Third buoy nodding with the channel markers.
The monk chipping through shale and clay with pick
And shovel, a pile of bones to fill the hole.
The monk startling the cows that graze the fields
As he and his kite take off--no tree is tall enough
To catch him, sandals no anchor. Bells, at least,
And lowing, the leaping heeler's puzzled growl
And bark; but too late now for letting go.

 

 
John Hennessy (New Jersey, 1965)

 

 

Zie voor nog meer schrijvers van de 12e februari ook mijn blog van 12 februari 2012 deel 1 en eveneens deel 2 en ook deel 3.

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